München, 9. Januar 2009. Scharf hat der Erzbischof von München und Freising, Bbr. Reinhard Marx, die Instrumentalisierung der Gewalt im Heiligen Land durch rechtsextreme Kräfte in Deutschland attackiert. „Es ist unerträglich und moralisch verwerflich, wie sich Rechtsradikale zu den Verteidigern der Palästinenser aufschwingen und mit dem Antisemitismus spielen“, sagte Bundesbruder Marx am Freitag in München.


Unter dem Motto „Israelischen Terror stoppen!“ hatte der Bezirksverband Oberbayern der rechtsextremen NPD am selben Tag um 18 Uhr zu einer Mahnwache auf dem Münchner Marienplatz aufgerufen. Bei der beim Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) beantragten Kundgebung wurde lediglich das Verwenden der israelischen Fahne verboten. Die Münchner Polizei ist auf die NPD-Demo vorbereitet. Ein Sprecher sagte, man rechne mit zahlreichen Gegendemonstranten aus dem bürgerlichen und linken Lager. Eine ebenfalls geplante Demonstration am Jakobsplatz hatte die Stadtverwaltung untersagt. Dort wollte die NPD die Hauptsynagoge mit Schuhen bewerfen, angeblich „symbolisch für das Bombardement auf Gaza“.


Aufruf zum Gebet und politische Gespräche
 

Erzbischof Reinhard Marx äußerte sich zugleich erschüttert über das Ausmaß der Gewalt im Nahen Osten. „Was uns die Christen vor Ort berichten, ist entsetzlich“, sagte er und verlangte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen. Gewalt und Gegengewalt führten zu keiner Lösung. Die Gläubigen rief der Erzbischof, der am Samstag für mehrere Tage zum 8. Internationalen Bischofstreffen nach Bethlehem reist, zum Gebet um Frieden auf.

Bei dem Bischofstreffen wird Marx unter anderem mit dem israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und mit Vertretern anderer christlicher Glaubensgemeinschaften zusammenkommen. Gesprächspartner für die Delegationen der Bischofskonferenzen sind unter anderem der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, der Apostolische Nuntius in Israel, Erzbischof Antonio Franco, sowie der Kustos des Franziskanerordens, Pater Gianbattista Pizzaballa. Bei den Gesprächen geht es neben der aktuellen politischen Krise auch um die Unterstützung der Christen im Heiligen Land. An diesem Sonntag wird Marx mit einer Gemeinde in Bethlehem (Bild rechts) Gottesdienst feiern. Die Reise endet am Donnerstag, 15. Januar.

Das Bischofstreffen findet seit 1998 regelmäßig auf Initiative des Heiligen Stuhls statt. Bbr. Marx vertritt die Deutsche Bischofskonferenz seit mehreren Jahren bei dem Treffen. Neben Erzbischof Reinhard Marx nehmen als Vertreter der nationalen Bischofskonferenzen der Bischof von Reykjavik, Pierre Bücher, der Bischof von Evry, Michel Dubost, der Weihbischof von Dublin, Ramond Field, der Erzbischof von Liverpool, Patrick Kelly, der Weihbischof von Birmingham, William Kenney, der Vizepräsident der Bischofskonferenz der USA, Gerald Kicanas, der Bischof von Urgell, Joan-Enric Vives i Sicilia und der Vorsitzende der Kanadischen Bischofskonferenz, Erzbischof James Weisgerber an der Reise ins Heilige Land teil.

 

Quelle: Erzbischöfliches Ordinariat München, Pressestelle Online; SZ, Münchner Merkur, DBK




Veröffentlicht am: 18:55:20 09.01.2009
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