Persönlichkeiten

Namen, Skizzen, Charaktere: Mitglieder der Unitas Ruhrania, Persönlichkeiten aus dem Unitas-Verband, Menschen und Bundesbrüder, die mit uns an der Ruhr und im Land verbunden sind – so unterschiedlich sie sind, so sehr sind sie doch miteinander verbunden. Was wir ihnen verdanken, wofür sie in ihrem Leben standen oder heute noch stehen, motiviert. Wir haben einige von ihnen hier zusammengetragen. ...

Arnold, Karl

Schuhmacher, Gewerkschafter, Ministerpräsident: Bbr. Dr. Karl Arnold

Bbr. Karl Arnold, 1901 im württembergischen Herrlishöfen bei Biberach an der Riß geboren, hatte eine Ausbildung als Schuhmacher-Geselle absolviert und studierte 1920/21 an der Sozialen Hochschule Leohaus in München. Seit 1920 Mitglied der Zentrums-Partei, arbeitete er hauptamtlich als Funktionär der christlichen Gewerkschaften, 1924 als Sekretär des Bezirks Düsseldorf des Christlichen Gewerkschaftsbundes. 1925-1933 war er Mitglied der Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung und dort stellvertretender Vorsitzender der Zentrumsfraktion. Nach Heirat 1928 – sein 1933 geborener Sohn Gottfried gehörte 1961-1983 wie schon zuvor sein Vater dem Deutschen Bundestag an – wurde Arnold Miteigentümer eines Installationsgeschäfts in Düsseldorf. Während des Dritten Reichs beobachtet undverfolgt von der Gestapo, wurde er im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 inhaftiert.

Mitbegründer der CDU

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Arnold seine politischen Aktivitäten wieder auf. Er gründete 1945 die Düsseldorfer Christlich-Demokratische Partei, die später Teil der CDU wurde. Mit Jakob Kaiser gehörte er zu der Gruppe ehemaliger christlicher  Gewerkschaftsführer, die sich innerhalb der CDU für die Vergesellschaftung von Schlüsselindustrien einsetzten. 1945 beteiligte sich Arnold mit Hans Böckler an der Gründung der Einheitsgewerkschaften, des heutigen DGB, im Rheinland und saß dem Bezirk Düsseldorf vor. Am 29. Januar 1946 wurde Arnold zum Oberbürgermeister von Düsseldorf ernannt und am 26. Oktober 1946 in den ersten freien Kommunalwahlen im Amt bestätigt. Im Dezember 1946 zum stellvertretenden nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten im Kabinett Amelunxen ernannt, war Arnold seit 1947 bis 1956 Ministerpräsident verschiedener Koalitionen aus CDU, Zentrumspartei, SPD (bis 1950), FDP (seit 1954) und KPD (bis 1948).

Arnold, der von der amerikanischen Besatzungsmacht die Tageszeitungslizenz für die bis heute christlich orientierte „Rheinische Post“ erhalten hatte, war von 1946 bis zu seinem Tod Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen, 1947-1949 auch Mitglied des Länderrates der Bizone. Im März 1948 legte er unter dem Titel „Manifest an die deutsche Einheit“ Vorschläge zur Wiedervereinigung der vier Besatzungszonen vor. Am 7. September 1949 wurde er (bis zum 6. September 1950) der erste Bundesratspräsident und damit bis zur Wahl von Theodor Heuss am 12. September 1949 amtierendes Staatsoberhaupt. Nach der ersten Bundestagswahl gehörte Arnold in der CDU zu den Befürwortern einer Großen Koalition, konnte sich  aber mit diesen Vorstellungen nicht gegen Konrad Adenauer durchsetzen. Zweimal wurde er als Ministerpräsident wiedergewählt. Wichtige politische Handlungen in diesem Amt waren sein Beitrag zur Gründung einer landeseigenen Rundfunkanstalt, zur Montanmitbestimmung und die Etablierung eines Landesjugendplans. Am 20. Februar 1956 wurde Arnold - 1956 bis zu seinem Tode stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender - durch ein konstruktives Misstrauensvotum von SPD und FDP gestürzt.

Im selben Jahr hatte ihn die nach UNITAS Assindia (1912) und UNITAS Silesia (1952) als dritte in Aachen entstandene UV-Korporation, die nach einem ehemaligen Prämonstratenserkloster in der Eifel benannte UNITAS Reichenstein (1954), an ihrem Stiftungsfest als Ehrenphilister aufgenommen. Die Technische Hochschule in Aachen verlieh ihm die Würde eines Dr. ing. ehrenhalber.

Tod im NRW-Wahlkampf 1958

1957 wurde Arnold mit einem Ergebnis von 72,6 % im Wahlkreis Geilenkirchen-Erkelenz-Jülich in den Bundestag gewählt und wurde dort stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. 1958 - kurz zuvor hatte er als Nachfolger von Jakob Kaiser den Vorsitzend der CDU-Sozialausschüsse übernommen, starb Karl Arnold am 29. Juni eine Woche vor der Wahl im Alter von erst 57 Jahren an Herzversagen während des Landtagswahlkampfes, in dem er Spitzenkandidat seiner Partei war. Er wurde auf dem Südfriedhof in Düsseldorf beigesetzt.

Nach Bbr. Karl Arnold, der sich zeitlebens als „christlichen Sozialisten“ bezeichnete, ist die Karl-Arnold-Stiftung, die der CDU nah stehende politische Bildungseinrichtung in Nordrhein-Westfalen, benannt. Auch die Karl-Arnold-Schule Biberach, eine gewerbliche Schule im Kreisberufsschulzentrum Biberach an der Riß trägt seinen Namen. Aus Anlass seines 100. Geburtstages veröffentlichte die Deutsche Post AG 2001 eine von der Künstlerin Ursula Maria Kahrl entworfene Briefmarke mit seinem Bild.

C. Beckmann

Aufderbeck, Paul

Furchtlos für die Kirche: Bbr. Prälat Dr. Paul Aufderbeck

Im Alter von 95 Jahren hat am Sonntag, 24. Januar 2010, der langjährige Regens des Essener Priesterseminars, Bbr. Prälat Dr. Paul Aufderbeck, sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurückgegeben. Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck feiert das Requiem für den Verstorbenen am Montag, 1. Februar, um 10. Uhr im Essener Dom. Anschließend wird Bbr. Aufderbeck auf dem Kapitelsfriedhof (Kreuzgang Dom) beigesetzt.

Viele verantwortungsvolle Aufgaben

Im März 2009 hatte er sein 70-jähriges Priesterjubiläum begehen können. Der „an der unitarischen Quelle“ in Essen-Werden lebende emeritierte Domkapitular und zweifache Ehrendomherr blickte auf viele ereignisreiche Jahrzehnte als Priester zurück, in denen er im Erzbistum Paderborn und insbesondere im Ruhrbistum Essen der Kirche und den ihm anvertrauten Menschen in verantwortungsvollen Aufgaben gedient hat.

Fünf Jahre nach seinem Bruder Hugo, dem späteren Bundesbruder und Bischof von Erfurt (1909-1981), am 27. September 1914 in Hellefeld bei Sundern geboren, wirkte Bbr. Paul Aufderbeck nach seiner Priesterweihe am 26. März 1939 in Paderborn zunächst als Vikar in Gelsenkirchen-Schalke, 1941 als Seelsorger der Wandernden Kirche Stargard (Pommern) und ab 1943 als Vikar in Dortmund-Hombruch und Pfarrvikar in Kirchhörde. 1946 berief ihn der Erzbischof von Paderborn zu seinem Geheimsekretär, 1950 zum Präses des dortigen Erzbischöflichen Knabenseminars.

Bewegtes Leben im Dienst der Kirche

Der erste Essener Bischof Franz Hengsbach berief ihn bei der Gründung des Bistums 1958 zum Regens des neuen Priesterseminars. Aufderbeck wurde als Priester in das Ruhrbistum inkardiniert und prägte hier für 12 Jahre die Priesterausbildung in verantwortlicher Position. Im November 1958 Prosynodalexaminator, wurde er 1959 zum Wirklichen Geistlichen Rat, 1961 zum Synodelexaminator und 1964 zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt.

1970 vom Amt des Regens entpflichtet, trat er die Professur für Pastoraltheologie am Bischöflichen Priesterseminar St. Ludgerus in Essen-Werden an. Bischof Hengsbach ernannte ihn 1971 zum residierenden Domkapitular, übertrug ihm 1972 erneut die Aufgabe des Prosynodelexaminators, 1977 die Geistliche Leitung der Ordensseelsorge, 1979 den Vorsitz des Bonifatiuswerkes und die Aufgabe des Diözesandirektor des Bonifatiuswerkes der Kinder im Ruhrbistum. 1980 ging Bbr. Aufderbeck als Rector ecclesiae an die Kirche der „Congregatio Beatae Mariae Virginis“ (BMV), 1983 schied er aus seiner Professur für Pastoraltheologie am Bischöflichen Priesterseminar. 1990 emeritierte er als Domkapitular und diente bis 1996 als Seelsorger und Begleiter von alten und kranken Priestern im Ruhrbistum.

Für die Menschen: Ein Mann der Caritas

Zahlreiche caritative Initiativen gingen von Bbr. Prälat Aufderbeck aus: In der Zeit des Eisernen Vorhangs hatte er als Bischöflicher Beauftragter für die Kontakte zur Kirche in Osteuropa zahlreiche Verbindungen geknüpft. So auch mit dem seinerzeitigen Bischof von Leitmeritz (Litomerice), Mons. Josef Kuckl. Auf zahlreichen Fahrten transportierte er theologische Literatur, aber auch Lebensmittel und Kleidung zum Beispiel ins tschechische Sobotka-Libosovice, wofür jährlich viele Tonnen zusammenkamen. 1992 vom Amt des Diözesanexaminators entpflichtet, gab er 1996 die übernommenen Tätigkeiten für die „Kirche in Osteuropa“ und für „Geistliche in Alter und Krankheit“ auf.

Dompropst Vieth: „Klug und furchtlos im Einsatz für die Kirche“

Der Essener Dompropst Otmar Vieth würdigte besonders die Bemühungen des Verstorbenen um die Kirche in Osteuropa. Gerade in der kommunistischen Zeit habe sich dieser klug und furchtlos für die Kirche und die Christen in Osteuropa eingesetzt, erklärte Vieth. Für sein tatkräftiges Engagement und seine Unterstützung erhielt Aufderbeck zahlreiche hohe Auszeichnungen und Ehrungen. So war der Verstorbene unter anderem Ehrendomherr des Metropolitankapitels von Esztergom (Budapest) und seit 1996 auch im Griechisch-katholischen Bistum Prešov (Slowakei), wo er vor allem die Ausbildung von Priesteramtskandidaten unterstützte.

Fast 75 Jahre lang hielt Bbr. Paul Aufderbeck der UNITAS die Treue: Er hatte sich im Sommer 1935 der UNITAS Hathumar in Paderborn angeschlossen, war bei UNITAS Markomannia Tübingen aktiv und gehörte über 50 Jahre dem Essener UV-Zirkel an. R.I.P.

Böcker, Wilm

Essener-Zirkelvorsitzender: Bbr. Dipl. Ing. Wilm Böcker

Bbr. Dipl. Ing. Wilm Böcker, bei UNITAS Reichenstein aktiv gewordener Ur-Westfale aus Südlohn, übernahm 1978 den Vorsitz des Essener Unitas-Altherrenzirkels von Rechtsanwalt und Notar Hans Greefrath v/o Pascha.

Regelmäßige AHZ-Treffen am ersten Mittwoch des Monats im Essener Saalbau, Museumsbesuche, Vorträge und gemeinsame Ausflüge standen jährlich auf dem Zirkel-Programm. Seine Amtszeit kennzeichneten gute Kontakte zu den übrigen Korporationsverbänden in der Ruhrmetropole und sein großer Anteil an der Gründung der UNITAS in Bochum-Essen-Dortmund vor vier Jahren. Auch als erster Ehrensenior stand Bbr. Wilm Böcker den Gründern der Aktivitas an den Universitäten im Ruhrgebiet bis zur gegenseitigen „Adoption“ von UNITAS Ruhr und dem AHV der Münsteraner UNITAS Ruhrania  tatkräftig zur Seite.

Fünfzehn Jahre lang leitete Bbr. Böcker den mit rund 90 Mitgliedern größten Ruhrgebiets-Zirkel. Sein Amt trat am 20. August 1993 Dr. Richard Wessendorf an. Mit dem aus Vreden stammenden Nachfolger, der zuvor als Kassierer dem Vorstand angehörte, übernahm ein Winfride den Vorsitz des AHZ. Ihr hatte sich der der bei Veba-Öl tätige Chemiker 1953 in Münster angeschlossen.

Brüggemann, Fritz

In memoriam: Bbr. Fritz Brüggemann

Am 15. Februar 1935 geboren, hatte sich Fritz Brüggemann im Februar 1957 der UNITAS angeschlossen und wurde zum Jahresbeginn 1961 philistriert. Zu seiner Studentenzeit gehörte er der UNITAS Arminia in Berlin und der UNITAS Burgundia in Münster an. Bereits mit 25 Jahren über­nahm er 1960 die Leitung der traditionsreichen Kornbrennerei Fritz Brügge­mann in der Bocholder Straße in Essen-Borbeck. Er führte das Familienunter­nehmen lange Jahre „innovativ und erfolgreich durch zum Teil turbulente Jahre“, hieß es heute in einem großen Artikel der BORBECKER NACHRICHTEN. Seine intensive unternehmeri­sche Tätigkeit habe ihn aber nicht davon abgehalten, immer auch Zeit für ehrenamtliches Engage­ment einzusetzen. So übernahm er 1967 den Vorsitz im Borbe­cker Bürger- und Verkehrsver­ein und begleitete in seiner fast zwanzigjähri­gen Amtszeit wichtige Weichenstellun­gen in Borbeck, so etwa die umfassen­den Sanierungsmaßnahmen der 80-er Jahre in Borbeck-Mit­te und die Umwandlung von Schloss Borbeck in ein Bürger- und Kulturzentrum.

Besonders am Herzen gelegen habe Fritz Brüggemann vor allem das Schloss und der Schlosspark, hebt die Zeitung hervor, aber auch die „Borbecker Maienmahlzeit", die viele prominente Redner erlebte, wurde während seiner Amtszeit 1984 ins Leben gerufen. Seine Tatkraft und Kreativität habe dazu beigetragen, dass die 1111-Jahrfeier Borbecks „zu einem großen, weit über den Stadtteil hinausweisenden Ereignis“ habe werden können. Fritz Brüggemann, so die Würdigung, war in Borbeck wegen seines offenen, zugewandten und freundlichen Wesens außerordentlich beliebt: „Ihm gelang es immer wieder auf scheinbar spielerische Weise, Menschen für den Heimatstadtteil Borbeck einzunehmen. Diese besondere Mischung aus fröhlichem Optimismus und energischem Zupacken war das Markenzeichen von Fritz Brüggemann bis zum letzten Tag seiner Amtszeit im Jahre 1987, als der den Vorsitz im Borbecker Bürger- und Verkehrsverein an Dr. Jürgen Marsch übergab.“ Der Bürger- und Verkehrsverein Borbeck unterstrich die Durchsetzungsfähigkeit und Zielstrebigkeit des langjährigen Vorsitzenden: „Fritz Brüggemann, verlässlich und vertrauenswürdig wie kaum ein anderer, hatte stets das Wohlergehen Borbecks und seiner Bürger im Blick. Beharrlich und konsequent begleitete und förderte er die Entwicklung seines Borbeck, das ihm zur Heimat geworden war. Fritz Brüggemann war ein Borbecker durch und durch, ein Borbecker erster Güte.“

In Dankbarkeit denken auch seine Bundesbrüder an Fritz Brüggemann zurück, der 53 Jahre lang der UNITAS treu geblieben ist. Auch wenn sich seine unitarische Heimat in Berlin und Münster veränderten: Die Aktivitas der Arminia wurde zur UNITAS Berlin, die Burgundia fusionierte mit UNITAS Rolandia. Dass ihm – ausgerechnet in Borbeck und in so kurzer Entfernung zu seinem Haus – mit der Unitas Ruhrania noch mal eine studentische Aktivitas der UNITAS „so nah auf den Leib rücken“ würde, habe ihn sehr überrascht. Er zeigte sich hochinteressiert am Fortgang der Renovierungsarbeiten am „Feldschlößchen“ und nahm die Fortschritte bei einer Visite selbst in Augenschein. Nicht nur mit der Morgengabe seines berühmten „Borbecker Schlosstropfens“ bewies seine enge Verbundenheit mit der jungen unitarischen Pflanze in seinem Stadtteil, zu deren Wachsen er seinen Teil beitrug.

Bbr. Fritz Brüggemann ist am 25. September 2010 in seinem 75. Lebensjahr gestorben. Am Freitag, 1. Oktober, wurde er auf dem Katholischen Friedhof Dachstraße / Essingweg zu Grabe getragen. Die UNITAS Ruhrania ehrt seine Großzügigkeit, sein Engagement für die communitas und das bonum commune bleibt uns Vorbild. Semper in unitate.

Elting, Theodor

Stadtdirektor in Castrop-Rauxel: Bbr. Theodor Elting

Bbr. Theodor Elting verstarb nach längerer schwerer Krankheit am 30. Januar 2010 im Rochus-Hospital im Alkter von 79 Jahren. 1966 war Elting zur Stadtverwaltung gekommen und bekleidete zunächst das Amt des Beigeordneten. Am 1. Juni wurde er Stadtdirektor und blieb bis zum 31. Juli 1977 Verwaltungschef der Stadt. Anschließend war Theo Elting bis zum Eintritt in den Ruhestand am 30. April 1995 wieder als Erster Beigeordneter tätig und fungierte dabei ab 1988 auch als Kämmerer. „Elting zählte über Jahrzehnte zu den profiliertesten Christdemokraten unserer Stadt und war insbesondere engagiert in der Kommunal- und Europapolitik“, würdigten ihn die RUHR-NACHRICHTEN am 2. Februar.

Vor seinem Eintritt in die CDU hatte Theodor Elting das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Union Westfalen-Lippe inne, war viele Jahre Mitglied des CDU-Kreisvorstandes Recklinghausen und Vorstandsmitglied des CDU-Stadtverbandes Castrop-Rauxel. Mehr als 20 Jahre lang übte er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der kommunalpolitischen Vereinigung Nordrhein-Westfalen der CDU (KPV) aus. Dadurch gehörte er als kooptiertes Mitglied dem CDU-Landesvorstand Nordrhein-Westfalen und dem Bundesvorstand der KPV an. Lange Zeit übernahm er die Aufgabe als Vizepräsident der deutschen Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas.

Engagiert in Politik und Caritas

„Als praktizierender Katholik war er zudem über viele Jahre engagiert im Caritas-Verband“ hoben die RUHR-NACHRICHTEN hervor. So war unter seinem Vorsitz als Stadtdirektor am 4.7.1969 im heutigen Marcel-Callo-Haus der Caritas e.V. für die Stadt Castrop-Rauxel gegründet worden, heute mit 50 hauptamtlichen Mitarbeitern und 567 Mitgliedern der größte Sozialverband in der Stadt. Bb. Theo Elting erhielt für seine vielfältigen Tätigkeiten eine Reihe von Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz. „Mit Theodor Elting verlieren wir einen Mann, der unsere Partei über 57 Jahre durch Höhen und Tiefen begleitet hat“, äußerte sich die CDU in ihrem Nachruf. „Theodor Elting hat sich für die Christlich Demokratische Union in Castrop-Rauxel verdient gemacht. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren“, erklärten Hilmar Claus für die CDU-Fraktion und Michael Breilmann für den CDU-Stadtverband Castrop-Rauxel.

Fast 60 Jahre aktiv in der UNITAS

Geboren am 10. April 1930 im Grenzgebiet zu den Niederlanden, war Bbr. Elting während des Studiums an der Universität Bonn im April 1951 bei UNITAS-Salia rezipiert worden. In den letzten Semestern aktiv in Münster, ließ er sich zum 1.1.1956 bei UNITAS Winfridia philistrieren. In seiner Wahlheimat gehörte Theo Elting fast 44 Jahre lang aktiv dem UNITAS-Zirkel Castrop-Rauxel an.

Interessiert verfolgte er von Beginn an die erfolgreichen Wiederbegründungsbemühungen der UNITAS Ruhrania im Ruhrgebiet, die der Castroper Zirkel insbesondere durch den 2000 verstorbenen Ehrensenior Norbert Klinke stark unterstützte. Eine Begleitung, die in den letzten 20 Jahren nicht abriss: Der heutige Vorsitzende des örtlichen Zirkels, Bbr. Michael Schneider, wurde erst im Januar vom Cumulativconvent der UNITAS Ruhrania zum neuen Altherrenvereins-Vorsitzenden gewählt. Noch im Jahr der Einweihung des neuen UNITAS-Hauses in Essen-Borbeck war Bbr. Elting mit seiner Frau Adelheid gern zu Gast. Seine Bundesbrüder geben ihm in Borken dankbar das letzte Geleit.

Fittkau, Gerhard

Bbr. Professor Gerhard Fittkau - Ermländer, Zeuge der Vertreibung

(*11. Mai 1912 in Tollnigk, Kreis Heilsberg/Ostpreußen, + 6. März 2004 in Essen-Werden), Studium in Innsbruck, 1930 Eintritt bei UNITAS Greifenstein, Studium in Rom, Freiburg/Schweiz und Braunsberg. 1937 Priesterweihe durch Bischof Maximilian Kaller in Frauenburg, Bischöflicher Kaplan. Bald im Konflikt mit den Nationalsozialisten, weil er verbotene Hirtenbriefe verteilte, als „Staatsfeind“ 1939 aus Ost- und Westpreußen ausgewiesen. Hausgeistlicher im Karmel zu Breslau, Zusatzstudium mit Promotion 1944 zum Dr. theol., Pfarrer in Süßenberg bei Heilsberg, durch russische Truppen verschleppt in den „Archipel GULag“, Ende 1945 wieder abgeschoben, Flucht nach Berlin. Sein Erlebnisbericht „Mein 33. Jahr“ schildert die Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen und wurde in zehn Sprachen übersetzt.

1947 Seelsorger an seinen im ganzen Land zerstreuten Landsleuten, 1948 Generalsekretär des Bonifatiuswerkes in Paderborn, 1949 Direktor der American St. Boniface Society in New York. Konsistorialrates seines Heimatbistums Ermland, 1953 Päpstlicher Geheimkämmerer, 1956 Päpstlichen Hausprälat. Seit 1960 in der Essen-Werdener Gemeinde St. Ludgerus, ab 1962 Dogmatikvorlesungen am Bischöflichen Priesterseminar St. Ludgerus in Essen-Werden, während des Konzils in Rom Leiter die deutschsprachige Abteilung des Konzilspresseamtes, 1961 Gründungsmitglied des Rundfunkrates der Deutschen Welle, dem er über 25 Jahre lang angehörte. 1968-1971 im Auftrag der nordrhein-westfälischen Bischöfe offizieller Beobachter beim Niederländischen Pastoralkonzil, 1971 Mitarbeiter der deutschen Vertretung bei der Bischofssynode in Rom. 1982 Apostolischer Protonotar, 1989 Ehrendomherr in der Diözese Ermland (Polen). Am 16. März 2004 in Köln-Mehrheim bestattet.

Freibüter, Ludwig

Pater Unitatis: Bbr. Dr. Ludwig Maria Freibüter

Nach langer schwerer Krankheit ist der Ehrenvorsitzende des Altherrenbundes, Bbr. Ministerialrat a.D. Dr. Ludwig Maria Freibüter, am 20. August 2004 in Bonn verstorben. Nach dem II. Weltkrieg gehörte er zu den Wiederbegründern des von den Nazis verbotenen Verbandes. 1969-1983 Vorsitzender des Altherrenbundes, hatte er den Verband bis zuletzt in unverwechselbarer Weise geprägt. 1977 war er bereits mit der Goldenden Unitas-Nadel ausgezeichnet worden.

„Unser Bundesbruder Dr. Ludwig Freibüter hat sich in außergewöhnlicher Weise für die Unitas engagiert und den Verband geprägt. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und uns in seinem Sinne weiter für die Verwirklichung von virtus, scientia und amicitia in den Hochschulen wie auch in Kirche, Gesellschaft und Staat einsetzen“, würdigte ihn eine gemeinsame Traueranzeige von Vorort, Altherrenbund, Hohedamenbund und Verbandsgeschäftsführung im Rheinischen Merkur. Dem Nachruf stellten sie ein Wort des unvergessenen Bundesbruders Heinrich Krone voraus: „Kann der Christ anders als zuversichtlich sein? Dein Reich komme!“

Führer, Helmut

Wiederbegründungsmitglied Bbr. OStR Helmut Führer

(* 19. September 1926 in Ibbenbüren, + 19. Juni 2007 in Münster), einer der Wiederbegründer der UNITAS Ruhrania nach dem Krieg, 1936 Kath. Volksschule in Naumburg an der Saale, Humanistisches Domgymnasium in Naumburg bis zur Einberufung als Luftwaffenhelfer 1943. Einberufung zum Reichsarbeitsdienst 1944. Nach der Kapitulation 1945 vom WS 1945/46 bis SS 1947 Studium der Physik, der reinen und angewandten Mathematik, Chemie und Geographie an der Universität in Jena. Im Sommer 1947 Wechsel von Jena zum Studium nach Münster.

1948 bei UNITAS Sugambria in Münster rezipiert, bei der Wiederbegründung der UNITAS Ruhrania 1950 Wechsel als erster Fuchs in die neue Ruhrania. Am 1. Januar 1954 philistriert. 1952 erstes Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen. Vorbereitungsdienst im ersten Jahr am Gymnasium Dionysianum in Rheine, Studienseminar II in Münster. Nach dem zweiten Staatsexamen Pädagoge am Gymnasium Paulinum, an dem er Mathematik und Physik bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990 unterrichtete. 1964 in das Wissenschaftliche Prüfungsamt für das Lehramt an Gymnasien berufen, ein Jahr später Oberstudienrat. 1966 -1990 Fachleiter für Mathematik am Studienseminar in Münster.

Nach Suspendierung der Aktivitas 1981 Schriftführer im Altherrenverein der UNITAS Ruhrania und als maßgeblicher Befürworter maßgeblich bei der Wiederbegründung der Aktivitas im Ruhrgebiet im Jahre 1991 beteiligt. Von ihm stammt die Geschichte der UNITAS Ruhrania zwischen den Jahren 1950-1990.

Glaß Winfried

Chef der Unitas in Bochum: Bbr. Dr. Winfried Glaß

Unitas-Altherrenzirkel Bochum, Unitas Berlin und Unitas Ruhrania trauerten um Bbr. Winfried Glaß, der in seinem 71. Lebensjahr überraschend am 13. März 1999 verstarb. Winfried Glaß, geboren am 10. April 1928, hatte an der freien Universität Berlin Naturwissenschaften studiert. Er gehörte 1949 zu den Wiederbegründern einer Aktivitas in Berlin nach dem 2. Weltkrieg. In der Festschrift „90 Jahre Unitas Berlin“ hat er die damalige schwierige Zeit, aber auch die Bedeutung der unitarischen Prinzipien für seinen Eintritt in die Unitas in nachlesenswerter Weise beschrieben. Nach dem Abitur 1947 war er 1948 einer der ersten Studenten der gerade gegründeten FU Berlin. Im SS 1950 und im WS 1951/52 war er Senior der Unitas Berlin.

Nach dem Diplom-Examen als Chemiker und der späteren Promotion an der Universität Münster (1959) war er zunächst bei der Kohletechnik in Dortmund tätig, sodann in Essen bei der Bergforschung, wo er mehrere Patente erwarb, und als stellv. Laborleiter bei der Essener Steinkohle. Im Jahre 1968 übernahm er die Stellung des Leiters der Benzolforschung der Aral AG in Bochum. Dr. Winfried GIaß hat sich durch seine Leistung und sein Fachwissen Ansehen und Wertschätzung erworben. Seine tiefe christliche Grundhaltung hat seine berufliche Tätigkeit geprägt, aber auch zu mannigfaltigem Engagement im Kirchenvorstand seiner Gemeinde St. Martin geführt.

Mit Aufnahme seiner Tätigkeit in Bochum gehörte er dem Altherrenzirkel Bochum an. Sieben Jahre bis zu seinem Tode war er Vorsitzender und förderte den Zusammenhalt des Zirkels mit vielen Aktivitäten. Die Unitas verlor mit Winfried Glaß den Vorsitzenden, besonders aber einen lieben Freund, der während der vielen Jahre in bundesbrüderlicher Treue verbunden, aber auch bei den Aktiven beliebt war und diese geprägt hat. Beim Seelenamt und der anschließenden Beisetzung chargierte die Unitas Ruhrania in Anwesenheit von zahlreichen Bundesbrüdern aus dem Ruhrgebiet und aus Berlin. Bbr. Vossenkemper, der Vors. des Berliner Unitas-Heim e.V., gedachte am Grab seines verstorbenen Schwagers und sprach mit den anwesenden Bundesbrüdern das Vereinsgebet. - aus: unitas 2/99, 57

Hermanns, Otto

In Memoriam: Bbr. Dr. Otto Hermanns

Bbr. Dr. med. Otto Hermanns hat am 12. März 2011 im 97. Lebensjahr sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurückgegeben. Ab 1952 leitete der Schüler von Prof. Dr. med. Ferdinand Adalbert Kehrer (Universitäts-Nervenklinik Münster) 25 Jahre lang das Katholische Fachkrankenhaus für Suchtkranke Kamillushaus in Essen. Dort führte der Neurologe und Psychiater neue und wegweisende Elemente in die Behandlung ein. Mehr als 50 Jahre nahm Bbr. Dr. Hermanns aktiv an den Lindauer Psychotherapiewochen teil, über Jahrzehnte als Dozent für Autogenes Training und Hypnose.

Bis fast zuletzt blieb der Buchautor und Suchtexperte, der Abertausende Menschen wieder auf die Beine brachte, in seinem Beruf aktiv. Bis fast zum 90. Lebensjahr war er psychotherapeutisch in der pastoralpsychologischen Beratungsstelle des Bistums Essen tätig. Für sein Lebenswerk wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Päpstlichen Gregorius-Orden sowie dem „Silbernen Brotteller des Deutschen Caritasverbandes“ ausgezeichnet.

Katholische Lebenshaltung

Aus seiner treuen katholischen Lebenshaltung machte Bbr. Hermanns, der sich während seines Studiums in Münster im Juni 1935 der UNITAS Burgundia angeschlossen hatte, nie einen Hehl. Jeden Tag stellte er unter die Devise „serviam – ich werde dienen“, er betete den Rosenkranz, pflegte Gebetszeiten und geistliche Lesungen. Innere Stille und Rückzug aus aller Geschäftigkeit ermöglichten ihm im Tagesverlauf die Meditation und Versenkung in die Fragen nach dem Willen Gottes, wie er bei einer Wissenschaftlichen Sitzung mit dem Essener UNITAS-Zirkel 2008 bekannte. Am Beispiel der Hl. Teresa von Avila, die ihn wie viele christliche Mystiker seit seiner Jugend begleitete, erläuterte er das Dreieck der Beziehung zwischen „Gott – Mitmenschen – Ich“ im Lebenskreis der Liebe: „Die Liebe zum Mitmenschen ist die Grundbedingung für die Beziehung zu Gott“, erklärte Bbr. Hermanns.

Den Lebenssinn finden

Im Alter beschäftigte er sich zunehmend mit dem Lebenssinn. Nach dem Wiener Psychiater Viktor Frankl könne man seinem Leben keinen Sinn „geben“, zeigte sich Bbr. Dr. Otto Hermans überzeugt: „Man muss den Sinn des Lebens finden. Selbstgemachter Sinn ist Unsinn“, so der Mediziner. Als Voraussetzung solcher Sinnfindung sah er die innere Ausgeglichenheit – die „tranquilitas animae“ der christlichen Mystik. Vor allem aber waren ihm die Sakramente und das „Ur-Mysterium der Messe“ lebenswichtig. In einem Radiointerview erklärte er: „Mystik zielt darauf, mit Gott in ständiger Gemeinschaft zu leben, sich völlig seinen Wünschen unterzuordnen, zu ihm in ein Treueverhältnis zu treten und diese Treue nicht mehr zu brechen“. Nachdrücklich erinnerte er dabei auch an Karl Rahners Aussage, dass die Kirche der Zukunft eine mystische sein müsse. Diese Haltung brachte er nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch bei den Treffen des UNITAS-Zirkels immer wieder beredt und überzeugend zum Ausdruck.

Dankbarer Abschied

Bbr. Dr. Otto Hermans hat der UNITAS und ihren Prinzipien über 150 Semester lang in vorbildlicher Weise die Treue gehalten. Die Essener UNITAS hat einen beeindruckenden und glaubwürdigen christlichen Zeugen aus ihrer Mitte verloren. Sie ist dankbar, dass sie ihn hatte und wird seiner immer dankbar gedenken. Aktiven und Alten Herren war er ein echtes Vorbild. Sein tiefer Glaube, sein Gottvertrauen und seine bundesbrüderliche Freundschaft waren uns ein Geschenk. Requiescat in pace!

Hoffacker, Paul

Engagiert katholisch und politisch: Bbr. Dr. Paul Hoffacker

Bbr. Paul Hoffacker, am 24. November 1930 in Wesel geboren, studierte nach dem Abitur 1951 Rechtswissenschaften, promovierte 1961 zum Dr. jur. und begann als Referent für Recht und Finanzen im Bistum Essen seine Tätigkeit im kirchlichen Dienst. Von 1963 bis 1965 war er als Referent für Staatsbürgerliche Angelegenheiten beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) in Bonn tätig. Danach übernahm er bis 1977 die Geschäftsführung der Bischöflichen Aktion Adveniat, des Hilfswerks der deutschen Katholiken für Lateinamerika in Essen. Seit 1977 ist er Rechtsanwalt. UNITAS Rhenania in Bonn verlieh Paul Hoffacker 1980 die Ehrenmitgliedschaft.

1981 berief Ruhrbischof Dr. Franz Hengsbach Bbr. Hoffacker zum Direktor der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, dem Haus für Erwachsenenbildung des Ruhrbistums in Mülheim-Speldorf. An Hoffackers 65. Geburtstag - nach einer Amtszeit von 14 Jahren - verabschiedete ihn der damalige Essener Bischof Dr. Hubert Luthe in den Ruhestand. Dabei hob er vor allem die Verdienste des scheidenden Akademie-Direktors für den Auf- und Umbau der Wolfsburg und sein Engagement für die kirchliche Bildungsarbeit hervor: Hoffacker habe sich, so Bischof Luthe, der „zweifellos gültigsten Aufgabenstellung” einer solchen Akademie verschrieben, „ein Ort des Dialogs von Kirche und Welt” zu sein.

Über seine berufliche Tätigkeit hinaus war Bbr. Hoffacker von 1976-1980 und von 1982-1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Unter anderem war er in dieser Zeit Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Ehrenamtlich wirkte Bbr. Dr. Hoffacker von 1972 bis 1986 als Vorsitzender des Zentralverbandes des Deutschen Kolpingwerkes und war zugleich Mitglied im Generalpräsidium. Schwerpunkt seiner Arbeit war die Anpassung der Verbandsstruktur im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Synode der deutschen Bistümer.

Daneben war er über 20 Jahre Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Essen. Viele Initiativen dieses höchsten Laiengremiums im Ruhrbistum tragen seine Handschrift, so zum Beispiel die Aktionen zur Lehrstellenbeschaffung, die Beteiligung katholischer Verbände und Gemeinschaften bei Strukturänderungen im Ruhrgebiet und innerhalb der Kirche. 2002 berief ihn Bischof Luthe zum Vorsitzenden des Initiativkreises Nikolaus Groß, dessen Ziel es ist, „das Lebens- und Glaubenszeugnis des Familienvaters und Märtyrers Nikolaus Groß lebendig zu halten und dessen Verehrung zu fördern”.

Für seinen vielfältigen Einsatz in Kirche und Gesellschaft erhielt Bbr. Dr. Paul Hoffacker 1997 das Bundesverdienstkreuz; 1990 wurde er Komtur des Ordens vom heiligen Papst Gregor dem Großen. Als Mitglied des Essener Unitas-Zirkels hat er das Entstehen der neuen Aktivitas an der Ruhr stets aufmerksam begleitet und stand der Unitas Ruhrania als Redner bei Vorträgen gerne für Debatten bereit.

Hoffs, Bernhard

Ehrendechant von Buer: Bbr. Pfr. i.R. Bernhard Hoffs

Am Ostersonntag, dem 8.4.2007, verstarb Bbr. Pfarrer i. R. und Ehrendechant Bernhard Hoffs. Am 6.9.1929 in Gelsenkirchen-Buer geboren, wurde er bei UNITAS Reichenau Freiburg im Mai 1954 rezipiert und zum 4.11.1958 philistriert.

Am 11.2.1958 empfing er in Duisburg die Priesterweihe, wurde 1958 Kaplan in Gelsenkirchen-Bismarck und war ab 1970 viele Jahre Pfarrer im Dekanat Gelsenkirchen-Buer. Seit 1977 war er Dechant, 1989 wurde ihm der Titel Ehrendechant verliehen. Seine letzte Ruhestätte fand Bbr. Hoffs in der Priestergruft des „Alten Friedhofs an der Mühlenstraße“ in Gelsenkirchen-Buer. Er wohnte zuletzt im St. Anna-Stift, Gelsenkirchen-Hüllen, und gehörte dem UNITAS-Zirkel Gelsenkirchen an.

Holtkamp Heinrich

Mann für besondere Fälle: Bbr. Prälat Dr. Heinrich Holtkamp

ESSEN. Unter großer Anteilnahme wurde am 2. Mai 1994 Bundesbruder Prälat Dr. Heinrich Holtkamp auf dem St. Markus-Friedhof in Essen-Bredeney zur letzten Ruhe getragen. Ortspfarrer Egon Goldenberg konzelebrierte mit dem Essener Generalvikar Dieter Schümmelfeder, Dechant Josef Kestermann und Pfarrer Franz-Josef Reidick in der Markuskirche die Exequien.

Rund 30 Priester, sechs Bannerabordnungen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und viele Gläubige nahmen Abschied von dem beliebten Geistlichen, der am 25. April des Jahres im Alter von 91 Jahren gestorben war. „Das Wort Gottes zu ergründen, es zu verkünden in treuer, kompromissloser Konsequenz, das hat er in sechs Jahrzehnten seines reichen priesterlichen Lebens als seinen wichtigen Auftrag betrachtet. Er stand festgewurzelt in der Tradition des Glaubens“, würdigte Pfarrer Goldenberg in seiner Ansprache das lange Wirken der markanten Priesterpersönlichkeit.

Bundesbruder Holtkamp, 1903 in Essen-Rüttenscheid geboren, studierte in Bonn, Freiburg und Köln Theologie und Philosophie. 1923 trat er in die UNITAS Eckardia in Freiburg ein und wurde 1923 philistriert. Nach seiner Priesterweihe 1928 in Köln und ersten Kaplansjahren im Bistum Aachen kam er 1931 als Rektor an die Kirche St. Johann in Essen. Hier erlebte er als letzter der lebenden Augenzeugen die Zerstörung der Münsterkirche mit. Der Religionslehrer an der Städtischen Berufsschule wirkte als Priester in der Pfarrei Herz-Jesu in Altenessen, an St.Mariä Geburt in Kupferdreh-Dilldorf und von 1952 bis 1973 an St. Markus in Bredeney. Von 1962 bis 1969 war Holtkamp Dechant des Dekanates Essen-Werden. 1974 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Päpstlichen Ehrenkaplan.

Besonders verbunden war der hünenhafte Geistliche der Arbeit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Vierzig Jahre lang war er Präses des Essener KAB-Bezirks. Prälat Holtkamp, der nach 65 Jahren im Dienst vor acht Monaten noch sein Eisernes Priesterjubiläum feierte, wurde über das Bistum Essen hinaus bekannt. 1971 holte er den zu seiner Pfarrgemeinde in Bredeney gehörenden, entführten Essener Kaufmann Theo Albrecht nach Hause, nachdem der damalige Essener Bischof Dr. Franz Hengsbach das geforderte Lösegeld von 7 Millionen Mark übergeben hatte. Der Essener Zirkel verliert in Bundesbruder Prälat Holtkamp ein treues Mitglied. R.I.P. CB

Kinzelt, Manfred

Einer der treuesten Ruhranen: Bbr. Dr. Manfred Kinzelt

Am 11. Dezember 2003 starb nach schwerer, mit viel Geduld ertragener Krankheit Bbr. Dr. Manfred Kinzelt. Er war einer der treuesten Ruhranen aus tiefer Überzeugung. 86 Semester in der UNITAS Ruhrania sind ein beredtes Zeugnis seiner inneren Verbundenheit mit seiner Verbindung, für die er immer gelebt hat.

Er wurde am 13. April 1942 in Münster geboren. Schon früh verlor er während des zweiten Weltkrieges seinen Vater, so dass seine Mutter als Kriegerwitwe ihn allein aufzog. Unser Bundesbruder war und ist bis an sein Lebensende ein echter Münsteraner geblieben. Er besuchte dort das Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium und studierte nach seinem Abitur Zahnmedizin an der Wilhelms-Universität in Münster.

1961 wurde er in die UNITAS Ruhrania rezipiert und war als Aktiver über mehrere Jahre ein wirklich engagierter Bundesbruder. Er bekleidete in dieser Zeit verschiedene Chargen. Er war Consenior und Senior in den Blütezeiten der UNITAS Ruhrania. Während der Studienzeiten entdeckte er die Liebe zum Fechtsport, der er bis zuletzt innerlich verbunden war.

1967 heiratete er seine Frau Iris, 1968 wurde Tochter Anne und 1972 Sohn Christoph geboren, ebenfalls Ruhrane. Nach dem Zahnmedizinstudium übernahm Manfred Kinzelt in Essen eine Zahnarztpraxis, die er bis 1999 mit viel Einsatz und Liebe führte. In dieser Zeit war er so oft seine Zeit es zuließ, in der münsterländischen Parklandschaft bei Gescher, wo er über all die Jahre die freie Zeit in seinem Feriendomizil verbrachte. Er war sehr naturverbunden, was sich auch in seiner Vorliebe für die Jagd äußerte.

Nach seiner Berufstätigkeit in Essen kehrte er in seine Heimatstadt Münster zurück, wo er die letzten Jahre in seinem neuen Haus in Münster-Albachten verlebte. Er genoss die neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen und lebte bewusst. Er studierte noch einmal an der Universität in Münster seine heimliche Liebe, die Geschichtswissenschaft mit voller Hingabe und allen Pflichten und guten Noten. Leider war es ihm nicht vergönnt, sein Studium mit dem angestrebten Examen abzuschließen. Eine plötzliche Erkrankung änderte sein Leben schlagartig. Gerne hätte er die Geburt seines zweiten Enkelkindes im kommenden Mai noch erlebt. Er starb nach einem glücklichen, erfüllten Leben. Trotz der Schwere des Leides blieb er bis zum Schluss gefasst und zufrieden. Er strahlte wie in seinem ganzen Leben eine Herzlichkeit aus, die jeden in seinen Bann nahm. Nur auf seine geliebte Pfeife musste er verzichten.

Am letzten Ruhranentreffen in Sprakel konnte er schon nicht mehr dabei sein. Die UNITAS Ruhrania ist dankbar, dass wir einen so wertvollen Menschen in unseren Reihen gehabt haben und werden ihn sicher nie vergessen.

Jörg Lahme, Rheine
AHV-x UNITAS Ruhrania

Aus: unitas 2004/1

Klinke, Norbert

Bbr. OStR Norbert Klinke – Ehrensenior, Vater der neuen Ruhrania

(*6. Juli 1934 Breslau, + 4. November 2000 Castrop-Rauxel), Abitur 1956 am Remigianum in Borken-Burlo, zum Studium an der Theologischen Fakultät in Paderborn, 1957 Deutsch und Latein an der Philosophischen Fakultät in Münster, 1957 rezipiert bei UNITAS Ruhrania, im Sommersemester 1959 Senior im Festpräsidium beim 100. Stiftungsfest des UNITAS-Ortsverbandes Münster, 1961 philistriert, 1962 1. Staatsexamen, Studienreferendar am Adalbert-Stifter-Gymnasium in Castrop-Rauxel, dort 1964 2. Staatsexamen und bis zur Pensionierung 1978 als Oberstudienrat tätig.

1970-1982 Leiter des UNITAS-Altherrenzirkels Castrop-Rauxel, 1991 B-Philister der UNITAS-Winfridia, „Vater“ der Vereinigung seines Altherrenvereins Ruhrania mit der UNITAS Ruhr. Ab 2. Februar 1991 Ehrensenior der UNITAS-Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund, bis zu seinem Tod im Jahr 2000. Bis 1991 27-jährige Spielzeit mit der von ihm gegründeten Schulbühne der Castrop-Rauxeler Gymnasien mit einer Inszenierung pro Jahr - bundesweiter Rekord, wie die Zeitungen berichteten. Großer Theaterfan, Pädagoge und ausgemachter Opernnarr, mit 66 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Klinkhammer, Carl

Bbr. Dr. Carl Klinkhammer, der „Rote Ruhrkaplan“

(*22. Januar 1903 in Aachen, 8. Januar 1997 Düsseldorf), 1923 Abitur, Studium in Innsbruck und Bonn, Eintritt in die UNITAS, 1929 im Kölner Dom zum Priester geweiht. Kaplan in Opladen, 1931 in St. Johann Baptist Essen-Altenessen, Agitation gegen kommunistische und nationalsozialistische Parolen. 1933 von den Nazis als erster katholischer Geistlicher in „Schutzhaft“ genommen, gegen Aufenthaltsverbot im „Gau“ Essen wieder freigelassen.

In Köln Ende April 1933 erneut verhaftet von der Kölner Kirchenleitung 1934 aus seinem Amt entfernt. 1935 im Bistum Augsburg und Speyer, 1937 und 1938 „wegen Kanzelmissbrauchs“ im Gefängnis. Ab 1941 als Sanitätssoldat der 24. Infanteriedivision in Russland, 1946 in Schleswig-Holstein aus englischer Gefangenschaft entlassen und Kaplan an der Bonner Münsterkirche St. Martin, 1947 in Düsseldorf am Heerdter „Handweiser“, Bau der dem Heiligsten Sakrament geweihten „Bunkerkirche“, dort bis 1991 Pfarrer.

Prozess 1951 wegen Protest gegen Darstellung von Selbstmord im Willi-Forst-Film „Die Sünderin“, 1958 als erster Bischof des Bistums Essen im Gespräch. 1961 Gründer der Düsseldorfer „mittwochgespräche“, Ökumeniker, 1992 Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Komarica, Franjo

Bbr. Bischof Dr. Franjo Komarica - Mutiger Christ im Krieg

1946 in Banja Luka geboren, Studium der Theologie und Kirchenmusik in Innsbruck, Promotion 1978 im Fach Liturgiewissenschaften, bis 1986 Lehre an der Theologischen Hochschule in Sarajevo, 1985 Weihbischof in Banja Luka, 1989 Bischof.

Seit 1992 Mitglied des Päpstlichen Rates für den Dialog der Kirchen, 1992-1995 während des Krieges in Bosnien-Herzegowina Streiter für die Menschenrechte, Mai bis Dezember 1995 unter Hausarrest gestellt.

1997 bei gemeinsamer Veranstaltung der UNITAS Ruhrania und der kroatischen Gemeinde in Essen, mit dem Heinrich-Pesch-Preis der UNITAS ausgezeichnet, beim Vereinsfest zu Ehren der Maria Immaculata am 6. Dezember 1998 zum Ehrenmitglied ernannt.

Kreutzer, Peter

Bbr. Dr. Peter Kreutzer – Zweiter Gründer der UNITAS, erster Stadtdechant von Essen

(* 8. April 1866 in Büderich bei Neuß, + 10. Juni 1934 Essen), Gymnasium in Neuß, ab Theologiestudium 1886 an der Universität Bonn und Mitglied der UNITAS-Salia, 1887 "Einjährig Freiwilliger" bei den "Haketäuern" in Köln, Vorsitzender der Vinzenzkonferenz an der Stiftspfarre in Bonn, im Sommer 1887 Senior der UNITAS-Salia, damit Vorortspräsident des Gesamtverbandes. Bei der außerordentlichen Generalversammlung 1887 in Neuß setzt er die Öffnung für Nichttheologen durch.

Ab 1888 für sieben Jahre in Rom, "Philosophen-Präfekt" im Germanicum, Doktor der Theologie und der Philosophie, Priesterweihe 1894 in Rom. 1895 Heimatprimiz, 1895-1899 Kaplan an St. Nikolaus in Aachen, dann in der Pfarrgemeinde St. Laurentius in Elberfeld, Seelsorger für italienische Steinbrucharbeiter, 1902 Rektor in der bergischen Arbeitergemeinde Wülfrath. 1907 Pfarrer an St. Johann Baptist in Essen-Altenessen. 1925 Stadtdechant von Groß-Essen. 1926 Päpstlicher Geheimkämmerer, 1932 nichtresidierender Domkapitular in Köln und Prosynodalkonsultator.

Mitorganisator des 71. Deutschen Katholikentags in Essen mit dem Motto "Christus in der Großstadt". Am 10. Juni 1934 im Alter von 68 Jahren an Krebs gestorben. Schon in der unitarischen Geschichtsschreibung neben Hermann Ludger Potthoff aus Werden als der „Zweite Gründer der UNITAS" bezeichnet.

Krisam, Raymund

Bbr. Prof. Dr. Raymund Krisam - Einer der ersten Professoren an der Ruhr

(12. September 1928, + 13. November 2006) Bbr. Raymund Krisam stammte aus Losheim/Saar. Krieg und Gefangenschaft, 1949 Abitur. Studium der Staatswissenschaften, Nationalökonomie und Sozialwissenschaften in Mainz, Köln  und an der Universität in Innsbruck, wo er sich am 1954 der UNITAS Greifenstein anschloss. Diplom-Volkswirt, zum Dr. rer. pol. promoviert, Examen d´Université de Paris. Zum 1. Januar 1957 philistriert. Assistent an der Sozialforschungsstelle der Universität Münster in Dortmund, am Hans-Bredow-Insitut der Universität Hamburg, Lehrtätigkeit in Soziologie und Sozialpädagogik an der Kath. Pädagogischen Hochschule Münster.

Akademischer Rat an der Ruhr-Universität Bochum, Arbeit in Sozialpsychologie und Sozialanthropologie mit besonderer Berücksichtigung des Erziehungswesens. Bbr. Krisam gehörte zu den ersten Hochschullehrern, die 1972 einen Ruf an die neu gegründete Universität-Gesamthochschule Essen annahmen; 1980 bis zu seiner Emeritierung im Oktober 1993 Professor für Soziologie und Sozialpädagogik. Nach seiner beruflichen Laufbahn leitete er mit seiner Frau Dr. Ilse Krisam den von ihr an der Universität gegründeten Verein "Lebenslanges Lernen" („LLL“).

Viele Jahrzehnte in seiner Pfarrgemeinde Christus König in Essen-Haarzopf aktiv, über 50 Jahre lang Mitglied der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Über 100 Semester in der UNITAS, einer der ersten Unterstützter der Wiederbegründung einer Aktivitas an der Universität Essen, Mitgründer des UNITAS-Hausbauvereins im Ruhrgebiet. Mit 78 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben.

Eine übergroße Trauergemeinde gab ihm am 20. November 2006 das letzte Geleit. Seinen unitarischen Bundesbrüdern und den Angehörigen des Essener UNITAS-Zirkels war er alle Jahre ein verlässlicher Freund. Monatlicher Stammtisch, Vereinsfeste, Vorträge, Zusammenkünfte und Kommerse der Aktivitas – es dürfte kaum eine Veranstaltung gegeben haben, an der Raymund nicht mit seiner Frau aufmerksam Anteil nahm. Fast alle kamen zum Auferstehungsamt und zur Bestattung auf dem Friedhof an der Raadter Straße, um ihren lieben Verstorbenen mit einem Kranz in den unitarischen Farben auf seinem letzten Weg zu begleiten.

Der Geistliche Verbandsbeirat, Kaplan Helmut Wiechmann aus Altena-Evingsen konzelebrierte. Die Aktivitas der UNITAS Ruhrania führte den Trauerzug mit umflorter Liudger-Fahne an und verneigte sich zuletzt vor dem großen Vorbild eines bescheidenen Wissenschaftlers und vor seinem Gott demütigen Mannes mit großen menschlichen Vorzügen, der die unitarischen Prinzipien mit seinem ganzen Leben bezeugt hat.

Laudage, Richard

Der Übersetzer: Bbr. Richard Laudage

Bbr. Studiendirektor a. D. Richard Laudage ist am 27.12. 2009 im Alter von 83 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Sie hatte ihn mehrfach ins Krankenhaus geführt. Die Weihnachtstage durfte er zu Hause in Kettwig im Kreise der Familie verleben. Am Mittag des zweiten Weihnachtstages rief ihn Gott zu sich.

Bbr. Laudage, geboren am 22.4.1926, studierte Englisch und Kunst in Münster, in München Geschichte, Deutsch und Religion und legte sein Examen in Münster ab. Hier hatte er sich im Juni 1952 der UNITAS Burgundia angeschlossen und wurde zum Januar 1955 philistriert. Nach erster beruflicher Tätigkeit in Menden ging er nach Essen. Hier war er 35 Jahre, bis 1999, am Theodor-Heuß-Gymnasium in Kettwig als Lehrer für Deutsch und Religion tätig und erteilte fast während der ganzen Zeit den gesamten Religionsunterricht in der Oberstufe. Seine Frau Erika, die er 1954 in Münster kennengelernt hatte, war an derselben Schule in Unter- und Mittelstufe tätig. In der Pfarre war Bbr. Laudage sehr engagiert: Er bildete seit den 70-er Jahren elf Familienkreise, leitete Bibelkreise und machte Lektorendienst.

Richard Laudage, der an einem Buch über die Beziehungen Islam - Christentum arbeitete, übersetzte seit seiner Pensionierung 1990 etwa 80 Texte aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche, darunter einige größere theologische Werke. Noch im vergangenen Wintersemester hielt er beim Essener Zirkel eine Wissenschaftliche Sitzung über den Hl. Paulus. In einer weiteren bemerkenswerten WS „Geheimnis des Glaubens“ im Juni 2007 hatte Bbr. Laudage betont, dass der Mensch nur aus der Identifizierung mit seinem Schöpfer und Erlöser wirklich zu begreifen sei. Er erfahre aus der Wesenheit des dreifaltigen Gottes und aus einer lebendigen Beziehung mit ihm seine eigentliche Berufung und Bestimmung. Der mit Motiven aus Ottonischen Prachtevangeliaren und Mosaiken aus Ravenna illustrierte Vortrag Richard Laudages führte tief in die Welt der christlichen Mystik ein und legte ein sehr persönliches Glaubenszeugnis ab.

Bundesbrüder von Zirkel und Aktivitas feierten das Seelenamt am Samstag, 2. Januar 2010, in der Kettwiger Pfarrkirche St. Peter mit und begleiteten unseren Bbr. Richard auf seinem letzten Weg auf dem Stadtwaldfriedhof an der Schmachtenbergstraße.

Martin Gewiese / CB

Lenze, Franz

Bbr. Dr. Franz Lenze - Christdemokrat der ersten Stunde

(*13.10.1910 in Balve/Kreis Arnsberg, + 28. April 2005 in Ottobrunn/München), 1930-1933 Studium der Alten Sprachen, Germanistik und Philosophie an der Universität Münster, 1931 Eintritt in der UNITAS Ruhrania Münster (M5). 1935-1937 Studienreferendar in Rheine und Dortmund, nach dem Studium im Kreis Olpe, 1939 Leiter des Schülerheims Collegiums Bernardinum in Attendorn. 1939 zum Wehrdienst eingezogen, 1940 uk-gestellt. 1942 wieder eingezogen, zweimal verwundet, 1943 zum Studienrat ernannt, 1945 in Kriegsgefangenschaft.

1946 bei UNITAS Ruhrania philistriert, Studienrat in Attendorn. Eintritt bei der CDU, Leiter der Jungen Union (JU) des Kreises Olpe. 1949 Kreisvorsitzender, in den Kreistag des Kreises Olpe gewählt, ab 1950 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Olpe (seit 1970 dessen Ehrenvorsitzender), 1951 Bezirksvorsitzender der CDU des Sauer- und Siegerlandes (bis 1968), Mitglied des Landesvorstandes Westfalen und 1953 Hauptvorstandsmitglied der Kommunalpolitischen Vereinigung NRW. Ab 1953 für den Wahlkreis 121 (Meschede-Olpe, ab 1965: Olpe-Meschede) als Abgeordneter der CDU im Deutschen Bundestag.

1961-1972 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der Versammlung der West-Europäischen Union. Nach Bundesbruder Lenze sind die Franz-Lenze-Straße und der Franz-Lenze-Platz in Duisburg-Walsum sowie der Hauptförderschacht des Werkes Walsum der Deutschen Steinkohle AG benannt.

Linden, Norbert

Heiligjahr-Priester: Bbr. Norbert Linden

Bbr. Norbert Linden, geboren 1969 in Essen, entschied sich nach dem abgeschlossenen Studium der Meterologie dazu, nicht nur Fragen nach der Beschaffenheit der Welt nachzugehen. Er nahm das Studium der Theologie auf und wurde gemeinsam mit Bbr. Helmut Wiechmann am 9. Juni im Heiligen Jahr 2000 in der Münsterkirche zu Essen zum Priester geweiht. Anschließend war er bis Ende August 2000 Kaplan zur Aushilfe an der Pfarrgemeinde Hl. Familie in Bochum-Weitmar und ab September 2000 bis Ende Mai 2004 Kaplan an der Propstei St. Ludgerus in Essen-Werden. Zum 1. Juni 2004 kam er aus dem Süden der Stadt als Vikar nach St. Dionysius Essen-Borbeck. Dort leitete er nach der Ernennung von Pfarrer Otmar Vieth zum Dompropst bis zum Pfarrerwechsel zu Dr. Jürgen Cleve bis Ende Mai 2005 die Borbecker Mutterpfarre und St. Maria Immaculata als Vicarius oeconomus. Zum 1. Mai 2008 ernannte ihn Bischof Felix Genn zum Pastor von St. Ludgerus in Bottrop.

Unitas-Ehrenmitglied 2007

Mit seiner Versetzung endete für Bundesbruder Norbert Linden auch ein knapp vierjähriges starkes Engagement in der Jugendarbeit und als Präses der Kolpingsfamilie Borbeck. Der wissenschaftlich geprägte Naturfreund und ausdauernde Fahrradsportler beeindruckte hier durch seine Erzählungen von ausgedehnten einsamen Wanderreisen in Sibirien ebenso wie durch seinen offenen und Einsatz für die Menschen, denen er hier begegnete. Aus seiner Zeit blieben nicht nur die von ihm angeregten und organisierten gemeinsamen Wallfahrten mit der Pfarrgemeinde St. Ludgerus Essen-Werden in Erinnerung. Denn in den intensiven Begegnungen im Rahmen des Weltjugendtages 2005 und bei mehreren geistlichen Gesprächsabenden mit der Aktivitas zeigte er auch seine Verbundenheit zur Unitas Ruhrania. Sie hatte 2004 ihr Haus an der Flurstraße bezogen und nahm 2006 die Bauarbeiten im „Feldschlößchen“ auf. Für seine Verdienste um die Beheimatung des frisch in der Pfarrgemeinde aktiven Vereins verlieh sie ihm im Mai 2007 im Rahmen ihrer ersten Europa-Kneipe die Ehrenmitgliedschaft – gemeinsam mit Bbr. Norbert Breiderhoff. Bei der von Bbr. Sebastian Sasse geleiteten Veranstaltung im Saal der KdStV Nordmark im CV nahm Unitas-Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll die Aufnahme im ehemaligen Pfarrhaus von St. Immaculata persönlich vor. Bbr. Helmut Wiechmann hielt die Laudatio und der Essener Unitas-Zirkel-Vorsitzende Martin Gewiese überreichte die Ehrenurkunde.

Für Norbert Linden selbst führte der Weg nach vier Jahren in Bottrop in den Essener Norden. Am 10. Juni 2012 wurde er als Pfarrer in St. Nikolaus, Essen-Stoppenberg mit den Gemeinden St. Elisabeth, St. Joseph und St. Nikolaus eingeführt. Zum 01. Juni 2016 wurde er zum rector ecclesiae der Kapelle des St. Vincenz-Krankenhauses in Essen-Katernberg/Stoppenberg ernannt. Neben der Verantwortung für die mehr als 20.000 Katholiken in seiner eigenen Pfarre übernahm Norbert Linden als Pfarradministrator zum 17. Oktober 2016 auch die Verantwortung für die gut 13.500 Gläubigen der Pfarre St. Johann Baptist in Essen-Altenessen. Nachdem Dompropst Thomas Zander die Leitung von St. Johann Baptist übernahm, wurde Norbert Linden zum 30. September 2018 zunächst von seiner Beauftragung als Pfarradministrator der Pfarrei St. Johann Baptist in Essen entpflichtet. Auf dem Weg, eine neue Groß-Pfarrei Hl. Cosmas und Damian zu gründen, zwangen schwere gesundheitliche Gründe Norbert Linden zu einer Auszeit. Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck entsprach seiner Bitte, ihn von Amt und Aufgabe des Pfarrers von St. Nikolaus und der zukünftigen Aufgabenstellung zu entpflichten und ernannte ihn zum 10. April 2021 zum Pastor für die Pfarrei St. Josef in Essen-Frintrop. Dort unterstützt er im Zuge das Pastoralteam der Pfarrei an der Schlenterstraße in seinen Aufgaben.

Lux, Franz-Josef

Einer der ersten nach dem Krieg: Bbr. Franz-Josef Lux

Am 14. Juli 2010 verstarb nach langer schwerer Krankheit unser Bundes- und Vereinsbruder Franz-Josef Lux in Münster. Die Unitas verliert mit ihm einen herausragenden Unitarier, der sich besonders um die Ruhrania verdient gemacht hat.

Katholische Jugend in Schlesien

Franz-Josef Lux wurde am 11. April 1929 in Frankenberg/Schlesien geboren. Seit 1939 besuchte er das Gymnasium in Glatz und war Fahrschüler, der mit dem Zug von Wartha zum Gymnasium fahren musste. Er hatte mit seinem Schulfreund Elmar Bartsch in dem Wallfahrtsort Wartha eine lebendige katholische Jugendgruppe gegründet. In dieser geheimen Gruppe wurde entgegen den dort herrschenden „Adolf-Hitler-Schülern“ versucht, den katholischen Glauben aktiv zu leben und zu gestalten.

Nach den Wirren des Krieges verschlug es Franz-Josef Lux nach Münster, wo er im Juni 1949 bei der Unitas Ruhrania aktiv wurde, wenige Monate nach der Wiederbegründung. Helmut Führer erinnert sich in seiner Ruhranengeschichte, dass „Frajo“ Lux, so nannten ihn alle Ruhranen, die erste WS nach der Wiederbegründung gehalten hat, und zwar zum Thema `Todesstrafe - ja oder nein´. Sie beeindruckte damals alle nachhaltig. Zum 1. Januar 1953 wurde er philistriert.

Geschäftsführer der Landesversicherungsanstalt

Nach Ablegung des juristischen Staatsexamens im Februar 1956 hatte sich Frajo Lux recht früh dem Sozialrecht verpflichtet gefühlt. Nach Stationen bei verschiedenen Sozialgerichten, zuletzt als Richter, kam er im April 1958 zur damaligen Landesversicherungsanstalt Westfalen als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Auf Grund seines umfangreichen Fachwissens wurde ihm bereits im Juli 1969 die Leitung der Rentenabteilung mit über 1.000 Mitarbeitern übertragen. Als Abteilungsleiter vertrat er die damalige Landesversicherungsanstalt Westfalen auf Verbandsebene in den Fachausschüssen Rente und Versicherung. Ebenfalls war er für die Ausbildung der Sozialversicherungsfachangestellten und die Inspektorenanwärter zuständig, deren Qualifizierung ihm stets sehr am Herzen lag. Seine Wahl zum Geschäftsführer der damaligen Landesversicherungsanstalt Westfalen erfolgte im Mai 1981. Hier war er bis zu seiner Pensionierung im April 1991 verantwortlich für die Vermögensabteilung, die Abteilung Krankenversicherung, den Ärztlichen Dienst und die eigenen Kliniken der jetzigen Deutschen Rentenversicherung.

Unitarisch gesinnt und aktiv

In den 1960-er Jahren war Frajo Lux regelmäßig bei den Veranstaltungen der Unitas Ruhrania, wo die damals große Aktivitas immer einen väterlichen Bundesbruder erlebte, der ein offenes Ohr für jeden einzelnen hatte und manchen guten Rat gegeben hat. Er war stets um Ausgleich bemüht, analysierte die jeweilige Situation haarscharf und traf stets ein abgewogenes wohlüberlegtes Urteil.

Als im Jahre 1981 die Aktivitas der Ruhrania sich auflöste, blieb aber der Altherrenverein der Unitas Ruhrania mit einem neuen Vorstand bestehen, den Frajo Lux durch Rat und Tat unterstützte. Er war regelmäßig bei den Ruhranentreffen in Sprakel dabei und war maßgeblich bei der Wiederbegründung der Aktivitas im Ruhrgebiet im Jahre 1991 beteiligt. Er gehörte zu den Befürwortern - trotz einiger begründeter Bedenken. Seine aus Sachkenntnis und aus Weitsicht geprägte Einschätzung und seine stets noble Haltung profilierten ihn zu einem glaubwürdigen und überzeugenden Ruhranen.

Der Erwerb des neuen Unitas-Hauses „Feldschlösschen“ an der Flurstraße in Essen hat er wegen seiner großen Bedenken nicht mit vollem Herzen mittragen können, obwohl er der Aktivitas immer aus Überzeugung eine solche Heimat wünschte. In den letzten Jahren konnte er dann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv an den Veranstaltungen teilnehmen.

Jörg Lahme, Rheine

Lohmann, Alba

Gelebte amicitia: Bbr. Dr. Carl-Heinz „Alba“ Lohmann

(*13. Juni 1928 in Münster, + 8. März 2008 in Erkrath) , im SS 1948 Mitglied der in Bamberg wiederbegründeten UNITAS, 1949 bei UNITAS Sugambria, gehörte er zu Wiederbegründern der alten UNITAS Ruhrania. Nach Abschluss seines Jurastudiums im juristischen Referendariat bei der UNITAS in Würzburg und Promotion bei Bbr. Prof. von der Heydte. Juristisches Assessor-Examen, 1957 Referent bei der LVA Rheinprovinz in Düsseldorf und später Abteilungsdirektor.

Aktiv bei UNITAS Rheinfranken und AHZ Düsseldorf, dort über Jahrzehnte im Amt des Quästors. 27 Jahre bei den Fahrten der UNITAS-Salia Bonn, ab 1991 stellvertretender Vorsitzender des 1991 in Bochum gegründeten Hausbauvereins der im Ruhrgebiet reaktivierten UNITAS Ruhrania.

Loskant, Karl-Adolf

Chef der LVM: Bbr. Karl-Adolf Loskant

Der Altherrenzirkel der UNITAS in Münster und die UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund trauern um Bbr. Karl-Adolf Loskant, der am 1. Februar 2006, drei Tage nach seinem 78. Geburtstag, gestorben ist.

Der gebürtige Stettiner begann am 1. April 1967 seine Tätigkeit im Vorstand des Landwirtschaftlichen Versicherungsvereins Münster – LVM. 1974 übernahm er dessen Vorsitz. Karl-Adolf Loskant sah sich nie als Manager, sondern immer als Weichensteller eines Versicherungsunternehmens. Als er 1992 in den Ruhestand ging, hatte sich der LVM unter seiner Führung zu einem wachstumsstarken Unternehmen entwickelt. Loskant war ein guter Nachdenker, ein wacher Mitdenker, ein mutiger Vordenker. Für sein vielfältiges, weit über seine beruflichen Tätigkeiten hinausgehendes ehrenamtliches Engagement in Münster wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und die Paulusplakette des Bistums Münster verliehen.

Bbr. Loskant war aber auch ein Unitarier aus Überzeugung, aus dem christlichen Glauben heraus. Er hat sich mit großem Engagement und mit viel Energie für die UNITAS eingesetzt. Unermüdlich hat er in den schweren Nachkriegsjahren das Wiedererstarken der UNITAS in Münster und der UNITAS Ruhrania vorangetrieben, der er sich 1948 angeschlossen hatte. Dem Altherrenzirkel der UNITAS in Münster, der UNITAS Ruhrania und dem UNITAS-Verband ist Karl-Adolf Loskant stets treu verbunden gewesen und hat die Veranstaltungen und Runden durch dem ihm eigenen Humor und Unterhaltungswert bereichert.

„Bbr. Karl-Adolf Loskant ist von uns gegangen und hat eine große Lücke hinterlassen – wir haben einen großen Unitarier verloren der sich um die UNITAS in Münster verdient gemacht hat. Viele Bundesbrüder haben nicht nur einen Bundesbruder verloren sondern einen wahren Freund, der aus ihrer Mitte gerufen wurde. Er wird in unser aller Erinnerung bleiben", unterstreicht Bbr. Hendrik Koors, der Vorsitzende des UNITAS-Zirkels Münster. Mit einer Ansprache am Grab haben er und drei Vertreter der UNITAS Winfridia sowie eine große Zahl von Bundesbrüdern des Münsteraner Zirkels am Donnerstag, 9. Februar 2006, von Bbr. Karl-Adolf Loskant Abschied genommen.

Marheineke, Horst Dieter

Der Mann bei Krupp: Bbr. Dr. Horst Dieter Marheineke

Bbr. Dr. h.c. Horst Dieter Marheineke vom UNITAS-Zirkel Essen wurde 1935 in Flensburg geboren. Der gelernte Jurist, in Kiel bei der UNITAS tom-Kyle aktiv geworden (SS 55), ging anschließend zu UNITAS Norica Innsbruck (WS 55-56), war bei UNITAS Paulus in Freiburg (SS 56 und WS 56-57 -Senior) und zuletzt wieder ab SS 57 in Kiel aktiv (hier im WS57-58 Senior). Die berufliche Laufbahn führte den Juristen aus der Landeshauptstadt Kiel über die Leitung der Abteilung Kiel des Olympischen Organisationskomitees München 1972 für die Olympischen Segelwettbewerbe zunächst zur Landesregierung Schleswig-Holstein. 1987 holte Berthold Beitz den Ministerialrat als heutigen Generalsekretär in den Vorstand der Essener Alfried Krupp-von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Seit dem Beginn seines Ruhestandes 2001 engagiert sich Bundesbruder Marheineke in ehrenamtlichen Positionen. Stadt und Universität GreifswaId ist er durch seine Mitgliedschaft im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Alfried Krupp-Kolleg Greifswald eng verbunden. Die Universität zeichnete ihn im 550. Jubiläumsjahr der Universitätsgründung am 7. Juli 2006 mit der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät aus. Wie der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Heyo K. Kroemer, im Rahmen der Akademischen Feier im Greifswalder Dom St. Nikolai ausführte, ehrte die Greifswalder Alma Mater Horst Dieter Marheineke für seine Verdienste für die Wissenschaft, insbesondere für sein langjähriges persönliches Engagement für die Entwicklung der Medizinischen Fakultät

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, bei ihrer Gründung 1967 Erbe des letzten Firmeneigentümers Alfried Krupp und damit Eigentümer des gesamten Krupp-Konzerns, ist heute größter Aktionär von Thyssen Krupp. Die Stiftung hat unter Führung ihres Kuratoriumsvorsitzenden und geschäftsführenden Vorstandsmitglieds, Prof. Dr. h. c. mult. Berthold Beitz, allein in Greifswald - überwiegend für die Universität und das neugebaute Alfried Krupp Wissenschaftszentrum - über 30 Millionen Euro aufgewendet und damit vielfältige Vorhaben der Universität gefördert. Das Bild der Stadt wird unter anderem durch den Neubau der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie sowie das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg im historischen Stadtzentrum sichtbar geprägt.

Mertens, Matthias

Bbr. Matthias Mertens – mit Karl Leisner im KZ Dachau

(1906-1970), Immatrikulation im Sommersemester 1927 an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster, Freisemester 1929/30 an der Universität Bonn, Eintritt in die UNITAS-Salia Bonn, 1930 wieder in Münster und Mitglied bei UNITAS-Sugambria, Priesterweihe am 17. Dezember 1932 im Dom zu Münster, Primiz in der Pfarrkirche St. Michael Wachtendonk, Kaplan an St. Anna in Materborn (heute Kleve-Materborn), von NSDAP bespitzelt, 1935 in Sondergerichtsprozess in Düsseldorf wegen Verstoß gegen das „Heimtückegesetz“ angeklagt, freigesprochen.

Kaplan an der Pfarrei St. Josef in Sterkarde-Schmachtendorf (heute Oberhausen-Sterkrade), Anzeigen wegen „verbotener Vereinstätigkeit“ und „aggressiver Predigten“, 1941 Vernehmung bei der Gestapo-Leitstelle Düsseldorf, Verhaftung am 6. Januar 1942, zwei Monate Polizeigefängnis Oberhausen, Schutzhaftbefehl und Überführung in den Priesterblock des Konzentrationslagers Dachau, nach drei Jahren am 9. April 1945 entlassen, Rückkehr nach Wachtendonk, Empfang bei Bischof Clemens August Graf von Galen in Münster, wieder Kaplan in St. Josef in Sterkarde-Schmachtendorf, 1947 Lungentuberkulose als Folge der langen Haftzeit, stationäre Behandlung, 1948-1949 Spezialklinik in Arosa (Schweiz).

1948 mit der Seelsorge am Prosper-Hospital in Recklinghausen beauftragt, ab 1953 Spiritual und Prokurator der „Gaesdonk“ am Collegium Augustinianum, seinem alten Gymnasium, gestorben am 1. Februar 1970.

Müller, Friedrich-Wilhelm

Der Kommunalpolitiker: Bbr. Friedrich-Wilhelm Müller

(* 5. Juli 1941), ab Juni 1961 aktiv bei UNITAS Ruhrania in Münster, anschließend bei UNITAS Bavaria in Würzburg und Mitglied im UNITAS-AHZ Bochum. Ehemaliger Ltd. Regierungsschuldirektor im Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW, seit 1972 Mitglied der CDU, 1977-2004 im Kreisvorstand Bochum.

1975-1984 war er Vorsitzender der CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Südwest, seit 1984 Ratsmitglied, 1989 bis Ende 2003 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt. Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr, im Personal- und Gleichstellungsausschuss. Am 26. September 1999 bei der Stichwahl um den Oberbürgermeister mit nur wenigen Stimmen Ernst-Otto-Stüber (SPD) unterlegen.

1992-2004 Mitglied des Aufsichtsrates der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, 1994-2004 Mitglied der Verbandsversammlung des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, seit 1995 im Aufsichtsrat. 2004 mit dem Ehrenring der Stadt ausgezeichnet, der nach der Ehrenbürgerwürde zweithöchsten Auszeichnung der Stadt, im Mai 2008 mit der vom Bundespräsident verliehenen Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Auch an seinem Altersruhesitz im Gemeindeverband-Wangerland in Friesland/Niedersachsen gehört Bbr. Müller dem örtlichen CDU-Vorstand an.

Ortmann, Alois

In memoriam Bbr. Pfr. i. R. Alois Ortmann

Bbr. Pfarrer i.R. Alois Ortmann ist 74-jährig am 15. September 2006 in Osnabrück gestorben. Er wohnte zuletzt im Paulusheim. Bbr. Ortmann, geboren am 6.12.1931, stammte aus Hagen. Im Juni 1955 wurde er bei der UNITAS Ruhrania Münster (heute: Bochum-Essen-Dortmund) rezipiert und philistriert zum 1.1.1958. Im Dezember 1958 empfing er die Priesterweihe in Osnabrück.

Bbr. Ortmann war als Kaplan in Eckernförde (Pfarrei St. Peter und Paul, April 1963 – April 1965) und in Bremen. Anschließend ging er in die Hamburger Gemeinde St. Ansgar (Kleiner Michel), die heutige Jesuitenpfarrei. In der katholischen Kirchengemeinde, in der die Erinnerung an das Wirken der in Hamburg unter dem Fallbeil ermordeten „Lübecker Märtyrer“ (unter ihnen Bbr. Johannes Prassek, ebenfalls UNITAS Ruhrania, und Bbr. Eduard Müller) besonders wachgehalten wird, war bereits Bbr. Dr. Dr. Pfr. Bernhard Schwendtner bis zu seiner Hinrichtung durch die Nazis 1944 tätig gewesen.

Nach einer weiteren Kaplanstelle in Osnabrück war Alois Ortmann Pfarrer in Rendsburg, Badbergen und Fürstenau, ab 1983 dann  Krankenhauspfarrer im St.-Joseph-Stift in Bremen. 1988 wurde er Pfarrer in Thuine, ab 1989 war er auch zuständig für Freren-Suttrup. Seit September 1991 war Bbr. Ortmann Kirchenrektor im Altenheim St.-Josef in Georgsmarienhütte-Oesede. Mit Wirkung vom 1. März 2003 hatte Bischof Franz-Josef Bode den inzwischen 71-Jährigen von seinen Aufgaben und seiner seelsorgerischen Mitarbeit im Bistum entpflichtet. Zeitgleich wurde Pfarrer Ortmann in den Ruhestand versetzt.

Bbr. Ortmanns 1995 verfasstes Buch „In jedem Abschied steckt ein neuer Anfang. Heilsame Gedanken zu Abschied, Loslassen und Tod“ erfuhr mehrere Auflagen (Bernward Mediengesellschaft mbH; zuletzt: 2000, 144 Seiten, ISBN: 3-89366-507-2).

Portmann, Heinrich

Bbr. Dr. Heinrich Portmann - Ehrensenior der UNITAS Ruhrania

(*5. Oktober 1905 in Hamm-Bockum-Hövel, + 30. April 1961 in Münster), Gymnasium in Hamm, Studium in Freiburg und Münster, Eintritt in die UNITAS Ruhrania, Priesterweihe am 19. Dezember 1931, 1931 Kaplan an Herz-Jesu Emsdetten, 1934-37 Studium des Kirchenrechts in Rom, Kaplan an der Deutschen Kirche "Sta. Maria del´Anima", 1938 Hausgeistlicher am Deutschen Studentenwohnheim in Münster.

1938 Defensor vinculi am Bischöflichen Offizialat in Münster, 1938-1949 Bischöflicher Kaplan von Bischof August Clemens von Galen und Bischof Michael Keller, 1949 Vizeoffizial am Diözesangericht Münster, Päpstlicher Ehrenkämmerer. Erster Biograph des Bekennerbischofs Kardinal von Galens.

Potthoff, Hermann Ludger

Bbr. Hermann Ludger Potthoff – Vater und Gründer der UNITAS

(*21. Januar 1830, Werden, + 8. Oktober 1888), 1840 Rektoratsschule in Werden, Bau- und Gewerbeschule in Hagen, Bautechniker, Theologiestudent ab 1852/53 in Bonn, vom Kölner Erzbischof 1863 für die Seelsorge in der Diaspora freigestellt, wirkt in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden in der Caritasarbeit und als Oberhofprediger am Königlichen Hof, Präses, zugleich Generalpräses der UNITAS bis 1873, bestattet in Aachen-Burtscheid.

Er gilt als Stifter und "Gründer der UNITAS", stellte die ab 1847 in Bonn landsmannschaftlich organisierten „Ruhrania“ auf eine eindeutige religiöse Grundlage, gibt ihr im WS 1853/54 den Namen "UNITAS", um dem Verein einen umfassenderen Charakter zu geben, federführend bei der Entwicklung der unitarischen Prinzipien (wissenschaftlich Betätigung, Feier der Vereinsfeste, Lebensbundprinzip), wählte den unitarischen Wahlspruch "in necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas".

An seinem Geburtshaus in der Hufergasse 15 in Essen-Werden erinnert eine 1930 gestiftete Gedenktafel des Verbandes an seinen Gründer.

Potthoff, Wilhelm

Bbr. OStR a.D. Pfr. Wilhelm Potthoff

GELSENKIRCHEN. Mit einer Festmesse in der St. Antonius-Kirche „auf Schalke“ feierte Bbr. OStR a.D. Pfr. Wilhelm Potthoff am 24. Februar 2008 sein Goldenes Priesterjubiläum. Spontaner Applaus dankte dem Seelsorger für seinen 50-jährigen kirchlichen Dienst an den ihm anvertrauten Menschen.

Geboren am 19.2.1931 und aufgewachsen in Essen-Werden, war ihm die Berufung zum Priester quasi in die Wiege gelegt, da sein Vater Küster in der Gemeinde war: „Ich bin im Schatten der Abtei groß geworden. Die Werdener Kirche war unser Wohnzimmer. Ich weiß gar nicht wie oft ich meinem Vater den Kaffee in die Kirche gebracht habe.“ Während seines Studiums in Bonn schloss sich der Nachfahre aus dem verzweigten Stammbaum des UNITAS-Verbandsgründers Hermann Ludger Potthoff im Februar 1953 der Mutterkorporation UNITAS-Salia an. Philistriert zum 1. Januar 1956, wurde er am 24.2.1958 gemeinsam mit drei Mitstreitern als der erste im neu errichteten Ruhrbistum Essen von Bischof Franz Hengsbach zum Priester geweiht. „Bei meiner Priesterweihe war die Domkirche überfüllt. Ich wollte unbedingt in der „neuen“ Domkirche geweiht werden, da ich in Essen geboren und aufgewachsen bin“, berichtete der 77-Jährige.

Anschließend war Bbr. Potthoff als Kaplan in Essen, Duisburg und Oberhausen tätig, bis er in den Schuldienst an die Bergberufsschule in Essen-Ost wechselte. Mit dem Zechensterben ging er vor knapp 40 Jahren als Berufsschullehrer an das heutige Eduard-Spranger-Berufskolleg in Gelsenkirchen-Buer. „Lehrer zu sein, war mir auf den Leib geschnitten“, beschrieb Potthoff am 26. Februar in der WAZ die Freude an seiner Berufung. Über 2500 Schülerinnen und Schüler unterrichtete er und hat sie seelsorgerisch begleitet. Seine Motive: „Wissen vermitteln und den Blick für die Kultur und die weite Welt öffnen.“

Der seit 1993 pensionierte Oberstudienrat war seit 1969 in der Schalker St. Antonius-Kirche als Subsidiar tätig, übernimmt dann auch seelsorgerische Tätigkeiten in der Pfarrei, las auch an Wochenenden oder Feiertagen die Messe und gilt als mitreißender Prediger, wie Bbr. Werner Holthoff vom Gelsenkirchener UNITAS-Zirkel berichtete. Besonders aktiv setzte sich Potthoff auf Bistumsebene ein: 26 Jahre lang war er Diözesanpräses des Verbands der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV). Vier Abordnungen waren auch zur Festmesse in Schalke gekommen. Regelmäßig besuchte er auch den früher aktiveren UNITAS-Zirkel in Gelsenkirchen.

„Man muss überzeugt sein von dem, was man erzählt, wenn man Erfahrungen weitergeben will und das Feuer überspringen soll“, zitierte ihn die WAZ. Dass dies geschehen ist, bescheinigten ihm neben vielen Weggefährten auch Propst Wilhelm Zimmermann und Propst Manfred Paas. „Der Dank gebührt dir dafür, dass du in Kirche, Schule und Seelsorge Gott transparent gemacht hast“, so Paas in der Festmesse. CB

Sobek, Hanns

Alt-Bürgermeister und Ehrenmitglied: Bbr. Hanns Sobek

ESSEN. Die Katholiken der Stadt Essen trauern um Alt-Bürgermeister Bbr. Hanns Sobek. Er war bei UNITAS Liudger in Essen als Ehrenmitglied aufgenommen worden, von 1984 bis 1994 1. Bürgermeister und damit direkter Vertreter des Essener Oberbürgermeisters.

Zeitlebens hatte sich der im Alter von 78 Jahren verstorbene CDU-Politiker in der katholischen Kirche engagiert. Er war von 1995 bis 1998 Vorsitzender des Stadtkatholikenausschusses und bekleidete damit das höchste Wahlamt für katholische Laien in der Stadt. „Er war ein Überzeugter, der überzeugen konnte“, würdigte Weihbischof Franz Grave den verstorbenen Essener Altbürgermeister. Mit dem Verstorbenen verliere das Ruhrbistum einen Mann der ersten Stunde, der mit großem Engagement und Tatkraft das 1958 gegründete Bistum Essen mit aufgebaut habe. Essen verliere einen engagierten, überzeugten Christen und Politiker, übermittelte Stadtdechant Otmar Vieth seine Anteilnahme.

Von Jugend an hatte Bbr. Sobek in der Essener Kirche Verantwortung übernommen. So war er ab 1952 Dekanatsjugendführer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Werden, ab 1954 Stadtjugendführer und schließlich ab 1958 der erste Diözesanvorsitzende. Auch im Pfarrgemeinderat von St. Theresia Rellinghausen war er lange tätig. 1959 gehörte Sobek zu den Mitbegründern der Essener Pax-Christi-Gruppe, deren Vorsitz er bis 1962 innehatte. Seine Vertrautheit mit kirchlichen wie städtischen Strukturen ermöglichte es ihm, prägend am Jubiläumsjahr „1150 Jahre Stift und Stadt Essen“ 2002 mitzuarbeiten. In November desselben Jahres wurde ihm der Gregoriusorden verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen des Papstes für katholische Laien. Begründung: „Hanns Sobeks katholische Überzeugung und seine Beheimatung in der katholischen Kirche haben sein Wirken als Kommunalpolitiker bestimmt.“

„Wir wussten von seiner schweren Krankheit, hatten aber gehofft, er hätte sie überwunden. Wir alle trauern um einen guten Freund, einen Sympathieträger in unserer Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger in seiner Würdigung Bbr. Sobeks, der 1961 – 1994 dem Rat der Stadt Essen angehörte. Sein Amt als 1. Bürgermeister der Stadt habe Sobek stets mit viel Humor und Gespür für die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ausgeübt. Besonders engagiert hatte sich Hanns Sobek in der Sportpolitik. Als Sportsmann, Experte und Vorsitzender des Sportausschusses galt für ihn das Motto des „Fairplay“, das sich auch in seinem Wirken niederschlug und ihm große Anerkennung eingebracht habe.

In der Christlich Demokratischen Union aktiv seit 1952, übte Hanns Sobek in den mehr als 50 Jahren seiner Mitgliedschaft vielfältige Ämter aus. So war er Mitglied des Kreisvorstandes und 1981 bis 1991 stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums. 1984 bis 1989 war er Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU in Essen. „Die CDU verliert mit ihm einen engagierten und bodenständigen Politiker, der sich weit über die politischen Grenzen hinweg höchstes Ansehen erworben hat“, würdige Franz-Josef Britz, Vorsitzender der CDU Essen und der CDU Ratsfraktion, unser verstorbenes Ehrenmitglied. CB

Solbach, Paul

Mitgründer im Ruhr-Bistum: Bbr. Prälat Paul Solbach

Am 22.12.2000 hat Bundesbruder Msgr. Paul Solbach, geboren am 2. November 1913 in Wildberg, nach kurzer akuter Krankheit in Olpe/Biggesee das Zeitliche gesegnet. Am 25. Juli 1940 in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht, war er zunächst zur Aushilfe an St. Peter in Köln-Ehrenfeld tätig. Nach dem Militärdienst 1941-1945 trat er eine Kaplanstelle an St. Franziskus in Gummersbach an.

Seit 1952 Kaplan an der Essener Münsterkirche und Präses der Kolpingfamilie Essen-Zentral erlebte er aktiv die Gründung des neuen Ruhr-Bistums mit. Dem neuen Bischof Franz Hengsbach diente er 1958 bis 1960 als bischöflicher Kaplan und Sekretär, er übernahm von 1958-1966 das Amt des Diözesanpräses der Kolpingsfamilie, wirkte 1960-1966 als Domvikar und Domzeremoniar und von 1961 bis 1966 als Diözesan-Männerseelsorger. 1963 war er bereits zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt worden.

Ab 1966 war Bbr. Solbach Pfarrer an St. Laurentius in Plettenberg. 19 Jahre sollte er seiner Gemeinde als Seelsorger dienen. Im Dekanat Altena übernahm Bbr. Solbach gleichzeitig bis 1972 das Dechantenamt und wirkte 1968 bis 1980 als Kreisdechant im Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid. 1969 wurde Bbr. Solbach zum nichtresidierenden Domkapitular an der Kathedralkirche zu Essen ernannt. Seit 1981 Ehrendechant, ging er 1985 als Pfarrer in den Ruhestand.

Am 29.12.2000 ist er unter großer Beteiligung von Priestern und Gemeindemitgliedern der St.-Laurentius-Gemeinde Plettenberg, von Priestern, Verwandten und Bekannten aus dem Ort seines letzten seelsorgerlichen Wirkens zur letzten Ruhe geleitet worden. Bischof Dr. Luthe von Essen feierte das Requiem als Hauptzelebrant, sein Nachfolger als Pfarrer der St.-Laurentius-Gemeinde hat Bbr. Solbach auf dem katholischen Friedhof in Plettenberg beerdigt.

Spies, Anton

Bbr. Pfarrvikar Anton Spies – Von Nazis ins KZ gebracht

(* 24. November 1909 in Heckfeld/Badisches Frankenland, + 19. April 1945 Dachau), als Schüler des dortigen Erzbischöflichen Knabenkonvikts in die Quarta des Tauberbischofsheimer Gymnasiums aufgenommen, 1930 Reifeprüfung, Theologiestudium in Münster, Eintritt bei UNITAS Ruhrania, Priesterweihe 1935, Vikar in Bühl bei Offenburg, Vikar in Lauda, Mudau, Distelhausen, Uissingheim, 1939 in Ketsch.

1941 festgenommen und in das Untersuchungsgefängnis Mannheim gebracht, nach Nazi-Anklage wegen „Sittlichkeitsverbrechen“ zwei Jahren Zuchthausstrafe, anschließend von Gestapo in „Schutzhaft“ gehalten. 1943 in das KZ Dachau eingeliefert. Wenige Wochen, bevor er von den Amerikanern befreit worden wäre, an Flecktyphus gestorben und in einem Massengrab beigesetzt. Bis heute nicht rehabilitiert.

Stoltenberg, Meinolf

Bbr. Dr. Meinolf Stoltenberg – unitarischer Bürgermeister

(*8.2.1927, + 8. April 2006 Lengfeld bei Würzburg), am 4. November 1950 bei UNITAS-Ruhrania zu Münster rezipiert, im SS 1951 Senior, im SS 1953 Neugründer der UNITAS-tom-Kyle Kiel, Jurastudium nach drei theologischen und zwei philosophischen Semestern, Philistrierung 1960. In Kiel 1960 Assessor, 1961promoviert, 1960-1962 Referent bei Ministerpräsident Kai Uwe von Hassel, anschließend bis 1973 in der Finanzverwaltung, zum Schluss als Regierungsdirektor in der Oberfinanzdirektion.

1973 Bürgermeister von Kronshagen bis zu seinem Ruhestand 1988. 1970-1999 Leiter des Kieler UNITAS-Altherrenvereins. Übersiedelung nach Würzburg, Mitglied des Altherrenzirkels, B-Philister bei UNITAS-Würzburg, ab Anfang der 1990er Jahre im Studentenheim e.V. der UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund.

Strotmeyer, Hans-Dieter

Der Pädagoge: OStD Bbr. Hans-Dieter Strotmeyer

Nach langer Krankheit verstarb Bbr. Oberstudiendirektor Hans-Dieter Strotmeyer am 24. September 2009 im Alter von 72 Jahren in Münster. Bbr. Strotmeyer, geboren am 1.12.1936 in Münster und rezipiert 1958 bei der dortigen UNITAS Ruhrania, studierte Deutsch und Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität, wurde zum 1.1.1965 philistriert und fand nach dem zweiten Staatsexamen 1967 an der damaligen Marienschule Warendorf seine Lebensstellung, bis er 2001 in den Ruhestand trat.

In einem Nachruf würdigte das Mariengymnasium einen ehemaligen Kollegen, der mehr als drei Jahrzehnte das schulische Leben mitprägte. Schon als Jugendlicher sei er gern in die Schule gegangen und diese Freude habe er sich auch als Lehrer nicht nehmen lassen: „Seine Schüler haben dies gespürt. Als Westfale stand er fest auf der Erde, besaß die Fähigkeit, Hochtrabendes auf ein menschliches Maß zurückzustutzen, hatte Sinn für das Mögliche, vermochte humorvoll Konflikte oft schon im Vorfeld zu entschärfen. Als langjähriger Vorsitzender des Lehrerrates trug er wesentlich dazu bei, die Solidarität des Kollegiums zu stärken, ohne Spannungen und Differenzen unter den Teppich zu kehren. Er war einer jener Kollegen, die einer Schule mit ihrer erfrischenden Herzlichkeit ein Gesicht geben können. Das ist nicht wenig in einer Welt des Taktierens und überbordener Bürokratie."

Wagener, Erhard

Zirkel-Chef in Dortmund: Bbr. OStD i.R. Erhard Wagener

Sein Lebensmittelpunkt war Dortmund, dort wurde er geboren, lebte er und starb er. Doch die Interessen von Bbr. Erhard Wagener gingen weit über Dortmund hinaus. Er war weltoffen, tolerant und kulturell sehr interessiert, seine Sprachkenntnisse waren gute Voraussetzungen, sich in Frankreich, Großbritannien und in den USA für Völkerverständigung und Toleranz einzusetzen. In zahlreichen Studien- und Urlaubsreisen lernte er interessante Menschen kennen und schloss mit ihnen Freundschaft. Auch in seiner Heimat Dortmund engagierte sich Erhard Wagener als Leiter des Phoenix-Gymnasiums und als stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft für die deutsch-französische Verständigung.

Bbr. Erhard Wagener trat im Juni 1950 in Münster in die Unitas Burgundia (heute Unitas Rolandia-Burgundia) ein und wurde zum 01.01.1955 philistriert. In Dortmund schloss er sich dem örtlichen Altherrenzirkel an. Er gehörte dort über Jahrzehnte zu den besonders Aktiven des Zirkels: Mehr als 16 lange Jahre, von 1985 bis 2002, war er – stets begleitet und unterstützt von seiner lieben Frau Helga – Vorsitzender des Zirkels. Bbr. Erhard hat das Amt vorbildlich ausgefüllt und so zum Gedeihen des Zirkels beigetragen.

Bbr. OStD i.R. Erhard Wagener starb am 7. Juni 2010 und die Unitas verlor einen liebenswerten, geistreichen und humorvollen Bundesbruder. Viele Bundesbrüder und Damen des AHZ Dortmund nahmen an dem Auferstehungsgottesdienst am 12. Juni 2010 in der St.-Kaiser-Heinrich-Kirche in Dortmund-Höchsten teil und erwiesen ihm bei der anschließenden Beerdigung auf dem kath. Friedhof Höchsten die letzte Ehre. R.i.P.

Zeil, Martin

Bbr. Prälat Martin Zeil - Versöhnungsarbeit im Geiste Robert Schumans

(*9. April 1912 in Dundenheim, + 5. Juli 1999), Theologiestudent in Münster, im SS 1934 Rezipierung bei UNITAS Ruhrania, später bei der Freiburger UNITAS Eckhardia, Philistrierung 1936.

Am 7. März 1937 im Münster zu Freiburg durch Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Kaplan zuletzt in Mannheim-Neckarau, 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Kriegspfarrer in verschiedenen Lazaretten in Belgien, Frankreich und Russland. 1940 Divisionspfarrer der 23. Panzerdivision. 1956 einer der ersten Militär-Seelsorger der Bundeswehr. Im April 1956 Wehrbereichsdekan im Wehrbereich V (Baden-Württemberg) in Stuttgart.

Bis zu seinem Tod war ihm die Deutsch-Französische Verständigung ein Herzensanliegen. Organisator der internationalen Soldatenwallfahrten nach Lourdes. Vom französischen Staat zum Kommandeur des „Orde National du Mérite“, des französischen nationalen Verdienstordens ernannt, 1997 von der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung Basel mit dem „Josef-Rey-Preis“ ausgezeichnet. Ehrenbürger von Dundenheim.