Wissenschaftlicher
Katholischer Studentenverein
UNITAS RUHRANIA BOCHUM-ESSEN-DORTMUND
Resolution der
Katholischen Akademikerarbeit Deutschlands
„Der Gottesbezug gehört in die Europäische Verfassung“
KAD-Resolution fordert
Gottesbezug in EU-Verfassung
Die Katholische Akademikerarbeit Deutschlands (KAD), hat auf ihrer
Mitgliederversammlung in Bonn am 8. November 2003 folgende Resolution
verabschiedet, die sich an die Bundesregierung, die Regierungen der Bundesländer,
die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie an die deutschen Abgeordneten
des Europaparlaments richtet. Die Mitgliederversammlung unter Vorsitz von KAD-Präsident
Bbr. Dr. Wolfgang Burr hat die Stellungnahme einstimmig verabschiedet. In ihr
fordert die KAD, in der sich 18 Akademikerverbände mit über 95.000
Einzelmitgliedern in Gesamtdeutschland zusammengeschlossen haben, eine
eindeutige Anerkennung der christlich-abendländischen Kultur als Grundlage
eines geeinten Europas. Hier der Wortlaut:
„Die Katholische
Akademikerarbeit Deutschlands (KAD) sowie die in ihr zusammengeschlossenen Verbände
und Mitglieder begleiten aufmerksam und kritisch die Beratungen zu einer Europäischen
Verfassung, die sie als Beitrag zur Realisierung eines geeinten Europa begrüßen.
Europa muss in dieser Verfassung seine geistige Dimension deutlich machen, damit
seine Bürgerinnen und Bürger sich überzeugt zu ihm bekennen können.
Zu dieser geistigen
Dimension gehört auch Europas religiöses Erbe. Alle Entwicklungen, die letzte
Werte und absolute Grenzen vernachlässigt oder gar verneint haben, waren nicht
von Dauer und erwiesen sich als verhängnisvoll. Wenn nicht die christlichen,
welche Werte sollten dann das Fundament bilden, auf dem sich die lebenswichtige
Identifikation der Bürger mit Europa entwickeln kann? Europa ist seit
Jahrhunderten in christlicher Denkkultur verwurzelt. Die Chancen Europas hängen
deshalb maßgeblich davon ab, ob und wie die christlich-abendländische Kultur
mit ihrer Werteordnung auch in Zukunft respektiert wird. Über Jahrhunderte
gelebte Werte dürfen heute nicht relativiert oder gar negiert werden.
Die Präambel jeder
Verfassung nennt deren Ziele und höchsten Werte; das Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland beruft sich auf die Verantwortung vor Gott und den
Menschen. Dass der Mensch Ebenbild Gottes (Imago Dei) ist, war bisher zum
Ausgangspunkt allen Rechts und begründet sein Menschenwürde. In der Europäischen
Verfassung muss dies ebenso gelten!
Durch diese Forderung kann sich niemand bevormundet oder gar ausgegrenzt fühlen;
sie begründet auch keinen Alleinvertretungsanspruch. Allerdings schärft sie
Gewissen gegenüber staatlicher Allmachtsansprüche. Die KAD fordert deshalb die
Aufnahme eines „Gottesbezugs“ in die Präambel der künftigen Verfassung für
Europa und unterstützt den Vorschlag der EVP-Gruppe im Verfassungskonvent mit
der deutlich gemachten Ergänzung: Die Werte der Europäischen Union umfassen
sowohl die Wertvorstellungen derjenigen, die an Gott als Quelle der Wahrheit,
der Gerechtigkeit, des Guten und des Schönen glauben, als auch derjenigen, die
diese universellen Werte aus anderen Quellen ableiten. Die christlich-abendländische
Kultur war, ist und bleibt eine Grundlage eines geeinten Europas.
Die KAD, die sich hier mit
vielen evangelischen Akademikern einig ist, fordert daher die Bundesregierung,
die Regierungen der Bundesländer und alle deutschen und europäischen
Parlamentarier auf, energisch und offensiv für die Aufnahme eines
„Gottesbezugs“ in die Präambel der künftigen Verfassung für Europa
einzutreten.
V.i.S.d.P. Dr. Wolfgang
Burr, Präsident der KAD, Am Düsterbäumchen 8, D-53340 Meckenheim
E-mails
fordern Anerkennung
des Christentums in der Europäischen Verfassung
Inzwischen nutzen ungezählte Europäer die Möglichkeiten
des Internet, um die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zu überzeugen,
die christlichen Wurzeln Europas in der zukünftigen Verfassung anzuerkennen.
„Wir sind Millionen christliche Bürger des europäischen Kontinents, und wir
glauben, dass die neue europäische Verfassung sowohl das historische Erbe als
auch die lebendige und aktuelle Bedeutung des Christentums in Europa anerkennen
sollte, erklärte etwa Anfang Oktober in Barcelona Josep Miró i Ardèvol, Präsident
der „Convención de Cristianos por Europa“, an der christliche Politiker,
Vereinigungen und Europaabgeordnete aus ganz Europa teilnehmen. Jeder Bürger
kann an die E-mail-Adresse europe@eciudadanos.org schreiben, und seine Mail wird
automatisch an sämtliche teilnehmenden Politiker gehen. Mehr Infos: auf der
Webseite http://www.eurocristians.org.
Auch das Institute for World Evangelisation (Institut für weltweite
Evangelisierung – ICPE-International Catholic Programme of Evangelisation)
Kontinent vor einigen Monaten eine europaweite Kampagne auf dem Kontinent
lanciert, die von zahlreichen Organisationen Europas aufgegriffen wurde. Die
Unterschriften werden bis zum 15. Dezember gesammelt. Um an der Kampagne
teilzunehmen: http://www.icpe.org.
Eine
weitere Kampagne stammt von „Euro-Fam“ (www.euro-fam.org),
einer Organisation von Redakteuren aus den Ländern Europas mit verschiedenen
beruflichen Erfahrungen und kulturellem Hintergrund. Sie setzen sich über
konfessionelle und politische Ideen hinweg für den Frieden und die menschliche
Entwicklung Europas ein. Euro-Fam ist weder an eine Partei, ein Unternehmen oder
eine Kirche gebunden. Ihre Seite mit aktuellen Nachrichten derzeit sechs
Sprachen wird durch Freiwillige realisiert. Die Redakteure von Euro-Fam
engagieren sich in der Überzeugung, dass der unbestrittene, einizigartige
wirtschaftliche Erfolg Europas seit 1945 heute in Dienst des sozialen Friedens
gestellt werden muss. Wesentliche Elemente wie beispielsweise der Schutz der Würde
des Menschen, der Familie und des ungeborenen Lebens besondere Aufmerksamkeit.
Euro-Fam versteht sich grundsätzlich als Unterstützung auf europäischer Ebene
für nationale Netzwerke und Einzelpersonen, die sich in gleichartigen
Themengebieten engagieren. Die Internetseite für ihre Kampagne: http://www.euro-fam.org/actions/03/03K/B/A.php?LG=DE