Bbr. Franz-Josef Lux im Alter von 81 Jahren verstorben

 

MÜNSTER / ESSEN. Am 14. Juli 2010 verstarb nach langer schwerer Krankheit unser Bundes- und Vereinsbruder Franz-Josef Lux in Münster. Die Unitas verliert mit ihm einen herausragenden Unitarier, der sich besonders um die Ruhrania verdient gemacht hat.

 

Katholische Jugend in Schlesien

Franz-Josef Lux wurde am 11. April 1929 in Frankenberg/Schlesien geboren. Seit 1939 besuchte er das Gymnasium in Glatz und war Fahrschüler, der mit dem Zug von Wartha zum Gymnasium fahren musste. Er hatte mit seinem Schulfreund Elmar Bartsch in dem Wallfahrtsort Wartha eine lebendige katholische Jugendgruppe gegründet. In dieser geheimen Gruppe wurde entgegen den dort herrschenden „Adolf-Hitler-Schülern“ versucht, den katholischen Glauben aktiv zu leben und zu gestalten.
 

Foto rechts: Bbr. Frajo Lux im Alter von fast 79 Jahren - das Bild entstand in noch glücklichen Tagen im Mai 2008 


Nach den Wirren des Krieges verschlug es Franz-Josef Lux nach Münster, wo er im Juni 1949 bei der Unitas Ruhrania aktiv wurde, wenige Monate nach der Wiederbegründung. Helmut Führer erinnert sich in seiner Ruhranengeschichte, dass „Frajo“ Lux, so nannten ihn alle Ruhranen, die erste WS nach der Wiederbegründung gehalten hat, und zwar zum Thema `Todesstrafe - ja oder nein´. Sie beeindruckte damals alle nachhaltig. Zum 1. Januar 1953 wurde er philistriert.

 
Geschäftsführer der Landesversicherungsanstalt


Nach Ablegung des juristischen Staatsexamens im Februar 1956 hatte sich Frajo Lux recht früh dem Sozialrecht verpflichtet gefühlt. Nach Stationen bei verschiedenen Sozialgerichten, zuletzt als Richter, kam er im April 1958 zur damaligen Landesversicherungsanstalt Westfalen als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 
Auf Grund seines umfangreichen Fachwissens wurde ihm bereits im Juli 1969 die Leitung der Rentenabteilung mit über 1.000 Mitarbeitern übertragen. Als Abteilungsleiter vertrat er die damalige Landesversicherungsanstalt Westfalen auf Verbandsebene in den Fachausschüssen Rente und Versicherung. Ebenfalls war er für die Ausbildung der Sozialversicherungsfachangestellten und die Inspektorenanwärter zuständig, deren Qualifizierung ihm stets sehr am Herzen lag. Seine Wahl zum Geschäftsführer der damaligen Landesversicherungsanstalt Westfalen erfolgte im Mai 1981. Hier war er bis zu seiner Pensionierung im April 1991 verantwortlich für die Vermögensabteilung, die Abteilung Krankenversicherung, den Ärztlichen Dienst und die eigenen Kliniken der jetzigen Deutschen Rentenversicherung.


Unitarisch gesinnt und aktiv
 

In den 1960-er Jahren war Frajo Lux regelmäßig bei den Veranstaltungen der Unitas Ruhrania, wo die damals große Aktivitas immer einen väterlichen Bundesbruder erlebte, der ein offenes Ohr für jeden einzelnen hatte und manchen guten Rat gegeben hat. Er war stets um Ausgleich bemüht, analysierte die jeweilige Situation haarscharf und traf stets ein abgewogenes wohlüberlegtes Urteil.

 

Als im Jahre 1981 die Aktivitas der Ruhrania sich auflöste, blieb aber der Altherrenverein der Unitas Ruhrania mit einem neuen Vorstand bestehen, den Frajo Lux durch Rat und Tat unterstützte. Er war regelmäßig bei den Ruhranentreffen in Sprakel dabei und war maßgeblich bei der Wiederbegründung der Aktivitas im Ruhrgebiet im Jahre 1991 beteiligt. Er gehörte zu den Befürwortern - trotz einiger begründeter Bedenken. Seine aus Sachkenntnis und aus Weitsicht geprägte Einschätzung und seine stets noble Haltung profilierten ihn zu einem glaubwürdigen und überzeugenden Ruhranen.

 

Der Erwerb des neuen Unitas-Hauses „Feldschlösschen“ an der Flurstraße in Essen hat er wegen seiner großen Bedenken nicht mit vollem Herzen mittragen können, obwohl er der Aktivitas immer aus Überzeugung eine solche Heimat wünschte. In den letzten Jahren konnte er dann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv an den Veranstaltungen teilnehmen.

Jörg Lahme, Rheine




Veröffentlicht am: 20:21:29 27.09.2010
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