BONN, Februar 20089. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) e.V. hat im Februar 2009 ein neues Heft in ihrer Reihe „Standpunkte“ vorgelegt. Die Nr.11 trägt den Titel „Positionspapier zu einer verantwortungsvollen Sozialpolitik im 21. Jahrhundert“. Es thematisiert neben "Grundüberlegungen zu einer modernen Sozialpolitik“ eine flexible Arbeitsmarktpolitik als Kernelement für den Erfolg sowie Gesundheit, Rente und Pflege als Stützen einer modernen Gesellschaft.

 

„Verantwortungsvolle Sozialpolitik im 21. Jahrhundert ist keine leichte Aufgabe. Sie stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor komplexe Herausforderungen“, heißt es in der Einleitung des rund 30-seitigen Statements. In einer globalisierten Welt müssten die Möglichkeiten der Entscheidung „mit Weitsicht und nicht getrieben vom politischen Tagesgeschäft genutzt und gestaltet“ werden.

 

Chancen für Leistungsträger

 

Unabdingbar sei, dass die Bundesrepublik jedem Bürger Teilhabe am Wohlstand biete, zitiert das Positionspapier das von Ludwig Erhardt propagierte Ziel „Wohlstand für alle“. Ihm gelte es so nah wie möglich zu kommen, äußern die Studentenvertreter: „Studenten haben vom Papier her gute Chancen, Leistungsträger in unserer Gesellschaft zu werden. Doch in einer alternden Bevölkerung, deren wirtschaftlicher Status durch vermehrte Konkurrenz aus allen Teilen der Welt zunehmend in Frage gestellt wird, steht zu befürchten, dass für unsere Generation trotz erbrachter Leistung wenig bleibt. Wie sieht also die soziale Realität außerhalb des behüteten Hochschulumfelds heute aus, was kann man von der Zukunft erwarten? Welche Weichenstellungen müssen heute getroffen werden, um sicherzustellen, dass auch unsere Generation von einer Altersrente und einer soliden Gesundheitsversorgung profitieren kann?“

 

Beitrag zur sozialpolitischen Debatte

 

Ihre Standpunkte versteht die Arbeitsgemeinschaft als Beitrag zur sozialpolitischen Debatte in Deutschland: „Auch wenn Studenten von einigen der angesprochenen Themenfelder noch nicht direkt betroffen sind, so erachten wir es doch für grundlegend wichtig, im sozialpolitischen Meinungsbildungsprozess mitzuwirken. Schließlich ist es unsere Generation, die nach Jahrzehnten des sozialen Friedens und eines funktionierenden Generationenvertrages in eine mehr als ungewisse Zukunft blickt. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass nur mit nachhaltigem Wirtschaften dauerhafter Wohlstand zu gewährleisten ist.“ Argumentationsgrundlage für die Positionen, so die Autoren, sei ihnen „die christliche Überzeugung der AGV und der katholischen Korporationen, die sie vertreten, sowie die Orientierung an der katholischen Soziallehre. Gemeinwohl, Subsidiarität und Solidarität sind zentrale ordnungspolitische Leitmotive, an denen sich die … Darlegungen stets orientieren.“

 

Sozialpolitik: „Zentrales Politikfeld“

 

Sozialpolitik sei als „zentrales Politikfeld“ ein „für die Zukunft unseres Landes elementarer Bestandteil der politischen Debatte im Rang eines Verfassungsauftrages“, argumentieren die Verbandsvertreter. Solidarität beschränke sich nicht nur auf karitative Tätigkeiten - wie sie in den Mitgliedsverbänden auf vielfache Weise erfolge -, sondern ebenso auf die Forderung nach gerechten gesellschaftlichen Strukturen: „Die Notwendigkeit eines absichernden Sozialstaates wurde bereits im 19. Jahrhundert erkannt, und unter Mitwirkung des sozialen und politischen Katholizismus wurde die Grundsteine für unser heutiges soziales Sicherungssystem gelegt. Es ist an uns, den deutschen Sozialstaat so zu gestalten, dass er auch in Zukunft ein Aushängeschild der füreinander sorgenden Gesellschaft sein kann“, plädiert das Papier für eine Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft und kritisiert „ganz grundsätzlich mit Blick auf Gesundheits- und Arbeitsmarktreform, dass viele Projekte Stückwerk bleiben.“ Die Studenten fordern alle beteiligten Akteure auf, über die Ressortgrenzen hinweg zu planen und Synergieeffekte zu berücksichtigen.
(cb)

Hier das Positionspapier als PDF zum DOWNLOAD


 


 

INFORMATIONEN:


Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) e.V.
ist der 1973 gegründete Zusammenschluss von fünf katholischen Studentenverbänden in der Bundesrepublik Deutschland:
CV - Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen, KV - Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine, UV - Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS, RKDB - Ring Katholischer Deutscher Burschenschaften und TCV - Technischer Cartellverband.
Die AGV repräsentiert in ihren Mitgliedsverbänden rund 10.000 organisierte katholische Studenten an fast allen Universitäten, Fachhochschulen und Gesamthochschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Sie will die Zusammenarbeit der katholischen Studenten und ihrer Verbände zur Förderung und Stärkung des katholischen akademischen Lebens in Deutschland wirkungsvoll und dauerhaft gestalten. Insbesondere strebt sie aus christlicher Verantwortung für Kirche, Staat und Gesellschaft an, christliche Grundwerte und Belange im akademischen Bereich zu verwirklichen und zu verteidigen,  gemeinsame Anliegen katholischer Studenten im öffentlichen Leben zu wahren und zu vertreten sowie Aufgaben der Kirche durch Mitwirkung im Laienapostolat zu fördern und zu erfüllen.

 

Kontakt:

Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) e.V.

Luisenstr. 36, 53129 Bonn

Internet: http://www.agvnet.de
E-Mail:   info@agvnet.de




Veröffentlicht am: 16:05:49 20.02.2009
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