W.K.St.V.  UNITAS  RUHRANIA   Bochum - Duisburg - Essen - Dortmund


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Hier     eine Auswahl von UNITAS-Ruhrania betreffenden oder von Ruhranen     geschriebenen Beiträgen aus der Verbandszeitschrift "unitas" und     anderen Zeitungen

Zum Archiv: 
Auf KLICK die Seiten ab 1989 bis zum Frühjahr 2006!


Hauseinweihung bei UNITAS Ruhrania
Katholische Studenten feierten mit vielen Gästen

BORBECK. Mit einem zweitägigen Fest weihte der Wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania am Wochenende 31.5./1.6. sein neues Studentenheim im „Feldschlößchen“ an der Flurstraße in Essen-Borbeck ein. Über 200 Besucher kamen aus Nah und Fern zur feierlichen Segnung des Hauses, das der an den Ruhrgebietsuniversitäten tätige Verein damit offiziell in Betrieb nahm. (.... )

Hier zum ganzen Artikel in den BORBECKER NACHRICHTEN vom 5. Juni 2008
Hier zum ganzen Artikel in den WERDENER NACHRICHTEN vom 6. Juni 2008

Hier zum ganzen Artikel auf der Verbandshomepage des UNITAS-Verbandes

Eröffnungswochenende am Feldschlößchen

Zum Eröffnungswochenende im "Feldschlößchen" erschien in den BORBECKER NACHRICHTEN der folgende Artikel:

 

 

Radiobeitrag zur 131. Generalversammlung in Köln im Domradio:
Interview mit Bbr. OStD Karl-Heinz Wagner, UNITAS Landshut Köln. Länge 8:18 Min. Hier KLICKEN.

 

DEUTSCHE TAGESPOST, Donnerstag, 8. Mai 2008

 

Interreligiöser Dialog hebt Mission nicht auf
Die 131. Generalversammlung des Verbandes
der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas

 

VON STEFAN REHDER

Die Klischees, die in den Medien über Studenten und Akademiker kursieren, die sich Verbindungen anschließen, sind Legion. Mitunter wird dabei der Eindruck erweckt, als handele es sich bei den Korporierten stets um ausländer- und frauenfeindliche, faschistoide Saufbolde, die den kümmerlichen Restbestand ihrer noch nicht im Alkohol ertränkten Gehirnwindungen darauf verwendeten, sich in Wirtschaft und Verwaltung gegenseitig Karriereleitern zu zuwerfen. Dass ein solches Bild nicht einmal als böse Karikatur taugt, ließ sich am vergangenen Wochenende in Köln besichtigen, wo der "Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas“ zu seiner 131. Generalversammlung zusammentraf. Vier Tage lang beschäftigten sich dort die aus der ganzen Bundesrepublik angereisten Delegierten des 1855 gegründeten Verbandes mit der Frage, wie ein „Dialog der Kulturen im Zeichen der Globalisierung“ gelingen könne.
 

Dabei waren sich die verschiedenen Akteure die in Vorträgen, Reden und einer großangelegten Podiumsdiskussion zahlreiche Facetten des Problems von unterschiedlichen Seiten beleuchteten, in vielen zentralen Punkten überraschend einig. So hoben etwa sowohl der Abtprimas des Benediktinerordens, Notker Wolf, als auch der Regensburger Psychologe Alexander Thomas, der auf dem Gebiet der kulturvergleichenden und interkulturellen Psychologie forscht, in ihren Beiträgen angesichts der angespannten Weltlage die „Unverzichtbarkeit“ eines interkulturellen Dialogs hervor. Während der oberste Repräsentant der Benediktiner die Notwendigkeit des Dialogs mit der Unmöglichkeit begründete, den Folgen heutiger Kriege Herr werden zu können, und dabei auch Präsident Bush wegen des Irak-Kriegs scharf kritisierte, nahm der Psychologe die Wirtschaft in den Blick. Ohne kulturelle Kompetenz ließe sich in einer globalisierten Welt kein Geld verdienen. Und weil diese keineswegs so säkularisiert sei wie das heutige Europa, gäbe es ohne den Erwerb von interreligiöser Kompetenz auch keine kulturelle. Dass Thomas damit keinesfalls einer Instrumentalisierung der Religion das Wort redete, machte er tags darauf auf einer von Christian Poplutz, Vorsitzender des Beirats für Gesellschaftspolitik des Unitas-Verbandes, grandios moderierten Podiumsdiskussion deutlich. Dort kritisierte der Psychologe, dass etwa die Europäer ihre erworbene interkulturelle Kompetenz missbraucht hätten, um die Kolonien in Afrika auszubeuten.

 

Den „Faktor Sünde“ beachten


Einigkeit
erzielten so gut wie alle Redner auch in der Frage, was als gelungener interreligiöser Dialog gelten könne. Am deutlichsten formulierte dies der Leiter des Referats ‚Dialog und Verkündigung“ des Erzbistums Köln, Werner Höbsch. Richtig verstanden, strebe der Dialog zwischen den Religionen weder eine „Welteinheitsreligion“ noch einen "Synkretismus“ an. Stattdessen ginge es darum, die „Lebensmelodien“ der anderen zu verstehen. Dazu müsse man jedoch zunächst Klarheit über die eigene „Lebensmelodie" haben und wissen, wer man selbst sei. Unterschiede dürften über die Entdeckung von Gemeinsamkeiten nicht unter den Tisch fallen. Auch könne der Dialog die Mission nicht ersetzen: „Der interreligiöse Dialog hebt nicht die Wahrheit des Glaubens auf, sondern basiert auf ihr.“ Daher sei ein interreligiöser Dialog ohne Beheimatung im eigenen Glauben und in der eigenen Tradition gar nicht möglich, so Höbsch, der den genius loci, den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, denn auch mit den Worten zitierte: „Unser Problem ist nicht die Stärke des lslams, sondern die Schwäche des Christentums.“
 

Wie ein gelungener Dialog in der Praxis aussehen könnte. schilderte ein Unitarier anhand eigener Erfahrungen. Bei einem längeren Arbeitsaufenthalt in Pakistan sei der Ingenieur von seinen muslimischen Partnern gefragt worden, ob er bereit sei, die während des Ramadans geltenden Fastenregeln zu beachten. Kaum habe er dies prinzipiell bejaht, habe sich ein Gespräch über den jeweiligen Glauben entwickelt, in dessen Folge pakistanische Muslime den deutschen Katholiken zu einer Kirche fuhren, damit dieser dort an katholischen Gottesdiensten teilnehmen konnte. Praktizierende Christen, sollte das wohl heißen, würde in islamischen Ländern durchaus auch mit Respekt begegnet.
 

Abtprimas Notker Wolf empfahl in seinem Vortrag beim Festakt zum Abschluss der Generalversammlung den Mitgliedern des ältesten katholischen Studentenverbandes, bei allen Bemühungen für eine menschenwürdigere Welt den „Faktor Sünde“ nicht aus den Augen zu verlieren. Dies sei der tiefere Grund dafür, dass viel zu oft versucht werde, das Böse mit aller Gewalt in den Griff zu bekommen. Was jedoch zum Scheitern verurteilt sei „Wir können vom Bösen nur erlöst werden, es aber nicht in den Griff bekommen“. Auch seien es nicht die Menschen, sondern „Gott selbst, der alles neu macht“, so Wolf.
 

Zuvor hatte Joachim Kardinal Meisner, der in Trier zur Seligsprechung von Mutter Rosa Flesch weilte, in einem von dem Vorsitzenden des Altherrenbundes Heinrich Sudmann verlesenen Grußwort den Unitariern und Unitarierinnen für ihr "gelebtes christliches Zeugnis“ und ihren "unersetzlich Weltdienst“ gedankt. Als Mitglieder eines katholischen Studentenverbandes würden sich die Unitarierinnen und Unitarier „öffentlich zum christlichen Glauben und den daraus resultierenden Werten“ bekennen. Mit ihren „oft hochkarätig besetzten Veranstaltungen“ wirkten sie „in die Gesellschaft hinein“ und trügen so „zur Wertevermittlung - gerade auch an die jüngere Generation - bei“, so der Kardinal. Als Erzbischof von Köln wolle er die Unitarier und Unitarierinnen, von denen zeitweise mehr als 600 in der Domstadt erschienen waren, ermutigen, „auch weiterhin den Prinzipien des Unitas-Verbandes treu zu bleiben und - gelegen oder ungelegen - Zeichen im säkularen Raum zu setzen, die auf Jesus Christus hinweisen und Gott ins Gespräch bringen.“


Homepage des Bundesverbandes www.unitas.org:

Premieren-Party an der Ruhr: 
Das erste UNITAS-Haus mit Gastronomie

von Christof Beckmann
25. April 2008

ESSEN-BORBECK. Die öffentliche Gastronomie im UNITAS-Zentrum Ruhr ist eröffnet: Gut 150 geladene Gäste erlebten am Dienstagabend, 22. April 2008, die lang erwartete Premiere an der Flurstraße: Zur Eröffnung des „Feldschlösschens“ erstrahlten erstmals die Außenlampen an der Fassade, in warmes Licht getaucht präsentierten sich die Innenräume, und bald türmten sich Blumengestecke auf jedem freien Platz. Alle angetretenen Bundesbrüder der Ruhranenfamilie gratulierten der alten, grundüberholten „Dame Feldschlößchen“ und den neuen Betreibern der Gaststätte mit einem großen immergrünen Buxus und dem traditionellen Wunsch „Vivat, floreat, crescat!“ Betreiber Arnd Fidorra dankte mit Harold van Kranen für die Möglichkeit, in diesem „außergewöhnlichen Haus“ nach viel Arbeitseinsatz den Startschuss geben zu können und eröffnete gut gelaunt das Büffet.

Bis weit nach Mitternacht erlebten die angereisten Gäste und Bundesbrüder das Feldschlößchen aus einer völlig neuen Perspektive: Die seit Dezember 2003 in Agonie und Ruinenstaub liegende kapriziöse Madame mauserte sich in den vergangenen  Wochen und Tagen zu einer lebhaften kleinen Persönlichkeit, die zweifellos schnell Freunde finden wird. Dies bestätigten einstimmig die anwesenden Freunde aus dem Vorstand des CV-Zirkels Kohle, die Alten Herren UV-Zirkel Essen mit dem Vorsitzenden Bbr. Martin Gewiese. Auch der Vorsitzende des Altherrenvereins und Geistliche Verbandsbeirat Bbr. Helmut Wiechmann zeigte sich angetan und begeistert von der stimmigen Farbgebung. Senior Bbr. Rüdiger Duckheim überreichte für den Studentenverein ein repräsentatives Gästebuch.

Eine Veranstaltung, wie sie nicht zuletzt von den verantwortlichen Bundesbrüdern seit Jahren vor dem geistigen Auge immer wieder in allen Varianten durchgespielt worden war: Mit Spannung bis zur letzten Sekunde lebte mit dem nächtlichen munteren Treiben ein „Evergreen“ wieder auf, ein Haus erwacht nun zu ganz neuem Leben - mit dem Segen der am Nachmittag zur Konzessionierung angetretenen Mannschaft verschiedener Stellen der Stadt Essen. Mit den dabei anwesenden Architekt Bbr. Otfried Jäger und Bauleiter Reiner Schlenkermann war das Projekt auf den Weg gebracht worden und es sollte sich bald die Möglichkeit ergeben, mit allen am Bau Aktiven einfach zu genießen, was in den vergangenen fast zwei Jahren gemeinsam geschafft worden ist. Eins ist sicher: Die korsettfreie, komplett verjüngte Dame an der Flurstraße freut sich jetzt auf viele Gäste! Zum Wochenende wird der reguläre Betrieb aufgenommen.

Mehr von gestern, heute und morgen mit den dazu erscheinenden Presseberichten, auf der Homepage unter www.unitas-ruhrania.org.


24. April 2008
Aktuelle Berichte und Artikel in der „BORBECKER“

BORBECK. Mit einer ganzseitigen Anzeige in der aktuellen Ausgabe der BORBECKER NACHRICHTEN  machen die neuen Betreiber des „FELDSCHLÖSSCHENS“ Lust auf „fürstliches Feiern“ in „Borbecks neuem Treffpunkt“, einer „ganz besonderen Kneipe, die durch den historischen Charme und das geschmackvolle Interieur besticht“. Offizieller Eröffnungstermin ist Freitag, 25. April, ab 18 Uhr. Die ganze Familie könne sich „hier königlich freuen“ über eine Speisekarte, die für Alt und Jung das Richtige zu bieten habe, vermerkt die in den Borbecker Farben, royalem Rot und Gelb, gehaltene Seite und verweist auf das extra in Bayreuth gebraute „Feldschlößchen Hell“. Veltins Pils, Frankenheim Alt, Maisel´s Weise und alkoholfreies Bier sind am Zapfhahn, wechselnde Tagesangebote locken mit Tapas, Gulasch, Haxen und Hähnchen.

Im redaktionellen Teil würdigt die Zeitung das vierjährige Wirken von Bbr. Vikar Norbert Linden an St. Dionysius, der am Sonntag seine neue Aufgabe als Pastor in Bottrop-Fuhlenbrock antritt. Er gehe in der Erwartung, „als Partner im Sinne der Menschen und für sie wirken zu können“, so Norbert im Gespräch mit der Zeitung und warf einen dankbaren Rückblick auf viele gute Erfahrungen in seiner Borbecker Tätigkeit. Ein weiterer Artikel stellt das angelaufene Semesterprogramm der UNITAS Ruhrania vor. Die katholischen Studenten an der Flurstraße hofften nach der zweijährigen Kernsanierung des Feldschlösschens und der Eröffnung der Gastronomie im Erdgeschoss „auf eine gehörige Portion Neugier“, zitiert die BN den Aktivensenior Rüdiger Duckheim. „Wir sind sicher, dass das Haus unserer katholischen Studenteninitiative viele Freunde finden wird.“

HIER ZU DEN ARTIKELN:
"Ausgeprägte Geborgenheit im Glauben bemerkenswert. Norbert Linden wird Borbeck vermissen."

"Katholische Studenten starten ins Sommersemester. UNITAS lädt zu Vorträgen ein."

 

Die BORBECKER NACHRICHTEN vom 27. März 2008 titelten mit einem Artikel zur bevorstehenden Eröffnung:

 


„Große Bitterkeit“

Rom: Uni-Feierstunde an der „Sapienza“ im Zeichen des Papstes
DT vom 19.01.2008



Rom (DT/KNA) Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat die Proteste gegen die abgesagte Universitätsrede Papst Benedikts XVI. scharf verurteilt. Die Angriffe von laizistischer Seite, die zu dem Eklat führten, seien intolerant und „nicht hinnehmbar“, heißt in einem Brief vom Dienstag, den der Vatikan am Mittwoch in Auszügen veröffentlichte. Zugleich bekundet Napolitano sein „aufrichtiges, lebhaftes Bedauern“ über die Absage Benedikts XVI., der ursprünglich eine Rede zur Eröffnung des akademischen Jahres an der römischen Universität „La Sapienza“ halten sollte. Wörtlich schreibt der Präsident: „Ich bin überzeugt, dass dieses Ereignis eine wertvolle Gelegenheit zur Reflexion über Themen geboten hätte, die von großer Bedeutung für die italienische Gesellschaft wie für alle Gesellschaften sind. Als nicht hinnehmbar betrachte ich die Bekundungen von Intoleranz und die verletzenden Ankündigungen, die ein Klima geschaffen haben, das in keiner Weise zu dem Anlass einer freien und ungezwungenen Begegnung passt.“

Ganz im Zeichen des abgesagten Papst-Besuchs eröffnete die römische Universität „La Sapienza“ am Donnerstag ihr akademisches Jahr. „Was geschehen ist, ist für einen Demokraten nicht hinnehmbar“, sagte Roms Bürgermeister Walter Veltroni italienischen Medienberichten zufolge unter Beifall in der traditionsreichen Hochschule. Rektor Renato Guarini sprach im Blick auf die Proteste der vergangenen Tage gegen Benedikt XVI. von „großer Bitterkeit“. Nun sei Nachdenken über den Zustand der Universität nötig. Die vorgesehene Rede des Papstes, die er nach dem Verzicht auf die Einladung schriftlich eingereicht hatte, wurde in der Aula der „Sapienza“ von einem Vertreter des Rektorats verlesen. Die Anwesenden antworteten mit stehendem Applaus. Den Berichten zufolge kam es nicht zu besonderen Zwischenfällen. Lediglich hätten sich mehrere Dutzend Studierender den Mund mit Papiertaschentüchern verstopft und Schilder mit der Aufschrift „Freiheit in der Universität – ... und sie bewegt sich doch“ hochgehalten. Im Umkreis des Campus fanden mehrere Kundgebungen statt, die sich vor allem gegen die italienische Hochschulpolitik richteten.

Veltroni nannte den Vortragstext des Papstes einen „sehr offenen“ Beitrag. Die Rede in der „Sapienza“ hätte ein bedeutendes Ereignis des Pontifikats sein können. Der Rektor der Universität unterstrich, ideologische Verbote gleich welcher Art seien nicht hinnehmbar: „Alle müssen Raum und Respekt haben, welcher Meinung sie auch immer sind.“ Er hoffe, dass Benedikt XVI. zu einer späteren Gelegenheit an die „Sapienza“ kommen werde. Das Diskussionsniveau an der Hochschule müsse hoch gehalten werden, so der Rektor laut den Berichten. Die Absage der Rede ist ein für Italien bislang einmaliger Vorgang.

Die Berliner Humboldt-Universität bekundete Interesse an einer Visite von Benedikt XIV.. Universitätspräsident Christoph Markschies erklärte am Donnerstag, seine Hochschule lade alljährlich große Wissenschaftler oder interessante Politiker zur Eröffnung des akademischen Jahres ein; der Papst sei in gewissem Sinne beides. „Ich würde Papst Benedikt XVI. gern einladen“, so Markschies. Mit „Unverständnis und Empörung“ nahm der Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine „Unitas“ in Deutschland die Forderung eines Redeverbots für den Papst auf. Für den ältesten katholischen Akademikerverband in Deutschland ist die Absage Benedikts XVI. „eine nachvollziehbare Reaktion“. In einer Erklärung heißt es, die Proteste „erinnern an üble Vorbilder, zeugen von einem völlig absurden Begriff von Meinungsfreiheit und werfen einen dunklen Schatten auf die wissenschaftliche Gemeinde und die akademische Welt. Dass sich Papst Benedikt, dessen Ruf als Hochschullehrer und Gelehrter unbestreitbar ist, unter dem offensichtlichen Druck, der einen rationalen und geordneten Dialog unmöglich macht, der geplanten akademischen Veranstaltung nicht selbst stellen kann, ist eine große Enttäuschung. Die Reaktionen, die in Italien und Rom von einer ,Schande‘ sprechen, sind nur zu verständlich.“

 

PAPSTBESUCH AN DER UNIVERSITÄT „LA SAPIENZA“ IN ROM
Freiheit für die Wissenschaft?

Was Mitte Januar in den bundesdeutschen Medien zunächst aus der Distanz begleitet wurde, beherrschte geradezu dramatisch die Wogen der Temperamente in Italien. Eine Geschichte von Revolution und Posse, ein Lehrstück über Triumph und späten Katzenjammer: Was war geschehen?

Papst Benedikt hätte auf Einladung der ältesten staatlichen Universität Roms und größten Europas, der 1303 von seinem Vorgänger Papst Bonifatius VIII. gegründeten La Sapienza-Universität, einen Festvortrag zur Eröffnung des Akademischen Jahres halten sollen. Bereits am 14. November 2007 veröffentlichten 67 von 4.500 Universitätsdozenten eine Erklärung, in der sie Benedikt XVI. zu einer im akademischen Raum unerwünschten Person erklärten.
Hier zum Offene Brief des Vorortspräsidenten, zum Vorgang und zur Rede von Papst Benedikt XVI. im Wortlaut.

(aus: unitas 1/2008, 3-8)

 

UNITAS-ZENTRUM RUHR WIRD AM 31. MAI EINGEWEIHT :
Kommt zum „Grand Opening“ in Essen!


ESSEN-BORBECK.
Im Ruhrgebiet steigt die Fieberkurve: Beim Gedanken an das große Event schlägt jetzt schon den Aktiven das Herz bis zum Hals. Und auch der örtliche Hausbau- und Altherrenverein der UNITAS Ruhrania freut sich auf die große Eröffnungsfeier an der Borbecker Flurstraße. Sie soll am Wochenende 31. Mai / 1. Juni den Essener Stadtteil in Atem halten. „Es wird der Höhepunkt nach all den vielen Monaten handfester Plackerei“, verspricht der designierte Senior des Sommersemesters, Bbr. Rüdiger Duckheim.
Hier zum ganzen Text.

(aus: unitas 1/2008, 53)

 


 

PRESSEMITTEILUNG VOM 20. JANUAR 2008


BILDER:
Feierliche Neuaufnahmen bei der UNITAS Ruhrania (v.l.: Kommerspräside Rüdiger Duckheim, Christoph Weyer, Philipp Böcker); Dank an den langjährigen Vorsitzenden OStD a.D. Jörg Lahme: Der frisch gewählte Vorsitzende Kaplan Helmut Wiechmann und der neue Ehrenvorsitzende des Altherrenvereins, OStD a.D. Jörg Lahme.


97. Stiftungsfest bei UNITAS Ruhrania

Studenten feierten Festkommers im „Feldschlösschen“
 

BORBECK. Sein 97. Stiftungsfest feierte am Wochenende 19./20. Januar der wissenschaftliche katholische Studentenverein Unitas Ruhrania. Im bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltungssaal des Studentenheims im „Feldschlösschen“ erinnerte Theologiestudent Rüdiger Duckheim, Präside des Festkommerses, an die Grundlagen des 1855 gegründeten bundesweiten katholischen Akademikerverbandes. Auch die in Borbeck ansässige Vertretung des Verbandes an den Ruhr-Universitäten sei bis heute dem aktiven Einsatz in Kirche und Gesellschaft verpflichtet.

„Es ist unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen Nokia trotz Gewinns das Nokia-Werk in Bochum schließt“, erklärte Duckheim. „Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht Stellenabbau und Sozialpläne sein.“ Nachdrücklich forderte er unter großem Beifall der Mitglieder und Gäste aus vielen Universitätsstädten die Firma auf, die Schließungspläne zu überdenken. Es werde in nicht hinnehmbarer Weise die Würde und das Recht des Menschen als Person auf Arbeit verletzt, heißt es in der vom Ruhrania-Vorsitzenden Daniel Muschellik unterzeichneten Solidaritätserklärung. Der Mensch sei Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns. Dass das Unternehmen Nokia den Dialog mit den Arbeitnehmern und den Vertretern der Politik verweigere, sei „nicht akzeptabel“ - zumal auf dem Hintergrund staatlicher Zuschüsse in Millionenhöhe: „Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog“, so die Unitas-Studenten. Den von der Schließung bedrohten Menschen wünsche die Unitas „Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr Recht."

Zum neuen Vorsitzenden des Altherrenvereins wählte die Mitgliederversammlung der Ruhr-UNITAS Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena. Sein Vorgänger OStD a.D. Jörg Lahme, ehemaliger Direktor des Emsland-Gymnasiums in Rheine, wurde nach 27 Jahren im Amt mit der höchsten Auszeichnung des Vereins verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. Die offizielle Eröffnungsfeier des zum Wintersemester bezogenen UNITAS-Zentrums an der Flurstraße soll am ersten Juni-Wochenende stattfinden.

INFO: Der Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS ist der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband in Deutschland. Er wurde 1855 von Studenten aus Essen, Borbeck und Werden in Bonn gegründet und zählt heute bundesweit rund 50 Studenten- und Studentinnenvereine an deutschen Hochschulen. Die 1911 ursprünglich in Münster entstandene UNITAS Ruhrania ist seit fast 20 Jahren an den Ruhr-Universitäten aktiv. 2004 erwarb der Verein das „Feldschlösschen“ an der Flurstraße in Essen-Borbeck und richtete dort ein Studentenheim ein, das nach einer Totalrenovierung zum laufenden Wintersemester bezogen wurde. Mehr im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.

 

19. Januar 2008

UNITAS solidarisch mit den Nokia-Arbeitern

"Der Wissenschaftliche Katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania Bochum-Duisburg-Essen-Dortmund erklärt seine Solidarität mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen des Nokia-Werkes in Bochum und mit allen von den Schließungsplänen betroffenen Menschen und ihren Familien.

Die UNITAS ist empört über das Vorgehen der Geschäftsführung des Unternehmens Nokia. Es ist unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen Nokia trotz Gewinns das Nokia Werk in Bochum schließt. Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht Stellenabbau und Sozialpläne sein.

Es wird hier in nicht hinnehmbarer Weise das Recht des Menschen als Person auf Arbeit verletzt, ja die menschliche Person an sich wird angegriffen. Die Menschen werden in existentielle Ängste und ins soziale Aus versetzt. Der Mensch, der Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns ist, wird durch so ein Unternehmerverhalten seiner Würde beraubt und wie Ware verdinglicht.

Das Unternehmen Nokia missachtet mit diesem Verhalten zutiefst die Würde der menschlichen Person. Es ist eine Schande und eine Zersetzung der menschlichen Kultur, wenn Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen als bloße Erwerbsmittel und nicht als freie und verantwortliche Personen behandelt werden (Gaudium et Spes, 27).

Die Verweigerung des Dialogs seitens des Unternehmens Nokia mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und den Vertretern der Politik nicht akzeptabel - zumal auf dem Hintergrund der staatlichen Zuschüsse in Millionenhöhe. Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog.

Die UNITAS Ruhrania fordert die Unternehmensleitung auf, ihren Entschluss zu überdenken. Den von der Schließung bedrohten Menschen wünscht die UNITAS Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr Recht."

gez. Daniel Muschellik
Senior im Wintersemester 2007/08




 - DER VORORTSPRÄSIDENT -



Offener Brief 
zu den Vorgängen um den abgesagten Besuch 
von Papst Benedikt XVI. in der römischen Universität "La Sapienza"


16. Januar 2008

Mit Unverständnis und Empörung hat der Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine UNITAS in Deutschland die Nachrichten um den für Donnerstag, 17. Januar 2008, vorgesehenen Besuch des Hl. Vaters Benedikt XVI. in der römischen Universität „La Sapienza“ aufgenommen.

Papst Benedikt war vom Rektor der größten römischen Universität als Nachfolger des Gründerbischofs zur Eröffnung des akademischen Jahres eingeladen worden. Dagegen hatten Studentengruppen massiv demonstriert, aber auch 67 Dozenten sprachen sich gegen die Einladung an den Papst aus und lehnten sie als Verstoß gegen die Trennung von Staat und Kirche ab. Außerdem warfen sie mit Bezug auf ein falsch verstandenes Zitat Benedikt XVI. vor, als Kurienkardinal den kirchlichen Prozess gegen Galileo Galilei gebilligt zu haben.

Für den ältesten katholischen Akademikerverband in Deutschland ist die heute erfolgte Absage von Papst Benedikt XVI. eine nachvollziehbare Reaktion. Die UNITAS hält die erhobenen Forderungen nach einem Redeverbot und die angekündigten Störaktionen an einem Ort des Studiums und des Dialogs für unerhört. Sie erinnern an üble Vorbilder, zeugen von einem völlig absurden Begriff von Meinungsfreiheit und werfen einen dunklen Schatten auf die wissenschaftliche Gemeinde und die akademische Welt. 

Dass sich Papst Benedikt, dessen Ruf als Hochschullehrer und Gelehrter unbestreitbar ist, unter dem offensichtlichen Druck, der einen rationalen und geordneten Dialog unmöglich macht, der geplanten akademischen Veranstaltung nicht selbst stellen kann, ist eine große Enttäuschung. Die Reaktionen, die in Italien und Rom von einer „Schande“ sprechen, sind nur zu verständlich.

gez.
Johannes Günther, Vorortspräsident


Der 1855 gegründete Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS zählt 6000 aktive und ehemalige Studentinnen und Studenten aller Fakultäten an deutschen Hochschulen. Sie sind als aktive katholische Christen sozialem Engagement verpflichtet, zu Toleranz und Zivilcourage, fächerübergreifender, wissenschaftlicher Auseinandersetzung und Erweiterung des allgemeinen Wissens. Die UNITAS fördert zahlreiche soziale Projekte für Kinder und Jugendliche und zeichnet mit dem Heinrich-Pesch-Preis Persönlichkeiten aus, die sich um die Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre verdient gemacht haben. Der Verband ist Mitglied der Katholischen Akademikerarbeit Deutschlands (KAD), der Aktivenverband ist Mitglied im Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ). 



aus : unitas 3/4 2007

Kirche auf Sendung:
Eigener Kirchen-Kanal bald auf Sendung im TV?

von Bbr. Dr. Christof Beckmann


Noch Ende August hatte die mächtige WDR-Intendantin Monika Piel die Kirchen vor der Einrichtung eines eigenen Fernsehprogramm gewarnt. „Das Geld für solche Spartenprogramme wäre wahrscheinlich zum Fenster hinausgeworfen“, sagte sie am 29. August 2007 in einem Interview mit der Bonner Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“. Solche Pläne gefährdeten auch die Sendezeit der Kirchen im öffentlich-rechtlichen Programm. Jetzt scheinen Dinge auf den Weg gebracht.

Mit ihrer damals geäußerten Haltung teilte die WDR-Chefin die Einschätzung der Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), Dagmar Reim, bis 2006 Beraterin der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Auch sie hatte erklärt, mit einem Kirchenkanal würde die katholische Kirche eine privilegierte Position im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufs Spiel setzen. „23 Stunden mit erhebenden Predigten eines Missionars des mittleren Westens reichen nicht aus“, hatte sie mit Blick auf religiöse Sender in den USA geäußert. Genau dort hielt sich zur selben Zeit der Trierer Bbr. Bischof Dr. Reinhard Marx auf. Vom 28. August bis zum 8. September unternahm er, von seinem Trierer Kommunikationsdirektor Monsignore Stephan Wahl begleitet, als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche Fragen der Deutschen Bischofskonferenz eine Studien- und Informationsreise zu Gesprächen nach in Los Angeles, San Francisco und Washington D.C.. Auf der Agenda der Reise: Gucken, wie es dort die anderen machen … 

Katholische Christen müssten noch deutlicher und profilierter ihre Standpunkte in die öffentliche Diskussion einbringen, betonte Bbr. Marx. Deshalb sei es auch notwendig, das Engagement der Katholischen Kirche in den elektronischen Medien zu verstärken. Dazu führte er u.a. mehrere Gespräche mit amerikanischen Medienexperten. „Davon können auch wir in Europa eine Menge lernen, etwa wenn es darum geht, Inhalte der katholischen Soziallehre in den politischen Prozess der EU einzubringen“, so der Delegierte der deutschen Bischöfe bei der europäische Bischofskonferenz (COMECE).

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) Gebhard Fürst (Bild rechts) zeigte sich des „Spagats“ bewusst, den die deutschen Bischöfe im Falle einer Entscheidung für einen Spartenkanal wagen. Es wäre der Versuch, ein neues Angebot zu etablieren, „ohne die öffentlich-rechtlichen Anstalten zu vergrätzen“, äußerte er am 9. September. „Wir wollen nicht um jeden Preis auf die Showbühne“, unterstrich der katholische Medienbischof . 

Im Trend: Glaube in den Medien

Auf der aber muss sich die Kirche zunehmend behaupten: Denn Religion und Glaube nehmen einen deutlich prominenteren Raum in den Medien ein, wie u.a. Medienexperten am Rande der Internationalen Funkausstellung in Berlin erörterten. Die Gründe scheinen vielfältig: Deutscher Papst und Weltjugendtag, Wertedebatte und Herausforderung des Islam. Das Fernseh-Publikum suche wieder mehr verbindliche Autoritäten, betonte hier der Medienwissenschaftler Jürgen Grimm. Zwar bleibe Verkündigung mit Anspruch auf absolute Wahrheit für das Medium Fernsehen weiter problematisch, doch dürften sich die Kirchen in den Medien dem Dialog mit anderen Weltanschauungen nicht verweigern. 

Noch vor wenigen Jahren wäre möglich gewesen, was Prominente heute in Talk-Shows über ihr Verhältnis zur Religion verraten: Ob Bundesminister Horst Seehofer (CSU) von stillen Tagen im Kloster berichtet oder sich Comedian Hape Kerkeling als Sinnsucher auf dem Jakobsweg präsentiert - Bekenntnisse wie diese könnten die Einstellungen eines Millionen-Publikums prägen, meint Ulrich Fischer, ZDF-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Von Religion hörten die meisten Deutschen zumeist nur noch en passant am Fernsehen. Auch Medienmacher erweisen sich zunehmend als Sinnsucher: Während etwa ZDF-Moderator Stephan Kulle über seine Konversion zur Katholischen Kirche berichtet, sprechen sich selbst bekennende Atheisten wie Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Stern“, für ein offensiveres Zugehen der Kirchen auf die Menschen aus. Die mit ihrer Botschaft „eigentlich konkurrenzlosen“ Kirchen seien unverzichtbar in der Wertebildung und ethischen Ausbildung, erklärte er bei einer Diskussionsrunde des Fachverbands der Konfessionellen Presse im Rahmen der Jahrestagung des Verbands der deutschen Zeitschriftenverleger am 16. November in Berlin. Zudem gebe es außerhalb der Gotteshäuser eine Sehnsucht nach Gemeinschaftserlebnis, auf die die Kirchen reagieren könnten. Sie seien aber nicht vorne dabei, wenn es darum gehe, nach Sinn suchende Menschen abzuholen. 

Zum Thema „Kirche und TV“ war in den veröffentlichten Protokollen der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 24. bis 27. September 2007 in Fulda noch wenig zu erkennen: In einem eigenen Tagesordnungspunkt unter „Gesellschaft und Soziales“ konzentrierte sich der Bericht von Medienbischof Dr. Gebhard Fürst im Wesentlichen auf die Neuordnung der Ausbildungsgänge des Instituts zur Förderung des Publizistischen Nachwuchses (ifp), das in München zusammengeführt werden soll. Die 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründete Journalistenschule bietet studienbegleitende Ausbildung, Volontärskurse für die kirchliche wie die säkulare Presse sowie spezielle Ausbildung für Theologinnen und Theologen an. Im veröffentlichten Bericht der Herbstvollversammlung spielte die Frage eines eigenen Fernsehkanal keine Rolle.

Nicht den Sekten überlassen

Ausgerechnet beim ifp-Jahrestreffen am 4. November 2007 in Ludwigshafen aber gab es neuen Zündstoff in der Frage: Vor mehr als 250 Absolventen der verschiedenen Ausbildungszweige empfahl der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) Jürgen Doetz den Kirchen, mit einem eigenen Sender in die digitale Fernsehwelt einzusteigen. „Überlassen Sie das Digitalfernsehen nicht dem Alpenverein, dem Anglerverein und den Sekten.“ Angesichts des zunehmenden Engagements nichtkirchlicher Glaubensgemeinschaften im Internet müssten sich die Kirchen verstärkt um ihre „mediale Auffindbarkeit“ bemühen, riet der Interessenvertreter des privaten Rundfunks. Er wisse auch, dass aus diesen Gründen Wirtschaftsunternehmen bereit seien, in ein kirchliches Fernsehangebot zu investieren, berichtete Doetz. 

Warnende Worte kamen bei der Veranstaltung allerdings aus der öffentlich-rechtlichen Ecke: Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und Claudia Nothelle, designierte Fernsehdirektorin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), rieten dazu, mögliche Konsequenzen eines eigenen Kirchenkanals für die Präsenz der Kirchen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk genau zu prüfen und das bisher so gute Miteinander nicht zu gefährden. Ein eigenes Kirchenprogramm stehe in Konkurrenz zu den bisherigen Vereinbarungen, bekräftigte Raff die Position der öffentlich-rechtlichen Sender. Trotz persönlicher Sympathien für das Bestreben der Bischöfe, in der digitalen Welt in einer wie auch immer gearteten Form vertreten zu sein, halte er ein Vollprogramm jedoch für problematisch. „Ich kann nachvollziehen, dass die Kirchen den Markt nicht völlig den Sekten überlassen wollen“, meinte Claudia Nothelle. Die Frage eines kirchlichen Angebotes sei jedoch eine Frage der Qualität und des Umfangs. Ein eigener Kanal bedeute ein „anderes Miteinander“ von Kirche und öffentlich-rechtlichem Rundfunk, so Nothelle. Sie halte es weiterhin für wichtig, dass Kirche hier präsent sei. 

Bei der Herbsttagung der Katholischen Redakteure im Privatfunk (KAPRI) am 5. November in der Katholischen Akademie Stuttgart konkretisierte Medienbischof Gebhard Fürst, dass die Frage nach einem eigenen Fernsehkanal aber durchaus auf der Agenda bleibe und aktiv angegangen worden ist. Noch sei vor allem zu prüfen, wie ein 24-Stundenprogramm zu füllen sei, welchen Anspruch und welche Ausrichtung der Sender haben solle. Dazu sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und auf dem Weg. Nicht zuletzt scheine jetzt schon deutlich, dass man mit einem 3 Millionen-Euro-Etat pro Jahr nicht ganz auskommen werde: „Das dürfte auch ein bisschen teurer werden.“ Das Geld aber sei nicht das Problem, so der Bischof und erinnerte an die großen Gemeinschaftsleistungen der deutschen Diözesen der letzten Jahre - etwa bei der Entschuldung des Erzbistums Berlin. Im Mittelpunkt der Fragen stehe vor allem, wer die Verantwortung für das Programm und das betriebliche Management übernehme.

Kein Amtsblatt mit laufenden Bildern

Bei dem in der Diskussion stehenden TV-Spartenkanal dürfe es auf keinen Fall um ein „Amtsblatt mit laufenden Bildern gehen“, mahnte Bischof Fürst knapp zwei Wochen später in Berlin. Ziel sei ein katholisches Fernsehen „mit langer Leine“, ohne dass dies kirchliche Inhalte verwischen dürfe. Er wisse durchaus, dass dies auch Sprengstoff bergen könne. Kirche müsse aber „ein wenig die Nische verlassen“, in der sich die diözesanen Kirchenzeitungen gelegentlich gern aufhielten. Die Erstellung der Machbarkeitsstudie sei zu etwa 75 Prozent abgeschlossen. Der Kanal solle voraussichtlich ein zusätzliches Angebot zum bisherigen Medien-Engagement der katholischen Kirche sein. Derzeit noch immer völlig offen sei die Trägerstruktur eines solchen Fernsehens. Er hoffe auf eine Beteiligung möglichst vieler oder aller Diözesen. Bereits bei der nächsten Vollversammlung der Bischofskonferenz Mitte Februar wolle er die Studie den anderen Bischöfen vorlegen, berichtete Deutschlandradio Kultur am 18. November. 

Zapp zur Kirche

Kirche auf Sendung mit eigenem Programm: Noch so eine Art „Verkaufssender“ mehr? Oder eine anderes „katholisches Phoenix“? Kirche auf Kanal 42 oder noch weiter hinten auf der Fernbedienung der Zapper-Republik? Unprofessionell dargebotene Erweckungstalks? Gnadenlos auf kalten Meeresboden versenkte Kirchensteuermittel? 

Trotz solcher Fragen und üblicher Drohszenarien der etablierten Programme ist eines klar: Die Kirche ist von Natur aus „auf Sendung“. Und ein gutes Programm, das viele erreicht, könnte auch vieles bewegen. Unter anderem nicht zuletzt die Einsicht, dass man nicht nur von einer „missionarischen Kirche“ reden darf. Man sollte auch mit den Menschen sprechen. Und in einer Medienwelt geht man am besten genau in die Welt, in der die Menschen sind. Es bleibt spannend.

aus: unitas 3/4 2007

Die Botschaft Jesu geht auch die Ungläubigen an

Christian Nürnberger: Jesus für Zweifler. 1. Auflage 2007, 272 Seiten, gebunden. 19,95 Euro, ISBN 978-3-579-06967-8.

Lange Jahre war der Journalist Christian Nürnberger der Meinung, dass das Christentum „nur noch Gerede und Geschwätz“ sei, eine von der Aufklärung widerlegte Religion, die sich selbst überlebt hat. In seinem Buch „Jesus für Zweifler“ kommt der Agnostiker Nürnberger zu dem Schluss, dass die Botschaft Jesu für die Menschen ein Segen ist.

Das Buch versteht sich als ein persönliches Zeugnis der Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben und anderen, vermeintlichen Heilsangeboten wie Kommunismus, New Economy und Komsumglaube. Christian Nürnberger, ein mit dem christlichen Glauben aufgewachsener Mensch, ist kein Atheist, er bezeichnet sich als Agnostiker, als jemand, der nicht weiß, was nach dem Tod passiert: „Ich bin ein radikaler Skeptiker, der allem misstraut.“ Seinen Glauben habe er als Theologiestudent verloren, doch ein ideologieloser „postmoderner Gewohnheits-Nihilist“ habe er nicht werden wollen. So befasste er sich aufs Neue mit der Botschaft Jesu und der Bibel. Herausgekommen ist das Buch „Jesus für Zweifler“, in dem Nürnberger aus der Perspektive eines Menschen schreibt, der auf die segensreichen Worte von Jesus Christus hofft, weil die Welt ohne Gott eine sinnlose Welt ist, in der das Leben eines jeden Menschen völlig gleichgültig ist.

Der globalisierten Welt des „Marktradikalismus“ etwa stellt Nürnberger einen anspruchsvollen Gott entgegen, der sagt: „Ich habe für euch ein anderes Gesetz, etwas Besseres als diese Konkurrenzgesellschaft, die beständig mehr Verlierer als Gewinner produziert“. „Teil- und Freizeitchristen“ genügen diesem Gott nicht, sagt Nürnberger. Die Botschaft Jesu sei ein Segen für die Welt, und habe auch den Ungläubigen viel zu sagen.

 

Die Nazarener und der Koran

Bbr. Prof. Dr. Joachim Gnilka: Die Nazarener und der Koran. Eine Spurensuche, Herder-Verlag, 176 Seiten, 14.90 €, ISBN 978-3-451-29668-0

Die Teilnehmer der AHB-/HDB-Tagung 2005 in Regensburg werden sich noch gut an Bbr. Prof. Gnilka und seinen Vortrag „Bibel und Koran - was sie verbindet, was sie trennt“ erinnern (vgl. UNITAS 4/2005, „Bibel und Koran“, Herder-Verlag, 6. Auflage 2007). Jetzt hat der international angesehene Bibelwissenschaftler Prof. Gnilka ein Buch über „Die Nazarener und der Koran“ veröffentlicht. Er geht von den Bibelzitaten des Alten und (hier vordringlich) des Neuen Testaments im Koran aus, und stellt zum einen fest, „dass der Koran keine unmittelbare Kenntnis kanonischer neutestamentlicher Schriften voraussetzt“ (S. 103). Zum anderen weist er nach, „dass matthäische Überlieferungen (im Koran) in Erscheinung treten, paulinische hingegen fehlen“ (S. 103). Woher bezieht also der Koran seine Ausführungen über den jüdischen und den christlichen Glauben? Warum gibt es diese eindeutige Fixierung auf judenchristliche Überlieferungen? Bbr. Gnilka beobachtet, dass die Christen im Koran unter dem Namen „Nasara“ erscheinen, was er bewusst mit „Nazarener“ und nicht mit „Christen“ übersetzt (vgl. S. 16). Die Nazarener waren aber eine stark an der jüdischen Gesetzgebung orientierte frühchristliche Gruppierung, die auch im Neuen Testament Erwähnung findet. Alle diese Spuren führen Bbr. Gnilka in die Frühzeit der Jerusalemer Christengemeinde, in die Auseinandersetzungen zwischen Juden- und Heidenchristentum, zwischen Petrus und Jakobus auf der einen und Paulus auf der anderen Seite. 
Bbr. Gnilka analysiert die unterschiedlichen Glaubensauffassungen der frühen Christen über den einen Gott und über Jesus Christus sowie ihre Einstellung zum jüdischen Gesetz. Er untersucht die Auseinandersetzungen mit dem Judentum in der Zeit bis zum Ausbruch des Jüdisch-Römischen Krieges und die überlieferten Zeugnisse danach. Sein äußerst informatives und spannend zu lesendes Buch endet mit einer aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die ältesten Inschriften des Jerusalemer Felsendoms aus dem letzten Jahrzehnt des siebten Jahrhunderts.

Thomas Lohmann

Konstantin und Europa

Bistum Trier (Hrsg.): Konstantin und Europa; 48 S. mit zahlr. farbigen Abb., ISBN 978-3-7902-0219-9, 9,90 Euro. Erhältlich beim Paulinus-Verlag, Tel. 0651 / 4608-121, Email: media@paulinus.de) und allen Buchhandlungen.

Zur Konstantinausstellung in Trier hat das Bistum Trier ein Magazin mit dem Titel „Konstantin und Europa“ herausgebracht, in dem Parallelen zwischen dem Römischen Reich zur Zeit Konstantins und dem heutigen Europa thematisiert werden. Prominente Politiker, wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kommen dabei genauso zu Wort, wie Theologen und Historiker oder der Trierer Bischof Bbr. Dr. Reinhard Marx. Zahlreiche farbige Abbildungen machen das Magazin zum idealen Begleiter der Konstantinausstellung, die einen wahren Besucheransturm verzeichnet.

Das Heft zeigt erstaunliche Parallelen zwischen der Zeit Konstantins und der heutigen Situation Europas auf. Die Nationalstaaten innerhalb EU sind – wie einst die römischen Teilreiche – auf ihren Vorteil bedacht, aus der Türkei, Osteuropa und Nordafrika drängen die Menschen in die EU. Gleichzeitig wird, ganz im Gegensatz zur Zeit Konstantins, das Christentum nicht gefördert, sondern die christlichen Wurzeln Europas bestritten. Angesichts dieser Parallelen geht das Buch der Frage nach: Können wir aus der Geschichte lernen? 

 

Vorschule des Betens von Bbr. Guardini

Romano Guardini: Klassiker des Christentums. Vorschule des Betens, 196 Seiten, gebunden, Weltbild, ISBN-10: 3828949460, ISBN-13: 9783828949461, 9.95 EUR

Ein Klassiker des Christentums ist neuaufgelegt: Die „Vorschule des Betens“ unseres Bundesbruders Romano Guardini (1885-1968), der zu den großen katholischen Religionsphilosophen und Theologen des 20. Jahrhunderts gehört. Als 33-Jähriger wurde Guardini mit einem Schlag berühmt, als 1918 sein schmales Werk „Vom Geist der Liturgie“ erschien. 1927 erschienen das kleine Werk „Von heiligen Zeichen“ und wurde für den geistigen Führer der liturgischen Erneuerung ein heute kaum mehr vorstellbarer Erfolg. Als diese Bewegung um die Jahre 1939 bis 1944 in eine Krise geriet veröffentlichte Romano Guardini auf Bitten des Mainzer Bischofs Albert Stohr eine Stellungnahme, in der er Liturgismus, Praktizismus, liturgischer Dilettantismus und Konservatismus als Gefahren für die Liturgie benannte. In dieses Umfeld reiht sich 1943 sein Werk „Vorschule des Betens“. Guardini fragte sich schon sehr früh, ob der heutige Mensch die überlieferten Texte des betenden gottesdienstlichen Feierns überhaupt noch verstehen könne, erläutert Kardinal Lehmann in seinem Nachwort zur aktuellen Neuauflage.

Bbr. Guardini zeigte in seinem Buch „Vom Geist der Liturgie“ und spätere Veröffentlichungen seine Überzeugung auf, nach der die Menschen durch die Gestaltung der liturgischen Handlungen und die Art des deutenden und bildenden Sprechens in das heilige Geschehen hineingeführt werden müssen. In seiner „Vorschule des Betens“ formuliert Guardini: „Beten ist eine innere Notwendigkeit, Gnade und Erfüllung – Beten ist aber auch Pflicht, Mühe und Überwindung. So gibt es das Erlebnis, aber auch seine Schule.“ Sein Weg ist der der einfachen Dinge: Vorbereitung und Ordnung des Gebetes (Übung, Sammlung, äußere Ordnung), die Wirklichkeit Gottes und Grundakte des Gebetes (Gott der Heilige, Anbetung, Lob, Bitte, Dank), die Heiligste Dreifaltigkeit und das Gebet (die Beziehung zu den göttlichen Personen), das mündliche Gebet (Wortformen im Gebet), das innerliche oder betrachtende Gebet (auch: das mystische Gebet), die Vorsehung (der Zusammenhang des Gebetslebens mit der Vorsehung), das Gebet zu den Heiligen und zur Mutter des Herrn, das Gebet in der Zeit des Unvermögens (Schwierigkeiten aus dem inneren Wandel des Lebens und aus Krisen des Glaubens), der Gesamtzusammenhang des christlichen Gebetslebens (das persönliche Gebet, die Liturgie, die Volksandacht).

Damit bleibt seine Arbeit eine wichtige Heranführung zum liturgischen Geschehen. Kardinal Lehmann: „Es ist ein tiefer Versuch, die anthropologischen, religiösen Grundvoraussetzungen zur Sprache zu bringen, die man früher, als sie einfach im Beten selbst lebten und funktionierten, weniger befragte, aber nun in der Krise ausdrücklich machen muss. … Die Sprache des Buches ist einfach, in der Art Guardinis: ruhig meditierend, ohne Hast, zielstrebig und sprachlich schön.“ Heute noch spricht sein vor über 60 Jahren geschriebenes Buch den Leser von heute noch unmittelbar und frisch an.

Bbr. Romano Guardinis Buch „Vorschule des Betens“ erscheint in der Reihe „Klassiker des Christentums“, die gemeinsam vom Rheinischen Merkur und dem Weltbild Verlag herausgegeben wird. Sie widmet sich neben Guardini bislang Paul Gerhardt, Thomas von Kempen, Thomas Morus, Martin Luther, Ignatius von Loyola und Dietrich Bonhoeffer.

CB

 

Artikel für "Rund um den Kirchturm" 3/2007:

Volles Haus an der Flurstraße
UNITAS-Studenten laden ein
 

BORBECK. „Volles Haus!“ meldet der Wissenschaftliche Katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania an der Flurstraße. Zum Start des Wintersemesters 2007/08 sind neun Kommilitonen in das Studentenhaus des Vereins gezogen. „Wir hatten über das Internet inseriert und eine unerwartet große Nachfrage“, freut sich der derzeitige Vorsitzende Daniel Muschellik mit seinen Bundesbrüdern über die neuen Mitbewohner aus dem Münsterland, Sachsen, Ostwestfalen, Schwaben oder Hessen.

War es in den letzten Septemberwochen noch ziemlich hektisch zugegangen, sind die umfassenden Renovierungsarbeiten in dem im Sommer 2004 vom Verein erworbenen Haus nach anderthalb Jahren Umbauzeit nun im Wesentlichen abgeschlossen. Mit Zimmergrößen bis 29 Quadratmetern und erschwinglichen Preisen scheinen die UNITAS-Studenten in eine Marktlücke gestoßen zu sein. Denn aktuell gestiegene Studentenzahlen machten für viele Studienanfänger die Zimmersuche nicht gerade leicht. Neun brandneue Zimmer mit mehreren Bädern stehen nun in den beiden oberen Stockwerken des „Feldschlößchens“ zur Verfügung. Und in der Gemeinschaftsküche ist Spaghettikochen, so interessierte Topfgucker, zur Zeit voll im Trend. Vor allem aber gilt es für die Studis, sich in Fächern wie Medizin, Wirtschaftsinformatik oder Osteuropakunde an den Universitäten in Duisburg, Essen und Bochum zurechtzufinden.

Der katholische Studentenverein will es den Neuankömmlingen in Borbeck leicht machen. Nicht nur in der Küche, sondern auch im großen Gemeinschaftssaal unter dem Dach, gibt es immer wieder spontane gesellige Treffen, bei denen sie den Stadtteil und die Gemeinde St. Dionysius vorstellen oder über die Grundlagen und Arbeit von Verein und UNITAS-Verband berichten, der vor über 150 Jahren von Studenten aus dem Ruhrgebiet in Bonn begründet wurde. Für die erst vor wenigen Jahren in Borbeck angedockte Ruhrania eine besondere Herausforderung: „Unsere jetzt noch kleine Gemeinschaft hat in ihrer fast 100-jährigen Vereinsgeschichte nie ein eigenes Haus besessen“, so der Senior Daniel Muschellik. An diese Situation müsse sich der seit Anfang der 1990-er Jahre durch das Ruhrgebiet nomadisierende Verein auch erst gewöhnen. „Borbeck finden sie alle richtig gut“, sagt Daniel und freut sich auf gemeinsame Exkursionen.

Im Haus an der Flurstraße selbst sind noch größere Dinge geplant, denn im über 100 Jahre als Gaststätte genutzten Erdgeschoss soll zum Frühjahr 2008 eine völlig neue Gastronomie entstehen. Inzwischen habe der Hausbauverein hervorragend geeignete Partner aus der Region gefunden, die mit Hochdruck an den Ausbau gehen und auf ein erfolgreiches breites Angebot setzen. „Ein Umstand, der unser Haus noch attraktiver machen wird“, hoffen die Bundesbrüder der Ruhrania, die sich jetzt schon auf viele Gäste freuen: „Wenn es endlich losgeht, wird das in Borbeck nicht zu übersehen sein!“

Ihr inhaltliches Profil zeigt die UNITAS-Ortsvereinigung im Ruhrgebiet in diesen Monaten nicht nur durch gemeinsame Gottesdienste und Feiern zu den Festen ihrer Verbandspatrone Maria Immaculata im Dezember und Thomas von Aquin im Januar. So begleitet neben wissenschaftlichen Sitzungen eine Reihe von Vortrags- und Gesprächsabenden mit geistlichen Bundesbrüdern den gemeinsamen Weg durch den Advent. Besonders Studenten, die mehr zur UNITAS erfahren wollen, sind hier immer herzlich willkommen. Auch, wer noch bei der Ausstattung des Hauses helfen kann: „Nicht nur schöne alte Kronleuchter bekommen hier einen Ehrenplatz.“ Zum Stand der Dinge am „Feldschlösschen“ und zu den laufenden Aktivitäten gibt es auch zahlreiche und immer wieder aktualisierte Informationen im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.

Termine bis Jahresende:

Mi 28.11., 19.30 Uhr: „Johannes, der Wegbereiter". Gemeinsam in den Advent mit Bbr. P. Benedikt Kisters CSsR, Redemptoristen-Kloster Bottrop-Kirchhellen, auf dem UNITAS-Haus, ca. 21.45 Uhr gemeinsame Komplet

Mi 05.12., 19.30 Uhr: Wissenschaftliche Sitzung: „Armenien - Das erste christliche Land“, Ref.: Bbr. Gregor Heinrichs, gemeinsam mit dem UNITAS-Zirkel Essen im „Istra“, Essen-Rüttenscheid

Mi 12.12., 19.30 Uhr: „Maria, die im Ursprung Geheiligte“, Geistlicher Impuls mit Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann, Altena, auf dem UNITAS-Haus, ca. 21.45 Uhr gemeinsame Komplet

Mi 19.12., 19.30 Uhr: „Immanuel, der Gott mit uns“, Geistlicher Impuls mit Bbr. Vikar Norbert Linden, auf dem UNITAS-Haus, ca. 21.45 Uhr gemeinsame Komplet

 

Artikel auf www.unitas.org 

Essen: Volles Haus im Ruhrpott
Ruhranen erreichen wichtiges Zwischenziel

von Christof M. Beckmann
31. Oktober 2007

BORBECK. „Volles Haus!“ meldet die UNITAS Ruhrania an den Universitäten Duisburg, Essen und Bochum. Zum Start des Wintersemesters 2007/08 sind neun Kommilitonen in das UNITAS-Zentrum Ruhr gezogen. „Wir hatten über das Internet inseriert und eine unerwartet große Nachfrage“, freut sich der derzeitige Vorsitzende Daniel Muschellik mit seinen Bundesbrüdern über die neuen Mitbewohner aus dem Münsterland, Sachsen, Ostwestfalen, Schwaben oder Hessen. 

War es in den letzten Septemberwochen noch ziemlich hektisch zugegangen, sind die im Mai 2006 mit viel Eigenarbeit begonnen Renovierungsarbeiten nun im Wesentlichen abgeschlossen. Mit Zimmergrößen bis 29 Quadratmetern und erschwinglichen Preisen scheint die UNITAS an der Ruhr in eine Marktlücke gestoßen zu sein. Denn aktuell in NRW und an den Ruhr-Universitäten gestiegene Studentenzahlen machten für viele Studienanfänger die Zimmersuche nicht gerade leicht. Neun brandneue Zimmer mit mehreren Bädern stehen nun in den beiden oberen Stockwerken des „Feldschlößchens“ zur Verfügung. Und in der Gemeinschaftsküche hinter der eigenwilligen Fassade ist Spaghettikochen, so interessierte Topfgucker, zur Zeit voll im Trend. Vor allem aber gilt es für die Studis, sich in Fächern wie Medizin, Wirtschaftsinformatik oder Osteuropakunde an den Universitäten in Duisburg, Essen und Bochum zurechtzufinden.

Graue Haare inklusive 

Noch gibt es immer noch viel zu tun rund um Haus und Hof. Die Organisation der Dauerbaustelle, wie geschaffen dafür, den Verantwortlichen eine prachtvoll graue Haarpracht zu bescheren, hatte es in sich: Vor allem beim Innenputz, bei dem mehr als 25 Tonnen Material an die Wände kamen. Das über 100-jährige Haus - innen weitgehend Fachwerk - saugte mit großer Geschwindigkeit die Feuchtigkeit aus dem dick aufgebrachten Mörtel, was beträchtliche Rissbildung folgerte. Die Nacharbeitungszeit und der Baustopp für alle anderen Gewerke ließ den angepeilten Zeitplan vollends zusammenstürzen. Und doch haben es die Ruhranen irgendwie schließlich doch geschafft. Als Dauergäste mit „Goldenen Kundenkarten“ in den umliegenden Baumärkten brachten sie zuletzt in mehreren Arbeitseinsätzen nicht nur über 1000 Quadratmeter Tiefengrund, schließlich auch Farbe an die Wand und Lampen an die Decken: Pünktlich während des Einzugs des ersten neuen Hausbewohners kam der zweite Anstrich und der brandneue Laminat-Fußboden. Selbst Zimmertüren stellten sich schließlich ein. Und die Schränke der selbstmontierten Einbauküche haben ihre Aufhängungen bislang noch nicht verlassen.

Pächter ist gefunden

Ermöglicht haben dies nicht zuletzt die Entwicklungen der Verhandlungen mit potenziellen und geeigneten Pächtern für die von Beginn an geplante öffentliche Gastronomie im Erdgeschoss. Über vier Monate zogen sich die Gespräche des örtlichen Hausbauvereins mit den letzten Kandidaten, die sich auf eine ungeplante Regelung einließen. Die Verabredung über einen Baukostenzuschuss ermöglichte schließlich die volle Konzentration der Baumaßnahmen auf den als Studentenhaus genutzten Teil des Gebäudes. Sie haben auch die umfangreichen Berechnungen für die Kostenkontrolle etwas entspannt: Ungezählte Stunden verbrachten die Verantwortlichen bei diesem im ganzen Verband großen Objekt für die Abrechnung der zahlreichen Gewerke. Der Ruhranen-CC gab im Sommer bei einer Klausurtagung zudem grünes Licht für den Anbau eines eigenfinanzierten Wintergartens im Bereich des Biergartens, der damit die ganzjährig nutzbare Gastronomiefläche noch deutlich vergrößert und auf Dauer einen weiteren großen Gewinn für das Gesamtprojekt - und hoffentlich auch für den Verband - darstellt. Am Lukas-Tag kam es im Oktober mit den beiden zukünftigen Betreibern zum lange vorbereiteten Handschlag: Die ausgemachten Profis betreiben u.a. das „alpincenter“, die Skihalle in Bottrop und weitere gut laufende Lokale im Umfeld, verfügen über ausgezeichnete Kontakte und bringen in das Projekt große Investitionen ein. Nach derzeitigem Stand wollen sie das Haus unter seinem alten Namen „Feldschlösschen“ zum April 2008 eröffnen. Sie sind bereits mit Hochdruck an den Ausbau gegangen und setzen auf ein erfolgreiches breites Angebot. „Ein Umstand, der unser Haus noch attraktiver machen wird“, hoffen die Bundesbrüder der Ruhrania, die sich jetzt schon auf viele Gäste freuen: „Wenn es endlich losgeht, wird das nicht zu übersehen sein!“ 

UNITAS-Profil bilden

Währenddessen hat die über ein Jahr  wieder durch die Region nomadisierende Ruhrania, die in ihrer fast 100-jährigen Vereinsgeschichte nie zuvor ein eigenes Haus nutzten konnte, in ihrem neuen Zentrum den geregelten Semesterbetrieb aufgenommen. „Ohne den UNITAS-Zirkel Essen wäre dies nie möglich gewesen“, stellt Alt-Senior Sebastian Sasse heraus. „Und noch ist es für uns eine ungewohnte Situation“, so sein Nachfolger Bbr. Daniel Muschellik. Denn jetzt gilt es im eigenen Haus auch verstärkt unitarisches Profil auszubauen. Die Bundesbrüder rechnen mit der Sogwirkung des stark vom ZHBV und Verband unterstützten Unternehmens in der ganzen Region. „Alle Zirkel im Umkreis sind herzlich eingeladen, dieses Haus als ihr Haus zu entdecken und zu nutzen“, so die Aktiven, HBV und örtlicher Hausbauverein.

Toller Saal entstanden

Besonders im neuen Veranstaltungssaal unter dem Dach, für den die Hausstatik mit Stahlträger und mächtigen Leimbindern verstärkt wurde: Neben den gemeinsamen Gottesdiensten und Feiern zu den Patronatsfesten im Dezember und Januar begleitet eine Reihe von Vortrags- und Gesprächsabenden mit geistlichen Bundesbrüdern den gemeinsamen Weg durch den Advent. Hilfe ist noch bei der Ausstattung des Hauses gefragt: „Nicht nur schöne alte Kronleuchter bekommen hier einen Ehrenplatz“, so der unitarische Ortsverein an der Ruhr. 

Zum Stand der Dinge am „Feldschlößchen“ und zu den laufenden Aktivitäten gibt es immer wieder aktualisierte Informationen im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.

CHRISTA LANGEN-PEDUTO schreibt in einem Artikel des aktuellen RHEINISCHE MERKURS (Nr. 32, 09.08.2007) über Bundesbruder Monsignore Christoph Kühn (UNITAS Frankonia Eichstätt), den Leiter der deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat:

RÖMISCHE NOTIZEN 

August-Stress im Staatssekretariat

VON CHRISTA LANGEN-PEDUTO

Besucher im vatikanischen Staatssekretariat eilen am liebsten gleich an die Fenster der langen Korridore. Der Blick von dort auf die Ewige Stadt ist atemberaubend schön. Und manch einer wird denken: Wie beneidenswert, dort zu arbeiten. Den Mitarbeitern des Staatssekretariats ist das bewusst. Die meisten haben allerdings selten Zeit für bewundernde Panoramablicke. Das gilt, in Benedikt-Zeiten, vor allem für die deutsche Abteilung der ersten Sektion für allgemeine Angelegenheiten. Jetzt herrscht dort Hochbetrieb, weil der Österreichbesuch des Papstes vom 7. bis 9. September ansteht. 2006 ging es um die letzten Vorbereitungen für den Bayernbesuch und 2005 für den Weltjugendtag in Köln.

Die deutsche Abteilung ist etwas aufgestockt worden, seit täglich eine Flut an Korrespondenz eintrifft. Vier Priester und drei Laien arbeiten dort. Letztere sind weiblichen Geschlechts – womit die Durchschnittsquote des Frauenanteils von 16 Prozent der Beschäftigen im Vatikan ganz im Sinne von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone erfreulich hoch überschritten ist. Seit 2001 leitet die Abteilung Monsignore Christoph Kühn. Der Nuntiaturrat ist Träger deutscher und österreichischer Verdienstorden, Commendatore der italienischen Republik und erhielt 2007 das Komturkreuz mit Stern des Fürstentums Liechtenstein.

Der 43-jährige Priester des Bistums Eichstätt und promovierte Kirchenrechtler gibt sich bescheiden und zurückhaltend. Aufgabe des Staatssekretariats sei es, dem Papst in Fragen des täglichen Dienstes behilflich zu sein, heißt es im Profil der hohen Behörde. Die Mitarbeiter in der deutschen Abteilung sind nicht, wie der Privatsekretär des Papstes, Prälat Georg Gänswein, ins öffentliche Bild des Heiligen Vaters eingebunden. Man wirkt im Hintergrund. Nur mittwochs bei der Generalaudienz hat jeweils einer der Priester der Abteilung einen Auftritt. Er verliest die fast immer sehr lange Liste anwesender Pilgergruppen aus deutschsprachigen Ländern – sein eigener Name als Sprecher wird dabei aber nicht genannt.

Benedikt XVI. inspiriert mit seinen tiefgründigen Aussagen. Besonders Gläubige aus deutschsprachigen Ländern reagieren und schicken Briefe nach Rom. Diese bearbeitet die deutsche Abteilung. Jeder, der sich respektvoll an die Person des Heiligen Vaters wendet, ist einer Antwort würdig. Zum 80. Geburtstag des Papstes im April trafen rund 5000 Glückwunschschreiben allein von privaten Gratulanten aus dem deutschsprachigen Raum ein. So weit möglich, wurde allen gedankt. Bei besonderen Anliegen weist das Staatssekretariat die Schreiber darauf hin, sich vertrauensvoll an den Ortsbischof zu wenden.

Mit Blick auf die Österreichreise haben einzelne Pilger darum gebeten, dem Heiligen Vater während seiner Reise persönlich begegnen zu können. Da wird zumindest auf die vor Ort tätigen Organisation verwiesen.

Österreich sei ein katholisches Kernland Europas, sagte Monsignore Kühn kürzlich vor einer deutschen Pilgergruppe, „und wir wollen natürlich den Glauben durch diesen Papstbesuch stärken und vertiefen helfen“. Zuweilen hält er Vorträge vor besonders interessierten Reisegruppen, die sich über den Heiligen Stuhl und die Vatikan-Behörden informieren wollen. Das ist auch nahezu die einzige Möglichkeit, mit dem diskreten Monsignore ins Gespräch zu kommen.


 

Rechts: BORBECKER NACHRICHTEN vom 2.8.2007


aus: unitas 2/2007

Baustelle Ruhrgebiet: 
UNITAS-Zentrum 
auf der Zielgerade

Vor genau einem Jahr begonnen, geht nun die Totalsanierung des UNITAS-Hauses im Ruhrgebiet auf die Zielgerade. Nach dem Ausräumen und Abreißen, das die Aktiven im Mai/Juni 2006 begonnen hatten, waren ab August die ersten Handwerker an die Arbeit gegangen. Inzwischen sind alle komplett erneuerten Leitungen in der Wand, Trockenbauer und Verputzer, Zimmerleute und Dachdecker sind mit den Hauptgewerken weitgehend fertig.

Inzwischen geht der Innenausbau mit Fliesenarbeiten weiter, Fußböden werden noch abgeschliffen und Türen eingesetzt. Rundum sind die Fenster komplett erneuert und die Fassade soll noch in diesem Jahr in strahlendem Gelb und Weiß leuchten. Ein Highlight, das sogar in der örtlichen Presse gewürdigt wurde, waren statische Sicherungsarbeiten, für ein tonnenschwerer Stahlträger und mächtige Leimbinder in das Haus schwebten. Damit musste die UNITAS Ruhrania auch im Sommersemester wieder improvisieren: Das Programm hatte die Aktivitas mit Senior Sebastian Sasse in enger Zusammenarbeit mit dem Essener UNITAS-Zirkel geplant.

Arbeitseinsätze am Haus

Gemeinsame Arbeitseinsätze auf dem Haus setzten Anfang März den „Akademischen Bautrupp“ erneut in Bewegung: Während die Bauarbeiten fortschritten, sorgte ein „Finales Räumkommando“ außen und innen am UNITAS-Zentrum für Ordnung. In gemeinsamer Aktion von Jung und Alt wirbelten 12 Bundesbrüder an der Flurstraße, entsorgten mit mehreren Anhängerführen alte Polstermöbel, Matratzen, Kühlschranke, eine Menge Müll und mehrere Ladungen Laubsäcke vom Gelände. Einzelne Teams schwärmten in die Zimmer aus, bald schufen Dampfgeräte tropisches Klima, in dem man den letzten Tapetenresten zu Leibe rückte, um die Wände für den Innenputz vorzubereiten. Muster aus 100 Jahren der deutschen Geschichte traten zutage, selbst ursprüngliche Wandmalereien wurden sichtbar. Wo der Putz bröselte, half der Hammer, und an vielen Stellen wurde alles bis auf die mit Drahtgeflecht genagelten Fachwerkbalken freigelegt. Während ein einziges Rumoren das ganze Haus füllte, alterte mancher um Jahre - zumindest optisch: Der allgegenwärtige Staub kroch in jede Pore, weiße Schläfen und die brettharte Haarpracht keltischer Krieger waren der Lohn für eine konzentrierte knüppelharte zwölfstündige Arbeit. Allen ein Vorbild: Der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese mit verwegener Kappe, seinen 70 Lenzen und unitarischen 100 Semestern. Bald zeigten sich Haus und Hof von einer völlig neuen Seite, weitere 1,5 Tonnen Laub wurden bei einer weiteren Expedition entsorgt. Natürlich fehlten reviertypische Atzung, Currywurst mit Pommes und ein Schluck leckeres Dampfbier nicht …

Wissenschaftsarbeit 
und Flagge zeigen

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Wissenschaftlichen Sitzungen mit dem Essener Zirkel standen zu Beginn vor allem religiöse Themen: Gut 30 Gäste versammelte im März ein Vortrag von Bbr. Rüdiger Duckheim über Aufbau und Wesen der Heiligen Messe. Sein klar gegliedertes Referat zu Aufbau und historischer Entwicklung von Wortgottesdienst und Eucharistiefeier betrachtete die wesentlichen Neuerungen und Vorschriften der Liturgie-Konstitution des II. Vatikanischen Konzils, aber auch Fehlentwicklungen und neue Ideen. Eine intensive Debatte schloss sich auch dem Vortrag an, den Anfang April Bbr. OStR i.R. Erich Wagner über die Christliche Hoffnung hielt.

Die Aktiven rüsteten bereits für eine politische Aktion: Am 21. April hieß es für die Ruhr-UNITAS bei einer Demonstration gegen eine Kundgebung der NPD und sogenannter „Freier nationalistischer Kameradschaften“ Flagge zu zeigen. Mitten im Protest eines breiten Bürgerbündnisses aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und vieler gesellschaftlicher Gruppen stand die Ruhrania mit ihrer Ludgerus-Fahne unter 1.000 Demonstranten. Mit dem Slogan „Essen stellt sich quer - Borbeck stellt sich quer“ machten sie unter vollem Geläut vom Kirchturm auf dem Alten Markt in Borbeck unmissverständlich klar, dass rechte Parolen und Neonazis in Borbeck nicht willkommen sind. Geradezu passend starteten der Essener Zirkel und Aktive in den Marienmonat Mai: Ein Vortrag von Bbr. Michael Heliosch berichtete über Entstehen und Botschaft der „Madonna von Stalingrad“, die vor 65 Jahren im Kessel von Stalingrad entstand und heute in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufbewahrt wird.

Europa-Kneipe in Essen

Zur Feier des Europa-Tages Anfang Mai widmete die Ruhrania dem Andenken von Bbr. Robert Schuman erstmalig eine Europakneipe. Dabei bewiesen die Düsseldorfer Rheinfranken mit Alt-VOP Rolf Berweiler wahre bundesbrüderliche Verbundenheit: Sie reisten gleich mit mehreren Bundesbrüdern an und halfen kräftig bei der hervorragend laufenden Versorgung der Corona. Besonderer Höhepunkt des Abends im Kneipsaal der befreundeten CV-Verbindung KdStV Nordmark wurde die vom Bundeslied umrahmte hochoffizielle Aufnahme zweier um die UNITAS an der Ruhr verdienter Borbecker. Feierlich nahm Präside Sebastian Sasse als neue Ehrenmitgliedschaft Vikar Norbert Linden von St. Dionysius Borbeck und Norbert Breiderhoff, Vorsitzender des örtlichen CV-Zirkels „Kohle“ als unitarische Bundesbrüder auf. Die Laudationes übernahmen Bbr. Helmut Wiechmann, aus Altena angereister Geistlicher Verbandsbeirat und Ehrensenior Bbr. Dr. Christof Beckmann. Der Essener Zirkelvorsitzende Bbr. Martin Gewiese überreichte gerahmte Urkunden aus und überbrachte die Grüße der Altherrenschaft. Ein die überverbandlichen Kontakte lobendes Grußwort sprach Martin Niklas, Vorsitzender des CV-Zirkels Essen. UNITAS-Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll appellierte in seiner Grußrede zu konsequenter, gelassener und zuversichtlicher Arbeit für das christliche Fundament des vereinigte Europa. Dazu könne und müsse, so Bbr. Krüll, der Schulterschluss der katholischen Korporationen einen wichtigen Beitrag leisten.

Mit dem Thema hatte sich der Convent bereits seit Beginn des Semesters intensiv beschäftigt. Über mehrere Wochen galt ihm der inhaltliche Schwerpunkt: Die UNITAS an der Ruhr startete ein Internetprojekt mit zahlreichen europarelevanten Dokumenten, rief zu Unterschriften auf und entwickelte in Abstimmung mit den Thüringer Bundesbrüdern von UNITAS Ostfalia in Erfurt eine Resolution, die zeitgleich zum Berliner Europa-Gipfel am 25. März mit drei Anträgen verabschiedet wurde. Sie zielten auf eine nachhaltige Verstärkung des europapolitischen Engagements des Verbandes, auf ein Bewusstwerden der großen Tradition, in der die UNITAS mit ihrem prominenten Mitglied Robert Schuman steht, und auf die Verabschiedung einer Resolution, die als Signal für die Ausrichtung der zukünftigen Verbandsarbeit wirken sollte. Nach der Generalversammlung zogen die Ruhranen eine rundum zufriedene Bilanz: Nicht alle Formulierungen waren erwartungsgemäß auf Zustimmung gestoßen, doch blieb zum Schluss exakt das Ergebnis, das sich die Antragsteller erhofft hatten.

Froher Pfingsttag 2007 an der Ruhr

Während sich seit Ende Mai Trockenbauer, Installateure und Elektriker auf der UNITAS-Baustelle an der Flurstraße die Klinke in die Hand gaben, startete der Innenputz, der sich aus dem ersten Obergeschoss langsam ins Erdgeschoss vorarbeitete. Vorsichtigerweise war das große Fest zu Pfingsten noch nicht im Haus geplant worden, zu dem Bbr. Marc Schmidt in die benachbarte Pfarrgemeinde St. Maria Immaculata in Borbeck einlud. Zu seiner feierlichen Aufnahme in die katholische Kirche versammelten sich fast 40 Mitfeiernde, seine Familie, Vertreter der Altherrenschaft und Aktive der unitarischen Familie in und um Essen. Zelebrant Bbr. Pater Benedikt Kisters CSsR vom Jugendkloster der Redemptoristen in Kirchhellen, sprach in seiner sehr persönlichen Predigt von einer in der Gemeinschaft der UNITAS lange gereiften Entscheidung. Sie habe Bbr. Marc als evangelischer Christ nicht gegen etwas, sondern für das getroffen habe, was ihm wichtig geworden sei. Im Namen des Bischofs Felix Genn von Essen nahm Benedikt Marc in die Katholische Kirche auf und firmte ihn - eine besondere Freude auch für die beiden Paten seiner Leibfamilie, die mit Marc vor den Altar treten durften und als Zeugen per Unterschrift attestierten. In den Fürbitten nahm ihn die feiernde Gemeinde ins Gebet und bat um Gottes Geist für die UNITAS-Gemeinschaft. Fürbitten, Lesung und Dienst der Ministranten am Altar hatten Aktive und Alte Herren übernommen.

Wesentliche Glaubenswahrheiten stellten sich Zirkel und Aktivitas Anfang Juni: Eine Wissenschaftliche Sitzung von Bbr. Richard Laudage entwickelte am Beispiel des Festes „Christi Himmelfahrt“ mehrere Einzelaspekte, insbesondere die „Verherrlichung Christi“ durch seine „Erhöhung“ und „Inthronisation zur Rechten des Vaters“. Eine Veranschaulichung der Motive brachten Beispiele aus der christlichen Ikonographie: Ottonische Prachtevangeliare oder Mosaiken aus Ravenna zeigten die bildliche Umsetzung der Begriffe und ihrer Bedeutungen. Tief in die Mystik führten eine ganze Reihe von Fragen in der anschließenden Debatte, die insbesondere die Themen von „Person“, „Identität“, „Verwirklichung“ des Menschen und seine Begegnung mit Gott betrafen.

Unter einem anderen Aspekt setzte das Vereinsfest zu Ehren des Hl. Bonifatius am 10. Juni die Diskussionen fort: Der Bochumer Professor und Studiendirektor für Religion und Deutsch am Abteigymnasium Duisburg, Dr. Gerd Neuhaus, beschäftigte sich bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung in Essen-Werden mit dem Satz „Außerhalb der Kirche kein Heil“. Der Zirkelvorsitzende  Bbr. Martin Gewiese begrüßte nach dem gemeinsamen Lateinischen Choralhochamt in der benachbarten Ludgerus-Basilika rund 30 Gäste in den Dom-Stuben. Der knapp einstündige Vortrag lieferte für die anschließende, von Aktivensenior Sebastian Sasse geleitete Diskussion viele Anregungen zum Verständnis von Toleranz, abendländischer Geistesgeschichte und Aufklärung. In einer weiteren Wissenschaftlichen berichtete Senior Sebastian Sasse über seine Forschungsergebnisse zu dem christlichen Gewerkschafter und Politiker Adam Stegerwald vorstellen.

Während nun der dick aufgebrachte Putz auf den Wänden in der Baustelle durchtrocknet, wollen die Aktiven das Haus immer mehr wieder voll in Besitz nehmen. Noch gibt es viele Arbeiten, die anstehen, doch soll so schnell wie irgend möglich bereits der Vereinsbetrieb dort wieder anlaufen. Wann die ersten Bundesbrüder wieder einziehen können, wird in Abstimmung mit der Bauleitung entschieden. Gleichzeitig zielen Verhandlungen mit einer Brauerei und einem Bierverlag auf die Eröffnung der Gastronomie im Erdgeschoss mit ihrem Biergarten noch in diesem Jahr. Soviel steht fest: Im Winter gibt’s im Ruhrgebiet freie Zimmer!

 

aus: unitas 2/2007
Friedhelm Ost – 65 Jahre

Bundesbruder Friedhelm Ost vollendete am 15. Juni sein 65. Lebensjahr – Anlass für eine Würdigung auch in der UNITAS-Zeitschrift. Staatssekretär a. D. Friedhelm Ost kann auf ein reich erfülltes und aktives Leben in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zurückblicken. Dabei dürfte „sein Rückblick“ nicht der eines angehenden Ruheständlers sein, sondern eher eine Motivation für die zahlreichen Aufgaben, die er auch künftig engagiert wahrnehmen wird.

Nicht zuletzt als Vorsitzender des Krone-Kreises und mit seinem persönlichen Einsatz in den jährlichen Krone-Seminaren trägt er wirksam dazu bei, die UNITAS und ihre Überzeugungen in Politik und Gesellschaft zur Geltung zu bringen. Dazu wünschen wir ihm weiterhin Gottes Segen, Gesundheit und Erfolg. 
Ohne hier einen vollständigen Überblick geben zu können, sei doch an die wichtigsten Stationen seines Wirkens erinnert: Geboren in Castrop-Rauxel, studierte Friedhelm Ost nach dem Abitur von 1961 bis 1965 Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und Köln (Abschluss: Dipl.rer.pol.). Sein Studium finanzierte er u.a. als Hilfsarbeiter im Bergbau – eine prägende Lebenserfahrung. Anschließend war er drei Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Großbank. Es folgten 12 Jahre als Wirtschaftsredakteur, Moderator und Kommentator beim ZDF. Von 1985 bis 1989 übte er als Staatssekretär das Amt des Chefs des Bundespresse- und Informationsamtes der Bundesregierung aus. Dann war er einige Jahre wirtschaftspolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, freier Journalist und Publizist.
Ein entscheidender Schritt war 1990 seine Direktwahl in den Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Paderborn. Das Mandat hielt er drei Legislaturperioden mit beachtlichen Stimmen-Anteilen (rd. 57 bzw. 54 %). Bis 1998 war Friedhelm Ost vor allem bekannt als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages. Sein Talent, schwierige Zusammenhänge der Wirtschafts- und Sozialpolitik allgemein verständlich zu vermitteln, kam ihm dabei besonders zugute.
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2002 blieb Bundesbruder Ost „am Ball“: Die Mitgliedschaft in mehreren Aufsichtsräten und Beiräten sowie seine Beratertätigkeit ebenso wie sein soziales Engagement als Präsident der „Luftbrücke für atemerkrankte Kinder in Deutschland“ sind dafür ein beredtes Zeugnis. Seine Tätigkeit für das Allgemeinwohl fand Anerkennung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, des Handwerkszeichens in Gold und durch Orden ausländischer Staaten.
So danken auch wir Bundesbrüder Friedhelm Ost für sein verdienstvolles Wirken, insbesondere für unsere UNITAS. 

Dr. Otto Paleczek

 

aus: unitas 2/2007
In memoriam Bbr. Pfarrer Werner Greitemann

WATTENSCHEID. Bbr. Pfarrer Werner Greitemann, geboren am 15. November 1921, zum Priester geweiht am 23. Juli 1959 in der Propsteikirche zu Bochum, ist am Abend des Pfingsttages, 27. Mai 2007, gestorben.

Nach zwei Kaplanstellen in Wattenscheid und Hattingen ernannte ihn der Bischof im April 1968 zum Rektoratspfarrer an St. Paulus in Mühlenrahmede. Im Mai 1976 kehrte er