HOME 



 Wer wir sind 




 Unser Haus 




 Programm 




 Kontakt 



 Bilder 



Presse 



AKTUELL 



Geschichte 






+ + + Hier Berichte von letzten aktuellen Ereignissen im Sommersemester 2005 und im Wintersemester 2005/06 + + +

 

Zurück zu den Meldungen aus dem Sommersemester 2006

Alltagstaugliches Philosophieren bei Wissenschaftlicher Sitzung:

Die Wahrheit und ihre Dimensionen


Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Philosophische Grundfragen, die jede Kultur der Menschheitsgeschichte beschäftigen, standen im Mittelpunkt der WS im "Feldschlösschen" am Donnerstag, 9. Februar. Mögen sich solche Fragen für den Praktiker und Tatmensch zunächst als eher abgehobene und abstrakte, „akademische“ Probleme darstellen, verwandelten sie sich im Vortrag von Referent Winfried Knobloch und anschließender Debatte in sehr alltagsbezogene Themen. 

Ruhranen-Senior Sebsatian Sasse (links) und der Referent, Winfried KnoblochGanz nach logischen Kriterien und Methoden zerlegte der Diplom-Mathematiker die Dimensionen des Wahrheitsbegriffs, ohne etwa „letzte“ oder „ewige“ Wahrheiten gleich an den Anfang zu stellen: Wahrheit sei immer ein zuerst sehr nach individuellen Aspekten, aus unterschiedlichen Gesichtspunkten und Blickwinkeln wahrgenommener Ausschnitt der Wirklichkeit, eine in kommunikativen Prozessen gewonnene, von sprachlichen und anderen Konventionen, vielfältigen Bedingungen und Denken bestimmte, immer nur ausschnitthafte Wahr-Nehmung und An-Erkenntnis von Plausibilität, die bestimmte Sachverhalte für „wahr“ halten lässt.

 

Mehrdimensionale Wahrheiten

 

Doch bei mehr oder weniger einfachen Definitionen beließ es der Referent nicht. Die Problematisierung und die Diskussion der alltagspraktischen Seite des Themas zeigte: Das Nachdenken großer Denker und Philosophen galt und gilt „fürwahr und in Wirklichkeit" keiner einfachen Materie: Was die „Wirklichkeiten“ und „Wahrheiten“ in unterschiedlichen Kulturen und einer von Politik und Medien bestimmten Welt betrifft, ermunterte der Vortrag, noch stärker hinter für „wahr“ oder „unwahr“ gehaltene Sachverhalte zu schauen, die Wahrheiten in vielen unterschiedlichen Positionen zu erkennen. Es gelte, insbesondere die Techniken, Bedingungen und Auswirkungen medialer Vermittlung von Wirklichkeit, die Macht der Sprache und der Bilder einzuordnen. Eine muntere Nachdenklich: Die Corona zwischen Wahrheit und Wirklichkeit ...Debatte entspann sich mit Blick auf die „Wahrheit der Wissenschaften“, auf die von vielfältigen Welt-Anschauungen und ideologischen Konzepten geschaffene Realitäten, auf die Wirkung von Literatur – vom Märchen bis zu Science Fiction, über die Deutung der Geschichte, aber auch über die Vermittlung von „unbequemen Wahrheiten“ in unterschiedlichen praktischen Politikfeldern – von der Gesundheitspolitik bis zum Renteneintrittsalter und aktuellen internationalen Krisensituationen. Nicht zuletzt galt die Diskussion dem ganz besonderen Beitrag der Religionen mit ihren Vorschriften, Geboten, liturgischen, kultischen und kulturellen Ausprägungen, ihrer Perspektive auf eine „immer andere“ Wirklichkeit, für die Erkenntnis der Welt.

 

Die Wahrheit ist immer größer

 

Die Wahrheit, so der Referent, sei schon angesichts der vielen Möglichkeiten der Zugänge zuletzt immer „größer“ als Theorien und partielle „Wahr-Nehmungen“ ihrer selbst. Doch verschaffe die Auseinandersetzung mit dem Thema dem denkenden Menschen, „die Fülle der Wahrheit und Wirklichkeit des Seins und unserer Existenz aufzufächern.“ Hierin liege auch eine Ausdeutung des biblischen Gleichnisses von den Talenten, meinte Winfried Knobloch. Es sei nach christlichem Verständnis vom Menschen Impuls, Antrieb und Aufgabe, gegebene Fähigkeiten und erworbenen Erkenntnisse nach besten Möglichkeiten zu vermehren und einzusetzen.

 

Die Wissenschaftliche Sitzung unterstrich mit ihrer Themensetzung die Grundausrichtung des laufenden Semesterprogramms. „Die Beschäftigung mit diesen grundsätzlichen Fragestellungen bleibt Lebensaufgabe, nicht alle Fragen lassen sich an einem Abend klären, alle Aspekte nennen und vertiefen“, erklärte Senior Sebastian Sasse. Gerade aber die Plattform eines Lebenskreises, der wie die UNITAS auch mehrere Generationen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen übergreife, sei durchaus für die Annäherung einer erfüllten Existenz wie geschaffen: „Jeder Tag ist für dieses Thema wie gemacht. Und es bleibt eine Debatte, die wir weiter fortsetzen müssen“, dankte er dem Referenten für eine konzentrierte und anregende Darstellung und der Runde für einen engagierten Meinungsaustausch. Für die weitergehende Diskussion nutzten die Teilnehmer gleich die erstbeste Gelegenheit - und setzten den Impuls anschließend gleich in die Tat um ....

CB

AKTUELL +++ EINLADUNG: 
"Die Dimension des Wahrheitsbegriffs"
Thema der Wissenschaftlichen Sitzung am Donnerstag, 9. Februar

„In vino veritas“, meinten Alkaios und Plutarch.
Von „nuda veritas“, der „nackten Wahrheit“, spricht Horaz in seinen Oden.
„Amicus Plato, sed magis amica veritas“, lesen wir im Don Quijote von Cervantes.
„Was ist Wahrheit?“, fragt Pilatus.
„Zwischen uns sei Wahrheit!“, fordert Orest von Goethes Iphigenie.
„Nur dem Ernst, den keine Mühe bleichet, rauscht der Wahrheit tief versteckter Bronnen“, erklärt Schiller.
„Wer die Wahrheit kennet und spricht sie nicht, der bleibt fürwahr ein erbärmlicher Wicht!“, singt das Studentenlied „Stoßt an! Eisenach lebe“
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sagt Jesus.
„Eins plus eins ist zwei“, behauptet der Mathematiker ......


...... WAHRHEIT?

Was das sein könnte, worum es geht, wenn wir von ihr sprechen, beleuchtet 
am Donnerstag, 9. Februar 2006, eine Wissenschaftliche Sitzung auf dem „Feldschlösschen“. Der Vortrag mit anschließender Diskussion beginnt um 20 Uhr, der Referent ist Dipl. Math. Winfried Knobloch (Bild links).

Vormerken und kommen - Herzliche Einladung!
In unitate!

_________________________________

W.K.St.V. UNITAS Ruhrania
"Feldschlösschen", Flurstr. 67, 45355 Essen
E-Mail: ruhrania@unitas.org, 
Aktuelle Berichte, Bilder und Programm 
auf der Homepage
www.unitas-ruhrania.org

 

 

+ Bbr. Karl-Adolf Loskant


MÜNSTER/RUHRGEBIET. Der Altherrenzirkel der UNITAS in Münster und die UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund trauern um Bbr. Karl-Adolf Loskant, der am 1. Februar 2006, drei Tage nach seinem 78. Geburtstag, gestorben ist..


Der gebürtige Stettiner begann am 1. April 1967 seine Tätigkeit im Vorstand des Landwirtschaftlichen Versicherungsvereins Münster – LVM. 1974 übernahm er dessen Vorsitz. Karl-Adolf Loskant sah sich nie als Manager, sondern immer als Weichensteller eines Versicherungsunternehmens. Als er 1992 in den Ruhestand ging, hatte sich der LVM unter seiner Führung zu einem wachstumsstarken Unternehmen entwickelt. Loskant war ein guter Nachdenker, ein wacher Mitdenker, ein mutiger Vordenker. Für sein vielfältiges, weit über seine beruflichen Tätigkeiten hinausgehendes ehrenamtliches Engagement in Münster wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und die Paulusplakette des Bistums Münster verliehen.

 

Bbr. Loskant war aber auch ein Unitarier aus Überzeugung, aus dem christlichen Glauben heraus. Er hat sich mit großem Engagement und mit viel Energie für die UNITAS eingesetzt. Unermüdlich hat er in den schweren Nachkriegsjahren das Wiedererstarken der UNITAS in Münster und der UNITAS Ruhrania vorangetrieben, der er sich 1948 angeschlossen hatte. Dem Altherrenzirkel der UNITAS in Münster, der UNITAS Ruhrania und dem UNITAS-Verband ist Karl-Adolf Loskant stets treu verbunden gewesen und hat die Veranstaltungen und Runden durch dem ihm eigenen Humor und Unterhaltungswert bereichert.

 

"Bbr. Karl-Adolf Loskant ist von uns gegangen und hat eine große Lücke hinterlassen – wir haben einen großen Unitarier verloren der sich um die UNITAS in Münster verdient gemacht hat. Viele Bundesbrüder haben nicht nur einen Bundesbruder verloren sondern einen wahren Freund, der aus ihrer Mitte gerufen wurde. Er wird in unser aller Erinnerung bleiben", unterstreicht Bbr. Hendrik Koors, der Vorsitzende des UNITAS-Zirkels Münster, in der Würdigung, die in der nächsten Ausgabe der Verbandszeitschrift erscheinen wird. Mit einer Ansprache am Grab haben er und drei Vertreter der UNITAS Winfridia sowie eine große Zahl von Bundesbrüdern des Münsteraner Zirkels am Donnerstag, 9. Februar, von unserem Bbr. Karl-Adolf Loskant Abschied genommen.

 

 

Christsein in der Politik
Andreas Schmidt MdB sprach beim 95. Stiftungsfest 
der UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund

BORBECK. Besondere Grüße kamen zum großen Fest von Ruhrbischof Dr. Felix Genn (s. Grußbotschaft) und von Essens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger (Gruß der Stadt s.u.): Über 60 Studenten der UNITAS Ruhrania, Ehemalige aus vielen Städten des Ruhrgebiets und Gäste von befreundeten Verbindungen aus Essen, Münster und Bonn feierten am Samstag, 28. Januar, im „Feldschlösschen“ das 95. Stiftungsfest in fröhlicher Runde. 

Bereits am Nachmittag hatten sich die Ruhranen zu Gremiensitzung im UNITAS-Heim an der Borbecker Flurstraße versammelt, um Beschlüsse zur Zukunft des Traditionshauses zu fassen. Nach der zum Vereinsfest Thomas von Aquin von Pfarrer Dr. Jürgen Cleve gefeierten Messe in St. Maria Immaculata sprach der für den Wahlkreis Mülheim/Essen im Deutschen Bundestag tätige Abgeordnete Andreas Schmidt am Abend bei dem von Senior Sebastian Sasse geleiteten Festkommers über christliche Grundwerte in der Politik.

 

Bild oben rechts: Festredner beim 95. Stiftungsfest der Unitas Ruhrania, Andreas Schmidt MdB, umrahmt von Mitgliedern des Studentenverbandes: (v.l.) Martin Knobloch, Senior Sebastian Sasse, Almut Belgardt, Vorortspräsidentin Elisabeth Fels (Bonn), Altherrenvereinsvorsitzender OStD Jörg Lahme, Ehrensenior Dr. Christof Beckmann, Kristin Kretschmann, UNITAS-Zirkelvorsitzender Martin Gewiese (Essen), Consenior Roderich Oberstehöhfeld 

In „dreifacher Verbundenheit“ gratulierte Pfarrer Dr. Jürgen Cleve im Rahmen der am Abend gefeierten Messe herzlich zum runden Jubiläum: Als Mitchrist, Gemeindepfarrer von St.Dionysius/St.Immakulata und Mitglied des Altherrenvorstands der Katholischen Essener Verbindung Assindia erhoffe er sich eine Stärkung des überpfarrlichen studentischen Engagements in Borbeck. Er wünsche sich, dass die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden wachse und auch in einer für das Bistum Essen besonderen Zeit gute Früchte trage, so der Diözesanrichter. Die jüngst veröffentlichte Enzylika von Papst Benedikt XVI. sei auch für die Prinzipien der UNITAS eine wichtige Wegmarke: Die im päpstlichen Lehrschreiben herausgestellte Caritas sei ein Grundprinzip für ein gelingendes Zusammenleben – auch im verbindungsstudentischen Alltag, erklärte Dr. Cleve und wünschte dem Fest ein gutes Gelingen.

Schwungvoller Kommers in packevollem Saal

Der nach der Messe auf dem Haus der Ruhrania von Senior Sebastian Sasse schwungvoll, mit Humor und Tiefgang in freier Rede geschlagene Festkommers sah einen bis zum allerletzten Platz gefüllten Gesellschaftsraum. Der Kommerspräside begrüßte vier Vertreter der UNITAS Winfridia aus Münster, angeführt vom designierten Senior Dirk Sandbrink, Vertreter von UNITAS Stolzenfels Bonn, UNITAS tom-Kyle in Kiel, UNITAS Rolandia in Münster, aber auch von Frisia Breslau zu Essen in SB und einen Abgesandten der K.D.St.V. Nordmark im CV zu Essen. Wegen der drängenden Enge hatten die drei Vertreterinnen des hohen Vororts UNITAS Clara Schumann unter Leitung von VOP Elisabeth Fels auf das Chargieren verzichtet und in der sorgsam geschichteten Corona Platz genommen. Einen letzten Sitz gab es schließlich sogar für den ganz überraschend gekommenen und mit großem Applaus bedachten Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll. Angehörige des AHZ Essen waren, angeführt des AHZ-Vorsitzenden und Kommersmusikers Martin Gewiese naturgemäß in großer Zahl mit ihren Damen erschienen. Aus Dortmund, Bochum, St.Augustin/Bonn und Datteln/Castrop-Rauxel wurden Zirkelvertreter begrüßt, nicht zuletzt grüßte Senior Sebastian aber die Altherrenschaft unter dem Vorsitz des AHV-Chefs Jörg Lahme, der mit seiner Frau Doris aus Rheine angereist war.

Aktuelles aus Berlin und Grundfragen der Politik

„Christliche Überzeugungen lehren Demut vor der übernommen Aufgabe und Verantwortung, sie motivieren uns helfen uns aber auch, angesichts der riesigen Herausforderungen in einer der größten Industrienationen der Welt nicht den Mut zu verlieren“, äußerte CDU-Rechtspolitiker Andreas Schmidt in seiner halbstündigen Festrede. In seinem Parforceritt durch alle Themen der aktuellen Politik bekannte er sich nachdrücklich zu den Leitlinien der katholischen Gesellschaftslehre und der evangelischen Sozialethik. Sie seien in vielen Politikfeldern unverzichtbare Entscheidungsgrundlagen, erklärte Schmidt, und nannte insbesondere die Diskussionen um Stammzellenforschung, Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe. „Die Würde des Menschen muss unantastbar sein“, unterstrich er unter großem Beifall. Die Familie bleibe die entscheidende Keimzelle der Gesellschaft. Sie allein garantiere eine stabile Grundlage für ein Land, das jetzt nicht „die Zukunft der nachfolgenden Generationen verfrühstücken“ dürfe, so Schmidt. Viel Zustimmung erhielt sein Plädoyer für mehr familien- und kinderfreundliche Politik.

Erste Papstenzylika gibt Leitlinien

In all diesen Fragen seien die Kirchen unverzichtbare Partner der Politik. Sie seien nicht selbst zur Aktion in vorderster Linie des politischen Auseinandersetzung aufgerufen, meinte Schmidt in Anlehnung an die kürzlich erschienene Enzyklika von Papst Benedikt XVI., doch gebe gerade dieses päpstliche Lehrschreiben wesentliche Leitlinien für die Gestaltung eines menschenwürdigen Zusammenlebens, auch für Fragen der Gerechtigkeit und Solidarität weltweit. Die Globalisierung zwinge zu einem neuen Ansatz ernsthafter Entwicklungspolitik. Auch die europäischen Staaten seien durch die Osterweiterung zu einer intensiven Zusammenarbeit aufgerufen: Kein Land, so Schmidt, könne im Alleingang die Zukunft meistern.

Zwar sei die neue Koalition in Berlin für viele Fraktionsmitglieder in CDU und SPD immer noch gewöhnungsbedürftig, auch die Oppositionsparteien fänden sich erst langsam in ihre Rolle. Doch verlange nicht nur die dramatische Haushaltslage jetzt eine starke parlamentarische Mehrheit, damit Deutschland nicht im internationalen Vergleich ins Hintertreffen gerate. „Es ist auch gut, dass wir uns jetzt keinen Untersuchungsausschuss zur Tätigkeit der Nachrichtendienste leisten“, betonte der Politiker. Die Gefahr des Terrorismus sei noch lange nicht gebannt. Deutschland sei nach wie vor ein potenzielles Ziel von Angriffen, gegen die man sich schützen müsse. Besorgt über den Wahlsieg der Hamas in Palästina, verwies Schmidt nachdrücklich auf Gefahrenherde der Welt und nannte mit einem klaren Bekenntnis zur Existenzberechtigung des Staates Israel die iranische Atompolitik eine internationale Herausforderung, der man dringend begegnen müsse. Für Schmidts engagierten und mit großem Applaus quittierten Vortrag dankte Kommerspräside Sebastian Sasse mit einem guten „Borbecker Schlosstropfen“ und einem gerahmten Vereinsemblem (Bild oben)


Anmut & Grazie: Doris Lahme und Li, unsere chinesische Austauschstudentin; Borbecker unter sich: Barbara Küpper und AH Fuchs; Dortmunder und Pfadfinder: Regina und Andreas Rydzek (Kenner nennen ihn Bocuse...)

Wir im Revier – gemeinsam nach vorn!

Launige Grußworte entlockte der Vorsitzende den Vertretern der vielen Vereine, die ihre Verbundenheit mit der UNITAS im Revier bekundeten. Besondere Freude gab es über die guten Wünsche der benachbarten CV-Verbindung Nordmark: Man freue sich auf eine gute und enge Zusammenarbeit der Korporationen am Ort. Nach Nationalhymne und eingerahmt vom Bundeslied gab es eine außergewöhnliche Zeremonie: Nach vier Jahrzehnten wurde mit Herr Gerfried Küpper aus Borbeck ein ehemals in Freiburg (Paulus) und Münster (Burgundia) aktiver Unitarier neu mit der Verbandsnadel ausgestattet. Bewegt dankte er auch im Namen seiner Frau Barbara in Erinnerung an viele gute Stunden in jungen Jahren für die Wiederaufnahme in den Verband.(Bild unten)

Gewohnt fröhlich und aufgeräumt zeiget sich der UNITAS-Verbandsgeschäftsführer: Er habe bei Besuchen in früheren Jahren im Ruhrgebiet eine noch erheblich kleinere Corona angetroffen, erklärte Dieter Krüll in seiner herzlichen und humorvollen Ansprache. „Dies hat sich nun geändert. Ihr habt ein tolles Haus, eine wachsende Altherrenschaft und die Zukunft vor euch! Packt´s an – mit uns könnt ihr rechnen“, ermunterte er die Ruhrania-Aktiven und Ehemaligen unter donnerndem Applaus. Mit dem Bau des neuen Heims mute sich die Revier-UNITAS viel zu, aber es werde sich lohnen, meinte Dieter Krüll zuversichtlich und lud die Unitarier zur kommenden Generalversammlung nach Neuss ein.

Gruß vom Vorort: Vorbildliche Arbeit

Ihre Verbundenheit mit der UNITAS an der Ruhr zeigten auch die eigens angereisten Vertreterinnen des hohen Vororts Unitas „Clara Schumann“ aus Bonn: „Respekt für eure Semesterprogramme – das lässt sich mehr als sehen!“, lobte Vorortspräsidentin Elisabeth Fels. Schon oft sei sie bei Besuchen in Essen immer wieder von der Gastfreundschaft, Begeisterung und wirklich unitarischen Gemeinschaft beeindruckt gewesen, erklärte die Jurastudentin. Immer wieder habe sie gespürt, dass sich die UNITAS hier sehr eng mit dem ganzen Verband identifiziere und ihn in der Region gut vertreten wolle. „Was ihr hier mit einer vergleichsweise kleinen Aktivitas auf die Beine stellt, ist erstaunlich und wirklich vorbildlich!“ Dem in Essen-Borbeck ansässigen Verein sagte sie die Hilfe des an rund 40 Universitäten deutschlandweit vertretenen Verbandes zu.

Ein sehr bewegendes Wort richtete der Altherrenvereinsvorsitzende OStD Jörg Lahme (Bild links) an seine Aktivitas: „Wir erleben heute einen historischen Tag. Die Ruhranen sind im 95. Jahr ihres Bestehens im Revier fest vor Anker gegangen. Und die Arbeit geht jetzt richtig los.“ Der Aktivitas sprach er seinen Respekt für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit aus. Mit den Beschlüssen vom Nachmittag werde nun die Anschlussfinanzierung für die anstehenden Bauarbeiten im Haus angegangen, in fester Hoffnung, dass die Ruhrania im Ruhrgebiet eine klare Chance habe. „Die Unterstützung des Altherrenvereins ist dabei sicher“, unterstrich der AHV-Chef. Zum Einzug auf dem „neuen“ Haus versprach er Außergewöhnliches von der „alten“ Ruhrania: „Wenn wir das Feldschlösschen ganz neu in strahlendem Glanz sehen, dann sind die Gründungsfahne und das bis heute erhaltene Gefallenendenkmal der Ruhranen aus dem Ersten Weltkrieg hier auf dem Haus am allerbesten aufgehoben“, erklärte AH Lahme und wünschte unter großem Beifall ein kräftiges „Vivat-floreat-crescat!“

UNITAS im Ruhrgebiet: Die Zukunft hat begonnen ...

Nicht nur die UNITAS Ruhrania, sondern der gesamte vor 150 Jahren gegründete Bundesverband sei sich seiner Wurzeln im Revier und in Borbeck bewusst, so Kommerspräside Sebastian Sasse in seiner Ansprache. Sie sollen, wie in den Gremiensitzungen am Nachmittag gemeinsam beschlossen, jetzt tatkräftig und sichtbar gestärkt werden: Das durch den Ortsverein zum Juli 2004 erworbene Borbecker „Feldschlösschen“ wird als Traditionshaus noch in diesem Jahr einer grundlegenden Sanierung unterzogen werden. Nach einer Kernsanierung sollen Studentenzimmer und eine neue Gastronomie mit Biergarten nun völlig neu entstehen. „Eine Entscheidung für die Zukunft, die die Präsenz und Arbeit des ältesten katholischen Studentenverbandes in Deutschland auch im Ruhrgebiet auf Dauer sichern wird“, erklärten Vorortspräsidentin Elisabeth Fels und Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll. 


Erfreut: Die Münsteraner Winfriden - Erschöpft: Ruhranen nach getaner Arbeit - Erstaunt: Alte Herren erforschen  ihre Liederbücher

... im "Heidelberg des Ruhrgebiets" ...

 Der „liebens- und lebenswerte“ Stadtteil habe mit den seit jüngster Zeit immer aktiveren, vor allem katholischen studentischen Verbänden noch Farbe hinzugewonnen, betonte der Vorsitzende der UNITAS Ruhrania, Sebastian Sasse unter großem Beifall der Festcorona: „Wir sind sicher: Borbeck wird das Heidelberg des Ruhrgebiets!“ Ein Satz, an dem manche Festgäste offensichtlich noch lange zu beißen hatten: Bis in den Morgen dauerten die Gespräche auf dem Haus an. Ein Stiftungsfest, ein Vereinsfest, ein Werk vieler helfender Hände – eine Begegnung und ein Ereignis, dass allen Einsatz lohnte ...


Fröhlich: Dr. Ilse Krisam und der Senior Sebastian Sasse - Fantastisch: Der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese an der Bierorgel - Freundschaft: AH Kauczor aus St. Augustin und der Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll aus Neuss

Siehe auch: "Studenten geben Borbeck Farbe", 
Artikel in den BORBECKER NACHRICHTEN vom 2. Februar 2006

 

Der Oberbürgermeister der Stadt Essen

Dem wissenschaftlichen katholischen Studentenverein Unitas Ruhrania Bochum – Essen – Dortmund gratuliere ich zum 95. Bestehen im Namen der Stadt Essen recht herzlich.

Unsere noch recht junge Universität hat sich schnell einen wichtigen Platz in unserer Stadt erarbeitet. Heute ist sie mit dem Universitätsklinikum eine der Säulen, die die Zukunftsfähigkeit von Stadt und Region sichern. Zum Leben in einer Universitätsstadt gehören traditionell auch Studentenvereine wie die in Münster gegründete Unitas Ruhrania.

Wer sich hier engagiert, findet Freunde für sein ganzes Leben. Das macht den Reiz der Studentenvereine aus. Hier werden Freundschaften geschlossen, Netzwerke geknüpft, die über das Studium hinausreichen und die auf gemeinsamen Werten beruhen. Die studentischen Verbindungen sind Ausdruck einer gewachsenen universitären Tradition. Dass es auch heute gelingt, diese Tradition weiter mit Leben zu füllen, zeigt die W. K. St. V. Unitas Ruhrania Bochum – Essen - Dortmund auf eindrucksvolle Weise.

Wenn sie auch ursprünglich in Münster gegründet wurde, ist die Unitas Ruhrania seit nunmehr zehn Jahren im Ruhrgebiet aktiv. Ein Zeichen dieser Verbundenheit mit unserer Region ist sicher das Feldschlösschen in Borbeck, das der Ruhrania seit einen Jahr zur Heimat geworden ist.

Ich heiße Sie alle zu Ihrem Festkommers herzlich in Essen willkommen!

Dr. Wolfgang Reiniger
Oberbürgermeister

 

1911-2006: 95. Stiftungsfest voraus
Gremiensitzung und Festkommers am Samstag, 28. Januar 2006
Festredner ist Andreas Schmidt MdB (CDU)

BORBECK. Der „Wissenschaftliche katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund“ begeht am Samstag, 28. Januar, den Jahrestag seiner Gründung vor 95 Jahren. „Ein Grund der Freude, ein Grund zum Feiern und ein Tag voller Hoffnungen für die Zukunft der UNITAS im Ruhrgebiet“, so der vorsitzende „Senior“, der Philosophiestudent Sebastian Sasse. Die vor dem Ersten Weltkrieg in Münster gegründete Vereinigung aktiver und ehemaliger Studenten ist die einzige regionale Vertretung der UNITAS, des ältesten katholischen Akademikerverbandes in Deutschland.

 Bereits die Gründungskorporation von 1847 trug den Namen Ruhrania – kein Wunder, kamen doch die ersten Mitglieder aus dem damals noch beschaulichen Ruhrgebiet zum Studium an die Bonner Universität. Initiator der damaligen Theologenvereinigung war neben Studenten aus Heisingen, Überruhr und Borbeck vor allem Hermann Ludger Potthoff, später Oberhofprediger am Königlichen Hof in Sachsen, dem eine Gedenktafel am Geburtshaus in der Hufergasse in Essen-Werden gewidmet ist. 1855 war aus der ersten Vereinigung bereits ein Verband entstanden, der sich schnell auf Universitäten in ganz Deutschland und im Ausland verbreitete. 150 Jahre später wurde ein bundesweites Festjahr begangen – auch die unitarischen „Bundesbrüder“ an den Ruhr-Universitäten stellten ihr Programm 2005 ganz unter das Jubiläum.

Ihr eigenes Programm im Wintersemester 2005/06 beleuchtet vor allem die Situation an den Universitäten und die Frage nach Sinn und Zweck eines Studiums heute. „Es lohnt sich, auch heute noch ein Studium aufzunehmen, daran kann kein Zweifel bestehen“, zeigt sich der Vorsitzende des Studentenvereins überzeugt. Doch es nehme auch in die Pflicht, so Sasse: „Die von allen geschaffenen Privilegien stellen auch in eine gesellschaftliche Verantwortung.“ Der UNITAS-Verband habe seit seiner „Erfindung“ genau dies deutlich herausgestellt und setze neben einem zielstrebigen Studium den Schwerpunkt auf soziales Engagement im direkten Umfeld und weltweit.

95 Jahre UNITAS Ruhrania: CDU-MdB hält Festrede

Das 95. Stiftungsfest am 28. Januar ist einer der Höhepunkte des laufenden Programms aus wissenschaftlichen, geselligen und religiösen Veranstaltungen. Die studentische Vereinigung, die im Sommer 2004 das Borbecker „Feldschlösschen“ an der Flurstraße übernommen hat, beginnt ihr Festprogramm am Nachmittag zunächst mit Gremiensitzungen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur 2006 anstehenden Komplettrenovierung der Traditionsgaststätte, in der Studentenwohnungen und eine neue Gastronomie eingerichtet werden sollen. Nach der Messe um 18 Uhr in St. Immakulata veranstalten die Studenten einen Festkommers unter Leitung von Sebastian Sasse (Bild links). Festredner ist der CDU-Abgeordnete des Wahlkreises Mülheim/Essen im Deutschen Bundestag, Rechtsanwalt Andreas Schmidt (Mülheim), der über die aktuellen Themen der Berliner Politik berichten wird. Viele Gäste vom Bundesverband, aus dem umliegenden UNITAS-Zirkeln im Ruhrgebiet und von befreundeten Verbänden haben für das Fest in Essen-Borbeck zugesagt.

Der Referent:
Andreas Schmidt, geboren am 4. November 1956 in Mülheim an der Ruhr, evangelisch, verheiratet, eine Tochter, studierte nach dem Abitur am Gymnasium Broich 1976 in Mülheim an der Ruhr, Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. 1982 legte er die erste und 1985 die zweite juristische Staatsprüfung ab. In der Zwischenzeit war er Assistent von Dr. Otmar Franz, MdEP. Der Rechtsanwalt ist Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Mülheim an der Ruhr und Vorstandsmitglied in der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.
Schmidt war seit seinem Eintritt in die CDU und die Junge Union 1974 in verschiedenen Funktionen der Partei tätig: 1984 bis 1989 Kreisvorsitzender der Jungen Union Mülheim an der Ruhr, 1986 bis 1991 Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union Nordrhein-Westfalen, 1989 Kreisvorsitzender der CDU Mülheim an der Ruhr. Dem Deutschen Bundestag gehört Schmidt seit 1990 an. Hier ist er u.a.
Vorsitzender und Ordentliches Mitglied im Rechtsausschuss, der viele Gesetze mitberät. Federführend ist der Ausschuss z.B. im Zivil-, Straf-, Wirtschafts- und Verfahrensrecht. Auch verfolgt der Ausschuss die höchste deutsche Rechtsprechung am Bundesverfassungsgericht, um dem Parlament in bestimmten Verfahren eine Stellungsnahme zu empfehlen.
Gewählt wurde Andreas Schmidt
über die Landesliste für den Wahlkreis 119 (Mülheim – Essen), der auch den Essener Stadtteil Borbeck umfasst. Hier hatte er bei der letzten Bundestagswahl 2005 32,8 Prozent der abgegebenen Erststimmen auf sich vereinigt (2002: 30,9 %).

Das UNITAS-Haus in Borbeck kennt Andreas Schmidt von einem früheren Besuch. Bereits vor einigen Monaten war er zu Gast an der Flurstraße und zeigte sich bereits damals sehr interessiert an den Bauplänen im ehemaligen „Feldschlösschen“ sowie an Arbeit und Zielen der UNITAS, der er spontan seinen Besuch zu unserem anstehenden „runden“ Stiftungsfest bei den Ruhranen zusagte.

 
Mehr Informationen:

Grundsätze

Das UNITAS-Haus in Borbeck

Programm WS 2005/2006

Artikel/Aktuelle Berichte

Geschichte des W.K.St.V. UNITAS Ruhrania

Die UNITAS ist der älteste katholische Studenten und Akademikerverband Deutschlands. Der Verband der Wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS wurde 1855 von Studenten aus dem Ruhrgebiet an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gegründet - ältester Ortsverein ist der dort 1847 ins Leben gerufene W.K.St.V. UNITAS-Salia; an über 30 deutschen Universitäten mit gemeinsamen Statut vertreten - durch den 1911 in Münster gegründeten W.K.St.V. UNITAS RUHRANIA seit 1989 auch wieder im Ruhrgebiet. Alle Unitarierinnen und Unitarier verpflichten sich darauf, als katholische Studenten und spätere Akademiker in Staat, Kirche und Gesellschaft Verantwortung zu tragen . Leitfaden sind unsere Prinzipien VIRTUS - SCIENTIA - AMICITIA, d.h.: Christliche Lebensführung, soziales Engagement, Toleranz und Zivilcourage, fächerübergreifende, wissenschaftliche Auseinandersetzung und Erweiterung des allgemeinen Wissens, Freundschaft, aus der unsere Lebensgemeinschaft vieler Generationen erwächst. Diese Prinzipien und unser Wahlspruch in necessariis UNITAS - in dubiis libertas - in omnibus caritas tragen unseren Lebensbund aktiver und ehemaliger Studenten.Gegenwärtig bestehen 46 UNITAS-Vereine mit Studenten aller Fakultäten an deutschen Hochschulen. Als einziger der Traditionsverbände nimmt der UNITAS-Verband auch Studentinnen-Vereine auf - inzwischen haben sich acht UNITAS-Studentinnenvereine in Bonn, Frankfurt, Freiburg, Gießen, Marburg, Mainz, Köln und Heidelberg gebildet. 6000 ehemalige Aktive, die sogen. "Alten Herren" und "Hohen Damen", haben sich in 62 Altherren- und Hohe-Damenvereinen, sowie 164 Ortszirkeln (AHZ) zusammengeschlossen. Allein im Bereich des Ruhrgebietes und im angrenzenden Raum bestehen ca. 30 AHZAHZ. Der Studentenverband ist auf Bundesebene Mitglied des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV) und des Europäischen Kartellverbandes Christlicher Studentenverbände (EKV), der seit 1985 Konsultativstatus beim Europarat besitzt. Mit rund 660 christlichen Studentenvereinigungen und 110.000 Mitgliedern in neun europäischen Ländern ist er der größte Akademikerverband Europas. Die UNITAS ist Mitglied der Katholischen Akademikerarbeit Deutschlands (KAD) und im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) vertreten. Die UNITAS verleiht den Heinrich-Pesch-Preis für Verdienste um die wissenschaftliche Weiterentwicklung und die praktische Umsetzung der Soziallehre der Kirche.

Alles zur Geschichte des UNITAS-Verbandes, zu Grundsätzlichem, Berichte aus dem Verband, zu den sozialen Projekten etc. auf www.unitas.org.

 

Gruppenbild mit "Pensionär": (v.l.) Alt-Senior Peter Helmus, Senior Sebastian Sasse, der AHV-Vorsitzende OStD Jörg Lahme, Dr. Ernst-Hubert Steinmann, Dr. Christof Beckmann, StD Martin Gewiese, AHZ-Vorsitzender in Essen

Bbr. OStD Jörg Lahme wechselt in den Unruhestand

„Niemals geht man so ganz ...“ – der alte Hit passt auch auf Bundesbruder OStD Jörg Lahme (66), der am Freitag, 20. Januar 2006, nach über zwei Jahrzehnten Abschied von "seiner" Schule nahm. Zum „letzten Schultag“ des Chefs des Emsland-Gymnasiums in Rheine hatten sich viele Kollegen, Freunde und Weggefährten versammelt. Auch die UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund gratulierte dem mit gleich zwei großen Schultüten ausgestatteten Jung-Pensionär mit einer Abordnung aus dem Ruhrgebiet zum verdienten Ruhestand.

Bereits am Morgen würdigten Vertreter von Stadt, Kreis und Kollegenschaft bei einem Festakt in der Stadthalle die Verdienste des engagierten Schulleiters. Am Abend wurde die Pausenhalle des traditionsreichen Gymnasiums dann zum Festsaal für eine gut 150-köpfige Corona: Die große Familie gratulierte mit launigen Couplets, die Lieder der Enkelkinder provozierten fröhlichen Applaus, die Nachbarschaft trat vollzählig an, Freunde aus den Niederlanden und Polen waren gekommen, Schulkollegen und Mitglieder der Rotarier, bei denen er seit Jahrzehnten aktiv ist. Geboren am 20. September 1940, hatte sich Jörg 1960 während seines Studiums in Münster der UNITAS Ruhrania angeschlossen, nach der Suspendierung in den 1970er Jahren das Amt des Altherrenvereinsvorsitzenden übernommen und seitdem ununterbrochen wahrgenommen. Den Wechsel der Korporation an die Ruhr hatte er bei der Rekonstituierung in Bochum nachhaltig unterstützt. Nicht zuletzt für den Zusammenhalt der Altherrenschaft spielt er eine zentrale Rolle: Seit 25 Jahren organisiert er mit seiner Frau Doris die jährlichen Ruhranentreffen in Münster-Sprakel.

Lebenslange Freundschaft: "semper in unitate!"

In seiner Begrüßung stellte Jörg Lahme u.a. seine über 50-jährige Freundschaft mit dem aus Hamm angereisten Bundesbruder Dr. Ernst-Hubert Steinmann (Bild links) heraus: Mit dem späteren Chefarzt hatte er schon als Quintaner am Paulinum in Münster in der Nachkriegszeit Fußball zwischen Teppichstangen gespielt. Aktiven-Senior Sebastian Sasse, Alt-Senior Peter Helmus, der Zirkelvorsitzende der UNITAS in Essen, StD a.D. Martin Gewiese und Ehrensenior Dr. Christof Beckmann gratulierten auf der Bühne mit dem „Ehrenschild“ der Ruhrania, einem in Bilderrahmen gefassten Unikat des Ruhranen-Wappens. Vor den vielen Gästen überbrachten sie die Grüße des UNITAS-Bundesgeschäftsführers Bbr. Dieter Krüll und des Verbandsvorstandes mit dem Dank für das jahrzehntelanges Wirken Jörg Lahmes für die Korporation - auch in schwierigen Zeiten. Für den „voraussichtlichen Unruhestand“ hatte die unitarische Mannschaft ihrem AHV-Chef zudem ein vielteiliges Grillbesteck im Gepäck – gut möglich, dass Jörg davon Gebrauch machen wird: Denn zur weiteren Lebensplanungen gehört u.a. die Neugestaltung des gesamten Gartens. Aber zunächst soll es erst einmal zum Skifahren in den Urlaub nach Sölden gehen. Viel Freude an vielen schönen ereignisreichen Jahren, die vor ihm liegen!
CB

Wissenschaftliche Sitzung zum Kirchenrecht
Pfr. Dr. Cleve zu Gast bei UNITAS Ruhrania

Für die meisten war es eine Begegnung mit einer unbekannten Materie. Doch Befürchtungen, dass das Thema des Abend wahrscheinlich wohl eher „dröger Stoff“ sein würde, erwiesen sich als nichtig: Der Vortrag von Diözesanrichter Dr. Jürgen Cleve am 19. Januar zu „einigen Aspekten des Kirchenrechts“ entpuppte sich als rasante Tour durch die Kirchengeschichte und Begegnung mit eher unbekannten und nicht nur für Juristen, Historiker oder Fachtheologen spannenden Fragen: Braucht die Kirche ein Recht? Wie ist es entstanden? Was regelt der 1983 zuletzt durch Papst Johannes Paul II. geregelte „Corpus“ des kanonischen Rechts? Welche Auswirkungen hat er für den ganz „normalen Gläubigen“? All diese Aspekte goss der Pfarradministrator und promovierte Kirchenjurist Dr. Jürgen Cleve mit seinem ausgezeichneten Vortrag vor knapp 30 Bundesgeschwistern und Gästen im „Feldschlösschen“ in ein noch zu vielen Diskussionen anregendes Gesamtbild.

Kirche und Recht?

Bereits das Neue Testament, so Dr. Cleve, enthalte im Briefkorpus und in den Evangelienabschnitten, die sich mit dem Leben der nachösterlichen Gemeinde befassen, Aussagen, die unverkennbar einen rechtliche Charakter besitzen und das Leben der einzelnen Gläubigen wie auch das Leben der Gemeinde insgesamt regeln. Sie wollen zugleich sichern, was für den christlichen Glauben charakteristisch und typisch ist. Der Bereich der „weltlichen" Rechtsprechung wird dabei nicht als vorbildlich oder maßgebend betrachtet. Vor allem bestimmen sie die Bedingungen für die Aufnahme eines Menschen durch die Taufe in die Kirche und das christliche Eheverständnis. Grundlagen dafür sind die Glaubensaussagen, die als Ius divinum in rechtliche Vorschriften transferiert werden.

Die Gesetzgebung in der antiken Kirche geschieht zunächst auf den regionalen Synoden und Konzilien, später dann auch die großen ökumenischen (allgemeinen) Konzilien und schließlich durch Erlasse der Päpste und der Bischöfe. Aus den Gesetzen und Rechtsvorschriften, die im Einklang mit dem „Alten Recht" stehen müssen, entwickelt sich eine Vielzahl von unüberschaubaren Vorschriften, Interpretationen und Gesetzesanwendungen. Von der Kanonistik des Hochmittelalters werden die Vorschriften geordnet und systematisch ausgelegt. Sie schafft die bis heute bleibende und relevante Unterscheidung von „Sünde - peccatum" und „Verbrechen – crimen“ bzw. „Schuld – culpa“ im strafrechtlichen Sinn. Die Sünde erfordert als „Wiedergutmachung" die „Buße - paenitentia", das Verbrechen aber die „Strafe - poena". Bleibend definiert sie den Grundsatz: „Ohne Gesetz keine Strafe - sine lege nulla poena". Die von Gratian erstellte Sammlung der Vorschriften wird im Laufe der Zeit verbindlicher Bestandteil des kirchlichen Rechts und entwickelt sich, ergänzt durch die nachfolgenden päpstlichen Gesetzgebungen, bis in das späte 19. Jahrhundert zum Corpus Iuris Canonici (C.I.C), das das Leben der Kirche bestimmt. Angesichts divergierender Vorschriften werden für die Rechtsanwendung sind die Kommentare der großen Kanonisten und die Einzelentscheidungen des Apostolischen Stuhls maßgebend. Insbesondere die Kongregation zur Interpretation der Beschlüsse des Konzils von Trient muss beständig die alten europäischen Normen mit der neuzeitlichen Missionssituation in Einklang bringen - eine völlig neue Lage für die Kirche, die sich auch auf die krichliche Rechtsprechung auswirkt: Auch im Blick auf die neuzeitliche staatliche Gesetzgebung entschließt sich die katholische Kirche zu einer Vereinheitlichung ihres Rechtes und zur Erarbeitung eines einheitlichen kirchlichen Gesetzbuches. Der erste Codex luris Carionici tritt unter Papst Benedikt XV. 1917 in Kraft (CIC/1917). Seine lateinische Urfassung darf nicht in die Landessprachen übersetzt werden, doch wird sie in der Folgezeit durch Einzelgesetzgebung ergänzt, durch authentische Interpretationen präzisiert und durch Ausführungsbestimmungen konkretisiert.

Das II. Vaticanum und der CIC 1983

Die Zeit vor und nach dem II. Vatikanischen Konzil bringt eine völlige Umarbeitung des kirchlichen Rechts: Schon bei der Einberufung des Konzils war die Reform der kirchlichen Rechts erwünscht. Sie verlief unter großer Beteiligung von Fachleuten sehr komplex und vielschichtig. Da in der letzten Phase auch noch das kirchliche Lehramt, vor allem Papst Johannes Paul II. persönlich in den Redaktionsprozess eingegriffen hat, sind der Codex Iuris Canonici von 1983 und der Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium in sich nicht so einheitlich wie der wesentlich von wenigen Personen erstellte CIC/1917. In ihm spiegelt sich auch die Auseinandersetzung zwischen den Polen „Recht" und „Pastoral" die für die konziliare und nachkonziliare Zeit typisch ist.

In sieben Büchern regelt der aktuelle CIC von 1983 Allgemeine Normen, nähere Bestimmungen zu den Abschnitten „Das Volk Gottes“, „Die Gläubigen“,. „Die hierarchische Verfassung der Kirche“ und „Die Institute des geweihten Lebens und Gesellschaften des Apostolischen Lebens“, er formuliert Kanones zum „Verkündigungsdienst der Kirche“, dem „Heiligungsdienst der Kirche“ mit den Kapiteln Gottesdienst und Sakramente, insbesondere Ehe. Weitere Bücher gelten den Themen Kirchenvermögen, Strafbestimmungen in der Kirche und Prozesse.

Dabei gilt nach dem Anspruch der katholischen Kirche: Das Heil der Seele(n) vor Augen zu haben, nicht nur für ihre Gesetzesanwendung, sondern bereits für ihre Gesetzgebung. In beiden sollte sich auch der besondere Geist der Gemeinschaft Jesus Christi widerspiegeln. Das Ziel der kirchlichen Gesetzgebung: Sie soll dazu dienen, dass der einzelne Gläubige, die Gruppen und Gemeinschaften in der Kirche sowie die Kirche insgesamt „gut und vernünftig nach dem Wort Gottes leben“ können. Die Gesetzgebung will sichern, dass die Gläubigen, wenn sie die Gesetze befolgen, den Lebensweg beschreiten, der zum Heil führt.

Oftmals werden mit Gesetzesaussagen dogmatische Inhalte gesichert oder verteidigt. Die Kirche maßt sich nicht an, dass ihre Gesetze perfekt sind. Sie kennt sogar ausdrücklich Institute wie die Dispens von einer rein kirchlichen Vorschrift in einem begründeten Einzelfall, damit die Anwendung einer konkreten Vorschrift nicht der Angemessenheit, der Gerechtigkeit oder gar dem „Heil der Seelen" entgegenläuft. „Trotz dieser grundsätzlich positiven Einstellung zum kirchlichen Recht, das ja noch durch die teilkirchliche Gesetzgebung der einzelnen Diözesanbischöfe und auch der Bischofskonferenzen ergänzt wird, bleiben viele Wünsche offen“, erklärte Dr. Cleve. Es gebe manche Problemfelder im Zusammenspiel von Kirche und Recht, von Recht und Pastoral sowie von Rechtsetzung und Rechtsanwendung.

In der anschließenden Diskussion wurden grundsätzliche, aber auch ganz praktische Fragen aufgeworfen, die die Anwendungsbereiche und Grenzen der kanonistischen Rechtsprechung an einzelnen Beispielen vertieften. Auch nach gut drei Stunden konzentrierten Vortrags und Austauschs blieb noch genug Stoff für weitere Debatten.

(Quelle: Vortragsskript von Dr. Jürgen Cleve)

 

Programmvorschau: Wissenschaftliche Sitzung am Donnerstag, 19.Januar,
mit Diözesanrichter Dr. Jürgen Cleve zum Kirchenrecht (CIC) 


BORBECK. Über ein zwischen der Slowakei und dem Heiligen Stuhl geschlossenes Konkordat ist gerade ein heftiger Streit in Gremien der EU entbrannt. Wie greifen "zwischenstaatlich" getroffene Vereinbarungen mit der Kirche auf das Leben ein? In Deutschland sind die katholischen Kirchenvorstände Vermögensverwalter und gesetzliche Vertreter der Gemeinden - manchem ist das überhaupt nicht bekannt. Ja - wem gehört denn nun das Geld, dem Papst, dem Bischof, den Gläubigen oder der Gemeinde? Im Bistum Essen werden durch  Bischofsentscheid alte Pfarreien geschlossen, neue errichtet, Pfarrer zu Pastören. Was sagt der Staat dazu, geht das denn so einfach? Und kein Verfahren beschäftigt die kirchlichen Gerichte so sehr wie Scheidungsfragen - in rasant steigendem Maße. Wieso ist die Kirche gegen Scheidungen und führt sie dann doch durch? Für dies alles und mehr gibt es Regelungen, die für den Bereich der Katholischen Kirche im "Codex iuris Canonici" zusammengefasst sind.

Die UNITAS Ruhrania am Donnerstag, 19. Januar, mit Fragen aus diesem Themenkreis beschäftigen. Ein Zitat aus den Psalmen - „Recht muss Recht bleiben ...“ ( Ps 94,15) - ist das Motto der Veranstaltung zum "Codex iuris canonici" (CIC): Bei der Wissenschaftlichen Sitzung wird Referent Dr. theol. Jürgen Cleve im Borbecker "Feldschlösschen" die Entwicklung und ausgewählte Aspekte aus dem Kirchenrecht vorstellen und mit den Besuchern über Sinn und konkrete Auswirkungen kirchlicher "Gesetzgebung" diskutieren.

Dr. Jürgen Cleve wurde am 15. Januar 1961 in Duisburg geboren. Die Priesterweihe empfing er am 5. Juni 1987 in Essen und trat anschließend seine erste Stelle als Kaplan in der Pfarrei St. Markus, Essen-Bredeney, an. Vier Jahre später wechselte er als Kaplan in die Bochumer Pfarrei St. Augustinus. 1997 promovierte Cleve an der Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum im Fach Kirchenrecht. Seither arbeitet der Doktor der Theologie als Diözesanrichter im Bischöflichen Offizialat. Am 1. Oktober 1999 übernahm Cleve die Leitung der Pfarrei St. Engelbert im Dekanat Essen-Mitte. Am 29. Mai 2005 wurde er als Pfarradministrator von St.Dionysius Essen-Borbeck und St. Maria Immaculata eingeführt.

Zur Vorbereitung: Der Codex Iuris Canonici (CIC; zu deutsch: Codex des kanonischen Rechts) ist das Gesetzbuch der katholischen Kirche im lateinischen Bereich und in seiner jetzigen Fassung seit dem Ersten Adventssonntag 1983 in Kraft. Der Codex von 1983 löste damit seinen Vorgängercodex, den CIC von 1917, ab. Für die auch zur katholischen Kirche gehörenden sog. unierten Ostkirchen existiert ein eigenes Gesetzbuch, der Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium (CCEO). Der CIC gliedert sich in sieben Bücher:
1. Allgemeine Normen: Grundlegende Definitionen, ohne die ein Rechtswerk nicht auskommt, so etwa die Gesetzesdefinition oder die Vorschriften für die Übertragung von Kirchenämtern. 
2. Volk Gottes: Rechte und Pflichten aller Gläubigen, die Kirchenverfassung (Aufgaben und Rechte des Papstes, der Diözesanbischöfe, die innere Ordnung der Teilkirchen z. B. die Aufteilung in Pfarren und Dekanaten, die Rechtsstellung der Ordensgemeinschaften. 
3. Verkündigungsdienst der Kirche: Hierunter fallen Predigt und Katechese, katholisches Schul- und Hochschulwesen, Religionsunterricht und Bücherzensur. 
4. Heiligungsdienst der Kirche: Sakramente und Sakramentalien. 
5. Kirchenvermögen: Verwaltungsvorschriften zu Geld- und Sachwerten der Kirche. 
6. Strafbestimmungen in der Kirche: Insbesondere "kirchenspezifische" Straftaten wie etwa Sakramentensimulation oder Gehorsamsverweigerung werden hier behandelt. 
7. Prozesse: Neben den Bestimmungen zum kirchlichen Gerichtswesen im allgemeinen finden sich hier Regelungen sowohl für das reguläre (und fast nie vorkommende) Streitverfahren über besondere Arten von Verfahren, wie z. B. das Ehenichtigkeitsverfahren (in Deutschland das häufigste Verfahren an kirchlichen Gerichten) bis hin zum Verfahren zur Amtsenthebung oder Versetzung von Pfarrern. 
Weblinks: Deutscher Text des CIC von der Seite des Vatikans: http://www.vatican.va/archive/DEU0036/ INDEX.HTM; Deutscher Text bei codex-iuris-canonici.de (mit Suchfunktion!): http://www.codex-iuris-canonici.de/indexdt.htm; Lateinischer Text des CIC von 1983: http://www.intratext.com/X/LAT0010.HTM; Codex Iuris Canonici von 1917 (lateinisch): http://www.theol.u-szeged.hu/~laurin/cic1917.html; Auslegung: Kleines Kirchenrechtliches Wörterbuch (Kleines Stichwortlexikon zum CIC von 1983): http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Theologie/kirrecht/woerterbuch.html; sonstige Weblinks:
http://www.codex-iuris-canonici.de/. (Quelle: wikipedia)


Wir laden ganz herzlich ein.

 

„Student sein ....“ – wozu dient das Studium?

Lebhafte Podiumsdiskussion der UNITAS Ruhrania an der Universität Essen

Ein buntes Kaleidoskop von Erkenntnissen brachte die Podiumsdiskussion der UNITAS Ruhrania am Donnerstag, 12. Januar 2006, an der Universität Essen: Studenten sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, sie waren noch nie Elite, sollten es aber sein. Und überhaupt: Es wäre schön, wenn mal etwas mehr getan würde, als von ihnen verlangt wird. Unter Leitung von Ruhranen-Senior Bbr. Sebastian Sasse diskutierten Prof. Dr. Dieter Sturma, Institut für Philosophie, Prof. Dr. Wolfgang Hartung, Historiker und Vertrauensdozent der Konrad Adenauer-Stiftung, Daniel Feldmann, Student und aktiv bei den Pfadfindern und Jörg Miller als Vertreter des Projekts "Uni aktiv". Aus ihren sehr unterschiedlichen Eingangsstatements entwickelte sich in der Diskussion eine umfassende Debatte zum Wesen und Nutzen der Universität und Wissenschaft, zur Situation von Lehrenden und Lehrenden – ein entscheidender Beitrag zum Oberthema des bei der UNITAS Ruhrania laufenden Semesterprogramms, das der Frage nach dem Sinn und Ziel des Studiums gewidmet ist.

 

Sehr grundsätzlich brachte der Philosoph in Erinnerung, dass Person, Persönlichkeit und Karriere weder Widersprüche, noch Bedingungen für ein menschenwürdiges Leben sind. Mit seinem überraschenden Ansatz aus der Erklärung der Menschenrechte sezierte er die Bedingungen „im Raum der Gründe“, die einen Mensch zur Person machten: Recht auf Bildung und Teilhabe an Kultur, so Professor Dieter Sturma, seien unveräußerliche Rechte, die die Aneignung von Wissen und Techniken als Voraussetzungen für die Humanisierung der Lebenswelt erst ermöglichten. „Unterentwickelte Artikulationsfähigkeit und Neigung zu körperlicher Gewalt stehen in einem direkten Zusammenhang, das ist überall zu beobachten“, unterstrich Sturma in einem seiner Alltagsbeispiele aus der praktischen Anwendbarkeit der Philosophie und Geisteswissenschaften. Der Erwerb von Ausdrucks-, und Sprachfähigkeit seien die minimale Erwartung an ein abgeschlossenes Hochschulstudium. „Ich möchte, dass alle meine Studenten in einen Beruf kommen.“

 

Um eine Einschätzung der Studentenschaft gebeten, äußerte Professor Wolfgang Hartung, er „geniere er sich ein bisschen“. Er zeigte sich verwundert und deutlich frustriert, dass die an der Hochschulen gebotenen Chancen kaum wahrgenommen und zu einem hohem Prozentsatz sogar offen verweigert würden. „Wir beobachten eine Pflichterfüllung am Rande des Erträglichen, eine Beschränkung auf das Notwendigste“, meinte der aus Bayern gebürtige Historiker. Dort, so meinte er zugespitzt, sei die Mittlere Reife oft gleichwertig mit dem Abitur der meisten nordrhein-westfälischen Gymnasien. Doch nicht so sehr an den unterschiedlichen Voraussetzungen, sondern vor allem an der grassierenden Interesselosigkeit litten Studium und das Zusammenwirken von Lehrenden und Lernenden. Ihre Gemeinschaft werde zunehmend zu einem unerfüllten Wunsch, Hauptseminare würden zu Proseminaren, grundsätzliche Tugenden, die inspirierende wissenschaftliche Auseinandersetzung fehle, die Beherrschung simpelster handwerklicher Technologien, auch spüre er eine gewisse Weltfremdheit und Flucht in den Elfenbeinturm der Universität: „Studenten nehmen große Privilegien in Anspruch und haben eine Bringschuld!“ Gegen die allgemeine Verunsicherung der Studenten und angesichts der Frage, was akademisches Arbeiten sei, unterstrich er: „Setzt eigene Maßstäbe, Findet euer eigenes Profil“ und forderte ein intensives „Coaching“ von Studenten, etwa durch Ehemalige.

 

Social skills: Praktiker berichten

 

Sehr praktisch berichtete Daniel Feldmann  aus seiner ehrenamtlichen Arbeit im Diözesanverband Essen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). Seit frühester Kindheit aktiv, habe er das Erziehungskonzept der Pfadfinder schätzen gelernt: Es ziele auf Entscheidungsfähigkeit, Mündigkeit und Reflektion, fördere die Beherrschung von Gruppenprozessen, die Erkenntnis vom Sinn eines Geben und Nehmens, Organisations- und Leitungsfähigkeit. „Es kostet Zeit, aber sie steht in einem Verhältnis zu dem Profit, der daraus zu ziehen ist“, so der für die Wölflingsarbeit bei der DPSG zuständige Student. Dieses Engagement fördere eine Persönlichkeitsentwicklung, präge für das Leben und habe nicht zuletzt auch bei der universitären Existenz nachhaltige und positive Auswirkungen in der Organisation und Bewältigung des Studiums. (www.dpsg.de)

 

Ähnlich positiv äußerte sich Jörg Miller als Vertreter des Projekts „Uni aktiv“ zu außeruniversitärem Tun. „Zukünftige Führungskräfte sollten sich sozial engagieren“, forderte der Projektleiter am Labor für Organisationsentwicklung im Fachbereich Bildungswissenschaften. In der US-amerikaischen Tradition verpflichtend, sei die zwangsweise Arbeit von Studenten in Community Services zwar bei uns noch kein Thema, doch müssten bürgerschaftliche Aktivitäten an den Universitäten einen größeren Stellen- und Bekanntheitswert erhalten. In der Zusammenarbeit mit der Ehrenamtzentrale stünden über 300 Angebote in sozialen, kulturellen und ökologischen Einrichtungen zur Verfügung, auch sei man zur Verankerung von „Service Learning“ mit der Seite der Lehrenden in Kontakt getreten. Die Anlaufstelle auf dem Campus biete Beratung und Begleitung, Qualifizierung und Zertifikate – ein Beitrag zu einer Universität, die nicht nur Fachwissen, sondern auch in der Wirtschaft gefragte wichtige Schlüsselqualifikationen als „Kaltwasserkompetenz“ vermittle. (www.uni-aktiv.org)

 

Die freundlich, humorvoll und zugleich besorgt vorgetragene „Studentenschelte“ von Prof. Hartung könne er zwar nicht ganz teilen, meinte Professor Dieter Sturma, doch stünden die Universitäten am „Ende der Bildungskette: Das Versagen der schulischen Vorbildung sei zu offensichtlich („Die Schulen sind ein Elend“), die Bildungsvoraussetzungen seien schlechter, die Unterschiede größer geworden. Dabei hätten Studenten eine Riesenchance, die sie nutzen sollten, betonte Sturma. Mit Blick auf eigene Erfahrungen an US-Universitäten sprach er von der „chance to excell“, der „Möglichkeit, sich auszuzeichnen“. Das Gejammer über die Geisteswissenschaften, ob in den eigenen Reihen oder in der Öffentlichkeit, vor allem in den Medien, nannte er „verantwortungslos“, die sogenannten „Rankings“ von Universitäten „im wesentlichen ein Witz“ und den Einfluss der Wirtschaft auf die Hochschulen „bedrückend“. Studenten, riet er dringend, sollten sich den öffentlich postulierten Bedürfnissen der Industrie verweigern, sondern vor allem das machen, „was ihnen Spaß macht – und es gut machen.“ Professoren, erklärte er mit Hinweis auf das Rousseausche Diktum vom „Missbrauch der Lebenszeit“, stünden in einer wichtigen Verantwortung für die Lebenszeit der Studierenden und warb für eine engere und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller an der Universität Lebenden und Arbeitenden.

 

Fazit: Schluss mit dem Mimikri

 

Offensichtlich, so darf man nach der Diskussion wohl unter anderem auch zusammenfassen, ist es eben doch nicht von der Hand zu weisen, dass studentische Aktivitäten, die schon immer in enger Kohabitation mit der Universität zu tun haben, noch nie „auf dem falschen Dampfer“ waren. Was, so auch in den Wortbeiträgen in der Diskussion, seien studentische Verbindungen anders als eben die geforderten Orte, Foren, Lebens- und Erfahrungsräume, an denen „der Student wirklich Student sein kann“? Ein Verband, so Diskussionsleiter Bbr. Sebastian Sasse, der wie die UNITAS 150 Jahre die Entwicklung der Universität und Studenten lebenslang aktiv begleite, stelle seine Kompetenz offensichtlich zu oft unter den Scheffel.

 

Dass sich außer den Bundesbrüdern der Ruhrania und Angehörigen des UNITAS-Zirkels Essen nur eine Handvoll studentischer Gäste zu der als öffentliche Podiumsdiskussion geplanten Debatte eingefunden hatten, fiel auch den Professoren auf. „Da haben sie den Beweis, dass das, was Sinn macht, aber über das Geforderte hinaus geht, wenig angenommen wird“, konstatierte Professor Hartung, der genau daran entlang die Stipendienfähigkeit von Studierenden deklinierte. Und Professor Sturma erklärte: „Vielleicht sind sie ja tatsächlich eben so eine Gruppe, die genau das tut, was man als Gesellschaft wohl von der Universität und als Universität von den Studenten verlangen kann.“ - Genug Stoff für die einen großen Bogen spannende Debatte, die sich im Anschluss an die Veranstaltung in die benachbarte Kneipe „Litfass“ verlagerte. Mit der Erkenntnis, dass mit dem Mimikri von studentischen Verbänden an den Unis Schluss endlich sein muss. Und dass das Gerede von den „Top-Unis“ außerhalb des Ruhrgebiets eben auch nur - Gerede - ist ....

CB

 


PROGRAMMHINWEIS:
Öffentliche Podiumsdiskussion


"Haben Studenten eine gesellschaftspolitische Aufgabe?"
am Donnerstag, 12. Januar 2006 an der Universität Essen

Seit es Universitäten gibt, heißt es Bücherschleppen und Scheinekloppen, Vorlesungen besuchen und Prüfungen ablegen. Doch warum sollten sich Musensöhne und -töchter an den Hohen Schulen im ganz normalen Leben nicht auch mit ganz normalen Dingen beschäftigen? Nicht Kinobesuchen, Parties, Ferientouren, versteht sich - nicht allein. Sondern mit Tätigkeiten im sozialen Bereich.

Das tun heute immer mehr Studiosi, denn langsam spricht sich rum, dass man nicht nur nach dem US-amerikanischen Vorbild "Credit Points" für´s Studium sammeln kann, sondern gerade hier etwas für´s Leben lernt, Grundbedingungen für Stipendien erfüllt und nebenbei ganz praktisch gesellschaftliche Mitverantwortung einübt.
Seit einigen Jahren gibt es auch an deutschen Hochschulen Freiwilligenagenturen, die endlich einen alten Gedanken wieder in Erinnerung rufen. Denn bereits vor 100 Jahren hat sich eine "sozialstudentische Bewegung" entwickelt, an der die damals bestimmenden, kirchlich geprägten  studentischen Verbände wesentlich beteiligt waren. Die weitgespannten Tätigkeiten dieser Bewegung hat ganze Generationen von Akademikern geprägt.

Geht das auch heute noch? Haben Studenten nicht genug zu tun? Was bringt es? Wie geht es? Diese Fragen gehen alle an. Denn es ist ein Thema, das zu einer zukunftsfähigen Bildung an zukunftsfähigen Universitäten gehört.

Unter Leitung von Ruhranen-Senior Bbr. Sebastian Sasse diskutieren:

Prof. Dr. Dieter Sturma,
Institut für Philosophie
Prof. Dr. Wolfgang Hartung, 
Historiker und Vertrauensdozent der Konrad Adenauer-Stiftung
Daniel Feldmann,
Student und aktiv bei den Pfadfindern
und ein Vertreter des Projekts "Uni aktiv".
Veranstalter:
W.K.St.V. UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund

18 Uhr, im evangelischen Studentinnen- und Studentenzentrum die BRÜCKE. 
Adresse:
Universitätsstr.19 45141 Essen, Tel 0201-235766, Fax 0201-202589, 
E-mail: die.bruecke@uni-essen.de,
http://www.die-bruecke.uni-essen.de

Zur Teilnahme wird ganz herzlich eingeladen.

 

 

Zur Diskussion empfehlen wir folgenden Beitrag von Christopher Onkelbach aus der WAZ von Montag, 9. Januar 2006



ESSAY: ZUKUNFT DER BILDUNG

Wissen als Blindenhund


Bildung zwischen Wahrheit und Wettbewerb. Reformen an Schulen und Hochschulen setzen auf Verwertbarkeit und Markt. Verantwortung der Wissenschaft

Von Christopher Onkelbach


Essen. Unsere Schulen und Hochschulen werden immer mehr den Bedürfnissen der Wirtschaft angepasst. Es geht um die möglichst schlanke und schnelle Ausbildung junger Menschen, um sie rasch und reibungslos ins Berufsleben zu bringen.


Die Hochschulreform, die Nordrhein-Westfalen derzeit erlebt, trägt die Überschrift: Wettbewerb! Praxisorientierung, Berufsbefähigung, Beschleunigung und Output-Orientierung sind die Schlagworte, die darunter stehen. Für die Umstellung der Hochschulfinanzierung auf leistungsabhängige Maßstäbe gibt es viele gute Argumente. Was aber für die Bildung daraus folgt, wird selten mitgedacht.
So ist etwa die Umstellung der Studiengänge auf die Abschlüsse Bachelor und Master auch als Sparmaßnahme zu sehen. Mit Hilfe des gestuften Systems lassen sich mehr Leute in kürzerer Zeit durch die Uni schleusen und die Zahl der Absolventen wird womöglich auch erhöht. Der Bologna-Prozess begann mit dem richtigen Ziel, in Europa einen einheitlichen und konkurrenzfähigen Hochschulraum zu entwickeln. Wie dies aber gestaltet werden kann, ohne die Studieninhalte allein rascher Berufsbefähigung zu unterwerfen, blieb blass. Dem Bologna-Prozess fehle die geistige Orientierung, kritisierte der Philosoph Julian Nida-Rümelin.
Eine Reform des Bildungswesens muss eine bedeutsame Grundfrage beantworten: Soll das Bildungssystem ein vom Staat finanziertes und weitgehend geschütztes Gegenmodell zum Markt bleiben oder soll es Teil des Marktes werden? Im Grunde wurde diese Frage von vielen Bildungspolitikern schon in dem Moment entschieden, als sie mehr Wettbewerb forderten. Wozu auch die Einführung von Studiengebühren gehört.
Was aber folgt aus der zunehmenden Ökonomisierung der Bildung? Wettbewerb erzeugt stets Gewinner und Verlierer. Wo Ressourcen knapp sind, gibt es Verteilungskämpfe. Im Bildungswesen sind Sieger oder Verlierer nicht nur Hochschulen, Fachbereiche, Wissenschaftler oder Studierwillige, der Prozess betrifft am Ende die ganze Gesellschaft. Wie lässt Marktsteuerung sich mit sozialer Gerechtigkeit vereinbaren? Sie erzeugt Eliten, und die Masse der anderen. Der Bielefelder Philosoph Christoph Butterwegge schrieb: "Wettbewerb, der Sieger und Verlierer kennt, ist mit Wissenschaft, die nach Wahrheit strebt, kaum vereinbar."
Markt und Bildung - das sind nicht einmal die beiden Seiten einer Medaille. Bildung - wie auch Dichtung, Kunst, Musik - folgt in ihrem Ideal anderen Gesetzen. Sie will nicht siegen, sondern überzeugen. Sie ist nicht effektiv, sondern sperrig. Sie ist ohne ökonomisches oder politisches Interesse. Sie ist nicht zweckbestimmt, sondern frei. Sie ist nicht aktuell, sondern zeitlos. Sie hat es nicht eilig, sondern benötigt Muße. All dies macht sie aus ökonomischer Sicht suspekt.

Mit diesem traditionellen humanistischen Bildungsideal kollidiert die Idee, Forschung und Lehre nach ihrem Beitrag zum wirtschaftlichen und technischen Fortschritt zu beurteilen. Das Paradoxe an dieser Vorstellung ist, dass eine konsequente Ausrichtung der Wissenschaft auf Kriterien der Verwertbarkeit die Wissenschaft selbst lähmen und beschädigen würde. Ihr fehlte die nötige Freiheit. Die kulturelle Funktion, die aufklärerische Tradition, das kritische und distanzierte Beobachten gingen verloren.
Die zweite Form der Ökonomisierung ist der Umbau der Hochschulen zu Anstalten der Berufsausbildung. Dies wäre jedoch bei der wachsenden Dynamik des Arbeitsmarktes eine Sackgasse. Ausbildung hat mit Bildung wenig zu tun. Das Resultat wäre ein Heer von Fachleuten, die aber das Ganze nicht überschauen. Was fangen wir an mit unseren Daten? Wohin gehen wir? Zu welchem Zweck lernen wir? Was ist das Ziel? Wie dient das Wissen der Gesellschaft? Diese Fragen kann ein Spezialist nicht beantworten, sein Expertenwissen gliche einem Blindenhund, der uns durch eine komplizierter werdende Welt mehr schlecht als recht leitet. Sehen könnte der Fachmann nur, hätte er Bildung.

In Zeiten, wo religiöse und kulturelle Differenzen zunehmen, wo die Globalisierung uns vor neue Herausforderungen stellt, kann uns ein Spezialist also kaum helfen. Wir brauchen die Kultur-, Religions- und Geisteswissenschaftler, die Philosophen und Historiker und die Kunsthistoriker, die uns einen Weg weisen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten erklären können.

Die Fähigkeiten, die ein wissenschaftliches Studium daher vermitteln sollte, sind neben reinem Fachwissen die Ausbildung einer eigenständigen Urteilskraft. Das angeleitete und dann eigenverantwortliche Lernen und Forschen formt Persönlichkeiten, die dann auch auf dem Arbeitsmarkt Chancen haben.

Während der Reformprozess des Bildungssystems fortschreitet, sollte immer wieder die Frage gestellt werden, ob wir Bildung wirklich nur als zentralen Standortfaktor im Wettlauf der Wissensnationen begreifen wollen - dann würden aus Hochschulen bald Betriebe -, oder ob wir Bildung im humboldtschen Sinne als Bedingung des "eigentlichen Menschseins", als Zweck an sich verstehen.
Den Anforderungen der Zukunft wird vermutlich am ehesten eine Zwischenlösung gerecht, die einer effizienten und modernen Wissensvermittlung nicht die Bildung opfert. Es müsste eine Brücke entstehen zwischen marktgläubigen Bildungsmanagern und den strengen Hütern des humboldtschen Erbes. Zuvor aber müsste endlich eine Debatte über Sinn, Ziel und Aufgabe von Erziehung beginnen, um von diesem Punkt aus ein Bildungskonzept zu entwerfen. Damit wir endlich Klarheit darüber gewinnen, wohin uns Bildung bringen soll.


 

Neujahrsempfang 2006: "Heraus mit der Sprache!"


4.1.2006: Gutes Neues Jahr! Über 40 Bundesbrüder und Gäste versammelten sich am Mittwochabend auf dem UNITAS-Haus in Borbeck zu einer "Premiere": Der erste und sicher nicht der letzte Neujahrsempfang im "Feldschlösschen" vereinigte Mitglieder der UNITAS-Zirkel in Essen, Bochum, Bottrop, Oberhausen, Castrop-Rauxen und Datteln zum zwanglosen Gespräch und Austausch. "Frohe Begegnung und wissenschaftliche Akzente sind in guter unitarischen Tradition nicht zu trennen. Und es gut, dass wir das Jahr genauso beginnen", erklärte Senior Sebastian Sasse, der die Corona und den Festredner mit einem Rück- und Ausblick auf das laufende Semester begrüßte.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Bbr. Pfr. em. Alfons Riesener, der mit seinem ausgefeilten Vortrag klärende und provozierende Gedanken zur Situation der Kirche in der modernen Gesellschaft formulierte. Mit vielfältigen Quellen - von Descartes über Johannes Paul II. bis zu den Schriften von Benedikt XVI. erörterte der in Billerbeck lebende Theologe die Genese und