9. November:
UNITAS-Vorortspräsident ruft zur Wachsamkeit auf

 

ESSEN. „Wachsam sein! Die Demokratie verteidigen!“ Dazu ruft UNITAS-Vorortspräsident Sebastian Sasse auf. Angesichts einer geplanten NPD-Mahnwache, die am 9. November, auf dem Germaniaplatz in Essen-Borbeck stattfinden soll, erinnert der Bundesvorsitzende des katholischen Studentenverbandes UNITAS an die Ambivalenz dieses historischen Jahrestages: Der 9. November 1938 war der Tag, an dem das NS-Unrechtsregime mit der Reichspogromnacht endgültig sein menschenverachtendes Gesicht enthüllte. Hier die Erklärung im Wortlaut:

 

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„Der 9. November ist ein symbolisches Datum in der deutschen Geschichte. Er steht mit dem 9. November 1918, der Ausrufung der Republik, für die verpassten Chancen im letzten Jahrhundert. Der 9. November 1923, der Tag des „Hitler-Putsches“, gemahnt daran, wachsam zu sein und unsere Demokratie vor ihren Feinden zu verteidigen. Die sogenannte Reichspogromnacht, der 9. November 1938, war der Tag an dem das NS-Unrechtsregime endgültig sein menschenverachtendes Gesicht enthüllte. Der 9. November 1989 schließlich zeigte, dass es trotz der wechselhaften Geschichte, die sich in den Vorgängerdaten manifestiert, nicht gelungen ist, den Wunsch des deutschen Volkes nach Einigkeit und Recht und Freiheit zu brechen.


Deswegen darf dieses Datum, in dem sich in wie keinem anderen die deutsche Geschichte des letzten Jahrhunderts widerspiegelt, nicht von der NPD besetzt werden. Hier sind alle Bürger gefordert, ihrem Patriotismus Ausdruck zu geben und gemeinsam für unsere Demokratie öffentlich einzutreten. Deutschland ist eine selbstbewusste Nation, die um ihre Geschichte weiß, die aus ihrer Geschichte lebt und die sich nicht von den Feinden ihrer Staatsordnung einschüchtern lässt.


Dies ist uns Unitariern ganz besonders bewusst. Starben doch zwei Mitglieder der Unitas Ruhrania, die beiden Geistlichen Eduard Müller und Johannes Prassek während der NS-Zeit den Märtyrertod. Im nächsten Jahr werden sie seliggesprochen. Sie folgten in schwerer Zeit ihrem christlichen Glauben und wurden zu Opfern des Regimes. Wir sind ihrem Erbe verpflichtet.


Der 9. November ist ein ambivalentes Datum. Er steht für die Schattenseiten, aber mit dem Fall der Berliner Mauer für die Sonnenseiten unserer Geschichte. Sich zur deutschen Geschichte zu bekennen, bedeutet beide Seiten im Blick zu behalten und daraus Kraft für die gemeinsame Gestaltung der Zukunft unseres Vaterlandes zu schöpfen.“

 

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Siehe auch:

9. November: Skandalöse Mahnwachen-Ankündigung der NPD. Mit mehreren Aktionen machen Neo-Nazis mobil.

 




Veröffentlicht am: 21:45:21 01.11.2010
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