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21.
Juli: Klausurtagung am Samstag
Anmeldungen sind erbeten an Consenior Daniel Muschellik (mobil: 0177-77 88 180). Der Senior ist zu erreichen unter Tel. 0171-8448264.
17.
Juli:
Ebenfalls nicht nur als „Museum“, sondern auch als Begegnungszentrum sieht sich Stocks Elternhaus in der heutigen Franz-Stock-Straße. Hier empfing Pfarrer i.R. Leo Reiners die UNITAS-Gruppe. Inmitten der bretonischen Möbel, der Bücher und Bilder von Franz Stock aus seiner Wohnung in Paris, die nach seinem Tod hierher kamen, ließ Pfarrer Reiners die unmittelbare Nähe des hier als Kind aufgewachsenen Priesters spüren, der inmitten von Tod und Unrecht in jedem Häftling Christus selbst sah. Nach dem Tod der Eltern und dem Tod von Franz Stock hatte in diesem Haus dessen Schwester Franziska mit ihrem Mann Pierre Savi, Kunstmaler und Referent der Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Bonn, gewohnt. Seine jüngste Schwester Theresia übertrug das Haus vor genau 10 Jahren der Kirche als Stiftung. Heute ist hier auch das Archiv mit Briefen, Fotos und Dokumenten sowie das Atelier seines Schwagers Pierre Savi untergebracht. Anfang September wird es aus Anlass der Stiftungsgründung einen besonderen Gedenktag mit dem Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in der Heimatgemeinde von Franz-Stock geben. Von Franz Stock habe er schon in frühen Jahren viel gehört, bekannte Pfarrer Reiners, der hier 34 Jahre als Seelsorger wirkte: „Doch ich war stolz, als ich als Pfarrer nach Neheim geschickt wurde, in die Gemeinde, in der Franz Stock groß geworden ist!“ Dass sein eigener Vater auch Unitarier war, verschwieg Pfarrer Reiners ebenfalls nicht und alle Besucher trugen sich an Franz Stocks eigenem Schreibtisch gerne in das Gästebuch ein.
Mehr
als nur eine Ergänzung erfuhr dieser Besuch nach dem gemeinsamen
Mittagessen im Marienhospital in Soest durch die Führung von Barbara
Köster
in der ehemaligen Wehrmachtskaserne
am Meiningser Weg. In ihr war
1940 das OfLag VI A,
eines von 15 Lagern für französische kriegsgefangene Offiziere in
Deutschland eingerichtet. Das heute aufgelassene und verfallen wirkende
Areal, das später auch Flüchtlinge aus Schlesien aufnahm und bis 1994
als Belgische Kaserne diente, vermittelt noch heute etwas von der Trost-
und Hoffnungslosigkeit, der sich die hier einst Gefangenen ausgesetzt
sahen. In den für 800 Menschen gebauten Kasernenblöcken waren zunächst
1.400, zuletzt 5.000 Gefangene eingepfercht. Bis zu fünf Jahren
verbrachten sie hier streng bewacht hinter Stacheldraht, die sie
versuchten, durch ein intensives kulturelles und auch religiöses Leben zu
füllen. Davon zeugen bis heute die Ausstellungsstücke, die ein reger Förderverein
hier seit gut 10 Jahren zusammengetragen hat, vor allem aber auch die von
den Kriegsgefangenen selbst ausgestattete, einzigartige Kapelle, die ein
beeindruckendes Bildprogramm zeigt.
Ausgestaltet
wurde sie vor allem durch den berühmten Architekten, Landschaftsmaler und
Lithographen Guillaume Gillet, Gefangener dort von 1940–1945. Mit vielen neuen Eindrücken sammelten sich die Fahrt der Teilnehmer wieder in Soest, wanderten durch die Altstadt mit ihren Kirchen und probierten zum Ausklang des Tages die Eisspezialitäten im Park an einer historischen Mühle. Ihr Fazit „Eine sehr bereichernde Fahrt!“ gab sie mit großem Applaus an den Organisator der Fahrt weiter. Kontakt: Franz-Stock-Komitee für Deutschland, Hauptstr. 11, 59755 Arnsberg, Tel. 02932/22050, info@franz-stock.de, Internet: www.franz-stock.de. „Geschichtswerkstatt Französische Kapelle e.V.“, Frau Barbara Köster, Detmolder Str. 12, 59494 Soest, Tel. 02921/77555, Email: ABPKoester @ t-online.de.
INTERNET.
Schön isser ja, der Krug,
der da aktuell bei EBAY angeboten wird: Wieder mal ein klassischer
Toneimer mit handgemaltem Wappen und Zinndeckel. Die gravierte Aufschrift:
„Ihrem verehrten Vorsitzenden zum 60. Geburtstag vom Unitas
Altherrenzirkel Dortmund.“ Eine unitarische Devotionalie also. Und wie es
sich für Unitaria gehört – zu einem ziemlich stolzen Preis. Denn der
wohl im Münsterland ansässige Verkäufer („UNITAS-KRUG, TOP-Zustand,
keine Rücknahme, Minderung, Garantie, Gewährleistung etc., da
Privatverkauf, Tausch gegen gleichwertigen Krug etc der AV Arminia Münster
im CV möglich ...“) freut sich sicher über den derzeitigen
Auktionsstand. Der Startpreis: satte 590 Euro. Der Preis zum Sofortkauf:
600 Euro.
Schade also, denn wer soviel übrig hätte, dass er sofort zuschlagen könnte, der trägt wahrscheinlich auch Gucchi zur Rolex. Oder lebt aus Sparsamkeit von Wasser und Brot und hat jahrelang dafür zurückgelegt. Allerdings ist das Gefäß durchaus ein Hingucker: Das traditionell gestaltete Wappen trägt einen vierfach geteilten Schild mit einer seltenen Motivkombination.
Noch ist nicht geklärt, wer da wann 60 wurde – auf jeden Fall nach der Gründung von Nordrhein-Westfalen. Und wie dieses garantiert einzigartige Stück in „fremde Hände“ kam. Oder sind es keine fremden Hände? Und gäbe es einen gleichwertigen Krug der Arminia aus Münster überhaupt? Wir werden also zusehen, wie das Teil bald wieder langsam, aber sicher aus der Liste der Studentika verschwinden wird. Das Angebot endete am Freitag, 13. Juli, um kurz nach 20 Uhr ..... NACHTRAG:
10.
Juli:
BORBECK. Ziemlich preisverdächtige Fotos - einige Beispiele oben - gab es am Dienstagabend von den Kapverdischen Inseln auf halber Strecke zwischen Afrika und Brasilien zu sehen. Bbr. Bernd Genser berichtete im UNITAS-Haus von einer 10-tägigen Wanderung auf der von zehn Felseneilanden im Atlantik gebildete Inselgruppe. Ohne Zweifel eine anstrengende Tour, wie den Bildern anzumerken war - getreu der Devise "Nur wo Du zu Fuß warst, warst Du wirklich". Aber zugleich ein grandioser Einblick in eine Welt, die erst seit dem Beginn des 15. Jahrhundert besiedelt ist und seitdem als Stützpunkt zwischen den Kontinenten dient.
Trockenbauer
sind erstmal durch Dem Vortrag vorausgegangen war eine beängstigende Kletterpartie von Bernd und CB auf dem Gerüst (Bilder unten links), die ganz neue Perspektiven auf die Arbeit der Dachdecker und die Umgebung eröffnete. Währenddessen haben am folgenden Tag die Trockenbauer nun ihre letzten Handgriffe in den beiden Obergeschossen getan: Sie sind damit erst mal durch, letzte Flächen sind dicht und zum Anstrich vorbereitet, der Fliesenleger könnte starten. (Bilder rechts unten)
Exkursion
nach Neheim-Hüsten am 17. Juli 2007
8:30
Uhr Abfahrt (Mitfahrgelegenheiten, Treffpunkte werden noch besprochen) 10:00
Uhr Führung durch die Franz-Stock-Ausstellung im Fresekenhof;
Besichtigung des Elternhauses (Herr Horst Leise) 12:00-12.30
Uhr Abfahrt nach Soest (Fahrtdauer ca. 20 Min.); Mittagessen im
Mariengarten in der Vidumgasse (Marienhospital); Beschreibung: gutes
Essen, schnelle Bedienung, unterpreisig, man kann lange sitzen ;) ; gegenüber
ist der Parkplatz Osthofentor, viel Platz, kostenlos; andere Möglichkeiten:
Zum wilden Mann, Brauerei Christ ca.
14:30 Uhr Fahrt zur französischen Kapelle Meiningser Weg 20, (Fahrtdauer
ca. 10 Minuten), Führung durch Frau Barbara Köster, die uns am
Osthofentor abholt, Dauer der Führung ca. anderthalb Stunden. Die Kapelle
liegt im 4.Stockwerk und ist nur über ein Treppenhaus zu erreichen. Anschließend
a) Kaffeestunde, Heimfahrt, b) nach Wunsch noch Stadtführung Routenplan:
a) Essen / Innenstadt durch Dortmund (A 40, B 1, A 44) nach Neheim: 78,3
km, 1:04 h, b) unter Umfahrung von Dtmd. (A 40, A 43, A 44, A 1, A 44):
86,9 km, 0:56 h, c) A 40 ab AK Dortmund/Unna A 44 Richtung Kassel, bei AK
Werl (54)(60) auf A 445, A 445 wird dann A 46, Ausfahrt Arnsberg-Neheim
(62) unter der Autobahn her, Ampel rechts. Adresse: Fresekenhof am Fresekenplatz oder Gransauplatz (wenige Minuten von der Autobahn); Parkmöglichkeiten
10.
Juli:
Auf der ursprünglichen Inselwelt mit
nahezu 350 Sonnentagen im Jahr entwickelte sich aus portugiesischen
Eroberern, Seefahrern aller Nationen, afrikanischen Sklaven und politisch
Verfolgten seit dem 15. Jh. eine facettenreiche und gastfreundliche
Kulturgemeinschaft – die kaboverdischen Kreolen, mit eigener
Sprache und betörender Musik. Die Natur bietet hier ein einzigartiges
Panorama aller Klimazonen: Wüsten und schroffe Gebirge formen eine
grandiose Landschaft, von ausgedörrten Küstenstreifen bis hin zu üppig
grünen Steilhängen. Eine vom Terrassenfeldbau geprägte, majestätisch
anmutenden Bergwelt mit tief eingeschnittenen Tälern findet sich hier
ebenso wie traumhafte Strände, Zuckerrohr-, Kaffee-, und Maniokplantagen
mit tropischem Südseeflair. Die
Wissenschaftliche Sitzung beginnt am Dienstag, 10. Juli, um 19.30 Uhr auf
dem UNITAS-Haus, Flurstraße 67, in Essen-Borbeck
7.
Juli 2007
BORBECK. Auch während der kurzfristig ausgesetzten Berichterstattung ging in den letzten zwei Wochen die Bauerei im UNITAS-Zentrum an der Flurstraße weiter: Wieder ist einiges zu vermelden, denn die Rohbauer, Heizungsinstallateure, Verputzer und Trockenbauer sind dem Finish ein ganzes Stück entgegengekommen, wie eine Besichtigung am Samstagabend zeigte. Vor allem der Veranstaltungsraum im Dach macht "richtig was her" .... MEHR ...
RUHRANEN-Programm
im Juli
Am
17. Juli: ESSEN.
Bis Juli bittet Bbr. Martin Gewiese, Vorsitzender des Essener
UNITAS-Zirkels, um Anmeldung für die am Dienstag, 17. Juli, geplante
Fahrt nach Neheim-Hüsten. Ziel ist das dortige Franz-Stock-Museum: Die
Dauerausstellung im Neheimer Fresekenhof stellt das Wirken von Abbé Stock
vor. Die Ausstellung zeigt auch die Auswirkungen seines Lebens und Wirkens
auf die Deutsch-Französische Verständigung.
1904
in Neheim als erstes von neun Kindern einer Arbeiterfamilie geboren,
schloss sich Franz Stock bereits in seiner Schulzeit dem Bund
Neudeutschland und später der Quickbornbewegung an. 1926 nahm er
das Studium der Theologie in Paderborn auf. Ostern 1928 ging er für drei
Semester nach Paris und studierte am Institut Catholique – als der erste
deutsche Theologiestudent in Frankreich seit dem Mittelalter. Am 12. März
1932 wurde Franz Stock durch den Paderborner Erzbischof Dr. Caspar Klein
zum Priester geweiht. 1934 trat Franz Stock in Paris seine Stelle als
Rektor der deutschen Gemeinde an - bald kam die Hilfe für politische Flüchtlinge
aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei hinzu. Kurz vor
Ausbruch des Krieges musste er Paris verlassen, übernahm Vertreterstellen
in Dortmund-Bodelschwingh und dann in der Nähe von Magdeburg. 1940 erneut
zum Seelsorger der Deutschen in Paris ernannt, begann er mit seiner Tätigkeit
in den Pariser Wehrmachtsgefängnissen Fresnes, La Santé und Cherche
Midi, wo er die Häftlinge in den Gefängnissen betreute und über 2.000
Erschießungen beiwohnen musste. Franzosen gaben Franz Stock die
Bezeichnung „L'Aumônier de l'enfer“ („Der Seelsorger der Hölle“)
und „L'Archange en enfer“ („Der Erzengel in der Hölle“). 1945
nahm er eine neue Aufgabe an: die Gründung eines Priesterseminars im
Gefangenenlager Dépôt 501 bei Chartres, das er bis 1947 als Regens
leitete. Es ging in die Geschichte unter der Bezeichnung
„Stacheldrahtseminar“ ein. Insgesamt 949 Dozenten, Priester, Brüder
und Seminaristen aus Deutschland und Österreich waren im Verlauf der zwei
Jahre dort. Am 24. Februar 1948 starb Abbé Franz Stock plötzlich, noch
keine 44 Jahre alt, in Paris. Nuntius Roncalli, der spätere Papst
Johannes XXIII., nahm die Einsegnung des Toten vor und sagte dabei: „Abbé
Franz Stock - das ist kein Name - das ist ein Programm!“ Im Jahr
1980 beantragten die katholischen Bischöfe die Seligsprechung Stocks. Das
Verfahren ist bislang noch nicht abgeschlossen.
Die
Anreise nach Neheim erfolgt am 17. Juli am besten gegen 8.30 Uhr.
Mitnahmemöglichkeiten und die evtl. Bestellung eines Sammeltaxis können
vorab abgesprochen werden. Die Führung mit Herrn Leise vom
Franz-Stock-Komitee in Arnsberg im Fresekenhof, Burgstraße 43, beginnt um
10.00 Uhr. Anschließend wird es eine kurze Fahrt zum Mittagessen –
wahrscheinlich nach Soest – geben. Für den Nachmittag ist eine Führung
durch ein ehemaliges Gefangenenlager für französische Offiziere in Soest
vorgesehen. Auch hier werden Mitglieder des Franz-Stock-Komitees eine Führung
machen. Zum Ausklang wird es vor der Heimfahrt ein Kaffeetrinken
geben. Anmeldung
an Martin Gewiese, Tel. 0201 / 40 38 33, E-Mail: m.gewiese@gmx.de. Adressen:
Franz-Stock-Komitee
für Deutschland, Hauptstr.
11, 59755 Arnsberg, Tel. 02932-22050, info@franz-stock.de, Internet: www.franz-stock.de. Das
Franz-Stock-Komitee für Deutschland hat sich 1964 in der Heimatstadt
Franz Stocks gebildet, um die vielfältigen Bestrebungen, die sich mit der
Person und dem Werk des verstorbenen Gefangenenpriesters verbinden, zu bündeln.
Es werden Dokumentationen, Ausstellungen und Veranstaltungen, die Verständnis
für das Werk und die Person Franz Stocks erhalten, wecken oder fördern,
organisiert und vermittelt. Durch Jugendaustausch, kulturellen Austausch,
Übernahme und Vermittlung von Patenschaften, Kontakte, insbesondere mit
Frankreich, dient es der Völkerverständigung. Weitere
Franz-Stock-Vereinigungen haben ihren Sitz in Paris und Chartres.
25. Juni: Helmut
Führer wurde am 19. September 1926 in Ibbenbüren geboren. Als sein Vater
1936 zum Oberregierungsrat in Naumburg an der Saale befördert wurde,
besuchte er dort die Katholische Volksschule und anschließend bis zur
Einberufung als Luftwaffenhelfer im Februar 1943 das humanistische
Domgymnasium in Naumburg. Mit der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst im März
1944 wurde ihm mit der Entlassung aus der 7. Klasse des Gymnasiums der
Reifevermerk zuerkannt. Nach
der Kapitulation 1945 war Herr Führer vom Wintersemester 1945/46 bis zum
Sommersemester 1947 an der Universität in Jena immatrikuliert und
studierte Physik, reine und angewandte Mathematik, sowie Chemie und
Geographie. Da er wegen des Krieges nur einen Reifevermerk besaß, musste
er eine Ergänzungsprüfung am Endes des ersten Semesters in den Schulfächern
ablegen und erhielt am 19. März 1946 das Zeugnis der Reife. Im
Sommer 1947 wechselte Helmut Führer von Jena nach Münster, um dort sein
Studium fortzusetzen. Um die Voraussetzungen für die Zulassung zu erfüllen,
musste er im Winter 1947/48 im Bautrupp der Universität Dienst tun. Vom
Sommersemester 1948 konnte er dann endlich sein Studium in reiner und
angewandter Mathematik und Physik fortsetzen und im März 1952 vor dem
wissenschaftlichen Prüfungsamt in Münster mit dem ersten Staatsexamen für
das Lehramt an höheren Schulen erfolgreich abschließen. Seinen
Vorbereitungsdienst leistete er im ersten Jahr am Gymnasium Dionysianum in
Rheine ab und wechselte dann zum Studienseminar II in Münster. Nach dem
zweiten Staatsexamen wurde er an das Gymnasium Paulinum versetzt, an dem
er Mathematik und Physik bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990
unterrichtete. Seine besondere Liebe galt dort besonders der Astronomie,
die er mit großem Engagement am Paulinum von 1959 an aufgebaut hat. Und
es gelang ihm immer wieder, mit seinen astronomischen Untersuchungen die
Schüler zu faszinieren und zu eigenen Experimenten anzuregen. Sein besonderer Verdienst ist es, am altsprachlichen Paulinum mit seinen klassisch-humanistischen Bildungsgängen den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern einen ebenbürtigen Stand zu verschaffen. Aus heutiger sicht ist das eine Selbstverständlichkeit, für die damalige Zeit aber eine große Leistung. Pädagoge
mit Leib und Seele am Paulinum in Münster Helmut
Führer war im wahrsten Sinne des Wortes ein Pädagoge, der mit Leib und
Seele hinter dem Stand, was er lehrte. Mit Geschick hat er den Schülern
vor allem das Auffinden mathematischer Vorgehensweisen und Methoden nahe
gebracht. Seine größte Stärke war das, was in den
naturwissenschaftlichen Fächern besonders schwierig und wichtig ist: Er
konnte so erklären, dass jeder es nachhaltig verstehen konnte. Deshalb
sind viele Schülergenerationen noch heute dankbar für den Unterricht,
den sie bei Herrn Führer erleben durften. 1964
wurde er in das Wissenschaftliche Prüfungsamt für das Lehramt an
Gymnasien berufen. Ein Jahr später erfolgte die Beförderung zum
Oberstudienrat. Neben
seinem Unterricht bildete Helmut Führer von 1966 an als Fachleiter für
Mathematik am Studienseminar in Münster bis zu seiner Pensionierung
Generationen von jungen Mathematiklehrern aus. 1970
erfolgte die Ernennung zum Studiendirektor als Fachleiter am
Bezirksseminar in Münster. In den nachfolgenden Jahren hat Helmut Führer
in vielen Kursen Altphilologen auf die Erweiterungsprüfung im Fach
Mathematik für das Lehramt am Gymnasium erfolgreich vorbereitet und damit
einen damals wichtigen Beitrag zur Behebung des extremen Lehrermangels in
Mathematik am Gymnasium geleistet.
Als
im Jahre 1981 die Aktivitas der Ruhrania sich auflöste, blieb aber der
Altherrenverein der Unitas Ruhrania mit einem neuen Vorstand bestehen.
Helmut Führer übernahm damals das Amt des Schriftführers und war maßgeblich
bei der Wiederbegründung der Aktivitas im Ruhrgebiet
im Jahre 1991 beteiligt. Er
gehörte zu den maßgeblichen Befürwortern und konnte sich gegen
kritische Stimmen erfolgreich durchsetzen. Sein aus solider Sachkenntnis
und eine aus Weitsicht geprägten Einschätzung und seine stets noble
Haltung profilierten ihn zu einem glaubwürdigen und überzeugenden
Ruhranen. Von ihm stammt auch die Geschichte der UNITAS Ruhrania zwischen den Jahren 1950-1990.
In den letzten Jahren konnte er
leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv an den
Veranstaltungen teilnehmen. In
seinen letzten Lebensjahren und vor allem letzten Monaten galt sein
besonderes Interesse der astronomischen Domuhr im Paulus Dom zu Münster.
Sein Anliegen war es, eine neue Schrift über diese geniale astronomische
Domuhr zu verfassen, die die Besonderheiten mit den gegenläufigen Umläufen
endlich richtig erklärt und für jeden verständlich macht. Leider blieb
dieses Werk unvollendet. Bbr. Helmut Führer ist am 25.06.07 in Münster auf dem Zentralfriedhof beerdigt worden. Viele Bundesbrüder und eine große Zahl von Ruhranen haben ihm das letzte Geleit gegeben.
22.
Juni 2007 Fast.
Jedenfalls ist von den Innenputz-Leuten alles jetzt durchgezogen, was das erste
und zweite Stockwerk betrifft. Im Erdgeschoss fehlen noch die beiden großen Räume
der Gastronomie. „Sonst wäre es dann soweit fertig ...“ – das war
jedenfalls ein launiger Gedanke beim Besuch heute morgen auf dem Haus.
BONN/NRW. „Ich studiere katholische Theologie, wollte es zumindest immer schon. Ich habe ich eine Deutschlandtour gemacht, hab mir Bonn angeschaut, mich für Bonn auch entschieden und bin dann über das Internet an die UNITAS gekommen. Und dann wollte ich nicht mehr weg.“
So begann heute
morgen ein Radiobeitrag in der kirchlichen Sendereihe „Augenblick
mal“, mit dem im nordrhein-westfälischen Privatfunk landesweit die
UNITAS vorgestellt wurde. Gesprächspartner zur besten Sendezeit in der
„Primetime“ zwischen 6 und 9 Uhrauf 46 Lokalsendern war Bbr.
Matthias Schulz, im Sommer- und Jubelsemester amtierender Senior der
UNITAS-Salia in Bonn. UNITAS: Super-Synergien Hintergrund
für den von Bbr. Christof Beckmann verfassten Beitrag war das gerade
gefeierte 160.Stiftungsfest des von Studenten aus dem Ruhrgebiet gegründeten
ersten UNITAS-Vereins. Die Salia hatte das unter anderem mit einem Festkommers im
Rittersaal der Godesburg in Bad Godesberg gefeiert. Matthias Schulz, gebürtig
aus Geesthacht im Speckgürtel von Hamburg, hatte kräftig mitgefeiert und
berichtete im Radio von seinen ersten Erfahrungen: „Die Leute waren gut,
die Sache war gut, wir hatten ein soziales Projekt auf die Beine gestellt,
eine super Synergie die sich ergeben hat. Und die Leute möchte ich auch
nicht mehr missen“, erklärte er am Morgen einem Millionenpublikum.
Christliche Grundsätze, so der Bericht, seien für die UNITAS selbstverständlich,
katholisch sei der Verband bis heute geblieben und scheine noch immer noch
zu überzeugen: Gerade habe die UNITAS-Salia in Bonn einen Pokal für die
beste Nachwuchsarbeit im Verband geholt, 13 neue Studenten für die Sache
begeistert und damit zum Beispiel die UNITAS in Münster oder Aachen knapp
hinter sich gelassen. Nach 160 Jahren im Auf und Ab der deutschen
Geschichte wolle die UNITAS eine Gemeinschaft sein, in der der Glaube an
Jesus Christus lebendig ist: „Die Tradition, unsere Grundprinzipien
Tugend, Freundschaft und Wissenschaft sind immer aktuell“, so
Salia-Senior Matthias Schulz. HINWEIS:
20.
Juni 2007
Denn
am Dienstag dieser Woche war die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt
Düsseldorf Ziel der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände.
In ihrem AGV-Dialogprogramm setzten sie dort ihre Reihe ihrer
diesjährigen Treffen fort: Gesprächspartner war dort unter anderem
Bundesbruder Bankdirektor Dipl.-Kfm. Winfried Hinzen, geschäftsführendes
Vorstandsmitglied der Pax-Bank in Köln, der u.a. auch neue Pläne der
kirchlichen Bank im akademischen Bereich vorstellte, wie Sebastian
berichtete. „Sie sollten auf jeden Fall von uns intensiv weiter verfolgt
werden“, erklärte der vor einigen Wochen gewählte AGV-Pressesprecher.
Für die Ruhrania regte er einen Besuch in der Essener Filiale im
kommenden Semester an. Die
Studentenvertreter trafen zudem mit Armin Laschet (CV), dem NRW-Minister für
Familien, Senioren und Integration zusammen sowie mit Ruhrbischof Dr.
Felix Genn. Während der Minister die vielfältigen Aktivitäten der
Landesregierung in hohen Tönen
gelobt habe, sei das Zusammentreffen mit Bischof Genn besonders gut
angekommen: Obwohl er Lebendige
Debatte Diese
Berichte ergänzten weitere Erfahrungen und Erlebnisse in der anschließenden
Diskussion im Kolpingraum in Borbeck-Mitte. Mit Blick auf die aktuellen
Ereignisse um die geplante Kölner Zentralmoschee und aus dem Schulalltag
wurde der Austausch zu den angestoßenen Fragen zu einer lebendigen
Debatte. Insbesondere Bbr. Michael und Birgitta Schneider trugen viele
Beobachtungen aus dem Pädagogenalltag bei. Erst gegen Mitternacht endete
dieser flexibel und gewinnbringend gestaltete Abend. Ihm ging war eine gemeinsame Besichtigung der Baustelle an der Flurstraße vorausgegangen. Vorsichtig tappsten die Gäste durch die noch immer putz- und gipsverschmierten Räume. Für die weiteren Veranstaltungen wird wohl auch weitere Flexibilität gefragt sein. Insbesondere zu dem Besuchswochenende soll den Bonner Bundesbrüdern viel geboten werden – obwohl das Haus immer noch nicht dafür zur Verfügung stehen kann.
Am
19. Juni: Zuletzt
hatten wir mit Heinrich Loosen von der Studentischen Verbindung Frisia
Breslau zu Essen im Schwarzburgbund (SB) am 8. November einen munteren
„faustischen“ Abend erlebt. Damals hatte er bei einer gemeinsamen
Veranstaltung mit dem UNITAS-Zirkel Essen über Johann Wolfgang Goethes
Prolog zu „Faust – Erster Teil“ gesprochen und Verse des Altmeisters
vorgestellt.
15./16.
Juni Grund für die Tour an die Ruhr war die Diakonenweihe eines Bundesbruders in Herne: Am Samstag 16. Juni, wurde unser lb. Bbr. Tobias Spittmann (UNITAS Würzburg, im Bild links) in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Herne-Sodingen durch Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum Diakon im Erzbistum Paderborn geweiht. Auch der Hohe Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll und die Chargen der UNITAS Hetania waren zugegen. Tobias stammt aus der Kirchengemeinde St. Walburga in Werl (Westfalen), war als Schüler des Neusser Marianums bei UNITAS Ripuaria Neuss rezipiert worden und dann während der zweiten Hälfte seines Theologiestudiums bei UNITAS Hetania aktiv. Als Diakon wird er im Pastoralverbund Herne-Mitte eingesetzt. Auch von der Ruhrania gelten ihm die herzlichsten Glückwünsche und Gottes Segen!
Am
14. Juni:
Der sportbegeisterte Weltenbummler, der seine Fähigkeiten auf dem Zweirad zuletzt mit Mitgliedern der Gemeinden St. Ludgerus Essen-Werden und "Dio" in Borbeck bei einer Fahrradwallfahrt über mehrere Stationen am Niederrhein unter Beweis stellte, ist derzeit in der Einsamkeit des hohen Nordens unterwegs. Man mutmaßt, dass er bei seiner derzeitigen Fahrradtour durch Schweden 1000 Kilometer voll machen will! Auf jeden Fall sind seine Überlegungen vor den Ferien und dem für viele bald plötzlich und unerwartet „ausbrechenden“ Urlaub sehr lesens- und bedenkenswert!
Jugendzentrum
in Venezuela feierlich eingeweiht
Wie
Bbr. Lopez Casanava berichtet, wurde die Einweihung „unseres“
Jugendzentrums zu einem großen und feierlichen Ereignis: Padre Pascual
Chavez Villanueva SDB, römischer Generaloberer der Salesianer weltweit,
segnete höchstpersönlich die neue Multifunktionshalle. Sie trägt in
Zukunft den Namen "Casa UNITAS" und ist ein wichtiger Beitrag für
die Jugendarbeit des Ordens inmitten lebensgefährlicher Zustände in den
Armenvierteln der venezolanischen Hauptstadt. Viele Erlebnisse machten dem
Vertreter unseres Verbandes in dem lateinamerikanischen Land den großen Umbruch
deutlich, in dem sich das ölreiche Venezuela derzeit befindet. Bei den
Patres selbst feierte er an jedem Morgen die Messe mit, erlebte Straßenkinder
und Alltagsszenen, Neue
Chancen
Für die 2001 gegründete, zwischenzeitlich 19
Mitglieder zählende und wohl aus politischen Gründen wieder eingeschlafene „UNITAS Don Bosco“
in der Hauptstadt des Landes scheinen sich mittlerweile neue Möglichkeiten
abzuzeichnen. Das Potenzial sei da, man müsse es nur richtig ausschöpfen,
so die Meinung der Salesianer, die am Ort universitäre Einrichtungen
betreiben. Ein direkter Kontakt durch einen Elektrotechnikstudenten sei an
die Uni bereits angebahnt. „Nicht zuletzt“, schreibt Christian,
„eine UNITAS in Venezuela kann etwas bewirken, was aus deutscher Sicht
kaum vorstellbar ist. Sie kann jungen Menschen eine Sicherheit vor möglichen
staatlichen Repressalien geben. Ein Grund mehr, an der Sache dranzubleiben
und den neuen Schwung zu nutzen! Tatsächlich wollen also die Salesianer
selbst aktiv werden und damit auch ihre Dankbarkeit zeigen.“ Christians
Appell an alle Bundesbrüder: „Bundesgeschwister, die mit dem Gedanken
spielen, einen Spanischkurs in Venezuela zu belegen oder eine
Praktikumsstelle dort bekommen, mögen sich bitte an mich (christian.lopez@gmx.de)
oder Christof Beckmann wenden, damit wir alles weitere organisieren können.
Wir müssen die UNITAS in Venezuela unterstützen! Was läge da nicht näher,
als einen Austausch wie in vergangen Zeiten wieder zu beleben?“ HINWEIS:
Den ganzen Bericht zum Nachlesen mit zahlreichen Bildern auf www.unitas-ruhrania.org/seite30.htm.
10.
Juni 2007
„Extra ecclesiam nulla salus“ - das zu Anfang des 14. Jahrhunderts von Papst Bonifaz VIII. auf dem Hintergrund der Auseinandersetzungen mit dem Kaiser geprägte und in dieser Schärfe nie mehr wiederholte Axiom von der „alleinseligmachenden Kirche“ hatte bereits Origenes formuliert: „Außerhalb der Kirche wird niemand gerettet“ (Origenes, In Jesu Nave 3,5; PG 12, 841). Dieser von vielen als diskriminierend empfundene Satz, so Prof. Neuhaus, gehöre zum festen Glaubensgut der Kirche. Nach dem Glauben ist Christus allein die Wahrheit und der Weg für das Heil der Welt (vgl. Joh 14,6), seine Kirche ist der Ort unter den Völkern, wo das von Christus geschaffene Heil anwesend und wirksam ist. Da beides vom Neuen Testament her völlig eindeutig ist, könne die Kirche das „alleinseligmachend“ nicht zurücknehmen. Sie könne sich von der Erlösung durch Christus und von ihrer Indienstnahme als „Sakrament des Heils für die Welt“ nicht verabschieden. Insbesondere machte der Referent hier allerdings auf den Unterschied von "Heil" und "Gnade" aufmerksam. Der knapp einstündige Vortrag zu den damit zusammenhängigen Aspekten lieferte für die anschließende, von Aktivensenior Sebastian Sasse geleitete Diskussion viele Anregungen zum Verständnis von Toleranz, abendländischer Geistesgeschichte und Aufklärung. Viele voreilige oder böswillige Urteile über die Kirche führte Professor Neuhaus durch eine Vielzahl von Argumenten ad absurdum. Die dogmatische Aussage bettete er in den biblischen und historischen Kontext und antwortete auf insbesondere zu auf pastorale Themen zielende Nachfragen. In aufklärerischem Gewand auftretende Liberalität, die sich in vielfältiger Weise gegen den Glauben und die Kirche richte, komme zumeist selbst an eigenen Dogmen richtend einher. „Eins muss man sagen“, erklärte der Studiendirektor am Bischöflichen Hildegardis-Gymnasium in Duisburg: „Hier ist die Kirche wenigstens ehrlich. Was sie zum Dogma erklärt, macht sie jedenfalls kenntlich.“ Der Diskussion, der viele weitere Gespräche zum Thema folgten, schloss sich ein gemeinsames Mittagessen an, bei dem der Zirkelvorsitzende um frühzeitige Anmeldung für die Fahrt zum Franz-Stock-Museum nach Neheim-Hüsten bat.
8.
Juni 2007
Anlässlich des Geburtstags der Salia und des gleichzeitig begangenen 15. Jubelfests des Studentinnenvereins UNITAS Clara Schumann gratulierte nicht nur der Ruhranen-Senior Sebastian Sasse mit einem Glückwunschschreiben. Auch der Essener UNITAS-Zirkel sandte als ältester Ortszirkel im Verband seine Grüße an den Rhein. Mit Bezug auf die Herkunft der ersten Unitarier aus Essen, insbesondere auf den aus Werden stammenden Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff, verlas Bbr. Claus Broekmans, Präside des stimmungsvollen Abends, das Schreiben, das mit großem Applaus bedacht wurde.
Bilder oben: Impressionen vom Festkommers auf der Godesburg; Mitte: erstes bekanntes Foto der Aktivitas der "Ruhrania" in Bonn von 1855, die sich im Jahr zuvor den Namen "UNITAS" gegeben hatte; unten: Die Chargia mit dem Präsiden Claus Broekmans, die Riege von Alt- und Neu-Verbandsgeschäftsführer mit dem AHB-Vorsitzenden; die Vertretung der UNITAS Clara Schumann, Bonn
7.
Juni 2007 ESSEN. Kommando zurück: Nach Absprache mit dem Essener UNITAS-Zirkel ist die für 12. Juni im Aktivenprogramm auf dem UNITAS-Haus geplante Wissenschaftliche Sitzung über den Politiker und Gewerkschafter Adam Stegerwald (s. Bild) auf einen neuen Termin gelegt worden. Der Vortrag von Senior Sebastian Sasse soll nun am 4. Juli stattfinden. Damit
wird nun auch das routinemäßige Zirkeltreffen am ersten Mittwoch im nächsten
Monat eine inhaltliche Schwerpunktsetzung haben. Das Interesse beim Zirkel
war so groß, dass damit nun die WS zum Zirkel „kommt“ - eine gute
Gelegenheit zu erfahren, warum der Referent, Ruhranen-Senior Sebastian
Sasse, mit seiner Magisterarbeit über den Weimarer Politiker und
Gewerkschaftsführer vor kurzem erst eine glatte „Eins“ einkassieren
konnte (das freut uns auch).
Adam
Stegerwald (1874-1945, Bild links), Zentrums-Politiker, Mitbegründer der
christlichen Gewerkschaften in Deutschland und der CSU in Bayern. Der Sohn
eines Kleinbauern ging nach der Schreinerlehre in Würzburg in Süddeutschland
und in der Schweiz auf Wanderschaft, war Mitglied im katholischen
Gesellenverein, setzte er sich für den Aufbau einer christlichen
Gewerkschaftsbewegung ein und wurde Erster Vorsitzender des
Zentralverbandes christlicher Holzarbeiter. Nach Studium in München und Köln
wirkte er als Generalsekretär des Gesamtverbandes der christlichen
Gewerkschaften Deutschlands und internationaler Sekretär der
"Christlichen Gewerkschaftsinternationale". 1919 trat er für
zehn Jahre an die Spitze des christlichen Deutschen Gewerkschaftsbundes
(DGB). Er wurde Mitglied der Nationalversammlung, preußischer Minister für
Volkswohlfahrt, 1921 Ministerpräsident Preußens, war 1929-1930
Reichsverkehrsminister und 1930-32 Reichsarbeitsminister. Von den
Nationalsozialisten verfolgt, angeklagt und inhaftiert, wurde er 1945 von
der amerikanischen Besatzungsmacht zum Regierungspräsident von
Unterfranken ernannt, starb aber schon im Dezember 1945 an einer
Lungenentzündung. Bereits
1920 hatte Stegerwald auf dem Kongress der christlichen Gewerkschaften in
Essen Überlegungen zur Gründung einer konfessionsübergreifenden,
antisozialistischen Volkspartei vorgestellt, die möglichst breite
Schichten der Bevölkerung ansprechen sollte. Sein Ansatz, "zwischen
der Arbeiterschaft und der landwirtschaftlichen Bevölkerung sowie
zwischen den Konfessionen Brücken zu schlagen", fand aber erst nach
dem Ende des Zweiten Weltkriegs größere Resonanz und Stegerwald wurde
zum führenden Kopf der "Würzburger Gruppe", die neben der Münchner
Gruppe um Josef Müller maßgeblich an der Gründung der
Christlich-Sozialen Union im Sommer und Herbst 1945 beteiligt war. Heute
sind nach ihm u. a. der Adam-Stegerwald-Kreis, der Veranstaltungen zur
politischen Bildung organisiert, das Adam-Stegerwald-Haus in Königswinter,
die Stegerwaldsiedlung in Köln-Deutz und die Stegerwaldstiftung bekannt.
ESSEN.
Einem großen Thema stellte sich am Mittwoch, 6. Juni, das Monatstreffen
des Essener UNITAS-Zirkels im Rüttenscheider Restaurant „Istra“.
Referent der Wissenschaftlichen Sitzung war Bbr. StD a. D. Richard Laudage
aus Essen-Kettwig, der im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag beging.
1952 hatte er sich in Münster der UNITAS Burgundia angeschlossen und war
35 Jahre als Religionslehrer in Essen tätig. Auf besonderen Wunsch hatte
sich aus Zirkel-Veranstaltungen der letzten Monate sein Beitrag ergeben,
der unter dem Oberthema „Geheimnis
des Glaubens" stand. Vor
rund 25 Gästen entwickelte Bbr. Laudage am Beispiel des Festes „Christi
Himmelfahrt" wesentliche Glaubenswahrheiten. Ausgehend vom
Kirchengebet des Himmelfahrtsfestes entfaltete er mehrere Einzelaspekte,
insbesondere die „Verherrlichung Christi" durch seine „Erhöhung"
und „Inthronisation zur Rechten des Vaters". Die Glaubenden seien
bereits durch die Taufe als „Glieder am Leibe Christi" ebenfalls zu
Gott „erhöht". Auch ihre Vollendung liege in ihrer Auferstehung
von den Toten und ihrer Himmelfahrt. „Die Voraussetzung dafür ist
unsere Teilhabe an seiner „Erniedrigung am Kreuze", an seinem
totalen Dienst an unseren Brüdern“, erklärte Bbr. Laudage mit Hinweis
auf das 22. Kapitel Bild links: Evangeliar aus St. Vitus in Mönchengladbach, Köln oder Gladbach um 1130|40, Pergament, ULB Hs 530, fol 14v Majestas Domini (Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt) Mit
Blick auf die Tageslesungen, die das Ereignis der Himmelfahrt selbst
schildern (Apg 2) und dessen Sinn im Lichte des Alten Testamentes
theologisch entfalten (Eph 1, 17-23 und Hb 9, 24-28; 10, 19-23) wandte
sich der Referent der Rede von der „Erhöhung des Messiaskönigs"
und dem „Sitzen zur Rechten Gottes" als Schriftbeweis für Jesu
Gottessohnschaft zu. Er
verwies auf die aus Psalm 110 inspirierte Vision des sterbenden Stephanus
(Apg 7, 55-56), in der er die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten
Gottes stehen sieht: „Stephanus ist damit als „Blutzeuge" (gr.
martys, Märtyrer) für Jesus jener, dessen „Glaube in der Liebe (bis in
den Tod hinein) wirkt" (Gal 5, 6) und dessen Glaube und Liebe wir
nachahmen sollen, um ebenfalls zu Gott „erhöht" zu werden“, so
Bbr. Laudage. Eine Veranschaulichung der Motive der „Herrlichkeit", der „Verherrlichung", des „Sitzens" (Thronens) und der „Rechten Gottes" brachten Beispiele aus der christlichen Ikonographie: Ottonische Prachtevangeliare oder Mosaiken aus Ravenna zeigten die bildliche Umsetzung der Begriffe und ihrer Bedeutungen. Weitere Illustrationen zeigten Christus in der „Mandorla" als Bild für die „heilige Seite" Gottes. Auch verwies Laudage auf das Sitzbild der Goldmadonna aus dem Essener Münster, die, nach dem Vorbild des Thrones Salomos mit Gold überzogen, ihrem Sohne als „Thron" dient. Die theologisch sehr dichte Erläuterung des Bildes von der „Weizenähre" als „Sitz" bzw. „Thron" der zum Sterben und Fruchtbringen bestimmten Weizenkörner, vom „Thronen Gottes und des Lammes" (Apk) bezog er auf die „Majestas Domini", die Gott/Christus auf der Erde und dem Regenbogen als Zeichen seines Bundes mit den Menschen thronend zeigt. Bild rechts: Kirchen-Fresko Südtirol: Primo Maestro di San Giovanni in Villa: "Maiestas Domini". Mystik,
Identität und eine lebhafte Diskussion
Heute,
so weitere Redebeiträge und Diskussionspunkte, ließen sich Aspekte und
Zusammenhänge dieser komplexen Materie nur noch sehr schwer praktisch
vermitteln. Mit Blick auf den schulischen Unterricht und die Weitergabe
des Glaubens in Familie und Gemeinde müsse vor allem zunächst der
Erziehung zur „Bildfähigkeit“ der Heranwachsenden neue Bedeutung
zukommen. Viele dieses Glaubensgeheimnis versinnbildlichende Motive in
Kunst und der Liturgie selbst seien für immer mehr Menschen kaum noch zu
entschlüsseln und verlören zunehmend ihre eigentliche Bedeutung. Eine
Anfrage auch an die Kirche, so kritische Anmerkungen aus der unitarischen
Runde: Sie schrecke in der Auslegung der Schrift oft vor wesentlichen
Themen zurück oder tue sich mit ihrer Deutung und in der Sprache schwer.
Eine Herausforderung aber auch für jeden um seinen Glauben ringenden
Christen, der in der Welt sein Zeugnis in Wort und Tat abzulegen habe. Bbr.
Dr. Otto Hermans erinnerte nicht zuletzt nachdrücklich an Karl Rahners
Aussage, dass die Kirche der Zukunft eine mystische sein müsse ... - eine
Veranstaltung mit vielen Aspekten und Anknüpfungspunkten für weitere
Diskussionen, wie der Zirkelvorsitzende Bbr. Martin Gewiese anmerkte. 6.
Juni … Grund genug, einen Glück- und Segenswunsch an gleich mehrere Norberts zu richten: Der weiteste Gruß ging nach Chicago zu Bbr. Norbert Claas, der mit seiner Frau bald anlässlich der taufe von Tochter Victoria zurück nach Bochum-Linden kommen wird. Unser Vikar an St. Dionysius, Bbr. Norbert Linden, ist ebenso auf den Namen des Ordensgründers der Prämonstratenser Norbert von Xanten getauft wie Bbr. Norbert Breiderhoff, der zur Nacht die Glückwünsche der Aktiven auf dem Borbecker Marktplatz entgegennahm. Bbr. P. Norbert Riebartsch von den Kamillianern in Essen-Heidhausen, der ehemalige Geistliche Verbandsbeirat der UNITAS und „Bundespater“, ist als Klinikseelsorger an der Universitätsklinik in Freiburg jetzt auch in unseren Verteiler aufgenommen.
5.
Juni 2007
Im Koffer - ein noch mit Nadeldrucker hergestellter eingeklebter Zettel "Vollwichs des W.K.St.V. UNITAS-Ruhr" verzeichnet den ursprünglichen Inhalt - fand sich die Grundausstattung der Wiederbegründungsjahre: Drei königsblaue Samtjacken, etwas verknubbelt, aber wie drei blau-weiß-goldene Schärpen schon kurz vor der Reinigung, ebenso drei weiße Hosen, vier Fiege-Pils-Bierkrüge der Bochumer Maiabendgesellschaft vom 609. Maiabendfest 1997 unter Junggesellenhauptmann Oliver Stang. Zudem tauchten neben einigem Trauerflor auch zwei von drei vermissten Cerevisen mit dem gestickten Zirkel der UNITAS Liudger wieder auf. Das erste Gästebuch und unitarische Seidenkrawatten Ein besonderer Fund: Das erste Gästebuch der Ruhrania, die damals noch als „UNITAS Ruhr“ firmierte (Bilder oben, mit dem ersten Zirkelwappen). Beginnend im Wintersemester 1990/91 mit dem Wiederbegründungskommers im Bochumer Stadtgarten, dessen aus vielen Städten damals angereisten Gäste dort verzeichnet sind, erscheinen dort klingende Namen noch heute aktiver und bereits verstorbener Mitglieder - etwa die Unterschriften des ehemaligen Ehrenseniors Bbr. Norbert Klinke v/o Junker Tobias oder die des vormaligen Bochumer Zirkelvorsitzenden Dr. Benno Eichholz. Relativ lückenlos bis 1995, lässt sich nach dem Buch der Vereinsbetrieb nun noch besser dokumentieren. Besonders ins Auge fallen die phantasievollen künstlerischen Eintragungen des damaligen Seniors, Helmut Wiechmann v/o Don Camillo. Und vom ihm stammen auch die nicht weniger ambitionierten Unikate dreier Seidenkrawatten, die mit unitarischen Farben und Zirkel ausgestattet sind - nicht mal bei Dior oder Gucci lassen sich solche Teile bekommen. Langsam kommt also alles wieder zusammen - und es ist gut, dass auf dem Haus bald adäquater Stau- und Schauraum für diese kostbaren Erinnerungen zur Verfügung steht.
5. Juni 2007 |