„Im Kleinen und Großen Werkzeug der Botschaft Gottes“

Pfingstpredigt von Erzbischof Marx im Münchner Liebfrauendom

Marx ruft Gläubige zur Teilnahme an der Europawahl am 7. Juni auf  

                                                                              

München, 31. Mai 2009. Der Erzbischof von München und Freising, Bbr. Reinhard Marx, hat die Gläubigen aufgerufen „im Kleinen und im Großen Werkzeug der Botschaft Gottes“ zu sein. In seiner Pfingstpredigt am Pfingstsonntag, 31. Mai, die von den Gläubigen im vollbesetzten Liebfrauendom mit Beifall bedacht wurde, erinnerte er daran, dass das Pfingstfest die Geburtsstunde der Kirche ist: „Es soll klar machen, dass das Christus-Ereignis das endgültige und letzte Wort des Herrn in dieser Welt ist. An Pfingsten erfährt die Kirche, was sie zu tun hat, welche Sendung ihr aufgetragen ist.“


Die Kirche sei gerufen, sich in den Sturm Gottes zu werfen. Kritik an der Kirche sei verständlich, wenn dieser Anspruch und die Wirklichkeit auseinander fielen. „Wir sehen, dass es uns oft nicht gelingt unter dem Anspruch des Evangeliums wie Christen aufzutreten, wie Christen zu leben“, so Marx. Es gelte, sich für die Besitznahme durch den Heiligen Geist zu öffnen und in Demut zu rufen: „Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen der Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer der Liebe.“ Marx erinnerte daran, dass die Kirche Werkzeug der Einheit zwischen Gott und den Menschen sein solle: „Das kann sie sein, wenn sie sich dem Sturm des Heiligen Geistes anvertraut und nicht Einzelinteressen, wenn sie sich immer wieder fragt: Was ist die Sendung, was hat der Heilige Geist uns aufgetragen?“ Es gehe darum, die Botschaft von Jesus Christus nicht zu verharmlosen und abzuschwächen, sondern in die Mitte dieser Botschaft hineinzugehen und sie der Welt zu verdeutlichen. Dann erst werde auch ein Dialog mit anderen Religionen möglich und klar, welche Kraft in dieser Botschaft liege.


Die Botschaft von der Aussendung des Geistes sei neu: „Die Würde des Menschen wird gehoben, Gott denkt so groß vom Menschen, dass er in jedem von uns wohnen will.“ In diesem Zusammenhang erinnerte Marx an die Diskussion um die Verankerung des Gottesbezugs in der Präambel einer Europäischen Verfassung: „Gott braucht diese Präambel nicht. Aber wir brauchen die Erkenntnis: Wir sind nicht Gott.“ Die Botschaft von der Würde des Menschen sei gerade heute, in einer Phase der Krise, unverzichtbar. Der Erzbischof appellierte an die Gläubigen, bei der Europawahl am 7. Juni ihre Stimme abzugeben: „Ich ermutige Sie, an dieser Wahl teilzunehmen. Es ist wichtig.“


Das Pfingstfest fordere dazu auf, die gemeinsame Berufung aller Menschen zu erkennen und die Spaltung der Welt zu überwinden. Marx verurteilte Nationalismus, rassistisches Denken, Egoismus und mahnte zur weltweiten Integration: „Das Pfingstereignis beauftragt die Kirche, die Enge zu überwinden und – bei allem Ja zum eigenen Profil, zur eigenen Kultur und Tradition – in Offenheit neue Ideen aufzugreifen.“ Es könne keine globale Welt geben, ohne den anderen anzuerkennen: „Daraus ergibt sich ein politischer und karitativer Auftrag, indem man die christliche Botschaft noch deutlicher bekennt und bezeugt.“ (kel)

 

Predigt von Erzbischof Marx im Wortlaut (MP3, 4 MB)



Quelle: Erzbistum München und Freising




Veröffentlicht am: 17:30:50 31.05.2009
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