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Die UNITAS
Ruhrania lädt Münster
1911: Mit vorausreitenden Militär-Fanfaren, Fahnenweihe in der
Martinikirche und „Auffahrten“ der Chargierten der vier UNITAS-Vereine aus Münster,
der beiden Bonner Korporationen und der Delegationen aus Göttingen, Berlin und
Kiel - so erlebten die Gründer der UNITAS Ruhrania in der wilhelminischen Ära
ihr Publikationsfest am 23. Februar 1911. Es wurde zum Startpunkt für eine
wechselvolle Geschichte des Vereins - über schwere Zeiten hinweg, mit manchen
Prüfungen und glanzvollen
Höhepunkten. Heute
geht´s längst anders zu. Doch 97 Jahre und 194 Semester später wird nicht
weniger herzlich eingeladen, wenn es etwas zu feiern gibt. Auch wenn das Fest an
einem neuen Ort stattfindet: Denn genau 80 Jahre nach ihrer Gründung aus der
Sugambria und Frisia wechselte die Ruhrania ihr Revier und ging dorthin, woher
die Gründer des UNITAS-Gesamtverbandes stammen - sie kam von Münster an die
Universitäten und Fachhochschulen im Ruhrgebiet. Ab 1991 bis zum Sommer 2004 führte
sie hier am Ruhr- und Emscherschnellweg ein Nomadenleben, bis sie nach langer
Suche - und zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte - ein eigenes Haus
beziehen konnte. Und das verspricht nach der Totalrenovierung nun endlich fertig
zu werden. Auch wenn die offizielle Einweihung erst für Ende Mai angedacht ist,
ist dies bereits Grund genug, 2008 besonders herzlich zum 97. Gründungsfest
nach Essen-Borbeck einzuladen.
Für
den Abend ist ein Empfang vorgesehen. Er geht dem Festkommers um 20 Uhr voraus,
dem der mehrfache Senior Bbr. Richie Duckheim im Conventsaal präsidieren wird.
Hier wollen wir einen ganz besonderen Dank dem AHV-Vorsitzenden Bbr. OStD i.R. Jörg
Lahme sagen, der über 50 Semester lang die in ganz Deutschland verstreute
Ruhranenfamilie zusammengehalten hat. Am Sonntag, 20. Januar, nehmen wir um 10
Uhr an der Hl. Messe in St. Dionysius Essen-Borbeck teil, anschließend
gibt es einen Ausklang mit Frühschoppen auf dem Haus. Hier das gemeinsame Anschreiben von Aktivitas, Altherren- und Hausbauverein zum DOWNLOAD als pdf. Für die Teilnehmer liegt diese vorbereitete Postkarte bereit:
20.
Januar 2008
Der
Nachmittag galt den Beratungen des mit 27 Mitgliedern wie selten gut
besuchten und von Bbr. Pater Benedikt Kisters (Kirchhellen) moderierten
Cumulativconvents (CC), der dem Aktivenverein und seiner Arbeit ein sehr
gutes Zeugnis ausstellte. Mit Spannung erwartet wurde insbesondere die
komplett und einmütig erfolgte Neuwahl des Vorstands des Altherrenvereins
(AHV) der Ruhrania: Neuer Vorsitzender ist Kaplan Helmut Wiechmann (Altena),
Geistlicher Beirat des UNITAS-Verbandes, neuer Stellvertreter ist Bbr.
Michael Schneider aus Datteln. Bbr. Ernst-Hubert Steinmann (Hamm) setzt
seine Tätigkeit als Quaestor fort, neu als Scriptor ist Bbr. Ludger
Steinmann (Dorsten). Damit ist seit vielen Jahren der Vorstand wieder
komplett. Und nicht nur das: Denn der Altherrenverein hat auch erstmals
einen Ehrenvorsitzenden. Auf Antrag von Ehrensenior Christof Beckmann fällte
die Versammlung den einstimmigen Beschluss, Bbr. Jörg Lahme diese
Auszeichnung anzutragen, der 27 Jahre lang den Vorsitz des
Altherrenvereins geführt hatte. Der mit einem umfänglichen Beirat
versehene neue Vorstand im Hausbauverein (HBV) bestätigte die
Bundesbrüder Dr. Beckmann im Vorsitz, Michael Schneider als
Stellvertreter, Dr. Nikolaus Mantel (Essen) als Quaestor und Dr. Markus Mönig
(Iserlohn) als Scriptor. Intensive Beratungen zu Entwicklung, Stand und
Finanzfragen rund um das Bauprojekt zeigten die bisherigen Leistungen und
zukünftigen Herausforderungen auf und bestimmten das Wochenende 31.Mai/1.
Juni als Termin für die offizielle Eröffnungsfeier des UNITAS-Zentrums.
Bereits für die Vorbereitung des 100-jährigen Bestehens konstituierte
sich eine Kommission, um die Konzipierung einer Festschrift in die Wege zu
leiten. Ehre,
wem Ehre gebührt
Da
der Kommers nach dem donnernden Salamander auf die beiden Neurezipierten
angenehm früh unter den Tisch geschlagen wurde, ergaben sich im Anschluss
noch viele Gelegenheiten zum Gespräch und zu ausgelassenem Singen, bei
dem Bbr. Christoph Weyer kräftig in die Tasten griff. Und die Mahnung des
Präsiden hatte offensichtlich Gewicht: Zur Messe war am Sonntagmorgen die
komplette Mannschaft wieder angetreten, um anschließend das Fest auf dem
Haus bei einem gepflegten Frühschoppen ausklingen zu lassen. (FOTOS
oben: Martin Gewiese, Torsten Waibel, Christof Beckmann)
Der Wortlaut im Anschluss an die folgende PRESSEMELDUNG:
PRESSEMITTEILUNG VOM 20. JANUAR 2008
BORBECK.
Sein 97. Stiftungsfest feierte am Wochenende 19./20. Januar der
wissenschaftliche katholische Studentenverein Unitas Ruhrania. Im bis auf
den letzten Platz besetzten Veranstaltungssaal des Studentenheims im
„Feldschlösschen“ erinnerte Theologiestudent Rüdiger Duckheim, Präside
des Festkommerses, an die Grundlagen des 1855 gegründeten bundesweiten
katholischen Akademikerverbandes. Auch die in Borbeck ansässige
Vertretung des Verbandes an den Ruhr-Universitäten sei bis heute dem
aktiven Einsatz in Kirche und Gesellschaft verpflichtet. „Es ist
unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen
Nokia trotz Gewinns das Nokia-Werk in Bochum schließt“, erklärte
Duckheim. „Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht
Stellenabbau und Sozialpläne sein.“ Nachdrücklich forderte er unter
großem Beifall der Mitglieder und Gäste aus vielen Universitätsstädten
die Firma auf, die Schließungspläne zu überdenken. Es werde in nicht
hinnehmbarer Weise die Würde und das Recht des Menschen als Person auf
Arbeit verletzt, heißt es in der vom Ruhrania-Vorsitzenden Daniel
Muschellik unterzeichneten Solidaritätserklärung. Der Mensch sei
Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns. Dass das
Unternehmen Nokia den Dialog mit den Arbeitnehmern und den Vertretern der
Politik verweigere, sei „nicht akzeptabel“ - zumal auf dem Hintergrund
staatlicher Zuschüsse in Millionenhöhe: „Das Gemeinwesen hat ein
Anrecht auf diesen Dialog“, so die Unitas-Studenten. Den von der Schließung
bedrohten Menschen wünsche die Unitas „Kraft, Hoffnung und Ausdauer im
Kampf um ihr Recht." Zum
neuen Vorsitzenden des Altherrenvereins wählte die Mitgliederversammlung
der Ruhr-UNITAS Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena. Sein Vorgänger OStD
a.D. Jörg Lahme, ehemaliger Direktor des Emsland-Gymnasiums in Rheine,
wurde nach 27 Jahren im Amt mit der höchsten Auszeichnung des Vereins
verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. Die offizielle Eröffnungsfeier
des zum Wintersemester bezogenen UNITAS-Zentrums an der Flurstraße soll
am ersten Juni-Wochenende stattfinden. INFO: Der Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS ist der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband in Deutschland. Er wurde 1855 von Studenten aus Essen, Borbeck und Werden in Bonn gegründet und zählt heute bundesweit rund 50 Studenten- und Studentinnenvereine an deutschen Hochschulen. Die 1911 ursprünglich in Münster entstandene UNITAS Ruhrania ist seit fast 20 Jahren an den Ruhr-Universitäten aktiv. 2004 erwarb der Verein das „Feldschlösschen“ an der Flurstraße in Essen-Borbeck und richtete dort ein Studentenheim ein, das nach einer Totalrenovierung zum laufenden Wintersemester bezogen wurde. Mehr im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.
Hier
die von Senior Daniel Muschellik unterzeichnete Stellungnahme, 19.
Januar 2008
UNITAS
solidarisch mit den Nokia-Arbeitern "Der
Wissenschaftliche Katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania
Bochum-Duisburg-Essen-Dortmund erklärt seine Solidarität mit den
Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen des Nokia-Werkes in Bochum und mit
allen von den Schließungsplänen betroffenen Menschen und ihren Familien. Es wird hier in nicht hinnehmbarer Weise das Recht des
Menschen als Person auf Arbeit verletzt, ja die menschliche Person an sich
wird angegriffen. Die Menschen werden in existentielle Ängste und ins
soziale Aus versetzt. Der Mensch, der Ausgangspunkt und Ziel allen
wirtschaftlichen Handelns ist, wird durch so ein Unternehmerverhalten
seiner Würde beraubt und wie Ware verdinglicht. Das Unternehmen Nokia missachtet mit diesem Verhalten
zutiefst die Würde der menschlichen Person. Es ist eine Schande und eine
Zersetzung der menschlichen Kultur, wenn Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen als bloße Erwerbsmittel und nicht als freie und
verantwortliche Personen behandelt werden (Gaudium et Spes, 27). Die Verweigerung des Dialogs seitens des Unternehmens Nokia
mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und den Vertretern der Politik
nicht akzeptabel - zumal auf dem Hintergrund der staatlichen Zuschüsse in
Millionenhöhe. Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog. Die UNITAS Ruhrania fordert die Unternehmensleitung auf,
ihren Entschluss zu überdenken. Den von der Schließung bedrohten
Menschen wünscht die UNITAS Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr
Recht." gez.
Daniel
Muschellik
PRESSESPIEGEL
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