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Wissenschaftlicher Katholischer Studentenverein
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AUDIOBEITRAG zum EUROPATAG am 9. Mai 2003: 
"Europa: Unsere Zukunft"

Hier klicken und Beitrag hören!RADIOBEITRAG anhören: Auf das Bild rechts klicken.
Länge  2:34 Min.
Autor: Christof Beckmann

Nach viel hin und her ist jetzt ist ein eigener Artikel zum Rechtsstatus der Kirchen in der künftigen EU-Verfassung geplant. Europa sei eben auch eine Wertegemeinschaft, die sich auf ein kulturelles und spirituelles Erbe stütze, so der damalige deutsche Außenminister Joschka Fischer. Robert Schuman wäre gar nichts anderes in den Sinn gekommen: Für ihn war das, was er selbst erlebte, der Super-Gau: Im Krieg hatte sich der Kontinent völlig zerfleischt, so richtig warm waren sich alle noch nicht geworden. Und doch träumte er, der französische Ministerpräsident – ganz pragmatisch von der Einheit Europas: „Die Schwierigkeiten einer Europäischen Integration unterschätzen wäre falsch und gefährlich“, sagte er 1951. „Um sie zu erreichen, werden unsere Länder und Regierungen viel Ausdauer und Geduld. Doch das Thema der Einigung Europas ist gestellt und kann nicht mehr zurückgedrängt werden.“

 

Kein Wunder, dass er vielen damals als Spinner, anderen sehr wohl als Prophet galt: Jean-Baptiste Nicolas Robert Schuman - ein hagerer Mann, geborener Luxemburger, der ebenso gut Deutsch wie Französisch sprach. Vor 100 Jahren machte er deutsches Abitur, 40 Jahren starb der erste Präsident des Europäischen Parlaments. Und seine Vision von einem geeinten Europa wird Wirklichkeit. «Sollten wir uns zu kraftlos erweisen“, sagte er, „sollte es an unserem Zögern scheitern, so werden uns die Ereignisse und die Erwartungen der Völker zu den richtigen Entscheidungen zwingen. Wenn wir sie nicht treffen, werden wir die letzte Chance für das Glück unseres Kontinents und unserer Länder verspielen.“

 

Robert Schuman, ein gläubiger katholischer Christ – mit seiner Historischen Erklärung vom 9. Mai 1950, seinem Vorschlag zur Gründung der Montanunion, ging der europäische Rumpelzug auf die Schiene. Und der 9. Mai ist Europatag – nun für mehr Menschen als je zuvor. Und was immer man davon hält, ob und wie Gott in der Verfassung eine Rolle spielt – wie bei uns: Es geht um die Werte, die kein Staat aus sich selbst schaffen kann. Die christlichen Wurzeln eines Kontinents mit bald 25 Ländern und 450 Millionen Menschen.

Ein Beitrag von Christof Beckmann 
für die katholische Ausgabe des Kirchenmagazins "Himmel & Erde" 
am 4. Mai 2003 auf den NRW-Lokalradios.