"Pater unitatis Assindiae"

ESSEN. Der Vorsitzende des UNITAS-Zirkels Essen, Bbr. StD Martin Gewiese, vollendete am 16. September 2005 sein 70. Lebensjahr. Das Fest im Kreis der unitarischen Familie begann mit einer Messe in der Pfarrkirche St. Dionysius, die UNITAS Ruhrania zugleich als Semesterantrittsmesse feierte. Zum Umtrunk, gemeinsamen Essen und Kaffeetrinken wurde anschließend auf das Ruhranen-Haus in Borbeck eingeladen. Zahlreiche Gäste erlebten einen sonnigen Tag, dem Bbr. Gewiese grundsätzliche Überlegungen zum Begriff der „Virtus“ voranstellte. Die Ruhr-Aktivitas bedankte sich für sein jahrelanges Engagement im Dienst der unitarischen Sache mit einem Ehrenschieber und einer Collage aus Postkartenmotiven seiner Urkorporation, der Kölner UNITAS Rheinmark.

Bbr. Martin Gewiese stammt aus Düsseldorf, wo sein Großvater und Vater als Baumeister tätig waren. Eindrückliche Bilder vom Kriegsgeschehen und heftige Bombenangriffe prägen seine ersten Erinnerungen. Während der Vater zunächst zum Bunkerbau in der Eifel, dann an der Front in Frankreich und als Hauptmann einer Pionier-Kompanie an der Ostfront und im Kaukasus eingesetzt war, sorgte die Mutter für Sohn und Tochter. Mehrfach und 1944 völlig ausgebrannt, erlebten sie das Kriegsende in Gernrode/Harz. Mit tiefer Dankbarkeit erlebten Mutter und Kinder, dass der Vater schon im Herbst 1945 aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen wurde. Zurück in Düsseldorf, lebte die Familie bis 1953 in einer Baracke. Mit 15 Jahren begann Martin eine intensive Beschäftigung mit der Musik, die nach dem Abitur am Jakobi-Gymnasium/Rethel-Schule 1956 in das Schulmusikstudium an der Musikhochschule Köln mündete. Zusätzlich studierte Bbr. Gewiese Germanistik, später Latein an der Universität Köln. Nach dem Staatsexamen in Musik 1960 war er zwei Jahre als Geiger im Gürzenich-Orchester der Stadt Köln tätig, 1962/63 folgten das Philosophikum und Lateinexamen.

1957 war der 22-jährige Fahrstudent auf Empfehlung eines seiner privaten Musiklehrer in die UNITAS-Rheinmark eingetreten und hatte während seiner Referendarzeit mehrmals die Charge des Conseniors übernommen. 1963 wurde er philistriert und hielt den Kontakt zur Rheinmark, solange sie noch bestand. Nach Referendarzeit in Solingen und Essen wurde Martin Gewiese 1965 Lehrer an der Marienschule Essen-Werden (Töchter vom Heiligen Kreuz) mit den Fächern Musik und Latein, in den 70er Jahren kam auch Mathematik hinzu. Er übernahm verschiedene Verwaltungstätigkeiten, war ab 1975 Oberstufenkoordinator, nach wenigen Jahren Oberstudienrat und Studiendirektor. Mit seiner Frau Brigitte, die er 1958 an der Musikhochschule kennen lernte und 1963 heiratete, hat Martin Gewiese zwei erwachsene Töchter. Seine Frau war mit den Fächern Musik und Geographie wie er an der Marienschule tätig.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 2000 ist Bbr. Gewiese nicht nur regelmäßig beim Essener UNITAS-Zirkel dabei, sondern übernahm als Nachfolger von Bbr. Dr. Richard Wessendorf auch dessen Vorsitz. Immer wieder sorgt er für intensive Kommunikation und setzt inhaltliche Schwerpunkte im Leben des Zirkels, den er oft bei Verbandsveranstaltungen vertritt. Bereits einige Male ließ er sich dabei gerne bei Messen oder Kneipen sogar an Orgel und Klavier in die Pflicht nehmen. Als verlässlicher Ansprechpartner der UNITAS Ruhrania ist er ein Aktivposten beim Aufbau der Korporation und des UNITAS-Zentrums an der Ruhr. Sie schätzen ihn – wie die ganze Essener UNITAS-Familie - als unitarischen „Anchorman“ und „pater unitatis Assindiae“. Gratulor!

CB




Veröffentlicht am: 16:15:15 17.09.2005
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse