Vordenker
der Einigung Europas
Würzburg (POW) Seit mehr als zehn
Jahren fördert eine Gruppe von Deutschen die Seligsprechung des französischen
Politikers Robert Schuman. Gegründet wurde das Komitee für die Seligsprechung
des Staatsmanns im Würzburger Kloster Himmelspforten. Am Freitag, 26. April,
trifft sich die Vereinigung aus Priestern, Politikern und Privatleuten diesmal
im Würzburger Sankt-Burkardus-Haus, um den Fortschritt des Prozesses zu
besprechen.
1988 hat die „Vereinigung des Heiligen Benedikt für Europa“ beim Bischof
von Metz, Monsignore Pierre Raffin, das Gesuch zur Seligsprechung eingereicht.
1991 schloss sich die deutsche Sektion an. Im Lauf der nächsten Monate sollen
die notwendigen Dokumente in Rom vorliegen, darunter die Postulationsschrift mit
rund 60 Seiten, 220 Zeugenvernehmungen durch das Offizialat des Bischofs von
Metz und eine profane Dokumentation mit etwa 7000 Text- und Bilddokumenten, die
unter der Leitung des Exekutivpräsidenten des deutschen Komitees, Hans August Lücker,
ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestags und Vizepräsident des Europäischen
Parlaments, zusammengestellt wurden. Schuman wird von den Befürwortern der
Seligsprechung mit dem Heiligen Klaus von Flüe verglichen, in dessen Nachfolge
der Politiker als „Garant des Friedens“ und „Vordenker der Einigung
Europas“ gewirkt habe.
Gäste und Teilnehmer der Tagung sind unter anderem Bischof Dr. Viktor Josef
Dammertz, Bischof Dr. Paul-Werner Scheele, Oberbürgermeister Jürgen Weber, Dr.
Wolfgang Bötsch, Michael Glos, Dr. Thomas Goppel, Dr. Walter Eykmann, Dr. Karl
Eder, Prof. Dr. Herbert Schambeck und Landrat Waldemar Zorn.
Schuman ist am 29. Juni 1886 in Duren als Sohn katholischer Eltern aus
Lothringen geboren. Nach dem Besuch von Gymnasien in Luxemburg und Metz studiert
er ab 1904 zuerst in Bonn, dann in München, Berlin und Straßburg hauptsächlich
Rechtswissenschaften. Nach dem Staatsexamen 1908 folgt die Referendarzeit in
Metz und 1910 die Promotion. Das zweite Staatsexamen schließt Schuman 1912 ab.
In den Jahren nach 1910 engagiert er sich besonders im deutschen Katholizismus,
unter anderem als Teilnehmer des Freundeskreistreffens im Kloster Beuron. Der
Kreis namhafter Persönlichkeiten bemühte sich um eine Erneuerung der Liturgie.
1913 wird Schuman von Bischof Willibrord Benzler zum Vorsitzenden der
katholischen Jugendverbände im Bistum Metz berufen. Im selben Jahr wird er außerdem
Schriftführer im Präsidium des Komitees für die Durchführung des
Katholikentags in Metz.
Nach dem Ersten Weltkrieg beginnt Schumans politische Karriere. 1918 wird er
Stadtrat in Metz und schon ein Jahr später Abgeordneter in der französischen
Nationalversammlung. Dort ist er in verschiedenen Kommissionen bis zu seiner
Verhaftung durch die Gestapo im Zweiten Weltkrieg tätig. Bis dahin hatte
Schuman besonders Vorstößen christlicher Parteien für ein Europa mit
gemeinsamen Institutionen und Parteien verfolgt. Zu Beginn des Zweiten
Weltkriegs ist er Staatssekretär für das Flüchtlingswesen in der Regierung
Paul Reynaud. Nach dem Waffenstillstand mit den Deutschen im Juni 1940 geht der
schon 1939 evakuierte Politiker zurück nach Metz. Dort wird er verhaftet, da er
sich weigert zu kooperieren. 1941 wird er in die „Sonderhaft“ nach Neustadt
an der Weinstraße überführt. 1942 gelingt ihm die Flucht nach Südfrankreich
mit Hilfe der französischen Widerstandsbewegung. Dort versteckt er sich in
verschiedenen Klöstern und stellt Überlegungen zur Neuordnung Europas und zur
Überwindung des Hasses zwischen Deutschen und Franzosen an. Sein wichtigstes
Gepäckstück ist sein „Missale“.
Nach dem Krieg wird Schuman als Vorsitzender der christliche-sozialen Partei MPR
wieder in die Nationalversammlung gewählt. Dort amtiert er zuerst als Präsident
der Finanzkommission und des Ausschusses für elsässisch-lothringische Fragen.
Anschließend wird er Finanzminister und 1947/48 Ministerpräsident von
Frankreich. Von 1948 bis 1953 steuert er das europäische Profil Frankreichs
durch seine Tätigkeit als Außenminister. 1955 und 1956 arbeitet Schuman als
Justizminister, bis 1961 als Präsident der Europäischen Bewegung. 1958 bis
1960 wird er zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt. In vielen
Gremien und mit zahllosen Vorträgen wirbt er für seine politische Vision von
Europa. 1963 stirbt Schuman mit 77 Jahren in Scy-Chazelles, seinem Heimatort
nahe Metz. Zuvor wurde er unter anderem mit dem Karlspreis der Stadt Aachen, dem
Erasmus-Kulturpreis und dem Pius-Orden durch Papst Pius XII. ausgezeichnet.
Veröffentlicht: 17.04.2002
Anrufung
Gottes soll in EU-Verfassungsvertrag
WÜRZBURG (POW) Der Text eines neuen
Verfassungsvertrags der Europäischen Union soll mit einer Anrufung Gottes
beginnen. Einen entsprechenden Beschluss haben das deutsche „Komitee zur
Seligsprechung Robert Schumans“ und die „Gesellschaft zur Förderung der
Europäischen Einigung aus christlicher Verantwortung“ bei ihrer Plenarsitzung
im Würzburger Sankt-Burkardus-Haus am Freitag, 26. April, getroffen. Dadurch
solle deutlich werden, dass die Mitgliedsstaaten der EU sich der Wurzeln ihrer
3000 Jahre alten Kultur bewusst sind und ihre Herrschaft über die Schöpfung in
Verantwortung vor Gott ausüben.
„Sollte sich Europa von diesem geistig-kulturellen Fundament lösen – wie
gegenwärtig einzelne Tendenzen zu beobachten sind – wird Europa und seine
Kultur dem Verfall anheim fallen, lehrt die Geschichte der Menschheit“, heißt
es in dem Text. Eindeutig spricht sich die Entschließung für die Erweiterung
der Europäischen Union aus, mit der Europa wieder seine historischen Grenzen
erlange. Hans August Lücker, Exekutiv-Präsident des Komitees und ehemaliger
Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments, wird persönlich den
beschlossenen Text an Valéry Giscard-D’Estaing, den Präsident des Europäischen
Konvents, überreichen. Ziel des Konvents ist es, Schlüsselfragen zur künftigen
Entwicklung der Europäischen Union zu erörtern und mögliche Antworten zu
finden.
Das Komitee zur Seligsprechung Robert Schumans, dem rund 75 Persönlichkeiten
aus Politik und Kultur angehören, wurde 1991 im Exerzitienheim Himmelspforten
gegründet. Seine Aufgabe ist es, die „fama sanctitatis“, den Ruf der
Heiligkeit Schumans der Bevölkerung nahe zu bringen, und so den
Seligsprechungsprozess zu unterstützen. Präsident ist der Augsburger Bischof
Dr. Viktor Josef Dammerz. In Österreich und Belgien gibt es ähnliche
Initiativen.
Derzeit befindet sich das Seligsprechungsverfahren, das auch von „führenden
Protestanten unterstützt wird“, nach den Worten von Hans August Lücker im
entscheidenden Stadium. In Metz, dem Heimatbistum Schumans, trage im Auftrag von
Erzbischof Pierre Raffin der Postulator die letzten Dokumente zusammen. Lücker
selbst hat seinen Beitrag bereits vor zwei Jahren eingereicht: rund 7000 Seiten
Bild- und Textdokumente, die Biographie und Lebenswerk des verstorbenen
Politikers aufzeigen.
Wenn voraussichtlich im Herbst des Jahres die kompletten Unterlagen nach Rom übersandt
werden, könne für Ende des Jahres 2004 eine Entscheidung erwartet werden,
sagte Lücker. Schuman war unter anderem französischer Ministerpräsident, Außenminister
und EU-Parlamentspräsident. Papst Johannes Paul II. bezeichnete Robert Schuman,
der 1962 zum Ehrenpräsidenten des Europaparlaments gewählt wurde, „als
authentischen Christ, zugleich außergewöhnlich fähigen Staatsmann und ewiges
Vorbild für alle Verantwortlichen am Aufbau Europas.“
Veröffentlicht: 30.04.2002
Seligsprechungsverfahren
für Schuman
WÜRZBURG.
Eine künftige Verfassung der Europäischen Union soll mit einer Anrufung Gottes
beginnen. Das haben das deutsche Komitee zur Seligsprechung Robert Schumans und
die Gesellschaft zur Förderung der Europäischen Einigung aus christlicher
Verantwortung bei ihrer Plenarsitzung in Würzburg gefordert. Damit solle
deutlich werden, dass die Mitgliedsstaaten der EU sich der Wurzeln ihrer 3000
Jahre alten Kultur bewusst seien und ihren Umgang mit der Schöpfung vor Gott
verantworten. Hans August Lücker, Exekutiv-Präsident des Schuman-Komitees und
früherer Vizepräsident des EU-Parlaments, wird den Beschluss persönlich dem
Präsident des EU-Verfassungskonvents, Valery Giscard d'Estaing, überreichen.
Das
Seligsprechungsverfahren für Schuman befindet sich nach Angaben des Komitees in
seiner entscheidenden Phase. Noch im Herbst sollen die vollständigen Unterlagen
nach Rom gesandt werden. Zum Jahresende 2004 könne eine Entscheidung erwartet
werden, sagte Lücker, der selbst bereits vor zwei Jahren 7.000 Seiten Bild- und
Textdokumente zum Lebenswerk des europäischen Politikers im Vatikan eingereicht
hat.
Schuman
war französischer Ministerpräsident, Außenminister und Präsident des Europäischen
Parlaments. Papst Johannes Paul II. hat ihn als "authentischen Christen,
zugleich außergewöhnlich fähigen Staatsmann und ewiges Vorbild für alle
Verantwortlichen am Aufbau Europas" bezeichnet. Das Komitee zur
Seligsprechung Robert Schumans wurde 1991 in Würzburg gegründet und umfasst
rund 75 Persönlichkeiten aus Politik und Kultur. Präsident ist der Augsburger
Bischof Viktor Josef Dammertz. (www.religion.orf.at, 1.5.02)
Chronik
17. Mai 2003, 07:19
Seligsprechung des
Vaters des vereinten Europas?
Seligsprechungsprozess von Robert Schuman auf diözesaner Ebene kurz vor
Abschluss
Rom
(kath.net/Zenit.org)
Robert Schuman (1886-1963), der Mann, der das Entstehen der EU möglich gemacht
hat, könnte bald zur Ehre der Altäre gelangen und so beweisen, dass die
Politik auch ein Weg zur Heiligkeit sein kann. Jacques
Paragon, der Postulator der Causa, teilte am Donnerstag in Rom mit, dass der
Seligsprechungsprozess auf diözesaner Ebene kurz vor dem Abschluss steht, was
noch dieses Jahr erwartet wird.
Robert
Schuman (1886-1963) war französischer Regierungschef und Minister und Verfasser
der Erklärung vom 9. Mai 1950, welche die EU sozusagen aus der Taufe hob. Er
hat eine neue Ära der internationalen Beziehungen auf der Grundlage politischer
Verhandlungen eingeleitet. Zwischen
1958 und 1960 war er Präsident des Europaparlaments. Papst Paul VI. bezeichnete
ihn als einen "unermüdlichen Pionier der europäischen Einheit".
"Für
diesen Vater Europas war der Katholizismus nicht nur ein Glaube, sondern auch
Soziallehre", was seine politischen Aktivitäten sehr nachhaltig
beeinflusste, "die er selbst als eine Erweiterung seines Apostolates
verstand", so Paragon. "Seine
doppelte Kulturzugehörigkeit zu Frankreich und Deutschland ist der Schlüssel
zum Verständnis seiner Europavision, seines Versöhnungsbegriffes und seiner
Vorstellung über die europäische Einheit", so Paragon, der übrigens auch
Generalsekretär des Saint-Benôit Institutes ist, das zur Förderung der
Seligsprechungscausa von Robert Schuman gegründet wurde.
Jacques
Paragon, ein ehemaliger Mitarbeiter von Schuman, wies besonders auf den
"antimilitärischen" Geist Schumans hin, der "seine ganze Politik
als eine Antwort auf eine innere Berufung lebte". Paragon
zitiert das Buch von René Lejeune, dem Präsidenten des Institutes, mit dem
Titel "Robert Schuman, Vater Europas: die Politik, ein Weg der
Heiligung".
"Sein
Leben beweist, dass politische Betätigung mit der Treue zu den christlichen
Werten vereinbar ist", so Paragon bei einem Vortrag im französischen
Kulturzentrum Saint Louis des Français in Rom.
Aktuelles
02. März 2004, 09:04
Seligsprechungsverfahren
für Robert Schuman macht Fortschritte
Das Leben des „Vaters des modernen Europas“ jetzt
vor der
Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse
Rom
(www.kath.net / CWNews.com) Das Seligsprechungsverfahren für den französischen
Politiker und EU-Gründervater Robert Schuman ist in eine entscheidende Phase
getreten: Die Diözese Metz hat ihre Untersuchungen
bezüglich Schumans Lebens abgeschlossen und die Ergebnisse nach Rom
weitergeleitet.
Die
Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse wird sich nun mit dem
Leben und Werk Schumans befassen und Beweise suchen, um den „heroischen
Tugendgrad“ attestieren zu können - eine der beiden Voraussetzungen für eine
Seligsprechung. Ist der heroische Tugendgrad belegt, ebnet die Bestätigung
eines medizinischen Wunders den Weg zur Beatifikation. Diese Heilung muss plötzlich,
dauerhaft und wissenschaftlich nicht erklärbar sein, um als „Zeichen des
Himmels“ anerkannt zu werden.
Die
französische Zeitung "Le Figaro" spekulierte am Montag, der Papst
wolle Robert Schuman noch heuer selig sprechen. Damit wolle er bei seinem für
September geplanten Besuch beim Europarat in Straßburg die Bedeutung der
christlichen Wurzeln Europas hervorheben.
Die
Vision Robert Schumans (1886-1963) von einem Europa, „das durch Versöhnung
eine ‚Gemeinschaft der Völker´ in Freiheit, Gleichheit, Solidarität und
Frieden entstehen lässt, das zutiefst in den christlichen Grundwerten
verwurzelt ist“, war ein Grundstein für die heutige Europäische Union. Sein
Traum von Europa spielt heute eine wichtige Rolle in der Diskussion über die
christlichen Wurzeln Europas. Papst Johannes Paul II. zitierte Schuman
häufig als Beispiel für christliches Engagement im öffentlichen Leben.
Foto:
(c) Pressestelle der Diözese Würzburg
Christentum
ist ,Kernelement der europäischen Geistesgeschichte’
Petition für Anerkennung der christlichen Wurzeln in der EU-Verfassung
Papst: Europa undenkbar ohne Cyrill, Method und Benedikt
Juristen für Anerkennung christlicher Wurzeln in der EU-Verfassung
Bischof Müller: Gottesbezug gehört unverzichtbar in EU-Verfassung
Weltkirche
36. 2147, 47:
Robert Schumann -
Vordenker der Einigung Europas
Frieden und Einigung Europas als Ziel – Flucht vor den Nazis mit Unterstützung
der französischen Resistance
WÜRZBURG
(kath.net/POW)
Seit mehr als zehn Jahren fördert eine Gruppe von Deutschen die Seligsprechung
des französischen Politikers Robert Schuman. Gegründet wurde das Komitee für
die Seligsprechung des Staatsmanns im Würzburger Kloster Himmelspforten. Am
Freitag, 26. April, trifft sich die Vereinigung aus Priestern, Politikern und
Privatleuten diesmal im Würzburger Sankt-Burkardus-Haus, um den Fortschritt des
Prozesses zu besprechen.
1988
hat die „Vereinigung des Heiligen Benedikt für Europa“ beim Bischof von
Metz, Monsignore Pierre Raffin, das Gesuch zur Seligsprechung eingereicht. 1991
schloss sich die deutsche Sektion an. Im Lauf der nächsten Monate sollen die
notwendigen Dokumente in Rom vorliegen, darunter die Postulationsschrift mit
rund 60 Seiten, 220 Zeugenvernehmungen durch das Offizialat des Bischofs von
Metz und eine profane Dokumentation mit etwa 7000 Text- und Bilddokumenten, die
unter der Leitung des Exekutivpräsidenten des deutschen Komitees, Hans August Lücker,
ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestags und Vizepräsident des Europäischen
Parlaments, zusammengestellt wurden. Schuman wird von den Befürwortern der
Seligsprechung mit dem Heiligen Klaus von Flüe verglichen, in dessen Nachfolge
der Politiker als „Garant des Friedens“ und „Vordenker der Einigung
Europas“ gewirkt habe.
Gäste
und Teilnehmer der Tagung sind unter anderem Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz,
Bischof Dr. Paul-Werner Scheele, Oberbürgermeister Jürgen Weber, Dr. Wolfgang
Bötsch, Michael Glos, Dr. Thomas Goppel, Dr. Walter Eykmann, Dr. Karl Eder,
Prof. Dr. Herbert Schambeck und Landrat Waldemar Zorn.
Schuman
ist am 29. Juni 1886 in Duren als Sohn katholischer Eltern aus Lothringen
geboren. Nach dem Besuch von Gymnasien in Luxemburg und Metz studiert er ab 1904
zuerst in Bonn, dann in München, Berlin und Straßburg hauptsächlich
Rechtswissenschaften. Nach dem Staatsexamen 1908 folgt die Referendarzeit in
Metz und 1910 die Promotion. Das zweite Staatsexamen schließt Schuman 1912 ab.
In den Jahren nach 1910 engagiert er sich besonders im deutschen Katholizismus,
unter anderem als Teilnehmer des Freundeskreistreffens im Kloster Beuron. Der
Kreis namhafter Persönlichkeiten bemühte sich um eine Erneuerung der Liturgie.
1913 wird Schuman von Bischof Willibrord Benzler zum Vorsitzenden der
katholischen Jugendverbände im Bistum Metz berufen. Im selben Jahr wird er außerdem
Schriftführer im Präsidium des Komitees für die Durchführung des
Katholikentags in Metz.
Nach
dem Ersten Weltkrieg beginnt Schumans politische Karriere. 1918 wird er Stadtrat
in Metz und schon ein Jahr später Abgeordneter in der französischen
Nationalversammlung. Dort ist er in verschiedenen Kommissionen bis zu seiner
Verhaftung durch die Gestapo im Zweiten Weltkrieg tätig. Bis dahin hatte
Schuman besonders Vorstößen christlicher Parteien für ein Europa mit
gemeinsamen Institutionen und Parteien verfolgt. Zu Beginn des Zweiten
Weltkriegs ist er Staatssekretär für das Flüchtlingswesen in der Regierung
Paul Reynaud. Nach dem Waffenstillstand mit den Deutschen im Juni 1940 geht der
schon 1939 evakuierte Politiker zurück nach Metz. Dort wird er verhaftet, da er
sich weigert zu kooperieren. 1941 wird er in die „Sonderhaft“ nach Neustadt
an der Weinstraße überführt. 1942 gelingt ihm die Flucht nach Südfrankreich
mit Hilfe der französischen Widerstandsbewegung. Dort versteckt er sich in
verschiedenen Klöstern und stellt Überlegungen zur Neuordnung Europas und zur
Überwindung des Hasses zwischen Deutschen und Franzosen an. Sein wichtigstes
Gepäckstück ist sein „Missale“.
Nach
dem Krieg wird Schuman als Vorsitzender der christliche-sozialen Partei MPR
wieder in die Nationalversammlung gewählt. Dort amtiert er zuerst als Präsident
der Finanzkommission und des Ausschusses für elsässisch-lothringische Fragen.
Anschließend wird er Finanzminister und 1947/48 Ministerpräsident von
Frankreich. Von 1948 bis 1953 steuert er das europäische Profil Frankreichs
durch seine Tätigkeit als Außenminister. 1955 und 1956 arbeitet Schuman als
Justizminister, bis 1961 als Präsident der Europäischen Bewegung. 1958 bis
1960 wird er zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt. In vielen
Gremien und mit zahllosen Vorträgen wirbt er für seine politische Vision von
Europa. 1963 stirbt Schuman mit 77 Jahren in Scy-Chazelles, seinem Heimatort
nahe Metz. Zuvor wurde er unter anderem mit dem Karlspreis der Stadt Aachen, dem
Erasmus-Kulturpreis und dem Pius-Orden durch Papst Pius XII. ausgezeichnet.
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Gebet
für die Seligsprechung
Herr,
Du hat gesagt:
" Selig, die Werke des Friedens tun, denn sie werden Söhne Gottes genannt
werden." (Matth. 5,9)
Dein
Diener Robert Schuman hat den Vökern Europas gebracht: