<%@ Language=JavaScript %> Wissenschaftlicher katholischer Studentenverein UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund


+ + + Hier Hinweise auf laufende Veranstaltungen und Berichte von letzten aktuellen Ereignissen im SS 2007 + + +

 

 

 

21. Juli: Klausurtagung am Samstag


BORBECK. Wer geht in die zukünftige Verantwortung? Wann geht es los auf dem Haus? Wie stellen sich die Ruhrania und die UNITAS an der Ruhr für die Zukunft auf? Wie kann die Zirkelarbeit im Ruhrgebiet und die Kommunikation untereinander gestärkt werden? Diese und andere Fragen stehen am Samstag, 21. Juli, auf dem Programm einer Klausurtagung, die bei der letzten Mitgliederversammlung des Gesamtvereins zum 96. Stiftungsfest angeregt worden war. Eingeladen zum Treffen sind die Vertreter der Gremien, von AHV, HBV, AHZ und Aktivitas. 

 

Der Tag beginnt um 11 Uhr auf dem UNITAS-Haus an der Flurstraße mit einer Hausbesichtigung, bei der zum letzten Stand der Bauarbeiten und der Pächterfrage berichtet wird. Ab 12 Uhr sammeln sich die Teilnehmer in Borbeck-Mitte im Kolping-Raum am Wirtshaus am Germaniaplatz. Hier besteht im Verlauf der Beratungen auch Gelegenheit zum Essen.


„Liebe Bundesbrüder, die Ruhrania steht vor einer entscheidenden Weggabelung in ihrer Geschichte“, so Senior Sebastian Sasse in seiner Einladung. „Das neue Haus ist bald fertig. Aber auch andere wichtige Fragen, die die Zukunft betreffen, müssen geklärt werden.“ Dazu gehören insbesondere die „Personalien“: Vor allem ein kompletter neuer AHV-Vorstand wird bald seine Arbeit aufnehmen müssen, da AHV-X Bbr. OstD a.D. Jörg Lahme sein Amt nach über 50 Semestern in der Verantwortung für den Altherrenverein zur Verfügung gestellt hat. Ebenfalls auf dem Programm stehen Fragen zur zukünftigen Keilarbeit, der Zusammenarbeit der verschiedenen Vereinsebenen und die offizielle Inbetriebnahme des Hauses an der Flurstraße.

Anmeldungen sind erbeten an Consenior Daniel Muschellik (mobil: 0177-77 88 180). Der Senior ist zu erreichen unter Tel. 0171-8448264.

 

17. Juli: 
Abbé Franz Stock: UV-Zirkelfahrt nach Neheim

ESSEN. „Ach Sie wollen sicher zu unserem Franz Stock! Das ist ja auch ein toller Mann - woll?“ Schon bei der eigentlich unnötigen Parkplatzsuche vor dem Franz-Stock-Museum im Fresekenhof ist klar: Hier in Neheim sind sie stolz auf ihren Landsmann. 19 Mitglieder des Essener UNITAS-Zirkels konnten bei der Zirkelreise am Dienstag, 17. Juni, erspüren, was der Gefangenenpriester bis heute in seiner Heimat bedeutet. Mit bislang vielfach Unbekanntem machte die vom AHZ-Vorsitzenden Bbr. Martin Gewiese geplante Fahrt in den heutigen Teil der Stadt Arnsberg vertraut. Auch der Besuch in dem ehemaligen Off-Lag für französische kriegsgefangene Offiziere in Soest war beeindruckend.

Die Führung von Horst Leise vom Franz-Stock-Komitee für Deutschland durch die informative Dauerausstellung im Fresekenhof stellt nicht nur das Wirken von Abbé Stock vor. 1904 in Neheim als erstes von neun Kindern einer Arbeiterfamilie geboren, war Stock früh von der Katholischen Jugendbewegung geprägt. Nach drei Semestern seines Theologiestudiums, die er in Paris verbracht hatte, war er prädestiniert für die Aufgaben des Rektors der deutschen Gemeinde in Paris, zunächst 1934-1939, dann von 1940-1948. Hier sorgte er zunächst auch für Flüchtlinge, später auch für die seelsorgliche Betreuung der Häftlinge in den Pariser Gefängnissen der deutschen Besatzungstruppen. Die Franzosen gaben Franz Stock die Bezeichnung „L'Aumônier de l'enfer“ („Der Seelsorger der Hölle“) und „L'Archange en enfer“ („Der Erzengel in der Hölle“) - denn bis 1945 musste er auf dem Mont Valérien in Suresne über 1.200 Erschießungen beiwohnen. Das erlebte Grauen setzte er vielfach in Malerei um, die hier dokumentiert ist. 1945 gründete er ein Priesterseminar im Gefangenenlager Dépôt 501 bei Chartres, das er bis 1947 als Regens leitete. Im „Stacheldrahtseminar“ lernten 949 Dozenten, Priester, Brüder und Seminaristen aus Deutschland und Österreich. Franz Stock starb 1948, erst 44 Jahre jung, in Paris. Nuntius Giuseppe Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., nahm selbst die Einsegnung vor. Vieles aus diesen Jahren zeigt die Ausstellung mit vielen originalen Gegenständen aus Franz Stocks Besitz, aber ebenfalls die Auswirkungen seines Lebens und Wirkens auf die Deutsch-Französische Verständigung. Auch das Bild von unserem Bbr. Robert Schuman fehlte hier nicht.

Im Elternhaus von Franz Stock

 

Ebenfalls nicht nur als „Museum“, sondern auch als Begegnungszentrum sieht sich Stocks Elternhaus in der heutigen Franz-Stock-Straße. Hier empfing Pfarrer i.R. Leo Reiners die UNITAS-Gruppe. Inmitten der bretonischen Möbel, der Bücher und Bilder von Franz Stock aus seiner Wohnung in Paris, die nach seinem Tod hierher kamen, ließ Pfarrer Reiners die unmittelbare Nähe des hier als Kind aufgewachsenen Priesters spüren, der inmitten von Tod und Unrecht in jedem Häftling Christus selbst sah. Nach dem Tod der Eltern und dem Tod von Franz Stock hatte in diesem Haus dessen Schwester Franziska mit ihrem Mann Pierre Savi, Kunstmaler und Referent der Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Bonn, gewohnt. Seine jüngste Schwester Theresia übertrug das Haus vor genau 10 Jahren der Kirche als Stiftung. Heute ist hier auch das Archiv mit Briefen, Fotos und Dokumenten sowie das Atelier seines Schwagers Pierre Savi untergebracht. Anfang September wird es aus Anlass der Stiftungsgründung einen besonderen Gedenktag mit dem Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in der Heimatgemeinde von Franz-Stock geben. Von Franz Stock habe er schon in frühen Jahren viel gehört, bekannte Pfarrer Reiners, der hier 34 Jahre als Seelsorger wirkte: „Doch ich war stolz, als ich als Pfarrer nach Neheim geschickt wurde, in die Gemeinde, in der Franz Stock groß geworden ist!“ Dass sein eigener Vater auch Unitarier war, verschwieg Pfarrer Reiners ebenfalls nicht und alle Besucher trugen sich an Franz Stocks eigenem Schreibtisch gerne in das Gästebuch ein.

 

Die "Französische Kapelle" 
im OfLag Soest

 

Mehr als nur eine Ergänzung erfuhr dieser Besuch nach dem gemeinsamen Mittagessen im Marienhospital in Soest durch die Führung von Barbara Köster in der ehemaligen Wehrmachtskaserne am Meiningser Weg. In ihr war 1940 das OfLag VI A, eines von 15 Lagern für französische kriegsgefangene Offiziere in Deutschland eingerichtet. Das heute aufgelassene und verfallen wirkende Areal, das später auch Flüchtlinge aus Schlesien aufnahm und bis 1994 als Belgische Kaserne diente, vermittelt noch heute etwas von der Trost- und Hoffnungslosigkeit, der sich die hier einst Gefangenen ausgesetzt sahen. In den für 800 Menschen gebauten Kasernenblöcken waren zunächst 1.400, zuletzt 5.000 Gefangene eingepfercht. Bis zu fünf Jahren verbrachten sie hier streng bewacht hinter Stacheldraht, die sie versuchten, durch ein intensives kulturelles und auch religiöses Leben zu füllen. Davon zeugen bis heute die Ausstellungsstücke, die ein reger Förderverein hier seit gut 10 Jahren zusammengetragen hat, vor allem aber auch die von den Kriegsgefangenen selbst ausgestattete, einzigartige Kapelle, die ein beeindruckendes Bildprogramm zeigt. Ausgestaltet wurde sie vor allem durch den berühmten Architekten, Landschaftsmaler und Lithographen Guillaume Gillet, Gefangener dort von 1940–1945.

Mit vielen neuen Eindrücken sammelten sich die Fahrt der Teilnehmer wieder in Soest, wanderten durch die Altstadt mit ihren Kirchen und probierten zum Ausklang des Tages die Eisspezialitäten im Park an einer historischen Mühle. Ihr Fazit „Eine sehr bereichernde Fahrt!“ gab sie mit großem Applaus an den Organisator der Fahrt weiter.

Kontakt: Franz-Stock-Komitee für Deutschland, Hauptstr. 11, 59755 Arnsberg, Tel. 02932/22050, info@franz-stock.de, Internet: www.franz-stock.de. „Geschichtswerkstatt Französische Kapelle e.V.“, Frau Barbara Köster, Detmolder Str. 12, 59494 Soest, Tel. 02921/77555, Email: ABPKoester @ t-online.de.

 

 

 

13. Juli
Selten schön ... – und teuer! 
Dortmunder UNITAS-Krug bei E-Bay

 

INTERNET. Schön isser ja, der Krug, der da aktuell bei EBAY angeboten wird: Wieder mal ein klassischer Toneimer mit handgemaltem Wappen und Zinndeckel. Die gravierte Aufschrift: „Ihrem verehrten Vorsitzenden zum 60. Geburtstag vom Unitas Altherrenzirkel Dortmund.“ Eine unitarische Devotionalie also. Und wie es sich für Unitaria gehört – zu einem ziemlich stolzen Preis. Denn der wohl im Münsterland ansässige Verkäufer („UNITAS-KRUG, TOP-Zustand, keine Rücknahme, Minderung, Garantie, Gewährleistung etc., da Privatverkauf, Tausch gegen gleichwertigen Krug etc der AV Arminia Münster im CV möglich ...“) freut sich sicher über den derzeitigen Auktionsstand. Der Startpreis: satte 590 Euro. Der Preis zum Sofortkauf: 600 Euro.

 

Schade also, denn wer soviel übrig hätte, dass er sofort zuschlagen könnte, der trägt wahrscheinlich auch Gucchi zur Rolex. Oder lebt aus Sparsamkeit von Wasser und Brot und hat jahrelang dafür zurückgelegt. Allerdings ist das Gefäß durchaus ein Hingucker: Das traditionell gestaltete Wappen trägt einen vierfach geteilten Schild mit einer seltenen Motivkombination. 

 

Neben den unitarischen Farben finden sich die deutsche Trikolore, das Wappen des Bundeslandes NRW und der Adler der Freien Reichsstadt Dortmund. Staatstragender geht es kaum. Der mittig aufgelegte Herzschild zeigt einen schwarzen UNITAS-Verbandszirkel in einer weißen Wappenkartusche. Unter dem insgesamt aufwendig gemalten Signet findet sich zudem der unitarischen Prinzipien „virtus, scientia, amicitia“.

Noch ist nicht geklärt, wer da wann 60 wurde – auf jeden Fall nach der Gründung von Nordrhein-Westfalen. Und wie dieses garantiert einzigartige Stück in „fremde Hände“ kam. Oder sind es keine fremden Hände? Und gäbe es einen gleichwertigen Krug der Arminia aus Münster überhaupt? Wir werden also zusehen, wie das Teil bald wieder langsam, aber sicher aus der Liste der Studentika verschwinden wird. Das Angebot endete am Freitag, 13. Juli, um kurz nach 20 Uhr .....

NACHTRAG:
Unser aus Castrop-Rauxel gebürtiger Bundesbruder Dr. Lambert Stamer (UNITAS Cheruskia Gießen) merkt zu diesem Fund per Mail aus Gießen an, er vermute, dass der Krug ein Geschenk zum 60. Geburtstag von Bbr. Dr. Anton Rheinländer war, den dieser im Jahr 1955 gefeiert hat. „Ich schätze die Entstehung des Kruges auf etwa die gleiche Zeit“, schreibt uns Lambert. Bbr. Rheinländer war nach seinen Recherchen Vorsitzender nach dem Krieg bis in die 1960-er Jahre. Sein Vorgänger, Bbr. Dr. Heinrich Trost, war zwar etwa ebenso alt wie er, aber nur Vorsitzender bis zum Krieg und scheide so aus. Eventuell könne der Krug auch für einen Nachfolger entstanden sein, was Lambert aber für nicht wahrscheinlich hält. Der Vater von Bbr. Dr. Anton Rheinländer war Reichstagsabgeordneter für das westliche Westfalen.

 

10. Juli: 
Erste Veranstaltung auf dem UNITAS-Haus

BORBECK. Ziemlich preisverdächtige Fotos - einige Beispiele oben - gab es am Dienstagabend von den Kapverdischen Inseln auf halber Strecke zwischen Afrika und Brasilien zu sehen. Bbr. Bernd Genser berichtete im UNITAS-Haus von einer 10-tägigen Wanderung auf der von zehn Felseneilanden im Atlantik gebildete Inselgruppe. Ohne Zweifel eine anstrengende Tour, wie den Bildern anzumerken war - getreu der Devise "Nur wo Du zu Fuß warst, warst Du wirklich". Aber zugleich ein grandioser Einblick in eine Welt, die erst seit dem Beginn des 15. Jahrhundert besiedelt ist und seitdem als Stützpunkt zwischen den Kontinenten dient. 

Der gut gegliederte Vortrag machte sieben Gäste mit Menschen und Landschaft, Tierwelt und Vulkanen bekannt – unter anderem Barbara und Gerfried Küpper und den AHZ-Vorsitzenden Martin Gewiese vom Essener Zirkel. Zweifellos hätte der Abend aber noch deutlich mehr Zuspruch verdient, denn manches Hochglanzmagazin hätte von den gezeigten Bildern besten Gebrauch machen können. Aber immerhin: Auch wenn es vielleicht woanders wärmer, heller und etwas gemütlicher gewesen wäre - der Anfang ist gemacht. Für diese allererste Veranstaltung auf dem Haus mussten zwar erst Stühle und ein Tisch besorgt, Zimmer zumindest grob gereinigt, Kabel gelegt und die notwendige Fourage beschafft werden, dennoch: „Irgendwann muss es doch mal losgehen“ – dieses Motto würde gestern im Schein von vier Kerzen im „China-Zimmer“ endlich erfüllt. Denn schließlich sollte das immer noch im Umbau befindliche Haus schon einige Wochen für die Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Trockenbauer sind erstmal durch

Dem Vortrag vorausgegangen war eine beängstigende Kletterpartie von Bernd und CB auf dem Gerüst (Bilder unten links), die ganz neue Perspektiven auf die Arbeit der Dachdecker und die Umgebung eröffnete. Währenddessen haben am folgenden Tag die Trockenbauer nun ihre letzten Handgriffe in den beiden Obergeschossen getan: Sie sind damit erst mal durch, letzte Flächen sind dicht und zum Anstrich vorbereitet, der Fliesenleger könnte starten. (Bilder rechts unten)

 

Exkursion nach Neheim-Hüsten am 17. Juli 2007

Zur gemeinsamen Fahrt von UNITAS-Zirkel und Aktivitas nach Arnsberg-Neheim (Neheim-Hüsten) am Dienstag, 17. Juli, sind inzwischen rund 20 Gäste angemeldet. Ziel ist das Museum des von hier gebürtigen Abbé Franz Stock, der als Seelsorger während des Krieges in Frankreich wirkte (s. Artikel unten). Hier der Zeitplan der Tour:

8:30 Uhr Abfahrt (Mitfahrgelegenheiten, Treffpunkte werden noch besprochen)

10:00 Uhr Führung durch die Franz-Stock-Ausstellung im Fresekenhof; Besichtigung des Elternhauses (Herr Horst Leise)

12:00-12.30 Uhr Abfahrt nach Soest (Fahrtdauer ca. 20 Min.); Mittagessen im Mariengarten in der Vidumgasse (Marienhospital); Beschreibung: gutes Essen, schnelle Bedienung, unterpreisig, man kann lange sitzen ;) ; gegenüber ist der Parkplatz Osthofentor, viel Platz, kostenlos; andere Möglichkeiten: Zum wilden Mann, Brauerei Christ

ca. 14:30 Uhr Fahrt zur französischen Kapelle Meiningser Weg 20, (Fahrtdauer ca. 10 Minuten), Führung durch Frau Barbara Köster, die uns am Osthofentor abholt, Dauer der Führung ca. anderthalb Stunden. Die Kapelle liegt im 4.Stockwerk und ist nur über ein Treppenhaus zu erreichen.

Anschließend a) Kaffeestunde, Heimfahrt, b) nach Wunsch noch Stadtführung

Routenplan: a) Essen / Innenstadt durch Dortmund (A 40, B 1, A 44) nach Neheim: 78,3 km, 1:04 h, b) unter Umfahrung von Dtmd. (A 40, A 43, A 44, A 1, A 44): 86,9 km, 0:56 h, c) A 40 ab AK Dortmund/Unna A 44 Richtung Kassel, bei AK Werl (54)(60) auf A 445, A 445 wird dann A 46, Ausfahrt Arnsberg-Neheim (62) unter der Autobahn her, Ampel rechts.

Adresse: Fresekenhof am Fresekenplatz oder Gransauplatz (wenige Minuten von der Autobahn); Parkmöglichkeiten

 

 

10. Juli: 
„Nur was Du zu Fuß erwanderst …“
Bbr. Bernd Genser berichtet über die Kapverden

Die Kapverden gelten als Inseln der „Morabeza“, der Warmherzigkeit, Lebensfreude und Melancholie. Charles Darwin schreibt 1832 über die Kapverdischen Inseln: „Es liegt Größe in einer solchen Landschaft und für mich birgt sie das unaussprechliche Vergnügen, auf einer wilden, verlassenen Insel in der Tropensonne zu wandern“. So hat auch Bbr. Bernd Genser diese zehn kleinen, als Spitzen eines Meeresgebirges in Hufeisenform der Westküste Afrikas vorgelagerten Vulkaninseln kürzlich erlebt. Über seine Erlebnisse wird er am Dienstag in einer Wissenschaftlichen Sitzung berichten.

Auf der ursprünglichen Inselwelt mit nahezu 350 Sonnentagen im Jahr entwickelte sich aus portugiesischen Eroberern, Seefahrern aller Nationen, afrikanischen Sklaven und politisch Verfolgten seit dem 15. Jh. eine facettenreiche und gastfreundliche Kulturgemeinschaft – die kaboverdischen Kreolen, mit eigener Sprache und betörender Musik. Die Natur bietet hier ein einzigartiges Panorama aller Klimazonen: Wüsten und schroffe Gebirge formen eine grandiose Landschaft, von ausgedörrten Küstenstreifen bis hin zu üppig grünen Steilhängen. Eine vom Terrassenfeldbau geprägte, majestätisch anmutenden Bergwelt mit tief eingeschnittenen Tälern findet sich hier ebenso wie traumhafte Strände, Zuckerrohr-, Kaffee-, und Maniokplantagen mit tropischem Südseeflair.

Die Wissenschaftliche Sitzung beginnt am Dienstag, 10. Juli, um 19.30 Uhr auf dem UNITAS-Haus, Flurstraße 67, in Essen-Borbeck . Trotz Baustelle rundherum soll das „China-Zimmer“ für den Vortrag hergerichtet werden.

 

7. Juli 2007
Michelangelo gesucht

BORBECK. Auch während der kurzfristig ausgesetzten Berichterstattung ging in den letzten zwei Wochen die Bauerei im UNITAS-Zentrum an der Flurstraße weiter: Wieder ist einiges zu vermelden, denn die Rohbauer, Heizungsinstallateure, Verputzer und Trockenbauer sind dem Finish ein ganzes Stück entgegengekommen, wie eine Besichtigung am Samstagabend zeigte. Vor allem der Veranstaltungsraum im Dach macht "richtig was her" .... MEHR ...

 

 

RUHRANEN-Programm im Juli

 

  • Fr.-So., 29.06.-01.07.: „An Rhein & Ruhr voll auf Tour“  
    Besuch der Fuxenställe der drei Bonner UNITAS-Vereine UNITAS-Salia, UNITAS Rhenania und UNITAS Stolzenfels bei der Ruhr-UNITAS. Auf dem Programm: Essen und Zeche Zollverein, Essen-Werden, Bochum und Borbeck

  • Di., 03.07., 19.30 h: WS: „China – der springende Tiger“
    Ref.: Bbr. Dipl.Kfm. Roderich Oberstehöhfeld und Bbr. Dipl.Kfm. Klaus Detzner, Oberhausen; Ort:
    UNITAS-Haus, Flurstraße 67, 45355 Essen-Borbeck  

  • Mi, 04.07, 19.30 h: UNITAS-Zirkel-Treffen in Essen mit WS: „Adam Stegerwald“
    Die für 12. Juni im Aktivenprogramm auf dem UNITAS-Haus geplante Wissenschaftliche Sitzung über den Politiker und Gewerkschafter Adam Stegerwald ist auf einen neuen Termin gelegt worden. Der Vortrag von Senior Sebastian Sasse wird am 4. Juli beim UNITAS-Zirkel stattfinden. 
    Ort: Istra, Rüttenscheider Straße  

  • Di., 10.07., 19.30 h: WS: „Zu Fuss über die Kapverdischen Inseln”
    Ref.: Bbr. Bernd Genser, Bochum; Ort: UNITAS-Haus, Flurstraße 67, 45355 Essen-Borbeck  
     

  • Vorschau
    Sa., 21.07.,
    ab 11.00 h: Ruhranen-Klausur in Borbeck
    Treffen der Gremien und der Aktivitas, Besichtigung des neuen Hauses, Planung der Eröffnungsfeiern, gemeinsames Mittagessen und Kaffeetrinken, am Abend: Ex-Kneipe  

 

 

Am 17. Juli: 
Abbé Franz Stock -
Anmeldung für Zirkel-Fahrt nach Neheim läuft

ESSEN. Bis Juli bittet Bbr. Martin Gewiese, Vorsitzender des Essener UNITAS-Zirkels, um Anmeldung für die am Dienstag, 17. Juli, geplante Fahrt nach Neheim-Hüsten. Ziel ist das dortige Franz-Stock-Museum: Die Dauerausstellung im Neheimer Fresekenhof stellt das Wirken von Abbé Stock vor. Die Ausstellung zeigt auch die Auswirkungen seines Lebens und Wirkens auf die Deutsch-Französische Verständigung.

Der „Seelsorger der Hölle“

1904 in Neheim als erstes von neun Kindern einer Arbeiterfamilie geboren, schloss sich Franz Stock bereits in seiner Schulzeit dem Bund Neudeutschland und später der Quickbornbewegung an. 1926 nahm er das Studium der Theologie in Paderborn auf. Ostern 1928 ging er für drei Semester nach Paris und studierte am Institut Catholique – als der erste deutsche Theologiestudent in Frankreich seit dem Mittelalter. Am 12. März 1932 wurde Franz Stock durch den Paderborner Erzbischof Dr. Caspar Klein zum Priester geweiht. 1934 trat Franz Stock in Paris seine Stelle als Rektor der deutschen Gemeinde an - bald kam die Hilfe für politische Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei hinzu. Kurz vor Ausbruch des Krieges musste er Paris verlassen, übernahm Vertreterstellen in Dortmund-Bodelschwingh und dann in der Nähe von Magdeburg. 1940 erneut zum Seelsorger der Deutschen in Paris ernannt, begann er mit seiner Tätigkeit in den Pariser Wehrmachtsgefängnissen Fresnes, La Santé und Cherche Midi, wo er die Häftlinge in den Gefängnissen betreute und über 2.000 Erschießungen beiwohnen musste. Franzosen gaben Franz Stock die Bezeichnung „L'Aumônier de l'enfer“ („Der Seelsorger der Hölle“) und „L'Archange en enfer“ („Der Erzengel in der Hölle“). 1945 nahm er eine neue Aufgabe an: die Gründung eines Priesterseminars im Gefangenenlager Dépôt 501 bei Chartres, das er bis 1947 als Regens leitete. Es ging in die Geschichte unter der Bezeichnung „Stacheldrahtseminar“ ein. Insgesamt 949 Dozenten, Priester, Brüder und Seminaristen aus Deutschland und Österreich waren im Verlauf der zwei Jahre dort. Am 24. Februar 1948 starb Abbé Franz Stock plötzlich, noch keine 44 Jahre alt, in Paris. Nuntius Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., nahm die Einsegnung des Toten vor und sagte dabei: „Abbé Franz Stock - das ist kein Name - das ist ein Programm!“ Im Jahr 1980 beantragten die katholischen Bischöfe die Seligsprechung Stocks. Das Verfahren ist bislang noch nicht abgeschlossen.

Angaben zur Zirkel-Fahrt

Die Anreise nach Neheim erfolgt am 17. Juli am besten gegen 8.30 Uhr. Mitnahmemöglichkeiten und die evtl. Bestellung eines Sammeltaxis können vorab abgesprochen werden. Die Führung mit Herrn Leise vom Franz-Stock-Komitee in Arnsberg im Fresekenhof, Burgstraße 43, beginnt um 10.00 Uhr. Anschließend wird es eine kurze Fahrt zum Mittagessen – wahrscheinlich nach Soest – geben. Für den Nachmittag ist eine Führung durch ein ehemaliges Gefangenenlager für französische Offiziere in Soest vorgesehen. Auch hier werden Mitglieder des Franz-Stock-Komitees eine Führung machen. Zum Ausklang wird es vor der Heimfahrt ein Kaffeetrinken geben.

Anmeldung an Martin Gewiese, Tel. 0201 / 40 38 33, E-Mail: m.gewiese@gmx.de.

Adressen: Franz-Stock-Komitee für Deutschland, Hauptstr. 11, 59755 Arnsberg, Tel. 02932-22050, info@franz-stock.de, Internet: www.franz-stock.de. Das Franz-Stock-Komitee für Deutschland hat sich 1964 in der Heimatstadt Franz Stocks gebildet, um die vielfältigen Bestrebungen, die sich mit der Person und dem Werk des verstorbenen Gefangenenpriesters verbinden, zu bündeln. Es werden Dokumentationen, Ausstellungen und Veranstaltungen, die Verständnis für das Werk und die Person Franz Stocks erhalten, wecken oder fördern, organisiert und vermittelt. Durch Jugendaustausch, kulturellen Austausch, Übernahme und Vermittlung von Patenschaften, Kontakte, insbesondere mit Frankreich, dient es der Völkerverständigung. Weitere Franz-Stock-Vereinigungen haben ihren Sitz in Paris und Chartres.
Adresse des Fresekenhofes:
Fresekenhof, Burgstraße 43, 59755 Arnsberg-Neheim

 

25. Juni:
In Münster starb unser 
Wiederbegründungsmitglied Bbr. Helmut Führer


MÜNSTER/ESSEN. Unser lieber
Bundes- und Vereinsbruder StD a.D. Helmut Führer, einer der Wiederbegründer der UNITAS Ruhrania nach dem Krieg, ist am 19. Juni 2007 in Münster an den Folgen seiner schweren Erkrankung gestorben. Die Unitas verliert mit ihm einen herausragenden Unitarier, der sich besonders um die Ruhrania verdient gemacht hat.

Helmut Führer wurde am 19. September 1926 in Ibbenbüren geboren. Als sein Vater 1936 zum Oberregierungsrat in Naumburg an der Saale befördert wurde, besuchte er dort die Katholische Volksschule und anschließend bis zur Einberufung als Luftwaffenhelfer im Februar 1943 das humanistische Domgymnasium in Naumburg. Mit der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst im März 1944 wurde ihm mit der Entlassung aus der 7. Klasse des Gymnasiums der Reifevermerk zuerkannt.

Nach der Kapitulation 1945 war Herr Führer vom Wintersemester 1945/46 bis zum Sommersemester 1947 an der Universität in Jena immatrikuliert und studierte Physik, reine und angewandte Mathematik, sowie Chemie und Geographie. Da er wegen des Krieges nur einen Reifevermerk besaß, musste er eine Ergänzungsprüfung am Endes des ersten Semesters in den Schulfächern ablegen und erhielt am 19. März 1946 das Zeugnis der Reife.

Im Sommer 1947 wechselte Helmut Führer von Jena nach Münster, um dort sein Studium fortzusetzen. Um die Voraussetzungen für die Zulassung zu erfüllen, musste er im Winter 1947/48 im Bautrupp der Universität Dienst tun. Vom Sommersemester 1948 konnte er dann endlich sein Studium in reiner und angewandter Mathematik und Physik fortsetzen und im März 1952 vor dem wissenschaftlichen Prüfungsamt in Münster mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen erfolgreich abschließen.

Seinen Vorbereitungsdienst leistete er im ersten Jahr am Gymnasium Dionysianum in Rheine ab und wechselte dann zum Studienseminar II in Münster. Nach dem zweiten Staatsexamen wurde er an das Gymnasium Paulinum versetzt, an dem er Mathematik und Physik bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990 unterrichtete. Seine besondere Liebe galt dort besonders der Astronomie, die er mit großem Engagement am Paulinum von 1959 an aufgebaut hat. Und es gelang ihm immer wieder, mit seinen astronomischen Untersuchungen die Schüler zu faszinieren und zu eigenen Experimenten anzuregen.

Sein besonderer Verdienst ist es, am altsprachlichen Paulinum mit seinen klassisch-humanistischen Bildungsgängen den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern einen ebenbürtigen Stand zu verschaffen. Aus heutiger sicht ist das eine Selbstverständlichkeit, für die damalige Zeit aber eine große Leistung.

Pädagoge mit Leib und Seele am Paulinum in Münster

Helmut Führer war im wahrsten Sinne des Wortes ein Pädagoge, der mit Leib und Seele hinter dem Stand, was er lehrte. Mit Geschick hat er den Schülern vor allem das Auffinden mathematischer Vorgehensweisen und Methoden nahe gebracht. Seine größte Stärke war das, was in den naturwissenschaftlichen Fächern besonders schwierig und wichtig ist: Er konnte so erklären, dass jeder es nachhaltig verstehen konnte. Deshalb sind viele Schülergenerationen noch heute dankbar für den Unterricht, den sie bei Herrn Führer erleben durften.

1964 wurde er in das Wissenschaftliche Prüfungsamt für das Lehramt an Gymnasien berufen. Ein Jahr später erfolgte die Beförderung zum Oberstudienrat. Neben seinem Unterricht bildete Helmut Führer von 1966 an als Fachleiter für Mathematik am Studienseminar in Münster bis zu seiner Pensionierung Generationen von jungen Mathematiklehrern aus.

1970 erfolgte die Ernennung zum Studiendirektor als Fachleiter am Bezirksseminar in Münster. In den nachfolgenden Jahren hat Helmut Führer in vielen Kursen Altphilologen auf die Erweiterungsprüfung im Fach Mathematik für das Lehramt am Gymnasium erfolgreich vorbereitet und damit einen damals wichtigen Beitrag zur Behebung des extremen Lehrermangels in Mathematik am Gymnasium geleistet.

Auch die Unitas verdankt ihm sehr viel: 1948 trat Helmut Führer in die Unitas Sugambria in Münster als junger Fuchs ein. Und als die Unitas Ruhrania im selben Jahr nach dem zweiten Weltkrieg wiederbegründet wurde, wechselte er als erster Fuchs in die neue Ruhrania. Am 1. Januar 1954 wurde er philistriert.

Als im Jahre 1981 die Aktivitas der Ruhrania sich auflöste, blieb aber der Altherrenverein der Unitas Ruhrania mit einem neuen Vorstand bestehen. Helmut Führer übernahm damals das Amt des Schriftführers und war maßgeblich bei der Wiederbegründung der Aktivitas im Ruhrgebiet  im Jahre 1991 beteiligt.  Er gehörte zu den maßgeblichen Befürwortern und konnte sich gegen kritische Stimmen erfolgreich durchsetzen. Sein aus solider Sachkenntnis und eine aus Weitsicht geprägten Einschätzung und seine stets noble Haltung profilierten ihn zu einem glaubwürdigen und überzeugenden Ruhranen. Von ihm stammt auch die Geschichte der UNITAS Ruhrania zwischen den Jahren 1950-1990. In den letzten Jahren konnte er leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv an den Veranstaltungen teilnehmen.

In seinen letzten Lebensjahren und vor allem letzten Monaten galt sein besonderes Interesse der astronomischen Domuhr im Paulus Dom zu Münster. Sein Anliegen war es, eine neue Schrift über diese geniale astronomische Domuhr zu verfassen, die die Besonderheiten mit den gegenläufigen Umläufen endlich richtig erklärt und für jeden verständlich macht. Leider blieb dieses Werk unvollendet. Bbr. Helmut Führer ist am 25.06.07 in Münster auf dem Zentralfriedhof beerdigt worden. Viele Bundesbrüder und eine große Zahl von Ruhranen haben ihm das letzte Geleit gegeben.

Lörg Lahme, Vorsitzender des Altherrenvereins

 

22. Juni 2007
Putz & Schmutz: Alles fertig ...

Fast. Jedenfalls ist von den Innenputz-Leuten alles jetzt durchgezogen, was das erste und zweite Stockwerk betrifft. Im Erdgeschoss fehlen noch die beiden großen Räume der Gastronomie. „Sonst wäre es dann soweit fertig ...“ – das war jedenfalls ein launiger Gedanke beim Besuch heute morgen auf dem Haus.  
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HIER KLICKEN & ANHÖREN.21. Juni 2007
UNITAS im Radio

160 Jahre lebendige Tradition

BONN/NRW. „Ich studiere katholische Theologie, wollte es zumindest immer schon. Ich habe ich eine Deutschlandtour gemacht, hab mir Bonn angeschaut, mich für Bonn auch entschieden und bin dann über das Internet an die UNITAS gekommen. Und dann wollte ich nicht mehr weg.“ 

So begann heute morgen ein Radiobeitrag in der kirchlichen Sendereihe „Augenblick mal“, mit dem im nordrhein-westfälischen Privatfunk landesweit die UNITAS vorgestellt wurde. Gesprächspartner zur besten Sendezeit in der „Primetime“ zwischen 6 und 9 Uhrauf 46 Lokalsendern  war Bbr. Matthias Schulz, im Sommer- und Jubelsemester amtierender Senior der UNITAS-Salia in Bonn.  

UNITAS: Super-Synergien

Hintergrund für den von Bbr. Christof Beckmann verfassten Beitrag war das gerade gefeierte 160.Stiftungsfest des von Studenten aus dem Ruhrgebiet gegründeten ersten UNITAS-Vereins. Die Salia hatte das unter anderem mit einem Festkommers im Rittersaal der Godesburg in Bad Godesberg gefeiert. Matthias Schulz, gebürtig aus Geesthacht im Speckgürtel von Hamburg, hatte kräftig mitgefeiert und berichtete im Radio von seinen ersten Erfahrungen: „Die Leute waren gut, die Sache war gut, wir hatten ein soziales Projekt auf die Beine gestellt, eine super Synergie die sich ergeben hat. Und die Leute möchte ich auch nicht mehr missen“, erklärte er am Morgen einem Millionenpublikum. Christliche Grundsätze, so der Bericht, seien für die UNITAS selbstverständlich, katholisch sei der Verband bis heute geblieben und scheine noch immer noch zu überzeugen: Gerade habe die UNITAS-Salia in Bonn einen Pokal für die beste Nachwuchsarbeit im Verband geholt, 13 neue Studenten für die Sache begeistert und damit zum Beispiel die UNITAS in Münster oder Aachen knapp hinter sich gelassen. Nach 160 Jahren im Auf und Ab der deutschen Geschichte wolle die UNITAS eine Gemeinschaft sein, in der der Glaube an Jesus Christus lebendig ist: „Die Tradition, unsere Grundprinzipien Tugend, Freundschaft und Wissenschaft sind immer aktuell“, so Salia-Senior Matthias Schulz.

HINWEIS:
Der ganze Beitrag zum Hören per Klick aufs Bild 
oder mit zahlreichen Zusatzinformationen auf www.kip-nrw.de unter „Augenblick mal“.

Ein Bericht mit Bildern auf www.unitas-ruhrania.org unter „Aktuell“.

 

20. Juni 2007
Flexibilität bleibt gefragt: Gesprächsabend im Kolpingraum

BORBECK. Anders als geplant, gab es gestern eine „Politische Rede“ in anderem Gewand. Diesem Thema sollte am Abend ein Diskussionsabend mit Fbr. Heinrich Loosen gewidmet sein – es wurde eine kurzweilige Gesprächsrunde zum Thema „Integration“, in das ein spontaner Vortrag von Senior Sebastian Sasse einführte. Er berichtete anschaulich vom gerade zu Ende gegangenen Begegnungstreffen mit mehreren Persönlichkeiten, bei dem es mit einem Schwerpunkt genau um die mit der aktuellen Integrationsdebatte verbundenen Fragen gegangen war. 

Denn am Dienstag dieser Woche war die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf Ziel der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände. In ihrem AGV-Dialogprogramm setzten sie dort ihre Reihe ihrer diesjährigen Treffen fort: Gesprächspartner war dort unter anderem Bundesbruder Bankdirektor Dipl.-Kfm. Winfried Hinzen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Pax-Bank in Köln, der u.a. auch neue Pläne der kirchlichen Bank im akademischen Bereich vorstellte, wie Sebastian berichtete. „Sie sollten auf jeden Fall von uns intensiv weiter verfolgt werden“, erklärte der vor einigen Wochen gewählte AGV-Pressesprecher. Für die Ruhrania regte er einen Besuch in der Essener Filiale im kommenden Semester an.

Die Studentenvertreter trafen zudem mit Armin Laschet (CV), dem NRW-Minister für Familien, Senioren und Integration zusammen sowie mit Ruhrbischof Dr. Felix Genn. Während der Minister die vielfältigen Aktivitäten der Landesregierung in hohen Tönen gelobt habe, sei das Zusammentreffen mit Bischof Genn besonders gut angekommen: Obwohl er bislang den meisten der von weit angereisten Delegierten bislang unbekannt war, hätten sein Vortrag und die anschließende Diskussion, so Sebastian, den versammelten Verbandsvertretern von UV, CV, KV, RkdB und anderen besonders gut gefallen. Offen und ehrlich habe er insbesondere den Blick auf das Ruhrgebiet gelenkt, positive Initiativen und Schwierigkeiten im Dialog mit Muslimen vorgestellt. Integration sei insbesondere auf immer deutlicher entwickelte Exklaven und Sondergesellschaften ein problematisches Feld. An die Studentenvertreter, so Sebastian, habe der Ruhrbischof durchaus hohe Erwartungen geäußert. Denn gerade an den Universitäten sei der kenntnisreiche und sachgerechte Dialog zwischen Christen und Muslimen ein wichtiges Feld.

Lebendige Debatte

Diese Berichte ergänzten weitere Erfahrungen und Erlebnisse in der anschließenden Diskussion im Kolpingraum in Borbeck-Mitte. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse um die geplante Kölner Zentralmoschee und aus dem Schulalltag wurde der Austausch zu den angestoßenen Fragen zu einer lebendigen Debatte. Insbesondere Bbr. Michael und Birgitta Schneider trugen viele Beobachtungen aus dem Pädagogenalltag bei. Erst gegen Mitternacht endete dieser flexibel und gewinnbringend gestaltete Abend.

Ihm ging war eine gemeinsame Besichtigung der Baustelle an der Flurstraße vorausgegangen. Vorsichtig tappsten die Gäste durch die noch immer putz- und gipsverschmierten Räume. Für die weiteren Veranstaltungen wird wohl auch weitere Flexibilität gefragt sein. Insbesondere zu dem Besuchswochenende soll den Bonner Bundesbrüdern viel geboten werden – obwohl das Haus immer noch nicht dafür zur Verfügung stehen kann.

 

Am 19. Juni: 
Wissenschaftliche Sitzung „Die politische Rede“


BORBECK. Politische Reden stehen am Dienstag, 19. Juni, im Mittelpunkt eines Vortrags von Fbr. Heinrich Loosen. Der dazu im Programm vorgesehene Veranstaltungsort ist das UNITAS-Haus, Flurstraße 67, in Essen-Borbeck. Dort werden sich die Besucher auf jeden Fall um 19.30 Uhr treffen, um zunächst die Örtlichkeit in Augenschein zu nehmen. Nach den baustellenbedingten Möglichkeiten soll entschieden werden, wo die Runde dann im Folgenden tagen wird.

Zuletzt hatten wir mit Heinrich Loosen von der Studentischen Verbindung Frisia Breslau zu Essen im Schwarzburgbund (SB) am 8. November einen munteren „faustischen“ Abend erlebt. Damals hatte er bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem UNITAS-Zirkel Essen über Johann Wolfgang Goethes Prolog zu „Faust – Erster Teil“ gesprochen und Verse des Altmeisters vorgestellt.  

 

15./16. Juni
Besuch aus Würzburg und Diakonweihe in Herne


BORBECK/HERNE. Am Freitag, 15. Juni gab es Besuch aus Würzburg auf dem UNITAS-Haus in Borbeck: Vier Bundesbrüder der UNITAS Hetania kamen auf der Durchreise vorbei und inspizierten die Fortschritte am Bau. Als Empfangskomitee waren der Senior Sebastian Sasse und Rüdiger Duckheim gekommen, um mit den Bundesbrüdern anschließend die Borbecker Dampfbierbrauerei zu besichtigen. Übernachten konnten sie bei Bbr. Martin Knobloch, um am nächsten Tag ihr eigentliches Fahrtziel  aufzusuchen.

Grund für die Tour an die Ruhr war die Diakonenweihe eines Bundesbruders in Herne: Am Samstag 16. Juni, wurde unser lb. Bbr. Tobias Spittmann (UNITAS Würzburg, im Bild links) in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Herne-Sodingen durch Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum Diakon im Erzbistum Paderborn geweiht. Auch der Hohe Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll und die Chargen der UNITAS Hetania waren zugegen. Tobias stammt aus der Kirchengemeinde St. Walburga in Werl (Westfalen), war als Schüler des Neusser Marianums bei UNITAS Ripuaria Neuss rezipiert worden und dann während der zweiten Hälfte seines Theologiestudiums bei UNITAS Hetania aktiv. Als Diakon wird er im Pastoralverbund Herne-Mitte eingesetzt. Auch von der Ruhrania gelten ihm die herzlichsten Glückwünsche und Gottes Segen!

 

 

Am 14. Juni: 
Es stand in den BORBECKER NACHRICHTEN
Bedenkzeit mit Bbr. Vikar Norbert Linden

BORBECK. Am Donnerstag, 14. Juni, haben die BORBECKER NACHRICHTEN in ihrer Rubrik „3 Minuten“ einen Impuls von Bbr. Kaplan Norbert Linden veröffentlicht. Der Vikar an St. Dionysius, seit Anfang Mai Mitglied bei der UNITAS, zeigt damit die geforderte Multi- und Omnipräsenz, die man zu Recht von einem Mann der Kirche erwartet. ...

Der sportbegeisterte Weltenbummler, der seine Fähigkeiten auf dem Zweirad zuletzt mit Mitgliedern der Gemeinden St. Ludgerus Essen-Werden und "Dio" in Borbeck bei einer Fahrradwallfahrt über mehrere Stationen am Niederrhein unter Beweis stellte, ist derzeit in der Einsamkeit des hohen Nordens unterwegs. Man mutmaßt, dass er bei seiner derzeitigen Fahrradtour durch Schweden 1000 Kilometer voll machen will! Auf jeden Fall sind seine Überlegungen vor den Ferien und dem für viele bald plötzlich und unerwartet „ausbrechenden“ Urlaub sehr lesens- und bedenkenswert! 

 

Jugendzentrum in Venezuela feierlich eingeweiht
Christian Lopez Casanava war unser Mann in Caracas

BONN/CARACAS. Über Viel Lob, viel Dank und großes Interesse an der UNITAS berichtet Bbr. Christian Lopez Casanava von UNITAS-Salia in Bonn. Er hatte sich für eine kurze Woche auf den anstrengenden Weg übers große Meer gemacht und die UNITAS am 9. Mai bei der Einweihung des Verbandsprojekts in Caracas/ Macaracuay vertreten. Bereits bei der Generalversammlung in Trier erstattete er Bericht und präsentierte die Dankesurkunde. Hier in einer Vorabveröffentlichung für die unitas 2/2007 Eindrücke aus seinem aktuell vorliegenden Reisetagebuch.

Wie Bbr. Lopez Casanava berichtet, wurde die Einweihung „unseres“ Jugendzentrums zu einem großen und feierlichen Ereignis: Padre Pascual Chavez Villanueva SDB, römischer Generaloberer der Salesianer weltweit, segnete höchstpersönlich die neue Multifunktionshalle. Sie trägt in Zukunft den Namen "Casa UNITAS" und ist ein wichtiger Beitrag für die Jugendarbeit des Ordens inmitten lebensgefährlicher Zustände in den Armenvierteln der venezolanischen Hauptstadt. Viele Erlebnisse machten dem Vertreter unseres Verbandes in dem lateinamerikanischen Land den großen Umbruch deutlich, in dem sich das ölreiche Venezuela derzeit befindet. Bei den Patres selbst feierte er an jedem Morgen die Messe mit, erlebte Straßenkinder und Alltagsszenen, die sich ein Mitteleuropäer kaum ausmalen könne, wie er schreibt. „Direkt am Basketballfeld wuchert eine Wellblechsiedlung am Hang. Eines von vielen Slumviertel oder „barrios“, wie sie hier genannt werden. Hier herrschen seit Jahren die nackte Gewalt - Armut, Drogen und Waffen. In ihrem Zentrum können die beliebten und hoch angesehenen Salesianerpatres die Jugendlichen versammeln und mit ihnen arbeiten, sie müssen sich nicht auf den teilweise gefährlichen Weg zu ihnen in die Barrios selbst machen.“ Das Land, so Bbr. Christian, bewege sich nach seinen Beobachtungen auf eine unsichere Zukunft zu. Die katholische Kirche versuche sich in einer sehr angespannten Lage als Vermittler zwischen Regierung und Opposition.

Neue Chancen 
für die UNITAS Don Bosco

Zahlreiche Menschen waren zur Einweihung des Zentrums gekommen: Jung und Alt, Reich und Arm, Schüler und Studenten. Mit einem Gottesdienst wurde es in Betrieb genommen, freundlich habe man die Anwesenheit des UNITAS-Verbandes aus Deutschland registriert. „Ich muss gar Autogramme geben, bis ich länger mit den Architekten reden kann. Sie bedankten sich in höchsten Tönen bei der UNITAS für die Unterstützung“, schreibt Christian in seinem Tagebuch. Nicht nur der Generalobere der Salesianer selbst habe sich eingehend nach dem Verband erkundigt, auch viele andere Gespräche hätten ihm das große Interesse an dem deutschen Studentenverband deutlich gemacht.

Für die 2001 gegründete, zwischenzeitlich 19 Mitglieder zählende und wohl aus politischen Gründen wieder eingeschlafene „UNITAS Don Bosco“ in der Hauptstadt des Landes scheinen sich mittlerweile neue Möglichkeiten abzuzeichnen. Das Potenzial sei da, man müsse es nur richtig ausschöpfen, so die Meinung der Salesianer, die am Ort universitäre Einrichtungen betreiben. Ein direkter Kontakt durch einen Elektrotechnikstudenten sei an die Uni bereits angebahnt. „Nicht zuletzt“, schreibt Christian, „eine UNITAS in Venezuela kann etwas bewirken, was aus deutscher Sicht kaum vorstellbar ist. Sie kann jungen Menschen eine Sicherheit vor möglichen staatlichen Repressalien geben. Ein Grund mehr, an der Sache dranzubleiben und den neuen Schwung zu nutzen! Tatsächlich wollen also die Salesianer selbst aktiv werden und damit auch ihre Dankbarkeit zeigen.“

Christians Appell an alle Bundesbrüder: „Bundesgeschwister, die mit dem Gedanken spielen, einen Spanischkurs in Venezuela zu belegen oder eine Praktikumsstelle dort bekommen, mögen sich bitte an mich (christian.lopez@gmx.de) oder Christof Beckmann wenden, damit wir alles weitere organisieren können. Wir müssen die UNITAS in Venezuela unterstützen! Was läge da nicht näher, als einen Austausch wie in vergangen Zeiten wieder zu beleben?“

HINWEIS: Den ganzen Bericht zum Nachlesen mit zahlreichen Bildern auf www.unitas-ruhrania.org/seite30.htm.

 

10. Juni 2007
Vereinsfest in Essen-Werden

ESSEN. „Außerhalb der Kirche kein Heil“ – mit diesem Satz beschäftigte sich der Vortrag des Bochumer Professors Dr. Gerd Neuhaus am Sonntag, 10. Juni, bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung in Essen-Werden. Beim Vereinsfest zu Ehren des Hl. Bonifatius begrüßte der Zirkelvorsitzende  Martin Gewiese rund 30 Gäste in den Dom-Stuben. Zuvor hatten sie gemeinsam das Lateinische Choralhochamt in der benachbarten Ludgerus-Basilika besucht.

„Extra ecclesiam nulla salus“ - das zu Anfang des 14. Jahrhunderts von Papst Bonifaz VIII. auf dem Hintergrund der Auseinandersetzungen mit dem Kaiser geprägte und in dieser Schärfe nie mehr wiederholte Axiom von der „alleinseligmachenden Kirche“ hatte bereits Origenes formuliert: „Außerhalb der Kirche wird niemand gerettet“ (Origenes, In Jesu Nave 3,5; PG 12, 841). Dieser von vielen als diskriminierend empfundene Satz, so Prof. Neuhaus, gehöre zum festen Glaubensgut der Kirche. Nach dem Glauben ist Christus allein die Wahrheit und der Weg für das Heil der Welt (vgl. Joh 14,6), seine Kirche ist der Ort unter den Völkern, wo das von Christus geschaffene Heil anwesend und wirksam ist. Da beides vom Neuen Testament her völlig eindeutig ist, könne die Kirche das „alleinseligmachend“ nicht zurücknehmen. Sie könne sich von der Erlösung durch Christus und von ihrer Indienstnahme als „Sakrament des Heils für die Welt“ nicht verabschieden. Insbesondere machte der Referent hier allerdings auf den Unterschied von "Heil" und "Gnade" aufmerksam. 

Der knapp einstündige Vortrag zu den damit zusammenhängigen Aspekten lieferte für die anschließende, von Aktivensenior Sebastian Sasse geleitete Diskussion viele Anregungen zum Verständnis von Toleranz, abendländischer Geistesgeschichte und Aufklärung. Viele voreilige oder böswillige Urteile über die Kirche führte Professor Neuhaus durch eine Vielzahl von Argumenten ad absurdum. Die dogmatische Aussage bettete er in den biblischen und historischen Kontext und antwortete auf insbesondere zu auf pastorale Themen zielende Nachfragen. In aufklärerischem Gewand auftretende Liberalität, die sich in vielfältiger Weise gegen den Glauben und die Kirche richte, komme zumeist selbst an eigenen Dogmen richtend einher. „Eins muss man sagen“, erklärte der Studiendirektor am Bischöflichen Hildegardis-Gymnasium in Duisburg: „Hier ist die Kirche wenigstens ehrlich. Was sie zum Dogma erklärt, macht sie jedenfalls kenntlich.“ Der Diskussion, der viele weitere Gespräche zum Thema folgten, schloss sich ein gemeinsames Mittagessen an, bei dem der Zirkelvorsitzende um frühzeitige Anmeldung für die Fahrt zum Franz-Stock-Museum nach Neheim-Hüsten bat.

 

8. Juni 2007
Glückwünsche: Von der Ruhr an den Rhein
„Mutter Salia“ feiert ihr 160-jähriges Bestehen

BONN / ESSEN. Einen fröhlichen und würdevollen Auftakt nahm am Freitag, 8. Juni, das 160. Stiftungsfest der UNITAS-Salia Bonn mit einem glänzenden Festkommers im Rittersaal der Godesburg in Bad Godesberg. Die 1847 unter dem Namen „Ruhrania“ von Studenten aus dem späteren Ruhrgebiet gegründete Mutterkorporation des UNITAS-Verbandes feiert am Wochenende ihr Jubiläum mit vielen Gästen in Bonn. Selbstverständlich richteten auch die Bundesbrüder der UNITAS von der Ruhr dazu ihre besten Grüße aus.

Anlässlich des Geburtstags der Salia und des gleichzeitig begangenen 15. Jubelfests des Studentinnenvereins UNITAS Clara Schumann gratulierte nicht nur der Ruhranen-Senior Sebastian Sasse mit einem Glückwunschschreiben. Auch der Essener UNITAS-Zirkel sandte als ältester Ortszirkel im Verband seine Grüße an den Rhein. Mit Bezug auf die Herkunft der ersten Unitarier aus Essen, insbesondere auf den aus Werden stammenden Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff, verlas Bbr. Claus Broekmans, Präside des stimmungsvollen Abends, das Schreiben, das mit großem Applaus bedacht wurde.

Der Zirkel-Vorsitzende Bbr. Martin Gewiese dankte darin den aktiven Studenten der UNITAS Salia und allen vorangegangenen Generationen für ihren Einsatz im Verband. „In der Zukunft stehen Euch und uns allen große und schwierige Aufgaben bevor“, so der Brief von Bbr. Gewiese. Herausforderungen gebe es in der Unitas selbst, auch im Staat und - wie die GV in Trier es gezeigt habe -, in der Bildung Europas. Nicht zuletzt aber ebenso „in unserer Kirche, an die und in der immer mehr die Frage nach dem eigenen Glauben und unserer Überzeugungskraft gestellt wird.“ Dazu wünschte er den Bundesgeschwistern und Gästen Mut, Kraft und Gottes Segen. „Soweit wir können, wollen wir daran mitarbeiten. Eurem Festkommers wünsche ich eine guten, inhaltsreichen und frohen Verlauf!“ Als Vertreter aus Essen nahmen die Bundesbrüder Dr. Nikolaus Mantel und Dr. Christof Beckmann an dem Fest in Bad Godesberg teil. Ein frohes Wiedersehen gab es auch mit Bbr. Heinrich Schulte und mit Bbr. Andreas Beckmann v/o Päcmän, der als Osnabrücker Sugamber zu den Mitbegründern der rekonstituierten UNITAS Ruhrania im Ruhrgebiet zählt und Ehrensenior der Bonner UNITAS-Salia ist.

Höhepunkt des Festkommerses war die Dr. Wilfried Podlinski aus Kaarst (UNITAS Sugambria Münster, UNITAS-Salia Bonn). Der ehemalige Syndikus der Börse in Düsseldorf nahm die Ehrung durch Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll und den Altherrenbundsvorsitzenden Heinrich Sudmann in großer Bescheidenheit entgegen. Er hatte in seiner Amtszeit als Verbandsgeschäftsführer von 1994 bis 1997 die UNITAS-Geschäftsstelle von Bonn nach Neuss geholt und vor allem großes diplomatisches Geschick in der damals stark diskutierten Frage der 1998 bei der Generalversammlung in Düsseldorf endgültig beschlossenen Aufnahme von Studentinnen bewiesen. Auch ihm gelten die herzlichen Glückwünsche von der Ruhr, wo er die Gründung und Aktivitäten des örtlichen Hausbauvereins maßgeblich mit unterstützte.

 

Bilder oben: Impressionen vom Festkommers auf der Godesburg; Mitte: erstes bekanntes Foto der Aktivitas der "Ruhrania" in Bonn von 1855, die sich im Jahr zuvor den Namen "UNITAS" gegeben hatte; unten: Die Chargia mit dem Präsiden Claus Broekmans, die Riege von Alt- und Neu-Verbandsgeschäftsführer mit dem AHB-Vorsitzenden; die Vertretung der UNITAS Clara Schumann, Bonn

 

 

7. Juni 2007
Wissenschaftliche Sitzung über Adam Stegerwald ist verlegt

ESSEN. Kommando zurück: Nach Absprache mit dem Essener UNITAS-Zirkel ist die für 12. Juni im Aktivenprogramm auf dem UNITAS-Haus geplante Wissenschaftliche Sitzung über den Politiker und Gewerkschafter Adam Stegerwald (s. Bild) auf einen neuen Termin gelegt worden. Der Vortrag von Senior Sebastian Sasse soll nun am 4. Juli stattfinden. 

Damit wird nun auch das routinemäßige Zirkeltreffen am ersten Mittwoch im nächsten Monat eine inhaltliche Schwerpunktsetzung haben. Das Interesse beim Zirkel war so groß, dass damit nun die WS zum Zirkel „kommt“ - eine gute Gelegenheit zu erfahren, warum der Referent, Ruhranen-Senior Sebastian Sasse, mit seiner Magisterarbeit über den Weimarer Politiker und Gewerkschaftsführer vor kurzem erst eine glatte „Eins“ einkassieren konnte (das freut uns auch).

Hier schon ein kleiner Ausblick: 

Adam Stegerwald (1874-1945, Bild links), Zentrums-Politiker, Mitbegründer der christlichen Gewerkschaften in Deutschland und der CSU in Bayern. Der Sohn eines Kleinbauern ging nach der Schreinerlehre in Würzburg in Süddeutschland und in der Schweiz auf Wanderschaft, war Mitglied im katholischen Gesellenverein, setzte er sich für den Aufbau einer christlichen Gewerkschaftsbewegung ein und wurde Erster Vorsitzender des Zentralverbandes christlicher Holzarbeiter. Nach Studium in München und Köln wirkte er als Generalsekretär des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands und internationaler Sekretär der "Christlichen Gewerkschaftsinternationale". 1919 trat er für zehn Jahre an die Spitze des christlichen Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Er wurde Mitglied der Nationalversammlung, preußischer Minister für Volkswohlfahrt, 1921 Ministerpräsident Preußens, war 1929-1930 Reichsverkehrsminister und 1930-32 Reichsarbeitsminister. Von den Nationalsozialisten verfolgt, angeklagt und inhaftiert, wurde er 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Regierungspräsident von Unterfranken ernannt, starb aber schon im Dezember 1945 an einer Lungenentzündung.

Bereits 1920 hatte Stegerwald auf dem Kongress der christlichen Gewerkschaften in Essen Überlegungen zur Gründung einer konfessionsübergreifenden, antisozialistischen Volkspartei vorgestellt, die möglichst breite Schichten der Bevölkerung ansprechen sollte. Sein Ansatz, "zwischen der Arbeiterschaft und der landwirtschaftlichen Bevölkerung sowie zwischen den Konfessionen Brücken zu schlagen", fand aber erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs größere Resonanz und Stegerwald wurde zum führenden Kopf der "Würzburger Gruppe", die neben der Münchner Gruppe um Josef Müller maßgeblich an der Gründung der Christlich-Sozialen Union im Sommer und Herbst 1945 beteiligt war. Heute sind nach ihm u. a. der Adam-Stegerwald-Kreis, der Veranstaltungen zur politischen Bildung organisiert, das Adam-Stegerwald-Haus in Königswinter, die Stegerwaldsiedlung in Köln-Deutz und die Stegerwaldstiftung bekannt.

 

6. Juni 2007
Glaube und Himmelfahrt
Vortrag von Bbr. Richard Laudage beim UNITAS-Zirkel Essen

ESSEN. Einem großen Thema stellte sich am Mittwoch, 6. Juni, das Monatstreffen des Essener UNITAS-Zirkels im Rüttenscheider Restaurant „Istra“. Referent der Wissenschaftlichen Sitzung war Bbr. StD a. D. Richard Laudage aus Essen-Kettwig, der im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag beging. 1952 hatte er sich in Münster der UNITAS Burgundia angeschlossen und war 35 Jahre als Religionslehrer in Essen tätig. Auf besonderen Wunsch hatte sich aus Zirkel-Veranstaltungen der letzten Monate sein Beitrag ergeben, der unter dem Oberthema „Geheimnis des Glaubens" stand.

Vor rund 25 Gästen entwickelte Bbr. Laudage am Beispiel des Festes „Christi Himmelfahrt" wesentliche Glaubenswahrheiten. Ausgehend vom Kirchengebet des Himmelfahrtsfestes entfaltete er mehrere Einzelaspekte, insbesondere die „Verherrlichung Christi" durch seine „Erhöhung" und „Inthronisation zur Rechten des Vaters". Die Glaubenden seien bereits durch die Taufe als „Glieder am Leibe Christi" ebenfalls zu Gott „erhöht". Auch ihre Vollendung liege in ihrer Auferstehung von den Toten und ihrer Himmelfahrt. „Die Voraussetzung dafür ist unsere Teilhabe an seiner „Erniedrigung am Kreuze", an seinem totalen Dienst an unseren Brüdern“, erklärte Bbr. Laudage mit Hinweis auf das 22. Kapitel des Evangelisten Lukas: Die Teilhabe am Reich (Königtum) konkretisiere sich im gemeinsamen Mahl am Altar als Gestalt des Bundesschlusses. Die Berufung des Menschen zur „Herrlichkeit Gottes in Christus", dem „fleischgewordenen Wort Gottes" (Jo 1, 14) gebe ihm Anteil an der Auferstehung und der Himmelfahrt Christi. Die wesentliche Bedeutung des Festes bestehe für den Christen in "unserer Vergöttlichung, die nach 2 Kor 5,21 durch einen `heiligen Tausch´ zustande kommt", wie Bbr. Laudage erklärte. (Bild rechts: Himmelfahrts-Darstellung aus Florenz)

Bild links:  Evangeliar aus St. Vitus in Mönchengladbach, Köln oder Gladbach um 1130|40, Pergament, ULB Hs 530, fol 14v Majestas Domini (Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt)

Mit Blick auf die Tageslesungen, die das Ereignis der Himmelfahrt selbst schildern (Apg 2) und dessen Sinn im Lichte des Alten Testamentes theologisch entfalten (Eph 1, 17-23 und Hb 9, 24-28; 10, 19-23) wandte sich der Referent der Rede von der „Erhöhung des Messiaskönigs" und dem „Sitzen zur Rechten Gottes" als Schriftbeweis für Jesu Gottessohnschaft  zu. Er verwies auf die aus Psalm 110 inspirierte Vision des sterbenden Stephanus (Apg 7, 55-56), in der er die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen sieht: „Stephanus ist damit als „Blutzeuge" (gr. martys, Märtyrer) für Jesus jener, dessen „Glaube in der Liebe (bis in den Tod hinein) wirkt" (Gal 5, 6) und dessen Glaube und Liebe wir nachahmen sollen, um ebenfalls zu Gott „erhöht" zu werden“, so Bbr. Laudage.

Eine Veranschaulichung der Motive der „Herrlichkeit", der „Verherrlichung", des „Sitzens" (Thronens) und der „Rechten Gottes" brachten Beispiele aus der christlichen Ikonographie: Ottonische Prachtevangeliare oder Mosaiken aus Ravenna zeigten die bildliche Umsetzung der Begriffe und ihrer Bedeutungen. Weitere Illustrationen zeigten Christus in der „Mandorla" als Bild für die „heilige Seite" Gottes. Auch verwies Laudage auf das Sitzbild der Goldmadonna aus dem Essener Münster, die, nach dem Vorbild des Thrones Salomos mit Gold überzogen, ihrem Sohne als „Thron" dient. Die theologisch sehr dichte Erläuterung des Bildes von der „Weizenähre" als „Sitz" bzw. „Thron" der zum Sterben und Fruchtbringen bestimmten Weizenkörner, vom „Thronen Gottes und des Lammes" (Apk) bezog er auf die „Majestas Domini", die Gott/Christus auf der Erde und dem Regenbogen als Zeichen seines Bundes mit den Menschen thronend zeigt. 

Bild rechts: Kirchen-Fresko Südtirol: Primo Maestro di San Giovanni in Villa: "Maiestas Domini".

Mystik, Identität und eine lebhafte Diskussion 

Tief in die Mystik führten schließlich die Erläuterungen des Vortragenden zur „Rechten Gottes“ - ein Ansatzpunkt für eine ganze Reihe von Fragen in der Diskussion, die insbesondere die Themen von „Person“, „Identität“, „Verwirklichung“ des Menschen und seine Begegnung mit Gott betrafen. Der Mensch sei nur aus der Identifizierung mit seinem Schöpfer und Erlöser wirklich zu begreifen, betonte Bbr. Laudage. Der aus der aufklärerischer Tradition stammenden Rede von der „Selbstverwirklichung“ einer „autonomen Person“ erteilte er eine klare Absage. Vom großen „Geheimnis des Glaubens“ zeuge der Begriff vom in sich dreifaltigen Gott selbst: Dies sei Ausdruck für sein im tiefsten auf Begegnung und Liebe, Austausch und Kommunikation/Dialog angelegtes Wesen. Der im Glauben in dieses Geheimnis hineingenommene Mensch erfahre aus dieser Wesenheit seines Schöpfers und aus einer lebendigen Beziehung mit ihm seine eigentliche Berufung und Bestimmung. Freilich bleibe, so Laudage, die seit Beginn des Christentums bestehende Spannung zwischen dem Erbe der griechischen Philosophie und der Offenbarung, die sich schwer auflösen lasse.

Bild oben: Mosaik aus Sant' Apollinare Nuovo (Ravenna), V sec.: la cena, Bild rechts: Christus Pantokrator, Mosaik

Heute, so weitere Redebeiträge und Diskussionspunkte, ließen sich Aspekte und Zusammenhänge dieser komplexen Materie nur noch sehr schwer praktisch vermitteln. Mit Blick auf den schulischen Unterricht und die Weitergabe des Glaubens in Familie und Gemeinde müsse vor allem zunächst der Erziehung zur „Bildfähigkeit“ der Heranwachsenden neue Bedeutung zukommen. Viele dieses Glaubensgeheimnis versinnbildlichende Motive in Kunst und der Liturgie selbst seien für immer mehr Menschen kaum noch zu entschlüsseln und verlören zunehmend ihre eigentliche Bedeutung. Eine Anfrage auch an die Kirche, so kritische Anmerkungen aus der unitarischen Runde: Sie schrecke in der Auslegung der Schrift oft vor wesentlichen Themen zurück oder tue sich mit ihrer Deutung und in der Sprache schwer. Eine Herausforderung aber auch für jeden um seinen Glauben ringenden Christen, der in der Welt sein Zeugnis in Wort und Tat abzulegen habe. Bbr. Dr. Otto Hermans erinnerte nicht zuletzt nachdrücklich an Karl Rahners Aussage, dass die Kirche der Zukunft eine mystische sein müsse ... - eine Veranstaltung mit vielen Aspekten und Anknüpfungspunkten für weitere Diskussionen, wie der Zirkelvorsitzende Bbr. Martin Gewiese anmerkte.

 

6. Juni
Heute ist „Norbert“ …

… Grund genug, einen Glück- und Segenswunsch an gleich mehrere Norberts zu richten: Der weiteste Gruß ging nach Chicago zu Bbr. Norbert Claas, der mit seiner Frau bald anlässlich der taufe von Tochter Victoria zurück nach Bochum-Linden kommen wird. Unser Vikar an St. Dionysius, Bbr. Norbert Linden, ist ebenso auf den Namen des Ordensgründers der Prämonstratenser Norbert von Xanten getauft wie Bbr. Norbert Breiderhoff, der zur Nacht die Glückwünsche der Aktiven auf dem Borbecker Marktplatz entgegennahm. Bbr. P. Norbert Riebartsch von den Kamillianern in Essen-Heidhausen, der ehemalige Geistliche Verbandsbeirat der UNITAS und „Bundespater“, ist als Klinikseelsorger an der Universitätsklinik in Freiburg jetzt auch in unseren Verteiler aufgenommen.

 

 

5. Juni 2007
Nix geht verloren …

… und irgendwann taucht alles wieder auf. Fast alles. Jedenfalls gab es am Abend ein großes Grinsen, als sich auf dem Parkplatz am "Feldschlößchen" ein arg ramponierter alter Koffer öffnete. Bbr. Bernd Genser v/o Rabbi hatte am Sonntag einen weiteren Alt-Internationalen aus Wiederbegründungszeiten besucht und das Behältnis dort abgeholt: Bbr. Christian Lammert v/o Lemmi  in Holzwickede hortete seit 1996 den bereits an der Seite aufgeplatzten antik-schwarzen Behälter mit wertvollen Devotionalien. Auf dem Dachboden seiner Eltern verstaut, bewahrte er Andenken an recht aktive Anfangszeiten der Ruhrania im Ruhrgebiet.

Im Koffer - ein noch mit Nadeldrucker hergestellter eingeklebter Zettel "Vollwichs des W.K.St.V. UNITAS-Ruhr" verzeichnet den ursprünglichen Inhalt - fand sich die Grundausstattung der Wiederbegründungsjahre: Drei königsblaue Samtjacken, etwas verknubbelt, aber wie drei blau-weiß-goldene Schärpen schon kurz vor der Reinigung, ebenso drei weiße Hosen, vier Fiege-Pils-Bierkrüge der Bochumer Maiabendgesellschaft vom 609. Maiabendfest 1997 unter Junggesellenhauptmann Oliver Stang. Zudem tauchten neben einigem Trauerflor auch zwei von drei vermissten Cerevisen mit dem gestickten Zirkel der UNITAS Liudger wieder auf. 

Das erste Gästebuch und unitarische Seidenkrawatten

Ein besonderer Fund: Das erste Gästebuch der Ruhrania, die damals noch als „UNITAS Ruhr“ firmierte (Bilder oben, mit dem ersten Zirkelwappen). Beginnend im Wintersemester 1990/91 mit dem Wiederbegründungskommers im Bochumer Stadtgarten, dessen aus vielen Städten damals angereisten Gäste dort verzeichnet sind, erscheinen dort klingende Namen noch heute aktiver und bereits verstorbener Mitglieder - etwa die Unterschriften des ehemaligen Ehrenseniors Bbr. Norbert Klinke v/o Junker Tobias oder die des vormaligen Bochumer Zirkelvorsitzenden Dr. Benno Eichholz. Relativ lückenlos bis 1995, lässt sich nach dem Buch der Vereinsbetrieb nun noch besser dokumentieren. Besonders ins Auge fallen die phantasievollen künstlerischen Eintragungen des damaligen Seniors, Helmut Wiechmann v/o Don Camillo. Und vom ihm stammen auch die nicht weniger ambitionierten Unikate dreier Seidenkrawatten, die mit unitarischen Farben und Zirkel ausgestattet sind - nicht mal bei Dior oder Gucci lassen sich solche Teile bekommen. Langsam kommt also alles wieder zusammen - und es ist gut, dass auf dem Haus bald adäquater Stau- und Schauraum für diese kostbaren Erinnerungen zur Verfügung steht.

 

 

 

5. Juni 2007
Wieder mal ...

... deutlich über 1.000 Klicks / Monat auf der Seite - Steigerungen scheinen immer noch möglich. Denn noch sind vier Wochen seit dem 11. Mai nicht ganz vergangen, als der Counter fast 10.500 Besucher gezählt hatte.