Filmabend zu den Lübecker Märtyrern

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LÜBECK / ESSEN. Am 10. November 1943 wurden Bbr. Johannes Prassek, Hermann Lange, Bbr. Eduard Müller und Karl Friedrich Stellbrink im Hamburger Gefängnis Holstenglacis dem Henker vorgeführt und im Dreiminutentakt enthauptet. Zu ihrem 83. Todestag am Dienstag, 10.11.2026, lädt die Unitas Ruhrania im laufenden Semesterprogramm zu einem Gedenk- und Filmabend mit Gespräch ein: Gezeigt wird die Dokumentation „Widerstehen im Geiste Christi“ von Jürgen Hobrecht, die unter Fachberatung von Prof. Peter Voswinkel entstand. Das Treffen beginnt um 19.30 Uhr im Conventsaal des Unitas-Hauses „Feldschlößchen“ an der Flurstraße 67, 45355 Essen.

Jahresgedenken in Lübeck

Das Jahresgedenken in Lübeck wird in diesem Jahr erneut mit mehreren Veranstaltungen, Andachten und Gottesdiensten begangen. Zum 83. Todestag am Dienstag, 10. November, findet am Zeughaus, Parade 12, um 17.00 Uhr eine Andacht mit Kranzniederlegung statt. Malte C. Lachmann, Schauspieldirektor am Theater Lübeck, spricht das Grußwort. Zur Todesstunde der Lübecker Märtyrer folgt um 18:00 Uhr das Pontifikalamt mit dem Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße in der Propsteikirche Herz Jesu, Parade 4. Am Freitag, 13. November, schließt das Jahresgedenken an die drei katholischen Kapläne und den evangelischen Pastor in ökumenischer Verbundenheit im Dom zu Lübeck mit einer Nacht der Lichter um 20.00 Uhr. Der Taizé-Gottesdienst liegt in der Verantwortung von Dompastor Martin Klatt und Jochen Proske, Leiter der Gedenkstätte Lübecker Märtyrer.

Letzter Zwischenbericht zum laufenden Forschungsprojekt

Wie die Homepage zu den Lübecker Märtyrern aktuell berichtet, wird u.a. am Mittwoch, 4. November, Prof. Dr. Sebastian Holzbrecher (Universität Hamburg) um 19.00 Uhr im Haus der Begegnung an der Parade 4 einen letzten Zwischenbericht zum Forschungsprojekt Lübecker Märtyrer vorstellen. Das Forschungsprojekt, über das wir im vergangenen Jahr berichteten, läuft seit gut drei Jahren und will das Geschehen, die beteiligten Personen und das Netzwerk um die vier Hingerichteten wissenschaftlich erforschen und systematisieren, Quellen kritisch überprüfen und neue Erkenntnisse ergänzend beibringen.

Unitas Ruhrania steuerte Material bei

Zu diesen Fragestellungen hatte Unitas Ruhrania dem Forschungsteam um Prof. Holzbrecher und Jochen Proske (Erzbischöfliche Stiftung Lübecker Märtyrer, Leiter der Gedenkstätte) über 30 Namen von Bundesbrüdern aus dem engeren und weiteren unitarischen Umfeld von Johannes Prassek und Eduard Müller beisteuern können. Zudem wurde eine umfangreiche Liste der von den Nationalsozialisten im KZ ermordeten, verhafteten, ausgewiesenen und in vielfacher Weise drangsalierten Bundesbrüder zusammengestellt. Es sind rund 500 bekannte Namen aus dem Unitas-Verband, die vor allem der engagierten Forschungsarbeit von Bbr. Dr. Wolfgang Burr zu verdanken sind. Insofern darf man auf die Ergebnisse sicher weiter gespannt sein. Der Abschluss des Projektes ist für das 1. Halbjahr 2027 geplant.

Im Bild: Impressionen von der Kunstaktion der Unitas Ruhrania 2018 mit dem Künstler Mika Springwald (Osnabrück) zum Thema „Lübecker Märtyrer": Zwei der vier Geistlichen, die von den Nationalsozialisten für ihre Kritik am Regime zum Tode verurteilt wurden, gehörten der Unitas Ruhrania an. Sie wurden im Juni 2011 von der Katholischen Kirche seliggesprochen.

Die vier Lübecker Glaubenszeugen

Die von Papst Benedikt XVI. seliggesprochenen Kapläne Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange wurden zusammen mit dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink am 10. November 1943 in Hamburg wegen „Wehrkraftzersetzung, Heimtücke, Feindbegünstigung und Abhören von Feindsendern“ zum Tode verurteilt.

Bei der öffentlichen Seligsprechung am 25. Juni 2011 in Lübeck, bei der auch Pfr. Stellbrink ehrend erwähnt wurde, war neben viele Bundesbrüder aus dem Unitas-Verband auch der damalige Vorort Unitas Ruhrania dabei, der mit dem damaligen Vorortspräsident Bbr. Sebastian Sasse, dem heutigen Ehrensenior der Ruhr-Unitas, sein Vorortsjahr unter ihr Patronat stellte. Ausführlichere Biografien von Bbr. Johannes Prassek (*13.08.1911) und Bbr. Eduard Müller (*20. August 1911), die mit Kaplan Hermann Lange und Pastor Karl-Friedrich Stellbrink am 10.11.1943 von der Nazi-Justiz hingerichtet wurden, finden sich auf der Ruhrania-Internetseite mit vielen Persönlichkeiten, die der Unitas an der Ruhr verbunden waren und sind.

Alle Infos zu den „Lübeckern“ mit Porträts der vier Geistlichen, ihren Abschiedsbriefe, einer Dokumentation der Seligsprechung, Texten, Predigten, Gedenkorten und Terminen sowie Quellen unter: https://www.luebeckermaertyrer.de/

Zum Download: Rückblick auf die Seligsprechung