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Vor 125 Jahren geboren: Bbr. Joseph Kentenich

Gründer der Schönstatt-Bewegung

 

Heute, am 18. November, jährt sich der 125. Geburtstag von Pater Josef Kentenich SAC, der am Mittwoch, 3. Dezember 1919, als „Auswärtiger Inaktiver“ der UNITAS Rolandia in Münster beitrat. Bis zu seinem Tod 1968 blieb er dem Verband als Mitglied treu. Weltweit gibt es etwa 200 Schönstattzentren, deren Mittelpunkt eine originalgetreue Nachbildung des Urheiligtums in Schönstatt bei Vallendar ist. Durch die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter stehen mehrere Millionen Menschen in über 110 Ländern in allen Kontinenten mit Schönstatt in Verbindung.

 

Der Gründer der Bewegung wurde am 18. November 1885 in Gymnich bei Köln geboren, am folgenden Tag auf den Namen Peter Joseph getauft und verbrachte die ersten Lebensjahre im Haus seiner Großeltern in Gymnich. Ab 1894 lebte er im St.-Vinzenz-Waisen­haus in Oberhausen und offenbarte am Tag seiner hl. Kommunion 1897 seiner Mutter sei­nen Wunsch, Priester zu werden. 1899 trat er bei den Pallottinern in Ehrenbreitstein in das Gymnasium ein, das er bereits nach fünf Jahren mit dem Abschlusszeugnis und der Zulassung zum Studium der Philo­sophie verließ. Am 24. September 1904 wurde er in das Noviziat der Pallottiner aufgenommen, ver­brachte die folgenden sieben Jah­re im Mutterhaus der deutschen Pallottiner in Limburg an der Lahn, beendete im September 1906 das Noviziat mit der ersten Profess und legte zwei Jahre später die ewige Profess ab.

 

Nach der Priesterweihe am 8. Juli 1910 und dem Theologiestu­dium wurde Pater Kentenich 1911 Lehrer der Nachwuchsschule der Pallottiner in Ehrenbreitstein, 1912 Spiritual des Studi­enheims Schönstatt. 1914 wurden die von ihm verfassten Statuten einer Kon­gregation vom Bischöflichen Ordinariat in Trier ap­probiert, die im Juli des Jahres die vor dem „alten Haus" im Tal ge­legene Michaels-Kapelle zum Ge­brauch erhielt. Hier for­mulierte Pater Kentenich wenige Wochen nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges das sog. „Liebesbündnis" zwischen der Gottesmut­ter und dem beginnenden Schön­stattwerk, das erste Niederlassun­gen im Ausland (u.a. in der Schweiz, Chile und Südafrika) gründete.

 

Es konnte nicht ausbleiben, dass Bbr. Kentenich und seine Schön­stattbewegung in das Fadenkreuz der Nazis ge­rieten. 1939 musste das Studienheim Schönstatt auf Weisung der GESTAPO geschlos­sen werden, 1941 wurde Bbr. Kentenich durch die GESTAPO verhaftet, vier Wochen in Dunkelhaft gehalten und am 13. März 1942 in das KZ Dachau eingeliefert. Hier hatte er Kontakt zu Bundesbrüdern aus der Unitas, hielt Vorträge und sogar Exerzitien, bis er am 6. April 1945 das KZ ver­lassen konnte. 

 

Seine ersten Nachkriegsjahre waren geprägt durch häufige Auslandsreisen, das Bemühen um einen weiteren Aus­bau der Schönstattbewegung und deren Anerkennung durch die Kir­che. 1948 erteilte die Religiosenkon­gregation ein „nihil obstat" zur kanonischen Errichtung der Schwe­sterngemeinschaft, doch enthob 1951 ein Apostolischer Visitator Bbr. Kentenich seines Amtes als Geistlicher Direktor der Marien­schwestern. Als neuer Aufenthaltsort wurde ihm die Niederlas­sung der Pallottiner in Milwau­kee/Wisconsin zugewiesen. 1965 erhielt er die Dispens zum Übertritt in den Diözesanklerus des Bistums Münster, wo sein alter Freund und Bbr. Heinrich Tenhum­berg Weihbischof war, der im glei­chen Jahr den Vorsitz des Gene­ralpräsidums des Schönstattwerkes übernahm.


Heimgekehrt nach Schönstatt, Weihnachten 1965, nahm er seine Arbeit für das Schönstattwerk wie­der auf. Nach der Feier der Messe starb Bbr. Kentenich am 15. September 1968 in der Sakristei der Anbetungskirche in Schönstatt. Am 60. Jahrestag der Grün­dung des Schönstattwerkes, am 18. Oktober 1974, genehmigte der HI. Stuhl die Eröffnung des Seligspre­chungsprozesses für Bbr. Ken­tenich, der am 10. Februar 1975 durch den Bischof von Trier feierlich eröffnet wurde.

 

Den entscheidenden Anstoß zum Eintritt Josef Kentenichs in die UNITAS hatte offenbar der am 1. Dezember 1896 in Dortmund-Hörde geborene Schönstätter Alois Zeppenfeld gegeben. Nach seinem Abitur am Staatlichen Gymnasium in Dortmund begann er im Herbst 1919 sein Theologiestudium in Münster und schloss sich bereits am 13. Oktober 1919 der UNITAS Rolandia an. Hier prägte der mit Auszeichnung dekorierte Leutnant d. R. die wissenschaftlichen Themen, übernahm 1920 den Vorsitz der Münsteraner UNITAS-Vereine, wurde im WS 1920/21 zum Senior gewählt und setzte im Sommer 1921 sein Theologiestudium in Paderborn fort. Hier schloss er sich der ebenfalls neustudentisch ausgerichteten UNITAS Angrivaria an, der er als Generaldispensierter bis zum Jahre 1924 angehörte. Alois Zeppenfeld wurde am 10. August 1924 in Paderborn zum Priester geweiht, er starb am 12. September 1954 in Bochum und ist auf dem Propstei-Friedhof in Wattenscheid bestattet. Josef Kentenich blieb nicht der einzige Pallottiner bzw. Schönstätter in der UNITAS: So fanden spätere Spirituale, Direktoren von Studienhäusern des Ordens, etwa in Südafrika oder Vize-Provinzial ihren Weg in die UNITAS.

 


 

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Link zur Schönstatt-Bewegung: www.schoenstatt.de




Veröffentlicht am: 09:45:03 18.11.2010
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