ESSEN. Unter großer Anteilnahme wurde am 2.Mai Bundesbruder Prälat Dr. Heinrich Holtkamp auf dem St. Markus-Friedhof in Essen-Bredeney zur letzten Ruhe getragen. Ortspfarrer Egon Goldenberg konzelebrierte mit dem Essener Generalvikar Dieter Schümmelfeder, Dechant Josef Kestermann und Pfarrer Franz-Josef Reidick in der Markuskirche die Exequien. Rund 30 Priester, sechs Bannerabordnungen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und viele Gläubige nahmen Abschied von dem beliebten Geistlichen, der am 25.April im Alter von 91 Jahren gestorben war. „Das Wort Gottes zu ergründen, es zu verkünden in treuer, kompromißloser Konsequenz, das hat er in sechs Jahrzehnten seines reichen priesterlichen Lebens als seinen wichtigen Auftrag betrachtet. Er stand festgewurzelt in der Tradition des Glaubens“, würdigte Pfarrer Goldenberg in seiner Ansprache das lange Wirken der markanten Priesterpersönlichkeit.

Bundesbruder Holtkamp, 1903 in Essen-Rüttenscheid geboren, studierte in Bonn, Freiburg und Köln Theologie und Philosophie. 1923 trat er in die UNITAS Eckardia in Freiburg ein und wurde 1923 philistriert. Nach seiner Priesterweihe 1928 in Köln und ersten Kaplansjahren im Bistum Aachen kam er 1931 als Rektor an die Kirche St. Johann in Essen. Hier erlebte er als letzter der lebenden Augenzeugen die Zerstörung der Münsterkirche mit. Der Religionslehrer an der Städtischen Berufsschule wirkte als Priester in der Pfarrei Herz-Jesu in Altenessen, an St.Mariä Geburt in Kupferdreh-Dilldorf und von 1952 bis 1973 an St. Markus in Bredeney. Von 1962 bis 1969 war Holtkamp Dechant des Dekanates Essen-Werden. 1974 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Päpstlichen Ehrenkaplan.

Besonders verbunden war der hünenhafte Geistliche der Arbeit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Vierzig Jahre lang war er Präses des Essener KAB-Bezirks. Prälat Holtkamp, der nach 65 Jahren im Dienst vor acht Monaten noch sein Eisernes Priesterjubiläum feierte, wurde über das Bistum Essen hinaus bekannt. 1971 holte er den zu seiner Pfarrgemeinde in Bredeney gehörenden, entführten Essener Kaufmann Theo Albrecht nach Hause, nachdem der damalige Essener Bischof Dr. Franz Hengsbach das geforderte Lösegeld von 7 Millionen Mark übergeben hatte.

Der Essener Zirkel verliert in Bundesbruder Prälat Holtkamp ein treues Mitglied. R.I.P.

CB




Veröffentlicht am: 11:24:18 02.05.1994
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