Generalversammlung in Düsseldorf zu Ende gegangen

Neuaufnahme, Wahlen und Beschlüsse
 

ESSEN / DÜSSELDORF. Freudige Nachrichten für Essen gab es bei der am Sonntag zu Ende gegangenen 134. UNITAS-Generalversammlung in Düsseldorf: Der Katholische Studentinnenverein Franziska Christine zu Essen ist am Freitag, 3. Juni 2011, mit überwältigendem Votum der Delegierten aus ganz Deutschland in den UNITAS-Verband aufgenommen worden. Mit großem Applaus freuten sich auch die Essener Bundesbrüder von der UNITAS Ruhrania über die positiv verlaufene Bewerbung des jüngsten Ortsvereins im Verband.

 

Neuer Studentinnenverein vor erstem Stiftungsfest

 

Im Dezember vergangenen Jahres hatten sich die jungen Studentinnen auf Schloss Borbeck zu ihrem offiziellen Gründungsconvent versammelt und im Wintersemester ein erstes Veranstaltungsprogramm durchgeführt. Höhepunkt des zweiten Aktivensemesters wird nach der Aufnahme nun zu Pfingsten der erste Stiftungskommers auf dem UNITAS-Haus an der Flurstraße sein. Festrednerin am Samstag, 11. Juni 2011, ist Birthe Marfording vom Kulturzentrum Schloss Borbeck, die ab 20 Uhr im UNITAS-Zentrum an der Flurstraße zur Namensgeberin des neuen Vereins, Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach, sprechen wird.

 

Der große Vertrauensvorschuss des Gesamtverbandes für die Initiative zeigte sich beim Studententag in der NRW-Landeshauptstadt in der Wahl der neuen Aktivenvertreterin West. Für die vom Ruhrgebiet bis nach Trier und Frankfurt reichende starke Verbandsregion wählte die Generalversammlung die Vorsitzende der neuen Essener Studentinnengruppe, Tamara Scholz. Sie folgt Christoph Weyer von UNITAS Ruhrania im Amt, der die Aufgabe im vergangenen Jahr übernommen hatte.

 

Thema „Brannte uns nicht das Herz!“

 

Im Vordergrund des 134. Bundestreffens, das zum siebten Mal in der fast 160-jährigen Verbandsgeschichte in Düsseldorf stattfand, standen vor allem Fragen zu den Grundlagen des christlichen Glaubens. Anlass für das Generalthema unter dem aus der biblischen Emmaus-Geschichte stammenden Leitwort „Brannte uns nicht das Herz“ gaben die anhaltenden Debatten zur Situation und Entwicklung der Katholischen Kirche und die innerkirchlichen Diskussionsprozesse. „Eine zentrale Thematik auch für die Gegenwart und Zukunft unseres Verbandes“, so Vorortspräsident Sebastian Sasse von der Essener Unitas Ruhrania und zog eine positive Bilanz der verbandsinternen Gespräche. „Es war eine junge, dialogbereite und dialogfähige Generalversammlung“, erklärte er. Spürbar sei ein deutliches Interesse an Glaubensfragen und tragenden Weggemeinschaften: „Wir brauchen mehr Biotope des Glaubens, die jenseits öffentlicher Erregungskurven und Negativ-Schlagzeilen eine glaubwürdige Antwort und Möglichkeiten der Begegnung mit dem Glauben geben.“

 

Als höchster Repräsentant des Bundesverbandes dankte Sasse besonders den für die Konzipierung und Durchführung der Tagung in Düsseldorf tätigen Bundesbrüdern der dortigen Unitas Rheinfranken, die in vielfältiger Weise mit dem Verein an den Ruhr-Universitäten verbunden ist. Zu dessen Nachfolgern bestimmte die Generalversammlung die Unitas Franko-Saxonia in Marburg. Die festliche Vorortsübergabe wird am 30. Juli auf Schloss Borbeck in Essen stattfinden.

 

Stellungnahmen in Resolutionen

 

Zu den Entscheidungen der Versammlung gehörten auch Erklärungen zur Präimplantationsdiagnostik und zum Schutz der Feiertage. So forderte der UNITAS-Verband ein gesetzliches Verbot der PID. „Sie ist mit dem Recht auf Leben und der Menschenwürde unvereinbar, deren Träger jeder Mensch von seiner Zeugung bis zum natürlichen Tod ist“, heißt es in der Stellungnahme  an die Adresse der Mitglieder des Deutschen Bundestages. PID gefährde die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderungen und erhöhe den sozialen Druck auf Eltern. „Der PID liegt letztlich der Anspruch zugrunde, durch Diagnose und Prognose zwischen lebenswerten und lebensunwertem Leben unterscheiden und selektieren zu können.“

 

Zudem forderte der Unitas-Verband die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen dazu auf, den Schutz der Sonntage und der religiösen Feiertage in den Feiertagsgesetzen der Länder beizubehalten. Die Resolution zielt angesichts jüngster Vorstöße zur Abschaffung religiöser Feiertage vor allem auf den Schutz der stillen Feiertage wie Karfreitag mit dem Gründonnerstagsabend und Karsamstag, den Volkstrauertag und Totensonntag: „Wir fordern Respekt vor dem darin zum Ausdruck kommenden christlichen Bekenntnis ein“, erklärte der Verband. Gegen jeden, der es unternehme, religiöse Feiern zu stören, müsse mit der möglichen Härte des Gesetzes vorgegangen werden.

 

In einer weiteren Erklärung unterstützte der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands eine aktuelle Initiative von Verbandsmitglied Dr. Christoph Lehmann, der sich zuletzt in Berlin mit der „Pro Reli“-Kampagne für den Religionsunterricht stark gemacht hatte. Lehmann hatte vorgeschlagen, den „Südstern“-Platz in Berlin-Kreuzberg nach Papst Johannes Paul II. zu benennen. An seine in der Kommunalpolitik tätigen Mitglieder appellierte der UNITAS-Verband, sich für entsprechende Benennungen auch in ihren Heimatkommunen einzusetzen. Er sehe darin einen „wichtigen Beitrag zur Erinnerung an einen Jahrhundertpapst, der durch sein mutiges Eintreten für Frieden, Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte einen entscheidenden Beitrag für die Deutschen Einheit und die Einheit Europas geleistet hat.“

 

Äußerer Anlass für die  134. Generalversammlung des Verbandes der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas (UV) war das 90-jährige Jubiläum der Unitas in Düsseldorf. Delegierte aus rund 50 Studenten- und 60 Ehemaligenvereinen von Hamburg bis München tagten vom 2.-5. Juni mit täglichen  Messen, Vorträgen und Diskussionsforen im Tagungszentrum der Jugendherberge, in den Rheinterrassen und im Lambertussaal in der NRW-Landeshauptstadt. Bbr. Weihbischof Wilfried Theising, Regionalbischof für den Niederrhein im Bistum Münster, feierte am Sonntag das Pontifikalhochamt in St. Andreas. Beim Festakt sprach Bbr. Prälat Dr. Christoph Kühn (Wien) von der Apostolischen Nuntiatur in Österreich zum Thema „Christsein mit Glaubensfreude heute“.


Downloads:

6. Juni 2011: Pressemeldung: Die 134. GV in Düsseldorf / Zusammenfassung
Apostolischer Segen von Papst Benedikt XVI. zur 134. GV
28. Mai 2011: Vorbericht zur 134. Generalversammlung

Programm der 134. Generalversammlung
Vorstellung des Tagungsortes 2011 in der Verbandszeitschrift
Gedanken zum Tagungsthema "Brannte nicht unser Herz!"
Leitworte 2011: Wort des VOP Bbr. Sebastian Sasse


 




Veröffentlicht am: 00:58:19 06.06.2011
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