So könnte die Fachhochschule einmal aussehen:
Vorentwurf der Stadt Bottrop (Bild: www.bottrop.de)


BOTTROP / MÜLHEIM. Bereits zum kommenden Jahr soll die neue ingenieurwissenschaftliche „Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet“ in Bottrop und Mülheim ihren Betrieb aufnehmen. Spätestens 2013, wenn der so genannte Doppelabitur-Jahrgang durch die auf 12 Jahre verkürzte Schulzeit erstmals zum Tragen kommt, sollen insgesamt 2.500 Studienplätze in beiden Städten zur Verfügung stehen, 500 davon in Bottrop.  

 

Hauptstandort ist Mülheim an der Ruhr und Nebenstandort Bottrop, an dem die Stadt bereits erste Vorplanungen für einen Standort abgeschlossen hat. Angedacht ist das ehemalige Schulgelände an der Agathaschule in unmittelbarer Nähe zum Berufskolleg. Zunächst soll der Betrieb im Berufskolleg aufgenommen werden, bevor der Neubau an der Hans-Sachs-Straße unweit der Innenstadt kommt. Weitere Standorte von Fachhochschulen sollen in Hamm und Kleve/Kamp-Lintfort entstehen.

 

Als einen „guten Tag für die Stadt und die Region“ bezeichnete Bottrops Oberbürgermeister Peter Noetzel die Entscheidung der Landesregierung. Sie sei ein Meilenstein für die Bemühungen um den Strukturwandel in der Stadt. Mit dem Standort am Bottroper Berufskolleg werde durch die Kooperationsbereitschaft aller Schulen und weiten Teilen der örtlichen Wirtschaft ein Campus besonderer Qualität entstehen. Neben dem bildungspolitischen Aspekt fördere der FH-Campus Bottrop wirtschaftspolitisch den Umstrukturierungsprozess der Stadt und der Region, der durch den bevorstehenden Kohlerückzug erforderlich sei.


Überzeugendes Konzept: Zusagen der Wirtschaft
 

Eine Jury hatte in ihren Empfehlungen zum Ausbau der Hochschullandschaft in NRW die Neugründung der zukünftigen „Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet” empfohlen, weil sich das Vorhaben „durch ein sehr realistisch und differenziert an den Stärken und dem Bedarf der Wirtschaft orientiertes Studienprogramm” auszeichne. Die örtlich noch nicht verteilten Studiengänge umfassen: Energiesystemtechnik, Mechatronik, Elektrotechnik, Angewandte Informatik, Biomedizintechnik, Chemieingenieurwesen, Maschinenbau, Druck- und Medientechnik, Physikalische Technik, Bauingenieurwesen, Infrastruktur und Netze, Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre. Damit weise das auf eine Initiative der Wirtschaft (Unternehmerverbandsgruppe Duisburg und IHK zu Essen) zurückgehende Vorhaben nicht nur fachliche Bezüge zur regionalen Wirtschaft (z.B. „Energiesystemtechnik“ sowie „Infrastruktur und Netze“) auf, sondern auch zu überregionalen Bedarfen Nordrhein-Westfalens (z.B. „Druck- und Medientechnik“) bzw. Deutschlands (z.B. „Medizintechnik“). Die abgeleiteten Studieninhalte seien breit gefächert und gut vernetzt strukturiert. Auch lobte die Jury bereits gegebene 250 Zusagen von kooperationsbereiten Unternehmen für Ausbildungsplätze im Rahmen dualer Studiengänge.

 

Der geplante Hauptstandort Mülheim berge trotz geographischer Nähe zu den Einzugsgebieten der Fachhochschule Niederrhein (Standort Krefeld) und Düsseldorf genügend eigenes Nachfragepotential, so die Jury. Der Anteil der Hochschulzugangsberechtigten an den Schulabgängern sei mit im Mittel 38% in den Jahren 2000 bis 2007 überdurchschnittlich im nordrhein-westfälischen Vergleich (knapp 30%). Auch der Standort Bottrop liegt trotz seiner geographischen Nähe zu Gelsenkirchen nicht im Einzugsbereich der dortigen Fachhochschule.


11.000 neue Studienplätze durch FH-Ausbau

Nach Beschluss der nordrhein-westfälischen Landesregierung werden in den kommenden Jahren 11.000 neue Studienplätze an Fachhochschulen geschaffen. Dazu gründet das Land drei neue Fachhochschulen und baut acht bestehende Fachhochschulen aus, zum Teil an neuen Standorten. Bis 2020 werden zur Finanzierung zusätzliche Landesmittel in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro bereitgestellt. Neue Fachhochschulen entstehen außer in Bottrop und Mülheim mit der FH „Hamm-Lippstadt“ (Standorte Hamm und Lippstadt) und der Fachhochschule „Nördlicher Niederrhein“ an den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort. Darüber hinaus läuft derzeit noch der Standort-Wettbewerb für die geplante Fachhochschule für Gesundheitsberufe, an der weitere 1.000 neue Studienplätze entstehen.

Weitere 2.500 neue Studienplätze werden an acht bestehenden Fachhochschulen geschaffen. Die Fachhochschulen Aachen (500), Bielefeld am Standort Minden (500) und Münster (200) werden an den bestehenden Standorten ausgebaut. Die Fachhochschulen Bochum in Velbert/Heiligenhaus (300) und die FH Köln in Leverkusen (500) gründen neue Abteilungen. Neue Studienangebote werden auch in den Studienorten Ahaus (FH Gelsenkirchen, 40), Ahlen/Beckum/Oelde (FH Münster, 110), Lüdenscheid (FH Südwestfalen, 250) und Warburg (FH Ostwestfalen-Lippe, 100) errichtet. Die neuen Studienplätze werden hauptsächlich in den so genannten "MINT"-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) geschaffen. Mittelfristig soll der Anteil der Fachhochschulen an den Studierenden von derzeit 25 Prozent auf 40 Prozent erhöht werden.

 

Weitere Infos:

www.innovation.nrw.de

www.bottrop.de 

www.muelheim-ruhr.de




Veröffentlicht am: 16:32:01 12.12.2008
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