Große Welt der kleinen Krippen

 

ESSEN. Darauf waren wir nicht ganz gefasst: Über 200 Bilder entführten am Donnerstagabend in eine besondere Welt. Aus der Guckkasten-Perspektive warfen die Besucher der Wissenschaftlichen Sitzung „Krippen – Eingefrorenes Theater“ am 14. Dezember auch einen Blick auf den laufenden Advent.

 

 

Referent Bernd Alshut, nach über 40 Jahren Priester nach Stationen in Stoppenberg, Bottrop, Wetter-Wengern und St. Elisabeth Frohnhausen nun Pfarrer in besonderen Diensten, war seine Begeisterung für die Sache deutlich anzumerken. Auch der heute von vielen Seiten angefragte Experte sei erst durch einen Freund in Kontakt mit der Welt der Krippen in Kontakt gekommen, bekannte er. Doch er fand schnell selbst Gefallen daran, der Sache tiefer auf den Grund zu gehen: Er besuchte mehrere Krippenseminare in Österreich, schloss mit einem förmlichen Diplom als Krippenbaumeister ab und macht seitdem viele Menschen mit einer umfassenden Materie vertraut. „Krippen sind nicht allein das, was wir darunter meist verstehen. Es geht um alle Szenen im Kleinformat, die mit der Heilsgeschichte in Zusammenhang stehen“, erläuterte Alshut.

 

Dies zeigte er an vielen Beispielen, die er aus Zehntausenden von Bildern zusammengesucht hatte. Er nahm mit auf eine Reise: Vom Stern in der Geburtsgrotte in Bethlehem über frühe Fresken und Reliefs bis zur lebendigen Krippe des Hl. Franziskus, die er 1223 zur Veranschaulichung einer Predigt in Grecchio nachstellte. Ein Datum, das Geschichte machte und seine Auswirkungen hatte: „Keine Frage – die Italiener sind die Krippenweltmeister“, so der Bernd Alshut, der viele regionale Ausformungen und Stile aus mehreren Jahrhunderten vorstellte. Ob alpenländische Krippen, lateinamerikanische, westfälische Wachskrippen oder Milieukrippen aus dem Rheinland – alle machten handgreiflich mit der Weihnachtsbotschaft vertraut. Und um sie Kindern deutlich zu machen, sei für ihn die auch Playmobil-Variante durchaus nicht die schlechteste Möglichkeit, betonte er.

 

 

Selbst wenn lange Zeit die Formel „Krippe=katholisch, Christbaum=/evangelisch“ gegolten habe – Alshut sieht längst eine große ökumenische Annäherung. Konfessionelle Unterschiede gebe es kaum noch und wer sich mit Krippen beschäftige, sei immer nah an grundsätzlichen Glaubensfragen. „Oft ging es in den vielen Krippen-Seminaren eben nicht nur um eine detailgetreue Umsetzung biblischer Landschaften – vielmehr ging es schnell um sehr ernsthafte Glaubensgespräche“, erklärte er im Conventsaal des Unitas-Hauses an der Flurstraße. Insofern: Eine Veranstaltung, die in bestens in die Semesterplanung für die Adventszeit passte.

 

Terminhinweise für den Rest des Jahres: Mit dem zweiten Convent am 20. Dezember und der traditionellen Film-Feuerzangenbowle zwei Tage vor Heiligabend, am 22. Dezember, geht das Jahr dem Ende zu.





 




Veröffentlicht am: 14:56:55 15.12.2017
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