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In Münster starb unser Helmut
Führer wurde am 19. September 1926 in Ibbenbüren geboren. Als sein Vater
1936 zum Oberregierungsrat in Naumburg an der Saale befördert wurde,
besuchte er dort die Katholische Volksschule und anschließend bis zur
Einberufung als Luftwaffenhelfer im Februar 1943 das humanistische
Domgymnasium in Naumburg. Mit der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst im März
1944 wurde ihm mit der Entlassung aus der 7. Klasse des Gymnasiums der
Reifevermerk zuerkannt. Nach
der Kapitulation 1945 war Herr Führer vom Wintersemester 1945/46 bis zum
Sommersemester 1947 an der Universität in Jena immatrikuliert und
studierte Physik, reine und angewandte Mathematik, sowie Chemie und
Geographie. Da er wegen des Krieges nur einen Reifevermerk besaß, musste
er eine Ergänzungsprüfung am Endes des ersten Semesters in den Schulfächern
ablegen und erhielt am 19. März 1946 das Zeugnis der Reife. Im
Sommer 1947 wechselte Helmut Führer von Jena nach Münster, um dort sein
Studium fortzusetzen. Um die Voraussetzungen für die Zulassung zu erfüllen,
musste er im Winter 1947/48 im Bautrupp der Universität Dienst tun. Vom
Sommersemester 1948 konnte er dann endlich sein Studium in reiner und
angewandter Mathematik und Physik fortsetzen und im März 1952 vor dem
wissenschaftlichen Prüfungsamt in Münster mit dem ersten Staatsexamen für
das Lehramt an höheren Schulen erfolgreich abschließen. Seinen
Vorbereitungsdienst leistete er im ersten Jahr am Gymnasium Dionysianum in
Rheine ab und wechselte dann zum Studienseminar II in Münster. Nach dem
zweiten Staatsexamen wurde er an das Gymnasium Paulinum versetzt, an dem
er Mathematik und Physik bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990
unterrichtete. Seine besondere Liebe galt dort besonders der Astronomie,
die er mit großem Engagement am Paulinum von 1959 an aufgebaut hat. Und
es gelang ihm immer wieder, mit seinen astronomischen Untersuchungen die
Schüler zu faszinieren und zu eigenen Experimenten anzuregen. Sein besonderer Verdienst ist es, am altsprachlichen Paulinum mit seinen klassisch-humanistischen Bildungsgängen den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern einen ebenbürtigen Stand zu verschaffen. Aus heutiger sicht ist das eine Selbstverständlichkeit, für die damalige Zeit aber eine große Leistung. Pädagoge
mit Leib und Seele am Paulinum in Münster Helmut
Führer war im wahrsten Sinne des Wortes ein Pädagoge, der mit Leib und
Seele hinter dem Stand, was er lehrte. Mit Geschick hat er den Schülern
vor allem das Auffinden mathematischer Vorgehensweisen und Methoden nahe
gebracht. Seine größte Stärke war das, was in den
naturwissenschaftlichen Fächern besonders schwierig und wichtig ist: Er
konnte so erklären, dass jeder es nachhaltig verstehen konnte. Deshalb
sind viele Schülergenerationen noch heute dankbar für den Unterricht,
den sie bei Herrn Führer erleben durften. 1964
wurde er in das Wissenschaftliche Prüfungsamt für das Lehramt an
Gymnasien berufen. Ein Jahr später erfolgte die Beförderung zum
Oberstudienrat. Neben
seinem Unterricht bildete Helmut Führer von 1966 an als Fachleiter für
Mathematik am Studienseminar in Münster bis zu seiner Pensionierung
Generationen von jungen Mathematiklehrern aus. 1970
erfolgte die Ernennung zum Studiendirektor als Fachleiter am
Bezirksseminar in Münster. In den nachfolgenden Jahren hat Helmut Führer
in vielen Kursen Altphilologen auf die Erweiterungsprüfung im Fach
Mathematik für das Lehramt am Gymnasium erfolgreich vorbereitet und damit
einen damals wichtigen Beitrag zur Behebung des extremen Lehrermangels in
Mathematik am Gymnasium geleistet.
Als
im Jahre 1981 die Aktivitas der Ruhrania sich auflöste, blieb aber der
Altherrenverein der Unitas Ruhrania mit einem neuen Vorstand bestehen.
Helmut Führer übernahm damals das Amt des Schriftführers und war maßgeblich
bei der Wiederbegründung der Aktivitas im Ruhrgebiet
im Jahre 1991 beteiligt. Er
gehörte zu den maßgeblichen Befürwortern und konnte sich gegen
kritische Stimmen erfolgreich durchsetzen. Sein aus solider Sachkenntnis
und eine aus Weitsicht geprägten Einschätzung und seine stets noble
Haltung profilierten ihn zu einem glaubwürdigen und überzeugenden
Ruhranen. Von ihm stammt auch die Geschichte der UNITAS Ruhrania zwischen den Jahren 1950-1990.
In den letzten Jahren konnte er
leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv an den
Veranstaltungen teilnehmen. In
seinen letzten Lebensjahren und vor allem letzten Monaten galt sein
besonderes Interesse der astronomischen Domuhr im Paulus Dom zu Münster.
Sein Anliegen war es, eine neue Schrift über diese geniale astronomische
Domuhr zu verfassen, die die Besonderheiten mit den gegenläufigen Umläufen
endlich richtig erklärt und für jeden verständlich macht. Leider blieb
dieses Werk unvollendet. Bbr. Helmut Führer ist am 25.06.07 in Münster auf dem Zentralfriedhof beerdigt worden. Viele Bundesbrüder und eine große Zahl von Ruhranen haben ihm das letzte Geleit gegeben.
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