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Vorbericht, Programm und Berichterstattung 
vom 97. Stiftungsfest & Vereinsfest Thomas von Aquin

 

 

19. Januar 2008: 

Die UNITAS Ruhrania lädt
zum 97. Stiftungsfest nach Essen

Münster 1911: Mit vorausreitenden Militär-Fanfaren, Fahnenweihe in der Martinikirche und „Auffahrten“ der Chargierten der vier UNITAS-Vereine aus Münster, der beiden Bonner Korporationen und der Delegationen aus Göttingen, Berlin und Kiel - so erlebten die Gründer der UNITAS Ruhrania in der wilhelminischen Ära ihr Publikationsfest am 23. Februar 1911. Es wurde zum Startpunkt für eine wechselvolle Geschichte des Vereins - über schwere Zeiten hinweg, mit manchen Prüfungen und glanzvollen Höhepunkten.

Heute geht´s längst anders zu. Doch 97 Jahre und 194 Semester später wird nicht weniger herzlich eingeladen, wenn es etwas zu feiern gibt. Auch wenn das Fest an einem neuen Ort stattfindet: Denn genau 80 Jahre nach ihrer Gründung aus der Sugambria und Frisia wechselte die Ruhrania ihr Revier und ging dorthin, woher die Gründer des UNITAS-Gesamtverbandes stammen - sie kam von Münster an die Universitäten und Fachhochschulen im Ruhrgebiet. Ab 1991 bis zum Sommer 2004 führte sie hier am Ruhr- und Emscherschnellweg ein Nomadenleben, bis sie nach langer Suche - und zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte - ein eigenes Haus beziehen konnte. Und das verspricht nach der Totalrenovierung nun endlich fertig zu werden. Auch wenn die offizielle Einweihung erst für Ende Mai angedacht ist, ist dies bereits Grund genug, 2008 besonders herzlich zum 97. Gründungsfest nach Essen-Borbeck einzuladen.

Das 97. Stiftungsfest des W.K.St.V. UNITAS Ruhrania und Vereinsfest zu Ehren des Hl. Thomas von Aquin beginnt am Samstag, 19. Januar, um 14.30 Uhr mit einem gemeinsamem Kaffeetrinken und folgenden Sitzungen des CC und HBV. Unter den Tagesordnungspunkten finden sich vor allem die Neuwahl des AHV-Vorstands und des HBV-Vorstands - wichtigen Entscheidungen für die Zukunft der Ruhrania am neuen Ort. Zudem gibt es Informationen über die Entwicklung und Perspektiven des Hausprojekts. Dazu besteht Gelegenheit zur Besichtigung des Hauses. Eine schriftliche Einladung mit dem Programm ist rund 220 Mitgliedern und Unterstützern zeitgerecht zugegangen.

Für den Abend ist ein Empfang vorgesehen. Er geht dem Festkommers um 20 Uhr voraus, dem der mehrfache Senior Bbr. Richie Duckheim im Conventsaal präsidieren wird. Hier wollen wir einen ganz besonderen Dank dem AHV-Vorsitzenden Bbr. OStD i.R. Jörg Lahme sagen, der über 50 Semester lang die in ganz Deutschland verstreute Ruhranenfamilie zusammengehalten hat. Am Sonntag, 20. Januar, nehmen wir um 10 Uhr an der Hl. Messe in St. Dionysius Essen-Borbeck teil, anschließend gibt es einen Ausklang mit Frühschoppen auf dem Haus.

Hier das gemeinsame Anschreiben von Aktivitas, Altherren- und Hausbauverein zum DOWNLOAD als pdf.

Für die Teilnehmer liegt diese vorbereitete Postkarte bereit:

 

 

20. Januar 2008
Glänzender Festkommers setzt Maßstäbe
Ehrenschieber in Gold für den neuen AHV-Ehrenvorsitzenden

BORBECK. Richtungsweisend, ernsthaft und bewegend, fröhlich, ausgelassen und familiär - gut 50 Mitglieder und Freunde erlebten am 19./20. Januar ein 97. Stiftungsfest der UNITAS Ruhrania, das sicher zu Recht lange in Erinnerung bleiben wird. Es war nicht nur das erste im neuen Conventsaal im Feldschlösschen, es war auch von den Aktiven sehr gut präpariert, stellte Weichen für die Zukunft und gab mit einem hervorragenden Kommers Maßstäbe vor.

Der Nachmittag galt den Beratungen des mit 27 Mitgliedern wie selten gut besuchten und von Bbr. Pater Benedikt Kisters (Kirchhellen) moderierten Cumulativconvents (CC), der dem Aktivenverein und seiner Arbeit ein sehr gutes Zeugnis ausstellte. Mit Spannung erwartet wurde insbesondere die komplett und einmütig erfolgte Neuwahl des Vorstands des Altherrenvereins (AHV) der Ruhrania: Neuer Vorsitzender ist Kaplan Helmut Wiechmann (Altena), Geistlicher Beirat des UNITAS-Verbandes, neuer Stellvertreter ist Bbr. Michael Schneider aus Datteln. Bbr. Ernst-Hubert Steinmann (Hamm) setzt seine Tätigkeit als Quaestor fort, neu als Scriptor ist Bbr. Ludger Steinmann (Dorsten). Damit ist seit vielen Jahren der Vorstand wieder komplett. Und nicht nur das: Denn der Altherrenverein hat auch erstmals einen Ehrenvorsitzenden. Auf Antrag von Ehrensenior Christof Beckmann fällte die Versammlung den einstimmigen Beschluss, Bbr. Jörg Lahme diese Auszeichnung anzutragen, der 27 Jahre lang den Vorsitz des Altherrenvereins geführt hatte. Der mit einem umfänglichen Beirat versehene neue Vorstand im Hausbauverein (HBV) bestätigte die Bundesbrüder Dr. Beckmann im Vorsitz, Michael Schneider als Stellvertreter, Dr. Nikolaus Mantel (Essen) als Quaestor und Dr. Markus Mönig (Iserlohn) als Scriptor. Intensive Beratungen zu Entwicklung, Stand und Finanzfragen rund um das Bauprojekt zeigten die bisherigen Leistungen und zukünftigen Herausforderungen auf und bestimmten das Wochenende 31.Mai/1. Juni als Termin für die offizielle Eröffnungsfeier des UNITAS-Zentrums. Bereits für die Vorbereitung des 100-jährigen Bestehens konstituierte sich eine Kommission, um die Konzipierung einer Festschrift in die Wege zu leiten.

Ehre, wem Ehre gebührt

Bestens vorbereitet, schwungvoll und würdig geschlagen von Präside Bbr. Rüdiger Duckheim (Conpräsiden: Sebastian Sasse und Karol Rawski, Auszug aus der Prinzipienrede s.u.), wurde der Festkommers nach dem Empfang am Abend eine fröhliche Wiedersehensfeier mit vielen - auch überraschend angereisten - prominenten Gästen: Grußworte sprachen die Bundesbrüder Torsten Waibel als Vertreter des Vororts UNITAS Palatia Darmstadt, Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll (Kaarst), Dr. Dr. Thomas Lohmann (Regensburg) als stv. Vorsitzender des UNITAS-Altherrenbundes, der Aktivenvertreter West von UNITAS Trebeta Trier, der Vorsitzende des CV-Kirkels „Kohle“ Norbert Breiderhoff und Martin Gewiese, Vorsitzender des UNITAS-Zirkels Essen. Stellvertretend begrüßt für die Gäste aus den Zirkeln in Castrop-Rauxel, Dortmund, Velbert-Langenberg und Gelsenkirchen, übermittelte er ein geistliches Grußwort von Bbr. Pfarrer Alfons Riesener aus Billerbeck. Sichtlich wohl fühlten sich unter anderem auch Alt-VOP Jörg Volpers (Berlin) von UNITAS Rhenania Bonn, Helga Klinke (Castrop) und die Schwestern und Freund von Neu-Fux Philipp aus Stadtlohn. Winfried Knobloch (KdStV Germania Leipzig im CV) stiftete einen schönen Grundstock für das Stimmen des im November gestifteten neuen Klaviers.

Im Mittelpunkt des festlichen Treibens standen zunächst zwei Neuaufnahmen: Feierlich rezipiert wurden die Neu-Bundesbrüder Christoph Weyer, Student der Kirchenmusik, und Philipp Böcker, Student der Wirtschaftsinformatik. Die besondere Ehrung von Bbr. OstD a.D. Jörg Lahme nahm sein Nachfolger Bbr. Helmut Wiechmann vor. Launig und ernsthaft zugleich stellte er in seiner Laudatio dessen außergewöhnlichen und vorbildgebenden Verdienste heraus. Als besonderes Geschenk überreichte er eine selbstgefertigte und kunstvoll gestaltete Prachtkerze mit Bronzekreuz und in den unitarischen Farben. Die Ruhrania ehrte ihren „Getreuen Eckhart“ mit ihrer höchsten Auszeichnung, einem vom Präsiden überreichten dreibändigen Ehrenschieber in Gold. Sichtlich bewegt nahm Jörg Lahme die Ehrung mit sehr persönlichen und grundsätzlichen Anmerkungen zum Wesen der UNITAS entgegen.

Da der Kommers nach dem donnernden Salamander auf die beiden Neurezipierten angenehm früh unter den Tisch geschlagen wurde, ergaben sich im Anschluss noch viele Gelegenheiten zum Gespräch und zu ausgelassenem Singen, bei dem Bbr. Christoph Weyer kräftig in die Tasten griff. Und die Mahnung des Präsiden hatte offensichtlich Gewicht: Zur Messe war am Sonntagmorgen die komplette Mannschaft wieder angetreten, um anschließend das Fest auf dem Haus bei einem gepflegten Frühschoppen ausklingen zu lassen. (FOTOS oben: Martin Gewiese, Torsten Waibel, Christof Beckmann)

In seiner Prinzipienrede mahnte der Kommerspräside Bbr. Richie Duckheim zur Übersetzung der unitarischen Prinzipien virtus-scientia-amicitia in den Alltag. Nachdrücklich warb er für eine konkrete Anwendung der Grundlagen der katholischen Soziallehre auf den wirtschaftlichen Sektor. Mit Bezug auf aktuelle Ereignisse gab er unter großem Beifall der Festversammlung auch zu den jüngst heiß diskutierten Schließungsplänen des Nokia-Werks in Bochum eine Erklärung ab. Sie soll unter anderem der Geschäftsführung der Firma und den Gewerkschaften zugehen. 

Der Wortlaut im Anschluss an die folgende PRESSEMELDUNG:

 

 

PRESSEMITTEILUNG VOM 20. JANUAR 2008



BILDER
:
Feierliche Neuaufnahmen bei der UNITAS Ruhrania (v.l.: Kommerspräside Rüdiger Duckheim, Christoph Weyer, Philipp Böcker); Dank an den langjährigen Vorsitzenden: Der neu gewählte Vorsitzende Kaplan Helmut Wiechmann und der neue Ehrenvorsitzende des Altherrenvereins, OStD a.D. Jörg Lahme.


97. Stiftungsfest bei UNITAS Ruhrania

Studenten feierten Festkommers im „Feldschlösschen“
 

BORBECK. Sein 97. Stiftungsfest feierte am Wochenende 19./20. Januar der wissenschaftliche katholische Studentenverein Unitas Ruhrania. Im bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltungssaal des Studentenheims im „Feldschlösschen“ erinnerte Theologiestudent Rüdiger Duckheim, Präside des Festkommerses, an die Grundlagen des 1855 gegründeten bundesweiten katholischen Akademikerverbandes. Auch die in Borbeck ansässige Vertretung des Verbandes an den Ruhr-Universitäten sei bis heute dem aktiven Einsatz in Kirche und Gesellschaft verpflichtet.

„Es ist unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen Nokia trotz Gewinns das Nokia-Werk in Bochum schließt“, erklärte Duckheim. „Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht Stellenabbau und Sozialpläne sein.“ Nachdrücklich forderte er unter großem Beifall der Mitglieder und Gäste aus vielen Universitätsstädten die Firma auf, die Schließungspläne zu überdenken. Es werde in nicht hinnehmbarer Weise die Würde und das Recht des Menschen als Person auf Arbeit verletzt, heißt es in der vom Ruhrania-Vorsitzenden Daniel Muschellik unterzeichneten Solidaritätserklärung. Der Mensch sei Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns. Dass das Unternehmen Nokia den Dialog mit den Arbeitnehmern und den Vertretern der Politik verweigere, sei „nicht akzeptabel“ - zumal auf dem Hintergrund staatlicher Zuschüsse in Millionenhöhe: „Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog“, so die Unitas-Studenten. Den von der Schließung bedrohten Menschen wünsche die Unitas „Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr Recht."

Zum neuen Vorsitzenden des Altherrenvereins wählte die Mitgliederversammlung der Ruhr-UNITAS Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena. Sein Vorgänger OStD a.D. Jörg Lahme, ehemaliger Direktor des Emsland-Gymnasiums in Rheine, wurde nach 27 Jahren im Amt mit der höchsten Auszeichnung des Vereins verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. Die offizielle Eröffnungsfeier des zum Wintersemester bezogenen UNITAS-Zentrums an der Flurstraße soll am ersten Juni-Wochenende stattfinden.

INFO: Der Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS ist der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband in Deutschland. Er wurde 1855 von Studenten aus Essen, Borbeck und Werden in Bonn gegründet und zählt heute bundesweit rund 50 Studenten- und Studentinnenvereine an deutschen Hochschulen. Die 1911 ursprünglich in Münster entstandene UNITAS Ruhrania ist seit fast 20 Jahren an den Ruhr-Universitäten aktiv. 2004 erwarb der Verein das „Feldschlösschen“ an der Flurstraße in Essen-Borbeck und richtete dort ein Studentenheim ein, das nach einer Totalrenovierung zum laufenden Wintersemester bezogen wurde. Mehr im Internet unter www.unitas-ruhrania.org.

 

Hier die von Senior Daniel Muschellik unterzeichnete Stellungnahme, 
die mit dem Pressebericht an die Öffentlichkeit gegangen ist:

19. Januar 2008

UNITAS solidarisch mit den Nokia-Arbeitern

"Der Wissenschaftliche Katholische Studentenverein UNITAS Ruhrania Bochum-Duisburg-Essen-Dortmund erklärt seine Solidarität mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen des Nokia-Werkes in Bochum und mit allen von den Schließungsplänen betroffenen Menschen und ihren Familien.

Die UNITAS ist empört über das Vorgehen der Geschäftsführung des Unternehmens Nokia. Es ist unverantwortlich, unverschämt und unmenschlich, dass das Unternehmen Nokia trotz Gewinns das Nokia Werk in Bochum schließt. Die Konsequenzen einseitigen Profits können nicht Stellenabbau und Sozialpläne sein.

Es wird hier in nicht hinnehmbarer Weise das Recht des Menschen als Person auf Arbeit verletzt, ja die menschliche Person an sich wird angegriffen. Die Menschen werden in existentielle Ängste und ins soziale Aus versetzt. Der Mensch, der Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns ist, wird durch so ein Unternehmerverhalten seiner Würde beraubt und wie Ware verdinglicht.

Das Unternehmen Nokia missachtet mit diesem Verhalten zutiefst die Würde der menschlichen Person. Es ist eine Schande und eine Zersetzung der menschlichen Kultur, wenn Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen als bloße Erwerbsmittel und nicht als freie und verantwortliche Personen behandelt werden (Gaudium et Spes, 27).

Die Verweigerung des Dialogs seitens des Unternehmens Nokia mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und den Vertretern der Politik nicht akzeptabel - zumal auf dem Hintergrund der staatlichen Zuschüsse in Millionenhöhe. Das Gemeinwesen hat ein Anrecht auf diesen Dialog.

Die UNITAS Ruhrania fordert die Unternehmensleitung auf, ihren Entschluss zu überdenken. Den von der Schließung bedrohten Menschen wünscht die UNITAS Kraft, Hoffnung und Ausdauer im Kampf um ihr Recht."

gez. Daniel Muschellik
Senior im Wintersemester 2007/08

 

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