BORBECK, 23. Oktober 2008. Einmal durch den Stadtteil – jedenfalls, was Borbeck-Mitte angeht: Für 9 Bundesbrüder und Gäste brachte die erste kleine Exkursion im Programm eine Abwechslung in vieler Hinsicht. Um 17 Uhr erreichten sie am Donnerstag vom UNITAS-Haus aus Schloss Borbeck und ließen sich von Schloss-Mitarbeiterin
Birthe Marfording in die Tiefen der Geschichte führen. …

 

Die Historikerin schilderte anschaulich die geschichtlichen Hintergründe, die nötig sind, um ein wenig mehr die Gegend zu verstehen, in der insbesondere die mitgepilgerten Hausbewohner jetzt zu Hause sind. Im um 1240 errichtete Schloss an der Borbecke residierten bis zur Säkularisation, der Aufhebung und Inbesitznahme des Stiftes 1802/03 durch Preußen, die Fürstäbtissinnen von Essen. Den Besuchern erläuterte Frau Marfording die Anlage im 42 ha großen Park am Originalplan und zeigte die Entwicklung des ehemaligen sehr reich ausgestatteten hochadeligen Reichsstifts Essen auf. Fast 1000 Jahre lang wurde es von Frauen regiert, von denen in der informativen und gut gestalteten historische Dauerausstellung viel zu erfahren ist. Insbesondere vom Wirken der letzten beiden Fürstäbtissinnen Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1726-76) und Maria Kunigunde, Kgl. Hoheit von Polen, zeugen viele der gezeigten Bilder und Ausstellungsstücke. Anekdoten um das Liebesleid der Äbtissin Elisabeth vom Berghe und das Schicksal von Kammermohr Ignatius Fortuna, Erläuterungen zur Schreibschule, zum Gerichtswesen und zur fortschrittlichen Mädchenerziehung, zum bis heute bestehenden Waisenstift in Steele und zum Leben in der Reformation waren nur wenige Stichworte aus der sehr lebendigen Schlossführung.

 

Nicht nur vielfältige Angebote, Kurse, Konzerte und Veranstaltungsräume, auch Kapelle und Trauzimmer weisen darauf hin, dass die Borbecker „ihr Schloss“ längst in Besitz genommen haben. Was nicht zuletzt auch für die Gastronomie gilt: Die Gewölbe der „Münze“ nutzten die Besucher nach der 90-minütigen Führung für eine kurze Verschnaufpause – nicht ohne sich auch durch die Gastwirte den für Kommers und Ball vorgesehenen Saal und das Fürstinnenzimmer mit dem berühmten Portrait der Fürstin Franziska Christina zeigen zu lassen.

Im Anschluss an die Führung durch ging es an der Arena, St. Immaculata und Gasthof Krebs vorbei nach Borbeck-Mitte, wo es viele Hinweise auf Geschäfte, Ärzte oder Gaststätten gab, aber auch zur Geschichte von Marktplatz, Bahnhof, Halblang-Brunnen und Germaniadenkmal zur Pfarrkirche St. Dionysius mit Lourdes-Grotte, Kruzifix und Alter Cuesterey. Die letzte Station: Die Dampfbierbrauerei – Zeit, sich nach all der praktischen Heimatkunde noch mal gut aufzuwärmen und die sicher sehr intensiven vielen Eindrücke einfach mal sacken zu lassen ... 




Veröffentlicht am: 21:20:31 23.10.2008
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse