Borkener Landwirtschaft verliert prägende Persönlichkeit
Bbr. Diplom-Volkswirt Heinrich Brinker ✝
BORKEN. Im Alter von 83 Jahren verstarb im Kreise seiner großen Familie der langjährige Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken, Bbr. Heinrich Brinker.
Rezipiert bei UNITAS Winfridia in Münster und Alter Herr der Unitas Eckardia Freiburg, engagierte er sich Zeit seines Lebens für den wissenschaftlich-katholischen Studentenverband UNITAS. Lange Jahre war er als Borkener Zirkelvorsitzender aktiv und freute sich zuletzt über zwei besondere Ereignisse: Zum einen, dass sein Borkener AHZ-Bundesbruder Propst Theising zum Weihbischof im Bistum Münster ernannt wurde und zum anderen, dass seine in Heidelberg aktive Enkelin Camilla Brinker die UNITAS 2013/2014 als Vorortspräsidentin repräsentieren wird.
Über drei Jahrzehnte war der Bauernsohn aus dem Emsland für den Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband im Münsterland tätig. In diese Zeit fiel ein Strukturwandel des ländlichen Raums, der das Gesicht der Landschaft, das bäuerliche Leben und die Agrarproduktion grundlegend verändert hat. Dabei konnte im Borkener Raum der Umstellungsprozess so gestaltet werden, dass viele Familienbetriebe erhalten und zahlreichen Bauern über Nebenerwerb und neue Berufe Zukunftsperspektiven eröffnet werden konnten. Der Ausgleich zwischen den Generationen, in der Landwirtschaft durch die Hofübergabe ein wichtiges Thema, war Heinrich Brinker dabei ein besonderes Anliegen. Mit Einfühlungsvermögen in die persönlichen Verhältnisse der Bauernfamilien konnten vielfach harmonische Übergänge im Generationenverbund zwischen Alt und Jung hergestellt werden.
Agrarpolitisch war Bbr. Heinrich Brinker an den großen, meinungsbildenden Kundgebungen und Initiativen aus dem Borkener ländlichen Raum beteiligt, die die Brüsseler Entscheidungen beeinflusst haben. So konnten die negativen Folgen eines Marktgeschehens abgemildert werden, das sich immer stärker an einer industriellen Agrarproduktion ausrichtete. Seit einigen Jahren ist dieser Trend in Teilen wieder rückläufig, wenngleich Bbr. Brinker sich bis zuletzt für eine verantwortungsbewusste, konventionelle Qualitäts-Landwirtschaft ausgesprochen hat. Eine ideologische Öko-Nischenlandwirtschaft für wenige Privilegierte widersprach seiner Vorstellung von bezahlbaren, hochwertigen Agrarprodukten für alle. In rechtlicher Beratung konnte Heinrich Brinker für bäuerliche Mandanten mehrere Musterprozesse erfolgreich abschließen, die anschließend in der einschlägigen Literatur publiziert wurden.
Die UNITAS in Borken und die Ruhr-UNITAS geben ihm am Donnerstag das letzte Geleit. Seiner Familie und unseren Bundesbrüdern und Bundesschwestern fühlen wir uns in der Trauer und in der Hoffnung auf die Auferstehung zugleich sehr verbunden.
HCB / CB