Europas Bischöfe unterstützen Regierungen der Europäischen Union

PARIS/MÜNCHEN, 9. Oktober 2008. Angesichts der internationalen Finanzkrise hat sich der Münchner Erzbischof Bbr. Reinhard Marx für eine Ordnungspolitik auf Weltebene auch für Finanzmärkte ausgesprochen. Diesen Vorschlag kenne die Katholische Soziallehre seit langem, sagte der Präsident der Sozialkommission der „Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft“ (COMECE) am Donnerstag, 9. Oktober, zum Abschluss einer Kommissionstagung in Paris. Ihr Austausch „zur Zukunft von sozialer Sicherheit und Sozialpolitik in Europa“ wurde von der Krise der Finanzmärkte und ihren Konsequenzen für die europäische Sozialpolitik geprägt.


„Es ist richtig, dass die Regierungen der Europäischen Union jetzt alles tun müssen, um die Vertrauenskrise zu beheben, die gegenwärtig die Finanzmärkte erschüttert“, zitierte der COMECE-Bericht den Erzbischof. „Die katholische Soziallehre kennt seit langem den Vorschlag einer Ordnungspolitik auf Weltebene auch für die Finanzmärkte. Nur so können mehr Gerechtigkeit, Transparenz und Verantwortlichkeit geschaffen werden. Das muss jetzt ins Werk gesetzt werden. Es ist dann weiter wichtig, dass unsere Regierungen und die europäischen Institutionen sich für das Schicksal jener Menschen interessieren, die häufig ohne eigenes Verschulden die sozialen Konsequenzen der Finanzkrise zu tragen haben werden. Gerade jetzt muss die Tragfähigkeit des europäischen Sozialmodells unter Beweis gestellt werden, damit aus der Finanzkrise keine politische und soziale Krise wird.»

 

Von Seiten der katholischen Kirche würden die Regierungen der Europäischen Union bei ihren Bemühungen unterstützt, der Vertrauenskrise an den Finanzmärkten entgegenzuwirken. Auch wollen die Mitglieder der Sozialkommission der COMECE sich künftig verstärkt bemühen, die Soziallehre der katholischen Kirche in Europa zu verbreiten. So kündigte der polnische Weihbischof Piotr Jarceki, Warschau, der auch Vizepräsident der Sozialkommission ist, eine erste „Europäische Sozialkonferenz“ an, die im Oktober nächsten Jahres in Danzig stattfinden soll. An dem Treffen der Sozialkommission in Paris nahmen Bischöfe und Delegierte der Bischofskonferenzen aus Deutschland, aus England und Wales, Österreich, Spanien, Frankreich, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal, der Slowakei und Slowenien teil.


 

HINWEIS: Am 29. Oktober wird Erzbischof Marx sein Buch mit dem programmatischen Titel "Das Kapital" vorstellen, berichtet Matthias Drobinski in der Online-Ausgabe der SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 10. Oktober („Zuflucht in Gottes Hort - Sammle meine Tränen in deinen Krug. Selbst die Kirchen haben sich auf die Finanzkrise eingestellt: Besondere Gottesdienste und Sorgenurnen für Banker sollen Trost spenden“).



Veröffentlicht am: 22:47:38 11.10.2008
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