Aktuelles > Neuigkeiten > Vor 55 Jahren: Katholische Kirche Neuenhasslau eingeweiht


Vor 55 Jahren wurde der Grundstein für die
Katholische Kirche „MARIA, HILFE DER CHRISTEN" gelegt


Zu den ersten Sozialprojekten des UNITAS-Verbandes nach dem 2. Weltkrieg gehörte der Bau der Franz-Hitze-Gedächtniskirche in Neuenhaßlau im Landkreis Gelnhausen/Hessen. Angeregt durch den damaligen Verbandsgeschäftsführer Dr. Ludwig Florian und beschlossen bei der 75. Generalversammlung im Sommer 1952 in Bochum, konnte am 10. Oktober 1954 von Bbr. Erzpriester Prälat Schultheis, damals Flüchtlingsseelsorger der Diözese Fulda und früher Pfarrer in Kamenz/Schlesien, der Grundstein gelegt werden.


Die Kirche sollte den vorwiegend aus dem Sudetenland und aus Ungarn gekommenen Menschen dienen, die nach 1945 ihre Heimat verlassen mussten und in den Arbeiter- und Flüchtlingsdörfern Neuenhasslau und Niedermittlau eine neue Bleibe fanden. Mehrheitlich katholisch waren insbesondere die Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland, die hier fortan eine katholische Gemeinde in einer seit der Reformation überwiegend protestantisch geprägten Region bildeten. Die seelsorgliche Betreuung hatte die katholische Nachbargemeinde Somborn mit ihrem Pfarrer Bbr. Dechant Dr. Leonhard Heid übernommen, der den Unitas-Verband für den Kirchbau in der Filialgemeinde Neuenhasslau gewinnen konnte.

Nicht nur der Bauherr war UNITAS-Mitglied, sondern auch der Baumeister: Bbr. Josef Kierdorf aus Köln übernahm die Aufgabe des Architekten, die künstlerische Ausgestaltung der Kirche übernahm der Kunstmaler Bbr. Benedikt Schaufelberger aus Freiburg im Breisgau. Die feierliche Weihe und die Übergabe an die katholischen Neubürger von Neuenhasslau und Gondsroth erfolgte durch Weihbischof Adolf Bolte am 3.Juni 1956. Alle am Bau beteiligten, einschließlich der Künstler und Architekten, erbrachten ihre Leistungen ehrenamtlich.

 

Franz-Hitze-Gedächtnis-Kirche

 

Die Kirche Maria, Hilfe der Christen" trägt den Namen „Franz-Hitze-Gedächtnis-Kirche", zu Ehren von Prälat Prof. Franz Hitze, einer großen Gestalt aus den Reihen der Unitas, eines Bahnbrechers auf sozialem Gebiet und einst führenden Mannes in der deutschen Sozialgesetzgebung. Franz Hitze (16.3.1851 - 20.7.1921) war 1875 der UNITAS in Würzburg beigetreten, wurde 1887 zum Priester geweiht, 1880 Generalsekretär des Verbandes Arbeiterwohlfahrt", von 1893-1921 Professor für christliche Gesellschaft an der Universität Münster, 1884-1918 Mitglied des Reichstages und 1919/1920 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung.

 

Die Kirche ist ein einschiffiger Bau mit einem kleinen Nebenschiff, das als Kapellen genutzt werden kann. Ein Glockenturm wurde aus Kostengründen und wegen des ungeeigneten Untergrundes nicht gebaut. Das Bauwerk ist äußerlich unscheinbar; das Innere ist hell und gut proportioniert. Große Betonfenster mit den Buchstaben A und O und dem Kreuz lassen von beiden Seiten reichlich Licht in den Raum. Über dem Altar schwebt ein Hängekreuz aus in Metall gefasstem Mosaik. Das Kreuz ist ein Geschenk des Alt-Herren-Vereines Unitas, Freiburg im Breisgau. Das ursprüngliche Tabernakel, ein Geschenk der Frauen von Somborn, stellte auf der Tür nach Apok 4 und 5 das Osterlamm auf dem Buch mit 7 Siegeln (Karneole) dar, dazu 24 Bergkristalle, den 24 Ältesten der Apokalypse entsprechend. Dieses Tabernakel wurde leider bei einem Einbruch geraubt und ist durch ein bescheideneres ersetzt worden. Patronin der Kirche ist die Gottesmutter der Gemeinde Maria, Hilfe der Christen.

 

Zur Erhaltung der Bausubstanz und Verbesserung der Gebäudesicherheit waren in den Jahren 1971-1973 umfangreiche Renovierungsarbeiten erforderlich geworden. Mit diesen Arbeiten wurde eine Umgestaltung des Innenraums verbunden. Durch die Verlegung des Altars in die Kirchenmitte wird im Sinne der Liturgiereform gewünschte stärkere Einbeziehung der Gläubigen in die Feier der Eucharistie betont. Ein kleiner Seitenaltar mit einer Statue der Jungfrau Maria konnte erstellt werden und die irreparable Pfeifenorgel wurde unter Beibehaltung des Prospekts durch eine elektronische Orgel ersetzt. Mit dem Anbau eines kleinen Gemeindesaales sowie den erforderlichen Nebenräumen schuf sich die Pfarrei den notwendigen eigenen Versammlungsraum.

 

Der provisorische Dachreiter auf dem Kirchengebäude musste aus statischen Gründen entfernt werden und es wurde für das Glöcklein ein Stahlgerüst auf dem Kirchvorplatz errichtet. 1994 wurden die Außenanlagen neu gestaltet und ein stufenfreier Zugang zur Kirche geschaffen. Am 15. Juni 2006 feierte die Gemeinde im Rahmen des Fronleichnamsfestes das 50-jährige Kirchen-Jubiläum mit einem Pfarrfest rund um die Kirche in Neuenhasslau. Zu diesem Anlass wurde das Stahlgerüst des Glöckchens mit einer Verblendung und einem Kreuz versehen. Somit ist nun auch für Passanten das schlichte Gebäude als Gotteshaus zum Gebet einladend erkennbar.

 

Quellen: UNITAS, Pastoralverbundsheft 2006




Veröffentlicht am: 11:37:25 15.10.2009
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