Wappen von Fürstin Franziska Christine am Haupteingang ihrer Residenz, Schloss Borbeck

Pfingsten: UNITAS-Studentinnenverein feierte 1. Stiftungsfest

Namensgeberin ist Essener Fürstäbtissin Franziska Christine
 

ESSEN. Pfingsten spezial: Ein Wettersegen, eine Sturzflut nach der Messe in St.Dionysius, ein verspäteter Beginn und doch ein schöner Abend! Der bei der 134. UNITAS-Generalversammlung am 3. Juni 2011 in Düsseldorf neu in den UNITAS-Verband aufgenommene Wissenschaftliche katholische Studentinnenverein Franziska Christine zu Essen hat am Pfingstsamstag, 11. Juni 2011, seinen ersten Stiftungskommers auf dem UNITAS-Haus an der Flurstraße geschlagen.

 

Die Schleusen des Himmels …

 

„Pfingsten ist das Fest des Geistes der Weisheit - und damit auch der Wissenschaft“, begrüßte Stadtdechant Pfr. Dr. Jürgen Cleve die zum Vereinsfest St. Bonifatius in der Borbecker Pfarrkirche mit ihrem neuen Verein angetretenen Studentinnen. Auch Zelebrant Andreas Przybilski, Kaplan in München, wünschte der Chargenabordnung und ihren Gästen ein frohes Fest. Und pünktlich öffneten sich alle Schleusen des Himmels: Der plötzlich einsetzende Regen ließ ausreichend Zeit für ein Mannschaftsfoto unter der Empore, bis die Festgäste durch den strömendem Regen in den festlich geschmückten Conventsaal an der Flurstraße hasteten.

 
Links: Das Emblem der Franziska Christine" - mit dem wahrscheinlich kompliziertesten Zirkel der Welt aus den kombinierten Buchstaben VFC, FFC und U für Unitas...

Präsidin Tamara Scholz, Prima des im Dezember vergangenen Jahres auf Schloss Borbeck offiziell gegründeten neuen Studentinnenvereins, begrüßte viele Gäste, darunter den hohen Vorortspräsidenten Sebastian Sasse und Kai Breiderhoff von der KdStV Nordmark zu Essen, und stellte die neue Initiative vor. Perfekt zum ersten Stiftungsfest passte der Vortrag der Festrednerin Birthe Marfording: Mit anschaulichen Bildern illustrierte die Mitarbeiterin im Kulturzentrum Schloss Borbeck Herkunft, Amtszeit und Bedeutung der Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1696-1776). Die Namensgeberin des neuen Vereins habe in ihrer 50-jährigen Regierungszeit über das reichsunmittelbare Stift Essen hinaus sichtbare Spuren hinterlassen, so die Expertin. 

 

Fürstliche Namensgeberin Franziska Christine

 

In ihrem lebendigen Vortrag präsentierte sie die aus einer Nebenlinie des Hauses Wittelsbach stammende Franziska Christine als starke Persönlichkeit: Im Stift Thorn erzogen, übernahm sie dort - mit päpstlicher Dispens - schon im Alter von 21 Jahren die Leitung, kurze Zeit später auch im Stift Essen, wo sie auf dem von ihr ausgebauten Schloss Borbeck residierte. Mit ihren Reformen im Bereich des Rechts, der Wirtschaft, Verwaltung und der Bildung sei sie ihrer Zeit weit voraus gewesen, unterstrich Birthe Marfording - insbesondere am Beispiel der bis heute bestehenden Waisenhaus-Stiftung in Steele. Durch ihre persönliche Frömmigkeit und ihr soziales Engagement galt sie als eine allseits verehrte „Landesmutter“, die wenig Aufhebens um ihre eigene Person machte. Dass die Fürstin allerdings auch deutlich ihre Meinung zu sagen wusste, zeigte die Historikerin am Beispiel einer Auseinandersetzung mit dem mächtigen Vetter, dem Kölner Kurfürsten und Erzbischof Clemens August, dem sie einen zu flotten Lebenswandel vorwarf und ihm darum schlicht die Durchreise durch ihr Ländchen Breisig an der Mosel verweigerte. „Ich gratuliere Ihnen auch ganz persönlich zur Wahl ihrer Namenspatronin“, wandte sich Birthe Marfording an den neuen Studentinnenverein. „Franziska Christine ist in vieler Hinsicht ein wirklich beeindruckendes Vorbild.“

 

Schon jetzt: Wachsende Mitgliederzahl

 

Dass die Präsidin im hochoffiziellen Teil gleich zwei Neuaufnahmen vornehmen konnte, macht deutlich, wie sehr das „Projekt“ bereits Kreise zieht: Magistra Bsr. Maria Schulze-Oechtering stellte die Kandidatinnen Karina Lomp und Kristin Koska vor, die nach ihrem feierlichen Versprechen die Mitgliederzahl des neuen katholischen Studentinnenvereins auf mittlerweile elf anwachsen ließen. Vorortspräsident Sebastian Sasse, der im Namen des Vorstands und für die UNITAS Ruhrania dazu gratulierte, betonte die pfingstliche Begeisterung für die Prinzipien, für die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände charakterisierte Christoph Weyer die Unitas als „Gemeinschaft des gemeinsamen Handelns“, der Altherrenvereinsvorsitzende Michael Schneider zeigte sich glücklich über den Mut der jüngsten Korporation des Verbandes und sicherte die Unterstützung der Ruhranen zu.

 

AHZ-X StD Martin Gewiese, der mit dem ersten Ehrensenior der Ruhrania Wilm Böcker den Essener UV-Zirkel vertrat, freute sich über den guten Kontakt der neuen Studentinnenkorporation zum Zirkel und lud bereits zum nächsten großen Fest, dem 100-Jährigen der Ruhrania Ende Juli auf Schloss Borbeck ein. Ehrensenior Dr. Christof Beckmann griff das auf der Generalversammlung im Mittelpunkt stehende Wort der „Weggemeinschaft“ auf und wünschte einen gutes Mit- und Füreinander der örtlichen Korporationen. Vorortsschriftführer Philipp Böcker machte es kurz und dankte für die ihm zu Ehren geschmetterte Geburtstagshymne.

 

„… Gold, weiß, blau sind unsre` Farben; Freundschaftsbund und Wissenschaft, treuer Glaube, christlich Leben sind Franziska Christines Kraft!“ – mit der wohltönende verklungenen neuen Farbenstrophe schlug Bsr. Tamara Scholz den Kommers unter den Tisch und gleich drei kräftige Mitternachtssuppen stärkten für den Rest der langen Nacht – insgesamt eine achtbare und sehr gelungene Premiere. GRATULOR!

 


 

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LINK:             http://www.franziska-christine.de.vu/

BILD UNTEN: Zur Erinnerung an das 1. Stiftungsfest überreichten die Bundesbrüder von der UNITAS Ruhrania dem neuen Studentinnenverein in Essen einen Bilderrahmen, der im UNITAS-Haus einen schönen Platz finden soll.







Veröffentlicht am: 12:09:03 12.06.2011
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