Aktuelles > Neuigkeiten > Martin Schwarz meldet sich aus China

„Es hat ganz schön heftig hier gewackelt“ …

CHINA / BORBECK. Es gehe ihm gut, berichtet Martin Schwarz nach dem Erdbeben in China in einer Mail vom 13. Mai. Der ehemaliger Messdienerleiter aus St. Dionysius in Borbeck, stark beim Weltjugendtag 2005 engagiert und auch als Student der Ostasienkunde an der Universität Duisburg-Essen oft auf dem UNITAS-Haus zu Gast, hatte dort seine Frau Ni Hao kennengelernt und war nach der Hochzeit Mitte März 2008 in den Fernen Osten gegangen. (Bild rechts: Martin Schwarz zwischen den Bundesbrüdern Rüdiger Duckheim und Daniel Muschellik)

Das über viele Tausende Kilometer spürbare Beben in der Region SiChuan hatte selbst im 1500 Kilometer entfernten Peking und in Schanghai Hochhäuser zum Schwanken gebracht - noch im mehrere tausend Kilometer entfernten Bangkok waren die Erschütterungen zu spüren. Auch in der Region Zheng Zhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan südlich des Gelben Flusses, überraschten sie Martin Schwarz im Schlaf, so seine schnell hingeworfenen Zeilen: „Also es hat ganz schön heftig hier gewackelt. … ein entsetzter Aufschrei meiner Schwiegermutter und meiner Frau … Hastige Worte wurden auf Chinesisch von meiner Schwiegermutter und meiner Frau gewechselt, die ich nicht verstand, das Telefon klingelte und mein Schwiegerpa, sagt laut durchs Telefon „Raus aus dem Gebäude!!!!" … Kurz was angezogen und meine Tasche gegriffen, …. und dann schnell runter. Im Treppenhaus hörte es kurze Zeit mal auf und fing wieder an, aber je näher wir dem Boden kamen, um so weniger wackelte es. Das Ganze dauerte höchstens eine Minute und vom 5. Stock Runterhasten ist auch kein Problem gewesen. Dann haben wir gewartet und gewartet, …. Dann hieß es, dass es in ganz Zheng Zhou ein Erdbeben gegeben hatte, dann kamen im Internet Berichte aus Shanghai, ja sogar Peking. Von der Katastrophe in SiChuan habe ich erst heute erfahren denn, im TV gab es keine Berichte, die ich eindeutig verstand. Ich wollte nur mal eben sagen, dass es mir gut geht …“ - gut zu hören!

Als "Laowai" in der Sommerhitze

Bereits am 2. Mai hatte sich Martin, Kommilitone von Bbr. Roderich Oberstehöhfeld (mit Martin rechts im Bild), mit einem kurzen Bericht an die Freunde in der Heimat gewandt. Zwei Wochen zuvor war er zu seinen Schwiegereltern gezogen. Gab es im April bereits den einen oder anderen 28 Grad warmen Tag, stets gefolgt von kalten oder regnerischem Wetter, habe Ende des Monats der Sommer „eingeschlagen“, heißt es in seiner Mail: „Und das meine ich so, wie ich es schreibe. … ohne Vorwarnung ist es 34 Grad und heißer. Heute klettern wir sogar auf 36 Grad. Mir macht es Sorgen, dass wir erst Mai haben und der Hochsommer noch vor der Tür steht, aber ich denke, ich werde es mit viel Sonnenmilch und einer dunklen Sonnenbrille überleben.“ Interessant sind auch seine Beschreibung von Land und Leuten: Beim Besuch der Großeltern seiner Frau lernte er chinesisches Landleben kennen. „Mir werden schon in der Stadt ziemlich häufig 'Hallos' hinterhergeworfen oder darüber geredet, dass gerade ein 'Laowai' (Spitzname für Ausländer, jedoch nicht negativ) gerade an ihnen vorübergegangen ist.“ Wirkliche Armut sehe man allenthalben. An das Essen habe er sich mittlerweile gewöhnt: „Da China so groß ist und jede Provinz, fast sogar jede Stadt eine eigene Spezialität hat, mache ich mir auch keine Illusionen, irgendwann einmal eine Woche zu haben, in der nicht etwas Neues aufgetischt wird.“ Mittlerweile habe er ein Gefühl dafür bekommen, was teuer und was günstig sei. „Ich verspreche, dass ich demnächst auch mal Fotos schicken werde, aber Angucken, das machen wir dann in Deutschland bei einem Bierchen und schauen ganz in Ruhe alle durch - auch wenn es dann mehrere 1000 sein können.“




Veröffentlicht am: 17:54:18 14.05.2008
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