HOME 



 Wer wir sind 




 Unser Haus 




 Programm 




 Kontakt 



 Bilder 



Presse 



AKTUELL 



Geschichte 




+ + + Hier Berichte von den Ereignissen im Sommersemester 2006 + + +

 

Zu den NEWS aus dem Wintersemester 2006/07

Zu den NEWS aus dem Sommersemester 2006

Zu den NEWS aus dem Wintersemester 2005/06

Zu den NEWS aus dem Sommersemester 2005 

 

 


Im Gefolge des Papstes:

Bundesbruder Christoph Kühn begleitet 
Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Bayern

 

Bei seinem Pastoralbesuch in Bayern wird Papst Benedikt XVI. von einer etwa 30-köpfigen Delegation begleitet, die „Päpstliches Gefolge“ genannt wird. Dazu gehört auch Bbr. Monsignore Dr. Christoph Kühn, der seit fünf Jahren im Staatssekretariat des Heiligen Stuhls für die deutschsprachige Abteilung verantwortlich ist.

Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet, sind bei dem 42-Jährigen im Vorfeld der Papstreise manch inhaltliche Fäden zusammengelaufen, „auch wenn er meist im Hintergrund bleibt“. Den Papst auf einer derartigen Reise zu begleiten sei eine „hohe Ehre, ist aber auch ein arbeitsintensiver Dienst unter erschwerten Bedingungen“, berichtet die KNA. Zum „Seguito Papale“, dem Päpstlichen Gefolge beim Besuch Benedikts in Bayern gehören die engsten Mitarbeiter und Berater, die der Papst zur Wahrnehmung seiner Aufgaben als Kirchen- und Staatsoberhaupt braucht. Der Öffentlichkeit bekannt sind vor allem Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano, der vatikanische „Innenminister“ Erzbischof Leonardo Sandri, der Päpstliche Reisemarschall Dr. Alberto Gasbarri und der Privatsekretär des Heiligen Vaters, Prälat Dr. Georg Gänswein.

1963 in Datteln geboren, absolvierte Bbr. Christoph Kühn seine philosophisch-theologische Ausbildung an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KUE). Als Studentenvertreter arbeitete er dort im Senat und in einigen anderen universitären Gremien mit. Am 30. Juni 1990 wurde er durch den damaligen Bischof Dr. Karl Braun im Eichstätter Dom zum Priester geweiht. Sein Dienst als Seelsorger im Bistum Eichstätt führte ihn nach einer Ferienvertretung in Wemding als Kaplan in die Pfarreien Neumarkt/St. Johannes und Greding mit Heimbach. Im Herbst 1993 stellte ihn die Diözese Eichstätt zu einer Spezialausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie und zu einer Promotion im Fach Kirchenrecht frei. Von 1993 bis 1997 setzte er seine Studien in Rom fort, promovierte im Fach Kirchenrecht, erwarb zudem das Lizenziat im Völkerrecht und absolvierte die Päpstliche Diplomatenakademie.

Nach Beendigung dieser Studien trat Bbr. Kühn in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und wurde zunächst Nuntiatur-Attaché an der Apostolischen Nuntiatur in Harare (Simbabwe). Von 1998 an arbeitete er als Nuntiatursekretär an der Päpstlichen Vertretung in Sambia und Malawi mit Dienstsitz in Lusaka. 1999 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum „Kaplan Seiner Heiligkeit“ mit dem Titel eines Monsignore ernannt. Nach vierjähriger Tätigkeit für die junge Kirche im südlichen Afrika, ist Bbr. Prälat Kühn seit September 2001 für die deutschsprachige Abteilung der I. Sektion des Staatssekretariats des Heiligen Stuhls verantwortlich. Im Juni 2004 begleitete er zusammen mit anderen Mitarbeitern Seine Heiligkeit Papst Johannes Paul II. zum nationalen Jugendtreffen der Schweiz in Bern, im August 2005 gehörte er zum Gefolge Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. beim XX. Weltjugendtag in Köln.

Im Rahmen ihres 20. Stiftungsfestes vom 27. April bis 3. Mai hatte ihn die Katholische Akademische Verbindung (KAV) „Capitolina“ zu Rom zum Ehrenmitglied ernannt. Zu den ersten Gratulanten beim von über 500 Gästen besuchten Festkommers in der römischen Universität „Regina Coeli“ gehörten die BbrBbr. Dr. Christof und Dipl. Ing. Andreas Beckmann, die an Romreise des in Essen-Borbeck ansässigen „Vereins der Freunde und Förderer“ der Korporation teilnahmen. Am 17. Mai 2006 erhielt Bundesbruder Christoph Kühn das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.
CB


PHOENIX mit rund 50 Stunden Berichterstattung 

Bonn (ots) - Wohl so umfangreich wie kein anderer deutscher Sender berichtet PHOENIX über die Deutschlandvisite des Papstes vom 9. bis 14. September. Der Ereignis- und Dokumentationskanal begleitet den Besuch von Benedikt XVI. in seiner bayerischen Heimat ab Samstag mit rund 50 Stunden Programm. Zu den PHOENIX-Thementagen gehören neben ausführlicher Live-Berichterstattung von den Reisestationen des katholischen Kirchenoberhauptes zahlreiche Dokumentationen rund um die Themen Religion, Kirche und Papst - darunter am Samstag der Film "Der deutsche Papst", am Sonntag die Dokumentation "Papst Benedikt XVI - Ein Papst geht seinen Weg" sowie am Mittwoch "Der Bruder des Papstes - Georg Ratzinger, der Glaube und die Musik". An allen sechs Tagen zeigt PHOENIX Teile der BR-Reihe "Willkommen Benedikt", die die Stationen der Papstreise - etwa Altötting, Marktl am Inn, Pentling und Freising - vorstellt.

Zudem werden zahlreiche prominente Gäste live aus den PHOENIX-Studios in München und Regensburg das Geschehen für die Zuschauer am Bildschirm kommentieren einordnen: Darunter die An- und Abreise des Papstes, den Empfang und das Gebet auf dem Münchener Marienplatz, den Festgottesdienst in Regensburg sowie Live-Schalten zur Münchener Residenz. Für die Zeit des Papstbesuches wird PHOENIX seine Sendung "Der Tag" jeweils aus München und Regensburg ausstrahlen. Durch die Thementage führt PHOENIX-Moderator Stefan Kulle. Die Reporter Claudia Burkhardt, Marco Frezzella und Michael Kolz führen Interviews mit Gesprächsgästen und ordnen die Ereignisse vor Ort für die PHOENIX-Zuschauer ein.

Geplante PHOENIX-Sendezeiten zum Papstbesuch:
Samstag, 9. September, 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Sonntag, 10. September, 8.15 Uhr bis 20.00 Uhr
Montag, 11. September, 8.15 Uhr bis 20.00 Uhr
Dienstag, 12. September, 8.15 Uhr bis 20.00 Uhr
Mittwoch, 13. September, 11.30 Uhr bis 20.00 Uhr
Donnerstag, 14. September, 8.15 Uhr bis 20.00 Uhr


Entkernung an der Flurstraße:
Kleine Zwischenbilanz am Haus

BORBECK, 30. August. Langsam wird´s was: Auch in den letzten beiden Wochen ist von der Oberhausener Firma Wettig noch eine Menge Schutt aus dem Haus befördert worden, Container um Container verließen hoch gefüllt das Gelände. Ein Ortstermin von Bernd Genser und Christof Beckmann vom Hausbauvereinsvorstand am Abend des 30. August zeigte: Nach der Entfernung aller nachträglichen Einbauten sieht das „Feldschlösschen“ innen nun wirklich wieder in etwa so aus, wie es einmal gedacht war.

Es lohnt sich in diesen Wochen, mit dem erhaltenen Originalplan von 1901 durch das Gebäude zu ziehen: Alle Zimmer werden - wie einst geplant und gebaut - wieder durch Querflure erschlossen, wo früher Dunkelheit herrschte, fällt nun Tageslicht ein. Der Aufbau fast aller Wände ist in Holzfachwerk aufgeführt, alle Fenster sind mit rundbogigen Oberlichtern gemauert. Hier sollen die großen Fenster wieder rekonstruiert werden. Blutrote Ledertapeten schmückten einst die Decke der nun geradezu riesigen Halle, die nach dem Abriss der eingezogenen Zwischendecken im Erdgeschoss freigelegt wurde. Der Blick hinter die teils brettharten Schichten von vielen in den letzten Jahrzehnten übereinandergeklebten Tapeten beweist: Alle geputzten Wände, ehemals grün gestrichen, waren mit farbigen Rollbordüren abgesetzt. 

Überraschende Funde

Nicht nur eine einsame blau-weiße Lampe aus dem Wirtschaftswunder-Deutschland baumelt einsam an der Decke im ersten Obergeschoss - befreit aus einem abgerissenen Holzverschlag: Ein weiteres Stück Fußboden im ehemaligen Eingangsbereich der Gastronomie zeigt die schönsten Fliesen, wie sie um die vorletzte Jahrhundertwende verwendet wurden - zahllose Besucher werden an dieser Stelle vor vielen Jahren hier über die Schwelle getreten sein, um ihre Lohntüten zu erleichtern und ein Export zu zischen. Alle aufgefundenen Böden sollen, wo möglich, auch wieder in den Originalzustand zurückversetzt werden. Zugleich ist die Fichte- und Tannenholzlage freigelegt worden, auf denen die Bewohner und Gäste des Hauses früher standen. Wo der Erhaltungszustand der Unterbalken zu wünschen übrig lässt, wurden die Böden aufgenommen und entsorgt. Auch die darunter liegende Schlackenschicht, rund acht Zentimeter dick, aus den Borbecker Hütten einst als Abfallprodukt gewonnen und an einigen Stellen mit glänzender Fettkohle und Schieferplättchen gemischt, wurde entfernt. Hier wird ein neuer Estrich entstehen. 

Noch ist der Grundstein nicht gefunden, aber immerhin  steckte schon ein 5-Pfennig-Stück von 1921 zwischen den Fußbodendielen - gefunden von Georg Beckmann (s. Bild). Auch gab es in zur Rohrisolierung verwendeten alten Zeitungen bereits „Neuigkeiten von gestern“ zu lesen: Der Anzeigenteil lässt auf extremen Arbeitskräftebedarf im Ruhrgebiet vor rund 50 Jahren schließen. Alles in Allem: Es kann derzeit ein Stück Bauarchäologie im „Feldschlösschen“ betrieben werden, ein Haus gewinnt seine ehemalige Gestalt zurück.

Nach Abschluss der Entkernungsarbeiten werden in einem nächsten Schritt die neuen Grundrisse hergestellt: Der Trockenausbau beginnt, gleichzeitig werden die Elektro, Wasser- und Heizungsleitungen gelegt. Für viele Detailfragen sind nun in den nächsten Wochen Absprachen und Entscheidungen zu treffen.

 

Programmhinweis, ARD, Mittwoch, 30 August:
„Heil Hitler, das Schwein ist tot - Humor unterm Hakenkreuz“

Die ARD zeigt am Mittwoch, 30.8. den Dokumentarfilm „Heil Hitler, das Schwein ist tot - Humor unterm Hakenkreuz“ von Rudolph Herzog (23.15 - 0.00 Uhr). Darin wird auch unser Bundesbruder Pfarrer Josef Müller, enthauptet 1944 im Zuchthaus Brandenburg, gewürdigt.

Der Autor hat Zeitzeugen - darunter den Schauspieler und Komiker Fritz Muliar und den Kabarettisten Dieter Hildebrandt - befragt, Archive durchforstet und politische Witze aus der NS-Zeit zusammengetragen, die für viele, die sie damals erzählten, der Beginn der persönlichen Katastrophe waren. Von Volksgenossen angezeigt, gerieten sie in die Fänge der Gestapo, ins KZ oder vor den Volksgerichtshof, wo sie meist zum Tode verurteilt wurden. Die humorlose Rachsucht der großen und kleinen Faschisten kannte keine Gnade. Ihr fielen einfache Arbeiter ebenso zum Opfer wie prominente Schauspieler oder freundliche Dorfpriester.
Ausführlich dokumentiert Rudolph Herzog darin auch den Fall des Priesters Bbr. Josef Müller aus Großdüngen. Man zeigte ihn an, weil er die Geschichte des sterbenden Soldaten erzählt hatte. Der bat darum, ihm die Bilder derer zu bringen, wegen derer er sterben muss. Fotografien von Hitler und Göring werden rechts und links neben seinen Kopf gestellt. Da sagt der Soldat: „Jetzt sterbe ich wie Jesus Christus zwischen zwei Verbrechern.“ Am 11. September 1944 wird der Gottesmann auf dem Schafott hingerichtet. Eindrucksvoll erinnern sich ältere Gemeindemitglieder aus Großdüngen an den Pfarrer, für den noch heute jedes Jahr im September die Totenglocke läutet.
Über sich selbst lachen konnten die Nazis nicht, aber sie nutzten den Witz durchaus als Instrument zur antisemitischen Hetze. Auch dies zeigt Rudolph Herzog. Dem Sohn des Regisseurs Werner Herzog ist mit dieser Dokumentation ein unverkrampfter Einblick in die Zeit der braunen Diktatur gelungen. Eine „exzellente Dokumentation“ und „erfrischend“ urteilten die Kritiker nach der Ausstrahlung in Belgien. Dort lief der Film übrigens zur besten Sendezeit um 20.50 Uhr und nicht kurz vor Mitternacht.

BUCHHINWEIS: Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, für den gibt es ein ergänzendes Buch unter dem Titel „Heil Hitler, das Schwein ist tot! Lachen unter Hitler - Komik und Humor im Dritten Reich“ (240 Seiten, Verlag: Eichborn September 2006, ISBN: 3821807733)

Hier das Lebensbild von Bbr. Pfarrer Joseph Müller, das Bbr. Dr. Lambert Stamer unter dem Titel "Zeugen für Christus"- Die Martyrer des UNITAS-Verbandes im 20. Jahrhundert (Eine Zusammenstellung der Lebensbilder von Bbr. Lambert Klinke M.A. mit inhaltlichen und methodischen Überlegungen von Prälat Dr. Helmut Moll) in „unitas“ 2/2000 veröffentlichte:

Pfarrer Joseph Müller

Der in den W.K.St.V. UNITAS-Freiburg rezipierte Bundesbruder Joseph Müller wurde am 19. August 1894 in Salmünster geboren. Nach der freiwilligen Teilnahme am Ersten Weltkrieg bestand er 1918 das Abitur und begann im Februar 1919 mit dem Theologiestudium in Freiburg. Da er aus familiären Gründen im Bistum Hildesheim tätig werden wollte, wechselte er noch im gleichen Jahr an die für Hildesheimer Theologen übliche Universität Münster, wo er sich der UNITAS-Sugambria anschloss und vor allem geprägt wurde durch die Bundesbrüder Prof. Dr. Joseph Mausbach, Prof. Dr. Adolf Donders und Prof. Dr. Joseph Schmidlin. 

Nach Beendigung des Studiums, das ihm nicht unbedingt leicht fiel, kam er am 1. März 1921 ins Hildesheimer Priesterseminar und wurde ein Jahr später, am 11. März 1922, zum Priester geweiht. Nachdem er zwei Jahre als Kaplan in Duderstadt tätig war, trat er im April 1924 in das Franziskaner-Kloster Frauenberg ein, wegen seiner schwächlichen Gesundheit schloß ihn der Orden jedoch schon im Herbst 1924 wieder aus. Joseph Müller kehrte daraufhin in das Bistum Hildesheim zurück und übernahm Kaplanstellen in Gehrden (bei Hannover), Hannoversch-Münden und Celle. Von dort ist überliefert, daß „ein Aufatmen durch die Gemeinde ging, als der vorübergehend hier angestellte Kaplan Müller seine erste Predigt hielt und mit einem Schlage alle wußten, selbst jedes Kind, was uns so bitter gefehlt hat. Leute, die als Taufscheinkatholiken galten, kamen Sonntags ins Hochamt und erbauten sich wieder und wieder an diesen Predigten.“

Im Mai 1925 wurde Joseph Müller zum Kaplan in Blumenthal bei Bremen bestellt, wo er sich vor allem um den schulischen Religionsunterricht und den Gesellenverein kümmerte. Zum August 1926 wechselte er nach Wolfenbüttel, wo er in Predigten und Vereinsveranstaltungen immer wieder auf „das goldene Kreuz des Glaubens“ hinwies und seine Zuhörer aufforderte, sich den „Schattenbildern der Zeit“, vor allem der Sozialdemokratie und dem aufkommenden Nationalsozialismus entgegenzustellen. Am 1. November 1932 wurde Müller Kurat in Bad Lauterberg, zum 1. September 1934 dann Kaplan in Süpplingen, südöstlich von Braunschweig. Zum 1. Oktober 1937 übernahm er schließlich die Leitung der nur wenige Kilometer entfernten Pfarrei Heiningen, wo er den immer stärker werdenden Repressionen des NS-Unrechtsregimes gegen die katholische Kirche zum Trotz in keiner Weise von seiner bisherigen Linie abrückte.

Nach einer schweren Magenoperation wurde Joseph Müller am 1. August 1943 auf ei­genen Wunsch zum Pfarrer der kleinen Gemeinde Groß Düngen ernannt. Dort war er gerade einen Monat im Amt, als er in der ihm eigenen Deutlichkeit gegenüber dem NSDAP-Ortsgruppenleiter seine Besorgnis über die gegenwärtige politische Lage zum Ausdruck brachte. Bei einem Krankenbesuch bei dessen Vater wenige Tage später erzählte Bundesbruder Müller folgende Geschichte: „Ein Verwundeter liegt im Sterben und will wissen, wofür er stirbt. Er läßt die Schwester rufen und sagt ihr: 'Ich sterbe als Soldat und möchte wissen, für wen ich sterbe.' Die Schwester antwortet: 'Sie sterben für Führer und Volk.' Der Soldat fragt dann: 'Kann dann nicht der Führer an mein Sterbebett kommen?' Die Schwester antwortet: 'Nein, das geht nicht, aber ich bringe Ihnen ein Bild des Führers.' Der Soldat bittet dann, daß ihm das Bild zur Rechten gelegt wird. Weiter sagt er dann: 'Ich gehöre der Luftwaffe an.' Da bringt ihm die Schwester das Bild von Reichsmarschall Göring und legt es zur Linken. Daraufhin sagt der Soldat: 'Jetzt sterbe ich wie Christus.'„

Am 17. August 1943 wurde Joseph Müller durch die Hildesheimer Gestapo, der diese Geschichte kolportiert worden war, zum Verhör geladen: Er habe Hitler und Göring mit den beiden Schwerverbrechern verglichen, die an der Seite Jesu gekreuzigt wurden. Die zu Joseph Müllers Verurteilung und Hinrichtung führende Lawine war damit ins Rollen gekommen. Nach weiteren Vernehmungen wurde er am 11. Mai 1944 in Haft genommen und nach Berlin gebracht. Von dort schrieb er an seinen Bischof: „Ich kann jetzt vorerst nicht mehr seelsorglich arbeiten, aber ich werde nun mit Christus den Weg gehen, der auch seelsorglich wertvoll ist, den des Leidens und des Betens. Noch kenne ich meinen Weg nicht, den Gott mich in Zukunft führen will, aber ganz gleich, wie und wo das sein wird, er wird keine Jammergestalt antreffen. Aber auch ich brauche vor allen Dingen den Beistand von oben. Er bleibt - und das weiß ich - mir nicht aus.“ Als ihn zwei Wochen später seine Brüder und Diözesanbischof Joseph Machens besuchten, trafen sie auf einen „armen Untersuchungshäftling in geflickter Gefängniskleidung, in einem seelisch gebrochenen, zermürbt aufgelösten Zustande.“

Am 28. Juli 1944 wurde Pfarrer Joseph Müller dann in einem Schauprozeß unter Vorsitz von Roland Freisler, der vier Entlastungszeugen aus Groß Düngen gar nicht erst anhörte, zum Tode verurteilt. In einem nur wenige Stunden später geschriebenen Gebet faßte Joseph Müller seine Empfindungen dieses Tages so zusammen: „Herr, ich bin dem Haß begegnet, dem bleichen, aller Schönheit baren Haß auf Deine Wahrheit, dem Haß, der mor­den will, der den Stein aufhob und hinterhältig auf sein schwaches Opfer warf, der laut wurde, als er sich überlegen wußte, aber gerade dabei seine ganze Häßlichkeit zeigte.“ Joseph Müller nahm die harten Haftbedingungen im Zuchthaus Brandenburg als sein ganz persönliches Kreuz an. „Er hatte sich durchaus selbst wiedergefunden, er war innerlich erstarkt und über sich selbst emporgewachsen“, so der Eindruck seiner ihn Mitte August noch einmal besuchenden Geschwister und Bischof Machens'. Verschiedene Gebete und Briefe von Bundesbruder Joseph Müller sind uns erhalten geblieben, so auch ein Zwiegespräch mit Gott: „Auf die Suche bin ich geraten über den Sinn meines Daseins; der Wahrheit will ich nachgehen, die das Dunkel der Wirklichkeit erhellt. Ich soll in meinem Leben Dich erkennen, aber laß mich auch mich erkennen! Mühsam presse ich die Worte hervor: 'Abba, Vater'. Mein Glück hast Du mir geraubt, ein großes Rätsel ist mir mein Sein geworden, und alles, was sinngemäß mit ihm zusammenhängt. Wer Dich, o Gott, finden will, der muß den Weg vom Menschen aus nehmen und durch ihn zu Dir kommen.“

Seine Hinrichtung am 11. September 1944 verstand Joseph Müller als Vollendung: „O, mein Herz ist voll von Freude, daß es nun heimgeht zum Vater. Ich habe die ganzen Tage schon gewußt, daß mein Opfer angenommen wird. Das Kerkerleben war die letzte Schule für den Täufer und führte ihn zur Heiligkeit. In Demut, Leiden und Geduld reifte auch Euer Priester so der Vollendung entgegen. Gott ist mein Zeuge, daß ich mich nach Euch allen sehne mit der Zärtlichkeit Jesu Christi. Aber er wollte es anders. Ich habe meine Sendung erfüllt und vollendet, mein Tod wirkt jetzt mehr für das Reich Gottes als mein Leben. So viele wollte ich noch hineinreißen in das große Liebesreich Christi, das werde ich nun von da oben für Euch tun.“ Nachdem die Urne mit seiner Asche zunächst auf dem Stadtfriedhof in Brandenburg beigesetzt worden war, konnte sie im November 1945 nach Groß Düngen überführt werden - genau wie es von Bundesbruder Joseph Müller erbeten war: „Ich wünsche ausdrücklich, daß ich dort begraben werde, wohin mich meines Bischofs Ruf zuletzt als Priester und Seelsorger bestellt hat. Ruhen möchte ich bis zum Tage meiner Auferstehung unter einem Kreuz mit einem Heiland daran. Das Kreuz war im Leben mein Begleiter. Es soll auch über meiner sterblichen Hülle stehen. Credo in vitam aeternam!“

Literatur: J. Homeyer, Joseph Müller, in: W. Burr (Hrsg.), UNITAS-Handbuch. Bd. 1 (Bonn 1995) 279-283; O. Müller, Ein Priesterleben in und für Christus. Leben, Wirken, Leiden und Opfertod des Pfarrers Joseph Müller, Groß Düngen (Celle 1948) und Th. Scharf-Wrede, Pfarrer Joseph Müller, in: H. Moll (Hrsg.), Zeugen für Christus. Bd. 1 (Paderborn u.a. 1999) 267-270.


Rezipierung am 25. August:
Ferienkneipe mit gemischten Gefühlen

BORBECK.
„Ohne Schlips geht nix!“ Man kann Formen und Äußerlichkeiten ohne Zweifel übertreiben, aber wenn der Kulturstrick erstmal dran ist, geht es noch mal so gut (s. Bilder rechts). Zweifellos der Höhepunkt der Ferienkneipe am Freitag, 25. August, war die feierliche Rezipierung eines Neu-Bundesbruders. „Herr Michael Heliosch, Sie haben den Antrag auf Aufnahme in den W.K.St.V. UNITAS Ruhrania gestellt und der Convent hat Ihrem Antrag zugestimmt“, erklärte Alt-Senior Sebastian Sasse vor der Corona und entbot ihm das bundesbrüderliche „Du“. Mit Verbandsnadel, Liederbuch und Fuxenfibel ausgestattet, kehrte der aus Essen-Katernberg stammende aktive Pfadfinder,  Student der katholischen Theologie und der Geschichte an der Ruhr-Uni Bochum, nach dem ersten bundesbrüderlichen Gemäß an seinen Platz zurück - allseits beglückwünscht. Und der Schlips blieb bis zum Ende der Veranstaltung sogar da, wo er zuvor festgeknotet worden war.

Trotz mancher Ausgelassenheit mischte sich ein bisschen Wehmut in die Stimmung. Es war zwar für den derzeit „heimatvertriebenen" Verein mit dem holzgetäfelten und fahnengeschmückten Raum der Kolpingsfamilie St. Dionysius Essen-Borbeck  das richtige Ambiente gefunden worden - „... das ist ja hier fast wie der Club einer altehrwürdigen Universität in Oxford oder Cambridge“, meinte der Präside. Auch gab es hohen Besuch vom Geistlichen Beirat Kaplan Helmut Wiechmann, Kurat der DPSG im Dekanat Stoppenberg und von Alt-Vorortsschriftführer Gordian Geilenkirchen von UNITAS Berlin. Doch stand das Treffen ebenso im Zeichen zweiter Abgänge von Bundesbrüdern in die weite Welt: So verlässt der fertige Betriebswirt Bbr. Roderich Oberstehöhfeld für sein Aufbaustudium Chinesisch Mitte September das heimische Revier, um einige Monate in Chinas Hauptstadt Peking zu verbringen. Ganz neu beginnt dagegen Martin Knobloch, der nach seinem Abitur das naturwissenschaftliche Studium an der Alma Julia in Würzburg aufnimmt.

Freundschaft schätzen, Prinzipien leben

Nachdrücklich erinnerte Sebastian Sasse in seiner Prinzipienrede an das Wesen der Freundschaft, an die Kraft und Chancen der gemeinschaftlichen Verbundenheit. Jeder Einzelne trage mit seinen Überzeugungen und Talenten zum Gelingen des unitarischen Lebensbundes bei. „Für alle unsere Unternehmungen im Leben gilt: Vor den hohen Idealen und Zielen ist alles nur Stückwerk“, erinnerte der Vorsitzende des Essener UNITAS-Zirkels StD a.D. Martin Gewiese an die biblische Mahnung. Doch gelte es, niemals den Mut aufzugeben oder das Vertrauen in die persönliche Nähe des Schöpfers zu verlieren. Diesen Wunsch an die Aktivitas nahm auch Ehrensenior Christof Beckmann auf, der mit den Grüßen des örtlichen und des Zentralen Hausbauvereins endlich zur Danksagung für die von den Studenten im Sommersemester geleistete Arbeit schreiten konnte: Für gut 100 Kubikmeter aus dem Feldschlösschen gerissenen Schutt und zahllose Arbeitsstunden bei der Renovierung gab es für die Aktiven unterschriebene und gestempelte „Leistungsscheine“ als Nachweis erfolgreicher Teilnahme im Studiengang „Abrisswissenschaften“. Als Premiere aufgeführt wurde der erstmals das Mark erschütternde „Borbecker Mitternachtsschrei“. Ihm folgte zum Abschluss das Steigerlied als Ruhr-Hymne, bevor sich die Corona so langsam in diverse angesagte Lokalitäten verdrückte und bis zum Morgen feiernd durch das Revier kurvte.

Das vom neuen Team um Senior Rüdiger Duckheim geplante kommende Semester steht nun ganz im Zeichen des Umbaus und Aufbaus – im praktischen und übertragenen Sinn. Und allen ist sehr bewusst, dass in den nächsten Monaten im Verein und seiner Heimstatt sehr viel geschehen wird, an dem alle in unitarischem Geist mitbauen werden – mit und ohne Schlips ...


Convent hat getagt:
Erste Daten für das Winterprogramm stehen

Dienstag, 15. August. Nach dem gemeinsamen Besuch der Abendmesse zum Hochfest Mariä Himmelfahrt in St. Dionysius hat der Programmconvent für das Wintersemester 2006/07 getagt. Nach den ersten Überlegungen steht das Semester unter dem Arbeitstitel "Umbruch, Aufbruch, Neubeginn". 

Das Rahmenthema wird u.a. ein Gesprächsabend mit Vikar Norbert Linden am 12. Dezember im Jugendheim vertiefen. Ankneipe und Semestereröffnungsgottesdienst finden in der Kirche St. Maria Immaculata und bei der KDStV Nordmark als gemeinsame Veranstaltung von UV und CV statt. Am 16. Oktober ist zum Semesterbeginn eine Veranstaltung an der Ruhruni geplant und in der Folgewoche am 24. Oktober eine Wissenschaftliche Sitzung. Natürlich wird auch wieder der Barbaraball des CV-Zirkels „Kohle“ im Programm stehen. Das Vereinsfest zu Ehren der Immaculata ist für den 3. Dezember mit anschließendem Besuch des Borbecker Weihnachtsmarkts terminiert, das 96. Stiftungsfest für das Wochenende um den 20. Januar 2007.

Freitag, 25. August:  Ferienkneipe voraus

Ganz brandaktuell steht eine Ferienkneipe an, mit der gleich mehrere Aspekte in den Vordergrund gestellt werden: Genau ein Jahr nach dem XX. Weltjugendtag, der auch in Borbeck ein richtiges Fest gewesen ist, soll sie am Freitag, 25. August, im Kneipsaal der CV-Verbindung „Nordmark“, An St. Maria Immakulata, stattfinden und von Alt-Senior cand. phil. Sebastian Sasse geschlagen werden. Sicher ist, dass bald auch die Leistungsscheine für den Sonderstudiengang "Abriss-Wissenschaften" an den Mann gebracht werden müssen ....

 

UNITAS aktiv beim Pfarrfest
rund um den Kirchturm

Sonntag, 13. August. „Nur einmal im Jahr ist Pfarrfest in St. Dionysius. Und das sollten wir auch richtig feiern“, erklärte Pfarrer Dr. Jürgen Cleve in seiner Predigt im Hochamt. Nach Ende dieses Festes darf man wohl sagen: Alle haben sich daran gehalten und auch dieses Pfarrfest in Borbeck-Mitte wieder zu einem gutbesuchten Höhepunkt im Jahr gemacht.

Ein spannendes Fußballturnier mit sieben Mannschaften am Freitag und ein lauschiger Dämmerschoppen am Samstagabend waren Auftakt für das bunte Treiben rund um den Kirchturm am Sonntag, an dem sich auch die Aktivitas der UNITAS Ruhrania beteiligte. Bis zum Nachmittag übernahm sie das Zapfen an einem der Getränkestände (Team & Gäste im Bild rechts) und steuerte so einen Teil zum Gesamtumsatz für den guten Zweck bei. Mit dem neugewählten Senior Rüdiger Duckheim waren Daniel Muschellik, Roderich Oberstehöhfeld, Martin Knobloch, Sebastian Sasse, Christof Beckmann und Spefuchs Michael Heliosch in blauer Kluft in Borbeck angetreten. Gute Stimmung und viele Gespräche machten am beliebten Treffpunkt zum Marktplatz hin deutlich: Die UNITAS-Studenten sind Teil der Gemeinde.

Auf den Tag genau nach dem XX. Weltjugendtag, der mit der ganzen Pfarre u.a. am UNITAS-Haus „Feldschlösschen“ an der Flurstraße stattfand, gratulierten die Aktiven nicht zuletzt Vikar Norbert Linden von St. Dionysius, der gleichzeitig seinen Geburtstag beging. Auch Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann, unser Geistlicher Beirat aus Essen-Stoppenberg, konnte am Stand viele Freunde und Bekannte begrüßen.

Während im Studentenhaus an der Flurstraße mittlerweile die Profis das Kommando übernommen, Stützen eingezogen und weiteren Schutt in neue Container entsorgt haben, wird bei der Ruhrania am Dienstag mit einem Programmconvent die Planung für das im Oktober beginnende Wintersemester angegangen. Trotz der Einschränkungen durch die Baumaßnahmen am „Feldschlösschen“ zeichnen sich bereits einige Highlights ab. 

HINWEIS: Zum Hochfest "Mariä Himmelfahrt" am Dienstagabend trifft sich die Aktivitas um 19.30 Uhr s.t. zur Hl. Messe in St. Dionysius Essen-Borbeck. Das Seniorat hat für die Aktiven Anwesenheitspflicht (ho) bestellt. Im Anschluss wird er Convent tagen.

 

Alles klar zur Reanimation:
Geistlicher Besuch am Haus

Samstag, 12. August: Überraschende Visite am Haus – Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann, Geistlicher Verbandsbeirat, stattete unserer Baustelle an der Flurstraße seinen Besuch ab. Gut erholt von einem Pfadfinder-Sommerlager der Stoppenberger DPSG in den polnischen Beskiden, zeigte er sich beeindruckt von den Leistungen der Aktivitas in den letzten Wochen. 

„Jetzt erkennt man endlich, was in diesem 100-jährigen Haus so alles steckt“, meinte „Don Camillo“, der selbst eine Lehre als Maler absolvierte. Besonders interessierte ihn die an manchen Stellen noch dicke Tapetenschicht mit ihren vielen Mustervarianten aus den letzten 50 oder mehr Jahren. „Die habe ich auch selbst noch geklebt damals“, schmunzelte er. „Absolut grausame Muster. Alles raus!“

Leicht angestaubt – besonders wirksam auf schwarzer Priesterkleidung - verließen er und Bbr. Christof Beckmann das Haus. Für alle Fälle hat sich Bbr. Helmut Wiechmann, der vor seiner Priesterweihe auch lange Jahre als Krankenpfleger arbeitete, inzwischen einen professionellen Reanimationskoffer zugelegt. „Wenn jemand schlappmacht - ich bin da“, erklärte er auf dem Parkplatz die Erste-Hilfe-Instrumente. Gut zu wissen, aber bislang haben wir Gott sei Dank bei unserem Unternehmen nur ein paar Pflaster gebraucht ...

 

Geheimnisvolle Botschaft auf dem Haus
und Pfarrfest am 11.-13.8. voraus

Am Abend des 10. August zierte ein weißer Styroporblock das Innere des Hausflurs im Feldschlösschen. Mit einer Schraube aufgepinnt fand sich ein Zettel mit einer Botschaft:

„Die UNITAS-Salia war hier und hat das Erdgeschoss besenrein der Ruhrania übergeben. Der Container ist leider nicht voll geworden. Es waren zwei lustige Tage und wir bedanken uns für Eure Gastfreundschaft. – in unitate ....“

„Salia has left the building“ - so haben sie das Haus verlassen, die Bundesbrüder von der UNITAS am Rhein, der designierte Senior Christian Lopez Casanava und Stefan Kurzmann. Am Vortag trabten sie per Bahn mit Schlafsack und Luma zum Baubetrieb an. Auch am nächsten Morgen hieß es für sie morgens „Raus aus den Federn“, Schaufel und Schubkarre gepackt und über eine abenteuerliche Konstruktion verließ der Restschutt das Gebäude. Herzlichen Dank Euch für Eure Hilfe!

Der nächste Termin für Ruhranen: 
Sonntag, 13. August, nach dem Hochamt – Besetzen des Bierstands beim Pfarrfest von St. Dionysius.

 

Sportives Semester geht zu Ende:

Finaler Abrisseinsatz voller Erfolg

Darauf haben alle lange gewartet - und es wurde ein richtig schöner Abschluss eines langen Tages: Eine Riesenladung Currywurst, Pommes, ein kühles Dampfbier - damit ließ es sich am späten Abend des 9. August richtig gut aushalten. Inmitten von Dreck und Abraum beschlossen die am Bau aktiven Bundesbrüder im ehemaligen Gesellschaftszimmer des "Feldschlößchens" an der Borbecker Flurstraße das Zwischenfinale der Entkernungsarbeiten mit reviertypischer Atzung und in bester Stimmung. 

Mit hohem Besuch in ihrer Mitte: Denn am Morgen waren mit dem designierten Senior Christian Lopez Casanava und Stefan Kurzmann zwei Bundesbrüder der UNITAS Salia Bonn zum Bautrupp gestoßen, hatten sich Schaufel und Schubkarre gepackt und losgelegt. In kurzen Ansprachen dankten Ehrensenior und Senior insbesondere Norbert Breiderhoff, dem Vorsitzenden des CV-Zirkels Kohle, für seine Unterstützung beim Abtransport der letzten Möbel, aber auch den fleißigen Baubeflissenen und den Bundesbrüdern für ihre aktive Unterstützung. Bereits am Vorabend hatten zwei Gäste von der benachbarten KDStV Nordmark zum Abrisshammer gegriffen, nicht nur das ehemalige Damenklo in seine Bestandteile zerlegt, sondern im Anschluss zu einem Treffen auf ihrem Haus eingeladen. Auch dafür vielen Dank!

Schmuckstück mit ungeahnten Dimensionen:
UNITAS RUHRANIA zeigt, was geht ...

Wer immer die Fortschritte in den letzten Wochen verfolgte, zeigt sich über das Ergebnis des schweißtreibenden Einsatzes begeistert: Der Zustand des Hauses nähert sich nun immer mehr dem Anblick in seiner Entstehungsphase im Jahr 1900: Weit über vier Meter hohe Decken, ein luftiges Treppenhaus, entfernte Zwischenwände, freigelegte Balkenkonstruktionen lassen heute erahnen, was sich der Architekt einst bei seiner Planung gedacht hat. Denn langsam pellt sich ein Schmuckstück aus der staubigen Schale. In allen drei Stockwerken sind nun ganz andere Raumdimensionen deutlich geworden, die sogar neue Überlegungen für die Zuschnitte der neuen Zimmer zulassen. Gut 100 Kubikmeter Wände, Fußböden, Einbauten und Decken sind rausgerissen und aus dem Haus geschafft worden, zum Schluss kam sogar der Containerdienst mit Ersatz kaum noch nach. Nun können die Handwerker kommen, viele Einzelentscheidungen werden in den nächsten Monaten zu treffen sein.

Von Rohbau- zu Neubauqualität – was jetzt bis zur Fertigstellung des Verbindungshauses mit Zimmern für die Studenten und die reaktivierte öffentliche Gastronomie folgt, bedeutet immer noch ein hartes Stück Arbeit. Alles, aber auch alles, soll ganz neu entstehen. Die wichtigsten  Vorbereitungen dafür sind getroffen – Dank sei allem „Schweiß der Edlen“, die dies möglich gemacht haben. Und mancher, der sich über die „Wahnsinnsaktion“ in den letzten Monaten  zwischendurch auch mal den Kopf zerbrochen hat, wird nun feststellen: Was hier an völlig eigenständiger Entkernungsarbeit von den Studenten gemeinsam geschafft wurde, kann sich sehen lassen. Oder sagen wir es einfach so:  UNITAS Ruhrania zeigt „was geht“!
CB

 

Studiengang "Abrisswissenschaften":
Erste Prüfungsphase angelaufen

BORBECK, 19. Juli. An die 50-60 Kubikmeter Schutt werden es wohl sein, die das UNITAS-Haus in den letzten fünf Wochen leichter geworden ist. Mauersteine, Trockenbauplatten, Gips, Putz, Holzeinbauten, Fliesen, Glasfaserballen, Tapete – alles hat das Gebäude in passender Größe durch die Schüttröhre im freien Fall verlassen. Sechs Container, mehrere Fahrten mit Anhänger und Rohstoffverwerter aus der Nachbarschaft haben die Schuttmassen deutlich reduziert.

Am Dienstag, 17. Juli, kreiste der Hammer nun auch im bisherigen „Allerheiligsten“, der ehemaligen Gastronomie: Sitzgruppen, Theke, Schränke und Einbauten, Kabel und Sicherungskasten im Erdgeschoss wurden in gemeinsamer Hauruck-Aktion entfernt. Fahnen, Vereinsfotos und Devotionalien verschwanden in Umzugskartons, Töpfe, Gläser, sämtliches Essgeschirr und unzählige Besteckteile warten wohlverwahrt auf Wiederverwendung. Der guten Laune der Aktiven, die unter tatkräftiger Mithilfe des Essener UNITAS-Zirkelvorsitzenden Martin Gewiese an- und einpackten, tat der Abschied vom alten Tagungsdomizil allerdings keinen Abbruch, denn für einen zünftigen Schluck war auch bei diesen Aktionen immer gesorgt.

Somit sind nun in der ehemaligen Küche der Kneipe sämtliche Einbauten entfernt, das Obergeschoss erscheint fast nur noch als reines Fachwerk mit freiem Blick in die Dachkonstruktionen – nur im ersten Obergeschoss warten noch Möbel auf ihren Abtransport, damit auch hier bald fleißige Zeitgenossen die Wände und Decken „hochgehen“ können. Im August, so die Planung, sollen die Handwerker in das unter Leitung von „Major Domus“, Bbr. Peter Helmus, bislang in reiner Eigenarbeit entkernte Gemäuer einziehen. Drei derzeit vor dem Haus auf die Abfuhr wartende Container werden in diesen Tagen ersetzt. „Noch halten wir an einer zügigen Abwicklung des gesamten Bauprojekts fest“, versprechen die Organisatoren. Auch ist die Frage nach einem Pächter für die zu reaktivierende Gastronomie noch im Zuge der Baumaßnahmen zu entscheiden.

Von der Ruhr an den Main und nach China

Das beim Semester-Ex-Convent am 12. Juli neu gewählte Chargenteam von Senior Richie Duckheim, den Consenioren Daniel Muschellik, Peter Helmus und Fuxmajor Sebastian Sasse geht bereits in die Planungen für das Wintersemester. Erfreuliche Bilanz für den Sommer: Die Scheine sind gemacht, keine Ausfälle und ein bestens bestandenes Abitur war auch dabei. Scriptor Martin Knobloch v. Lütte wird zum WS sein Studium in Würzburg aufnehmen und sich dort UNITAS Hetania anschließen. Er ist damit nicht der erste, den es von der Ruhr an den Main verschlagen wird. Sein Abschied und der des bisherigen Quaestors und Conseniors Roderich Oberstehoehfeld, der im Sommer nach Peking geht, soll in einer Abschiedskneipe am 18. August gefeiert werden. Sie soll zugleich an ein Ereignis erinnern, dass die UNITAS Ruhrania vor einem Jahr besonders bewegte: Den XX. Weltjugendtag in Deutschland, der auch in Borbeck seine Spuren hinterlassen hat.

 




Sommer 2006: Schöne Grüße aus dem Dreck!

Drückende Temperaturen, Staub ohne Ende, Dreck wohin das Auge blickt und der Schweiß fließt in Strömen. Doch langsam entstehen Räume, die der Architekt des "Feldschlösschens" 1901 noch gesehen hat. Die Bauerei an der Flurstraße hat begonnen und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wandert durch die Röhre in die Container. 

Zwischenzeitlich hat Anfang der Woche auch ein sanfter Regen den Staub  wieder vom Gehsteig gespült und Passanten blicken wieder mit ungetrübtem Auge auf die Fortschritte, die langsam zu sehen sind. Noch werden viele Arbeitsstunden vergehen, bis alles so hergerichtet ist, dass Anfang August die ersten Handwerker in die Stockwerke einziehen. Bis dahin können noch viele helfende Hände gebraucht werden - erste positiven Meldungen von unitarischen Bundesbrüdern aus anderen Städten bekamen schon  weltmeisterlichen Applaus. Jedenfalls passiert derzeit soviel, dass wir mit dem Bautagebuch nicht mehr hinterher kommen. ....

 

 



Neuigkeiten aus dem Haus:
„Anpacker“ gesucht


In der vergangenen Woche hat sich einiges getan: Den Entrümpelungsaktionen folgt nun die Entfernung von Einbauten aus Küche und Obergeschoss. Die UNITAS Ruhrania bittet um Hilfe beim Start der Renovierungsarbeiten des neuen UNITAS Zentrums im Ruhrgebiet. In den nächsten Wochen sind helfende Hände herzlich willkommen.

Nach der Brechstangenaktion am Verschlag auf dem oberen Treppenansatz erschien LICHT (!), wie es lange nicht mehr ins Haus geschienen hat. Eine große Menge Holz wurde am Samstag vom Grundstück geschafft – ohne tatkräftige Mithilfe des CV-Kohle-Zirkelvorsitzenden Norbert Breiderhoff (Bild oben links) wäre dies kaum möglich gewesen. Herzlichen Dank fürs Anpacken und Schlangestehen am Recyclinghof! In der nächsten Woche sollen kurze Lauf- und Entsorgungswege entstehen und die Arbeiten im 2. Obergeschoss beginnen, durch die der spätere Versammlungssaal unter den Türmen in seinen Grundzügen wieder erkennbar werden soll. Auch sind  nun Container auf das Grundstück nach und nach gefüllt worden. Die ersten 15 Kubikmeter wurden bereits abtransportiert.

Auf dem Programm des von den Ruhranen neu eingerichteten Studiengangs "Abrisswissenschaften" stehen nun unter fachmännischer Anleitung des Baubetreuers bis in die zweite Julihälfte u.a.: Entfernen von gemauerten und Trockenbauwänden, Holzeinbauten, abgehängten Decken, gefliesten Fußböden und Sanitäranlagen. Geräte und Werkzeug werden gestellt (Arbeitsklamotten bitte mitbringen), für abendliche gesellige Runden ist alles vorbereitet, für Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Haus ist gesorgt. Das ideale Ziel für spontane Bauwut, die Fuxenfahrt der anderen Art!

Kontakt per E-Mail: ruhrania@UNITAS.org.

Unsere Bilder:
Roderich Oberstehöhfeld, Daniel Muschellik, der neugewählte "Major Domus" Peter Helmus und der Ehrensenior CB sahen aus wie nach einer Schicht "unter Tage". Ein Ende der munteren WM-Spiele im alten Fachwerk ist so schnell nicht abzusehen ....


 





Zirkel und Ruhranen 
auf der Ruhr 

Vereinsfest bei

Weltmeisterschafts-Wetter

Sonne, Sonne – nicht eine Wolke am Sonntag, 11. Juni, beim Vereinsfest zu Ehren des Verbandspatrons Bonifatius. Es begann um  9.30 Uhr mit der als lateinischem Choralhochamt gefeierten Hl. Messe in der Basilika zu Essen-Werden. Über 30 Bundesbrüder und Gäste versammelten sich anschließend in den „Domstuben“ gegenüber der Werdener Hauptkirche zur wissenschaftlichen Morgensitzung mit dem emeritierten Philosophen Prof. Dr. Georg Scherer. 

Der Referent stellte den über 30 Mitgliedern des Essener Unitas-Zirkels und der UNITAS Ruhrania in seinem einstündigen Vortrag den unitarischen Verbandspatron Thomas von Aquin in seiner epochemachenden und aktuellen Bedeutung vor. Das Format des von seinem Lehrer Albertus Magnus aus Paris nach Köln berufenen Scholastikers, der sich in seiner Jugend dem damals modernen Reformorden der Dominikaner angeschlossen hatte, lasse sich zunächst aus seiner Rezeption des Aristoteles erkennen. Sie habe eine Bildungsrevolution und eine Wende der abendländischen Zivilisation ausgelöst, ohne die das Christentum keine Weltreligion geworden wäre. „Die Neuzeit und der Beginn der modernen Naturwissenschaft liegt damit viel früher, als zumeist angenommen“, so Scherer. Zum anderen habe sich das Denken des Thomas mit dem Begriff der Schöpfung auch der Natur des Schöpfers (creators) zugewandt, den er als der Schöpfung immanent und allen Dingen „intime“ erkannte. Damit sei der jüngst aufgeflammte Streit um die Evolutionstheorie vom Aquinaten bereits längst beantwortet worden. 

 

Insbesondere komme seinem Denken eine große Rolle bei der sich immer wieder stellenden Frage nach der Menschenwürde zu. Thomas habe die gottgeschaffene menschliche Person in ihrer gottgegebenen Freiheit als das „Allerwürdigste“ der gesamten Schöpfung definiert, liefere demnach eine Antwort auf alle Grundlagen, die ein Staat oder Gemeinwesen nicht aus sich selbst heraus erschaffen könne. Mit Blick auf den am selben Tag begangenen Dreifaltigkeitssonntag habe Thomas nicht zuletzt die Grundlagen einer Trinitätslehre entworfen, die erst in der Theologie unserer Zeit ihre Früchte bringe. Die Dreipersonalität in ihrer Einheit und Übereinstimmung („in unitate“) sei „per amorem et communicationem“ Ausdruck des „Göttlichen Wir“, von dem Papst Benedikt XVI. als früherer Kardinal gesprochen habe. An der bei Thomas „subsistente Relation“ genannten interpersonalen Trinität habe auch der Mensch seinen Anteil, dessen Glauben die Vernunft vorauszugehen habe (ratio et fides). Den vielfältigen, mit Anekdoten versehenen Gedankengängen schloss sich eine Diskussion ein, die einen Bogen von der Antikenrezeption des Philosophen, seine Nähe zum islamischen Kulturkreis, der Philosophie Averroes, Avicennas, einer skeptischen Einschätzung des Referenten zu den Chancen eines interkulturellen Dialogs der beiden Weltreligionen Christentum und Islam und den Grundfragen der Ethik heute schlug.

 

Großen Gedanken muss auch ein gutes Essen folgen: „Dem Thomas hätte das gut gefallen“, war zu vernehmen. Nach dem Mittagsessen begab sich die Versammlung auf´s Schiff: Um 15 Uhr startete die „Kettwig“ zu einer zweistündigen Bootstour mit Abstecher durch die Schleusen auf den Baldeneysee zu einer Rundfahrt nach Kettwig. Gut 20 Teilnehmer am Vereinsfest genossen die Fahrt bei dem herrlichen Wetter. Den Organisatoren, UNITAS-X Martin Gewiese, dem Senior Sebastian Sasse und dem Consenior Daniel Muschellik herzlichen Dank! 


Epikur, Stoa und akademische Skepsis:
Vortrag "Gottesbilder in der Antike" am 7./14.6. 2006

Eine große Zuhörerschaft verzeichnete am Mittwochabend, 7. Juni, die gemeinsame Wissenschaftliche Sitzung von UNITAS-Zirkel Essen und UNITAS Ruhrania im "Istra". Über 30 Besucher erlebten einen lebendigen Vortrag von Bbr. Nikolaus Mantel über „Gottesbilder in der Antike“, der in idealer Weise die wissenschaftliche Morgensitzung von Professor Scherer zum Vereinsfest am Sonntag in Essen-Werden vorbereitete.

Zum Ausgangspunkt seiner Thesen wählte der Referent, Lateinlehrer am Essener Carl-Humann-Gymnasium, Ciceros Buch „De natura deorum“. In dem 45 v.Chr. entstandenen Werk stellt der Angehörige des römischen Patriziats die in seiner Zeit viel diskutierten Gottesbilder der griechischen und hellenistischen Philosophen vor. Seine Zusammenfassung der epikureischen (Demokrit, Atomismus) und stoischen Götterlehre sowie die Kritik der akademischen Skepsis (Sokratisches Nichtwissen) ist wichtige Quelle auch für viele verschollene Originalschriften. Cicero selbst, so führte Bbr. Dr. Mantel aus, habe das Thema eine „res non satis adhuc explicata“, als ungeklärte Sache bezeichnet – „perdifficilis et perobscura“. Prinzipiell widersprachen – nicht nur für ihn – etwa „untätige Götter“, wie sie die Epiker nannten, dem römisches Denken: Ohne ihr aktives Tun wären die Werte der pietas, sanctitas und religio ohne Grundlage, wären Opfer sinnlos, ebenso Vogelschau und Weissagungen.

Wie die Cicero aufzeigt, kennzeichnet das antike Denken eine grundsätzliche Widersprüchlichkeit und Inkonsistenz der konkurrierenden Gottesvorstellungen. Eine allgemein annehmbare, widerspruchsfreie Theorie über die Götter gab es nicht. Dies zeigen die klassischen philosophischen Schulen im hellenistischen Raum: Bereits Plato und sein Schüler Aristoteles hatten sich von den durch die Sagen und homerischen Epen bekannten Göttervorstellungen des traditionellen griechischen Mythos distanziert. Im Gegensatz zu den sehr menschlichen Eigenschaften, die den Göttern des Olymp zugeschrieben wurden, erzeugten Platon und seine Nachfolger das Bild einer vollkommen guten und vom Anthropo­morphismus freien Gottheit, die letztlich mit der Idee des Guten und Schönen zusammen­fällt. Aristoteles entwarf die These, dass Gott als höchstes Wesen ganz Geist ist, sich der Betrachtung hingibt (Nikomachische Ethik X 8), sich jedoch als „Urkraft", „Herzstück" und selbst unbewegter Beweger der Schöpfung darum kümmert, dass sie funktioniert (Über den Kosmos 398). Doch auch bereits in ihrer Zeit gibt es Formen antiken Atheismus­: Sophisten und andere kritisierten, dass nützliche Dinge oder berühmte Persönlichkeiten zu göttlichem Wirken erhoben wurden. Epikur dagegen verwies auf eine allen Menschen natürlich ein­gewurzelte Ahnung (anticipatio; innatae cognitiones) des Göttlichen. Mit den Sinnen sei die menschenartige Gestalt der Götter erkennbar, die sich fern der Menschen nicht um deren Schicksal kümmern und sich untätig größter Freuden hingeben - „Thesen eines „Religionsstifters, der als Aufklärer und Befreier der Menschen antrat und oft missverstanden wurden“, meinte Bbr. Mantel. Die Weltschöpfung sei nach Epikur rein naturwissenschaftlich erklärbar und dem Zufall unerworfen. Die philosophische Schule der Stoa argumentierte unter Berufung auf Kleanthes, Zenon von Kition und Chrysipp versuchte im 3. vorchristlichen Jahrhundert, den Mythos rational mit Hilfe der Ety­mologie neu zu interpretieren: Feuer sei der Urstoff der Schöpfung, es bilde als Substanz den göttlichen Geist, dem der menschliche Geist wesensverwandt sei. Das Weltall selbst sei belebt und göttlich, die Gottheiten seien der Gesetzmäßigkeit des Kosmos Gestirne, erschienen in der vollkommenen Gestalt der Kugeln (Sterne) in einer Umlauf­bahn (Kreis) und sorgten für die Menschen, Völker, Städte und Einzelpersonen. Aufgrund der Wesensver­wandtschaft sei das Weltall für Menschen und Götter das gemeinsame Haus in einer als nützlich herausgestellten Schöpfung. Dagegen stellte die akademische Skepsis etwa ihre Thesen, dass Gott kein Lebewesen sein könne, da jedes Lebewesen vergänglich sei, Lust und Schmerz empfinde. Gott könne keine der vier Kardinaltugenden haben, weil er sie nicht brauche und ihm Gut und Böse nicht begegneten.

Die Grundfrage nach der Natur des Göttlichen

Die Grundfragen nach der Natur des Göttlichen seien eine der großen Herausforderung für Denker aller Zeiten gewesen, unterstrich Bbr. Mantel. Dies zeige sich in den vielen Versuchen, seine Existenz oder Nichtexistenz zu beweisen. Bereits die Stoa habe etwa im Gottesbeweis von Chrysipp argumentiert, dass das, was etwas bewirkt und über die Klugheit des Menschen hinausgehe, besser als der Mensch sein müsse. Auch aus der Tatsache, dass es nicht vom Menschen geschaffene Himmelserscheinungen und der Mensch trotz Tugend und Weisheit selbst nicht vollkommen sei, folge, dass ein höheres Wesen existieren müsse. Mit der Verweis auf das Denken des Anselm von Canterbury (Gott ist das „quo maius cogitari non potest“) richtete der Referent den Blick auf die modernen Philosophen, etwa Feuerbach, bis hin zu den Anfragen der modernen Naturwissenschaft. Alle Versuche, die Größe dieser Grundfrage der menschlichen Existenz zu begreifen, begännen und mündeten dagegen für das Christentum im Wort von der „Fülle der Zeiten“, so Bbr. Mantel. Der christliche Glaube von der Menschwerdung Gottes habe in einer Zeit, in der sich die antiken Vorstellungen des Göttlichen „erschöpft“ zeigten, die gültige Antwort gegeben – eine Feststellung, an der sich in der Diskussion zahlreiche Fragen und Beiträge entzündeten. Dem Redner, der sich gerne einer weiteren Erörterung und Forstsetzung des Thema stellen will, dankte die Corona (Bild unten) mit einem herzlichen Applaus.

 

7. Juni: Wissenschaftliche Sitzung im "Istra"
Vortrag über Gottesbilder der Antike


Uralte Schöpfungsmythen, hierarchisch sortierte Götterhimmel, Natur-, Staats- und Kaiserkulte, synkretistische Mischformen der mittelmeerischen Zivilisation, blutige orientalische Mysterien, dionysische Feste und Fruchtbarkeitsrituale - im übervölkerten Olymp der antiken Gesellschaften gab es viel Konkurrenz, gegen die sich schließlich das frühe Christentum durchsetzte.
Über "Gottesbilder der Antike" referiert am Mittwoch, 7. Juni, Bbr. OStR Dr. Nikolaus Mantel, Latein- und Geschichtslehrer am Carl-Humann-Gymnasium Essen. Der Vortrag mit Diskussion beginnt um 19.30 Uhr in der Konstanten des UNITAS-Zirkels Essen, dem Restaurant "Istra" an der Martinstraße in Essen-Rüttenscheid. Es wird herzlich eingeladen.

 


 

„Pfingstnovene“ unter den Tisch geschlagen:

Hoher Besuch auf dem Haus


Überraschender Besuch bei der Kneipe am 1. Juni: Die Hohe Vorortspräsidentin, Elisabeth Fels und ihr Team von W.K.St.V. UNITAS Clara Schumann (Bonn) erfreuten die bei der UNITAS Ruhrania versammelte Corona mit ihrer Anwesenheit. Vor einer trotz des seit 27. Mai andauernden Fidulitas-Marathons noch gänzlich ungeschwächt und fröhlich feiernden Festversammlung richtete sie die Grüße des Verbandes aus. 

Senior Sebastian Sasse dankte als Präside des Abends für die Zeichen und Worte der Verbundenheit, insbesondere auch für den Besuch von Mitgliedern des örtlichen CV-Zirkels Kohle und das Grußwort des CV-Zirkelvorsitzenden, Norbert Breiderhoff: "Ein weiterer Meilenstein der interkorporativen Zusammenarbeit in Borbeck und dem Ruhrgebiet". Der Geistliche Beirat Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann begleitete den traditionsstudentischen Melodienreigen auf dem Piano und erfreute die Corona in den Kolloquien u.a. mit Brot und noch dampfenden, in Sherry geschwenkten Frikadellen. Mit einer gelungenen Prinzipienrede über den antiken Philosophen Plato und den Apostel der Deutschen, den unitarischen Verbandspatron Bonifatius, setzte der Senior die inhaltlichen Themensetzungen der Abende fort – ein besonderer Glückwunsch zum Geburtstag von Fbr.Cbr. Dipl.Math. Winfried Knobloch v. Plato, der in seiner Ansprache an die Gründung katholischer Korporationen in der ehemaligen DDR erinnerte.

 

Eine Schnapsidee gewann Gestalt

 

Begonnen hatte die Reihe der Veranstaltungen mit einem Treffen am Samstag, 27. Mai, das von Fuxmajor Roderich Oberstehöhfeld präsidiert wurde. Mit seinen Ausführungen zu den Leistungen der chinesischen Hochkultur hatte der Ostasienkundler die Lacher auf seiner Seite. Unterbrochen durch die Große Borbecker Prozession am Sonntag setzten sich die von Senior Sebastian Sasse geleiteten Kneipen am Montag und Mittwoch fort. Unter anderem werden den Teilnehmern die prägnanten Worte von Sebastain Sasse v. Karl May zu den „wahren Glücksbarometern des Lebens“ und das gelungene Inoffiz von Bbr. Richie Duckheim in Erinnerung bleiben – ebenso aber auch von Consenior Daniel Muschellik gegen das Präsidium tapfer gezeigte Trotz oder die „glockenhell“ angestimmten Liedintros von Scriptor Martin Knobloch. Den Schlusspunkt zur "Großen Borbecker Kneipnovene" setzte am Freitag, 2. Juni, eine Kneipe zum Gedächtnis von Adolph Kolping. In der Prinzipienrede stellte X-hc Christof Beckmann den Priester und Gesellenvater mit seinen prägenden Charakterzügen als Zeitgenossen von UNITAS-Gründer Hermann Ludger Potthoff vor. Grüße überbrachten Bbr. Michael Schneider vom UNITAS-Zirkel Castrop-Rauxel, Bbr. Martin Gewiese, Vorsitzender des UNITAS-Zirkels Essen, Bbr. Richie Duckheim für die UNITAS Rheinfranken Düsseldorf sowie Reinhard Eichenberg und Heinrich Müller von der Kolpingsfamilie St. Dionysius Borbeck. Besonderer Höhepunkt: Ein feierlicher Ruhr-Salamander auf das gerade bestandene Abitur von Maike Schneider und das am Vortag mit Bravour abgelegte Examen des frischgebackenen Diplomingenieurs Bbr. Peter Helmus.

 


Wollte man nach einem denkwürdigen und so sicher einmaligen Kneipturnier Bilanz ziehen, ließen sich einige Erkenntnisse festhalten. Zum einen hätten die gesammelten Conkneipanten kritischen Zeitgenossen auf die Bemerkung „Ihr seid ja nicht ganz bei Trost“ zweifellos jederzeit ein mannhaftes „Stimmt!“ entgegengeschmettert. Die Disziplin ließ durchaus wenig zu wünschen offen, die Gäste zeigten sich angetan. Viel Geistreiches hielt sich mit dem unvermeidbaren Kneip-Klamauk ganz gut die Waage. Musikalisch sicher herausragend war der von Kirchenmusiker Bbr. Udo Nobis aus Metelen am Klavier begleitete Abend, aber auch die a capella-gestalteten Kneipen hatten ihren Reiz, da sich irgendwann immer doch ein Ton findet, der ungefähr passt. Andererseits macht das „bacchantische Trainingslager für akustische und andere Leidensfähigkeiten“ auch deutlich, dass „alles seine Zeit“ haben muss, wie der Senior in einer seiner Prinzipienreden ausführte. Zuviel wäre schlicht zuviel – und doch hatten alle ihren Spaß an der veritablen Schnapsidee, die in dieser Form wohl noch nie Gestalt gewann. Der auf der Wochenhitliste ganz oben stehende Cantus und Ohrwurm "Krambambuli" ist allerdings für die nächsten Wochen erstmal abgewählt ...

 

 

Hoher Besuch auf dem Haus


Überraschender Besuch bei der Kneipe am 1. Juni : Die Hohe Vorortspräsidentin, Elisabeth Fels und ihr Team von W.K.St.V. UNITAS Clara Schumann (Bonn) erfreuten die versammelte Corona mit ihrer Anwesenheit. Vor einer trotz des seit 27. Mai andauernden Fidulitas-Marathons noch gänzlich ungeschwächt und fröhlich feiernden Festversammlung richtete sie die Grüße des Verbandes aus. 

Senior Sebastian Sasse dankte insbesondere für den Besuch von Mitgliedern des örtlichen CV-Zirkels Kohle, die sich dem gefühlvoll vom Geistlichen Beirat Kaplan Helmut Wiechmann auf dem Piano begleiteten studentischen Melodienreigen auslieferten. "Ein weiterer Meilenstein der interkorporativen Zusammenarbeit", dankte der Präside des Abends für das Grußwort des Zirkelvorsitzenden, Norbert Breiderhoff. Mit einer gelungenen Prinzipienrede über den antiken Philosophen Plato und den Apostel der Deutschen, den unitarischen Verbandspatron Bonifatius, setzte der Senior die inhaltlichen Themensetzungen der Abende fort. Den Schlusspunkt zur "Großen Borbecker Kneipnovene" wird am Freitag, 2. Juni, eine Kneipe zum Gedächtnis von Priester und Gesellenvater Adolph Kolping setzen. Auf der Wochenhitliste ganz oben ist inzwischen der Cantus "Krambambuli" - wir werden ihn wohl in den nächsten Wochen nicht mehr hören können ...

 

 

 

378. Große Borbecker Gottestracht 
am 28. Mai


BORBECK. Am Sonntag, 28. Mai, zieht die 378. Große Borbecker Gottestracht durch den Stadtteil. Um 8.30 Uhr versammeln sich die Abordnungen auf dem Kirchplatz, die Messe beginnt um 9 Uhr in St. Dionysius. Anschließend zieht die Prozession mit dem Allerheiligsten am UNITAS-Haus Flurstraße/Möllhoven vorbei zur Kirche St. Immaculata. Nach dem Segen kehrt die Prozession zurück auf den Alten Marktplatz zum Abschlusssegen. Das Fest schließt mit einem gemütlichen Beisammensein am Jugendheim. 

Nach der Prozessionsordnung gehen die Gruppen auf dem Weg von St. Dionysius nach St. Immaculata (Segenstation) wie folgt: Kreuzgruppe, Kommunionkinder, Kindergarten, Pfadfinder, Banner und Fahnenabordnungen, Studentenabordnung, Ehrengarden, Kreuzgruppe, Messdiener, Sakramentsgruppe, Kirchenchöre, Musikkapelle, Gemeinden. Auf der Strecke von St. Immaculata zum Marktplatz (Segenstation): Kreuzgruppe, Kommunionkinder, Kindergarten, Pfadfinder, Banner und Fahnenabordnungen, Studentenabordnung, Gemeinden, Musikkapelle, Ehrengarden, Kreuzgruppe, Messdiener, Sakramentsgruppe, Kirchenchöre.

Traditionsreiche Prozession

Die „Große Borbecker Prozession“ ist eine Besonderheit im lokalen und regionalen Frömmigkeitsleben: Sie fand und findet nicht am Fronleichnamsdonnerstag selbst, sondern bereits am Sonntag vor dem Fest statt. Dieser Termin geht auf die Amtszeit des aus Dorsten stammenden Pastor Jacob Burrichter (1615-1636) zurück, als die damals länger nicht mehr begangene Gottestracht durch die auf Schloss Borbeck residierende Essener Fürstäbtissin Maria Clara Freiin von Spaur, Pflaum und Vallier (1614-1644) eine neue Belebung erfuhr. Ihre Anordnung aus dem Jahre 1628 legte den Termin der Borbecker `Hilligendracht' auf den Sonntag vor Pfingsten fest, weil die Fürstin sowohl an der Essener wie auch der Borbecker Fronleichnamsprozession teilnehmen wollte. Sie begleitete die Gottestracht, die fünf bis sechs Stunden zuerst über Vogelheim, wo der erste Segen gegeben wurde, über Bochold, Möllhoven und Schönebeck nach Bedingrade, über Frintrop und die Lipperheide, Dellwig und Gerschede zurück nach Borbeck führte, mit ihren Hofdamen in einer prachtvollen Kutsche. 

Der frühe Termin ermöglichte den Besuch von vielen Gläubigen über die Pfarrgrenzen von St. Dionysius hinaus. Die vielen an den Vorbereitungen beteiligten Pfarrgruppen sicherten der „Borbecker Gottestracht“ eine zeitweise große Prachtentfaltung, die nicht nur von der Geistlichkeit als Ausdruck einer besonderen lokalen und eucharistischen Frömmigkeit gewertet wurde. Ausdruck hierfür ist auch die Gründung von „Eucharistischen Ehrengarden“ im ganzen Gemeindegebiet und von Ausschmückungskomitees, die überall in der möglichst aufwendigen Ausstattung der Segensaltäre und des Prozessionsweges konkurrierten. Für den Schmuck der Prozession sorgten eigene, von „Brudermeistern“ geleitete „Fahnenvereine“, so im Bezirk Möllhoven, die Vereinigungen der Anwohner der Kirch- und angrenzender Straßen, im Bezirk Flurstraße, Wilhelmstraße und Schlossstraße. 

Im Jahr 1911 ist im Kirchenblatt der Gemeinde St. Dionysius zu lesen: „Damit aber die ganze Veranstaltung wirklich ein Fest werde, in welchem sich die Seele wieder recht lebendig zu Gott hingezogen fühle, sollten die Teilnehmer sich selbst stets bewusst bleiben, was sie begleiteten. Deshalb wurden folgende Regeln als Leitgedanken aufgestellt: „1. Jeder bleibe bei der Prozession bis zum Schlusse und verlasse besonders nicht an den Segensstationen nicht die Reihe, auch nicht auf kurze Zeit. 2. Jeden Augenblick erinnere man sich daran, dass der höchste König des Himmels und der Erde seinen Triumphzug hält und dass somit jedem Teilnehmer eine unermeßlich Ehre zuteil wird. 3. Nach diesen Gedanken und Gesinnungen richte sich auch die äußere Haltung. 4. Es muß deshalb alles Schwätzen und Lachen vermieden werden, diese Mahnung richte sich besonders an die Jünglinge und Jungfrauen. 5. Jeder beteilige sich eifrig am Beten und Singen. Beim Rosenkranz wird abwechselnd von der rechten und der linken Seite nach Gesetzen vorgebetet, die Weisungen der Brudermeister sind strikte zu befolgen. .... Werden diese Regeln befolgt, dann steht zu hoffen, dass die Prozession erbauend auf alle Teilnehmer einwirkt und dass dann auch der Lohn nicht ausbleibt, den der Heiland verheißt mit den Worten: „Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist!“ Möge also von den Segnungen an den verschiedenen Stationen reicher Segen auf alle Teile unserer Pfarre niederströmen.“ („Die große Prozession“, in: KB 1(1911),27 vom 28.5.)

Der Schmuck von Schaufenstern und übrigen Fenstern verstand sich von selbst, die Schmuckartikel dazu waren bei den örtlichen Geschäften zu beziehen. Bis auf die Kriegsjahre wurde für die Musik auf Militärkapellen zurückgegriffen. In den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erlebte die Prozession einen besonders großen Aufwand. So berichtete 1921, im Jubiläumsjahr der 25 Jahre zuvor gegründeten Eucharistischen Ehrengarde, der Berichterstatter der ESSENER VOLKSZEITUNG, dass er gestehen müsse, „kaum eine schönere Prozession in den größten Städten der Rheinprovinz oder Westfalens gesehen zu haben.“(EVZ, Nr.11 vom 13.5.1921)
(Bilder oben: Prozessionsbilder aus dem letzten Jahr, Aufnahmen: A. Stölker)


16./17. Mai: Geschäftiges Treiben am Feldschlösschen

Dienstagnachmittag auf dem UNITAS-Haus: Spontan krempelten die anwesenden Aktiven die Ärmel hoch und begannen Fakten zu schaffen. Vor dem anstehenden Umbau und dem Beginn der Bauarbeiten soll nun alles, was nicht brauchbar, niet- und nagelfest ist, raus. Alte Schränke, Regale, Pappe, Kühlschränke und vieles andere wanderten in der Hauruck-Aktion auf den Sperrmüll. Ermattete Krieger trafen sich am Abend im Garten, um ihre müden Knochen zu pflegen.

Am Mittwoch ging es weiter: Da noch manches mehr Entbehrliche in Sozialraum und Keller schlummerte, wurde gleich der ganze Tag für die Fortsetzung der Aufräumarbeiten angehängt, ein zweiter Stapel entstand hinter dem Haus. Zum Stammtisch fand sich am Abend ein knappes Dutzend Gäste um den Conventstisch im Garten ein, die schnell besorgtes Grillgut in einem längeren Gelage seiner Bestimmung zuführten. Damit steht nun wohl definitiv fest: Bis zum Start der Bauerei an der Flurstraße ist es nicht mehr weit hin. Besten Dank für den Einsatz von Sebastian, Roderich, Richie und Daniel!

 


Ab Sa. 27.5.: 
"Große Borbecker Pfingstnovene"


Rätselhaft und offensichtlich erklärungsbedürftig ist, was bereits jetzt am Programmhorizont des Sommersemesters dreut: Unter dem Titel „Borbecker Pfingstnovene“ stehen alle Abende ab Samstag, 27. Mai, bis zum Pfingstwochenende unter einem besonderen Motto. In Form der traditionellen studentischen Kneipe sollen Themen zum Zug kommen, die von Tagespolitik und Medien vorgegeben sind, aber auch fantasievolle Inszenierungen von Hobbies, Sportarten oder Landschaften und anderen Ereignissen sind möglich. Gefragt sind Improvisationstalent, Geistesgegenwart, Sangeslust und nicht zuletzt – Durchstehvermögen ...

Dass aus dem so erstmalig gefeierten Kneip-Marathon bislang ein größeres Geheimnis gemacht wird, kann mehrere Gründe haben: Kann wohl sein, dass sich die Organisatoren noch nicht so ganz über die komplette Kneipordnung im Klaren sind, vielleicht liegt es aber auch schlicht daran, dass diese offensichtliche „Schnapsidee“ ohne historisches Vorbild ist. Ähnlichkeiten mit aus der studentischen Geschichte bekannten Bierstaaten (Bierkönigreichen oder –republiken) drängen sich auf, aber im unitarischen Komment finden sich bislang keine Anhaltspunkte dazu, wie die allabendlich zelebrierte Lebensfreude über eine ganze Woche hinweg zu zügeln wäre. Die Aktiven aber sind optimistisch.

Bereits jetzt: Herzliche Einladung!

Denn Hilfe versprechen bereits jetzt Bundesgeschwister aus anderen Städten, in denen dieser außergewöhnliche Programmpunkt der Ruhr-UNITAS bereits registriert wurde. Mit eifrig mitkneipendem Besuch darf also gerechnet werden. Wer sich noch nicht gemeldet hat: Ran ans Telefon und schnell klargemacht, zu welchem Termin Essen-Borbeck Ziel einer Fuxen- oder Burschenfahrt werden soll. Die UNITAS im Ruhrpott jedenfalls freut sich, dass sie für ein einzigartiges Erlebnis in der gesamten Studienzeit sorgen darf. Nicht zuletzt sind auch die befreundeten Korprationen im Revier und alle Freunde der UNITAS herzlich willkommen!
Die Kneipen auf dem Haus beginnen jeweils um 20 Uhr. 


17. Mai, 19.30 Uhr: 
Mittwochs-Treff auf dem Haus 


Für Mittwoch, 17. Mai, lädt die Aktivitas zum Treffen auf dem UNITAS-Haus an der Flurstraße. Ab 19.30 Uhr sind alle Aktiven, Gäste und Interessierte herzlich im "Feldschlößchen" willkommen. 




10. Mai, 19.30 Uhr: 
Nächster Mittwochs-Treff auf dem Haus

 

Wie der Name schon sagt, liegt der Mittwoch - mitten in der Woche. Ein guter Termin für ein Treffen auf dem Haus an der Flurstraße, um sich auszutauschen, den Grill anzuwerfen, zu erzählen und zu planen. 
Am 10. Mai um 19. 30 Uhr findet das nächste Treffen statt. Berichtet wird über Verlauf und Erlebnisse bei der 129. Generalversammlung in Neuss, auch werden ein paar Bilder von der Romfahrt gezeigt. Alle Aktiven,  Gäste und Interessierte sind herzlich ins "Feldschlößchen" eingeladen.

 

 

 

Borbecker zu Besuch in der Ewigen Stadt
Phänomenaler Besucherandrang in Rom

60.000 Menschen allein bei der letzten päpstlichen Mittwochsaudienz, überall Fahnen und feiernde Gruppen - Rom ist in den Tagen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Schweizergarde für Unzählige aus aller Welt eine Reise wert. "Ein absolutes Phänomen", erklärt Don Antonio Tedesco, Leiter der deutschsprachigen Pilgerseelsorge. In 38 Jahren seiner Tätigkeit in der Ewigen Stadt habe er einen solchen Ansturm von Pilgern noch nicht erlebt. "Die Kirche ist jung - und das können sie überall sehen", pflichtet er einer Botschaft von Benedikt XVI. bei. Und das ist bei einem Besuch in Rom tatsächlich unübersehbar.

Davon konnte sich jetzt eine Borbecker Besuchergruppe vom 27. April bis 3. Mai selbst überzeugen. Aus Anlass des 20. Stiftungsfestes der Katholischen Akademischen Verbindung "Capitolina" zu Rom im CV waren über 500 Gäste in den Süden  aufgebrochen, unter ihnen 48 über den CV-Zirkel Kohle und den Verein der Freunde und Förderer angemeldete Pilger, mit  Christof und Andreas Beckmann auch zwei Unitarier und Ruhranen. Denn wenn der 265. Nachfolger Petri im Papamobil seinen "Giro" über den menschenwogenden Petersplatz macht (s. unser Filmausschnitt aus der letzten Woche), brandet überall Beifall auf. Spontan formieren sich Chöre, jubeln die namentlich genannten Besuchergruppen aus allen Kontinenten. Humorvoll lobt er das gute Wetter, richtet persönliche Worte an die auf dem monumentalen Platz vertretenen Vereinigungen und Institutionen. Seine Ansprachen über den Glauben sind durchgehenden Themen gewidmet. Kurz und klar umreißt er die gestellten Fragen des Tages, erläutert den Zusammenhang von biblischem Text und Alltagsgültigkeit des christlichen Glaubens. Bis zuletzt lauscht man der anspruchsvollen Rede, dem lateinischen Segen folgt erneuter Jubel. An den Eingängen zu den abgesperrten Wegen kontrollieren sonnenbebrillte Anzugträger und Schweizergardisten in ihren bunten Uniformen. Sie absolvieren in diesen Tagen ein Programm, das auch viele Landsleute in die Ewige Stadt gelockt hat: Anlass sind die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der ältesten Armee der Welt.

500 Jahre im Dienst der Kirche


Der Traditionstruppe ist im linken Flügel der Platzanlage zum Jubiläum eine sehenswerte Ausstellung gewidmet. An den Bannern der Schweizer Kantone vorbei geht es über eine knarrende Treppe hoch in Säle voller Vitrinen. Portraits der Obristen, Stiche, Fahnen, Gemälde, Waffen, Münzen und Uniformen zeichnen ein lebendiges Bild der Palastwache, deren Mitglieder nicht nur eine abgeschlossene Militär- und Berufsausbildung vorweisen müssen. "Die Schweizergarde kann sich mit ihrer 500-jährigen Geschichte allein nicht rechtfertigen", unterstrich Kommandant Elmar Mäder (Bild links) im Radiointerview mit Christof Beckmann (www.kip-nrw.de). Sie habe vor allem eine gute Arbeit abzuliefern, getreu ihrem Motto verlässlich und treu. Doch sei ihr Dienst nicht zuletzt ein Zeichen für die Kirche selbst. "Wären wir ein Unternehmen, ist dies unsere "corporate identity": Der katholische Glaube. Als Laien wollen wir der Kirche dienen." In diesem Sinne, meint der Oberst, gebe es Schweizergardisten weltweit ...

Das dem Thema "Europa - Benedikt - Augustinus" gewidmete Oberthema der Tage in Rom traf so recht den Nerv. Sowohl der  Cartellverband als auch der ein Jahr ältere UNITAS-Verband wählten beide als Devise ihrer Lebensgemeinschaften das Augustinus zugeschriebene Motto "in neccessariis unitas - in dubiis libertas - in omnibus caritas". Und Rom ist wahrlich ein Ort, an dem sich die tiefere Bedeutung des "unitarischen" Teils der Devise so richtig nachspüren lässt. Für die UNITAS-Mitglieder neben dem Besuch in Ostia Antica und Frascati ein besonderes Erlebnis: Im Rahmen des Stiftungsfestes nahmen die römischen Capitolinen, Anlaufstation für Studenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, den Leiter der deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatsekretariat, Bundesbruder Prälat Christoph Kühn, als Mitglied auf. Er war und ist aktives Mitglied bei UNITAS Frankonia Eichstätt, die bei der gleichzeitig stattgefundenen 129. Generalversammlung des UNITAS-Verbands in Neuss zum neuen Vorort für das Jahr 2006/2007 gewählt worden ist. 

 

 

Hoher Besuch auf dem Ruhranen-Haus

und wegweisende Beschlüsse
22. April 2006: „Ein historisches Datum“


BORBECK. Der Tag vor dem Weißen Sonntag, dem Fest des Hl. Georg und zugleich dem "Tag des Deutschen Biers" - auch ohne diese Begleitumstände wird der Samstag, 22. April 2006, in Essen-Borbeck leicht zu merken bleiben: An diesem Tag nämlich empfing die UNITAS Ruhrania hohen Besuch. Der Vorstand des Zentralen Hausbauvereins (ZHBV) hatte zu einer Dringlichkeitssitzung auf das Feldschlößchen eingeladen - mit einem wichtigen Tagesordnungspunkt ...

Die Beratungen des durch die Bundesbrüder Dr. Dieter Rehbein (Vorsitzender), Dr. i.R. Dipl.-Ing. Hans Stumpf aus Recklinghausen (Vorsitzender der UNITAS-Bewilligungskommission, BK), Dieter Krüll (Verbandsgeschäftsführer, Neuss) sowie durch die Bonner Vorstandsmitglieder Norbert Mattar (ZHBV-Geschäftsführer) und Winfried Gottschlich vertretenen Verbandsgremiums galten vor allem der Beschlussfassung zur finanziellen Absicherung der im Mai 2006 startenden Baumaßnahmen an der Flurstraße. Für die örtliche Altherrenschaft war der Essener UNITAS-Zirkelvorsitzende OStR a.D. Martin Gewiese auf das Haus gekommen, auch der Geistliche Beirat des Verbandes, Kaplan Helmut Wiechmann aus Stoppenberg, kam zu einer Stippvisite.

Die Ergebnisse kurz und bündig: Nach gemeinsamem Stehkaffee und Hausbesichtigung schloss sich der Vorstand in seinen Beratungen dem zuvor positiv gefällten Urteil der Bewilligungskommission einstimmig an. Nach ausführlicher Prüfung sind damit alle Vorbedingungen durch die UNITAS Ruhrania zufriedenstellend geleistet worden. Mit dieser Entscheidung steht nach den im August 2004 begonnenen Planungen nun auch die Komplettfinanzierung der von Architekt Bbr. Otfried Jäger (Wesel) in beeindruckende 3-D-Bilder umgesetzten und von Dipl-Ing. Reiner Schlenkermannn (Oberhausen) kalkulierten Baumaßnahmen. Vorgesehen ist die weitgehende Entkernung des durch vielfältige Ein- und Umbauten in Mitleidenschaft gezogenen Gebäudes und die Herstellung von Neubauqualität. Die Totalrenovierung soll das 1901 als Hotel eröffnete, traditionsreiche Gebäude mit der eigenwilligen Jugendstil-Fassade wieder zu einem echten Blickfang im Stadtviertel machen. Neun Studenten werden nach Abschluss der Bauarbeiten im "Unitarischen Zentrum Ruhr" wohnen, die Gastronomie soll mit ihrem Biergarten ein einladender, offener Treffpunkt für die unitarische Familie, aber auch Gäste aus Borbeck und der ganzen Region werden - so das Konzept.

Als herausragend würdigten BK und ZHBV unter den intensiven Vorarbeiten insbesondere die Patronatserklärung des AHV Ruhrania und die Zeichnung von Mitglieder-Bürgschaften in Höhe von über 100.000 Euro. Mit seinem auf rund 700.000 Euro bezifferten Gesamtvolumen, unterstrich der Vorsitzende Dr. Rehbein aus St. Augustin, sei das Ruhr-Projekt das größte seit der Gründung des ZHBV überhaupt. Die zentrale, genossenschaftlich organisierte gegenseitige Unterstützungskasse des UNITAS-Verbandes wurde vor genau 40 Jahren in Bonn gegründet und vertritt über 35 örtliche Hausbauinitiativen des ältesten katholischen Studentenverbandes. Sie unterhalten in rein ehrenamtlicher Trägerschaft über 30 Studentenwohnheime in ganz Deutschland, die Raum zum gemeinsamen Wohnen, Arbeiten und Platz für gesellige Veranstaltungen bieten.

Entscheidender Schub für die UNITAS im Revier

„Der heute gefasste Beschluss ist auch ein besonderer Vertrauensbeweis für die im Ruhrgebiet - damit in der Heimat des Verbandes - tätigen Bundesbrüder in Aktivitas und Altherrenschaft“, hob Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll hervor und sprach seine Hoffnung auf ein blühendes unitarischen Leben aus. Der mit dem Projekt eingegangenen Verpflichtung und Herausforderung, so die Bundesbrüder Dr. Christof Beckmann, Michael Schneider und Bernd Genser vom Vorstand des UNITAS Ruhrania-Studentenheim e.V., seien sich die Bundesbrüder an der Ruhr der ganzen UNITAS gegenüber bewusst. Die Entscheidung sei ein entscheidender Schub für die UNITAS im Revier - damit, so die Hoffnung, aber auch für den gesamten Verband. Der Vorstand dankte allen an dem Projekt Beteiligten herzlich für die Unterstützung bei der bisherigen Arbeit.

Für die angereisten Gremienvertreter hielten die Ruhranen sicher seltene Erinnerungsstücke bereit: Die eigens gefertigten, symbolischen „Hausbau-Aktien“ (Bild links) tragen das Ausgabedatum 22. April 2006. „Dieser Tag ist ein historischer Tag für die gesamte Unitas an der Ruhr“, stellte Senior Sebastian Sasse vor den 15 Sitzungsteilnehmern heraus. Im Anschluss an die intern weitergeführte Sitzung luden Aktivitas und Hausbauverein zu einer kräftigen Gulaschsuppe in der Gaststube ein. Ein gemeinsames Bier vom frisch angestochenen Fass besiegelt um 12.30 Uhr die befassten Beschlüsse. Der örtliche Hausbauverein dankt insbesondere der ganzen Aktivitas für die Vorbereitung der Sitzung.
 

Im Bild oben rechts: Dank an Bbr. Dr. Dieter Rehbein (St. Augustin), den Vorsitzenden des UNITAS-Hausbauvereins Bonn e.V., darunter: Beste Wünsche für den Verlauf der bald beginnenden Baumaßnahmen an der Flurstraße (v.r. Dr. Dieter Rehbein, Martin Gewiese vom AHZ-Essen, ZHBV-Geschäftsführer Nobert Mattar, Senior Sebastian Sasse und FM Roderich Oberstehoehfeld), entspannte Gespräche nach der für die Borbecker Ruhranen durchaus spannenden Sitzung (v.r. Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll, Geistl. Beirat Helmut Wiechmann, BK-Vorsitzender Dir. a.D. Hans Stumpf und Dieter Rehbein).

 

Nachwuchs im Badischen!
Hallo - Peter August Gößmann!

Als glückliche Eltern zeigen Bbr. Burkhard Gößmann und Elisabeth Adler-Gößmann (Bühl) die Geburt ihres ersten Kindes an. 

Ihr Sohn Peter August erblickte am 8. Februar 2006 das Licht der Welt. Mit Grüßen aus Baden ins Ruhrgebiet freuen sich alle auf ein Wiedersehen. 

Die UNITAS Ruhrania gratuliert herzlich, auch den stolzen Großeltern in Herne und im Schwarzwald sowie den Geschwistern von Elisabeth und Burkhard, und wünscht Gottes Segen!



Liebe Bundesschwestern, 
Bundesbrüder und Freunde der Ruhrania,

seit dem Jahreswechsel sind die Wochen wie im Flug vergangen - tempus fugit. 
Doch die Zeit haben wir gut genutzt: Ein intensives Programm des Wintersemesters ist abgeschlossen, der neue Aktivenvorstand hat sich unter Senior Sebastian Sasse konstituiert, rund um das Haus gibt es Fortschritte und ein neues Sommersemester hat begonnen.
Wie auch den aktuellen Berichten auf der Homepage zu entnehmen, wird am 22. April der Vorstand des Zentralen Hausbauvereins im Feldschlösschen tagen, zum Mai werden die Hausbewohner eine neue Bleibe in Borbeck-Mitte beziehen und es können die Renovierungsarbeiten starten. In den letzten Wochen gab es Kontakte und Besichtigungstermine mit an der Pacht des Lokals Interessierten. Viel Morgenröte also rund um unsere Aktivitäten an der Flurstraße! Und vielen ist zu danken, dass wir es bis hierher geschafft haben!
Auch wenn in diesen Tagen alle Farbe aus der Welt zu weichen scheint, wissen wir, dass es nie beim grauen Himmel bleiben wird: Auch in diesem Jahr haben wir wieder einen goldenen Blütenkranz am Christus des Möllhovenkreuzes gesteckt. Und nun warten wir auf das zarte Rot am Horizont, das des Ostermorgens. Beide Farben vereint das Motiv des Bildes von Antje Sasse. Sie strömen in die kleinsten Verästelungen der Natur, in jede Ader, jedes Blatt, stehen Licht und Wärme - Ostern macht lebendig. Resurrexit!

semper in unitate,
herzlichen Ruhranengruß - lebendiges Osterfest!
i.u. CB, Xhc


--------------------------------------------------------------------------------
Dr. Christof Beckmann 
W.K.St.V. Unitas Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund
UNITAS-Zentrum "Feldschlößchen", Flurstraße 67, 45355 Essen
e-Mail: ruhrania@unitas.org, Internet: www.unitas-ruhrania.org 


Palmsonntag: 
Aktive schmücken Möllhovenkreuz

Der große Christus am Möllhovenkreuz ist seit Palmsonntag, 9. April, von einem strahlenden Kranz blühender Forsythienzweigen umgeben. 

Wie im vergangenen Jahr hat die UNITAS Ruhrania zum Beginn der Karwoche das historische Kreuz im neugotischen roten Backsteingehäuse mit Blütenzweigen aus dem Garten des "Feldschlößchens" und aus dem Marienwallfahrtsort Eggerode bei Ahaus geschmückt. 
Das Kreuz ist ein Blickfang für Passanten und Verkehr an der Kreuzung Möllhoven / Flurstraße und liegt gegenüber dem Haus der Ruhr-UNITAS. Vor fast genau einem Jahr hatten sich die Aktiven hier zum Rosenkranzgebet für den sterbenden Papst Johannes Paul II. zusammengefunden. Wie bereits im vergangenen Jahr beobachtet, ist der Wind und  Wetter ausgesetzte Holzkorpus auf dem mannshohen Kruzifix inzwischen sehr renovierungsbedürftig. (Rechts im Bild: Unser Ostergruß aus dem vergangenen Jahr)




+ + + + + - MEINUNG / Zur Diskussion - +  +  +  +  +

Kasse machen mit Provokation:
MTV – ein kalkuliertes Geschäft


Was da läuft, ist beabsichtigt und absolut erfolgreich: Die Macher lachen sich in´s Fäustchen, die auflaufenden Protestfaxe, Mails und öffentlichen Interventionen werden bei der Geschäftsleitung mit breitem Grinsen quittiert. Soviel Werbung – und dann noch geäußert von den erlauchtesten Häuptern – das haut jetzt schon die Klickzahlen auf der Homepage in schwindelnde Höhen, das ist zielgruppenorientiert und erfüllt perfekt den Zweck. Smart & cool – genau wie es der knallhart und rein kommerzorientierte Kanal braucht.

Und darum geht es: „Ein durchgeknallter Papst und ein krimineller Kardinal bedingen ungewollt-gewollte Todesfälle, die Versklavung von Kindern und weitere, äußerst seltsame Vorfälle in 'Popetown'. Als Leiter des 'Back Office' im Vatikanstaat muss sich Pater Nicholas um alles Organisatorische in 'Popetown' kümmern. Keine leichte Aufgabe, denn schon auf höchster Ebene ticken Zeitbomben: Da ist der 77-jährige exzentrische Papst, der den Charme eines unausstehlichen Siebenjährigen versprüht, sowie der korrupte Kardinal, der Waisenkinder in die Sklaverei verkauft. Und auch das eigene Personal ist eher sonderlich als sonderlich hilfreich. Dennoch: Optimist und Menschenfreund Nicholas versucht jeden Morgen auf ein Neues Gutes zu tun - Badestunden mit dem Papst eingeschlossen.“ So lautet kurz der müde Plot der Story von „Popetown“ in der Voranzeige des Musikkanals MTV. Am 3. Mai will er die Ausstrahlung starten, daran hält der Sender trotz – und nun auch wegen - zahlreichen Interventionen fest.

Schon die in mehreren Programmzeitschriften erschienene MTV-Anzeige hatte Proteste ausgelöst. Unter der Überschrift "Lachen statt Rumhängen" hatte ein grinsender Jesus Christus mit Dornenkrone und Fernbedienung vor einem TV-Gerät für den Start der Cartoon-Serie geworben. Diese Darstellung sei wenige Tage vor Karfreitag und dem Osterfest eine Provokation der Christen in Deutschland, so die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): "Durch die Art und Weise, wie der gekreuzigte Jesus Christus in d