ESSEN. Zur Feier des Vereinsfestes zu Ehren des hl. Bonifatius versammelt sich die Ruhr-Unitas am Samstag, 13. Juni 2026, erstmals im tiefen Essener Süden: Die Messe zum Auftakt feierte um 18 Uhr in St. Barbara Essen-Byfang am Nöckersberg P. Alex Mathew Thottiparambil OCD von den Unbeschuhten Karmeliten im Kloster Kupferdreh-Dilldorf, die Predigt übernahm der langjährige Geistliche Beirat des Unitas-Verbandes Bbr. Pastor em. Helmut Wiechmann, vor 70 Semestern Wiederbegründungssenior der Unitas Ruhrania an den Ruhr-Universitäten.
In die Nachfolge gerufen
Die Messtexte waren an diesem Wochenende der Aussendungsrede Jesu gewidmet: „Er schickte eine bunte Truppe zu den Menschen, Jünger mit all ihren Stärken und Schwächen, aber keine Supermänner“, so die Predigt. „Und er wusste genau, in welche Zeit und Welt er sie aussandte“, betonte Helmut Wiechmann.“ Doch auch in dieser Zeit suche Jesus Menschen in ihrer Nachfolge. „Gleich mit welchen Talenten und Gaben – er braucht uns alle. Denn jede und jeder hat eine Begabung, die den Menschen dient.“
Dieser Gedanke treibe seit ihrem Bestehen die katholischen Studentenverbände an, die mit ihren Prinzipien für diesen Auftrag verpflichtet seien. Mit Blick auf den Unitas-Verbandspatron Bonifatius, der in seiner Missionstätigkeit in der Mitte des 8. Jahrhunderts zum „Apostel der Deutschen“ wurde, unterstrich die Predigt: In der Einheit der Unitas mit festen Grundlagen in die Welt gesandt zu sein, diene der Verkündigung des Evangeliums in unserer Zeit.

Vom Karmelgebirge nach Indien und auf die Ruhrhöhen
Diese Botschaft zog sich auch durch den anschließenden offiziellen, wissenschaftlichen und geselligen Teil des Vereinsfestes: Vor dem gemeinsamen Essen im Restaurant „Esszimmer“ in Hattingen-Niederwenigern wurde die über 800-jährige Geschichte der im Karmelgebirge des Heiligen Landes entstandene kontemplative Ordensgemeinschaft lebendig, die sich in zwei Ordenszweigen weltweit in der Seelsorge engagiert.
Mit großer Freude nahm die Ruhr-Unitas den Prior der örtlichen Ordensgemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten anschließend als neues Mitglied in ihre Reihen auf: Pater Alex Mathew Thottiparambil OCD von der Gemeinschaft im Kloster Essen-Kupferdreh-Dilldorf hatte die Unitas 2025 kennengelernt und legte jetzt den Eid auf die Prinzipien und Fahne ab.
Pater Alex hatte sich bereits als 15-Jähriger in seiner südindischen Heimat Kerala der Gemeinschaft angeschlossen und gehört zur boomenden und weltweit wachsenden jungen Provinz St. Thomas. Ihre Mitgliederzahl hat inzwischen die der deutschen Mutterprovinz deutlich übertroffen und ist in mehreren Ländern aktiv. Auch in Deutschland, wo der 2003 zum Priester geweihte neue Bundesbruder nach seinem Studium am Angelicum in Rom seit Jahren tätig ist, hat der Orden mehrere neue Niederlassungen begründet. Im Bistum Essen sind die vier Brüder in der Pfarrseelsorge und im Krankenhausdienst tätig.

Nach vielen anregenden Gesprächen ging die feiernde Gemeinschaft nicht ohne ein gemeinsames Foto auseinander. Mit ihm grüßte die Ruhr-Unitas den zeitgleich in Würzburg im Amt vereidigten neuen Vorort des Gesamtverbandes, Unitas Winfridia zu Münster. Der Mitte Mai bei der 149. Generalversammlung in Paderborn gewählte Verein nahm die Verbandsstandarte von Unitas München entgegen, die im vergangenen Jahr mit hohem Engagement den Vorsitz des Verbandes innehatte.

