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Wissenschaftlicher
Katholischer Studentenverein
Blau
& Gold: Europas Fahne Europas Banner hat eine bewegte Geschichte. Und vielleicht sind die Farben eben nicht zufällig gewählt. Es ist das Symbol unseres "in unitate" geeinigten Kontinents, einem gewaltigen Friedenswerk, das sich vor allem christlichen Politikern und Visionären verdankt. Blau-weiß-Gold sind die Farben der UNITAS: Der Überlieferung nach stehen sie für die Farben, die Maria zugeordnet sind, und für die Farben des Vatikans. Aber auch der Europa-Fahne mangelt es nicht an christlichen Bezügen...
Daneben
gab es eine ganze Reihe weiterer Embleme und Fahnen – zum Beispiel seit 1951
sechs in zwei Reihen angeordnete Sterne auf blauem und schwarzem Grund für die
Montanunion, seit 1973 die goldenen Buchstaben „EP“ und „PE“ im
Lorbeerkranz auf blauem Grund für das Europäische Parlament und für die Europäische
Kommission lange Zeit eine stilisierte Karte der sechs Mitgliedstaaten, ab 1978
inoffiziell ein goldenes „E“ auf blauem Grund. So war schließlich die Unübersichtlichkeit
der symbolischen Repräsentation Europas perfekt. Zugleich hatten sich bereits
einige der ästhetischen und politischen Abgründe gezeigt, welche die
Symbolsuche mit sich brachte. Eine
aktive Symbolpolitik setzte vor allem nach der enttäuschend niedrigen
Wahlbeteiligung bei der Europawahl 1984 ein. 1985 wurde die vom Europarat
verwendete Flagge von allen Staats- und Regierungschefs als offizielles Emblem
der Europäischen Gemeinschaften angenommen. Sie wurde zum Emblem der Europäischen
Union: Ein Kranz von zwölf goldenen fünfstrahligen Sternen, deren Spitzen sich
nicht berühren, auf kobaltblauem Hintergrund, als Zeichen der Union der Völker
Europas. Da die Zahl Zwölf als Symbol für Vollkommenheit und Einheit gilt, ist
sie unveränderlich. Die zwölf Sterne stehen somit nicht für die Anzahl
der Mitgliedsstaaten.
Eine andere Legende behauptet, der damalige Generalsekretär, Léon Marchal, habe beim Verlassen des Sitzungssaales, in dem er zuvor die Flagge mit dem Verweis auf die zwölf Tierkreiszeichen und die zwölf Monate des Jahres durchgesetzt hatte, zu Lévi bemerkt, dass die Europaflagge wie durch Zufall den in der Apokalypse genannten Sternenkranz trage. Die angesprochene Stelle der Bibel lautet: „Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. “ (Offenbarung 12,1)
Nach der offiziellen Deutung ist die ZWÖLF ein Zeichen der Vollkommenheit. Da Europa allerdings sicher noch einige Zeit brauchen wird, bis die Freude vollkommen ist, darf das Symbol auch im übertragenen Sinne wohl auch als Zeichen der Hoffnung stehen ... Bilder oben: Antonio Giuseppe Bossi 1736, Immaculata, Würzburg, links: Francisco de Zurbarán (1598-1664): Inmaculada Concepción (1630-35, Öl auf Leinwand, 139 x 104 cm; Museo del Prado, Madrid) - rechts: Rückseite der sog. "Wundertätigen Medaille" - weitere Bilder am Ende des Artikels!
aus:
Der Sonntag, Kirchenzeitung für das Bistum Limburg, So. 11.10.1998, S. 7 "Seit
einiger Zeit schon ist sie uns vertraut, hängt sie doch an vielen öffentlichen
Gebäuden neben der deutschen Flagge. Gemeint ist die Europafahne: zwölf
goldene Sterne auf dunkelblauem Grund. Fragt man jedoch danach, was diese zwölf
Sterne symbolisieren, stößt man auf unterschiedliche Antworten. Viele
wissen gar keine Antwort und reagieren mit einem Achselzucken. Andere können
sich noch erinnern, dass die Europäische Union einmal aus zwölf Staaten
bestanden hat und glauben, damit die Antwort auf die Frage gefunden zu haben.
Aber diese ist ganz anders. Die
Geschichte der Fahne hat ihren Ursprung eigentlich schon zur Zeit des Zweiten
Weltkriegs. Paul Levi, ein Belgier jüdischer Abstammung, sah damals in Löwen
Eisenbahnzüge fahren, in denen Juden von der deutschen Gestapo nach Osten in
eine ungewisse Zukunft transportiert wurden. Damals legte Levi das Gelübde ab,
wenn er den Krieg und die Herrschaft der Nationalsozialisten lebend überstehen
würde, zum katholischen Glauben überzutreten. Er überlebte und wurde
katholisch. Am
5. Mai 1949 wurde in London der Europarat gegründet, und Paul Levi wurde
Leiter der Kulturabteilung des Europarats. Sechs Jahre später, 1955, wurde die
Frage einer gemeinsamen Flagge der Mitgliedsländer des Europarats diskutiert. Sämtliche
Entwürfe in denen, etwa nach dem Vorbild der skandinavischen Flaggen, ein Kreuz
enthalten war, wurden von den Sozialisten als ideologisch gebunden und als zu
christlich abgelehnt. Eines
Tages kam Levi damals an einer Statue der Mutter Gottes mit dem Sternenkranz
vorbei. Durch die Sonne beschienen, leuchteten die goldenen Sterne vor dem
blauen Himmel. Levi suchte daraufhin Graf Benvenuti auf, einen
venezianischen Christdemokraten und damals Generalsekretär des Europarats,
und schlug ihm vor, zwölf goldene Sterne auf blauem Grund als Motiv für die
Europafahne zu wählen, was dann allgemein akzeptiert wurde. Und so ziert heute
in allen Staaten der europäischen Union der Sternenkranz Mariens die
Europafahne.
Gegen
diese Auffassung spricht aber, dass diese „Frau“ in Offenbarung 12,17 als
„Mutter der Christen“ bezeichnet wird. Daher ist es naheliegend, in der
„Frau“ das Symbol für das Gottesvolk in seiner Einheit von Altem und
Neuem Bund zu sehen. Die
Zahl „Zwölf“ hatte schon immer für die Menschen eine besondere
Bedeutung. Bereits bei den Ägyptern hatte die Unterwelt zwölf Tore. In der
griechischen Mythologie hatte Herakles zwölf Aufgaben zu erfüllen, um somit
die Vollkommenheit zu erlangen. Die Römer gründeten ihre Rechtsordnung auf ein
Gesetz, das auf zwölf Tafeln niedergeschrieben war. Jesus
erwählte aus dem Kreis seiner Gefolgsleute zwölf Männer, die in den
Evangelien als die zwölf Apostel beschrieben werden, in Anlehnung an die zwölf
Stämme Israels im Alten Testament. Und in der bereits erwähnten Offenbarung
des Johannes heißt es über das himmlische Jerusalem, das als Heimstadt für
das vollendete Gottesvolk beschrieben wird: „Die Stadt hat eine große und
hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen
geschrieben, die Namen der zwölf Söhne der Stämme Israels ... Die Mauer der
Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf
Apostel des Lammes.“ Auch hier findet sich wieder die Verbindung der zwölf
Stämme Israels vom Alten Testament mit den zwölf Aposteln des Neuen
Testaments. Die
besondere Bedeutung der Zahl „Zwölf“ kommt auch darin zum Ausdruck, dass zwölf
das Produkt von „drei“ und „vier“ ist. Die Dreizahl steht dabei für
die Dreifaltigkeit Gottes in Vater, Sohn und Geist, und die „Vier“
symbolisiert die Himmelsrichtungen Norden, Süden, Osten und Westen.
„Zwölf“ ist dann die Vereinigung des Göttlichen mit dem Weltlichen.
Ferner sind die Zahlen von eins bis zwölf einsilbig und werden in Texten immer
ausgeschrieben. Und
die 13, sie gilt als Zahl des Unglücks weil sie die nächste Zahl in der
numerischen Reihenfolge ist, die nicht mehr in die absolute Vollkommenheit von
eins bis zwölf passt." Bild oben: Maria Immaculata 1673, Wallfahrtskirche St. Bäumel bei Thalmassing südlich von Regensburg, Öl auf Leinwand, 2,40 x 1,60 m, eine der ältesten Darstellungen der "Maria Immaculata" im Bistum Regensburg Der
Sternenkranz ist die Folge eines Gelübdes Die
Idee zur Europaflagge kam einem Belgier 1955 beim
Anblick einer Marienstatue
VON
THOMAS PINZKA, in: Die Welt, 26.02.1998
Offenbarung
des Johannes 12,1 Berlin
- Schon seit einiger Zeit hängt sie an vielen öffentlichen Gebäuden neben der
deutschen Flagge. die Europaflagge. Zwölf goldene Sterne auf dunkelblauem
Grund. Fragt man jedoch danach, was diese zwölf Sterne symbolisieren, stößt
man auf unterschiedliche Antworten. Viele wissen gar keine Antwort und reagieren
mit einem Achselzucken. Andere können sich noch erinnern, dass die Europäische
Union einmal aus zwölf Staaten bestanden hat und glauben damit die Antwort
gefunden zu haben. Doch damit liegen sie falsch. Die
Geschichte der Fahne hat ihren Ursprung in der Zeit während des Zweiten
Weltkriegs. Paul Lévi, ein Belgier jüdischer Abstammung, sah damals angsterfüllt
in Leuven zahlreiche Eisenbahnzüge fahren, in denen die Juden von der deutschen
Gestapo nach Osten in eine ungewisse Zukunft transportiert wurden. Damals legte
Lévi das Gelübde ab, wenn er den Krieg und die Nationalsozialisten lebend überstehen
würde, wollte er zum katholischen Glauben konvertieren. Er überlegte und wurde
katholisch. Am
5. Mai 1949 wurde in London der Europarat gegründet, und Paul Lévi wurde zum
Leiter der Kulturabteilung des Europarats ernannt. Sechs Jahre später, 1955,
diskutierten die Vertreter über eine gemeinsame Flagge. Sämtliche Entwürfe,
in denen, etwa nach dem Vorbild der skandinavischen Flaggen, ein Kreuz enthalten
war, wurde von den Sozialisten als ideologisch gebunden und zu christlich
verworfen. Eines Tages kam Lévi bei einem Spaziergang an einer Statue der
Mutter Gottes mit dem Sternenkranz vorbei. Durch die Sonne beschienen,
leuchteten die goldenen Sterne wunderschön vor dem strahlend blauen Himmel. Lévi
suchte daraufhin Graf Benvenuti, ein venezianischer Christdemokrat und damaliger
Generalsekretär des Europarats, auf und schlug ihm vor, zwölf goldene Sterne
auf blauem Grund als Motiv für die Europafahne vorzuschlagen. Benvenuti war
begeistert, und wenig später wurde der Vorschlag allgemein akzeptiert. Und so
ziert bis heute in allen Staaten der Europäischen Union der goldene
Sternenkranz Marias die Europafahne.
Die
Zwölfzahl der Sterne ist ein Hinweis auf die zwölf Stämme Israels (Gen 37,9)
und somit auf das auserwählte Volk Gottes. Der Kranz als Symbol des Erfolges
und des Triumphes signalisiert die Unbesiegbarkeit der Frau. In
der Offenbarung spricht Johannes nur von einer „Frau”. Er nennt sie aber
nicht Maria. In der katholischen Auslegung wurde aber eine Zeitlang die Frau in
der Offenbarung mit Maria gleichgesetzt. Weil einige Kapitel später in der
Offenbarung erwähnt wird, diese Frau würde den Messias gebären, müsse sie
damit auch die Mutter Jesu sein. Dagegen spricht aber, dass diese „Frau” in
Kapitel 12, Vers 17 der Offenbarung als „Mutter der Christen“ bezeichnet
wird. Daher wäre es am naheliegendsten, in der erwähnten „Frau” das Symbol
für das Gottesvolk in seiner Einheit von Altem und Neuem Bund zu sehen, so ein
Religionswissenschaftler. Die
Zahl „zwölf” hatte schon immer für die Menschen eine besondere Bedeutung.
Bereits bei den alten Ägyptern hatte die Unterwelt zwölf Tore. In der
griechischen Mythologie musste Herakles zwölf Aufgaben erfüllen, und die Römer
gründeten ihre Rechtsordnung auf ein Gesetz, das auf insgesamt zwölf Tafeln
niedergeschrieben war. Jesus
erwählte aus dem Kreis seiner Gefolgsleute zwölf Männer, die in den
Evangelien als die zwölf Apostel beschrieben werden, in Anlehnung an die zwölf
Stämme Israels, von denen im Alten Testament erzählt wird. Außerdem
wird in der Offenbarung Jerusalem als die Heimatstadt für das vollendete
Gottesvolk geschildert. „Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf
Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen
der zwölf Söhne der Stämme Israels....Die Mauer der Stadt hat zwölf
Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.”
Auch hier findet sich die Verbindung der Stämme Israels vom Alten Testament mit
den zwölf Aposteln des Neuen Testaments. Die Bedeutung der „Zwölf” kann man auch darin sehen, dass zwölf das Produkt von drei und vier ist. Die Dreizahl steht für die Dreifaltigkeit Gottes in Vater, Sohn und Geist und die Vier symbolisiert die Himmelsrichtungen.
Hier weitere Madonnenfiguren,
(v.l.) Heiligenbildchen / Wallfahrtsabzeichen / Johann Peter
Alexander Wagner 1767, Immaculata Würzburg /
v.l.: Diego Velasquez, The Immaculate Conception, c. 1618,
Öl auf Leinwand, 135 x 101.6 cm, National Gallery, London /
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