BORBECK, 15. April 2009.
Spontan, aus dem Kopf, perfekt. So erklang am Mittwoch, 15. April, die erste Goldberg-Variation von Bach auf Schloss Borbeck. Vor einem guten Dutzend Bundesbrüdern, Gästen und „Schlossherrin“ Birthe Marfording intonierte Bbr. Matthias Meyke mit viel Applaus auf dem wertvollen Flügel im Konzertsaal. Eine besondere Überraschung unter mehreren bei der Schlossbesichtigung im beginnenden Sommersemester.

 

Ein Blick - tief in die Geschichte

Bei bestem Wetter hieß Frau Marfording die UNITAS-Abordnung vom „Feldschlösschen“ auf dem „richtigen Schloss“ Borbecks willkommen. Anschaulich machte die Historikerin fast zwei Stunden lang mit dem Leben der Fürstäbtissinnen vertraut, die das Stift Essen 1000 Jahre lang als Frauen „beherrschten“ - reichsunmittelbar und exklusiv. Denn „minderer Adel“ hatte im noch vor Kaiser Karl dem Großen gegründeten fürstlichen Stift über viele Jahrhunderte lang keine Chancen. Die Aufnahmekriterien und die „Fuxenzeit“ für Bewerberinnen waren streng, wie deutlich gemacht wurde. Großgrundbesitz, Rechtsgeschichte, Münzrecht, die Lage zwischen eigersüchtigen Nachbarn, die erfolgreichen Versuche, die Unabhängigkeit zu bewahren, die Auseinandersetzungen mit der Stadt Essen, die durch die Säkularisation verpasste Chance, eine große Residenz zu werden – vieles an neuen Erkenntnissen zeichnete ein lebendiges Bild der Epochen, die weit vor dem Bild des durch Kohle und Stahl geprägten „Ruhrgebiets“ liegen. Doch selbst hier waren die adeligen Herrscherinnen als „Trendsetter“ und Pioniere tätig. Sie wirtschafteten modern und klug, wie die erste Verhüttung von Rasenerz und Kohlegruben zeigen. Aber auch sozial engagiert, wovon die bis heute bestehende Fürstin Franziska Christine-Stiftung in Steele Zeugnis ablegt.

 

Nach einem staunenden Blick in den Konzertsaal, in dem Bbr. Matthias gleich künstlerisch tätig wurde und einem abschließender Besuch in der Kapelle zog sich die von vielen Informationen ermattete Schar auf die Seeterrasse der Gastronomie zu ernsthaften Reflektionen zurück. Kann auch sein, dass sie nicht so ernsthaft waren – gleichwohl war die Schlossführung auch diesmal eine wunderbare Exkursion.




Veröffentlicht am: 17:23:53 16.04.2009
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