Wissenschaftlicher
Katholischer Studentenverein
UNITAS RUHRANIA BOCHUM-ESSEN-DORTMUND
Bundesbruder,
zweiter Gründer der UNITAS, erster Stadtdechant von Essen
Dr.
Peter Kreutzer
- ein Lebensbild
Die
130. Generalversammlung vom 28. April
bis 1. Mai 2006 in Neuss erinnerte an
die 27. GV 1887 am selben Ort und die damals erfolgte Öffnung des 1855 gegründeten und maßgeblich
durch Theologen geprägten UNITAS-Verbandes für Studierende aller Fakultäten.
Federführend für die
Durchsetzung des historischen und wegweisenden Beschlusses war der damalige
Senior der UNITAS in Bonn und spätere erste Stadtdechant von Essen, Dr.
Peter Kreutzer. Nicht von ungefähr wird er in der unitarischen Geschichtsschreibung neben Hermann Ludger
Potthoff aus Werden als der „zweite Gründer“ der UNITAS bezeichnet. Peter Kreutzer, 1907 zum
Pfarrer an St. Johann Baptist in Essen-Altenessen berufen und 1925 zum
Stadtdechant von Groß-Essen ernannt, war 27 Jahre Großstadtseelsorger
in der Ruhrmetropole. An
seiner Kirche wirkte als Kaplan Bundesbruder Dr. Carl Klinkhammer, der als
erster Priester von den Nazis verhaftete „rote Ruhrkaplan“ und spätere
„Bunkerpfarrer“ von Düsseldorf. Als
Bbr. Peter Kreutzer am
10. Juni 1934 starb, gaben ihm
Kardinal Karl Josef Schulte aus Köln und 150 Priester das letzte Geleit.

"Zu
den Unitariern, die am tiefsten und nachhaltigsten die Geschichte unseres
Verbandes beeinflußt haben, gehört ohne Zweifel unser Bundesbruder Peter
Kreutzer ...", so erinnerte 1954 die unitas-Zeitschrift an den
ehemaligen Stadtdechanten von Essen (s. Bild links). (1) Er "hat sich später als Großstadtseelsorger
im Ruhrgebiet einen bedeutenden Namen gemacht", vermerkte der
Chronist, der aus Anlass der Wiederkehr des 20. Todestages von Peter
Kreutzer ein Kapitel aus einer kleinen Schrift von Kreutzers ehemaligem
Kaplan Gottfried Salz vorstellte.(2) Auch 1961, zur zweiten, der 84.
Generalversammlung des UNITAS-Verbandes in Essen, würdigte die
Verbandszeitschrift Kreutzers Wirken und nahm Bezug auf die 1940 in der
Sammlung "Gestalt und Leben katholischer Priester" veröffentlichte
Schrift des ehemaligen Essener Jugendpräses Salz.(3)
Peter
Kreutzer, geboren am 8. April 1866 in Büderich bei Neuß, wächst mit drei Geschwistern auf einem Bauernhof auf. Sein Vater Peter
Christian Hubert Kreutzer ist drei Monate vor der Geburt gestorben. Die
Mutter Maria Anna, geborene Schäfer, der er zu seiner geistlichen Berufung
viel verdankt, wird als fromm, klug und energisch geschildert. Sie wird ihn
später an seine Seelsorgestellen begleiten und ab 1895 zwölf Jahre lang für
den Haushalt sorgen. (4) Seine Begabung fällt auf, er kommt aufs Gymnasium
in Neuß. Sein dortiger Religionslehrer ist der Priester und Unitarier Dr.
Ferdinand Rheinstädter, Gründer der Neusser Zentrumspartei und des "Neusser
Wochenblattes"(5). "Es ist sicher", so Salz, "daß
Rheinstädter bei der Weckung des Priesterberufes seines Schülers eine
geistige Vaterschaft ausgeübt hat." (6) Rheinstädter veranlasst den
jungen Niederrheiner, der seine Reifeprüfung mit Auszeichnung besteht, sich
bei der Aufnahme des Studiums 1886 an der Universität Bonn der UNITAS-Salia
anzuschließen.
"Zweiter
Gründer" der UNITAS
Unter
dem damaligen Präses der UNITAS-Salia, Josef Vogt - später Generalvikar
(1918-1931) und Dompropst in Köln, 1930-1937 erster Bischof von Aachen (7)
- wird Peter Kreutzer rezipiert. 1887 trägt Peter Kreutzer des
"Kaisers Rock" und wird "Einjährig Freiwilliger" bei
den "Haketäuern" in Köln. Im zweiten Semester ist der 20-jährige
Theologiestudent Vorsitzender der Vinzenzkonferenz an der Stiftspfarre in
Bonn, im dritten Semester im Sommer 1887 Senior der damals 36 Aktive zählenden
UNITAS-Salia - und damit Vorortspräsident des Gesamtverbandes.
Nach
der Lebensbeschreibung von Gottfried Salz sah der UNITAS-Verband Peter
Kreutzer schon zu seinen Lebzeiten "als seinen zweiten Gründer
an". (8) Sein entscheidender Beitrag: Die Vorbereitung der außerordentlichen
Generalversammlung am 21. September 1887 in Neuß und sein mit dem aus
Werden stammenden Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff (Bild rechts)(9) - damals
Oberpfarrer in Aachen-Burscheid - abgestimmter Antrag zur Aufnahme von
Nichttheologen in die bis dahin nur Theologen vorbehaltene Korporation.
Kreutzer gewinnt dazu auch den 35-Jährigen und im Verband
sehr angesehenen Professor Prälat
Joseph Prill, der im Folgejahr
1888 in Werden den ersten Altherren-Zirkel des Verbandes gründen sollte.
(10) Mit
dem damals 36jährigen Franz Hitze
allerdings (Bild links), der seit fünf
Jahren dem Preußischen Abgeordnetenhaus und seit drei Jahren dem Reichstag
angehörte, hatte er "einen schweren Kampf auszufechten. Dieser
stand", so Salz, "als konservativer Westfale auf dem Standpunkt:
"Sint, ut sunt, aut non sint" -
der Verband mag bestehen, wie er ist, oder zugrunde gehen." Auch
Ferdinand Rheinstädter, der Mentor und geistliche Vater Peter Kreutzers,
ist an der Öffnung des Verbandes für Nichttheologen maßgeblich beteiligt:
Er setzt sich für die Ansicht Peter Kreutzers ein, dessen "grundsätzlich
apostolische und weltoffene Einstellung ... schon damals klar hervortrat und
seinen Worten eine große Kraft der Überzeugung gab" und der schließlich
"durch kluge Taktik ... seinem Antrage zum Siege zu verhelfen" weiß.
(11)
Von
Rom nach Elberfeld
Für
sieben Jahre geht Kreutzer ab 1888 nach Rom, tritt auf Vermittlung von AH
Dr. Rheinstädter in das von Jesuiten geleitete Germanikum ein. Mit ihm
studiert im roten Talar dort auch der später als "Berliner Großstadtapostel"
bekannt gewordene Dr. Carl Sonnenschein. Peter Kreutzer übernimmt in den
sieben Jahren seines Aufenthaltes das angesehene Amt des "Philosophen-Präfekten"
in der studentischen Selbstverwaltung des Hauses, fällt durch eine
besondere Neigung zu grundsätzlichen temperamentvollen wissenschaftlichen
Disputationen, durch sehr intensives Gebetsleben, Liebenswürdigkeit und
Bescheidenheit, aber auch durch großer Liebe zum Theaterspielen auf. Kurz
vor seinem Tode wurde er etwa als der Verfasser des von der über die
Grenzen Essens bekannten "Kumpanei" im Saalbau eine Woche lang
aufgeführten "Mysteriums vom Leiden Christi" bekannt. Peter
Kreutzer macht den zweifachen Doktor der Theologie und Philosophie und steht
am 28. Oktober 1894 in Rom zum ersten Mal als Priester am Altar.
1895
kehrt Peter Kreutzer nach Hause zurück, wo ihm ein triumphaler Empfang
bereitet wird, und feiert seine Heimatprimiz. Mit seiner Herkunftsregion er
sehr verbunden, bleibt er zeit seines Lebens
Mitglied im Büdericher Heimatverein. Der junge Priester kommt nach
Aachen, ist als Kaplan 1895-1899 an St. Nikolaus, und wird anschließend ins
sozial aufgewühlte Elberfeld in die Pfarrgemeinde St. Laurentius versetzt.
In Elberfeld trifft er den späteren Berliner "Großstadtapostel"
Carl Sonnenschein (Bild links, + 1929, Berlin) wieder, mit dem er vor allem in der
Seelsorge für die italienischen Steinbrucharbeiter zusammenarbeitet.
Kreutzer übernimmt 1902 die Stelle des Rektors in der bergischen
Arbeitergemeinde Wülfrath und hat hier - wie in Elberfeld - zahlreiche
Italiener zu betreuen. Seit dieser Zeit hat er die Seelsorge für
fremdsprachige Katholiken besonders im Blick. So legt er auch später immer
Wert darauf, z.B. vor Italienern selbst in ihrer Muttersprache zu predigen.
Pfarrer
an St. Johann Baptist in Altenessen
1907 beruft ihn der Kölner Erzbischof Kardinal Fischer als Pfarrer in
die große Industriepfarre St. Johann Baptist in Essen-Altenessen. Ein Jahr
zuvor hatte zeitgleich zum Deutschen Katholikentag dort die 47.
Generalversammlung des Unitas-Verbandes stattgefunden. Mit der boomenden
Revierstadt, sind bereits durch die entscheidenden Namen der unitarischen Gründergeneration
wichtige Persönlichkeiten aus dem UNITAS-Verband verbunden: Der Verbandsgründer
Hermann Ludger Potthoff stammte aus Werden, sein Freund Friedrich Ludger
Kleinheidt, ebenfalls Jahrgang 1830 und 1886 Kölner Generalvikar, aus
Heisingen. Ludger Wilhelm Pingsmann, Domkapitular in Köln, war 1832 in
Werden-Kleinumstand geboren worden, Wilhelm Lindemann, erster Parlamentarier
aus dem UV, 1827 in Schonnebeck, Pfarrei Stoppenberg. (12) Kardinal Antonius
Fischer selbst (Bild rechts), Kreutzers Bundesbruder und 1860 in Bonn rezipiert (13),
hatte von 1864 bis 1888 als Religionslehrer am Gymnasium gewirkt. Ihm war
1889 in dieser Aufgabe Bbr. Joseph Prill gefolgt, der in Essen dreißig
Jahre als Jugendseelsorger tätig war. 1898 übernahm dieser als erster
Redakteur die Verbandszeitschrift "unitas", die er bis 1903
redigierte und unter dessen Schriftleitung sie ihren Namen erhielt. (14) Der
erste Geschichtsschreiber des Verbandes, Karl Joseph Kuckhoff, wirkte mit
ihm gemeinsam von 1907 bis 1916 am selben Gymnasium. (15)
Auf
Kreutzer warten im Zentrum der Schwerindustrie große Aufgaben: Seelsorge
unter Bedingungen der Großstadt, in die Menschen aus allen Regionen auf der
Suche nach Arbeit und Brot geströmt waren, Wohnungsnot, soziales Elend,
aber auch eine anhängliche kirchentreue Arbeiterschaft, deren
Organisationsgrad in den katholischen Verbänden zunehmend wächst. Zwischen
den Fördertürmen der Zechen und den Kokereien bemüht sich Kreutzer, seine
Gemeinde zu einer Heimat für die zugewanderten Namenlosen und Entwurzelten
zu machen. 1910 baut er das Katholische Gesellenhaus, 1913 wird das
Marienhospital bedeutend erweitert, 1915 entsteht als Vereinshaus das
Marienheim, auch ein Ärztehaus. In seiner Pfarrkirche lässt er Bilder der
lokalen Heiligen, wie der Bergbauheiligen Barbara sowie von Kosmas und
Damian, den Stadtpatronen von Essen, anbringen, er fördert Volksandachten,
Nachbarschaften und Bräuche, sorgt im Ersten Weltkrieg für eine enge
Verbindung mit aus der Gemeinde stammenden Soldaten, die im Feld stehen. In
den ideologischen Auseinandersetzungen der Zeit unterstützte er die Bildung
landsmannschaftlicher und katholischer Vereine, aber auch der christlichen
Gewerkschaften. August Brust, der Gründer des Gewerkvereins christlicher
Bergarbeiter, stammte aus seiner Pfarrei St. Johann in Altenessen.
Der als
außergewöhnlich bescheiden geschilderte Seelsorger Kreutzer, der eine
einfache Sprache übt, scheut aber nicht, sich als kraftvoller Prediger auch
auf der Kanzel mit freidenkerischen und klassenkämpferischen Parolen
auseinander zu setzen. Als sich im November 1918 bei einer Versammlung der
Spartakisten nach seiner Gegenrede eine Saalschlacht entwickelt, müssen ihn
die katholischen Bergleute wieder heraushauen. Während des
Spartakistenaufstandes in den Ostertagen des Jahres 1920 verhindert er die
Besetzung der Kirche. Während der französischen Ruhr-Besetzung und der
Inflationszeit muss er mit Suppenküchen für caritative Hilfe sorgen.
Allein in seiner Pfarrei arbeiten bald fünf Vinzenzkonferenzen und ein
Elisabethverein. Immer wieder übt er wochenlange strenge asketische
Exerzitien, er lebt geprägt von dem im Germanicum geübten Dreiklang von
Studium, Beschauung und seelsorglicher Aktivität. Er organisiert
Volksmissionen, gibt Vorbereitungskurse für das Ehesakrament, ist aber auch
viel unterwegs zu Hausbesuchen. Immer ist sein Beichtstuhl gefragt,
Beichtwillige kommen von weither.
Erster
Stadtdechant von Groß-Essen
1925
wird Dr. Kreutzer gegen seinen Willen zum Stadtdechant von Groß-Essen
ernannt, wo seit dem 1.1. des Jahres drei Dekanate Altstadt, Neustadt und
Borbeck eingerichtet waren. Am 1. April 1925 wird der bereits am 3. Juli
1922 gegründete Katholische Gemeindeverband von der Regierung genehmigt.
Mit über 350.000 Katholiken und 200 Seelsorgern ist Essen in bald vier
Dekanaten die durch Eingemeindungen und Abpfarrungen neuer Gemeinden weiter
wachsende zweitgrößte Stadt des Erzbistums Köln. Die Stadt weist die
viertgrößte Zahl von Katholiken unter den Großstädten im ganzen
Deutschen Reich auf. Allein sieben
Kirchen werden während seiner Amtszeit
als Vorsitzender des Gemeindeverbandes der katholischen Kirchengemeinden
Essens in der Stadt neu gebaut. Aus seiner eigenen Pfarrei entsteht 1931/32
in der abgepfarrten Gemeinde St. Hedwig eine eigene Kirche.
Mehrere
Kapläne sorgen zu dieser Zeit in St. Johann Baptist, der Altenessener
Pfarrei des Stadtdechanten Dr. Peter Kreutzer, für die Seelsorge. Unter
ihnen ab 1931 Bundesbruder Dr. Carl Klinkhammer (Bild links), der dort von Beginn an
sozialarbeiterisch tätig wurde und gegen kommunistische und
nationalsozialistische Parolen agitierte. Kreutzer lässt seinen Kaplan, der
während seiner zweijährigen Arbeit in der Gemeinde als "Roter
Ruhrkaplan" bekannt wird, gewähren; er unterstützt sogar Klinkhammers
schließlich bald über Essen hinaus führende Vortragstätigkeit - auch
wenn sich dieser das große Missfallen der Kölner Kirchenleitung zuzieht,
die ihn im Frühjahr 1934 aus seinem Amt entfernt. Der als erster Priester
von den Nazis verhaftete, spätere "Bunkerpfarrer" von Düsseldorf,
sprach von einem prägenden Einfluss Kreutzers, der immer wieder auch mäßigend
auf ihn einzuwirken gesucht hatte. (16)
Mit
Pfarrer Peter Kreutzers Amt sind hohe organisatorische Anforderungen
verbunden - nach dem Protokoll ist der Stadtdechant zweiter Mann nach dem
Oberbürgermeister. Als erster Dechant in der von starken katholischen
Laienverbänden geprägten Industriestadt erkennt Kreutzer das
Katholiken-Komitee als Zentralorgan des katholischen Lebens förmlich an und
fördert es nachdrücklich. "In den zehn Jahren", schreibt Salz
1940, "in denen Dr. Kreutzer Stadtdechant von Essen war, arbeiteten
Klerus und Laien voller Harmonie, einer den anderen tragend und ergänzend."
Der Stadtdechant habe in seiner Person die Beschaulichkeit, das innerliche
Element des Essener Katholizismus verkörpert. "Je besser die
Zusammenarbeit von Klerus und Laien ist, desto besser wird der Acker Gottes
bestellt sein. Das klassische Beispiel dafür ist Essen, das katholische
Leben dieser Stadt und ihr Stadtdechant", resümiert Gottfried Salz.
(17)
Bundesbruder
Dr. Kreutzer, der "auch als Stadtdechant und Domkapitular immer ein
schlichter Pastor blieb" (18), wurden viele kirchliche Ehrungen zuteil.
Seit 1926 Päpstlicher Geheimkämmerer, wird er 1932 nichtresidierender
Domkapitular in Köln und Prosynodalkonsultator. In seinen Aufgabenbereich
als Stadtdechant fiel im selben Jahr der 71. Deutschen Katholikentag in
Essen mit dem auch sein eigenes Wirken bezeichnenden Motto "Christus in
der Großstadt". An den Vorbereitungen ist er maßgeblich beteiligt
gewesen. Das Katholikentreffen wurde zur letzten großen Heerschau des
deutschen Katholizismus und schloss mit einem Gottesdienst auf dem
Baldeneyer Berg, an dem 250.000 Menschen teilnahmen. Zwei Jahre später, am
10. Juni 1934, starb Peter Kreutzer nach 27-jähriger Arbeit als Priester in
der Ruhrmetropole im Alter von 68 Jahren an Krebs. Zu seiner Beisetzung drei
Tage später kam Kardinal Karl Josef Schulte aus Köln (19), 150 Priester
gaben Kreutzer das letzte Geleit. Sein Grab auf dem Nordfriedhof in
Altenessen trägt das Bild des Guten Hirten.
Dr.
Christof Beckmann, Essen
Anmerkungen:
(1)
"Vor 20 Jahren starb Bbr. Stadtdechant Peter Kreutzer", in: unitas,
94. Jg., Dezember 1954, Heft 12, 19f.
(2) Gottfried SALZ: Dr. Peter Kreutzer. Ein Großstadtpfarrer. Münster
1940.
(3) "Bbr. Dr. Peter Kreutzer, ein moderner Apostel in der Großstadt
Essen", in: unitas 101.
Jg., Mai 1961, Heft 5, 91-94
(4) vgl. von ihm verfasster Totenzettel seiner Mutter, in: SALZ 1940, 19
(5) * 23.9.1834 Köln, + 9.5.1889 Neuß, rezipiert 1852 bei der 1847 gegründeten
"Ruhrania" in Bonn. Sie nimmt 1854 den Namen UNITAS an, 1855
entsteht mit der durch Ferdinand Rheinstädter betriebenen Gründung der
UNITAS in Tübingen der UNITAS-Verband. (vgl. Peter Josef HASENBERG, 125
Jahre UNITAS-Verband. Köln 1981, (UNITAS-Schriftenreihe, Band V) 32f., und
unitas 1963, 172ff.
(6) Rheinstädter, der auf äußere Disziplin keinen Wert gelegt habe, sei
der "beste und beliebteste Lehrer" an der Schule gewesen sein.
Nach SALZ sei er für Kreutzer nach eigener Schilderung "das Ideal
eines Priesters und Wissenschaftlers" gewesen. Von ihm habe er
"den Drang zur Wissenschaft und den Glauben an die sieghafte Kraft der
Ideen, aber zugleich auch das starke Sendungsbewusstsein bei ihrer Verkündigung.
Die freiheitliche Form seiner Erziehungsmethode war auch Kreutzer
eigen." (SALZ 1940, 20)
(7) * 1865 Monschau, rezipiert WS 1885/86 in Bonn, 1888 Priesterweihe, 1893
Geheimsekretär von Kardinal Krementz
(8) SALZ 1940, 22
(9) * 13.1.1830 Werden, + 8.10.1888 Aachen-Burscheid, rezipiert 1851 in
Bonn, 1863-1883 kgl. Hofprediger in Dresden (vgl. HASENBERG 1981, 21ff. und
UNITAS-Handbuch (UH), Band I, 289ff.)
(10) Dr. Joseph Prill (*9.6.1852 in Beuel, + 8.10.1935 in Lohmar), Päpstlicher
Hausprälat, Professor, gründete 1888
in Werden/Ruhr den ersten Altherren-Zirkel des Verbandes. Zum Namen
des Essener Zirkels war aus Respekt vor der Herkunft des Verbandsgründers
"Werden" gewählt worden.
(11) SALZ 1940, 22f.; vgl. HASENBERG
1981, 47ff, hier 50.
(12) nach Peter Josef HASENBERG, Essen - Mutterboden der Unitas. Die Gründergeneration
des UV und der Bonner Ruhrania kam aus Essen, in: unitas, 101. Jg., Mai
1961, Heft 5, 87. Nach UH, Band I, 347 ist der Literaturhistoriker Professor
Lindemann in Schönebeck (Teil des Stadtteils Borbeck) geboren.
(13) Antonius Fischer, rezipiert in Bonn 1860, 1888 Domkapitular in Köln,
1889 Weihbischof, 1898 Domdechant, seit 1902 Erzbischof in Köln, 1903
Kardinal.
(14) Beschluss der 41.GV in Würzburg: Das "Korrespondenzblatt"
(vorher "Roma", "XP-Correspondenzblatt der Unitas") erhält
den Namen "Unitas, Organ des wissenschaftlichen katholischen
Studentenvereins Unitas".
(15) Prof. Dr. Karl Joseph Kuckhoff (* 1878 in Köln, + 2.10.1944
Hildesheim), rezipiert im SS 1898 in Bonn, war später Professor und von
1912-1918 MdR für den Landkreis Köln, 1919 MdPreuß. Nationalversammlung.
(16) Scherzhaft, berichtet sein ehemaliger Kaplan Gottfried Salz, habe
Kreutzer einmal gesagt: "Ich bete jeden Morgen: Lieber Gott, gib mir
heute die Gnade, daß ich nichts Gutes verhindere, was meine Kapläne wirken
wollen." (SALZ 1940, 95). Zum Verhältnis zwischen Kreutzer und
Klinkhammer vgl. auch Interview von H. Wilmer, KULT-URsachen Essen, Skript
des Gespräches vom 4.2.1993 in Düsseldorf im Besitz des Verf.; vgl. auch
Karl-Jürgen MIESEN, Sonnenscheins Sohn. Biographische Skizze über Carl
Klinkhammer, in: Kirche in der Großstadt, Karl Waldenfels zum 80.
Geburtstag, 126-167, hier 136-149
(17) SALZ 1940, 118
(18) SALZ 1940, 10
(19) Karl Josef Schulte, seit 1920 als Nachfolger Kardinals von Hartmanns (+
1919) Erzbischof von Köln.