Kammermusik: Festkonzert voll Leidenschaft

 

ESSEN. „Es geht ja schließlich um Leidenschaft!“ …. „Das hätten Sie nicht treffender und schöner auf den Punkt bringen können!“ Ein Dialog, der ebenfalls auf den Punkt brachte, was rund 40 Enthusiasten am Sonntagabend, 10. Juli, im Unitas-Haus geboten wurde. Mit großem Applaus und einer Zugabe endete das hochanspruchsvolle Kammerkonzert im Conventsaal – ein veritabler Genuss zu besonderem Anlass.

 

Was das Zwiegespräch zwischen Bsr. Tamara Scholz und Violinist Ralf Wieprich im Anschluss zusammenfasste, hatte der Essener Zirkel-Vorsitzende Martin Gewiese in seiner Begrüßung noch anders formuliert: „Es wird anstrengend!“, warnte er. Freilich meinte er die klimatischen Bedingungen im ansehnlich gefüllten Saal. Denn es galt, störende Geräusche von der Straße dort zu halten, wo sie hingehörten. Geschickt platzierte Pausen gaben jedoch frischer Luft ausreichende Chance – ohne jedoch das zu verwehen, was die Solisten boten: Nicht „nur“ Kammermusik in der mit Stuhlreihen hergerichteten Dachkammer des Unitas-Zentrums, sondern ein echtes Festkonzert. Der Anlass: 100 Jahre Unitas Ruhrania, Vorort im Verband und Aufnahme des Katholischen Studentinnenvereins Franziska Christine in den UV, wie der Essener AHZ-Vorsitzende erläuterte.

 

Das Ergebnis langer Arbeit

 

Mit frischen, jugendlich-verspielt anmutenden Tönen begeisterte die Sonate in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart - einem beschwingten Auftakt, dem zuvor nie oder höchst selten Gehörtes folgte: Mit der Sonate fis-Moll der französischen Komponistin Mel Bonis entführten die Musiker mit starken Kontrasten zwischen Melancholie, Schmerz und Lust in andere Zeiten und ferne Welten, mit einiger Phantasie in Straßenszenen und Bilder der vorletzten Jahrhundertwende. Nach den volltönenden Wellengängen im Dialog von Piano und Violine setzte Beethovens Sonate G-Dur op. 96 den Schlussakkord. Dramatisch begegnet der choralartige Beginn einer widerstrebenden Melodieführung und mündet über eine hochkomplizierten Polyphonie in einen rasanten Schlussspurt. Und es war nicht nur Leidenschaft, die das insgesamt hochdialogische Programm der Instrumente und Musiker bestimmte: Über Monate hatten sich die Künstler vorbereitet, wie zu hören und zu spüren war - eine harte Arbeit des hochengagierten Ralf Wieprich und der ausgezeichnet aufspielenden Brigitte Gewiese, die im Ergebnis mehr als begeistern konnte.

 

Ein Höhepunkt in der Geschichte des Hauses

 

Fast 150 Jahre Musikgeschichte, ein vorbereiteter Sektempfang und  schöne Gespräche – geronnen zu einem wertvollen Augenblick in der Geschichte des Hauses und seiner Bewohner: Ausgezeichnet aufgelegte Musiker sorgten für einen wahren Höhepunkt und ein dankbares Publikum forderte gleich dreimal die endlich gerne gegebene Zugabe. Wie befreit erklang das Schlussstück von Jules Massenet aus der 1894 uraufgeführten Oper Thaïs. Vielen Dank allen Organisatoren und Verantwortlichen für diese gemeinsamen Stunden!



s.a.:

08.07.2011   10. Juli bei der UNITAS: Sonntagskonzert mit Kammermusik




Veröffentlicht am: 01:32:03 11.07.2011
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