ESSEN. Bbr. Dr. Paul Hoffacker feierte am 24. November einen „runden Geburtstag“. Hoffacker, vielen auch noch in Erinnerung als Referent beim AHB-Tag 2000 in Essen, wurde 75 Jahre alt. Bbr. Hoffacker, 1930 in Wesel geboren, studierte nach dem Abitur 1951 Rechtswissenschaften, promovierte 1961 zum Dr. jur. und begann als Referent für Recht und Finanzen im Bistum Essen seine Tätigkeit im kirchlichen Dienst. Von 1963 bis 1965 war er als Referent für Staatsbürgerliche Angelegenheiten beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken in Bonn tätig. Danach übernahm er bis 1977 die Geschäftsführung der Bischöflichen Aktion Adveniat, des Hilfswerks der deutschen Katholiken für Lateinamerika in Essen. Seit 1977 ist er Rechtsanwalt. UNITAS Rhenania in Bonn verlieh Paul Hoffacker 1980 die Ehrenmitgliedschaft.

1981 berief Ruhrbischof Dr. Franz Hengsbach Bbr. Hoffacker zum Direktor der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, dem Haus für Erwachsenenbildung des Ruhrbistums in Mülheim-Speldorf. An Hoffackers 65. Geburtstag - nach einer Amtszeit von 14 Jahren - verabschiedete ihn der damalige Essener Bischof Dr. Hubert Luthe in den Ruhestand. Dabei hob er vor allem die Verdienste des scheidenden Akademie-Direktors für den Auf- und Umbau der Wolfsburg und sein Engagement für die kirchliche Bildungsarbeit hervor: Hoffacker habe sich, so Bischof Luthe, der „zweifellos gültigsten Aufgabenstellung” einer solchen Akademie verschrieben, „ein Ort des Dialogs von Kirche und Welt” zu sein.

Über seine berufliche Tätigkeit hinaus war Bbr. Hoffacker von 1976 bis 1980 und von 1982 bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Unter anderem war er in dieser Zeit Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Ehrenamtlich wirkte Bbr. Dr. Hoffacker von 1972 bis 1986 als Vorsitzender des Zentralverbandes des Deutschen Kolpingwerkes und war zugleich Mitglied im Generalpräsidium. Schwerpunkt seiner Arbeit war die Anpassung der Verbandsstruktur im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Synode der deutschen Bistümer. Daneben war er über 20 Jahre Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Essen. Viele Initiativen dieses höchsten Laiengremiums im Ruhrbistum tragen seine Handschrift, so zum Beispiel die Aktionen zur Lehrstellenbeschaffung, die Beteiligung katholischer Verbände und Gemeinschaften bei Strukturänderungen im Ruhrgebiet und innerhalb der Kirche. 2002 berief ihn Bischof Luthe zum Vorsitzenden des Initiativkreises Nikolaus Groß, dessen Ziel es ist, „das Lebens- und Glaubenszeugnis des Familienvaters und Märtyrers Nikolaus Groß lebendig zu halten und dessen Verehrung zu fördern”.

Für seinen vielfältigen Einsatz in Kirche und Gesellschaft erhielt Bbr. Hoffacker 1997 das Bundesverdienstkreuz; 1990 wurde er Komtur des Ordens vom heiligen Papst Gregor dem Großen. 

CB




Veröffentlicht am: 14:41:55 25.11.2005
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