Gerechtigkeit für den Papst
 

Erklärung des Kartellverbands katholischer deutscher Studentenvereine KV

 

Unser Kartellbruder Papst Benedikt XVI. ist weder ein Antisemit, noch sympathisiert er mit antisemitischen Vorstellungen. Er hat bereits am 28. Januar eindeutig erklärt, dass die abstoßenden Aussagen des Traditionalistenführers Williamson weder seine Haltung noch die der katholischen Kirche sind, und seine volle Solidarität mit den Juden bekräftigt; hinzu kommt inzwischen die klare Forderung an Herrn Williamson, sich eindeutig von seinen Erklärungen zu distanzieren, die der Papst zum Zeitpunkt der Aufhebung der Exkommunikation nicht gekannt habe. Wer die Glaubwürdigkeit dieser Erklärungen anzweifelt, dem geht es, unabhängig von Religion, Verbands- und Parteizugehörigkeit, nicht mehr um gerechte Kritik.

 

Gerechte Kritik an Papst und Vatikan muss sich an die Fakten halten. Alles andere ist antikatholische Hetze. Wir räumen dabei ein, dass die Vorgänge um die Aufhebung der Exkommunikation von vier führenden Mitgliedern der Priesterbruderschaft St. Pius X. auch gerechter Kritik hinreichend Ansatzpunkte liefern. Das Entsetzen der meisten Katholiken über die Gleichzeitigkeit der Exkommunikationsaufhebung und des Bekanntwerdens der Holocaustleugnung wird kaum geringer gewesen sein als das Entsetzen der meisten Juden: Anders als die Piusbruderschaft stehen nämlich Papst und Kirche auf dem Boden der Konzilserklärung Nostra Aetate, die sich zur Aussöhnung mit den Juden bekennt.

 

Papst Benedikt XVI. hat in seiner akademischen und kirchlichen Laufbahn keinen Anlass gegeben, ihn des Antisemitismus zu verdächtigen. Im Gegenteil: Schon allein sein Besuch einer Synagoge in Köln und sein Besuch in Auschwitz belegen, auf wessen Seite der Papst steht. Es ist uns unbegreiflich, wie angesehene Journalisten, Verbandsfunktionäre und Politiker, ja sogar Theologen, diese Tatsachen bei ihrer Urteilsbildung außer Acht lassen konnten.

 

Wir bekennen uns zum friedlichen Dialog mit allen Menschen guten Willens. Wir beten dafür, dass der Heilige Vater möglichst bald frei von ungerechten Verdächtigungen seinen Dienst in der Nachfolge Christi fortsetzen kann. Wir beten dafür, dass alle Menschen, die katholisch sein möchten, möglichst bald zum gemeinsamen Glauben auf der Grundlage des II. Vatikanischen Konzils finden.

 

Würzburg, den 6. Februar 2009


Der KV-Rat

Karl Kautzsch

Harald Stollmeier

Michael Kotulla

Lucas Herrmann

Matthias Bruns



 
 

Infos: Der Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) ist ein Zusammenschluss von etwa 15.000 Studenten und Akademikern an zahlreichen deutschen Hochschulen. Zu seinen Mitgliedern zählt er u. a. den Widerstandskämpfer Josef Wirmer, den im KZ Dachau ermordeten Priester Christoph Hackethal, den Bundeskanzler Konrad Adenauer, den Verfassungsrichter Paul Kirchhof und Papst Benedikt XVI.. Er gehört dem KStV Liechtenstein Hohenheim (inzwischen: zu Erfurt) im KV an; später wurde er Ehrenmitglied des KStV Isaria zu Freising (KV) und des KStV Alemannia zu München (KV). Ebenso ist er seit 1978 Ehrenmitglied der CV-Verbindung Rupertia Regensburg, ferner bei der KdStV Alcimonia Eichstätt und der AV Capitolina Rom im CV.

Mehr: www.kartellverband.de

 

 




Veröffentlicht am: 14:30:30 06.02.2009
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