Aktuelles > Neuigkeiten > Demonstrationen in Dresden und Köln


 

Man sollte ihnen nicht mehr Ehre antun als notwendig. Aber es wird eine denkwürdiger Auftakt für das Superwahljahr geprobt: Für Freitag, 14. Februar, haben sich allenthalben mobilisierte alte und junge „Kameraden“ zum Demonstrieren in Sachsen angesagt - zum europaweit größten Neonaziaufmarsch dieser Art. Anlass: Sie wollen der Opfer des alliierten Bombenangriffs am 13. Februar 1945 in Dresden gedenken – ein Vorwand, wie auch bei Demonstrationen in anderen Städten.

 

Gegenprotest und religiöse Feiern in Dresden

Zum Gegenprotest hat ein Aktionsbündnis „Geh denken“ aus Parteien, Gewerkschaften und kirchlichen Gruppen aufgerufen: Bereits am Nachmittag zuvor, am Freitag, 13. Februar, wird zu einer Gedenkveranstaltung der Evangelischen Kirche und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. eingeladen. Um 18 Uhr beginnt eine Abendandacht in der Frauenkirche, eine anschließende Versammlung vor der Kirche steht unter dem Motto „wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“ und in der Katholischen Hofkirche beginnt um 20.30 Uhr ein Ökumenischer Gottesdienst. Nicht nur von der Kathedrale, sondern von allen Dresdner Kirchen, werden danach von 21.45-22 Uhr die Glocken läuten. Der Tag schließt um 22 Uhr mit einer „Nacht der Stille“ in der Frauenkirche. Auch der Demonstrationstag am Samstag selbst steht unter dem Zeichen gottesdienstlicher Feiern: Um 10 Uhr ist Schabbatfeier in der Synagoge, um 10.30 Uhr beginnen Friedensgebete in der Frauenkirche (Unterkirche), Kreuzkirche und Kathedrale, bevor um 11.45 Uhr die Dresdener zum gemeinsamen Gang vom Neumarkt durch die Stadt zum Gedenktag auf dem Altmarkt aufbrechen. Währenddessen haben linke „Antifa“-Gruppen die Parole „Keine Versöhnung mit Deutschland!“ ausgegeben und fordern die Abschaffung einer „von Geschichtsrevisionismus und Tatsachenverschleierung“ geprägten Gedenkkultur.

Rote Karte gegen Rassismus in Köln

Zeitgleich steht aber auch die Stadt Köln im Mittelpunkt weiterer Auseinandersetzungen: Hier haben sich viele Initiativen gegen eine weitere von der Partei „Pro-Köln“ am 14. Februar veranstaltete „Samstagdemo gegen die Kölner Großmoschee“ ausgesprochen. Die Aktivisten der Partei titelten in ihren Mitteilungen „CDU, FDP und Priester Hand in Hand mit Linksextremisten“. In dem u.a. von den Pfarrern Siegfried Kuttner (ev.) und Heiner Schwirten unterzeichneten Aufruf des „Ehrenfelder Bündnisses gegen Rechtsextremismus“ heißt es zu „Pro NRW“: „ Die Organisation gibt vor, für die Menschenrechte zu sein. Aber in Wahrheit geht es ihr darum, die Ehrenfelder Bürgerinnen und Bürger verschiedener Herkunft gegeneinander aufzuhetzen. Mit rassistischen Parolen soll das friedliche Miteinander gestört werden. Das Schüren von Ängsten ist nicht die Vertretung eines Bürgerwillens, sondern dient ausschließlich der Wahlkampfpropaganda. Wir sind nicht bereit, das hinzunehmen. Wir sagen NEIN zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Wir sagen NEIN zur Diskriminierung von Mitbürgern. … Daher rufen wir Sie auf: Zeigen Sie dem Rassismus die Rote Karte.“




Veröffentlicht am: 16:51:56 11.02.2009
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