Wissenschaftlicher
Katholischer Studentenverein
UNITAS RUHRANIA BOCHUM-ESSEN-DORTMUND
25.
März 2007
„Wir
Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind zu unserem Glück
vereint“
Die Berliner Erklärung
zum 50. Jahrestag der Einigung Europas
Aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge haben
die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union heute mit dem Europäischen
Parlament und der Europäischen Kommission die "Berliner Erklärung"
angenommen. Darin bekräftigen sie ihren Willen, "die EU bis zu den Wahlen
zum Europäischen Parlament 2009 auf eine erneuerte gemeinsame Grundlage zu
stellen". Die Präsidenten von Rat, Kommission und Parlament, Angela
Merkel, Manuel Barroso und Hans-Gert Pöttering unterzeichneten drei Ausgaben
der "Berliner Erklärung". Am Sonntagabend steht ein ökumenischer
Gottesdienst im Berliner Dom mit den Spitzen der großen Kirchen in Deutschland
auf dem Programm.
Im
Folgenden der Text der heutigen gemeinsamen Erklärung im Wortlaut:
"Europa war über Jahrhunderte eine Idee, eine Hoffnung auf Frieden und
Verständigung. Diese Hoffnung hat sich erfüllt. Die europäische Einigung hat
uns Frieden und Wohlstand ermöglicht. Sie hat Gemeinsamkeit gestiftet und
Gegensätze überwunden. Jedes Mitglied hat geholfen, Europa zu einigen und
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu stärken. Der Freiheitsliebe der Menschen
in Mittel- und Osteuropa verdanken wir, dass heute Europas unnatürliche Teilung
endgültig überwunden ist. Wir haben mit der europäischen Einigung unsere
Lehren aus blutigen Auseinandersetzungen und leidvoller Geschichte gezogen. Wir
leben heute miteinander, wie es nie zuvor möglich war.
Wir
Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind zu unserem Glück vereint.
I.
Wir
verwirklichen in der Europäischen Union unsere gemeinsamen Ideale: Für uns
steht der Mensch im Mittelpunkt. Seine Würde ist unantastbar. Seine Rechte sind
unveräußerlich. Frauen und Männer sind gleichberechtigt.
Wir streben nach Frieden und Freiheit, nach Demokratie und Rechtsstaatlichkeit,
nach gegenseitigem Respekt und Verantwortung, nach Wohlstand und Sicherheit,
nach Toleranz und Teilhabe, Gerechtigkeit und Solidarität.
Wir leben und wirken in der Europäischen Union auf eine einzigartige Weise
zusammen. Dies drückt sich aus in dem demokratischen Miteinander von
Mitgliedstaaten und europäischen Institutionen. Die Europäische Union gründet
sich auf Gleichberechtigung und solidarisches Miteinander. So ermöglichen wir
einen fairen Ausgleich der Interessen zwischen den Mitgliedstaaten.
Wir wahren in der Europäischen Union die Eigenständigkeit und die vielfältigen
Traditionen ihrer Mitglieder. Die offenen Grenzen und die lebendige Vielfalt der
Sprachen, Kulturen und Regionen bereichern uns. Viele Ziele können wir nicht
einzeln, sondern nur gemeinsam erreichen. Die Europäische Union, die
Mitgliedstaaten und ihre Regionen und Kommunen teilen sich die Aufgaben.
II.
Wir
stehen vor großen Herausforderungen, die nicht an nationalen Grenzen halt
machen. Die Europäische Union ist unsere Antwort darauf. Nur gemeinsam können
wir unser europäisches Gesellschaftsideal auch in Zukunft bewahren zum Wohl
aller Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union. Dieses europäische
Modell vereint wirtschaftlichen Erfolg und soziale Verantwortung. Der Gemeinsame
Markt und der Euro machen uns stark. So können wir die zunehmende weltweite
Verflechtung der Wirtschaft und immer weiter wachsenden Wettbewerb auf den
internationalen Märkten nach unseren Wertvorstellungen gestalten. Europas
Reichtum liegt im Wissen und Können seiner Menschen; dies ist der Schlüssel zu
Wachstum, Beschäftigung und sozialem Zusammenhalt.
Wir werden den Terrorismus, die organisierte Kriminalität und die illegale
Einwanderung gemeinsam bekämpfen. Die Freiheits- und Bürgerrechte werden wir
dabei auch im Kampf gegen ihre Gegner verteidigen. Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit dürfen nie wieder eine Chance haben.
Wir
setzen uns dafür ein, dass Konflikte in der Welt friedlich gelöst und Menschen
nicht Opfer von Krieg, Terrorismus oder Gewalt werden. Die Europäische Union
will Freiheit und Entwicklung in der Welt fördern. Wir wollen Armut, Hunger und
Krankheiten zurückdrängen. Dabei wollen wir auch weiter eine führende Rolle
einnehmen.
Wir wollen in der Energiepolitik und beim Klimaschutz gemeinsam vorangehen und
unseren Beitrag leisten, um die globale Bedrohung des Klimawandels abzuwenden.
III.
Die
Europäische Union lebt auch in Zukunft von ihrer Offenheit und dem Willen ihrer
Mitglieder, zugleich gemeinsam die innere Entwicklung der Europäischen Union zu
festigen. Die Europäische Union wird auch weiterhin Demokratie, Stabilität und
Wohlstand jenseits ihrer Grenzen fördern.
Mit der europäischen Einigung ist ein Traum früherer Generationen Wirklichkeit
geworden. Unsere Geschichte mahnt uns, dieses Glück für künftige Generationen
zu schützen. Dafür müssen wir die politische Gestalt Europas immer wieder
zeitgemäß erneuern. Deshalb sind wir heute, 50 Jahre nach der Unterzeichnung
der Römischen Verträge, in dem Ziel geeint, die Europäische Union bis zu den
Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 auf eine erneuerte gemeinsame Grundlage
zu stellen.
Denn wir wissen: Europa ist unsere gemeinsame Zukunft."