ESSEN. Bis Juli bittet Bbr. Martin Gewiese, Vorsitzender des Essener UNITAS-Zirkels, um Anmeldung für die am Dienstag, 17. Juli, geplante Fahrt nach Neheim-Hüsten. Ziel ist das dortige Franz-Stock-Museum: Die Dauerausstellung im Neheimer Fresekenhof stellt das Wirken von Abbé Stock vor. Die Ausstellung zeigt auch die Auswirkungen seines Lebens und Wirkens auf die Deutsch-Französische Verständigung.

Der „Seelsorger der Hölle“

1904 in Neheim als erstes von neun Kindern einer Arbeiterfamilie geboren, schloss sich Franz Stock bereits in seiner Schulzeit dem Bund Neudeutschland und später der Quickbornbewegung an. 1926 nahm er das Studium der Theologie in Paderborn auf. Ostern 1928 ging er für drei Semester nach Paris und studierte am Institut Catholique – als der erste deutsche Theologiestudent in Frankreich seit dem Mittelalter. Am 12. März 1932 wurde Franz Stock durch den Paderborner Erzbischof Dr. Caspar Klein zum Priester geweiht. 1934 trat Franz Stock in Paris seine Stelle als Rektor der deutschen Gemeinde an - bald kam die Hilfe für politische Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei hinzu. Kurz vor Ausbruch des Krieges musste er Paris verlassen, übernahm Vertreterstellen in Dortmund-Bodelschwingh und dann in der Nähe von Magdeburg. 1940 erneut zum Seelsorger der Deutschen in Paris ernannt, begann er mit seiner Tätigkeit in den Pariser Wehrmachtsgefängnissen Fresnes, La Santé und Cherche Midi, wo er die Häftlinge in den Gefängnissen betreute und über 2.000 Erschießungen beiwohnen musste. Franzosen gaben Franz Stock die Bezeichnung „L'Aumônier de l'enfer“ („Der Seelsorger der Hölle“) und „L'Archange en enfer“ („Der Erzengel in der Hölle“). 1945 nahm er eine neue Aufgabe an: die Gründung eines Priesterseminars im Gefangenenlager Dépôt 501 bei Chartres, das er bis 1947 als Regens leitete. Es ging in die Geschichte unter der Bezeichnung „Stacheldrahtseminar“ ein. Insgesamt 949 Dozenten, Priester, Brüder und Seminaristen aus Deutschland und Österreich waren im Verlauf der zwei Jahre dort. Am 24. Februar 1948 starb Abbé Franz Stock plötzlich, noch keine 44 Jahre alt, in Paris. Nuntius Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., nahm die Einsegnung des Toten vor und sagte dabei: „Abbé Franz Stock - das ist kein Name - das ist ein Programm!“ Im Jahr 1980 beantragten die katholischen Bischöfe die Seligsprechung Stocks. Das Verfahren ist bislang noch nicht abgeschlossen.

Angaben zur Zirkel-Fahrt

Die Anreise nach Neheim erfolgt am 17. Juli am besten gegen 8.30 Uhr. Mitnahmemöglichkeiten und die evtl. Bestellung eines Sammeltaxis können vorab abgesprochen werden. Die Führung mit Herrn Leise vom Franz-Stock-Komitee in Arnsberg im Fresekenhof, Burgstraße 43, beginnt um 10.00 Uhr. Anschließend wird es eine kurze Fahrt zum Mittagessen – wahrscheinlich nach Soest – geben. Für den Nachmittag ist eine Führung durch ein ehemaliges Gefangenenlager für französische Offiziere in Soest vorgesehen. Auch hier werden Mitglieder des Franz-Stock-Komitees eine Führung machen. Zum Ausklang wird es vor der Heimfahrt ein Kaffeetrinken geben.

Anmeldung an Martin Gewiese, Tel. 0201 / 40 38 33, E-Mail: m.gewiese@gmx.de.

Adressen:
Franz-Stock-Komitee für Deutschland, Hauptstr. 11, 59755 Arnsberg, Tel. 02932-22050, info@franz-stock.de, Internet: www.franz-stock.de. Das Franz-Stock-Komitee für Deutschland hat sich 1964 in der Heimatstadt Franz Stocks gebildet, um die vielfältigen Bestrebungen, die sich mit der Person und dem Werk des verstorbenen Gefangenenpriesters verbinden, zu bündeln. Es werden Dokumentationen, Ausstellungen und Veranstaltungen, die Verständnis für das Werk und die Person Franz Stocks erhalten, wecken oder fördern, organisiert und vermittelt. Durch Jugendaustausch, kulturellen Austausch, Übernahme und Vermittlung von Patenschaften, Kontakte, insbesondere mit Frankreich, dient es der Völkerverständigung. Weitere Franz-Stock-Vereinigungen haben ihren Sitz in Paris und Chartres.
Adresse des Fresekenhofes:
Fresekenhof, Burgstraße 43, 59755 Arnsberg-Neheim

 




Veröffentlicht am: 09:13:23 05.07.2007
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