Aktuelles > Neuigkeiten > Papst Benedikt würdigt deutsche Märtyrer der NS-Zeit


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Papst Benedikt stellt Märtyrer heraus:

Leuchtende Wegmarken des Dialogs"
 

VATIKAN, 13.9.2010. Die BILD-Zeitung war die erste, deren News-Ticker die Nachricht um 14:58 Uhr verkündete. Danach würdigte Papst Benedikt XVI. die Freundschaft der drei katholischen und einem protestantischen Geistlichen, die in der NS-Zeit im Hamburg hingerichtet wurden, als „eindrucksvolles Zeugnis der Ökumene, des Gebets und des Leidens“.

Beim Antrittsbesuch des neuen deutschen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Walter Jürgen Schmid, im Vatikan bezeichnete der Papst die vier Märtyrer am Montag im Vatikan als „leuchtende Wegmarken“ des Dialogs. Entsprechende Beziehungen zwischen katholischen und protestantischen Geistlichen seien „in jenen dunklen Tagen nationalsozialistischen Terrors unter Christen verschiedener Konfessionen aufgeblüht“. Bei der Seligsprechung der drei „Lübecker Kapläne" Bbr. Johannes Prassek, Hermann Lange und Bbr. Eduard Müller werde im kommenden Jahr auch des evangelischen Pastors Karl Friedrich Stellbrink gedacht, der gemeinsam mit ihnen 1943 in Hamburg hingerichtet worden war.

 

Kompromisslos für den Glauben

 

„Viele Christen in Deutschland blicken mit aufmerksamer Erwartung auf die bevorstehenden Seligsprechungen verschiedener Märtyrerpriester aus der Zeit des Naziregimes“, erklärte Benedikt gleich zu Beginn seiner Ansprache. „An diesem Sonntag, dem 19. September, wird in Münster Gerhard Hirschfelder seliggesprochen. Im Laufe des nächsten Jahres werden die Feiern für Georg Häfner in Würzburg sowie für Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller in Lübeck folgen. An diesen Märtyrern wird exemplarisch deutlich, wie Menschen aus ihrer christlichen Überzeugung heraus für den Glauben, für das Recht der ungehinderten Religionsausübung und der freien Meinungsäußerung, für Frieden in Freiheit und für die Menschenwürde ihr Leben hinzugeben bereit sind."
 
Heute lebe man glücklicherweise in einer freien und demokratischen Gesellschaft", äußerte Papst benedikt: Zugleich bemerken wir bei vielen Zeitgenossen eine weitaus geringere religiöse Bindung, als es bei diesen Glaubenszeugen der Fall war. Man mag sich fragen, ob es auch heute noch Christen gibt, die mit einer solchen Kompromißlosigkeit für ihren Glauben eintreten. Viele Menschen sind wohl eher geneigt, nachgiebigeren religiösen Auffassungen auch für sich selbst Raum zu geben. An die Stelle des personalen Gottes des Christentums, der sich in der Bibel offenbart, tritt ein geheimnisvolles und unbestimmtes Höchstes Wesen, das nur eine vage Beziehung zum persönlichen Leben des Menschen hat.“

 

Für eine in Gott gegründete Werteordnung

 

Diese Auffassungen prägten zunehmend den gesellschaftlichen Diskurs, die Rechtsprechung und die Gesetzgebung, so der Heilige Vater: „Wenn man aber den Glauben an Gott als Person aufgibt, dann ist die Alternative ein „Gott“, der nicht erkennt, nicht hört und nicht spricht. Und er hat erst recht keinen Willen. Wenn Gott keinen Willen hat, dann ist gut und böse letztlich nicht mehr zu unterscheiden. Gut und Böse stehen nicht mehr im Widerspruch zueinander, sondern sind nur ein Gegensatz, in dem beide Elemente komplementär sind. Den Menschen geht damit die moralische und geistige Kraft verloren, die für eine ganzheitliche personale Entwicklung notwendig ist. Das soziale Handeln wird mehr und mehr von privaten Interessen oder vom Machtkalkül bestimmt zum Schaden für die Gesellschaft. Wenn aber Gott Person ist – und die Schöpfungsordnung wie auch die Präsenz von vielen gläubigen Christen in der Gesellschaft ist ein Indiz dafür –, dann ist damit eine in Gott gegründete Werteordnung legitimiert.“

 

Bleibende Bedeutung des Christentums

 

In jüngster Zeit gebe es Anzeichen, dass sich „neue Beziehungen zwischen Staat und Religion jenseits der bisher bestimmenden großen christlichen Kirchen“ entwickelten. Den gläubigen Christen sei es in dieser Situation aufgetragen, diese Entwicklungen positiv und kritisch zu verfolgen, den Sinn zu schärfen für die fundamentale und bleibende Bedeutung des Christentums in der Grundlegung und Gestaltung unserer Kultur.

Doch sehe die Kirche allerdings mit Sorge die wachsende Verdrängung des christlichen Verständnisses von Ehe und Familie aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein. Auch könne die Kirche den Gesetzesinitiativen, die eine Aufwertung von alternativen Partnerschafts- und Familienmodellen bedeuteten, nicht zustimmen. „Sie tragen zu einer Aufweichung naturrechtlicher Prinzipien und damit zur Relativierung der gesamten Gesetzgebung, aber auch zu einer Verschwommenheit der Wertvorstellungen in der Gesellschaft bei“, so Papst Benedikt. Angesichts der neuen Möglichkeiten von Biotechnologie und Medizin warnte er vor Manipulation des Menschen, Verletzung seiner Integrität und Würde.



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Veröffentlicht am: 19:09:11 13.09.2010
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