ROM / PRAG. Papst Benedikt XVI. erwartet von der EU-Präsidentschaft der Tschechischen Republik ab Januar 2009 klare Ziele und entschiedenen Einsatz für wirtschaftlichen Fortschritt und soziale Gerechtigkeit auf dem Kontinent. Allerdings ließen sich menschliches Wohlergehen und Zufriedenheit nicht allein durch Strukturen verwirklichen, äußerte der Papst bereits Ende September beim Antrittsbesuch des neuen Botschafters der Tschechischen Republik beim Heiligen Stuhl. Deutlich ging Papst Benedikt auf den seit Jahren andauernden Streit um verstaatlichten Kirchenbesitz in der Tschechischen Republik ein.

Eine päpstliche Ansage - nicht ohne Brisanz und ein Thema, das ein Schlaglicht auf die Wirklichkeit und die Lage der Kirche in einem wichtigen Land Europas wirft. Viele Bundesbrüder nutzten bereits in früheren Jahren die Gelegenheit, dieses Thema mit den Mitgliedern der 1985 gegründeten ersten Korporation hinter dem Eisernen Vorhang zu diskutieren: Die damals von politisch aktiven Dissidenten ins Leben gerufene UNITAS Prag (gegr. 1922 als UNITAS Staffelstein, 1923/24 verboten, 1930 als UNITAS Franko-Saxonia wiederbegründet) war Ziel vieler Reisen zu Bundesbrüdern, die maßgeblich an der „Sanften Revolution“ beteiligt gewesen waren. Bbr. Prof. Tomáš Halík, Priester, Theologe, Philosoph und Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie, kandidierte etwa mehrmals für das Amt des Staatspräsidenten.

Mit diesem Dezember geht in Tschechien das Wenzel-Gedenkjahr zu Ende, das der tschechische Kardinal Bbr. Miloslav Vlk, seit 16 Jahren Erzbischof von Prag, seit dem Altherrenbundstag in Kloster Niederaltaich 1991 Ehrenmitglied des UNITAS-Verbandes und 1993-2001 Vorsitzender der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE), ausgerufen hatte. Ein Gedenkjahr mit besonderer Bedeutung auf dem Hintergrund andauernder Spannungen zwischen Staat und Kirche in der Tschechischen Republik: Nicht nur Auseinandersetzungen um die Rolle der Kirche im Kommunismus, sondern auch der langjährige Streit um den damals verstaatlichten Kirchenbesitz warfen einen Schatten auf das gegenseitige Verhältnis. Jetzt sollen die Kirchen etwa ein Drittel ihres einstigen Eigentums direkt zurückbekommen. Für den Rest ist eine finanzielle Entschädigung vorgesehen, die über einen Zeitraum von 60 Jahren ausgezahlt werden soll. Im Fokus allerdings bleibt die Frage, wem der Prager Veitsdom gehört, ein Symbol für Staat und Kirche zugleich. Ins Kreuzfeuer geriet bei allen Themen vor allem der tschechische Primas Bbr. Kardinal Vlk, der Mitte April 2007 - kurz vor seinem 75. Geburtstag - dem Papst seinen Rücktritt angeboten hatte. Doch mit einem baldigen Ruhestand rechnet er nicht …

 

Ein Rückblick und aktuelle Zahlen zum Verhältnis von Staat und Kirche in einem Land, das zu den am meisten atheistisch geprägten Staaten des ehemaligen Ostblocks zählt, gibt Bbr. Dr. Christof Beckmann (UNITAS Ruhrania) in einem Vorabdruck aus der Doppelnummer der Verbandszeitschrift UNITAS 3/4 2008.

 

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Veröffentlicht am: 18:41:52 04.12.2008
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