Bbr. Erzbischof Marx: „Regierung soll sich auf
ethische Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft besinnen“   
  

                                                                                               

München, 28. September 2009. Der Erzbischof von München und Freising, Bbr. Reinhard Marx, hat die künftige Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP zu einer Politik der sozialen Gerechtigkeit und der Nachhaltigkeit aufgerufen. „Die neue Regierung sollte sich auf die ethischen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft besinnen, da darf es nicht bei bloßen Lippenbekenntnissen bleiben“, erklärte Marx am Montag nach der Bundestagswahl: „Die katholische Soziallehre bietet eine klare Orientierung und ist durchaus hilfreich für die anstehenden politischen Aufgaben“.


Marx warnte angesichts der bitteren Erfahrungen aus der Finanzkrise vor einer Rückkehr zu verantwortungslosem Profitstreben. „Aufgabe der Bundesregierung ist es, sich weltweit für einen verbindlichen Ordnungsrahmen in der Finanzwirtschaft einzusetzen. Das gebietet schon die Solidarität mit den Armen auf dieser Erde“, so Marx weiter. Der Erzbischof mahnte auch zu einer verantwortlichen Haushaltspolitik: „Der Marsch in eine immer größere Verschuldung gefährdet die Zukunft der nachfolgenden Generation. Deshalb muss die Konsolidierung der Staatsfinanzen Vorrang haben. Da muss die neue Regierung deutlich machen, wie sie die Staatsverschuldung abbauen will.“


Marx forderte auch eine gerechte Gesundheitspolitik ein. „Wer krank ist, braucht Hilfe und die erforderliche medizinische und pflegerische Unterstützung. Und zwar ganz egal, ob er arm oder reich, jung oder alt ist.“ Die Familien von kranken, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen dürften nicht im Stich gelassen werden.


Eine zentrale Aufgabe der Politik sei der Lebensschutz. „Der Schutz und die Würde des Lebens muss in allen Phasen der menschlichen Existenz gewährleistet sein. Darauf müssen eine verantwortliche Wissenschafts-, Rechts- und Gesundheitspolitik verpflichtet sein“, verlangte Marx. Zudem müssten die zentrale Stellung von Ehe und Familie gesichert und die finanzielle Situation der Familien verbessert werden.


Mit großer Sorge und tiefem Bedauern reagierte Bbr. Erzbischof Marx auf die erneut gesunkene Wahlbeteiligung. „Gerade in Krisenzeiten müsste das Interesse an Politik und die Bereitschaft zur Teilhabe eigentlich steigen. Dass das Gegenteil der Fall ist, ist kein gutes Zeichen für die Demokratie in unserem Land“, beklagte der Erzbischof.

 


Quelle: Pressestelle Erzbistum München und Freising

 




Veröffentlicht am: 17:27:46 28.09.2009
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