Freudige Gesichter beim Treffen in Essen - die Bundesbrüder mit Pater Otto: (v.l.) Lawrence Alabdoun, C. Beckmann, Pater Otto Nosbisch, KH Rößler, Wassim Hajji


Don Bosco und Unitas gemeinsam!

Neues Netzwerk für christliche Studenten aus Nahost

 

ESSEN. Die Salesianer Don Boscos (SDB) und Vertreter des Verbands der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas (UV) haben am Donnerstag, 16. Februar, in Essen Möglichkeiten einer festen Kooperation zur Unterstützung von christlichen Studenten aus Ländern des Nahen Ostens erörtert. Angestrebt wird nun eine feste Zusammenarbeit – das ist das Ergebnis des Treffens einer Projektgruppe des Unitas-Verbands mit P. Otto Nosbisch SDB, dem Direktor des St. Johannesstift der Salesianer Don Boscos in Essen-Borbeck. Vorbehaltlich der Zustimmung des UV-Verbandsvorstands am 18. Februar, des Ordensrates der Deutschen Provinz SDB und des Beschlusses der 140. Generalversammlung vom 25.-28.Mai in Bonn kann damit das von der Unitas im vergangenen Jahr initiierte aktuelle Soziale Verbandsprojekt auf feste Füße gestellt werden.

 

Finanzieller Grundstock ist gelegt

 

Zum Weihnachtsfest hatte ein von Vorort Unitas Sugambria Osnabrück und UV-Vorstand über die Verbandszeitschrift gestarteter Aufruf rund 35.000 Euro zusammengebracht. Mit dem Zufluss weiterer Mittel wird voraussichtlich ein erster finanzieller Grundstock von mehr als 40.000 Euro zur Verfügung stehen. Sie sind zur Unterstützung angehender oder fortgeschrittener Studenten bestimmt, die aus den Ländern des Nahen Ostens stammen und mit unterschiedlichen Aufenthaltstiteln in Deutschland ihr Studium beginnen, fortsetzen und beenden wollen. Viele von ihnen stehen buchstäblich vor den Trümmern ihrer bisherigen Lebensplanung und müssen sich auf ein für sie in mancher Hinsicht kompliziertes neues Lebensumfeld einstellen.

 

Hier soll der Fonds nun bundesweit durch Beihilfen (Mieten, Studienmaterial, Gebühren etc.) in direkten Notlagen helfen können, die persönliche Lebenssituation verbessern und nachhaltig das erfolgreiche Studium fördern. Um die praktische Umsetzung der Aktion können und wollen sich der Unitas-Verband und die Salesianer Don Boscos nun gemeinsam kümmern, so die Verabredung des Essener Treffens. Beide sehen sich nach dem gemeinsamen Erfahrungsaustausch als ideale Partner für das Projekt.


 

Ideale Kooperationspartner

 

Pater Otto Nosbisch, der dem Deutschen Provinzrat angehört, stellte bei dem Treffen die vielfältigen Aktivitäten rund um das von den Salesianern betriebene Essener Don Bosco-Gymnasium vor und unterstrich das besondere soziale Profil der Niederlassung am Beispiel des Don Bosco-Clubs und des angeschlossenen Sportvereins DJK-Eintracht Borbeck. Sie ist im Stadtteil mit zahlreichen Projekten präsent und durch Elternschaft, Schulgemeinde und fördernde Einrichtungen bestens vernetzt. Die an vielen Orten in Deutschland besonders in der Jugendpastoral tätige Ordensgemeinschaft koordiniert die Unterstützung ihrer weltweiten Engagements über die Bonner Don Bosco-Mission / Don Bosco Mondo. Im Rahmen eines früheren Sozialen Projekts des Unitas-Verbandes war mit ihr und dem damaligen Projektpartner, dem Bischöflichen Hilfswerk  Adveniat, bereits der Bau eines Jugendzentrums in Caracas/Venezuela ermöglicht worden.

 

Auch für das aktuelle Verbandsprojekt lägen die Vorteile einer erneuten Kooperation deutlich auf der Hand, erklärte Bbr. Klaus-Hermann Rössler (Unitas Stolzenfels Bonn, Unitas Freiburg, Unitas Ostfalia Erfurt). Er gehört dem Aktionskreis aus Mitgliedern mehrerer Unitas-Vereine an, der sich im Herbst 2016 für die Vorbereitung des Sozialen Verbandsprojekts unter dem Arbeitstitel „Unitas International“ zusammengeschlossen hatten: „Wenn wir insbesondere christlichen Studenten aus den Ländern des Nahen Ostens auf ihrem Weg begleiten und ihnen eine Heimat geben wollen, dann tun wir dies, weil es in unseren Aktivitates seit jeher für alle gilt, die zu uns kommen“, betonte Bbr. Rössler. „Sie sollen bei uns spüren, dass die unitarischen Prinzipien, auf die unsere Lebensgemeinschaft aufgebaut ist, lebendig sind und sehr konkret werden“, so der Alt-VOP, und verwies auf die unitarischen Studentenheime, die aktiven studentischen Gemeinschaften vor Ort und auf den generationenübergreifenden unitarischen Lebensbund.

 

Praktische Begleitung ist gefragt

 

„Ziel ist der Aufbau eines umfassenden Netzwerks“, unterstrich Bbr. Christof Beckmann (Unitas Winfrida Münster), Ehrensenior und HBV-Vorsitzender der Unitas Ruhrania, bei dem Treffen. Dafür böten die Zusammenarbeit von Unitas, Salesianern Don Boscos und die vielfältigen Kontakte der aus Syrien stammenden Studenten selbst eine ausgezeichnete Plattform. Wichtig, so die Bundesbrüder Wassim Hajji und Lawrence Alabdoun von Unitas Ruhrania Essen, sei neben der möglichen finanziellen Unterstützung vor allem aber die ganz praktische Hilfe bei der Suche nach Praktika, die den Einstieg in das Berufs- und Arbeitsleben vorbereiten. Auch Hinweise auf Jobs, Unterkunft und Kontakte seien dabei hilfreich. Dass die Zusammenarbeit unter den Bundesbrüdern aus Syrien selbst bereits funktioniert, zeigen die Kontakt nach Erfurt. Dort hatte die Unitas Ostfalia in kurzer Zeit im vergangenen Herbst große Unterstützung für einen syrischen Bundesbruder zusammentrommeln können. Für anstehende Sprachprüfungen fand er jetzt sofort Unterkunft bei den Bundesbrüdern in Essen und will voraussichtlich hier auch sein Studium aufnehmen.


Pater Otto, der Macher: Weitere neue Zimmer für syrische Studenten stehen im St. Johannesstift vor dem Ausbau

 

Gemeinsame Erfahrungen machen Mut

 

Den Bundesbrüdern in der Revierstadt selbst machen die bereits gemachten ersten gemeinsamen Erfahrungen mit Don Bosco Mut: Als im April 2015 erste Studenten aus dem kriegsgeschüttelten Syrien auf das Essener Unitas-Haus „Feldschlößchen“ kamen, waren direkte Kontakte nach Damaskus entstanden. Bald aber häuften sich die von dort kommenden Anfragen und das unitarische Zimmerangebot für die eintreffenden Studenten und Studentinnen reichte nicht mehr. Doch die ortsansässigen Salesianer sprangen ein und stellten mit dem ehemaligen Wohnhaus der Patres an der Theodor-Hartz-Straße in Essen-Borbeck spontan Wohnraum für weitere acht Studenten zur Verfügung. Während sich die ersten Studenten der Unitas Ruhrania als Bundesbrüder anschlossen, stellte die Ordenskommunität in ihrem Haus eine Küche und ein Wohnzimmer her, sorgte für ein Zuhause und eine spirituelle Heimat.

 

Netzwerk bildet sich

 

Die begonnene Kooperation zog inzwischen auch öffentliche Kreise: Eine in der Presse begleitete gemeinsame Veranstaltung zur Lage im Nahen Osten vernetzte Unitas Ruhrania, örtliche Kolpingfamilie und die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen, eine Wissenschaftliche Sitzung im Essener Unitas-Haus mit dem Deutschen Verein vom Heiligen Land (DVHL) und dem Vorstand der Caritas-Flüchtlingshilfe nahm insbesondere die Lage der Christen in den Blick.

 

Auch die Essener Salesianer Don Boscos nutzten ihre Kontakte: Die syrische Ordensprovinz ermöglichte weiteren Studenten die Reise nach Deutschland, der örtliche Salesianische Freundeskreis sorgte für gemeinsame Aktivitäten und Exkursionen, Kolping unterstützte das Wohnprojekt der Salesianer mit Spenden. Ein erst vor kurzem organisiertes Ereignis schafft bereits eine weitere gute Perspektive für die Zukunft: Am 5. Februar war das Johannesstift der Salesianer Don Boscos in Essen Gastgeber eines großen deutschlandweiten Treffens von ehemaligen syrischen Salesianerschülern und Mitarbeiter des Ordens. Bei dem Tag mit Don Simon Zakerian, dem Beauftragten für Jugendpastoral der Ordensprovinz „Naher Osten“, wurden jetzt regelmäßige Treffen im St. Johannesstift verabredet, die alle drei Monate stattfinden sollen. Dass sich der Einsatz der Salesianer weiter verstetigt, zeigten nicht zuletzt ganz frisch begonnene Baumaßnahmen, die von der Unitas-Delegation bei dem Treffen am 16.Februar in Augenschein genommen werden konnten: Durch den Umbau ehemaliger Büroräume werden derzeit drei weitere Zimmer für syrische Studenten hergerichtet, auch die Gemeinschafträume werden renoviert.


Freuten sich über den Netzwerker-Start (v.l.): Heba, die auf dem Erfurter Unitas-Haus wohnt und gerne bald einem Unitas-Studentinnenverein beitreten will, Dani von Unitas Ostfalia, Mathematikstudent Wassim und Architekturstudent Lawrence von Unitas Ruhrania, Alt-VOP Klaus-Hermann Rößler

 

Alle können sich beteiligen

 

Die für das Soziale Projekt unter dem Namen „Unitas international“ zusammenwirkende Initiative hofft nun im Blick auf die offizielle Kooperation der Unitas mit den Salesianern Don Boscos auf ein positives „Go!“ des am Samstag, 18. Februar, in Bonn tagenden Verbandsvorstandes. Er wird den Antrag für das Projekt in die 140. Generalversammlung einbringen wird. Berichterstatter sind der Geistliche Verbandsbeirat Pfr. Stefan Wingen und der Unitas-Schriftleiter Dr. Christof Beckmann.

 

Die Aktionsgruppe aus Bundesbrüdern von Unitas Ruhrania, Unitas Rheinfranken, Unitas-Salia, Unitas Freiburg, Unitas Winfridia Münster, Unitas Frankonia Eichstätt und Unitas Ostfalia Erfurt freut sich bereits jetzt auf eine einmütige Entscheidung der GV 2017 und damit auf die Mitarbeit aller Bundesschwestern und Bundesbrüder, die sich der allen offenstehenden Initiative anschließen können. Sie sind wie alle Unitas-Vereine und Zirkel bundesweit herzlich eingeladen, auch praktisch das aktuelle Verbandsprojekt nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen und sich am gemeinsamen Netzwerken aktiv zu beteiligen. Kontakt: international@unitas.org.

 

Spendenkonto Soziales Projekt: Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS e.V., Soziales Projekt, PAX Bank Köln: BIC: GENODED1PAX, IBAN: DE15 370601930028796048

Mehr Bilder von dem Treffen auf: https://www.facebook.com/UnitasRuhrania/






Veröffentlicht am: 17:43:39 17.02.2017
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