Furchtlos für die Kirche in Osteuropa eingesetzt

Bbr. Prälat Dr. Paul Aufderbeck im Alter von 95 Jahren verstorben


ESSEN, 25. Januar 2010. Im Alter von 95 Jahren hat am Sonntag, 24. Januar 2010, der langjährige Regens des Essener Priesterseminars, Bbr. Prälat Dr. Paul Aufderbeck, sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurückgegeben. Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck feiert das Requiem für den Verstorbenen am Montag, 1. Februar, um 10. Uhr im Essener Dom. Anschließend wird Bbr. Aufderbeck auf dem Kapitelsfriedhof (Kreuzgang Dom) beigesetzt.


Viele verantwortungsvolle Aufgaben

 

Im März 2009 hatte er sein 70-jähriges Priesterjubiläum begehen können. Der „an der unitarischen Quelle“ in Essen-Werden lebende emeritierte Domkapitular und zweifache Ehrendomherr blickte auf viele ereignisreiche Jahrzehnte als Priester zurück, in denen er im Erzbistum Paderborn und insbesondere im Ruhrbistum Essen der Kirche und den ihm anvertrauten Menschen in verantwortungsvollen Aufgaben gedient hat.

Fünf Jahre nach seinem Bruder Hugo, dem späteren Bundesbruder und Bischof von Erfurt (1909-1981), am 27. September 1914 in Hellefeld bei Sundern geboren, wirkte Bbr. Paul Aufderbeck nach seiner Priesterweihe am 26. März 1939 in Paderborn zunächst als Vikar in Gelsenkirchen-Schalke, 1941 als Seelsorger der Wandernden Kirche Stargard (Pommern) und ab 1943 als Vikar in Dortmund-Hombruch und Pfarrvikar in Kirchhörde. 1946 berief ihn der Erzbischof von Paderborn zu seinem Geheimsekretär, 1950 zum Präses des dortigen Erzbischöflichen Knabenseminars.

Bewegtes Leben im Dienst der Kirche 


Der erste Essener Bischof Franz Hengsbach berief ihn bei der Gründung des Bistums 1958 zum Regens des neuen Priesterseminars. Aufderbeck wurde als Priester in das Ruhrbistum inkardiniert und prägte hier für 12 Jahre die Priesterausbildung in verantwortlicher Position. Im November 1958 Prosynodalexaminator, wurde er 1959 zum Wirklichen Geistlichen Rat, 1961 zum Synodelexaminator und 1964 zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt.


1970 vom Amt des Regens entpflichtet, trat er die Professur für Pastoraltheologie am Bischöflichen Priesterseminar St. Ludgerus in Essen-Werden an.
Bischof Hengsbach ernannte ihn 1971 zum residierenden Domkapitular, übertrug ihm 1972 erneut die Aufgabe des Prosynodelexaminators, 1977 die Geistliche Leitung der Ordensseelsorge, 1979 den Vorsitz des Bonifatiuswerkes und die Aufgabe des Diözesandirektor des Bonifatiuswerkes der Kinder im Ruhrbistum. 1980 ging Bbr. Aufderbeck als Rector ecclesiae an die Kirche der „Congregatio Beatae Mariae Virginis“ (BMV), 1983 schied er aus seiner Professur für Pastoraltheologie am Bischöflichen Priesterseminar. 1990 emeritierte er als Domkapitular und diente bis 1996 als Seelsorger und Begleiter von alten und kranken Priestern im Ruhrbistum.


Für die Menschen: Ein Mann der Caritas


Zahlreiche caritative Initiativen gingen von Bbr. Prälat Aufderbeck aus: In der Zeit des Eisernen Vorhangs hatte er als Bischöflicher Beauftragter für die Kontakte zur Kirche in Osteuropa zahlreiche Verbindungen geknüpft. So auch mit dem seinerzeitigen Bischof von Leitmeritz (Litomerice), Mons. Josef Kuckl. Auf zahlreichen Fahrten transportierte er theologische Literatur, aber auch Lebensmittel und Kleidung zum Beispiel ins tschechische Sobotka-Libosovice, wofür jährlich viele Tonnen zusammenkamen. 1992 vom Amt des Diözesanexaminators entpflichtet, gab er 1996 die übernommenen Tätigkeiten für die „Kirche in Osteuropa“ und für „Geistliche in Alter und Krankheit“ auf.

 

Dompropst Vieth: „Klug und furchtlos im Einsatz für die Kirche“


Der Essener Dompropst Otmar Vieth würdigte besonders die Bemühungen des Verstorbenen um die Kirche in Osteuropa. Gerade in der kommunistischen Zeit habe sich dieser klug und furchtlos für die Kirche und die Christen in Osteuropa eingesetzt, erklärte Vieth. Für sein tatkräftiges Engagement und seine Unterstützung erhielt Aufderbeck zahlreiche hohe Auszeichnungen und Ehrungen. So war der Verstorbene unter anderem Ehrendomherr des Metropolitankapitels von Esztergom (Budapest) und seit 1996 auch im Griechisch-katholischen Bistum Prešov (Slowakei), wo er vor allem die Ausbildung von Priesteramtskandidaten unterstützte.


Fast 75 Jahre lang hielt Bbr. Paul Aufderbeck der UNITAS die Treue: Er hatte sich im Sommer 1935 der UNITAS Hathumar in Paderborn angeschlossen, war bei UNITAS Markomannia Tübingen aktiv und gehörte über 50 Jahre dem Essener UV-Zirkel an.
R.I.P.

 

Quellen: Bistum Essen, Foto: Martin Engelbrecht, Unitas Ruhrania 




Veröffentlicht am: 13:32:53 25.01.2010
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