DÜSSELDORF/RUHRGEBIET. 1965 nahm die Ruhr-Universität Bochum als erste Hochschule im Revier ihren Lehrbetrieb auf, in den folgenden Jahren erweiterte die Universität Dortmund (1969) das Bildungsangebot, es folgten die stark praxisorientierten Gesamthochschulen Essen (1972) und Duisburg (1980), sowie viele Fachhochschulen unterschiedlicher Trägerschaften. Das breit gestreute Fächerangebot reicht von Geistes- und Gesellschaftswissenschaften über Kunst und Design bis zu Ingenieur- und Naturwissenschaften einschließlich Medizin. Heute hat das Ruhrgebiet und sein Umfeld die dichteste Hochschullandschaft Europas.

 

Díes unterstreicht auch die im März 2007 ins Leben gerufene „Universitätsallianz Metropole Ruhr“ (UAMR), die das Ruhr-Profil in der nationalen und internationalen Wissenschafts- und Studienlandschaft noch weiter stärken will. Sie weist 89.000 Studierende, 1.250 Professoren und einer unerreichte Fächervielfalt auf, die durch Kombination unzählige Studienmöglichkeiten eröffnet. Dadurch rückten die drei eigenständig bleibenden Nachbaruniversitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen näher zusammen, bieten aber vernetzte Forschung und vielfältiges Studium unter dem Dach der Allianz.

 

Bereits in ihrer letzten Ausgabe meldete die Verbandszeitschrift UNITAS, dass die Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen in den nächsten zehn Jahren stark ausgebaut werden soll („Hochschul-News: Vier neue Fachhochschulen für Nordrhein-Westfalen“). NRW-Hochschulminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte die Gründung von vier neuen Fachhochschulen (FH) sowie fünf FH-Zweigstellen mit insgesamt 11.000 zusätzlichen Studienplätzen angekündigt. Aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs, der demografischen Entwicklung und einer wachsenden Studienneigung rechnete Pinkwart in den nächsten zehn Jahren mit 160.000 zusätzlichen Studienanfängern an Rhein und Ruhr. Derzeit sind an den NRW-Hochschulen insgesamt 460.000 Studenten eingeschrieben, davon etwa 80.000 Studienanfänger. Drei der vier neuen Fachhochschulen sollen sich, so die Meldungen, auf die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik konzentrieren. Die vierte FH-Neugründung wird laut Pinkwart «eine Fachhochschule für Gesundheitsberufe» werden. Die Standorte für die neuen Fachhochschulen sollen bis Ende dieses Jahres «in einem wettbewerblichen Verfahren» ermittelt werden.

 

Im Folgenden dokumentieren wir hier Artikel in der WESTDEUTSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG, die in den letzten Tagen dazu Bezug nahmen und die Pressemeldungen, mit denen sich die Städte Bottrop und Mülheim im Juli an die Öffentlichkeit wandten:

 

 


Bildung
Chancen auf neue Fachhochschule im Revier steigen

Rhein-Ruhr, 30.09.2008, Wolfgang Pott

 

Essen. Mülheim und Bottrop sind mit ihrer Bewerbung um die Ansiedlung einer FH in die nächste Runde gekommen. Die Landesregierung engte den Kandidatenkreis ein. Doch erst im Dezember wird entschieden, welche Städte die Zuschläge bekommen.

Heinz Lison, der Präsident der Unternehmerverbandsgruppe Ruhr-Niederrhein, dürfte gestern zunächst einmal aufgeatmet haben. Die erste Hürde ist genommen. Die Städte Mülheim und Bottrop sind mit ihrer gemeinsamen Bewerbung bei der Auswahl der neuen Fachhochschul-Standorte in die nächste Runde eingezogen.

22 Bewerbungen gab es insgesamt, 13 kamen nun in die engere Wahl. Darunter sind sechs Anträge auf die Neugründung einer Hochschule und sieben für den Ausbau bestehender Fachhochschulen. Die Landesregierung will damit in den kommenden Jahren 10 000 neue Studienplätze in den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) schaffen.

Lison, der in Vertretung der Städte Mülheim und Bottrop in seinem lokalen Umfeld für das Projekt wirbt, trifft indes auf reichlich Konkurrenz, auch in der näheren Umgebung. So wollen der Kreis Unna, die Städte Hamm und Lippstadt sowie Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg eine entsprechende Einrichtung neu gründen. Die Fachhochschulen Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen planen den Ausbau bestehender Standorte.

Vorgesehen hat die Landesregierung die Gründung von drei neuen Fachhochschulen im Umfang von jeweils 2500 Studienplätzen und den Ausbau bestehender Häuser in der Größenordnung von insgesamt 2500 Studienplätzen an bis zu fünf Standorten. Bis zu 5000 dieser Studienplätze sollen nach dem Willen der NRW-Regierung in den vom Rückzug des Steinkohlebergbaus betroffenen Regionen geschaffen werden.


 

Sparkasse stiftet eine FH-Professur
Sie verbessert damit Ansiedlungschance einer Fachhochschule in Bottrop
Bottrop, 30.09.2008, fri

Bottrop hat ein neues Pfund, mit dem es bei der gemeinsamen Bewerbung mit Mülheim als Standort für eine ingenieurwissenschaftliche Fachhochschule wuchern kann: Die Sparkasse gab die Zusage zur Unterstützung einer Stiftungsprofessur. In seiner letzten Sitzung begrüßte der Verwaltungsrat der Sparkasse die Entscheidung des Vorstands, dem Wunsch der Stadt nach einer solchen Stiftungsprofessur zu entsprechen.

„Diese Absichtserklärung dient dazu, unserer Stadt gute Chancen für die Neuansiedlung der Fachhochschule einzuräumen und so 2500 jungen Menschen in unserer Region zu einem Studienplatz zu verhelfen“, erklärte Sparkassen-Chef Thomas Schmidt.

Eine Stiftungsprofessur wird nicht aus dem Grundhaushalt der Hochschule bezahlt, sondern von einem Drittmittelgeber, in diesem Fall die Sparkasse. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, um unser gesellschaftliches Engagement vor Ort gerade für junge Menschen zu unterstreichen“, betonte Schmidt.

Bei der Stadt sieht man nun einen ersten wichtigen Grundstein für die FH-Ansiedlung gelegt. Denn als eine der Voraussetzungen gilt eine Verbindung zu den örtlichen wirtschaftlichen Strukturen.



 

Fachhochschul-Bewerbung: Gelungener Auftakt
Stadt Bottrop, 30.09.2008


Bottrop ist einer Fachhochschule einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Eine vom NRW-Wissenschaftsministerium eingesetzte Jury hat das gemeinsam mit der Stadt Mülheim erarbeitete Konzept in die nächste Bewerbungsrunde aufgenommen. „Für uns ist das Erreichen der zweiten Runde ein Erfolg. Es zeigt, dass Bottrop das Potential für einen Wissenschaftsstandort hat und der Strukturwandel damit um eine wichtige Etappe vorangebracht werden kann“, sagt Oberbürgermeister Peter Noetzel.

Ende Oktober werden die Städte Bottrop und Mülheim ihre Vorstellungen zur „Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet“ präsentieren. Ein wichtiges Kriterium wird dabei die Vernetzung mit der örtlichen Wirtschaft sein. Dazu passt, dass sowohl die Sparkasse Bottrop als auch Erivan Haub von der Tengelmann-Gruppe in Mülheim angekündigt haben, jeweils eine Stiftungsprofessur zu finanzieren. „Über diese Zusagen freue ich mich sehr. Dies zeigt, dass die Zusammenarbeit von öffentlicher Wirtschaftsförderung und Unternehmen Früchte trägt“, sagt Peter Noetzel.

Insgesamt wurden elf Bewerbungen für die Neugründungen von Fachhochschulen beim Wissenschaftsministerium eingereicht. Sechs von ihnen sind jetzt aufgefordert in der zweiten Runde ihre Konzepte zu präsentieren. Insgesamt sollen drei neue Fachhochschulen gebaut werden. Ende November will die Jury eine Empfehlung aussprechen, an welchen Standorten die Fachhochschulen entstehen sollen. Die Landesregierung wird dann im Dezember eine Kabinettsentscheidung treffen.

Die Landesregierung will insgesamt 10.000 neue Studienplätze für so genannte MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) schaffen. Dazu gehört auch der Ausbau bereits bestehender Fachhochschulen. In den vom Rückzug des Steinkohlebergbaus betroffenen Regionen, zu denen auch Bottrop gehört, sollen 5.000 Studienplätze entstehen.

Wenn die „Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet“ Erfolg hat, können 2.000 Studienplätze in Mülheim und 500 in Bottrop entstehen. Möglicher Standort in Bottrop ist das Gelände zweier ehemaliger Grundschulen an der Hans-Sachs-Straße.

 

 

 


Bottrop bewirbt sich jetzt gemeinsam
mit Mülheim um Fachhochschule

Zahlreiche Unternehmen sind bereits mit im Boot
Bottrop, 23.07.2008, jn

Bottrop bewirbt sich gemeinsam mit Mülheim um die Ansiedlung einer der drei vom Land NRW ausgeschriebenen Fachhochschulen für MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Eine entsprechende Vereinbarung haben nun die Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Bottrops OB Peter Noetzel getroffen.

Vor dem Hintergrund der drohenden Schließung des Bergwerkes Prosper-Haniel und dem damit verbundenen Verlust von rund 6000 Arbeitsplätzen sei die Fachhochschule für Bottrop eine viel versprechende Investition in die Zukunft und eine sichtbare Stärkung des Wirtschaftsstandortes, so Noetzel. Die gemeinsame Bewerbung werde bereits von zahlreichen Unternehmen aus der Region unterstützt. Auch Bottroper Firmen haben Hilfe und Kooperationsbereitschaft zugesagt.

Die FH-Standorte Mülheim und Bottrop würden arbeitsteilig bei den Studiengangsangeboten auf den jeweiligen lokalen und regionalen Stärken der Wirtschaft aufbauen.

Die gemeinsame Bewerbung gelte als weiterer Schritt zu einem breiten regionalen Konsens für die angestrebte ingenieurwissenschaftliche Fachhochschulneugründung im westlichen Ruhrgebiet. Eine neue FH binde Absolventen in der Region, sichere Fach- und Führungspersonal, setze Impulse zur weiteren Bewältigung des Strukturwandels. OB Noetzel will die lokalen Bedarfe in die (bis zum 15. August einzureichende) Bewerbung einfließen lassen. Unternehmen, die Fachkräfte suchen und an einer Kooperation mit der FH interessiert sind, sollen sich an das Amt für Wirtschaftsförderung und Immobilienmanagement wenden: 703575 oder wirtschaftsförderung@bottrop.de

 


 

Oberbürgermeister will Fachhochschule in Bottrop
Gemeinsame Bewerbung der Städte Bottrop und Mülheim
(Pressemitteilung der Stadt Bottrop, 22.07.2008)


Bottrop soll Standort für eine Fachhochschule werden. Gemeinsam mit der Stadt Mülheim will sich Bottrop um einen der Fachhochschulstandorte bewerben, die die Landesregierung in den so genannten Kohlerückzugsgebieten einrichten will. Eine entsprechende Vereinbarung haben Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und ihr Bottroper Amtskollege Peter Noetzel getroffen.

„Vor dem Hintergrund der drohenden Schließung des Bergwerkes Prosper-Haniel und dem damit verbundenen Verlust von rund 6.000 Arbeitsplätzen ist die Fachhochschule für die Stadt Bottrop eine viel versprechende Investition in die Zukunft und eine sichtbare Stärkung des Wirtschaftsstandortes“, erklären die beiden Oberbürgermeister von Bottrop und Mülheim. Noetzel erwartet, dass durch die Fachhochschule der Wirtschaftsstandort Bottrop gefestigt wird. Absolventen werden an die Region gebunden und sichern so den ansässigen Unternehmen Fach- und Führungspersonal für die nächsten Jahre. „Darüber hinaus stärkt eine Fachhochschule die Innovationskraft der Unternehmen und setzt Impulse zur weiteren Bewältigung des Strukturwandels im westlichen Ruhrgebiet“, erklärt Peter Noetzel. Von der gemeinsamen Initiative profitierten sowohl die Bürger in Mülheim als auch die Bottroper sowie die Unternehmen in der ganzen Region.

Die beiden FH-Standorte in Mülheim und Bottrop werden arbeitsteilig bei den Studiengangsangeboten auf den jeweiligen lokalen und regionalen Stärken der Wirtschaft aufbauen. Die gemeinsame Bewerbung gilt als weiterer Schritt zu einem breiten regionalen Konsens für die angestrebte ingenieurwissenschaftliche Fachhochschulneugründung im westlichen Ruhrgebiet und verdeutlicht eine sinnvolle Arbeitsteilung der Städte im Bezug auf ihre wirtschaftlichen Kompetenzen.

Das Land Nordrhein-Westfalen will drei neue Fachhochschulen für die MINT-Studiengänge schaffen. MINT steht für „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik“. Bei den Studiengängen der geplanten Fachhochschule sollen Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt und die Anforderungen der Wirtschaft besonders berücksichtigt werden. Eine starke Unterstützung der Unternehmen ist deshalb eine entscheidende Voraussetzung für die Bewerbung, die am 15. August bei der Landesregierung eingereicht werden muss. Zahlreiche Firmen aus der DEMO-Region (Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen) unterstützen die Bewerbung bereits. Auch zahlreiche Bottroper Unternehmen haben ihre Kooperationsbereitschaft zugesagt. Oberbürgermeister Peter Noetzel will die lokalen Bedarfe in den Bewerbung einfließen lassen. Er bittet darum weitere Unternehmen, die Fachkräfte suchen und an einer Kooperation mit der FH interessiert sind, Kontakt mit dem Amt für Wirtschaftsförderung und Immobilienmanagement unter der Telefonnummer 02041/ 70 3575 oder E-Mail: wirtschaftsförderung @bottrop.de aufzunehmen.

 

 


FH-Bewerbung Westliches Ruhrgebiet

Stadt Mülheim an der Ruhr, 22.07.2008 (www.muelheim-ruhr.de)

Die Stadt Bottrop wird sich der gemeinsamen Bewerbung der Unternehmerverbands-Gruppe, der Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen zu Essen, der Stadt Oberhausen und der Stadt Mülheim an der Ruhr um die Ansiedlung von einer der drei vom Land Nordrhein-Westfalen ausgeschriebenen Fachhochschulen für MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) anschließen. Eine entsprechende Vereinbarung haben Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und ihr Bottroper Amtskollege Peter Noetzel getroffen.

Die Bewerbung wird bereits von zahlreichen Unternehmen aus der DEMO-Region (Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen) unterstützt. Auch namhafte Bottroper Unternehmen haben dem Projekt bereits Unterstützung und ihre Kooperationsbereitschaft zugesagt.

Die beiden FH-Standorte in Mülheim und Bottrop werden arbeitsteilig bei den Studiengangsangeboten auf den jeweiligen lokalen und regionalen Stärken der Wirtschaft aufbauen.

Die gemeinsame Bewerbung gilt als weiterer Schritt zu einem breiten regionalen Konsens für die angestrebte ingenieurwissenschaftliche Fachhochschulneugründung im westlichen Ruhrgebiet und verdeutlicht eine sinnvolle Arbeitsteilung der Städte im Bezug auf ihre wirtschaftlichen Kompetenzen.

Vor dem Hintergrund der drohenden Schließung des Bergwerkes Prosper-Haniel und dem damit verbundenen Verlust von rund 6.000 Arbeitsplätzen ist die Fachhochschule für die Stadt Bottrop eine vielversprechende Investition in die Zukunft und eine sichtbare Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

Eine neue Fachhochschule bindet Absolventen in der Region und sichert den hier ansässigen Unternehmen Fach- und Führungspersonal für die nächsten Jahre. Darüber hinaus stärkt eine Fachhochschule die Innovationskraft der Unternehmen und setzt Impulse zur weiteren Bewältigung des Strukturwandels im westlichen Ruhrgebiet. Deshalb profitieren sowohl die Mülheimer als auch die Bottroper Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen in der ganzen Region von der gemeinsamen Bewerbung der Städte.

 



s.a. unsere Links zu den Universitäten und Fachhochschulen im Revier




Veröffentlicht am: 22:51:48 01.10.2008
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