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3.
Februar 2008
Mehrere
tausend Menschen hatten am Gottesdienst im Dom teilgenommen, der vom Bayerischen
Fernsehen übertragen wurde. Unter den Ehrengästen waren mehr als 50
Kardinäle, Bischöfe, Äbte und Ordensobere, darunter die Kardinäle Joachim
Meisner (Köln) und Christoph Schönborn (Wien). Dazu kamen Repräsentanten aus
Ökumene und Politik wie der evangelisch-lutherische Landesbischof in Bayern,
Johannes Friedrich, Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und
Landtagspräsident Alois Glück. Dem neuen Erzbischof von München-Freising
übergab sein Vorgänger Kardinal Friedrich Wetter den Bischofsstab und
begleitete ihn mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Volksfest: "München im Sturm genommen" Die dreitägigen
Feierlichkeiten gerieten über weite Strecken zu einem bayerischen Volksfest.
Doch nicht nur Trachtler und Blasmusik prägten die äußerlichen Feiern: Denn
vor dem Hauptportal des Doms hatten nach der Messe neben Abordnungen der 47
bayerischen Gebirgsschützenkompanien auch mit Hellebarden bewaffnete Schützen
aus der westfälischen Heimat von Reinhard Marx Aufstellung bezogen. Bernd Genser, Richie Duckheim, Karol Rawski, Philipp Böcker und Jens Hagenkötter war deutlich anzusehen: Auch sie waren froh und dankbar, dabei gewesen zu sein. Frühes Aufstehen, stundenlanges Stehen und Marschieren hatten sie geduldig und gut überstanden, die Farben der Ruhr-UNITAS und der Düsseldorfer UNITAS Rheinfranken bestens vertreten. Schon am Freitagabend waren sie nach der Anreise im „Augustiner“ an der Neuheuser Straße mit Vorortspräsident Johannes Günther, Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll, der HDB-Vorsitzenden Dr. Claudia Bellen, AHB-Vize Dr. Dr. Thomas Lohmann, und UNITAS-Delegationen von allen Breitengraden zusammengetroffen. Rund 40 Bundesbrüder und Freunde, unter ihnen der Geistliche Beirat Helmut Wiechmann, Christof, Maria, Andreas, Lu und Henrike Beckmann, stimmten sich hier auf das große Ereignis ein. Dies wird nach vielen Gesprächen, Erlebnissen und der fröhlichen Bundesbrüderlichkeit der angerückten unitarischen Familie zweifellos allen noch lange in Erinnerung bleiben. Ständig angehalten von begeisterten Zaungästen, deren Fotos bald die Alben in allen möglichen Erdteilen schmücken, waren auch die Ruhranen Teil eines herausragenden Tages, bei dem sie vor allem im Chor der Liebfrauenkirche ganz nah am Geschehen sein konnten, um Ihrem Bundesbruder Reinhard allen Segen für seine große Aufgabe zu wünschen.
31.
Januar 2008: München
- wir kommen!
Am
Freitagabend ist für 20 Uhr ein erstes Treffen mit den unitarischen
Bundesbrüdern aus anderen Universitätsstädten im „Augustiner-Bräu“ in der Nähe
des Marienplatzes angesetzt. Während sich dort die Prominenz aus Kirche, Politik und Gesellschaft trifft, müssen Schützen und Studenten aber nicht darben: Sie treffen sich im Anschluss im Hofbräuhaus. Dort werden auch die Bundesbrüder Gelegenheit haben, den neuen Erzbischof im Anschluss an den Festakt herzlich zu begrüßen. Denn diese Begegnung wird auch Bbr. Reinhard Marx nicht missen wollen. Für die UNITAS Ruhrania umso wichtiger: Denn ohne seinen mutmachenden und aktiven Einsatz als damaliger Direktor der Kommende in Dortmund wäre die Wiederbegründung der UNITAS an der Ruhr Anfang der 1990-er Jahre niemals zustande gekommen.
15.
Januar 2008
„Charisma,
Optimismus, Geistesschärfe“ Dass der neue Erzbischof in München-Freising ganz und gar nach dem Geschmack Papst Benedikts sei, könne nicht bezweifelt werden, habe der ihm doch seine Heimat anvertraut. Schon dies allein wäre ein starkes Argument für einen Vorsitzenden Marx, so Ochmann: „Ein anderes, nicht weniger gewichtiges, ist er selbst: Kein residierender Bischof zwischen Sankt Marien in Flensburg und der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Garmisch-Partenkirchen hat auch nur annähernd das Charisma, mit dem Reinhard Marx eine Runde von Firmeltern ebenso für sich einnehmen kann wie das Millionenpublikum einer Sonntagabend-Talkshow. Überzeugen kann er nicht nur durch seinen unerschütterlichen Optimismus, den er vom lieben Gott persönlich haben muss. Auch mit seiner Bildung und Geistesschärfe muss er sich vor der Kardinal Lehmanns, des überaus gelehrten früheren Professors, nicht verstecken. Marx statt Lehmann wäre also sicher kein intellektueller Rückschritt.“ Am
11. Februar kommt die Deutsche Bischofskonferenz in Würzburg zur ersten
Vollversammlung in diesem Jahr zusammen. „Und es wäre wirklich
erstaunlich“, meint Ochmann, „wenn Reinhard Marx dort nicht bald Gelegenheit
bekäme, den Satz zu wiederholen, mit dem er bei der Ernennung zum Münchner
Erzbischof gewitzt und gewappnet für künftige Herausforderungen vor die
Kameras trat: „I'll do my very best.“ Ludwig
Ring-Eifel, Chef der Katholischen Nachrichtenagentur KNA, bezweifelt, dass der
der designierte Vorsitzende der Bayerischen Bischofskonferenz wenige Tage nach
seiner Amtseinführung bereits auch zum Vorsitzenden der Deutschen
Bischofkonferenz gewählt wird. Die in München auf ihn wartenden Aufgaben sei
zu umfangreich, schrieb Ring-Eifel in der WAZ. Doch wie es auch immer kommen
wird: Zahlreiche UNITAS-Mitglieder machen sich zum Lichtmess-Wochende auf den
Weg in die bayerische Landeshauptstadt. Abordnungen und Freunde werden bei der
Messe und feierlichen Amtseinführung am 2. Februar in der Liebfrauenkirche ganz
nah dabei sein. Auch die UNITAS Ruhrania aus dem Ruhrgebiet, an deren Wiege Bbr.
Reinhard Marx bei der Neugründung im Bistum Essen stand, tritt natürlich mit
ihrer Fahne des Hl. Ludgerus an.
30. November 2007 ROM / TRIER / MÜNCHEN. Papst Benedikt XVI. hat am 30. November, dem Fest des Hl. Andreas, Bundesbruder Bischof Reinhard Marx von Trier zum Erzbischof von München und Freising ernannt.
Für den UNITAS-Verband übermittelte Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll dem 73. Nachfolger des Heiligen Korbinian noch am Tag seiner Ernennung herzliche Glück- und Segenswünsche: „Über diese Auszeichnung durch den Heiligen Vater und das damit zum Ausdruck gebrachte Vertrauen sind wir als Deine Bundesbrüder stolz und dankbar. Wir sind sicher, dass Du auch in Deiner neuen Aufgabe ein beeindruckender Zeuge für unseren Glauben und ein tatkräftiger Repräsentant unserer Kirche sein wirst. Durch unseren Einsatz und unser Gebet wollen wir auch in Zukunft Dein Wirken begleiten und unterstützen“, erklärte der Verbandsvorstand in bundesbrüderlicher Verbundenheit et semper in unitate. Der ernannte neue Erzbischof in München ist Nachfolger von Kardinal Friedrich Wetter (79), der das fast zwei Millionen Katholiken zählende Erzbistum ein Vierteljahrhundert lang als Oberhirte geleitet hat. Benedikt XVI., selbst 1977- 1982 Erzbischof von München und Freising, setzte ihn für die Zeit der Sedisvakanz als Apostolischen Administrator der Erzdiözese ein. Über die Nachfolge war seit Monaten spekuliert worden. Auch der Name von Bbr. Marx war unter anderem genannt worden. Viele allerdings schlossen eine Berufung aus dem Norden kategorisch aus – nun ist er der erste Nicht-Bayer in der 186-jährigen Geschichte auf den neben Köln bedeutendsten Bischofsstuhl in Deutschland. Mit seiner Ernennung, so die WELT, sei die „derzeit brisanteste Personalie im deutschen Katholizismus entschieden.“ „I do my best !“ Er gehe mit großer Offenheit in die bayerische Landeshauptstadt, machte der zukünftige Erzbischof selbst am Tag seiner Ernennung deutlich. Zugleich hoffe er, dass die Bayern auch einen Westfalen akzeptieren könnten. „Man lernt ein Bistum und die Menschen nur kennen, wenn man sie liebt.“ Das habe er sich auch für München vorgenommen. Freimütig räumte er ein, dass ihm in Bayern „eigentlich alles fremd sei“. Er versicherte zugleich, er habe keine Vorurteile und fügte hinzu: „I do my best.“ Mit Blick auf sein bisheriges Bistum Trier sagte Marx, er sei „ein wenig traurig und wehmütig“ darüber, es verlassen zu müssen, denn Deutschlands älteste Diözese sei ihm zu einer zweiten Heimat geworden. Seine Berufung durch Benedikt XVI. auf den Münchener Bischofsstuhl nannte Marx einen großen Vertrauensbeweis, der ihn tief bewege. Der Wunsch des Papstes, sei für ihn eine „Einladung des Herrn selbst“. Mit seiner neuen Aufgabe verbunden sind der Vorsitz in der Freisinger Bischofskonferenz und in der Regel auch die Kardinalswürde. Reinhard Marx wurde am 21. September 1953 in Geseke, Kreis Lippstadt in Nordrhein-Westfalen geboren und wuchs mit drei Geschwistern auf. In dem Sohn eines gewerkschaftlich engagierten Schlossermeisters vereinen sich bodenständige Frömmigkeit mit echter Neugier auf die Mitmenschen und ihre Lebenswelten. Schon als Kleinkind stand sein Berufswunsch Priester fest, starke Pfarrerpersönlichkeiten in seinem Heimatort prägten ihn. Seinen Eltern habe er besonders viel zu danken, bekannte er einmal im Gespräch mit der unitas-Redaktion. Wo andere ihre Zimmer mit Bildern von Pop- oder Sportstars schmückten, habe er das Bild von Papst Johannes XXIII. an die Wand gehängt. Von ihm sind sein Denken und Glauben nachhaltig beeinflusst, auch von Augustinus, Thomas von Aquin, Franz von Assisi und Ignatius von Loyola.
Unitarisch aktiv Bereits 1975 hatte sich Reinhard Marx in Paderborn dem Wissenschaftlichen katholischen Studentenverein UNITAS Hathumar angeschlossen. Mit der Fortsetzung des Studiums 1981-1989 in Münster und Bochum war er bei UNITAS Frisia und Winfridia aktiv, bei der er auch philistriert wurde. Ob bei der Vorortsübergabe in Essen, ob bei der Wiederbegründung im Stadtpark Bochum, bei Podiumsdiskussionen der UNITAS an der Ruhr-Uni ("Deutschland auf dem Weg in die Zwei-Drittel-Gesellschaft?"), als Festredner bei Stiftungs- und Vereinsfesten oder als Gastgeber in der Dortmunder Kommende - auch der jungen UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund stand Reinhard Marx Anfang der 1990er Jahre an tatkräftig und ermunternd zur Seite. Unvergessen ist den Ruhr-Unitariern bis heute das Zusammensein beim Vereinsfest im Kolping-Haus in Bochum-Linden, bei dem er nachdrücklich zur Profilierung einer sozial und katholisch aktiven UNITAS im Ruhrgebiet motivierte. Und so erlebten ihn seine Bundesgeschwister auch bei Verbandsveranstaltungen, viele freuten sich über seinen Zuspruch auch im privaten Bereich, wo er etwa als Hochzeitspriester gerne zur Verfügung stand. 1996 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn zum Titularbischof von Pedena, einem erloschenen Bistum in Istrien, und zum Weihbischof im Erzbistum Paderborn. An seinem 43. Geburtstag, dem 21. September 1996, weihte ihn Erzbischof Degenhardt im Hohen Dom zu Paderborn zum Bischof und ernannte ihn zum Bischofsvikar für Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft. Seit 1999 ist Marx Vorsitzender der von der Deutschen Bischofskonferenz und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken gemeinsam getragenen Kommission „Justitia et Pax“ (Gerechtigkeit und Frieden). 2001 wurde er in das Paderborner Metropolitankapitel aufgenommen.
Am 20. Dezember 2001 ernannte Papst Johannes Paul II. Reinhard Marx zum Bischof von Trier, wo er zu Ostern, am 1. April 2002, im Dom in sein Amt eingeführt wurde. Zu seinem bischöflichen Wahlspruch wählte er „Ubi spiritus Domini ibi libertas – Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“, ein Wort aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Korinth zum Wahlspruch. In der Deutschen Bischofskonferenz führt er den Vorsitz der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen und ist Stellvertretender Vorsitzender der Kommission Weltkirche. Bereits 2001, unmittelbar nach seiner Ernennung zum Bischof von Trier, machte der ernannte Erzbischof von München und Freising deutlich: „Zur Kirche, zum Evangelium, zu Jesus Christus gibt es keine Alternative.“ Die Menschen müssten wieder sagen können, sie seien eigentlich gerne Christen, „nicht gezwungen oder gelangweilt, sondern mit ganzem Herzen“. Wie lebendiger Glaube weitergegeben werden könne, ist für Reinhard Marx eine zentrale Frage: „Wer Christus nicht gefunden hat, hat etwas verpasst in seinem Leben.“ Das irdische Leben bekomme erst Tiefe, Qualität und Würde, „wenn es den Himmel gibt, wenn Gott existiert und mein Leben ganz in ihm geborgen ist“, erklärte er in der Predigt zum Osterfest 2007. Ohne den Blick auf den Himmel würde Europa nicht nur den Glauben, sondern auch seine kulturellen Grundlagen verlieren. Menschliche Kultur entstehe dann, wenn der Blick über das Irdische, Sichtbare und Materielle hinausgehe, „wenn Transzendenz gewagt wird“. Nur dann könnten sich Kunst, Musik, Literatur, Denken, Geist und Leben entwickeln. Auch soziales und politisches Engagement müsse stets spirituell verankert sein: „Mystik und Politik“, so Marx, seien für ihn zwei Seiten einer Medaille. Die katholische Soziallehre, so der Sozialethiker, interessiere sich grundsätzlich für den Aufbau einer gerechteren Gesellschaft in den verschiedenen Lebenswelten der Menschen. Der Sohn Gottes sei Mensch geworden, „um uns Menschen den Weg in das Leben in Fülle zu ermöglichen.“ Der Mann aus dem Westen
Große Herausforderungen Ein „handfestes Problem“ hat Reinhard Marx bereits geklärt: Auch als Münchner Erzbischof wolle er seine Mitgliedschaft bei Borussia Dortmund nicht aufgeben, erklärte er im Bayerischen Rundfunk. Dies sei für ihn ein Ausdruck „westfälischer Treue“. Zugleich wollte er nicht völlig ausschließen, auch noch einem anderen Fußballverein beizutreten. Er wolle sich nach seinem Umzug zunächst mal die Münchner Vereine ansehen. Doch kommen dort auf den neuen Erzbischof, nur ein Jahr älter als der jüngste unter Bayerns Bischöfen, der Eichstätter Benediktiner Gregor Maria Hanke, in Bayern zweifellos noch ganz andere Herausforderungen und Entscheidungen zu. Auseinandersetzungen um Fragen der Zukunft der katholischen Schwangerenkonfliktberatung, um das Krisenmanagement zur Sanierung der Deutschordenswerke, um den Erhalt der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt oder die Neuordnung der theologischen Fakultäten und die Gestalt der Laienräte haben hier manche Narben hinterlassen. Doch auch wenn die Außensicht zunächst sicher einige Zeit beanspruchen wird – viele im Verband haben den unerschütterlichen Glauben und die Weltzugewandtheit des langjährigen Verbandsseelsorgers kennengelernt, mit denen er diese Herausforderungen angehen wird. Diese Fähigkeiten schätzen nicht nur die Bundesbrüder, mit denen er die Priestergemeinschaft ins Leben rief, die sich unter dem Namen Papst Johannes XXIII. regelmäßig trifft, das theologische Gespräch, das Gebet und die Gemeinschaft in besonderer Weise pflegt. Diese Erfahrung prägt bis heute auch viele Bundesgeschwister und die Pilger, die er auf zahlreichen AGV-Wallfahrten von Beginn an oft begleitet hat. Zu
seiner UNITAS und ihren Prinzipien hat sich der zukünftige Erzbischof Reinhard
Marx überall und immer klar bekannt. Er schätzt ihr Erbe des sozialen
Katholizismus, seine programmatischen Worte zum christlichen Europa bei der 130.
Generalversammlung in Trier gaben der Verbandsarbeit eine größere Dimension.
Wenn er nun dem Ruf des Hl. Vaters nach München folgt, begleiten ihn die besten
Segenswünsche seiner Bundesschwestern und Bundesbrüder: „Gott mit Dir im
Land der Bayern!“ CB (unter
Verwendung zahlreicher Presseveröffentlichung und des in der unitas 3/4 2007
erscheinenden Textes) Links: www.bistum-trier.de mit aktuellen Meldungen und O-Tönen des neu ernannten Erzbischofs; www.erzbistum-muenchen.de.
Seit der Erhebung zum Erzbistum - so eine ergänzende Zuschrift von Bbr. Dr. Lambert Stamer - standen mit Kardinal Friedrich Wetter 12 Erzbischöfe der Kirche von München und Freising vor, unter ihnen im 20. Jahrhundert die Kardinäle Franziskus von Bettinger (1909-1917), Bbr. Michael von Faulhaber (1917-1952), Joseph Wendel (1952-1960), Bbr. Julius Döpfner (1961-1976) sowie Joseph Ratzinger, der jetzige Papst Benedikt XVI. (1977-1982). Bbr. Reinhard Marx ist der 13. Erzbischof, von denen diejenigen des 20. Jahrhunderts alle in das Kardinalskollegium berufen wurden. Damit ist das Erzbistum im 20. Jahrhundert 50 Jahre lang von Bundesbrüdern geleitet worden; mit Reinhard Marx tritt nun innerhalb von 90 Jahren der dritte Bundesbruder sein Amt als Hirte dieses bedeutenden Bischofsstuhls an. Eine "größere Dichte" von Bundesbrüdern haben nach der Statistik von Bbr. Dr. Stamer nur die Bistümer Berlin (vier Bundesbrüder mit 58/100 Jahren), Hildesheim (vier Bundesbrüder mit 50/100 Jahren) und Freiburg (vier Bundesbrüder mit 35/100 Jahren) zu verzeichnen. Es folgen Aachen (zwei Bundesbrüder mit 27/100 Jahren), Speyer (zwei Bundesbrüder mit 24/100 Jahren), Köln (zwei Bundesbrüder mit 21/100 Jahren), Bamberg (zwei Bundesbrüder mit 12/100 Jahren), Dresden-Meissen (zwei Bundesbrüder mit 11/100 Jahren), Paderborn (ein Bundesbruder mit 32/100 Jahren), Regensburg (ein Bundesbruder mit 18/100 Jahren), Münster (ein Bundesbruder mit 10/100 Jahren), Würzburg (ein Bundesbruder mit 9/100 Jahren) und Erfurt (ein Bundesbruder mit 8/100 Jahren).
Marx
schreibt das "Kapital" neu "... Ob Marx die unterprivilegierten Putzfrauen für ihr rudimentäres Klassenbewusstsein gelobt hätte, ist fraglich. In seinem Werk "Das Kapital" hatte Karl Marx (1818 bis 1883) auf etwa 2200 Seiten die politische Ökonomie des Kapitalismus grundlegender Kritik unterzogen. Nun schreibt Marx, Reinhard Marx, "Das Kapital" neu. Der bisher in Trier residierende Bischof will im Münchener Pattloch-Verlag eine 300-seitige Streitschrift unter dem gleichen Titel seines berühmten Namensvetters vorlegen. Es gebe gute Gründe, "Karl Marx noch nicht ad acta zu legen", so Reinhard Marx. Am Freitag ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von München-Freising. Es heißt, dass der Sohn eines Schlossers und Anhänger einer sozialen Marktwirtschaft künftig auch Kardinalspurpur tragen könnte. Wenn das nicht nach Verschwörung riecht...." stl/dd
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