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Wissenschaftlicher Katholischer Studentenverein
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50 Jahre Römische Verträge
Festakt der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin

BERLIN, 28.2.2007. Sie habe sich im Entwurf zum EU-Verfassungsvertrag einen klareren Gottesbezug gewünscht, betonte die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung am 28.2.2007 in Berlin. Wer sich seiner eigenen Wurzeln bewusst sei, könne gegenüber Andersgläubigen glaubwürdiger auftreten. Anlass für das Spitzentreffen europäischer Christlicher Demokraten in der Hauptstadt war der 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge im März 1957.

Aus den christlichen Wurzeln seien Werte wie Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit, Würde jedes Einzelnen, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gewissens- und Religionsfreiheit entstanden, erklärte die Kanzlerin. Der Wettbewerb für die EU-Bürger sei durch die Globalisierung viel größer geworden, doch müssten diese Werte auch Menschen außerhalb Europas zugänglich gemacht werden. Als Kontinent, dessen Seele die Toleranz sei, dürfe Europa niemals Verständnis haben für Intoleranz oder Gewalt im Namen von Religionen oder sonstigen Überzeugungen, betonte Merkel. "Das ist unser Credo", so die derzeitige EU-Ratspräsidentin.

Barroso: Grundwerte Europas nicht verhandelbar

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso forderte in seiner auf Deutsch und Englisch gehaltenen Rede eine neue Form des Humanismus für Europa. Noch heute ständen die Grundwerte des christlichen Menschenbildes für den europäischen Integrationsprozess der inzwischen 27 Mitgliedsländer. Auf dieser Grundlage seien die Herausforderungen der Globalisierung, des Klimawandels, des Terrorismus, der Migration und von Pandemien zu bestehen. In Europa gebe es keinen Platz für rückwärts gewandte Einstellungen, Fundamentalismus oder Populismus. Die Grundwerte Europas seien nicht verhandelbar, betonte Barroso. „Visionäre wie Monnet, Schuman, De Gasperi, Spaak und natürlich Adenauer" hatten begriffen: nach Jahrhunderten blutiger Konflikte war allein die Einigung Europas der Schlüssel zu Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand: "1963, mitten im Kalten Krieg, erklärte Robert Schuman: „Wir müssen Europa nicht nur im Interesse der freien Völker schaffen, sondern auch, um – später einmal - die Länder des Ostens aufnehmen zu können.“ Barroso: "Die meisten der Gründungsväter der europäischen Gemeinschaft hatten einen christlich-demokratischen Hintergrund. Es waren christlich-demokratische Grundwerte, die am Anfang des gemeinschaftlichen Europas standen.“

Pöttering: Europa und Papst Johannes Paul II. 

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering (EVP/CDU), erklärte, Europas Grundwerte seien keine abstrakten Postulate, sondern in der täglichen Politik anwendbar. Ausdrücklich würdigte Pöttering den Einsatz des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. für die polnische Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc. Der Papst habe die Tore Polens für Europa geöffnet. Weiter hob er den Dialog der Kulturen, besonders mit der arabisch-islamischen Welt, als bedeutend für Europa hervor. Dafür seien jedoch Wahrhaftigkeit und gegenseitige Toleranz unerlässlich, so der EU-Parlamentspräsident.

Vor dem Festakt hatten die Teilnehmer einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert, in dem Fürbitten in den Sprachen der sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft als Vorgängerin der Europäischen Union gehalten wurden.

 


Mehr Informationen zur Veranstaltung und die Redebeiträge von 

Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Bernhard Vogel, 
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, 
Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso 
und Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP, Präsident des Europäischen Parlaments, 

stehen als Audiofileszur Verfügung auf der Internetseite
http://www.kas.de/publikationen/2007/10266_dokument.html.