Bildung, Kinderarmut, Jugendarbeitslosigkeit:
Katholische Jugendverbände
fordern nachhaltige Lösungen statt Parolen

                                                                       

Altenberg (Odenthal), 17. Mai 2009.  Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) fordert alle Parteien im Superwahljahr auf, die drängenden Themen junger Menschen aufzugreifen. „Politik muss die Belange von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei allen Debatten und Entscheidungen umfassend berücksichtigen“, so BDKJ-Bundesvorsitzende Andrea Hoffmeier am Sonntag in Altenberg.

 

Mehr noch: „Wir brauchen einen fairen Wahlkampf mit belastbaren und verständlichen Aussagen. Statt Parolen und Parteienstreit brauchen wir nachhaltige Lösungsansätze für die drängenden Probleme junger Menschen“, so Hoffmeier. „Zu viele junge Menschen haben keine Ausbildung und keine Arbeit. Zu viele Kinder leiden unter Armut. Das Bildungssystem fördert immer noch Ungerechtigkeit. Dafür müssen realistische Handlungsoptionen her.“

 

Nach BDKJ-Sicht muss das Recht auf eine sinnstiftende Tätigkeit für junge Menschen eingelöst und in die Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsmangel einbezogen werden. Des Weiteren fordert der Dachverband der katholischen Jugendverbände den konsequenten Umbau der Sozialsysteme und die Einführung eines Grundeinkommens von Geburt an. Der BDKJ setzt sich besonders im Wahljahr für mehr Bildungsgerechtigkeit durch individuelle und ganzheitliche Förderung ein. Mit seinem heute in der Hauptversammlung gefassten Beschluss „Langer Atem für die Jugend“ bringt der BDKJ diese Forderungen und weitere Themen junger Menschen in die Debatte ein. „Kinder und Jugendliche beteiligen aktiv in den politischen Debatten. Politisch Verantwortliche müssen die junge Generation ernst nehmen“, so Hoffmeier. Alle Themen gibt es unter www.bdkj.de.

 

Werde Wahlheld, werde Wahlheldin

 

Gleichzeitig motiviert der BDKJ derzeit mit der Kampagne „Werde Wahlheld, werde Wahlheldin“ junge Leute zum Wählen. Auf www.wahlheld.de und www.wahlheldin.de gibt es neben einem Handyfilm auch umfassende Infos zu Europa- und Bundestagswahlen sowie Methodenvorschläge für eigene Wahl-Aktionen. Mit virtuellen Superhelden können junge Menschen ihre eigene politische Botschaften einbringen.

 

Kreuzsegel bringt BDKJ-Outfit frischen Wind

                                                                       

Die BDKJ-Hauptversammlung hat am Sonntag auch ein neues Logo beschlossen. Dessen Name ist Programm: „Kreuzsegel“. Das wie ein aufgeblasenes Schiffssegel aussehende neue Verbandszeichen ahmt gleichzeitig die Bewegung des Kreuzeichens nach. „Das Kreuzsegel ist dynamisch, jung und kreativ – genau wie wir“, freut sich der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler. Einfach hatte der Jugendverband sich die Entscheidung über sein neues Logo nicht gemacht. In einem Online-Voting beteiligten sich fast 1.600 BDKJ-Aktive. Sie hatten zuvor in einer Trendabstimmung das heutige Gewinner-Logo mit fast der Hälfte der Stimmen auf Platz eins gewählt.

 

Der Bundesverband stellt das neue Corporate Design auf der Hauptversammlung im Mai 2010 vor - inklusive einer Internetplattform, auf der sich die Verbände digital ihr eigenes Logo, ihre Plakate, Visitenkarte und vieles andere selbst gestalten können. Die BDKJ-Verbände haben bis 2014 Zeit, das neue Logo umzusetzen. Der BDKJ-Bundesverband wird das Design bereits ab Januar 2010 anwenden.


Neuer BDKJ-Bundesvorstand: Dirk Tänzler, Simon Rapp, Ursula Fehling

Neues Vorstands-Trio führt BDKJ

 

Mit sehr großer Mehrheit wählte die BDKJ-Hauptversammlung am Samstag für je drei Jahre Ursula Fehling (26) als BDKJ-Bundesvorsitzende und Pfarrer Simon Rapp (38) als BDKJ-Bundespräses. Gemeinsam mit dem BDKJ-Bundesvorsitzenden Dirk Tänzler (40) bilden sie die Dreier-Spitze des Zusammenschlusses der katholischen Jugendverbände in Deutschland.

 

Dirk Tänzler, geb. 1969 in Duisburg, studierte Sozialpädagogik und Sozialwissenschaften und war als Mitglied der KJG 1991–2000 Vorsitzender des BDKJ in der Stadt Duisburg. 2000–2005 übte er das Amt des Diözesanvorsitzenden des BDKJ im Bistum Essen  aus und war 2003–2005 Diözesanbeauftragter für den WJT 2005 im Bistum Essen. Seit 2006 amtiert er als BDKJ-Bundesvorsitzender in der Düsseldorfer Zentrale.

 

„An mehr glauben, als an sich selbst“

 

Ursula Fehling ist mit 26 Jahren jetzt das jüngste Mitglied im Bundesvorstand. Die studierte Soziologin und Wahl-Berlinerin arbeitete zuletzt als Referentin für Jugendpolitik beim Landesjugendring Sachsen-Anhalt. Im Berliner Büro des BDKJ wird sie die politische Interessenvertretung übernehmen. „Ich möchte Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben, die in Berlin und Brüssel, von Politik, Kirche und Gesellschaft gehört wird“, sagte Fehling. „In unserer immer unübersichtlicher werdenden Welt brauchen wir Jugendliche, die einen inneren Halt haben. Die an mehr glauben, als an sich selbst. Jugendliche, die sich einbringen, ohne den direkten Nutzen sofort zu sehen, die optimistisch sind und zugleich kritisch reflektieren können.“ Gegenwärtige politische Entscheidungen in Staat und Kirche würden die Bedingungen dafür aber erschweren. Fehling: „Damit sich Jugendliche entwickeln können, brauchen sie Freiräume außerhalb von Schule und Ausbildung. Wir brauchen bessere Bedingungen für Ehrenamt und die freie Entwicklung von Jugendlichen.“ Fehling ist seit 16 Jahren Mitglied der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG).

 

Pfarrer Simon Rapp (38) wird aus Augsburg ins Rheinland ziehen. Dort ist der gebürtige Allgäuer seit 2004 BDKJ-Diözesanpräses und Gemeindepriester. Rapp wird sich in der BDKJ-Bundeszentrale im Jugendhaus Düsseldorf um Entwicklungspolitik der Jugendverbände kümmern. „Der BDKJ erhebt seine Stimme für Menschen, die von uns Wohlhabenden von der Beteiligung an unserer gemeinsamen Schöpfung ferngehalten werden. Politik und Gesellschaft an dieses Ungerechtigkeit zu erinnern, ist unsere Aufgabe“, so Pfarrer Simon Rapp. Als Dachverband für die gesamte katholische Jugendarbeit sei der BDKJ zudem ein Schatz, den die Kirche dringend nötig habe. „Zum Beispiel brauchen wir in der Kirche eine Diskussionskultur, die vom Respekt ge­gen­über dem anderen geprägt ist.“ Für die Zukunft sieht Rapp die katholischen Jugendverbände vor Herausforderungen. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Sinus-Jugend-Studie sagte Rapp: „Wir müssen wieder ein größeres Spektrum an Kindern und Jugendlichen mit unseren Angeboten erreichen.“ Dazu gehöre auch das Finden einer neuen Sprache über den Glauben, die junge Menschen erreicht. Rapp ist seit 29 Jahren Mitglied der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG).

 

Als höchstes beschlussfassendes Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung ein Mal jährlich grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Dabei vertreten rund 120 Delegierte der BDKJ-Mitglieds- und Diözesanverbänden aus ganz Deutschland die rund 650.000 Mitglieder in den katholischen Jugendverbänden.


 

Weitere Informationen auf www.bdkj.de.




Veröffentlicht am: 15:49:23 17.05.2009
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