Bbr. Erzbischof Marx neuer Vizepräsident
der EU-Bischofskommission COMECE


BRÜSSEL, 20.3.2009. Der Münchner Erzbischof, Bbr. Reinhard Marx (55), seit 2006 deutscher Vertreter in der EU-Bischofskommission COMECE, ist
bei ihrer Vollversammlung am Freitag, 20. März, in Brüssel zum neuen Vizepräsidenten gewählt worden. Marx löst den irischen Erzbischof Diarmuid Martin (63) ab, der das Amt seit 2006 innehatte.

 

„Es ist wichtig, dass wir als Europäische Union in der Wirtschafts- und Finanzkrise den Blick auf die armen Länder der Erde und auf die soziale Ungerechtigkeit in Europa nicht verlieren. Dafür will ich mich auf europäischer Ebene weiter engagieren“, erklärte Marx nach Angaben der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats nach seiner Wahl. „Europa sollte nicht protektionistischen Tendenzen folgen, sondern die Krise als Lernort begreifen, damit die armen Länder eine Chance bekommen.“ Marx zeigte sich überzeugt, dass die Bedeutung der Europäischen Union in Zukunft weiter zunehmen werde.

Der aus dem westfälischen Geseke stammende Marx war 1979 zum Priester geweiht worden. 1996 wurde er Professor für Christliche Gesellschaftslehre in Paderborn und zum dortigen Weihbischof ernannt, 2002 zum Bischof der ältesten deutschen Diözese Trier. Bereits vor seiner Berufung 2007 zum Erzbischof von München war er in zahlreichen Gremien tätig und machte sich als Sozialexperte der Deutschen Bischofskonferenz einen Namen.

 

Brüssel: Sitz der Europäische Bischofskonferenz

 

Die COMECE setzt sich aus den 24 Delegierten der nationalen Bischofskonferenzen der Europäischen Union (EU) zusammen. Die Bischofskonferenzen der Schweiz und Kroatiens sind assoziiert. Die Bischöfe der COMECE treffen sich zwei Mal pro Jahr zur Vollversammlung. Die Kommission beobachtet und analysiert politische Entwicklungen, informiert innerhalb der Kirche über Rechtssetzungen in der EU und fördert auf Grundlage der Soziallehre der Kirche die Reflektion über Herausforderungen eines vereinten Europa. Die Vollversammlung hatte den Rotterdamer Bischof Adrianus van Luyn (73) als COMECE-Präsident in seinem Amt bestätigt. Van Luyn, der auch Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz ist, war 2006 erstmals zum Präsidenten der EU-Bischofskommission gewählt worden. Ebenfalls wiedergewählt wurde als COMECE-Vizepräsident der Warschauer Weihbischof Piotr Jarecki (53). Die Amtszeit des COMECE-Präsidiums beträgt drei Jahre. 

Im Rahmen der Frühjahrs-Vollversammlung der COMECE vom 18.-20. März 2009 wurden die neuen Räumlichkeiten der Bischofskonferenz am Brüsseler Square de Meeûs eingeweiht. Die Kapelle im Gebäude ist den Patronen Europas, dem Hl. Benedikt und der Hl. Theresia Benedikta vom Kreuz (Edith Stein) gewidmet. Kardinal Godfried Danneels, Erzbischof von Mechelen-Brüssel, zelebrierte die feierliche Messe zur Einweihung. In einer anschließenden Feierstunde wünschte der Präsident der COMECE, Bischof Adrianus van Luyn, dass „das Haus, das wir heute feierlich einweihen, ein Dienst an der Seele und der Einheit Europas sei“. Als Vertreter der Europäischen Kommission betonte Kommissar Vladimir Spidla: „Es scheint mir wichtig, dass wir unseren Austausch fortführen über die Fragen, die meiner Ansicht nach im Zentrum der Errichtung eines sozialen Europas stehen (…). Zu all diesen Fragen haben die Kirchen einen erhellenden Beitrag zu leisten.“

Für das europäische Parlament nahm der deutsche Europaabgeordnete Ingo Friedrich an der Feierstunde teil. Er betonte: „Die Kirchen waren und bleiben für die Politik stets ein wichtiger und verlässlicher Partner.“ Die Vollversammlung war vor allem den Konflikten im Nahen Osten und in Südasien gewidmet. Hierzu sprachen Prälat Klaus Krämer und Othmar Öhring (Missio Aachen), Jaap de Hoop Scheffer (Generalsekretär der NATO) und Christian Jouret (Generalsekretariat des Ministerrats der EU).

Bischöfe rufen zur Europawahl auf

Im Blick auf die Europawahlen vom 4.-7. Juni 2009 verabschiedeten die europäischen Bischöfe eine Erklärung, in der sie die Bürger der EU und insbesondere die Christen dazu aufrufen, ihre Wahlverantwortung wahrzunehmen, um am Bau einer Europäischen Union mitzuwirken, in der „sich alle Europäer zu Hause fühlen“. Die Wahlen seien nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht. Zum Abschluss der Vollversammlung trafen die Bischöfe mit Alexandr Vondra, Vize-Premierminister der tschechischen Republik für Europäische Angelegenheiten, zusammen, der sie über die Ergebnisse des gerade zu Ende gegangenen Europäischen Rates vom 19.-20. März informierte.

 


Nähere Informationen zur Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) im Internet unter www.comece.org.



Veröffentlicht am: 10:49:19 21.03.2009
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