UNITAS-Studentinnenverein in Gründung

Namensgeberin ist die vorletzte Essener Fürstäbtissin Franziska Christine 


ESSEN / BORBECK.
„Katholischer Studentinnenverein Franziska Christine“ ist der Name einer neuen Initiative, die sich am Mittwochabend, 6. Oktober 2010, erstmals beim UNITAS-Zirkeltreffen in Essen vorstellte. Die sieben Gründungsmitglieder um Sprecherin Tamara Scholz (UNITAS Theophanu Köln) setzen ihrem klingenden Titel ganz unbescheiden „Metropole Ruhr“ als Ortsbezeichnung nach – ein Hinweis auf den Aktionsbereich, in dem sich die Studentinnenkorporation bald munter bewegen will.

 

Noch greift diese außerordentliche Meldung der offiziellen Publikation voraus. Doch nach dem großen herzlichen Applaus, den die aus verschiedenen Fakultäten stammenden Damen nach der Vorstellung ernteten, kann die in zahlreichen internen Conventen vorbereitete Neuigkeit wohl Kreise ziehen. Insbesondere bei den Bundesschwestern im UV-Zirkel stieß die unvermittelte Nachricht auf rechte Begeisterung. Dass die Unterstützung nicht fehlen wird, signalisierte die „Morgengabe“ zum Start: Die aus der Aktivitas der Ruhrania angeregte spontane Sammlung unter den fortgeschrittenen Semestern ergab dazu schon eine gute Grundlage.

 

Semesterprogramm in Planung

 

Eine willkommene Hilfe für die junge Tochter des Verbandes, die zum Treffen im „Istra“ an der Rüttenscheider Martinstraße bereits ein komplettes Semesterprogramm vorlegte: Gemeinsam mit dem W.K.St.V. UNITAS Ruhrania beginnen die Studentinnen am 12. Oktober das Wintersemester mit der Messe in St. Dionysius und nehmen vom 22.-24.10. am Aktiventag des Unitas-Verbandes auf Burg Rothenfels am Main teil. Geplant ist etwa im November ein Intensiv-Tanzkurs für Beginner und Fortgeschrittene, sie wandeln auf den Spuren der Essener Fürstäbtissinnen in Schloss Borbeck und besuchen dort am 1. Advent den Barbaraball des CV-Zirkels Kohle. Convente, Besuche bei Weihnachtsmärkten und erste Wissenschaftliche Sitzungen runden das Programm ab, das bald in den Druck gehen soll.

 

Fürstliche Namensgeberin

 

Namenspatronin ist die Essener Fürstäbtissin Franziska Christina von Pfalz-Sulzbach (1696-1776), die in Borbeck residierte – auch die Kirche St. Dionysius gehörte zu ihrer Residenz. Sie pflegte eine besondere Beziehung zu ihrer Stadt Steele und wurde dort zur Gründerin der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung. Für ihr bis heute bestehendes Werk haben die katholischen Studentinnen im kommenden Semester unter anderem eine Mottoparty angesetzt. „Denn sie ist für uns in vielerlei Hinsicht ein Vorbild“, so Bsr. Tamara Scholz in der Präsentation der neuen Initiative. Als Landesherrin im Stift Essen habe Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach in fast 50-jährigen Regierungszeit selbstbewusst, großzügig, friedensstiftend, klug und weitsichtig agiert sowie vorbildliche soziale Spuren hinterlassen. „Sie hat damit für uns aufgrund ihres außerordentlichen gesellschaftlichen Engagements in unserer Region Vorbildcharakter.“

 

Den unitarischen Prinzipien verpflichtet

 

Dem UNITAS-Verband, seinen Prinzipien und seinem Wahlspruch fühle sich die neue Gründung eng verpflichtet, erklärte die designierte „Prima“, die mit Mitstreiterin Pia Karaus auf dem Borbecker UNITAS-Haus eine Heimat fand und bereits im vergangenen Sommer bei UNITAS Theophanu rezipiert worden war. „Wir bekennen uns daher zu dessen Prinzipien virtus – scientia – amicitia, zu christlicher Lebensführung, Toleranz und Zivilcourage, zu fachübergreifender wissenschaftlicher Auseinandersetzung und Erweiterung des allgemeinen Wissens in einem lebenslangen Freundschaftsbund, zu gegenseitiger Unterstützung und generationenübergreifendem Austausch“, heißt es nun im Semesterprogramm, das ein Gemälde der Fürstäbtissinnen auf dem Frontblatt zeigt.

 

„Durch die Übernahme verantwortungsvoller Ämter und die Teilnahme am abwechslungsreichen Semesterprogramm können Mitglieder ihre sozialen, methodischen und rhetorischen Kompetenzen erweitern“, unterstreichen die Studentinnen die Vorteile einer Mitgliedschaft im neuen Verein. Ihn bilden Studentinnen und Absolventinnen der Universitäten und Fachhochschulen des Ruhrgebiets sowie einzelner Hochschulen der Region Rhein-Ruhr. „Aber auch Oberstufenschülerinnen und Abiturientinnen können unseren Verein als Hospitantinnen kennenlernen“, betonen die aktiven Gründungsdamen, zudem seien Familienangehörige, Freunde und andere Gäste mit Ausnahme der Convente zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen.

 

Aufnahme in den Verband angestrebt

 

Im Team um Prima Bsr. Tamara Scholz hat Bsr. Maria Schulze-Oechtering (UNITAS Clara Schumann Bonn) die Aufgaben der Magistra (M) übernommen, als Secunda (XX) amtiert Nina Breiderhoff, Scriptorin (XXX) ist Imke Kahrmann und das Amt der Quaestorin (XXXX) wird Bsr. Pia Karaus übernehmen. Neben Bsr. Anne Sudmann (UNITAS Maria Magdalena Heidelberg), Vorsitzende des UNITAS-Verbandsbeirates für Öffentlichkeitsarbeit, machen weitere Mitglieder und Sympathisantinnen die engagierte Runde komplett, die in den nächsten Wochen einen größeren Kreis von potenziellen Mitgliedern ansprechen wird.

 

Nach dem kommenden Probesemester will die Initiative unter dem Namen „W.K.St.V. UNITAS Franziska Christine“ bei der 134. Generalversammlung des UNITAS-Verbandes in Düsseldorf um Aufnahme bitten. 2011 jähren sich der Geburtstag der Namenspatronin vor 315 Jahren, ihre Regierungsübernahme vor 285 Jahren und ihr Tod vor 235 Jahren.



Wappen von Fürstin Franziska Christine am Haupteingang ihr Residenz, Schloss Borbeck

 




Veröffentlicht am: 15:01:32 07.10.2010
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