Bbr. Domkapitular Rolf Lohmann (3.v.l.) im Kreis von Bundesbrüdern in Münster anlässlich der Weihe von Bbr. Wilfried Theising zum Weihbischof im August 2010

Bbr. Rolf Lohmann: Neuer Wallfahrtsrektor in Kevelaer

 

KEVELAER / LIPPETAL-HERZFELD. Bbr. Domkapitular Rolf Lohmann (47) wird der neue Pfarrer an St. Marien und neuer Wallfahrtsrektor in Kevelaer. Am 22. Mai soll der derzeitige Pfarrer in Lippetal-Herzfeld als Nachfolger von Domkapitular Stefan Zekorn in sein Amt eingeführt werden. Zekorn, ernannter Weihbischof, empfängt am Sonntag, 13. Februar, die Bischofsweihe und wird Regionalbischof für die Region Münster-Warendorf.

 

Bbr. Lohmann (UNITAS Winfridia Münster), am 21. Februar 1963 in Hamm geboren, studierte Theologie und Philosophie in Münster und München. 1989 wurde er im St.-Paulus-Dom in Münster von Bischof Reinhard Lettmann zum Priester geweiht. Nach seiner ersten Kaplansstelle in St. Laurentius Coesfeld ging er 1993 als Vikar nach St. Johannes Billerbeck. 1997 wurde Lohmann Pfarrer in St. Ida Lippetal-Herzfeld und wurde Rektor der dortigen Wallfahrt, 2003 übernahm er zusätzlich die Aufgaben des Pfarrers in St. Cornelius und Cyprianus Lippetal-Lippborg. 2007 ernannte ihn der Bischof zum nichtresidierenden Domkapitular in Münster. Seit seiner Priesterweihe begleitet ihn die Bibelstelle seines Primizspruchs aus dem 2. Korintherbrief: „Wir sollen dein Empfehlungsbrief sein Herr, der von allen Menschen verstanden und gelesen werden kann“, heißt es dort – daran richtet er seine Arbeit aus.

 

Erfahrungen als Wallfahrtsrektor in Herzfeld

 

Mit fast 13-jähriger Tätigkeit als Wallfahrtsrektor in Herzfeld bringt Bbr. Lohmann bereits wertvolle Erfahrungen in seine neuen Aufgaben ein. Lippetal-Herzfeld gilt als älteste Wallfahrtsstätte Westfalens. Zunehmend mehr Pilger besuchen das dort unter der mächtigen Kirche verborgene Grab einer Urahnin vieler bedeutender Deutscher Kaiser, deren Andenken seit über 1000 Jahren dort bewahrt wird. Sie gilt als Vorbild der christlichen Caritas - bis heute wird bei der alljährlich in der Woche ab dem 4. September begangenen „Identracht“ der „Ida-Segen“ erteilt.

 

Ida von Herzfeld war wahrscheinlich Urenkelin des fränkischen Hausmeiers Karl Martell und Enkelin des letzten Merowinger-Königs Childerich III. (720-755), damit eng mit den Karolingern verwandt. Nach ihrer Heirat mit dem Sachsenherzog Ekbert I. (756-811), einem Lehnsmann Karls des Großen und Graf der Dänischen Mark, überquerte sie 786 die Lippe an der Furt bei Hirutveldun (altsächsisch: Hirschfeld). Dort baute sie eine der Hl. Maria und St. Germanus geweihte Kirche, die erste katholische Gemeinde im Münsterland wurde. Während des Krieges zwischen Sachsen und Franken nahm Ida die Sachsen in ihren Schutz und wirkte nach dem drei Jahrzehnte dauernden Gemetzel für den Frieden. Nach dem Tod Ekberts widmete sie sich bis zu ihrem Tod am 4. September 825 (813?) ganz dem Gebet und der Sorge für die Gemeinde. Nach ihrer Heiligsprechung am 26. November 980 durch den Bischof von Münster fand der erste Umzug mit ihren Reliquien statt.

 

Stamm-Mutter der sächsischen Kaiser

 

Über ihren Enkel Herzog Liudolf von Sachsen und dessen Enkel Heinrich, 919 zum ersten deutschen König gewählt, wurde Ida zur Stammmutter des aus der Familie der Ekbertiner hervorgegangenen Sächsisch-Ottonischen Herrscherhauses (Heinrich I., 919-936; Otto I. der Große 936-973; Otto II., 973-983; Otto III., 983-1002, Heinrich II., 1002-1024). Nach dem Tode Heinrichs II., des letzten sächsischen Kaisers, versammelten sich am 13. September 1024 die sächsischen Fürsten mit Bischof Meinwerk von Paderborn am Grab der hl. Ida zum „Fürstentag in Herzfeld”. Idas Grablege in einem 1976 restaurierten kostbaren Schrein wurde bedeutende Wallfahrtsstätte und jederzeit einen Besuch wert.


Bbr. Rolf Lohmanns neuer „Arbeitsplatz“ ist mit jährlich rund 800.000 Pilgern der größte Wallfahrtsort im Bistum Münster. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts pilgern Gläubige nach Kevelaer zum Bild der „Trösterin der Betrübten". Unter den Millionen von Wallfahrern, die sich vor dem Gnadenbild eingefunden haben, waren 1987 auch Papst Johannes Paul II. und die selige Mutter Teresa. Auch Papst Benedikt XVI. besuchte als Kardinal Joseph Ratzinger den niederrheinischen Wallfahrtsort.

 

Mehr: www.st-ida-herzfeld.de, www.wallfahrt-kevelaer.de




Veröffentlicht am: 20:37:54 03.02.2011
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