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Hauseinweihung bei UNITAS
Ruhrania
Katholische Studenten feierten mit vielen Gästen
BORBECK. Mit einem zweitägigen Fest
weihte der Wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania am
Wochenende 31.5./1.6. sein neues Studentenheim im „Feldschlößchen“ an der
Flurstraße in Essen-Borbeck ein. Über 200 Besucher kamen aus Nah und Fern
zur feierlichen Segnung des Hauses, das der an den Ruhrgebietsuniversitäten
tätige Verein damit offiziell in Betrieb nahm. (.... )
Hier zum ganzen Artikel in den
BORBECKER NACHRICHTEN vom 5. Juni 2008
Hier zum ganzen Artikel in den
WERDENER NACHRICHTEN vom 6. Juni 2008
Hier zum ganzen Artikel auf der
Verbandshomepage des UNITAS-Verbandes

Eröffnungswochenende am
Feldschlößchen
Zum Eröffnungswochenende im "Feldschlößchen" erschien
in den BORBECKER NACHRICHTEN der folgende Artikel:

Radiobeitrag zur 131. Generalversammlung in Köln im Domradio:
Interview mit Bbr. OStD Karl-Heinz Wagner, UNITAS Landshut Köln. Länge
8:18 Min. Hier KLICKEN.

DEUTSCHE TAGESPOST,
Donnerstag, 8.
Mai 2008
Interreligiöser Dialog hebt
Mission nicht auf
Die 131.
Generalversammlung
des Verbandes
der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas
VON STEFAN REHDER
Die
Klischees, die in den Medien über Studenten und Akademiker kursieren, die
sich Verbindungen anschließen, sind Legion. Mitunter wird dabei der Eindruck
erweckt, als handele es sich bei den Korporierten stets um ausländer- und
frauenfeindliche, faschistoide Saufbolde, die den kümmerlichen Restbestand
ihrer noch nicht im Alkohol ertränkten Gehirnwindungen darauf verwendeten,
sich in Wirtschaft und Verwaltung gegenseitig Karriereleitern zu zuwerfen.
Dass ein solches Bild nicht einmal als böse Karikatur taugt, ließ sich am
vergangenen Wochenende in Köln besichtigen, wo der "Verband der
Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas“ zu seiner 131.
Generalversammlung zusammentraf. Vier Tage lang beschäftigten sich dort die
aus der ganzen Bundesrepublik angereisten Delegierten des 1855 gegründeten
Verbandes mit der Frage, wie ein „Dialog der Kulturen im Zeichen der
Globalisierung“ gelingen könne.
Dabei waren sich die
verschiedenen Akteure die in Vorträgen, Reden und einer großangelegten
Podiumsdiskussion zahlreiche Facetten des Problems von unterschiedlichen
Seiten beleuchteten, in vielen zentralen Punkten überraschend einig. So
hoben etwa sowohl der Abtprimas des Benediktinerordens, Notker Wolf, als
auch der Regensburger Psychologe Alexander Thomas, der auf dem Gebiet der
kulturvergleichenden und interkulturellen Psychologie forscht, in ihren
Beiträgen angesichts der angespannten Weltlage die „Unverzichtbarkeit“ eines
interkulturellen Dialogs hervor. Während der oberste Repräsentant der
Benediktiner die Notwendigkeit des Dialogs mit der Unmöglichkeit begründete,
den Folgen heutiger Kriege Herr werden zu können, und dabei auch Präsident
Bush wegen des Irak-Kriegs scharf kritisierte, nahm der Psychologe die
Wirtschaft in den Blick. Ohne kulturelle Kompetenz ließe sich in einer
globalisierten Welt kein Geld verdienen. Und weil diese keineswegs so
säkularisiert sei wie das heutige Europa, gäbe es ohne den Erwerb von
interreligiöser Kompetenz auch keine kulturelle. Dass Thomas damit
keinesfalls einer Instrumentalisierung der Religion das Wort redete, machte
er tags darauf auf einer von Christian Poplutz, Vorsitzender des Beirats für
Gesellschaftspolitik des Unitas-Verbandes, grandios moderierten
Podiumsdiskussion deutlich. Dort kritisierte der Psychologe, dass etwa die
Europäer ihre erworbene interkulturelle Kompetenz missbraucht hätten, um die
Kolonien in Afrika auszubeuten.
Den „Faktor
Sünde“ beachten
Einigkeit erzielten
so gut wie alle Redner auch in der Frage, was als gelungener interreligiöser
Dialog gelten könne. Am deutlichsten formulierte dies der Leiter des
Referats ‚Dialog und Verkündigung“ des Erzbistums Köln, Werner Höbsch.
Richtig verstanden, strebe der Dialog zwischen den Religionen weder eine
„Welteinheitsreligion“ noch einen "Synkretismus“ an. Stattdessen ginge es
darum, die „Lebensmelodien“ der anderen zu verstehen. Dazu müsse man jedoch
zunächst Klarheit über die eigene „Lebensmelodie" haben und wissen, wer
man selbst sei. Unterschiede dürften über die Entdeckung von Gemeinsamkeiten
nicht unter den Tisch fallen. Auch könne der Dialog die Mission nicht
ersetzen: „Der interreligiöse Dialog hebt nicht die Wahrheit des Glaubens
auf, sondern basiert auf ihr.“ Daher sei ein interreligiöser Dialog ohne
Beheimatung im eigenen Glauben und in der eigenen Tradition gar nicht
möglich, so Höbsch, der den genius loci, den Kölner Erzbischof Joachim
Kardinal Meisner, denn auch mit den Worten zitierte: „Unser Problem ist
nicht die Stärke des lslams, sondern die Schwäche des Christentums.“
Wie ein gelungener Dialog in der Praxis aussehen
könnte. schilderte ein Unitarier anhand eigener Erfahrungen. Bei einem
längeren Arbeitsaufenthalt in Pakistan sei der Ingenieur von seinen
muslimischen Partnern gefragt worden, ob er bereit sei, die während des
Ramadans geltenden Fastenregeln zu beachten. Kaum habe er dies prinzipiell
bejaht, habe sich ein Gespräch über den jeweiligen Glauben entwickelt, in
dessen Folge pakistanische Muslime den deutschen Katholiken zu einer Kirche
fuhren, damit dieser dort an katholischen Gottesdiensten teilnehmen konnte.
Praktizierende Christen, sollte das wohl heißen, würde in islamischen
Ländern durchaus auch mit Respekt begegnet.
Abtprimas Notker Wolf empfahl in seinem Vortrag
beim Festakt zum Abschluss der Generalversammlung den Mitgliedern des
ältesten katholischen Studentenverbandes, bei allen Bemühungen für eine
menschenwürdigere Welt den „Faktor Sünde“ nicht aus den Augen zu verlieren.
Dies sei der tiefere Grund dafür, dass viel zu oft versucht werde, das Böse
mit aller Gewalt in den Griff zu bekommen. Was jedoch zum Scheitern
verurteilt sei „Wir können vom Bösen nur erlöst werden, es aber nicht in den
Griff bekommen“. Auch seien es nicht die Menschen, sondern „Gott selbst, der
alles neu macht“, so Wolf.
Zuvor hatte Joachim Kardinal Meisner, der in
Trier zur Seligsprechung von Mutter Rosa Flesch weilte, in einem von dem
Vorsitzenden des Altherrenbundes Heinrich Sudmann verlesenen Grußwort den
Unitariern und Unitarierinnen für ihr "gelebtes christliches Zeugnis“ und
ihren "unersetzlich Weltdienst“ gedankt. Als Mitglieder eines katholischen
Studentenverbandes würden sich die Unitarierinnen und Unitarier „öffentlich
zum christlichen Glauben und den daraus resultierenden Werten“ bekennen. Mit
ihren „oft hochkarätig besetzten Veranstaltungen“ wirkten sie „in die
Gesellschaft hinein“ und trügen so „zur Wertevermittlung - gerade auch an
die jüngere Generation - bei“, so der Kardinal. Als Erzbischof von Köln
wolle er die Unitarier und Unitarierinnen, von denen zeitweise mehr als 600
in der Domstadt erschienen waren, ermutigen, „auch weiterhin den Prinzipien
des Unitas-Verbandes treu zu bleiben und - gelegen oder ungelegen - Zeichen
im säkularen Raum zu setzen, die auf Jesus Christus hinweisen und Gott ins
Gespräch bringen.“
Homepage des Bundesverbandes www.unitas.org:
Premieren-Party
an der Ruhr:
Das erste UNITAS-Haus mit Gastronomie
von Christof Beckmann
25. April 2008
ESSEN-BORBECK.
Die
öffentliche Gastronomie im UNITAS-Zentrum Ruhr ist eröffnet: Gut 150
geladene Gäste erlebten am Dienstagabend, 22. April 2008, die lang
erwartete Premiere an der Flurstraße: Zur Eröffnung des „Feldschlösschens“
erstrahlten erstmals die Außenlampen an der Fassade, in warmes Licht
getaucht präsentierten sich die Innenräume, und bald türmten sich
Blumengestecke auf jedem freien Platz. Alle angetretenen Bundesbrüder der
Ruhranenfamilie gratulierten der alten, grundüberholten „Dame Feldschlößchen“
und den neuen Betreibern der Gaststätte mit einem großen immergrünen
Buxus und dem traditionellen Wunsch „Vivat, floreat, crescat!“
Betreiber Arnd Fidorra dankte mit Harold van Kranen für die Möglichkeit,
in diesem „außergewöhnlichen Haus“ nach viel Arbeitseinsatz den
Startschuss geben zu können und eröffnete gut gelaunt das Büffet.
Bis weit nach Mitternacht erlebten die
angereisten Gäste und Bundesbrüder das Feldschlößchen aus einer völlig
neuen Perspektive: Die seit Dezember 2003 in Agonie und Ruinenstaub
liegende kapriziöse Madame mauserte sich in den vergangenen Wochen
und Tagen zu einer lebhaften kleinen Persönlichkeit, die zweifellos
schnell Freunde finden wird. Dies bestätigten einstimmig die anwesenden
Freunde aus dem Vorstand des CV-Zirkels Kohle, die Alten Herren UV-Zirkel
Essen mit dem Vorsitzenden Bbr. Martin Gewiese. Auch der Vorsitzende des
Altherrenvereins und Geistliche Verbandsbeirat Bbr. Helmut Wiechmann
zeigte sich angetan und begeistert von der stimmigen Farbgebung. Senior
Bbr. Rüdiger Duckheim überreichte für den Studentenverein ein repräsentatives
Gästebuch.
Eine Veranstaltung, wie sie nicht zuletzt von
den verantwortlichen Bundesbrüdern seit Jahren vor dem geistigen Auge
immer wieder in allen Varianten durchgespielt worden war: Mit Spannung bis
zur letzten Sekunde lebte mit dem nächtlichen munteren Treiben ein
„Evergreen“ wieder auf, ein Haus erwacht nun zu ganz neuem Leben - mit
dem Segen der am Nachmittag zur Konzessionierung angetretenen Mannschaft
verschiedener Stellen der Stadt Essen. Mit den dabei anwesenden Architekt
Bbr. Otfried Jäger und Bauleiter Reiner Schlenkermann war das Projekt auf
den Weg gebracht worden und es sollte sich bald die Möglichkeit ergeben,
mit allen am Bau Aktiven einfach zu genießen, was in den vergangenen fast
zwei Jahren gemeinsam geschafft worden ist. Eins ist sicher: Die
korsettfreie, komplett verjüngte Dame an der Flurstraße freut sich jetzt
auf viele Gäste! Zum Wochenende wird der reguläre Betrieb aufgenommen.
Mehr von
gestern, heute und morgen mit den dazu erscheinenden Presseberichten, auf
der Homepage unter www.unitas-ruhrania.org.
24.
April 2008
Aktuelle
Berichte und Artikel in der „BORBECKER“
BORBECK.
Mit einer ganzseitigen Anzeige in der aktuellen Ausgabe der BORBECKER
NACHRICHTEN machen die neuen
Betreiber des „FELDSCHLÖSSCHENS“ Lust auf „fürstliches Feiern“
in „Borbecks neuem Treffpunkt“, einer „ganz besonderen Kneipe, die
durch den historischen Charme und das geschmackvolle Interieur
besticht“. Offizieller Eröffnungstermin ist Freitag, 25. April, ab 18
Uhr. Die ganze Familie könne sich „hier königlich freuen“ über eine
Speisekarte, die für Alt und Jung das Richtige zu bieten habe, vermerkt
die in den Borbecker Farben, royalem Rot und Gelb, gehaltene Seite und
verweist auf das extra in Bayreuth gebraute „Feldschlößchen Hell“.
Veltins Pils, Frankenheim Alt, Maisel´s Weise und alkoholfreies Bier sind
am Zapfhahn, wechselnde Tagesangebote locken mit Tapas, Gulasch, Haxen und
Hähnchen.
Im
redaktionellen Teil würdigt die Zeitung das vierjährige Wirken von Bbr.
Vikar Norbert Linden an St. Dionysius, der am Sonntag seine neue Aufgabe
als Pastor in Bottrop-Fuhlenbrock antritt. Er gehe in der Erwartung,
„als Partner im Sinne der Menschen und für sie wirken zu können“, so
Norbert im Gespräch mit der Zeitung und warf einen dankbaren Rückblick
auf viele gute Erfahrungen in seiner Borbecker Tätigkeit. Ein weiterer
Artikel stellt das angelaufene Semesterprogramm der UNITAS Ruhrania vor.
Die katholischen Studenten an der Flurstraße hofften nach der zweijährigen
Kernsanierung des Feldschlösschens und der Eröffnung der Gastronomie im
Erdgeschoss „auf eine gehörige Portion Neugier“, zitiert die BN den
Aktivensenior Rüdiger Duckheim. „Wir sind sicher, dass das Haus unserer
katholischen Studenteninitiative viele Freunde finden wird.“
HIER ZU DEN
ARTIKELN:
"Ausgeprägte
Geborgenheit im Glauben bemerkenswert. Norbert Linden wird Borbeck
vermissen."
"Katholische Studenten starten ins
Sommersemester. UNITAS lädt zu Vorträgen ein."
Die BORBECKER
NACHRICHTEN vom 27. März 2008 titelten mit einem Artikel zur
bevorstehenden Eröffnung:

„Große Bitterkeit“
Rom: Uni-Feierstunde an der „Sapienza“ im Zeichen des Papstes
DT vom 19.01.2008

Rom (DT/KNA) Italiens Staatspräsident
Giorgio Napolitano hat die Proteste gegen die abgesagte Universitätsrede
Papst Benedikts XVI. scharf verurteilt. Die Angriffe von laizistischer
Seite, die zu dem Eklat führten, seien intolerant und „nicht
hinnehmbar“, heißt in einem Brief vom Dienstag, den der Vatikan am
Mittwoch in Auszügen veröffentlichte. Zugleich bekundet Napolitano sein
„aufrichtiges, lebhaftes Bedauern“ über die Absage Benedikts XVI.,
der ursprünglich eine Rede zur Eröffnung des akademischen Jahres an der
römischen Universität „La Sapienza“ halten sollte. Wörtlich
schreibt der Präsident: „Ich bin überzeugt, dass dieses Ereignis eine
wertvolle Gelegenheit zur Reflexion über Themen geboten hätte, die von
großer Bedeutung für die italienische Gesellschaft wie für alle
Gesellschaften sind. Als nicht hinnehmbar betrachte ich die Bekundungen
von Intoleranz und die verletzenden Ankündigungen, die ein Klima
geschaffen haben, das in keiner Weise zu dem Anlass einer freien und
ungezwungenen Begegnung passt.“
Ganz im Zeichen des abgesagten
Papst-Besuchs eröffnete die römische Universität „La Sapienza“ am
Donnerstag ihr akademisches Jahr. „Was geschehen ist, ist für einen
Demokraten nicht hinnehmbar“, sagte Roms Bürgermeister Walter Veltroni
italienischen Medienberichten zufolge unter Beifall in der
traditionsreichen Hochschule. Rektor Renato Guarini sprach im Blick auf
die Proteste der vergangenen Tage gegen Benedikt XVI. von „großer
Bitterkeit“. Nun sei Nachdenken über den Zustand der Universität nötig.
Die vorgesehene Rede des Papstes, die er nach dem Verzicht auf die
Einladung schriftlich eingereicht hatte, wurde in der Aula der „Sapienza“
von einem Vertreter des Rektorats verlesen. Die Anwesenden antworteten mit
stehendem Applaus. Den Berichten zufolge kam es nicht zu besonderen
Zwischenfällen. Lediglich hätten sich mehrere Dutzend Studierender den
Mund mit Papiertaschentüchern verstopft und Schilder mit der Aufschrift
„Freiheit in der Universität – ... und sie bewegt sich doch“
hochgehalten. Im Umkreis des Campus fanden mehrere Kundgebungen statt, die
sich vor allem gegen die italienische Hochschulpolitik richteten.
Veltroni nannte den Vortragstext des
Papstes einen „sehr offenen“ Beitrag. Die Rede in der „Sapienza“ hätte
ein bedeutendes Ereignis des Pontifikats sein können. Der Rektor der
Universität unterstrich, ideologische Verbote gleich welcher Art seien
nicht hinnehmbar: „Alle müssen Raum und Respekt haben, welcher Meinung
sie auch immer sind.“ Er hoffe, dass Benedikt XVI. zu einer späteren
Gelegenheit an die „Sapienza“ kommen werde. Das Diskussionsniveau an
der Hochschule müsse hoch gehalten werden, so der Rektor laut den
Berichten. Die Absage der Rede ist ein für Italien bislang einmaliger
Vorgang.
Die Berliner Humboldt-Universität
bekundete Interesse an einer Visite von Benedikt XIV.. Universitätspräsident
Christoph Markschies erklärte am Donnerstag, seine Hochschule lade alljährlich
große Wissenschaftler oder interessante Politiker zur Eröffnung des
akademischen Jahres ein; der Papst sei in gewissem Sinne beides. „Ich würde
Papst Benedikt XVI. gern einladen“, so Markschies. Mit „Unverständnis
und Empörung“ nahm der Verband der Wissenschaftlichen Katholischen
Studentenvereine „Unitas“ in Deutschland die Forderung eines
Redeverbots für den Papst auf. Für den ältesten katholischen
Akademikerverband in Deutschland ist die Absage Benedikts XVI. „eine
nachvollziehbare Reaktion“. In einer Erklärung heißt es, die Proteste
„erinnern an üble Vorbilder, zeugen von einem völlig absurden Begriff
von Meinungsfreiheit und werfen einen dunklen Schatten auf die
wissenschaftliche Gemeinde und die akademische Welt. Dass sich Papst
Benedikt, dessen Ruf als Hochschullehrer und Gelehrter unbestreitbar ist,
unter dem offensichtlichen Druck, der einen rationalen und geordneten
Dialog unmöglich macht, der geplanten akademischen Veranstaltung nicht
selbst stellen kann, ist eine große Enttäuschung. Die Reaktionen, die in
Italien und Rom von einer ,Schande‘ sprechen, sind nur zu verständlich.“
PAPSTBESUCH
AN DER UNIVERSITÄT „LA SAPIENZA“ IN ROM
Freiheit
für die Wissenschaft?
Was
Mitte Januar in den bundesdeutschen Medien zunächst aus der Distanz
begleitet wurde, beherrschte geradezu dramatisch die Wogen der
Temperamente in Italien. Eine Geschichte von Revolution und Posse, ein
Lehrstück über Triumph und späten Katzenjammer: Was war geschehen?
Papst Benedikt hätte auf Einladung der ältesten staatlichen Universität
Roms und größten Europas, der 1303 von seinem Vorgänger Papst
Bonifatius VIII. gegründeten La Sapienza-Universität, einen Festvortrag
zur Eröffnung des Akademischen Jahres halten sollen. Bereits am 14.
November 2007 veröffentlichten 67 von 4.500 Universitätsdozenten eine
Erklärung, in der sie Benedikt XVI. zu einer im akademischen Raum unerwünschten
Person erklärten.
Hier zum Offene Brief des Vorortspräsidenten,
zum Vorgang und zur Rede von Papst Benedikt XVI. im Wortlaut.
(aus:
unitas 1/2008, 3-8)
UNITAS-ZENTRUM
RUHR WIRD AM 31. MAI EINGEWEIHT :
Kommt zum „Grand Opening“ in Essen!
ESSEN-BORBECK.
Im
Ruhrgebiet steigt die Fieberkurve: Beim Gedanken an das große Event schlägt
jetzt schon den Aktiven das Herz bis zum Hals. Und auch der örtliche
Hausbau- und Altherrenverein der UNITAS Ruhrania freut sich auf die große
Eröffnungsfeier an der Borbecker Flurstraße. Sie soll am Wochenende 31.
Mai / 1. Juni den Essener Stadtteil in Atem halten. „Es wird der Höhepunkt
nach all den vielen Monaten handfester Plackerei“, verspricht der
designierte Senior des Sommersemesters, Bbr. Rüdiger Duckheim.
Hier zum ganzen Text.
(aus:
unitas 1/2008, 53)
PRESSEMITTEILUNG VOM 20. JANUAR 2008
BILDER: Feierliche
Neuaufnahmen bei der UNITAS Ruhrania (v.l.: Kommerspräside Rüdiger Duckheim,
Christoph Weyer, Philipp Böcker); Dank an den langjährigen Vorsitzenden
OStD a.D. Jörg Lahme: Der frisch gewählte Vorsitzende Kaplan Helmut
Wiechmann und der neue
Ehrenvorsitzende des Altherrenvereins, OStD a.D.
Jörg Lahme.
97. Stiftungsfest bei UNITAS Ruhrania
Studenten feierten Festkommers im „Feldschlösschen“
BORBECK.
Sein 97. Stiftungsfest feierte am Wochenende 19./20. Januar der
wissenschaftliche katholische Studentenverein Unitas Ruhrania. Im bis auf
den letzten Platz besetzten Veranstaltungssaal des Studentenheims im
„Feldschlösschen“ erinnerte Theologiestudent Rüdiger Duckheim, Präside
des Festkommerses, an die Grundlagen des 1855 gegründeten bundesweiten
katholischen Akademikerverbandes. Auch die in Borbeck ansässige
Vertretung des Verbandes an den Ruhr-Universitäten sei bis heute dem
aktiven Einsatz in Kirche und Gesellschaft verpflichtet.
„Es ist
unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen
Nokia trotz Gewinns das Nokia-Werk in Bochum schließt“, erklärte
Duckheim. „Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht
Stellenabbau und Sozialpläne sein.“ Nachdrücklich forderte er unter
großem Beifall der Mitglieder und Gäste aus vielen Universitätsstädten
die Firma auf, die Schließungspläne zu überdenken. Es werde in nicht
hinnehmbarer Weise die Würde und das Recht des Menschen als Person auf
Arbeit verletzt, heißt es in der vom Ruhrania-Vorsitzenden Daniel
Muschellik unterzeichneten Solidaritätserklärung. Der Mensch sei
Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns. Dass das
Unternehmen Nokia den Dialog mit den Arbeitnehmern und den Vertretern der
Politik verweigere, sei „nicht akzeptabel“ - zumal auf dem Hintergrund
staatlicher Zuschüsse in Millionenhöhe: „Das Gemeinwesen hat ein
Anrecht auf diesen Dialog“, so die Unitas-Studenten. Den von der Schließung
bedrohten Menschen wünsche die Unitas „Kraft, Hoffnung und Ausdauer im
Kampf um ihr Recht."
Zum
neuen Vorsitzenden des Altherrenvereins wählte die Mitgliederversammlung
der Ruhr-UNITAS Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena. Sein Vorgänger OStD
a.D. Jörg Lahme, ehemaliger Direktor des Emsland-Gymnasiums in Rheine,
wurde nach 27 Jahren im Amt mit der höchsten Auszeichnung des Vereins
verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. Die offizielle Eröffnungsfeier
des zum Wintersemester bezogenen UNITAS-Zentrums an der Flurstraße soll
am ersten Juni-Wochenende stattfinden.
INFO: Der Verband der wissenschaftlichen
katholischen Studentenvereine UNITAS ist der älteste katholische
Studenten- und Akademikerverband in Deutschland. Er wurde 1855 von
Studenten aus Essen, Borbeck und Werden in Bonn gegründet und zählt
heute bundesweit rund 50 Studenten- und Studentinnenvereine an deutschen
Hochschulen. Die 1911 ursprünglich in Münster entstandene UNITAS
Ruhrania ist seit fast 20 Jahren an den Ruhr-Universitäten aktiv. 2004
erwarb der Verein das „Feldschlösschen“ an der Flurstraße in
Essen-Borbeck und richtete dort ein Studentenheim ein, das nach einer
Totalrenovierung zum laufenden Wintersemester bezogen wurde. Mehr im
Internet unter www.unitas-ruhrania.org.
19.
Januar 2008
UNITAS
solidarisch mit den Nokia-Arbeitern
"Der
Wissenschaftliche Katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania
Bochum-Duisburg-Essen-Dortmund erklärt seine Solidarität mit den
Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen des Nokia-Werkes in Bochum und mit
allen von den Schließungsplänen betroffenen Menschen und ihren Familien.
Die UNITAS ist empört über das Vorgehen der Geschäftsführung
des Unternehmens Nokia. Es ist unverantwortlich, unverschämt und
unmenschlich, dass das Unternehmen Nokia trotz Gewinns das Nokia Werk in
Bochum schließt. Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht
Stellenabbau und Sozialpläne sein.
Es wird hier in nicht hinnehmbarer Weise das Recht des
Menschen als Person auf Arbeit verletzt, ja die menschliche Person an sich
wird angegriffen. Die Menschen werden in existentielle Ängste und ins
soziale Aus versetzt. Der Mensch, der Ausgangspunkt und Ziel allen
wirtschaftlichen Handelns ist, wird durch so ein Unternehmerverhalten
seiner Würde beraubt und wie Ware verdinglicht.
Das Unternehmen Nokia missachtet mit diesem Verhalten
zutiefst die Würde der menschlichen Person. Es ist eine Schande und eine
Zersetzung der menschlichen Kultur, wenn Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen als bloße Erwerbsmittel und nicht als freie und
verantwortliche Personen behandelt werden (Gaudium et Spes, 27).
Die Verweigerung des Dialogs seitens des Unternehmens Nokia
mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und den Vertretern der Politik
nicht akzeptabel - zumal auf dem Hintergrund der staatlichen Zuschüsse in
Millionenhöhe. Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog.
Die UNITAS Ruhrania fordert die Unternehmensleitung auf,
ihren Entschluss zu überdenken. Den von der Schließung bedrohten
Menschen wünscht die UNITAS Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr
Recht."
gez.
Daniel
Muschellik
Senior
im Wintersemester 2007/08
-
DER VORORTSPRÄSIDENT
-
Offener Brief
zu den
Vorgängen um den abgesagten Besuch
von Papst Benedikt XVI. in der römischen Universität "La Sapienza"
16. Januar 2008
Mit Unverständnis und Empörung hat der Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine UNITAS in Deutschland die Nachrichten um den für Donnerstag, 17. Januar 2008, vorgesehenen Besuch des Hl. Vaters Benedikt XVI. in der römischen Universität „La Sapienza“ aufgenommen.
Papst Benedikt war vom Rektor der größten römischen Universität als Nachfolger des Gründerbischofs zur Eröffnung des akademischen Jahres eingeladen worden. Dagegen hatten Studentengruppen massiv demonstriert, aber auch 67 Dozenten sprachen sich gegen die Einladung an den Papst aus und lehnten sie als Verstoß gegen die Trennung von Staat und Kirche ab. Außerdem warfen sie mit Bezug auf ein falsch verstandenes Zitat Benedikt XVI. vor, als Kurienkardinal den kirchlichen Prozess gegen Galileo Galilei gebilligt zu haben.
Für den ältesten katholischen Akademikerverband in Deutschland ist die heute erfolgte Absage von Papst Benedikt XVI. eine nachvollziehbare Reaktion. Die UNITAS hält die erhobenen Forderungen nach einem Redeverbot und die angekündigten Störaktionen an einem Ort des Studiums und des Dialogs für unerhört. Sie erinnern an üble Vorbilder, zeugen von einem völlig absurden Begriff von Meinungsfreiheit und werfen einen dunklen Schatten auf die wissenschaftliche Gemeinde und die akademische Welt.
Dass sich Papst Benedikt, dessen Ruf als Hochschullehrer und Gelehrter unbestreitbar ist, unter dem offensichtlichen Druck, der einen rationalen und geordneten Dialog unmöglich macht, der geplanten akademischen Veranstaltung nicht selbst stellen kann, ist eine große Enttäuschung. Die Reaktionen, die in Italien und Rom von einer „Schande“ sprechen, sind nur zu verständlich.
gez.
Johannes Günther, Vorortspräsident
Der 1855 gegründete Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS zählt 6000 aktive und ehemalige Studentinnen und Studenten aller Fakultäten an deutschen Hochschulen. Sie sind als aktive katholische Christen sozialem Engagement verpflichtet, zu Toleranz und Zivilcourage, fächerübergreifender, wissenschaftlicher Auseinandersetzung und Erweiterung des allgemeinen Wissens. Die UNITAS fördert zahlreiche soziale Projekte für Kinder und Jugendliche und zeichnet mit dem Heinrich-Pesch-Preis Persönlichkeiten aus, die sich um die Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre verdient gemacht haben. Der Verband ist Mitglied der Katholischen Akademikerarbeit Deutschlands (KAD), der Aktivenverband ist Mitglied im Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ).
aus : unitas 3/4 2007
Kirche auf Sendung:
Eigener Kirchen-Kanal bald auf Sendung im TV?
von
Bbr. Dr. Christof Beckmann
Noch Ende August hatte die mächtige WDR-Intendantin Monika Piel die Kirchen vor der Einrichtung eines eigenen Fernsehprogramm gewarnt. „Das Geld für solche Spartenprogramme wäre wahrscheinlich zum Fenster hinausgeworfen“, sagte sie am 29. August 2007 in einem Interview mit der Bonner Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“. Solche Pläne gefährdeten auch die Sendezeit der Kirchen im öffentlich-rechtlichen Programm. Jetzt scheinen Dinge auf den Weg gebracht.
Mit ihrer damals geäußerten Haltung teilte die WDR-Chefin die Einschätzung der Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), Dagmar Reim, bis 2006 Beraterin der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Auch sie hatte erklärt, mit einem Kirchenkanal würde die katholische Kirche eine privilegierte Position im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufs Spiel setzen. „23 Stunden mit erhebenden Predigten eines Missionars des mittleren Westens reichen nicht aus“, hatte sie mit Blick auf religiöse Sender in den USA geäußert. Genau dort hielt sich zur selben Zeit der Trierer Bbr. Bischof Dr. Reinhard Marx auf. Vom 28. August bis zum 8. September unternahm er, von seinem Trierer Kommunikationsdirektor Monsignore Stephan Wahl begleitet, als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche Fragen der Deutschen Bischofskonferenz eine Studien- und Informationsreise zu Gesprächen nach in Los Angeles, San Francisco und Washington D.C.. Auf der Agenda der Reise: Gucken, wie es dort die anderen machen …
Katholische Christen müssten noch deutlicher und profilierter ihre Standpunkte in die öffentliche Diskussion einbringen, betonte Bbr. Marx. Deshalb sei es auch notwendig, das Engagement der Katholischen Kirche in den elektronischen Medien zu verstärken. Dazu führte er u.a. mehrere Gespräche mit amerikanischen Medienexperten. „Davon können auch wir in Europa eine Menge lernen, etwa wenn es darum geht, Inhalte der katholischen Soziallehre in den politischen Prozess der EU einzubringen“, so der Delegierte der deutschen Bischöfe bei der europäische Bischofskonferenz
(COMECE).
Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) Gebhard Fürst
(Bild rechts) zeigte sich des „Spagats“ bewusst, den die deutschen Bischöfe im Falle einer Entscheidung für einen Spartenkanal wagen. Es wäre der Versuch, ein neues Angebot zu etablieren, „ohne die öffentlich-rechtlichen Anstalten zu vergrätzen“, äußerte er am 9. September. „Wir wollen nicht um jeden Preis auf die Showbühne“, unterstrich der katholische Medienbischof .
Im Trend: Glaube in den Medien
Auf der aber muss sich die Kirche zunehmend behaupten: Denn Religion und Glaube nehmen einen deutlich prominenteren Raum in den Medien ein, wie u.a. Medienexperten am Rande der Internationalen Funkausstellung in Berlin erörterten. Die Gründe scheinen vielfältig: Deutscher Papst und Weltjugendtag, Wertedebatte und Herausforderung des Islam. Das Fernseh-Publikum suche wieder mehr verbindliche Autoritäten, betonte hier der Medienwissenschaftler Jürgen Grimm. Zwar bleibe Verkündigung mit Anspruch auf absolute Wahrheit für das Medium Fernsehen weiter problematisch, doch dürften sich die Kirchen in den Medien dem Dialog mit anderen Weltanschauungen nicht verweigern.
Noch vor wenigen Jahren wäre möglich gewesen, was Prominente heute in Talk-Shows über ihr Verhältnis zur Religion verraten: Ob Bundesminister Horst Seehofer (CSU) von stillen Tagen im Kloster berichtet oder sich Comedian Hape Kerkeling als Sinnsucher auf dem Jakobsweg präsentiert - Bekenntnisse wie diese könnten die Einstellungen eines Millionen-Publikums prägen, meint Ulrich Fischer, ZDF-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Von Religion hörten die meisten Deutschen zumeist nur noch en passant am Fernsehen. Auch Medienmacher erweisen sich zunehmend als Sinnsucher: Während etwa ZDF-Moderator Stephan Kulle über seine Konversion zur Katholischen Kirche berichtet, sprechen sich selbst bekennende Atheisten wie Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Stern“, für ein offensiveres Zugehen der Kirchen auf die Menschen aus. Die mit ihrer Botschaft „eigentlich konkurrenzlosen“ Kirchen seien unverzichtbar in der Wertebildung und ethischen Ausbildung, erklärte er bei einer Diskussionsrunde des Fachverbands der Konfessionellen Presse im Rahmen der Jahrestagung des Verbands der deutschen Zeitschriftenverleger am 16. November in Berlin. Zudem gebe es außerhalb der Gotteshäuser eine Sehnsucht nach Gemeinschaftserlebnis, auf die die Kirchen reagieren könnten. Sie seien aber nicht vorne dabei,
wenn es darum gehe, nach Sinn suchende Menschen abzuholen.
Zum Thema „Kirche und TV“ war in den veröffentlichten Protokollen der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 24. bis 27. September 2007 in Fulda noch wenig zu erkennen: In einem eigenen Tagesordnungspunkt unter „Gesellschaft und Soziales“ konzentrierte sich der Bericht von Medienbischof Dr. Gebhard Fürst im Wesentlichen auf die Neuordnung der Ausbildungsgänge des Instituts zur Förderung des Publizistischen Nachwuchses (ifp), das in München zusammengeführt werden soll. Die 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründete Journalistenschule bietet studienbegleitende Ausbildung, Volontärskurse für die kirchliche wie die säkulare Presse sowie spezielle Ausbildung für Theologinnen und Theologen an. Im veröffentlichten Bericht der Herbstvollversammlung spielte die Frage eines eigenen Fernsehkanal keine Rolle.
Nicht den Sekten überlassen
Ausgerechnet beim ifp-Jahrestreffen am 4. November 2007 in Ludwigshafen aber gab es neuen Zündstoff in der Frage: Vor mehr als 250 Absolventen der verschiedenen Ausbildungszweige empfahl der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) Jürgen Doetz den Kirchen, mit einem eigenen Sender in die digitale Fernsehwelt einzusteigen. „Überlassen Sie das Digitalfernsehen nicht dem Alpenverein, dem Anglerverein und den Sekten.“ Angesichts des zunehmenden Engagements nichtkirchlicher Glaubensgemeinschaften im Internet müssten sich die Kirchen verstärkt um ihre „mediale Auffindbarkeit“ bemühen, riet der Interessenvertreter des privaten Rundfunks. Er wisse auch, dass aus diesen Gründen Wirtschaftsunternehmen bereit seien, in ein kirchliches Fernsehangebot zu investieren, berichtete Doetz.
Warnende Worte kamen bei der Veranstaltung allerdings aus der öffentlich-rechtlichen Ecke: Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und Claudia Nothelle, designierte Fernsehdirektorin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), rieten dazu, mögliche Konsequenzen eines eigenen Kirchenkanals für die Präsenz der Kirchen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk genau zu prüfen und das bisher so gute Miteinander nicht zu gefährden. Ein eigenes Kirchenprogramm stehe in Konkurrenz zu den bisherigen Vereinbarungen, bekräftigte Raff die Position der öffentlich-rechtlichen Sender. Trotz persönlicher Sympathien für das Bestreben der Bischöfe, in der digitalen Welt in einer wie auch immer gearteten Form vertreten zu sein, halte er ein Vollprogramm jedoch für problematisch. „Ich kann nachvollziehen, dass die Kirchen den Markt nicht völlig den Sekten überlassen wollen“, meinte Claudia Nothelle. Die Frage eines kirchlichen Angebotes sei jedoch eine Frage der Qualität und des Umfangs. Ein eigener Kanal bedeute ein „anderes Miteinander“ von Kirche und öffentlich-rechtlichem Rundfunk, so Nothelle. Sie halte es weiterhin für wichtig, dass Kirche hier präsent sei.
Bei der Herbsttagung der Katholischen Redakteure im Privatfunk (KAPRI) am 5. November in der Katholischen Akademie Stuttgart konkretisierte Medienbischof Gebhard Fürst, dass die Frage nach einem eigenen Fernsehkanal aber durchaus auf der Agenda bleibe und aktiv angegangen worden ist. Noch sei vor allem zu prüfen, wie ein 24-Stundenprogramm zu füllen sei, welchen Anspruch und welche Ausrichtung der Sender haben solle. Dazu sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und auf dem Weg. Nicht zuletzt scheine jetzt schon deutlich, dass man mit einem 3 Millionen-Euro-Etat pro Jahr nicht ganz auskommen werde: „Das dürfte auch ein bisschen teurer werden.“ Das Geld aber sei nicht das Problem, so der Bischof und erinnerte an die großen Gemeinschaftsleistungen der deutschen Diözesen der letzten Jahre - etwa bei der Entschuldung des Erzbistums Berlin. Im Mittelpunkt der Fragen stehe vor allem, wer die Verantwortung für das Programm und das betriebliche Management übernehme.
Kein Amtsblatt
mit laufenden Bildern
Bei dem in der Diskussion stehenden TV-Spartenkanal dürfe es auf keinen Fall um ein „Amtsblatt mit laufenden Bildern gehen“, mahnte Bischof Fürst knapp zwei Wochen später in Berlin. Ziel sei ein katholisches Fernsehen „mit langer Leine“, ohne dass dies kirchliche Inhalte verwischen dürfe. Er wisse durchaus, dass dies auch Sprengstoff bergen könne. Kirche müsse aber „ein wenig die
Nische verlassen“, in der sich die diözesanen Kirchenzeitungen gelegentlich gern aufhielten. Die Erstellung der
Machbarkeitsstudie sei zu etwa 75 Prozent abgeschlossen. Der Kanal solle voraussichtlich ein zusätzliches Angebot zum bisherigen Medien-Engagement der katholischen Kirche sein. Derzeit noch immer völlig offen sei die Trägerstruktur eines solchen Fernsehens. Er hoffe auf eine Beteiligung möglichst vieler oder aller Diözesen. Bereits bei der nächsten Vollversammlung der Bischofskonferenz Mitte Februar wolle er die Studie den anderen Bischöfen vorlegen, berichtete Deutschlandradio Kultur am 18. November.
Zapp zur Kirche
Kirche auf Sendung mit eigenem Programm: Noch so eine Art „Verkaufssender“ mehr? Oder eine anderes „katholisches Phoenix“? Kirche auf Kanal 42 oder noch weiter hinten auf der Fernbedienung der Zapper-Republik? Unprofessionell dargebotene Erweckungstalks? Gnadenlos auf kalten Meeresboden versenkte Kirchensteuermittel?
Trotz solcher Fragen und üblicher Drohszenarien der etablierten Programme ist eines klar: Die Kirche ist von Natur aus „auf Sendung“. Und ein gutes Programm, das viele erreicht, könnte auch vieles bewegen. Unter anderem nicht zuletzt die Einsicht, dass man nicht nur von einer „missionarischen Kirche“ reden darf. Man sollte auch mit den Menschen sprechen. Und in einer Medienwelt geht man am besten genau in die Welt, in der die Menschen sind. Es bleibt spannend.
aus:
unitas 3/4 2007
Die
Botschaft Jesu geht auch die Ungläubigen an
Christian
Nürnberger: Jesus für Zweifler. 1. Auflage 2007, 272 Seiten, gebunden.
19,95 Euro, ISBN 978-3-579-06967-8.
Lange Jahre war der
Journalist Christian Nürnberger der Meinung, dass das Christentum „nur
noch Gerede und Geschwätz“ sei, eine von der Aufklärung widerlegte
Religion, die sich selbst überlebt hat. In seinem Buch „Jesus für
Zweifler“ kommt der Agnostiker Nürnberger zu dem Schluss, dass die
Botschaft Jesu für die Menschen ein Segen ist.
Das Buch versteht
sich als ein persönliches Zeugnis der Auseinandersetzung mit dem
christlichen Glauben und anderen, vermeintlichen Heilsangeboten wie
Kommunismus, New Economy und Komsumglaube. Christian Nürnberger, ein mit
dem christlichen Glauben aufgewachsener Mensch, ist kein Atheist, er
bezeichnet sich als Agnostiker, als jemand, der nicht weiß, was nach dem
Tod passiert: „Ich bin ein radikaler Skeptiker, der allem misstraut.“
Seinen Glauben habe er als Theologiestudent verloren, doch ein
ideologieloser „postmoderner Gewohnheits-Nihilist“ habe er nicht
werden wollen. So befasste er sich aufs Neue mit der Botschaft Jesu und
der Bibel. Herausgekommen ist das Buch „Jesus für Zweifler“, in dem Nürnberger
aus der Perspektive eines Menschen schreibt, der auf die segensreichen
Worte von Jesus Christus hofft, weil die Welt ohne Gott eine sinnlose Welt
ist, in der das Leben eines jeden Menschen völlig gleichgültig ist.
Der globalisierten
Welt des „Marktradikalismus“ etwa stellt Nürnberger einen
anspruchsvollen Gott entgegen, der sagt: „Ich habe für euch ein anderes
Gesetz, etwas Besseres als diese Konkurrenzgesellschaft, die beständig
mehr Verlierer als Gewinner produziert“. „Teil- und
Freizeitchristen“ genügen diesem Gott nicht, sagt Nürnberger. Die
Botschaft Jesu sei ein Segen für die Welt, und habe auch den Ungläubigen
viel zu sagen.
Die
Nazarener und der Koran
Bbr.
Prof. Dr. Joachim Gnilka: Die Nazarener und der Koran. Eine Spurensuche,
Herder-Verlag, 176 Seiten, 14.90 €, ISBN 978-3-451-29668-0
Die
Teilnehmer der AHB-/HDB-Tagung 2005 in Regensburg werden sich noch gut an
Bbr. Prof. Gnilka und seinen Vortrag „Bibel und Koran - was sie
verbindet, was sie trennt“ erinnern (vgl. UNITAS 4/2005, „Bibel und
Koran“, Herder-Verlag, 6. Auflage 2007). Jetzt hat der international
angesehene Bibelwissenschaftler Prof. Gnilka ein Buch über „Die
Nazarener und der Koran“ veröffentlicht. Er geht von den Bibelzitaten
des Alten und (hier vordringlich) des Neuen Testaments im Koran aus, und
stellt zum einen fest, „dass der Koran keine unmittelbare Kenntnis
kanonischer neutestamentlicher Schriften voraussetzt“ (S. 103). Zum
anderen weist er nach, „dass matthäische Überlieferungen (im Koran) in
Erscheinung treten, paulinische hingegen fehlen“ (S. 103). Woher bezieht
also der Koran seine Ausführungen über den jüdischen und den
christlichen Glauben? Warum gibt es diese eindeutige Fixierung auf
judenchristliche Überlieferungen? Bbr. Gnilka beobachtet, dass die
Christen im Koran unter dem Namen „Nasara“ erscheinen, was er bewusst
mit „Nazarener“ und nicht mit „Christen“ übersetzt (vgl. S. 16).
Die Nazarener waren aber eine stark an der jüdischen Gesetzgebung
orientierte frühchristliche Gruppierung, die auch im Neuen Testament Erwähnung
findet. Alle diese Spuren führen Bbr. Gnilka in die Frühzeit der
Jerusalemer Christengemeinde, in die Auseinandersetzungen zwischen Juden-
und Heidenchristentum, zwischen Petrus und Jakobus auf der einen und
Paulus auf der anderen Seite.
Bbr. Gnilka analysiert die unterschiedlichen Glaubensauffassungen der frühen
Christen über den einen Gott und über Jesus Christus sowie ihre
Einstellung zum jüdischen Gesetz. Er untersucht die Auseinandersetzungen
mit dem Judentum in der Zeit bis zum Ausbruch des Jüdisch-Römischen
Krieges und die überlieferten Zeugnisse danach. Sein äußerst
informatives und spannend zu lesendes Buch endet mit einer aktuellen
wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die ältesten Inschriften des
Jerusalemer Felsendoms aus dem letzten Jahrzehnt des siebten Jahrhunderts.
Thomas
Lohmann
Konstantin
und Europa
Bistum
Trier (Hrsg.): Konstantin und Europa; 48 S. mit zahlr. farbigen Abb., ISBN
978-3-7902-0219-9, 9,90 Euro. Erhältlich beim Paulinus-Verlag, Tel. 0651
/ 4608-121, Email: media@paulinus.de) und allen Buchhandlungen.
Zur
Konstantinausstellung in Trier hat das Bistum Trier ein Magazin mit dem
Titel „Konstantin und Europa“ herausgebracht, in dem Parallelen
zwischen dem Römischen Reich zur Zeit Konstantins und dem heutigen Europa
thematisiert werden. Prominente Politiker, wie
Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der EU-Kommissionspräsident
José Manuel Barroso kommen dabei genauso zu Wort, wie Theologen und
Historiker oder der Trierer Bischof Bbr. Dr. Reinhard Marx. Zahlreiche
farbige Abbildungen machen das Magazin zum idealen Begleiter der
Konstantinausstellung, die einen wahren Besucheransturm verzeichnet.
Das
Heft zeigt erstaunliche Parallelen zwischen der Zeit Konstantins und der
heutigen Situation Europas auf. Die Nationalstaaten innerhalb EU sind –
wie einst die römischen Teilreiche – auf ihren Vorteil bedacht, aus der
Türkei, Osteuropa und Nordafrika drängen die Menschen in die EU.
Gleichzeitig wird, ganz im Gegensatz zur Zeit Konstantins, das Christentum
nicht gefördert, sondern die christlichen Wurzeln Europas bestritten.
Angesichts dieser Parallelen geht das Buch der Frage nach: Können wir aus
der Geschichte lernen?
Vorschule
des Betens von Bbr. Guardini
Romano
Guardini: Klassiker des Christentums. Vorschule des Betens, 196
Seiten, gebunden, Weltbild, ISBN-10: 3828949460, ISBN-13: 9783828949461, 9.95 EUR
Ein
Klassiker des Christentums ist neuaufgelegt: Die „Vorschule des
Betens“ unseres Bundesbruders
Romano Guardini (1885-1968),
der zu den großen katholischen Religionsphilosophen und Theologen des 20.
Jahrhunderts gehört. Als 33-Jähriger wurde Guardini mit einem Schlag berühmt,
als 1918 sein schmales Werk „Vom Geist der Liturgie“ erschien. 1927
erschienen das kleine Werk „Von heiligen Zeichen“ und wurde für den
geistigen Führer der liturgischen Erneuerung ein heute kaum mehr
vorstellbarer Erfolg. Als diese Bewegung um
die Jahre 1939 bis 1944 in eine Krise geriet veröffentlichte Romano Guardini auf Bitten des Mainzer
Bischofs Albert Stohr eine Stellungnahme, in der er Liturgismus,
Praktizismus, liturgischer Dilettantismus und Konservatismus als Gefahren
für die Liturgie benannte. In dieses Umfeld reiht sich 1943 sein Werk
„Vorschule des Betens“. Guardini fragte sich schon sehr früh, ob der
heutige Mensch die überlieferten Texte des betenden gottesdienstlichen
Feierns überhaupt noch verstehen könne, erläutert Kardinal Lehmann in
seinem Nachwort zur aktuellen Neuauflage.
Bbr. Guardini zeigte in seinem
Buch „Vom Geist der Liturgie“ und spätere Veröffentlichungen seine
Überzeugung auf, nach der die Menschen durch die Gestaltung der
liturgischen Handlungen und die Art des deutenden und bildenden Sprechens
in das heilige Geschehen hineingeführt werden müssen. In seiner
„Vorschule des Betens“ formuliert Guardini: „Beten ist eine innere
Notwendigkeit, Gnade und Erfüllung – Beten ist aber auch Pflicht, Mühe
und Überwindung. So gibt es das Erlebnis, aber auch seine Schule.“ Sein
Weg ist der der einfachen Dinge: Vorbereitung und Ordnung des Gebetes (Übung,
Sammlung, äußere Ordnung), die Wirklichkeit Gottes und Grundakte des
Gebetes (Gott der Heilige, Anbetung, Lob, Bitte, Dank), die Heiligste
Dreifaltigkeit und das Gebet (die Beziehung zu den göttlichen Personen),
das mündliche Gebet (Wortformen im Gebet), das innerliche oder
betrachtende Gebet (auch: das mystische Gebet), die Vorsehung (der
Zusammenhang des Gebetslebens mit der Vorsehung), das Gebet zu den
Heiligen und zur Mutter des Herrn, das Gebet in der Zeit des Unvermögens
(Schwierigkeiten aus dem inneren Wandel des Lebens und aus Krisen des
Glaubens), der Gesamtzusammenhang des christlichen Gebetslebens (das persönliche
Gebet, die Liturgie, die Volksandacht).
Damit
bleibt seine Arbeit eine wichtige Heranführung zum liturgischen
Geschehen. Kardinal Lehmann: „Es ist ein tiefer Versuch, die
anthropologischen, religiösen Grundvoraussetzungen zur Sprache zu
bringen, die man früher, als sie einfach im Beten selbst lebten und
funktionierten, weniger befragte, aber nun in der Krise ausdrücklich
machen muss. … Die Sprache des Buches ist einfach, in der Art Guardinis:
ruhig meditierend, ohne Hast, zielstrebig und sprachlich schön.“ Heute
noch spricht sein vor über
60 Jahren geschriebenes Buch den Leser von heute noch unmittelbar und
frisch an.
Bbr.
Romano Guardinis Buch „Vorschule des Betens“ erscheint in der Reihe
„Klassiker des Christentums“, die gemeinsam vom Rheinischen Merkur und
dem Weltbild Verlag herausgegeben wird. Sie widmet sich neben Guardini
bislang Paul Gerhardt, Thomas von Kempen, Thomas Morus, Martin Luther,
Ignatius von Loyola und Dietrich Bonhoeffer.
CB
Artikel für
"Rund um den Kirchturm" 3/2007:
Volles
Haus an der Flurstraße
UNITAS-Studenten laden ein
BORBECK.
„Volles Haus!“ meldet der Wissenschaftliche Katholische
Studentenverein UNITAS Ruhrania an der Flurstraße. Zum Start des
Wintersemesters 2007/08 sind neun Kommilitonen in das Studentenhaus des
Vereins gezogen. „Wir hatten über das Internet inseriert und eine
unerwartet große Nachfrage“, freut sich der derzeitige Vorsitzende
Daniel Muschellik mit seinen Bundesbrüdern über die neuen Mitbewohner
aus dem Münsterland, Sachsen, Ostwestfalen, Schwaben oder Hessen.
War
es in den letzten Septemberwochen noch ziemlich hektisch zugegangen, sind
die umfassenden Renovierungsarbeiten in dem im Sommer 2004 vom Verein
erworbenen Haus nach anderthalb Jahren Umbauzeit nun im Wesentlichen
abgeschlossen. Mit Zimmergrößen bis 29 Quadratmetern und erschwinglichen
Preisen scheinen die UNITAS-Studenten in eine Marktlücke gestoßen zu
sein. Denn aktuell gestiegene Studentenzahlen machten für viele
Studienanfänger die Zimmersuche nicht gerade leicht. Neun brandneue
Zimmer mit mehreren Bädern stehen nun in den beiden oberen Stockwerken
des „Feldschlößchens“ zur Verfügung. Und in der Gemeinschaftsküche
ist Spaghettikochen, so interessierte Topfgucker, zur Zeit voll im Trend.
Vor allem aber gilt es für die Studis, sich in Fächern wie Medizin,
Wirtschaftsinformatik oder Osteuropakunde an den Universitäten in
Duisburg, Essen und Bochum zurechtzufinden.
Der
katholische Studentenverein will es den Neuankömmlingen in Borbeck leicht
machen. Nicht nur in der Küche, sondern auch im großen Gemeinschaftssaal
unter dem Dach, gibt es immer wieder spontane gesellige Treffen, bei denen
sie den Stadtteil und die Gemeinde St. Dionysius vorstellen oder über die
Grundlagen und Arbeit von Verein und UNITAS-Verband berichten, der vor über
150 Jahren von Studenten aus dem Ruhrgebiet in Bonn begründet wurde. Für
die erst vor wenigen Jahren in Borbeck angedockte Ruhrania eine besondere
Herausforderung: „Unsere jetzt noch kleine Gemeinschaft hat in ihrer
fast 100-jährigen Vereinsgeschichte nie ein eigenes Haus besessen“, so
der Senior Daniel Muschellik. An diese Situation müsse sich der seit
Anfang der 1990-er Jahre durch das Ruhrgebiet nomadisierende Verein auch
erst gewöhnen. „Borbeck finden sie alle richtig gut“, sagt Daniel und
freut sich auf gemeinsame Exkursionen.
Im
Haus an der Flurstraße selbst sind noch größere Dinge geplant, denn im
über 100 Jahre als Gaststätte genutzten Erdgeschoss soll zum Frühjahr
2008 eine völlig neue Gastronomie entstehen. Inzwischen habe der
Hausbauverein hervorragend geeignete Partner aus der Region gefunden, die
mit Hochdruck an den Ausbau gehen und auf ein erfolgreiches breites
Angebot setzen. „Ein Umstand, der unser Haus noch attraktiver machen
wird“, hoffen die Bundesbrüder der Ruhrania, die sich jetzt schon auf
viele Gäste freuen: „Wenn es endlich losgeht, wird das in Borbeck nicht
zu übersehen sein!“
Ihr
inhaltliches Profil zeigt die UNITAS-Ortsvereinigung im Ruhrgebiet in
diesen Monaten nicht nur durch gemeinsame Gottesdienste und Feiern zu den
Festen ihrer Verbandspatrone Maria Immaculata im Dezember und Thomas von
Aquin im Januar. So begleitet neben wissenschaftlichen Sitzungen eine
Reihe von Vortrags- und Gesprächsabenden mit geistlichen Bundesbrüdern
den gemeinsamen Weg durch den Advent. Besonders Studenten, die mehr zur
UNITAS erfahren wollen, sind hier immer herzlich willkommen. Auch, wer
noch bei der Ausstattung des Hauses helfen kann: „Nicht nur schöne alte
Kronleuchter bekommen hier einen Ehrenplatz.“ Zum Stand der Dinge am
„Feldschlösschen“ und zu den laufenden Aktivitäten gibt es auch
zahlreiche und immer wieder aktualisierte Informationen im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.
Termine
bis Jahresende:
Mi
28.11., 19.30
Uhr: „Johannes, der
Wegbereiter". Gemeinsam
in den Advent mit Bbr. P. Benedikt Kisters CSsR, Redemptoristen-Kloster
Bottrop-Kirchhellen, auf dem UNITAS-Haus,
ca. 21.45 Uhr gemeinsame
Komplet
Mi
05.12., 19.30 Uhr: Wissenschaftliche
Sitzung: „Armenien - Das erste christliche Land“, Ref.:
Bbr. Gregor Heinrichs, gemeinsam mit dem UNITAS-Zirkel Essen im „Istra“,
Essen-Rüttenscheid
Mi
12.12., 19.30 Uhr: „Maria,
die im Ursprung Geheiligte“, Geistlicher Impuls mit Bbr. Kaplan
Helmut Wiechmann, Altena, auf
dem UNITAS-Haus, ca.
21.45 Uhr gemeinsame
Komplet
Mi
19.12., 19.30 Uhr: „Immanuel,
der Gott mit uns“, Geistlicher
Impuls mit Bbr. Vikar Norbert Linden, auf dem UNITAS-Haus,
ca. 21.45 Uhr gemeinsame
Komplet
Artikel
auf www.unitas.org
Essen:
Volles Haus im Ruhrpott
Ruhranen erreichen wichtiges Zwischenziel
von
Christof M. Beckmann
31. Oktober 2007
BORBECK.
„Volles Haus!“ meldet die UNITAS Ruhrania an den Universitäten
Duisburg, Essen und Bochum. Zum Start des Wintersemesters 2007/08 sind
neun Kommilitonen in das UNITAS-Zentrum Ruhr gezogen. „Wir hatten über
das Internet inseriert und eine unerwartet große Nachfrage“, freut sich
der derzeitige Vorsitzende Daniel Muschellik mit seinen Bundesbrüdern über
die neuen Mitbewohner aus dem Münsterland, Sachsen, Ostwestfalen,
Schwaben oder Hessen.
War es in den
letzten Septemberwochen noch ziemlich hektisch zugegangen, sind die im Mai
2006 mit viel Eigenarbeit begonnen Renovierungsarbeiten nun im
Wesentlichen abgeschlossen. Mit Zimmergrößen bis 29 Quadratmetern und
erschwinglichen Preisen scheint die UNITAS an der Ruhr in eine Marktlücke
gestoßen zu sein. Denn aktuell in NRW und an den Ruhr-Universitäten
gestiegene Studentenzahlen machten für viele Studienanfänger die
Zimmersuche nicht gerade leicht. Neun brandneue Zimmer mit mehreren Bädern
stehen nun in den beiden oberen Stockwerken des „Feldschlößchens“
zur Verfügung. Und in der Gemeinschaftsküche hinter der eigenwilligen
Fassade ist Spaghettikochen, so interessierte Topfgucker, zur Zeit voll im
Trend. Vor allem aber gilt es für die Studis, sich in Fächern wie
Medizin, Wirtschaftsinformatik oder Osteuropakunde an den Universitäten
in Duisburg, Essen und Bochum zurechtzufinden.
Graue
Haare inklusive
Noch gibt es immer
noch viel zu tun rund um Haus und Hof. Die Organisation der
Dauerbaustelle, wie geschaffen dafür, den Verantwortlichen eine
prachtvoll graue Haarpracht zu bescheren, hatte es in sich: Vor allem beim
Innenputz, bei dem mehr als 25 Tonnen Material an die Wände kamen. Das über
100-jährige Haus - innen weitgehend Fachwerk - saugte mit großer
Geschwindigkeit die Feuchtigkeit aus dem dick aufgebrachten Mörtel, was
beträchtliche Rissbildung folgerte. Die Nacharbeitungszeit und der
Baustopp für alle anderen Gewerke ließ den angepeilten Zeitplan vollends
zusammenstürzen. Und doch haben es die Ruhranen irgendwie schließlich
doch geschafft. Als Dauergäste mit „Goldenen Kundenkarten“ in den
umliegenden Baumärkten brachten sie zuletzt in mehreren Arbeitseinsätzen
nicht nur über 1000 Quadratmeter Tiefengrund, schließlich auch Farbe an
die Wand und Lampen an die Decken: Pünktlich während des Einzugs des
ersten neuen Hausbewohners kam der zweite Anstrich und der brandneue
Laminat-Fußboden. Selbst Zimmertüren stellten sich schließlich ein. Und
die Schränke der selbstmontierten Einbauküche haben ihre Aufhängungen
bislang noch nicht verlassen.
Pächter
ist gefunden
Ermöglicht haben
dies nicht zuletzt die Entwicklungen der Verhandlungen mit potenziellen
und geeigneten Pächtern für die von Beginn an geplante öffentliche
Gastronomie im Erdgeschoss. Über vier Monate zogen sich die Gespräche
des örtlichen Hausbauvereins mit den letzten Kandidaten, die sich auf
eine ungeplante Regelung einließen. Die Verabredung über einen
Baukostenzuschuss ermöglichte schließlich die volle Konzentration der
Baumaßnahmen auf den als Studentenhaus genutzten Teil des Gebäudes. Sie
haben auch die umfangreichen Berechnungen für die Kostenkontrolle etwas
entspannt: Ungezählte Stunden verbrachten die Verantwortlichen bei diesem
im ganzen Verband großen Objekt für die Abrechnung der zahlreichen
Gewerke. Der Ruhranen-CC gab im Sommer bei einer Klausurtagung zudem grünes
Licht für den Anbau eines eigenfinanzierten Wintergartens im Bereich des
Biergartens, der damit die ganzjährig nutzbare Gastronomiefläche noch
deutlich vergrößert und auf Dauer einen weiteren großen Gewinn für das
Gesamtprojekt - und hoffentlich auch für den Verband - darstellt. Am
Lukas-Tag kam es im Oktober mit den beiden zukünftigen Betreibern zum
lange vorbereiteten Handschlag: Die ausgemachten Profis betreiben u.a. das
„alpincenter“, die Skihalle in Bottrop und weitere gut laufende Lokale
im Umfeld, verfügen über ausgezeichnete Kontakte und bringen in das
Projekt große Investitionen ein. Nach derzeitigem Stand wollen sie das
Haus unter seinem alten Namen „Feldschlösschen“ zum April 2008 eröffnen.
Sie sind bereits mit Hochdruck an den Ausbau gegangen und setzen auf ein
erfolgreiches breites Angebot. „Ein Umstand, der unser Haus noch
attraktiver machen wird“, hoffen die Bundesbrüder der Ruhrania, die
sich jetzt schon auf viele Gäste freuen: „Wenn es endlich losgeht, wird
das nicht zu übersehen sein!“
UNITAS-Profil
bilden
Währenddessen hat
die über ein Jahr wieder durch die Region nomadisierende Ruhrania,
die in ihrer fast 100-jährigen Vereinsgeschichte nie zuvor ein eigenes
Haus nutzten konnte, in ihrem neuen Zentrum den geregelten Semesterbetrieb
aufgenommen. „Ohne den UNITAS-Zirkel Essen wäre dies nie möglich
gewesen“, stellt Alt-Senior Sebastian Sasse heraus. „Und noch ist es für
uns eine ungewohnte Situation“, so sein Nachfolger Bbr. Daniel
Muschellik. Denn jetzt gilt es im eigenen Haus auch verstärkt
unitarisches Profil auszubauen. Die Bundesbrüder rechnen mit der
Sogwirkung des stark vom ZHBV und Verband unterstützten Unternehmens in
der ganzen Region. „Alle Zirkel im Umkreis sind herzlich eingeladen,
dieses Haus als ihr Haus zu entdecken und zu nutzen“, so die Aktiven,
HBV und örtlicher Hausbauverein.
Toller
Saal entstanden
Besonders im neuen
Veranstaltungssaal unter dem Dach, für den die Hausstatik mit Stahlträger
und mächtigen Leimbindern verstärkt wurde: Neben den gemeinsamen
Gottesdiensten und Feiern zu den Patronatsfesten im Dezember und Januar
begleitet eine Reihe von Vortrags- und Gesprächsabenden mit geistlichen
Bundesbrüdern den gemeinsamen Weg durch den Advent. Hilfe ist noch bei
der Ausstattung des Hauses gefragt: „Nicht nur schöne alte Kronleuchter
bekommen hier einen Ehrenplatz“, so der unitarische Ortsverein an der
Ruhr.
Zum
Stand der Dinge am „Feldschlößchen“ und zu den laufenden Aktivitäten
gibt es immer wieder aktualisierte Informationen im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.
CHRISTA
LANGEN-PEDUTO schreibt in einem Artikel des aktuellen RHEINISCHE
MERKURS (Nr. 32, 09.08.2007) über Bundesbruder Monsignore
Christoph Kühn (UNITAS Frankonia Eichstätt), den Leiter der
deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat: |
RÖMISCHE
NOTIZEN
August-Stress im
Staatssekretariat
VON
CHRISTA LANGEN-PEDUTO
Besucher
im vatikanischen Staatssekretariat eilen am liebsten gleich an die Fenster
der langen Korridore. Der Blick von dort auf die Ewige Stadt ist
atemberaubend schön. Und manch einer wird denken: Wie beneidenswert, dort
zu arbeiten. Den Mitarbeitern des Staatssekretariats ist das bewusst. Die
meisten haben allerdings selten Zeit für bewundernde Panoramablicke. Das
gilt, in Benedikt-Zeiten, vor allem für die deutsche Abteilung der ersten
Sektion für allgemeine Angelegenheiten. Jetzt herrscht dort Hochbetrieb,
weil der Österreichbesuch des Papstes vom 7. bis 9. September ansteht.
2006 ging es um die letzten Vorbereitungen für den Bayernbesuch und 2005
für den Weltjugendtag in Köln.
Die
deutsche Abteilung ist etwas aufgestockt worden, seit täglich eine Flut
an Korrespondenz eintrifft. Vier Priester und drei Laien arbeiten dort.
Letztere sind weiblichen Geschlechts – womit die Durchschnittsquote des
Frauenanteils von 16 Prozent der Beschäftigen im Vatikan ganz im Sinne
von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone erfreulich hoch überschritten
ist. Seit 2001 leitet die Abteilung Monsignore Christoph Kühn. Der
Nuntiaturrat ist Träger deutscher und österreichischer Verdienstorden,
Commendatore der italienischen Republik und erhielt 2007 das Komturkreuz
mit Stern des Fürstentums Liechtenstein.
Der
43-jährige Priester des Bistums Eichstätt und promovierte
Kirchenrechtler gibt sich bescheiden und zurückhaltend. Aufgabe des
Staatssekretariats sei es, dem Papst in Fragen des täglichen Dienstes
behilflich zu sein, heißt es im Profil der hohen Behörde. Die
Mitarbeiter in der deutschen Abteilung sind nicht, wie der Privatsekretär
des Papstes, Prälat Georg Gänswein, ins öffentliche Bild des Heiligen
Vaters eingebunden. Man wirkt im Hintergrund. Nur mittwochs bei der
Generalaudienz hat jeweils einer der Priester der Abteilung einen
Auftritt. Er verliest die fast immer sehr lange Liste anwesender
Pilgergruppen aus deutschsprachigen Ländern – sein eigener Name als
Sprecher wird dabei aber nicht genannt.
Benedikt
XVI. inspiriert mit seinen tiefgründigen Aussagen. Besonders Gläubige
aus deutschsprachigen Ländern reagieren und schicken Briefe nach Rom.
Diese bearbeitet die deutsche Abteilung. Jeder, der sich respektvoll an
die Person des Heiligen Vaters wendet, ist einer Antwort würdig. Zum 80.
Geburtstag des Papstes im April trafen rund 5000 Glückwunschschreiben
allein von privaten Gratulanten aus dem deutschsprachigen Raum ein. So
weit möglich, wurde allen gedankt. Bei besonderen Anliegen weist das
Staatssekretariat die Schreiber darauf hin, sich vertrauensvoll an den
Ortsbischof zu wenden.
Mit
Blick auf die Österreichreise haben einzelne Pilger darum gebeten, dem
Heiligen Vater während seiner Reise persönlich begegnen zu können. Da
wird zumindest auf die vor Ort tätigen Organisation verwiesen.
Österreich
sei ein katholisches Kernland Europas, sagte Monsignore Kühn kürzlich
vor einer deutschen Pilgergruppe, „und wir wollen natürlich den Glauben
durch diesen Papstbesuch stärken und vertiefen helfen“. Zuweilen hält
er Vorträge vor besonders interessierten Reisegruppen, die sich über den
Heiligen Stuhl und die Vatikan-Behörden informieren wollen. Das ist auch
nahezu die einzige Möglichkeit, mit dem diskreten Monsignore ins Gespräch
zu kommen.
Rechts:
BORBECKER NACHRICHTEN vom 2.8.2007
aus: unitas 2/2007
Baustelle
Ruhrgebiet:
UNITAS-Zentrum
auf der Zielgerade
Vor
genau einem Jahr begonnen, geht nun die Totalsanierung des UNITAS-Hauses
im Ruhrgebiet auf die Zielgerade. Nach dem Ausräumen und Abreißen, das
die Aktiven im Mai/Juni 2006 begonnen hatten, waren ab August die ersten
Handwerker an die Arbeit gegangen. Inzwischen sind alle komplett
erneuerten Leitungen in der Wand, Trockenbauer und Verputzer, Zimmerleute
und Dachdecker sind mit den Hauptgewerken weitgehend fertig.
Inzwischen
geht der Innenausbau mit Fliesenarbeiten weiter, Fußböden werden noch
abgeschliffen und Türen eingesetzt. Rundum sind die Fenster komplett
erneuert und die Fassade soll noch in diesem Jahr in strahlendem Gelb und
Weiß leuchten. Ein Highlight, das sogar in der örtlichen Presse gewürdigt
wurde, waren statische Sicherungsarbeiten, für ein tonnenschwerer Stahlträger
und mächtige Leimbinder in das Haus schwebten. Damit musste die UNITAS
Ruhrania auch im Sommersemester wieder improvisieren: Das Programm hatte
die Aktivitas mit Senior Sebastian Sasse in enger Zusammenarbeit mit dem
Essener UNITAS-Zirkel geplant.
Arbeitseinsätze
am Haus
Gemeinsame
Arbeitseinsätze auf dem Haus setzten Anfang März den „Akademischen
Bautrupp“ erneut in Bewegung: Während die Bauarbeiten fortschritten,
sorgte ein „Finales Räumkommando“ außen und innen am UNITAS-Zentrum
für Ordnung. In gemeinsamer Aktion von Jung und Alt wirbelten 12 Bundesbrüder
an der Flurstraße, entsorgten mit mehreren Anhängerführen alte Polstermöbel,
Matratzen, Kühlschranke, eine Menge Müll und mehrere Ladungen Laubsäcke
vom Gelände. Einzelne Teams schwärmten in die Zimmer aus, bald schufen
Dampfgeräte tropisches Klima, in dem man den letzten
Tapetenresten zu
Leibe rückte, um die Wände für den Innenputz vorzubereiten. Muster aus
100 Jahren der deutschen Geschichte traten zutage, selbst ursprüngliche
Wandmalereien wurden sichtbar. Wo der Putz bröselte, half der Hammer, und
an vielen Stellen wurde alles bis auf die mit Drahtgeflecht genagelten
Fachwerkbalken freigelegt. Während ein einziges Rumoren das ganze Haus füllte,
alterte mancher um Jahre - zumindest optisch: Der allgegenwärtige Staub
kroch in jede Pore, weiße Schläfen und die brettharte Haarpracht
keltischer Krieger waren der Lohn für eine konzentrierte knüppelharte zwölfstündige
Arbeit. Allen ein Vorbild: Der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese
mit verwegener Kappe, seinen 70 Lenzen und unitarischen 100 Semestern.
Bald zeigten sich Haus und Hof von einer völlig neuen Seite, weitere 1,5
Tonnen Laub wurden bei einer weiteren Expedition entsorgt. Natürlich
fehlten reviertypische Atzung, Currywurst mit Pommes und ein Schluck
leckeres Dampfbier nicht …
Wissenschaftsarbeit
und Flagge zeigen
Im
Mittelpunkt der gemeinsamen Wissenschaftlichen Sitzungen mit dem Essener
Zirkel standen zu Beginn vor allem religiöse Themen: Gut 30 Gäste
versammelte im März ein Vortrag von Bbr. Rüdiger Duckheim über Aufbau
und Wesen der Heiligen Messe. Sein klar gegliedertes Referat zu Aufbau und
historischer Entwicklung von Wortgottesdienst und Eucharistiefeier
betrachtete die wesentlichen Neuerungen und Vorschriften der
Liturgie-Konstitution des II. Vatikanischen Konzils, aber auch
Fehlentwicklungen und neue Ideen. Eine intensive Debatte schloss sich auch
dem Vortrag an, den Anfang April Bbr. OStR i.R. Erich Wagner über die
Christliche Hoffnung hielt.
Die
Aktiven rüsteten bereits für eine politische Aktion: Am 21. April hieß
es für die Ruhr-UNITAS bei einer Demonstration gegen eine Kundgebung der
NPD und sogenannter „Freier nationalistischer Kameradschaften“ Flagge
zu zeigen. Mitten im Protest eines breiten Bürgerbündnisses aus
Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und vieler gesellschaftlicher Gruppen
stand die Ruhrania mit ihrer Ludgerus-Fahne unter 1.000 Demonstranten. Mit
dem Slogan „Essen stellt sich quer - Borbeck stellt sich quer“ machten
sie unter vollem Geläut vom Kirchturm auf dem Alten Markt in Borbeck
unmissverständlich klar, dass rechte Parolen und Neonazis in Borbeck
nicht willkommen sind. Geradezu
passend starteten der
Essener Zirkel und Aktive in den Marienmonat Mai: Ein Vortrag von Bbr.
Michael Heliosch berichtete über Entstehen und Botschaft der „Madonna
von Stalingrad“, die vor 65 Jahren im Kessel von Stalingrad entstand und
heute in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufbewahrt wird.
 Europa-Kneipe
in Essen
Zur
Feier des Europa-Tages Anfang Mai widmete die Ruhrania dem
Andenken von Bbr. Robert Schuman erstmalig eine Europakneipe. Dabei
bewiesen die Düsseldorfer Rheinfranken mit Alt-VOP Rolf Berweiler wahre
bundesbrüderliche Verbundenheit: Sie reisten gleich mit mehreren Bundesbrüdern
an und halfen kräftig bei der hervorragend laufenden Versorgung der
Corona. Besonderer Höhepunkt des Abends im Kneipsaal der befreundeten
CV-Verbindung KdStV Nordmark wurde die vom Bundeslied umrahmte
hochoffizielle Aufnahme zweier um die UNITAS an der Ruhr verdienter
Borbecker. Feierlich nahm Präside Sebastian Sasse als neue
Ehrenmitgliedschaft Vikar Norbert Linden von St. Dionysius Borbeck und
Norbert Breiderhoff, Vorsitzender
des örtlichen CV-Zirkels „Kohle“ als unitarische Bundesbrüder auf.
Die Laudationes übernahmen Bbr. Helmut Wiechmann, aus Altena angereister
Geistlicher Verbandsbeirat
und Ehrensenior Bbr. Dr. Christof Beckmann.
Der Essener Zirkelvorsitzende Bbr. Martin Gewiese überreichte gerahmte
Urkunden aus und überbrachte die Grüße der Altherrenschaft.
Ein die überverbandlichen Kontakte lobendes Grußwort sprach Martin
Niklas, Vorsitzender des CV-Zirkels Essen. UNITAS-Verbandsgeschäftsführer
Bbr. Dieter Krüll appellierte in seiner Grußrede zu konsequenter,
gelassener und zuversichtlicher Arbeit für das christliche Fundament des
vereinigte Europa. Dazu könne und müsse, so Bbr. Krüll, der
Schulterschluss der katholischen Korporationen einen wichtigen Beitrag
leisten.
Mit
dem Thema hatte sich der Convent bereits seit Beginn des Semesters
intensiv beschäftigt. Über mehrere Wochen galt ihm der inhaltliche
Schwerpunkt: Die UNITAS an der Ruhr startete ein Internetprojekt mit
zahlreichen europarelevanten Dokumenten, rief zu Unterschriften auf und
entwickelte in Abstimmung mit den Thüringer Bundesbrüdern von UNITAS
Ostfalia in Erfurt eine Resolution, die zeitgleich zum Berliner
Europa-Gipfel am 25. März mit drei Anträgen verabschiedet wurde. Sie
zielten auf eine nachhaltige Verstärkung des europapolitischen
Engagements des Verbandes, auf ein Bewusstwerden der großen Tradition, in
der die UNITAS mit ihrem prominenten Mitglied Robert Schuman steht, und
auf die Verabschiedung einer Resolution, die als Signal für die
Ausrichtung der zukünftigen Verbandsarbeit wirken sollte. Nach der
Generalversammlung zogen die Ruhranen eine rundum zufriedene Bilanz: Nicht
alle Formulierungen waren erwartungsgemäß auf Zustimmung gestoßen, doch
blieb zum Schluss exakt das Ergebnis, das sich die Antragsteller erhofft
hatten.
Froher
Pfingsttag 2007 an der Ruhr
Während
sich seit Ende Mai Trockenbauer, Installateure und Elektriker auf der
UNITAS-Baustelle an der Flurstraße die Klinke in die Hand gaben, startete
der Innenputz, der sich aus dem ersten Obergeschoss langsam ins
Erdgeschoss vorarbeitete. Vorsichtigerweise war das große Fest zu
Pfingsten noch nicht im Haus geplant worden, zu dem
Bbr. Marc Schmidt in die benachbarte Pfarrgemeinde St. Maria Immaculata in
Borbeck einlud. Zu seiner feierlichen Aufnahme in die katholische Kirche
versammelten sich fast 40 Mitfeiernde, seine Familie, Vertreter der
Altherrenschaft und Aktive der unitarischen Familie in und um Essen.
Zelebrant Bbr. Pater Benedikt Kisters CSsR vom Jugendkloster der
Redemptoristen in Kirchhellen, sprach in seiner sehr persönlichen Predigt
von einer in der Gemeinschaft der UNITAS lange gereiften Entscheidung. Sie
habe Bbr. Marc als evangelischer Christ nicht gegen etwas, sondern für
das getroffen habe, was ihm wichtig geworden sei. Im Namen des Bischofs
Felix Genn von Essen nahm Benedikt Marc in die Katholische Kirche auf und
firmte ihn - eine besondere Freude auch für die beiden Paten seiner
Leibfamilie, die mit Marc vor den Altar treten durften und als Zeugen per
Unterschrift attestierten. In den Fürbitten nahm ihn die feiernde
Gemeinde ins Gebet und bat um Gottes Geist für die UNITAS-Gemeinschaft. Fürbitten,
Lesung und Dienst der Ministranten am Altar hatten Aktive und Alte Herren
übernommen.
Wesentliche
Glaubenswahrheiten stellten sich Zirkel und Aktivitas Anfang Juni: Eine
Wissenschaftliche Sitzung von Bbr. Richard Laudage entwickelte am Beispiel
des Festes „Christi Himmelfahrt“ mehrere Einzelaspekte, insbesondere
die „Verherrlichung Christi“ durch seine „Erhöhung“ und
„Inthronisation zur Rechten des Vaters“. Eine Veranschaulichung der
Motive brachten Beispiele aus der christlichen Ikonographie: Ottonische
Prachtevangeliare oder Mosaiken aus Ravenna zeigten die bildliche
Umsetzung der Begriffe und ihrer Bedeutungen. Tief in die Mystik führten
eine ganze Reihe von Fragen in der anschließenden Debatte, die
insbesondere die Themen von „Person“, „Identität“,
„Verwirklichung“ des Menschen und seine Begegnung mit Gott betrafen.
Unter
einem anderen Aspekt setzte das Vereinsfest zu Ehren des Hl. Bonifatius am
10. Juni die Diskussionen fort: Der Bochumer Professor und Studiendirektor
für Religion und Deutsch am Abteigymnasium Duisburg, Dr. Gerd Neuhaus,
beschäftigte sich bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung in
Essen-Werden mit dem Satz „Außerhalb der Kirche kein Heil“. Der
Zirkelvorsitzende Bbr. Martin
Gewiese begrüßte nach dem gemeinsamen Lateinischen Choralhochamt in der
benachbarten Ludgerus-Basilika rund 30 Gäste in den Dom-Stuben. Der knapp
einstündige Vortrag lieferte für die anschließende, von Aktivensenior
Sebastian Sasse geleitete Diskussion viele Anregungen zum Verständnis von
Toleranz, abendländischer Geistesgeschichte und Aufklärung. In einer
weiteren Wissenschaftlichen berichtete Senior Sebastian Sasse über seine
Forschungsergebnisse zu dem christlichen Gewerkschafter und Politiker Adam
Stegerwald vorstellen.
Während
nun der dick aufgebrachte Putz auf den Wänden in der Baustelle
durchtrocknet, wollen die Aktiven das Haus immer mehr wieder voll in
Besitz nehmen. Noch gibt es viele Arbeiten, die anstehen, doch soll so
schnell wie irgend möglich bereits der Vereinsbetrieb dort wieder
anlaufen. Wann die ersten Bundesbrüder wieder einziehen können, wird in
Abstimmung mit der Bauleitung entschieden. Gleichzeitig zielen
Verhandlungen mit einer Brauerei und einem Bierverlag auf die Eröffnung
der Gastronomie im Erdgeschoss mit ihrem Biergarten noch in diesem Jahr.
Soviel steht fest: Im Winter gibt’s im Ruhrgebiet freie Zimmer!
aus:
unitas 2/2007
Friedhelm
Ost – 65 Jahre
Bundesbruder
Friedhelm Ost vollendete am 15. Juni sein 65. Lebensjahr – Anlass für
eine Würdigung auch in der UNITAS-Zeitschrift. Staatssekretär a. D.
Friedhelm Ost kann auf ein reich erfülltes und aktives Leben in Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft zurückblicken. Dabei dürfte „sein Rückblick“
nicht der eines angehenden Ruheständlers sein, sondern eher eine
Motivation für die zahlreichen Aufgaben, die er auch künftig engagiert
wahrnehmen wird.
Nicht
zuletzt als Vorsitzender des Krone-Kreises und mit seinem persönlichen
Einsatz in den jährlichen Krone-Seminaren trägt er wirksam dazu bei, die
UNITAS und ihre Überzeugungen in Politik und Gesellschaft zur Geltung zu
bringen. Dazu wünschen wir ihm weiterhin Gottes Segen, Gesundheit und
Erfolg.
Ohne hier einen vollständigen Überblick geben zu können, sei doch an
die wichtigsten Stationen seines Wirkens erinnert: Geboren in
Castrop-Rauxel, studierte Friedhelm Ost nach dem Abitur von 1961 bis 1965
Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und Köln (Abschluss: Dipl.rer.pol.).
Sein Studium finanzierte er u.a. als Hilfsarbeiter im Bergbau – eine prägende
Lebenserfahrung. Anschließend war er drei Jahre wissenschaftlicher
Mitarbeiter einer Großbank. Es folgten 12 Jahre als Wirtschaftsredakteur,
Moderator und Kommentator beim ZDF. Von 1985 bis 1989 übte er als
Staatssekretär das Amt des Chefs des Bundespresse- und Informationsamtes
der Bundesregierung aus. Dann war er einige Jahre wirtschaftspolitischer
Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, freier Journalist und Publizist.
Ein entscheidender Schritt war 1990 seine Direktwahl in den Deutschen
Bundestag für den Wahlkreis Paderborn. Das Mandat hielt er drei
Legislaturperioden mit beachtlichen Stimmen-Anteilen (rd. 57 bzw. 54 %).
Bis 1998 war Friedhelm Ost vor allem bekannt als Vorsitzender des
Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages. Sein Talent, schwierige
Zusammenhänge der Wirtschafts- und Sozialpolitik allgemein verständlich
zu vermitteln, kam ihm dabei besonders zugute.
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2002 blieb Bundesbruder Ost
„am Ball“: Die Mitgliedschaft in mehreren Aufsichtsräten und Beiräten
sowie seine Beratertätigkeit ebenso wie sein soziales Engagement als Präsident
der „Luftbrücke für atemerkrankte Kinder in Deutschland“ sind dafür
ein beredtes Zeugnis. Seine Tätigkeit für das Allgemeinwohl fand
Anerkennung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, des
Handwerkszeichens in Gold und durch Orden ausländischer Staaten.
So danken auch wir Bundesbrüder Friedhelm Ost für sein verdienstvolles
Wirken, insbesondere für unsere UNITAS.
Dr. Otto Paleczek
aus:
unitas 2/2007
In
memoriam Bbr.
Pfarrer Werner Greitemann
WATTENSCHEID.
Bbr. Pfarrer Werner Greitemann, geboren am 15. November 1921, zum Priester
geweiht am 23. Juli 1959 in der Propsteikirche zu Bochum, ist am Abend des
Pfingsttages, 27. Mai 2007,
gestorben.
Nach
zwei Kaplanstellen in Wattenscheid und Hattingen ernannte ihn der Bischof
im April 1968 zum Rektoratspfarrer an St. Paulus in Mühlenrahmede. Im Mai
1976 kehrte er |